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Willkommen in Absurdistan

Willkommen in Absurdistan. So könnte der Titel der aktuellen Ausstellung im Museum Würth 2 mit Fug und Recht heißen. Stattdessen heißt sie einfach nur „Elmgreen&Dragset 14. Robert Jacobsen Preis der Stiftung Würth“, wie die beiden skandinavischen Künstler Michael Elmgreen und Ingar Dragset, die in Berlin leben und arbeiten.

14. Robert Jacobsen Preis wird an das Duo Elmgreen&Dragset verliehen

Anlaß der Ausstellung ist die Verleihung des 14. Robert Jacobsen Preises, den die Stiftung Würth alle zwei Jahre an zeitgenössische Künstler vergibt, um an das Werk und den Einfluss des 1993 gestorbenen Bildhauers Robert Jacobsen zu erinnern. Der Preis ist mit 50.000 Euro dotiert.

Kunst, die gesellschaftlich wirksam ist

Einem breiten Publikum wurden Elmgreen & Dragset durch ihre Installation Prada Marfa bekannt. Sie haben mitten in die Wüste einen voll bestückten Shop der Luxusmodemarke Prada gesetzt – der niemals geöffnet ist. Scheinbar absurd. Diese Installation ist inzwischen zu einem Publikumsmagneten geworden, der die amerikanische Seele so gut trifft, dass sogar die Simpsons in einer Folge das Kunstwerk besuchten. Die Stiftung Würth sagt, die Kunst von Elmgreen&Dragset habe es „in den popkulturellen Referenzraum“ geschafft. Ein scheinbar sinnlos in die Wüste gepflanztes Denkmal des Luxuskonsums, das dann ohne jegliche Konsummöglichkeit von Menschen aufgesucht wird – da hat Kunst ihr Ziel möglicherweise erreicht.

„Statue of Liberty“ – ein Werk für Deutschland

„Statue of Liberty“, Elmgreen&Dragset. Foto: GSCHWÄTZ

Ein Kunstwerk, das die Künstler wohl ganz speziell für Deutschland geschaffen haben, steht direkt vor dem Carmen Würth Forum. Man erkennt beim Annähern an das Gebäude einen Geldautomaten. Fast ist man geneigt, „Endlich – da gehört ja auch einer hin“ zu denken, so selbstverständlich und beiläufig steht der Automat in einer Betonsäule vor dem Gebäude. Beim zweiten Hinsehen fällt auf, dass da natürlich kein Geldautomat hingehört, die Stelle ist sogar gänzlich absurd für einen Geldautomaten: Weit weg von jedem Konsum – und im Museumsshop kann man selbstverständlich mit derselben Karte bezahlen, mit der man den Geldautomaten füttern würde.

Zwischen Ernsthaftigkeit und Absurdität

„Das Werk oszilliert zwischen Ernsthaftigkeit und Absurdität“, nennt das der Laudator Prof. Dr. Bernhard Maaz, Jurymitglied des Robert Jacobsen Preises. Genau diese Absurdität ist das Mittel, mit dem Elmgreen und Dragset die Betrachter ihrer Werke aus ihrem momentanen inneren Zustand herauszerren und sie dazu bringen, sich mit dem Werk und der eigenen Situation auseinanderzusetzen. Man kann sich dem nicht entziehen. Wenn man dann noch erfährt, dass die Betonsäule ein Segment der Berliner Mauer ist und dass das Werk „Statue of Liberty“ heißt, beginnt das Gehirn zu arbeiten. Der Ausverkauf der Geschichte und der Stadt kann einem in den Sinn kommen. Und man stellt sich die Frage, ob die Menschen, die 1989 die Freiheit von einer politischen Diktatur erkämpft haben, jetzt unter der Herrschaft einer anderen Diktatur stehen, der des Geldes. Und ob das das Ziel der friedlichen Revolution gewesen sein soll.

Mehr Fragen als Antworten

Die Künstler wollen diese Fragen gar nicht alle beantworten: „Unsere Kunst hinterläßt mehr Fragen als Antworten“ sagen sie in ihrer Dankesrede. Anders drückt es Maaz aus: „Nicht vordergründig marktgängig, nicht vorsätzlich eingängig“, nennt er die Werke von Elmgreen&Dragset und bringt Franz Kafka ins Spiel, der ebenfalls Bewußtmachung durch eine Verstörungsstrategie erreichen wollte.

Wenn der Beobachter die Beobachter beobachtet

„The Observer“, Elmgreen&Dragset

Verstörend wirkt auch das Werk „The Observer“: Da steht eine männliche Figur, nur mit Trainingshose bekleidet, auf einem Balkon. Die Haltung ist entspannt, er raucht, vielleicht ist es seine Feierabendzigarette. Er steht überaus gelassen über den Dingen und betrachtet die Welt unter ihm. Es ist nicht genau auszumachen, ob er wirklich nach unten schaut, oder ob er gar aus dem Fenster des Belvedere über die Welt hinwegschaut.
Diese Welt, das ist der Betrachter des Werks, der zuerst seine gewohnte Betrachtungsweise ändert, weil er nach oben schauen muß, um das Werk zu sehen. Der Beobachter fühlt sich selbst dauerhaft beobachtet. Er wünscht sich vielleicht, dass die Balkonfigur verschwindet – aber das ist unmöglich: Es gibt keine Tür, durch die die Figur den Balkon verlassen könnte. Auch hier wird die kafkaeske Verstörungsstrategie sichtbar.

Eintritt ist frei

Die Ausstellung von aussen. Foto: GSCHWÄTZ

Die Ausstellung ist bis zum 6. Februar 2022 täglich von 11 – 18 Uhr zu sehen, der Eintritt ist frei. Danach reist sie weiter – zur Fondazione Prada nach Mailand.

Text: Matthias Lauterer

Gehen Sie weiter, hier gibt es nichts zu sehen. „Watching“, Elmgreen&Dragset. Foto: GSCHWÄTZ

 

Verleihung des Robert Jacobsen Preises.
v.l. C.Sylvia Weber, Prof. Dr Ulrich Roth, Michael Elmgreen, Ingar Dragset. Foto: GSCHWÄTZ

Überragt von ihrem Werk „Watching“: Elmgreen&Dragset bei ihrer Dankesrede. Foto: GSCHWÄTZ

Prof. Dr. Ulrich Roth, Stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Stiftung Würth, Helmut M. Jahn und Prof. Dr. Lars Rehfeld, Mitglieder des Vorstandes, Prof. Dr. Bernhard Maaz, Generaldirektor der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen und Mitglied des Kunstbeirates der Sammlung Würth, Michael Elmgreen, Ingar Dragset, C. Sylvia Weber, Mitglied des Aufsichtsrats der Stiftung Würth, und Johannes Schmalzl, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Region Stuttgart. Foto: GSCHWÄTZ




Die Polizei warnt: Vorsicht vor gefälschten Bank-E-Mails

Mehrere Bürger im Einzugsbereich des Heilbronner Polizeipräsidiums haben in den vergangenen Tagen digitale Post von Betrügern bekommen. Bei den Personen gingen Phishing-E-Mails ein, die aussahen, als würden sie von der Hausbank der Betroffenen stammen. Darin wurden die Empfänger aufgefordert, persönliche Daten auf einer Website einzugeben. Mit diesen Daten versuchten die Betrüger, Geld von den Konten ihrer Opfer zu überweisen.

Vorgehen im Fall der Fälle

Die Polizei weist daher erneut darauf hin:

  • Geldinstitute versenden keine E-Mails, in denen Kunden zur Eingabe persönlicher Daten im Internet aufgefordert werden – auch nicht, um der Sicherheit willen.
  • Vergewissern Sie sich, mit wem Sie es zu tun haben. Überprüfen Sie die Adressleiste in Ihrem Browser. Bei geringsten Abweichungen sollten Sie stutzig werden.
  • Klicken Sie niemals auf den angegebenen Link in der übersandten E-Mail. Versuchen Sie stattdessen, die in der E-Mail angegebenen Seiten über die Startseite Ihrer Bank zu erreichen (ohne diese in die Adresszeile einzutippen).
  • Kreditinstitute fordern grundsätzlich keine vertraulichen Daten per E-Mail, per Telefon oder per Post von Ihnen an. Wenn Sie sich unsicher sind, halten Sie in jedem Fall Rücksprache mit Ihrer Bank.
  • Übermitteln Sie keine persönlichen oder vertraulichen Daten – beispielsweise Passwörter oder Transaktionsnummern – per E-Mail.
  • Folgen Sie Aufforderungen in E-Mails, Programme herunterzuladen, nur dann, wenn Sie die entsprechende Datei auch auf der Internet-Seite des Unternehmens finden. Starten Sie keinen Download über den direkten Link. Öffnen Sie insbesondere keine angehängten Dateien.
  • Geben Sie persönliche Daten nur bei gewohntem Ablauf innerhalb der Online-Banking-Anwendung Ihres Kreditinstituts an. Sollte Ihnen etwas merkwürdig vorkommen, beenden Sie die Verbindung und kontaktieren Sie Ihre Bank.
  • Kontrollieren Sie regelmäßig Ihren Kontostand sowie Ihre Kontobewegungen. So können Sie schnell reagieren, falls ungewollte Aktionen stattgefunden haben.

Weitere Informationen finden Sie unter https://www.polizei-beratung.de/themen-und-tipps/gefahren-im-internet/phishing/.

Quelle: Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Heilbronn




„Beim Bier trifft man sich halt besser als bei der Milch“

Etwas versteckt, unterhalb des großen Panorama-Hotels in Waldenburg, liegt eine kleine Gaststätte, das Bergstüble. Dort trifft sich das Team des 1.DSV (DartsSportVerein) Bergstüble Waldenburg regelmäßig alle 14 Tage am Freitag zum Training. Vorbei am Gastraum führt der Weg die Treppe hinunter zum Trainingsraum des 1.DSV Waldenburg. Flutlicht gibt es in dieser Sportarena nicht, es ist recht dunkel.

Trainingsimpressionen. Foto: GSCHWÄTZ

Dirk „Papa Bär“ Prümen. Foto: GSCHWÄTZ

Vier Dartsautomaten stehen an der rückwärtigen Wand, das Training ist in vollem Gang, eine gute Handvoll Aktiver ist bereits am Werfen. Fachkundige Kommentare werden den Pfeilen hinterhergeworfen, vor allem dann, wenn ein Pfeil danebengeht. Oft wird gelacht, denn wer daneben wirft, muss auch die spöttischen Anfeuerungen der Teamkameraden aushalten können.

Trotzdem findet Dirk Prümen die Zeit, das eine oder andere über den Verein, den Dartssport und das Drumherum zu erklären. Sein Kampfname, der auch auf dem Trikot und seinen Pfeilen steht, ist „Papa Bär“ – und er scheint auch für den Verein die Rolle des Papas übernommen zu haben.

Der Verein selbst besteht schon seit einiger Zeit und nimmt auch schon lange an Wettbewerben teil. Derzeit spielt das Team aktiv in der Dart Liga Hohenlohe, einer freien Liga, die nicht dem Deutschen Sportautomatenbund e.V. (DSAB) angeschlossen ist. „Der DSAB stellt hohe Anforderungen an die Spielstätten“, sagt Prümen und verweist darauf, dass man das dem Wirt, in dessen Räumen das Training stattfindet, nicht zumuten will. In der Dart Liga Hohenlohe spielen etwa 35 Vereine in vier Spielklassen, von der C-Liga bis hinauf zur Bezirksliga. Der 1.DSV Waldenburg hat es bis in die A-Liga, also die zweithöchste Klasse, geschafft. Auch wenn es sich um eine freie Liga handelt, spielt man doch komplette Saisons nach festen Spielplänen. Am 10. Oktober geht nach einer Coronapause die neue Saison los: „Unter 2G-Bedingungen sind Sportveranstaltungen wieder möglich“, ist Prümen froh.

„Da hat uns der Staat mit dem Lockdown ein Ei gelegt“

Einige Vereine hätten während der Pandemie allerdings aufgeben müssen, weiß Prümen, da zum Beispiel die Vereinslokale nicht mehr weitergeführt werden konnten. „Da hat uns der Staat mit dem Lockdown ein Ei gelegt“.

Auf ihren Wirt lassen sie nichts kommen

Ihr Vereinslokal hat den Lockdown glücklicherweise überstanden. Immer wieder öffnet sich die Tür und es wird Essen serviert – vom Schnitzel bis zum Wurstsalat sei einfach alles zu empfehlen, „und vor allem die Pizza“, loben die Sportler ihren Wirt einhellig. Die Getränke sind praktischerweise gleich in einem Nebenraum gelagert – das erspart dem Wirt eine Menge Laufarbeit, denn das eine oder andere Sportbier wird trainingsbegleitend geöffnet. Angelo, der Wirt des Bergstüble, sorgt nicht nur für das leibliche Wohl der Sportler, er ist auch der größte Sponsor des Vereins: Nicht nur, dass er den Trainingsraum seit etwa zehn Jahren zur Verfügung stellt, er sponsert auch die Startgelder für Turniere.

Verein will gemeinnützig werden

Im Dezember soll nach über 15 Jahren die formale Grundlage für die Eintragung als ein gemeinnütziger Verein getroffen werden. Man habe diesen Entschluss schon lange gefasst, aber „das ging ja jetzt lange nicht, weil wegen Corona Versammlungen nicht möglich waren“, sagt Prümen.

Ist das überhaupt ein Sport?

Auf die Frage, ob das Dartsspiel überhaupt ein Sport sei, wechselt Prümen den Ton, er wird professionell wie ein Verkäufer: „Darts fördert die Hand-Auge-Koordination. Das ist ein Konzentrationssport wie zum Beispiel das Bogenschießen.“ Hier sieht er einen Ansatzpunkt für die Gemeinnützigkeit: Er will  Jugendlichen den Dartssport nahebringen, denn viele Kinder und Jugendliche hätten heutzutage Schwierigkeiten bei Konzentration oder Fokussierung. „Da kann der Dartssport wirklich viel leisten“, ist sich Prümen sicher.
Michael Rüger weiß, dass gerade die Topspieler top-fokussiert sind: „Denen, die ganz oben mitspielen, kannst Du eine nackte Frau auf die Nase binden, die lassen sich nicht ablenken.“

Gute oder schlechte Serie? Kommt ganz auf den Spielstand an! Foto: GSCHWÄTZ

Und ganz nebenbei verbessert Darts auch den Umgang mit Zahlen, denn man muss sich abhängig vom Spielstand eine Strategie überlegen, auf welche Zahlen man seine Pfeile abfeuern will. „Manch einer muss das sogar nach jedem Wurf“, grinst Prümen einen seiner Teamkameraden an, dessen Pfeil nicht dort eingeschlagen ist, wo er hinsollte. Alte Hasen rechnen gar nicht mehr, die „sehen“, welche Felder sie anpeilen müssen.

Junge Aktive gesucht

Michael Rüger. Foto: GSCHWÄTZ

Mittels Mundpropaganda und Ansprache über soziale Medien versucht der Verein, Jugendliche zu gewinnen – und wie zufällig erscheinen genau bei diesem Thema zwei Jugendliche zum Training.

Dass der Verein jüngere Aktive benötigt, kann Michael Rüger bestätigen: „Auch Darts ist altersabhängig, so ab 50 merkt man’s“, kann er seine eigenen Erfahrungen einbringen. Er spielt seit 36 Jahren und hat, so sagt  er es, „alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt“. BZO-Liga, das ist die zweithöchste Spielklasse, hat er gespielt. Aber nicht nur der sportliche Erfolg ist ihm wichtig, er lobt vor allem das gesellige Beisammensein der Dartsgemeinde: „Beim Bier trifft man sich halt besser als bei der Milch“, lacht er, wenn er von dem berichtet, was bei Turnieren abseits der Dartsscheibe so alles passiert.

Guter Trainingsbesuch

14 Sportler sind im Verein aktiv, dazu kommen zwei passive Mitglieder. Zum Training kommen nach und nach etwa zehn Spieler. „Zehn sind immer da“, zeigt sich Dirk Prümen mit dem Trainingsfleiß durchaus zufrieden.

Darts ist kein teurer Sport

Neben dem Vereinsbeitrag, der momentan bei zehn Euro im Monat liegt, kostet nur die Anfahrt zu den Turnieren und die Ausrüstung Geld. Ein vernünftiger Satz Pfeile für den Amateursport koste etwa 50 bis 60 Euro, weiß Prümen. „Nach oben ist kein Ende“, ergänzt Michael Rüger. Eine ganze Reihe von Darts-Shops gibt es inzwischen, wo man sich seine Pfeile individuell zusammenstellen kann: langer oder kurzer Schaft, viel oder wenig Grip, unterschiedlichste Flights (Flügelchen) – die Möglichkeiten sind nahezu unendlich. Rügers Empfehlung ist, Pfeile in einem Shop auszuprobieren und nicht einfach im Internet zu kaufen. Eine kleine Auswahl von unterschiedlichen Pfeilen ist auch im Trainingsraum verfügbar. Und wer es ganz individuell mag, der dreht sich sein Material ohnehin selber.

Alles, was man braucht: Ein Satz Pfeile. Foto: GSCHWÄTZ

Coronahilfen: „Vielleicht kriege ich noch was“

Angelo, der Wirt des Waldenburger Bergstüble, ist froh, dass er jetzt wieder kochen und Gäste bewirten kann und beklagt die schleppende Bearbeitung der Coronahilfen: „Ich habe minimal Coronahilfen bekommen, vielleicht kriege ich ja noch was“, stellt er der Politik kein gutes Zeugnis aus: „Das waren große Versprechen der Politik“ sagt er rückblickend. Aber er schaut optimistisch nach vorne: „Meine Stammgäste kommen alle wieder“, hat er bemerkt.
Mit den Darts-Spielern hat er ein langjähriges und gutes Verhältnis, seit mehr als zehn Jahren spielen sie bei ihm. So gut ist das Verhältnis, dass er schweigt und gar keine der Anekdoten erzählen will, die es aus  einer so langen Zeit einfach geben muss. Angelo weiß ganz genau, dass neben dem Sport der Spaß und die Geselligkeit beim 1. DSV Waldenburg eine große Rolle spielen: „Die essen und trinken hier, das ist ein Geben und Nehmen. Ich unterstütze die, wir helfen uns gegenseitig“, begründet er seine Aktivitäten als Sponsor. Er übernimmt Startgelder und stellt den Trainingsraum zur Verfügung: „Ich bin kein Krösus, aber wenn ich da helfen kann, dann helfe ich.“

Der Dartssport verbindet

„Bei uns gibt’s keine Unterschiede“, betont Dirk Prümen abschließend und betreibt noch einmal Mitgliederwerbung: „Ob arm, ob reich, ob Männlein oder Weiblein, jeder kann kommen.“ Und so sind auch zwei Frauen auf der Teamkarte des 1.DSV Bergstüble Waldenburg für die Wettbewerbe gemeldet.

Der Dartsportverein trifft sich 14-tägig im Keller des Berstübles in Waldenburg. immer um 19 Uhr. Nähere Informationen bei  Dirk Prümen: 01590/65 10 45 7

Text: Matthias Lauterer

Ein kleiner Teil der sportlichen Erfolge des 1. DSV Waldenburg. Foto: GSCHWÄTZ




Unbekannter belästigt Frauen in Regionalbahn

Ein bislang unbekannter Mann hat in der Nacht auf Samstag, den 02. Oktober 2021, einen Sitz in einer Regionalbahn in Richtung Öhringen beschädigt und Reisende belästigt. Bisherigen Informationen zufolge soll der Unbekannte den Zug gegen 23 Uhr am Bahnhof Schwäbisch Hall-Hessental betreten haben und mit diesem in Richtung Öhringen gefahren sein.

Auf der Fahrt beschädigte er offenbar einen Sitz und belästigte wohl weibliche Fahrgäste im Zug. Gegen 23.20 Uhr soll der Mann dann den Zug beim Halt in Waldenburg verlassen haben. Zeugen und mögliche Geschädigte werden gebeten, sich unter der Telefon 07131/888 2600 bei dem ermittelnden Bundespolizeirevier Heilbronn zu melden.




Einbruch in Metzgerei

Unbekannte Täter sind in der Nacht auf Sonntag, den 03. Oktober 2021, in eine Metzgerei in Forchtenberg eingebrochen. Aus dem Geschäft in der Muthofer Straße entwendeten sie nach Angaben der Polizei zwischen 19.30 Uhr am Samstag und 8.45 Uhr am Sonntag einen hohen Bargeldbetrag. Sie durchwühlten hierbei mehrere Räume und flexten einen Tresor auf. Der dabei verursachte Schaden kann noch nicht beziffert werden.

Zeugen, die Hinweise zum Einbruch oder den Tätern geben können, werden gebeten, sich beim Kriminalkommissariat Künzelsau unter Telefon 07940/9400 zu melden.




Rettungswagen kollidiert mit Reh

Ein Rettungswagen ist am Samstagnacht, den 02. Oktober 2021, bei Mulfingen mit einem Reh kollidiert. Gegen 22.45 Uhr war der Rettungswagen auf der Landesstraße 1020 von Hollenbach in Richtung Bundesstraße 290 unterwegs und stieß mit einem querenden Reh zusammen. Verletzt wurde niemand, auch das Reh sprang weiter. Der Rettungswagen war jedoch nicht mehr fahrbereit und musste abgeschleppt werden. Für den im Krankenwagen transportierten Patienten wurde ein Ersatzfahrzeug angefordert.




Abenteuer im Meer

Im Oktober widmet sich die experimenta dem Thema Meeresforschung mit zwei Vorträgen, heißt es in einer Pressemitteilung der experimenta gGmbH. Am Donnerstag, den 21. Oktober 2021, erzählt der Polarforscher Arved Fuchs in der Aula am Bildungscampus von seiner jüngsten Reise durch den Nordatlantik. Im Rahmen der Ocean Change-Expeditionsreihe untersucht er gemeinsam mit seiner Crew seit 2015 die Auswirkungen der Erderwärmung auf unseren Lebensraum. Auch dieses Jahr war der 68-Jährige mit dem Segelschiff „Dagmar Aaen“ unterwegs und bereiste den Nordatlantik. Von dieser Expedition berichtet er ab 19:30 Uhr im Vortrag „Arved Fuchs und der Golfstrom – eine Forschungsreise durch den Nordatlantik“.

Wie können die Meere bewahrt und geschützt werden?

Welche Effekte hat ein sich abschwächender Nordatlantikstrom auf die Länder, die Menschen und die Natur? Was für Auswirkungen hat die Abschwächung auf das Wettergeschehen? Diesen Fragen geht Fuchs nach, spricht aber auch darüber, wie die Meere bewahrt und geschützt werden können. Außerdem gibt er einen Einblick in die Technik an Bord des Forschungsschiffes: So können alle am Projekt Interessierten durch den Live-Zugriff auf Navigations- und Messdaten sowie auf Kameras die wissenschaftlichen Arbeiten auf dem Meer miterleben.

Ein Spaziergang auf dem Meeresgrund

Den Einsatz neuer Technologien bei der Tiefseeforschung demonstriert Dr. Tom Kwasnitschka, Geowissenschaftler am GEOMAR Helmholz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel, am Freitag, den 22. Oktober, um 20 Uhr in seinem Vortrag „Ein Spaziergang auf dem Meeresgrund: Wie uns digitale Technologien in die Tiefsee bringen“. Das Publikum kann dank 360-Grad-Filmaufnahmen an einer Forschungsfahrt teilnehmen und den Einsatz tieftauchender Roboter miterleben. Außerdem nutzt Kwasnitschka die 726 Quadratmeter große Kuppel im Science Dome der experimenta, um aktuelle Forschungsdatensätze live und in Echtzeit vorzustellen.

Wissenschaft greifbar gemacht

Wie können Daten von der Tiefsee überhaupt für die Wissenschaft gewonnen werden? Mithilfe von Weltraumsatelliten, Tauchrobotern und unbemannten Sonden sammeln die Forschenden große Datenmengen aus den Meerestiefen. Dank „visueller Datenexploration“ können damit schwer erreichbare, kaum vorstellbare oder in ihrer riesigen Ausdehnung nicht fassbare Naturphänomene visualisiert und erfahrbar gemacht werden. So wird Wissenschaft greifbar und die faszinierenden Landschaften am Ozeanboden für alle erlebbar.

Anmeldung per E-Mail

Für beide Veranstaltungen ist eine Anmeldung per E-Mail an buchung@experimenta.science erforderlich. Der Vortrag von Arved Fuchs kostet drei Euro, der Science Dome-Vortrag von Dr. Tom Kwasnitschka sechs Euro. Beide Vorträge begleiten die Sonderausstellung „Ozeane“ aus dem renommierten American Museum of Natural History in New York.

Quelle: Pressemitteilung der experimenta gGmbH

Dr. Tom Kwasnitschka ist Tiefsee-Vulkanologe. Foto: experiemta gGmbH




Von der Küche in den Tank

Upcycling statt Abflussrohr: Unter diesem Motto startet die Abfallwirtschaft Hohenlohekreis zusammen mit der Firma „Jeder Tropfen zählt“ ab Oktober in Öhringen ein Pilotprojekt für die Sammlung von genutzten Speisefetten und -ölen aus Privathaushalten. „Wir wollen ganz konkret wissen, wie viel Biokraftstoff in den Öhringer Küchenabflüssen verschwindet“, so der Geschäftsführer der Abfallwirtschaft, Sebastian Damm, in einer Pressemitteilung. Aus den gesammelten Speisefetten – so die Idee – soll künftig Biokraftstoff gewonnen werden. Unterstützt wird das Nachhaltigkeitsprojekt vom Energiehändler EDi Energie-Direkt Hohenlohe, der bereits seit über fünf Jahren hochwertigen Diesel aus diesem Rohstoff vertreibt.

In Bayern gibt es das bereits

Aus den genutzten Speisefetten und -ölen der Öhringer Bürger:innen kann synthetischer Kraftstoff mit einer über 90-prozentigen besseren CO2-Bilanz als konventioneller Diesel hergestellt werden. Durch die Sammlung soll einerseits das öffentliche Kanal- und Abwassersystem geschützt und andererseits ein wertvoller nachhaltiger Rohstoff zur Reduzierung der Treibhausgas-Emissionen genutzt werden. Bereits seit Ende 2018 ist das Sammelsystem im Rahmen eines von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt geförderten Nachhaltigkeitsprojektes in verschiedenen Landkreisen in Bayern zu finden. Mit dem Modellversuch in Öhringen soll nun herausgefunden werden, ob die Bürger:innen hier ebenso fleißig sammeln, wie es in laufenden Projekten in Fürth oder Erlangen der Fall ist. In dem Fall wäre das Projekt vielleicht auch eine Idee für den kompletten Hohenlohekreis.

Abgabe an Sammelautomaten

Anfang Oktober wird an jeden Haushalt in Öhringen und allen Teilorten ein 1,2 Liter fassender Sammelbehälter sowie ein Informationsflyer verteilt. Die praktischen Behälter sind ansprechend gestaltet, wertig und hitzeresistent und haben eine Füllstandanzeige sowie einen Aufdruck zur Handhabung. Volle Behälter können rund um die Uhr an zugänglichen Sammelautomaten im Stadtgebiet gegen leere Behälter getauscht werden.

Weitere Behälter

Haushalte, die einen zusätzlichen Behälter benötigen oder bei der Verteilung keinen bekommen haben, können sich diesen kostenlos bei EDi am Tankpunkt 1, Rudolf-Diesel-Straße oder in der Firmenzentrale, Kuhallmand 26 abholen.

Die Standorte der Sammelautomaten sind:

  • EDi Tankpunkt 1, Rudolf-Diesel-Str. 4, 74613 Öhringen
  • Einkaufszentrum Ö-Center (auf dem Parkplatz zwischen Haupteingang und Tankstelle), Austr. 5, 74613 Öhringen
  • Hauptbahnhof Öhringen, Eberstraße (beim Busbahnhof)
  • Gewerbegebiet Steinsfeldle, 74613 Öhringen

Weitere Informationen und Hintergründe zur Sammlung von genutzten Speiseölen sind unter www.jedertropfenzaehlt.de zu finden.

Quelle: Pressemitteilung der Abfallwirtschaft Hohenlohekreis

#AbfallwirtschaftHohenlohekreis #JederTropfenzählt




„Diese Regelung ist nicht durchdacht und treibt die Leute in eine Ecke“

Nachdem GSCHWÄTZ über einen EDEKA-Händler aus Sachsen berichtete, der angekündigt hatte, für seine Mitarbeiter die Lohnfortzahlung im Quarantänefall leisten zu wollen, hat sich ein Hohenloher Unternehmen gemeldet, das diesen Schritt ebenfalls gehen will.

Erstattung durch die Behörden wird entfallen

Die Lohnfortzahlung im Quarantänefall wurde dem Arbeitgeber bisher von den Behörden erstattet. Diese Erstattung wird es ab dem  1. November 2021 für Ungeimpfte nicht mehr geben. Die Arbeitgeber sind dann wie vor der Pandemie nur bei Krankheit zur Lohnfortzahlung verpflichtet, nicht im Quarantänefall.

„Diese Regelung ist nicht durchdacht“

Robert Mayr, Prokurist beim Bestattungsunternehmen Dorn, das in Öhringen und Künzelsau vertreten ist, erläutert gegenüber GSCHWÄTZ die Beweggründe dafür, dass sein Unternehmen auch bei Quarantäne Lohnfortzahlung leisten will:

„Das ist gefährlich, wenn jemand Kontakte beim Gesundheitsamt nicht angibt“

„Diese Regelung ist nicht durchdacht, sie treibt die Leute in eine Ecke“, sagt er. Er sieht eine Gefahr darin, wenn Menschen aus reiner Geldnot eine Quarantäne mit allen Mitteln vermeiden wollen. Für ihn steht die Sorgfaltspflicht gegenüber seinen Mitarbeitern an erster Stelle, er möchte es nicht sehen, dass Mitarbeiter aus wirtschaftlichen  Gründen die Quarantäne vermeiden: „Lieber zahle ich jemandem diese fünf Tage, als er gefährdet die anderen Mitarbeiter“.
Er baut auf die Ehrlichkeit seiner Mitarbeiter:innen und darauf, dass sie sich ebenfalls für ihre Kolleg:innen verantwortlich fühlen: „Das ist gefährlich, wenn jemand Kontakte beim Gesundheitsamt nicht angibt, wegen Einbußen“.

„Da reden wir gar nicht lange umeinander“

Er möchte auch keinen Unterschied machen zwischen Menschen, die beispielsweise durch Reisen bewußt ein höheres Risiko eingehen, und anderen, die sich etwa im Familienkreis infizieren: „Da reden wir gar nicht lange umeinander.“

Vielleicht ist die Regelung ja gar nicht rechtens

„Ich kann diese Entscheidung nicht nachvollziehen“, schüttelt Mayr nochmals den Kopf. Ob der Entfall der Erstattung überhaupt arbeitsrechtlich haltbar ist, weiß Mayr nicht: „Da wird es bestimmt bald ein Urteil geben“, ist er überzeugt.

Text: Matthias Lauterer




Künzelsau wird Blau-Weiss

Im Oktober wird Künzelsau blau-weiß. Die Stadtverwaltung Künzelsau und die Werbegemeinschaft Künzelsau laden am Samstag, 9. Oktober 2021 und Sonntag, 10. Oktober 2021 nach Künzelsau zu den blauweißen Tagen ein. Die Innenstadt wird passend geschmückt sein.

Am 09. und 10. Oktober 2021 gibts Weißwurst und Blasmusik

Startschuss ist am 9. Oktober 2021 ab 10 Uhr mit dem Weißwurstfrühstück am Unteren Markt. Der SV Morsbach übernimmt die Bewirtung und wird neben dem Weißwurstfrühstück auch weitere
Speisen im Oktoberfest-Stil anbieten. Die Stadtkapelle Künzelsau umrahmt das Weißwurstfrühstück musikalisch. Darüber hinaus wird es kleine blau-weiße Mitmach-Aktionen am Unteren Markt geben. Ab 17 Uhr sorgen die „Lazy Monkeys“ ebenfalls für Stimmung.

Auch am 10. Oktober 2021 wird es ab 10 Uhr ein Weißwurstfrühstück durch den SV Morsbach am Unteren Markt geben. Ab 10.30 Uhr beginnt der Musikverein Lampoldshausen mit traditioneller Blasmusik. Im Anschluss werden „Die fröhlichen Dorfmusikanten“ aus Ballenberg spielen. Eine Vielzahl von Fachgeschäften in der Künzelsauer Hauptstraße haben ab 12 Uhr geöffnet und erwarten mit einigen
Sonderaktionen beim verkaufsoffenen Sonntag viele Besucherinnen und Besucher. Bis 17 Uhr freuen sich die Einzelhändler der Werbegemeinschaft auf den Besuch zahlreicher Kunden, die sich ungezwungen umschauen.

Neben dem Veranstaltungsprogramm am Unteren Markt wird es auch im Bistro BREUNINGER und in der Alten Schmiede am Oberen Bach bayerische Schmankerl und Live-Musik geben. Die „Grauen Stars“ mit Frieder Uebele, Harry Weber und Hermann Lorenz spielen im Bistro BREUNINGER Gassenhauer, Volkslieder und Stimmungsmusik: Am Samstag, 9. Oktober 2021 von 10 bis zirka 13 Uhr und am Sonntag, 10. Oktober 2021 von 12 bis zirka 15 Uhr. In der Alten Schmiede sorgt am Samstag, 9. Oktober 2021 ab 17 Uhr das Duo „Shadow & Knut“ für Unterhaltung.

Corona-Regeln für den Unteren Markt

Für die Kontaktnachverfolgung wird den Besucherinnen und Besuchern die Nutzung der Luca-App empfohlen. Alternativ können die Kontaktdaten auf Anmeldezetteln erfasst werden. Es gelten die
allgemeinen und jeweils aktuellen Corona-Vorgaben und HygieneVorschriften.
Bei Änderungen der Corona-Auflagen müssen Veranstaltungen unter Umständen auch kurzfristig abgesagt werden.
Aktuelle Informationen und alle weiteren Aktionen werden kommuniziert über die städtische Homepage und über Facebook „Künzelsau – meine Stadt“ und Instagram „kuenzelsau.meinestadt“.

Quelle: Pressemitteilung Stadt Künzelsau

 

Verkaufsoffener Sonntag in Künzelsau. Foto: Stadt Künzelsau