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Der Vorleser kommt nach Künzelsau

Bernhard Schlinks 1995 veröffentlichter Roman „Der Vorleser“ wurde in über 50 Sprachen übersetzt, 2008 verfilmt und weltweit ein Bestseller. Lakonisch und zugleich einfühlsam reflektiert er mit seinen fein gezeichneten Figuren über Liebe und Schuld im Angesicht der Verbrechen des Holocausts über die Unzulänglichkeit der Rechtsprechung. Nun präsentiert die Württembergische Landesbühne Esslingen das Bühnenstück am Donnerstag, 25. November 2021 in der Stadthalle Künzelsau.

Ungleiche Liebesbeziehung

Michael Berg hat ein halbes Leben hinter sich, als er beschließt, die Geschichte aufzuschreiben, die ihn für immer prägte: Mit fünfzehn leidet er an Gelbsucht. Als er sich auf dem Heimweg in einem Hauseingang übergibt, kommt ihm eine unbekannte Frau zu Hilfe. Um sich bei ihr zu bedanken, besucht Michael die einundzwanzig Jahre ältere Hanna nach seiner Genesung. Eine ungleiche Beziehung beginnt, von der niemand erfährt. Es sind Michaels erste erotischen Erfahrungen, seine erste Liebe. Die beiden entwickeln ein Ritual, zu dem neben einem gemeinsamen Bad bald auch gehört, dass Michael Hanna vorliest. Eines Tages ist sie plötzlich verschwunden. Erst Jahre später sieht Michael, der inzwischen Jura studiert, Hanna im Gerichtssaal wieder: als Angeklagte in einem Auschwitz-Prozess. Seine Liebe und die persönlichen Schuldgefühle verstricken sich nun mit einer kollektiven Schuld …

Die Bühnenfassung zum Buch

Von der Regisseurin Mirjam Neidhart kommt die Bühnenfassung zum Buch, die die Mechanismen von Michaels Erinnern untersucht und an den großen Fragen nach kollektiver Schuld und menschlichem Verhalten teilhaben lässt.

Karten reservieren oder an der Abendkasse holen

Die Vorstellung in der Stadthalle Künzelsau beginnt um 19.30 Uhr. Einlass in die Stadthalle ist um 18.30 Uhr und in den Saal um zirka 19 Uhr. Der Eintritt beträgt 14 Euro, ermäßigt neun Euro. Schulklassen zahlen drei Euro pro Zuschauer. Reservierungen nimmt Renate Kilb von der Stadtverwaltung Künzelsau gerne an: Telefon 07940 129-121, E-Mail renate.kilb@kuenzelsau.de.

An der Abendkasse ist die Anmeldung über die Luca-App oder einen Anmeldezettel notwendig. Außerdem ist ein 3G-Nachweis in Form eines tagesaktuellen Corona-Schnelltests, eines Genesenen-Nachweises oder Impfnachweises erforderlich und wird kontrolliert. Das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes ist Pflicht. Es gelten die allgemeinen und jeweils aktuellen Corona-Vorgaben und Hygiene-Vorschriften.

Zum Vormerken: Kulturgenuss im Dezember

Am 15. Dezember 2021 für das Landestheater Schwaben „Das Dschungelbuch“ auf – Familientheater für Besucherinnen und Besucher ab fünf Jahren.

Pressemitteilung Stadt Künzelsau

 




Es regnet Volti-Siege in Ellwangen

Was für ein Voltigier-Treffen in der Reithalle in Ellwangen am 03. Oktober 2021. Von überall her kamen die pferdebegeisterten Kinder- und Jugendvereine, um beim Röhlinger Volti-Turnier ihr Können auf dem Rücken der Vierbeiner zu beweisen.

Ob zu zweit oder einzeln, Rolle rückwärts oder Handstand – die Schüler:innen zeigten in ihren bunten Glitzerkostümen, welche akrobatischen Einlagen sie auf ihren Pferden beherrschen.

Birgit Leu war mit ihren drei Hohenloher Gruppen ebenfalls gemeldet. Gelohnt hat sich die Teilnahme. Denn alle Teilnehmer:innen in ihren Kategorien den 02. Platz.

Birgit Leu (links) mit ihren Mädels. Foto: GSCHWÄTZ

Natürlich geht hier keiner mit leeren Händen nach Hause. Foto: GSCHWÄTZ

Aufstellung zur Schlussformation. Foto: GSCHWÄTZ

Alles Sieger:innen. Die Hohenloher Volti-Teilnehmer:innen durften sich über Plätze auf dem Siegertreppchen freuen. Foto: GSCHWÄTZ

 

 

 




Teenie- und Babykleidung second hand




Neuer Schmuck für das alte „Brünnele“

Wer in Niedernhall die Weinsteige zum Weingut Keck hochwandert, kommt bald an einer liebevoll geschmückten Mauer vorbei. Pflanzen, von Hand bemalte Schilder, beschriftete Steine, kleine Keramikfiguren, eine Vogeltränke und viele weitere Dinge haben hier eine neue Heimat gefunden. Sogar ein kleines von seinem ursprünglichen Besitzer vergessenes Spielzeugauto befindet sich unter den Gegenständen. „Meine entfernte Verwandte Margret Queisser hat es sich zur Aufgabe gemacht, diesen Platz zu schmücken“, erzählt Susanne Seyboth, die die GSCHWÄTZ-Redaktion auf das Engagement der Niedernhallerin aufmerksam machte. Mit ihrer Anregung möchte sie das Engagement ihrer Bekannten, die noch nichts davon weiß, würdigen und diese überraschen.

Da fließt kein Wasser mehr

„Margret will damit auch die Menschen erfreuen, die hier vorbeikommen.“ Früher sei ein kleines Rinnsal den Berg heruntergekommen und in dem kleinen Wasserbecken neben der Mauer aufgefangen worden. „Aber das ist schon lange stillgelegt“, so Seyboth weiter. Heute stehen in dem Becken Geranien, Zierkürbisse und kleine Quitten.

Demnächst ist der Weihnachtsschmuck dran

Die 70-jährige Margret Queisser spaziere jeden Tag die Weinberge hinauf. „Wenn sie sieht, dass es wieder Platz gibt, bringt sie gleich etwas Neues vorbei.“ Natürlich immer der Jahreszeit entsprechend. „Demnächst stellt Margret wieder Kerzen und Weihnachtsschmuck auf“, freut sich die Ingelfingerin Seyboth.

Text: Sonja Bossert

Über die ganze Mauer hat Margret Queisser die Deko verteilt. Foto: GSCHWÄTZ

Wo früher ein Wasser war, steht heute eine Geranie. Foto: GSCHWÄTZ

Ein kleines Spielzeugauto mitten in der Deko. Foto: GSCHWÄTZ

Mutmachspruch für alle Pandemie-Geplagte. Foto: GSCHWÄTZ




Auto kollidiert mit Traktor

Am heutigen Donnerstag, den 14. Oktober 2021, kam es gegen 07.15 Uhr zu einem Unfall auf der L1045 zwischen Niedernhall und Criesbach. Laut Daniel Fessler von der Pressestelle des Polizeipräsidiums Heilbronn war ein Pkw aus noch bislang ungeklärter Ursache von der Fahrbahn abgekommen. Im Anschluss stieß der Wagen zuerst gegen einen entgegenkommenden Traktor und ein weiteres Auto.

Bei dem Unfall verletzten sich zwei Personen leicht. Die Fahrbahn musste zwischenzeitlich voll gesperrt werden, ist aber laut Polizei Künzelsau inzwischen für den Verkehr wieder freigegeben.




Kupferzell: Digitale Schnitzeljagd im Garten der Landwirtschaftsschule

Ab sofort bietet das Landwirtschaftsamt des Hohenlohekreises eine digitale Entdeckungstour für alle am Garten Interessierte an, teilt das Landratsamt Hohenlohekreis mit. Mit der App Actionbound kann der Schulgarten der Fachschule für Landwirtschaft, Fachrichtung Hauswirtschaft, in Kupferzell erkundet werden. Dabei werden spielerisch Aufgaben gelöst, Wissen rund um den Garten getestet und Informationen zum Schulgarten geteilt. Teilnehmende sammeln Punkte und können sich so mit anderen messen.

Mit Smartphone oder Tablet im Schulgarten unterwegs

Ausgangspunkt für die etwa 40-minütige Tour ist das Landwirtschaftsamt des Hohenlohekreises in der Schloßstraße 3 in Kupferzell. Für die Teilnahme wird ein Smartphone oder Tablet benötigt, auf dem die Actionbound-App installiert ist. Die App führt und begleitet interaktiv auf der digitalen Schnitzeljagd.

Weitere Info

Weitere Informationen und Download der Tour unter https://de.actionbound.com/bound/SchulgartenFachschuleLandwirtschaftsamt

Quelle: Pressemitteilung des Landratsamts Hohenlohekreis




Vielleicht wird es ja wirklich eine Schatztruhe

Buntes Treiben, vielstimmiges Gemurmel, lautes Lachen und gute Stimmung auf dem Kelterhof am Samstag, den 09. Oktober 2021. Jung und Alt, Klein und Groß sieht man über den Hof von Stand zu Stand schlendern. Hier ist für jeden ein Schatz dabei.

Vielleicht wird es ja wirklich eine Schatztruhe

Fündig geworden ist Simone Röger aus Coburg. Die Flohmarktliebhaberin ist zu Besuch bei ihren Schwiegereltern und hält tatsächlich eine Art Schatztruhe in den Händen. Fröhlich strahlend sagt sie: „Ich bin schon fündig geworden.“ Das in ihren Händen ist ein sogenannter „Wichskasten“, dieser Gegenstand wird normalerweise zum Schuhe putzen verwendet. Aber die Coburgerin hat andere Pläne damit. Sie will den schweren braunen Kasten upcyclen und etwas Neues damit gestalten. „Vielleicht wird es ja wirklich eine Schatztruhe für meine Kinder“, grübelt sie schon mal. Aber Simone Röger kam eigentlich gar nicht nach Niedernhall für den Flohmarkt. Für sie steht heute noch eine Hochzeit auf dem Tagesprogramm. Wer weiß, vielleicht findet sie auf dem Flohmarkt ja noch ein Hochzeitsgeschenk für das Paar.

„Ich bin schon das zweite Mal hier“

Ebenso auf Geschenkesuche bei dieser großen Auswahl ist die Forchtenbergerin Sabine Köhler. Nach nur 15 Minuten auf dem Flohmarkt hatte sie ihre Schätze schon zusammen. Das wichtigste hierbei waren natürlich die Geschenke für die Enkelkinder. Aber auch der Tupperware, die an einem Stand bunt gestapelt ist, schenkt sie ein neues Zuhause. In der schönen und vor allem auch familiären Atmosphäre fühlt sich die Forchtenbergerin wohl. „Ich bin schon das zweite Mal hier und genauso begeistert wie beim ersten Mal. Es ist einfach schön nach Corona wieder rauszukommen.“

Ein Meer aus Büchern

Vor einem ausgebreiteten Büchermeer mit vielen bunten Covern ist der ehemalige Lehrer Detlef Jannotar zu finden. Das Büchermeer liegt auf einer großen Plane ausgebreitet auf dem Kelterhof, auch sind auf der Plane alte Platten sowie CDs in Boxen zu finden. Der ehemalige Lehrer aus Niedernhall ist, wie er schmunzelnd sagt, eigentlich nicht oft auf Flohmärkten, aber auf der Suche nach Bilderrahmen und, wer hätte es gedacht, nach Büchern. Bei der Auswahl auf der bunt gesäumten Plane wird Detlef Jannotar bestimmt fündig, zumal der Händler noch weitere Bücher auf die Präsentierfläche legt.

„Ziel ist es, weniger wieder mitzunehmen, als wir hier haben“

Ein breites Angebot findet sich auch am Stand von Birgit Stähle. „Man hat so viel Deko zu Hause, die man gar nicht braucht.“ Die Niedernhallerin betreibt ihren Stand nur mit ihren eigenen Sachen, die sie ausgemistet hat, aber sie hat auch ein kleines Angebot an selbst gemachten gehäkelten Tüchern. Eines davon tragen jeweils sie und ihre Kollegin in bunten Farben um die Schultern. „Ziel ist es, weniger wieder mitzunehmen, als wir hier haben“, sagt sie. Aber es geht auf dem Kelterflohmarkt nicht nur um das. „Am wichtigsten ist für mich aber das Gespräch mit den Leuten, die man hier trifft. Es geht hier schließlich um das Gesellschaftliche und es ist schön, egal ob man etwas verkauft oder auch nicht.“

„Wir kamen auf die Idee, hier bei dem Flohmarkt mitzumachen“

Verschiedenste Sachen gibt es bei einem Stand zu kaufen, der von einer ehemaligen Realschulklasse bewirtschaftet wird. Sechs Personen gehören zu diesem Stand und jeder hat etwas beigesteuert. „Vor 30 Jahren sind wir aus der Schule entlassen worden. Seitdem treffen wir uns regelmäßig und kamen auf die Idee, hier beim Flohmarkt mitzumachen“, erklärt Karsten Ortmann. Hier geht es den alten Hasen aus der Niedernhaller Schule nicht um das Klingeln des Geldes, sondern um die Gemeinschaft, zusammen als Gruppe etwas zu machen und auch, um alte Bekannte wiederzutreffen.

 „Wir haben mal so richtig ausgemistet“

Als Gemeinschaft stehen auch die drei Haushalte von Sandra, Peggy und Silke Steinemann mit Markus Steinemann an einem Stand. Ihre Keller müssen bei der Auswahl an ihrem Stand jetzt vermutlich leer sein. Bunte Bücher, verschiedenste Spielsachen und Spiele sind bei ihnen zu finden. „Wir haben mal so richtig ausgemistet und hoffen, nicht mehr alles wieder mitnehmen zu müssen“, erzählt Markus Steinemann, der aus Niedernhall kommt. Viele Gespräche werden hier geführt, ganz zur Freude der vier Händler. Die Vier haben sichtlich Spaß, hier zu sein und sind offen für nette Unterhaltungen. Das Quatschen miteinander bietet sich bei diesem Stand auch gut an, da er direkt in der Sonne liegt. Denn trotz der Frische lässt sich die liebe Sonne am Morgen langsam immer mehr blicken.

Text: Cora-Lee Pusker

 

Kelterflohmarkt Niedernhall 2021: Birgit Stähle und ihre Kollegin. Foto: GSCHWÄTZ

Kelterflohmarkt Niedernhall 2021: Simone Röger. Foto: GSCHWÄTZ




„Das Lernen in meiner Ausbildungszeit hat sich gelohnt“

Die Freude ist groß bei Omar Alkhalaf – bei Bürgermeister Stefan Neumann mit seinem Rathaus-Team nicht minder. Im Sommer hat der gebürtige Syrer seine Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten erfolgreich abgeschlossen und trat gleich im Anschluss eine Stelle als Integrationsmanager bei der
Stadtverwaltung Künzelsau an, heißt es in einer Pressemitteilung. In Syrien hatte er noch ein Agrarstudium begonnen. Jetzt betreut er Geflüchtete, die aus einer Erstunterkunft des Landkreises in eine Anschlussunterbringung der Stadt kommen. „Er ist prädestiniert für diese Aufgabe, weil er weiß, was am dringendsten benötigt wird und wie man sich fühlt, wenn man flüchten und in
einem anderen Land neu und ganz von vorne anfangen muss“, sagte Bürgermeister Stefan Neumann bei der Übergabe des Ausbildungszeugnisses im Künzelsauer Rathaus.

„Ich freue mich riesig, dass ich jetzt anderen helfen kann“

Seine syrische Muttersprache hilft dem frisch gebackenen Integrationsmanager bei der Kommunikation mit den Hilfe suchenden Geflüchteten. „Es war richtig schwer, die neue Sprache Deutsch und gleichzeitig den Ausbildungsstoff zu lernen“, so Omar Alkhalaf. „Aber, ich habe es geschafft und freue mich riesig darüber, dass ich jetzt anderen helfen kann. Das Lernen in meiner Ausbildungszeit hat sich gelohnt.“ Er arbeitet zusammen im Integrations-Team der stellvertretenden Hauptamtsleiterin und Integrationsbeauftragen Marion Hannig-Dümmler im Tandem mit der Integrationsmanagerin Karina Vogel. Sie geben den Menschen Hilfestellung bei der Wohnungs- und Arbeitsplatzsuche, bei finanziellen Angelegenheiten, Kinderbetreuungs- und Schulfragen und mehr.

Die Integrationsstellen werden von der L-Bank und dem Ministerium für Soziales und Integration Baden-Württemberg gefördert.

Quelle: Pressemitteilung der Stadtverwaltung Künzelsau

Bürgermeister Stefan Neumann (links), die stellvertretende Hauptamtsleiterin Julia Knobel (rechts) und die Ausbildungsleiterin Milen Daibert haben Omar Alkhalaf zur bestandenen Abschlussprüfung gratuliert. Foto: Stadtverwaltung Künzelsau




Neue Sanktionen und höhere Bußgelder sollen Verkehrssicherheit verbessern

Der Bundesrat hat am Freitag, den 8. Oktober 2021, der vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) nach langwierigen Verhandlungen mit den Bundesländern vorgelegten Änderung der Bußgeldkatalog-Verordnung zugestimmt. Die Neufassung der Bußgeldkatalog-Verordnung ist aufgrund eines juristischen Formfehlers des Bundes erforderlich. Die erhöhten Bußgelder werden drei Wochen nach Unterzeichnung durch Verkehrsminister Andreas Scheuer wirksam. 

Verkehrsminister Winfried Hermann begrüßt Gesetzesnovelle  

„Der heutige Beschluss ist gut für Eltern und Kinder sowie für ältere Menschen und ein Fortschritt für die Verkehrssicherheit. Es gibt heute zu viele Menschen, die Rasen und Falschparken als Kavaliersdelikte ansehen. Derartige Verkehrsverstöße behindern und gefährden aber die schwächsten Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer. “

Maßnahmen sollen im Geldbeutel spürbar werden

Der Minister sagte vor der Länderkammer: „Wer die Regeln verletzt, gefährdet sich und andere. Mit 50 km/h durch Tempo-30-Zone ist kein Kavaliersdelikt. All diese Regeln haben einen Sinn: Es geht um mehr Sicherheit. Und es geht darum, dass es alle, die sich nicht daran halten, an ihrem Geldbeutel spüren müssen.“

Ziel ist der Schutz der Schwächsten: Fußgänger und Radfahrer

Der überarbeitete Bußgeldkatalog soll die bereits im April 2020 in Kraft getretenen neuen Regeln für Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer durch die Radverkehrsnovelle zur Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) flankieren und soll diesen den erforderlichen Nachdruck verleihen. Ziel der Neuregelungen ist mehr Sicherheit für den Rad- und Fußverkehr. Die Bußgelder für die meisten Verstöße werden verdoppelt. Die Sanktionen werden also spürbarer.

Im Europavergleich moderat

Im europäischen Vergleich bleiben die Bußgelder aber moderat, sagt das Verkehrsministerium. Hermann rechnet durch eine deutliche Erhöhung der Bußgelder zur Sanktionierung von  Geschwindigkeitsüberschreitungen mit einer hohen Wirkung auf das tatsächliche Geschwindigkeitsverhalten. „Bei Tempo 30 ist für Menschen, die zu Fuß gehen, ein Zusammenstoß mit einem Auto in einem von zehn Fällen tödlich, bei Tempo 50 sind es bei zehn Unfällen bereits sieben Tote“, erläuterte Herr Minister Hermann die von überhöhten Geschwindigkeiten ausgehende Gefahr gerade für Fußgängerinnen und Fußgänger. 

Auch Schutz von Radfahrern im Fokus 

Auch die weiteren Änderungen haben vor allem den Schutz der sog. „schwachen“ Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer im Blick. Falls LKW beim Rechtsabbiegen künftig innerorts schneller als mit Schrittgeschwindigkeit fahren, wird das mit 70 Euro
Bußgeld geahndet. Immer wieder kommen Fahrradfahrer durch rechtsabbiegende LKW ums Leben, erst Anfang des Monats starb eine Radfahrerin in Berlin

Falschparken mit Behinderung wird teuer

Falsches Parken oder Halten wird künftig deutlich teurer. Wer unzulässig auf Rad- oder Gehwegen parkt, zahlt zwischen 55 und 100 Euro. Gleiche Bußgelder können auch für das Parken und das Halten auf markierten Radfahrstreifen oder in zweiter Reihe sowie für das Parken auf Flächen zum Laden von E-Autos oder auf Carsharing-Parkplätzen fällig werden. All diese Regelungen kämen, darauf legt das Verkehrsministerium Wert, auch der Verkehrswende zu Gute.

Mißachtung der Rettungsgasse führt zu Fahrverbot 

Auch wer keine Rettungsgasse bildet oder diese befährt und wer vorschriftswidrig mit Fahrzeugen Gehwege, linksseitige Radwege oder Seitenstreifen benutzt, muss künftig mit härteren Sanktionen rechnen. Missachtung der Rettungsgasse wird beispielsweise zukünftig neben einem Bußgeld von 200 Euro und zwei Punkten auch ein einmonatiges Fahrverbot zur Folge haben. 

Die Bußgeldbehörden müssen mitziehen

Minister Hermann rief die Bußgeldbehörden auf, die neuen Sanktionsmöglichkeiten konsequent umzusetzen und damit die Sicherheit im Straßenverkehr zu verbessern. Denn es sei wissenschaftlich erwiesen, dass erst das Zusammenwirken von Kontrolldruck und Sanktionshöhe die erforderliche abschreckende Wirkung gegenüber Verkehrsverstößen entfalte.

Eine Übersicht über die neuen Bußgelder ist an beispielsweise unter www.bussgeldkatalog.org einsehbar.

Text: Matthias Lauterer, unter Verwendung einer Pressemitteilung des Verkehrsministeriums Baden-Württemberg




Christian von Stetten strebt offensichtlich nach Höherem innerhalb seiner Partei

Die CDU will sich erneuern und idealerweise verjüngen. Den Vorstand gilt es nun neu zu wählen nach der Wahlpleite Ende September 2021 und einem ziemlich unglückseligen CDU-Bundestagskandidaten Armin Laschet. Laschet war mehr Grinseäffchen denn Zugpferd in diesem Wahlkampf, intern gab es bereits einige Kritiker, die lieber jemand anderes an der Nach-Angie-Ära an der Spitze der CDU gesehen hätten.

Laschet: Mehr Grinseäffchen denn Zugpferd

So ließ auch Christian von Stetten, der CDU-Bundestagsabgeordnete des Wahlkreises Hohenlohe-Hall, mehr Wahlkampffotos mit Friedrich Merz denn mit Armin Laschet drucken. Dass die CDU so mau abgeschnitten hat, liegt zwar bei Weitem nicht nur an Laschet, aber letztendlich war diese Wahlniederlage wichtig, um den längst überfälligen Ernererungsprozess einer ziemlich alt gewordenen Herrenpartei in Gang zu setzen.

Um am Ende Königin Merkel zu beerben

Nun heißt es wie im Schach: Sich in Stellung bringen, positionieren, die richtigen Züge machen, um am Ende Königin Merkel zu beerben – bestenfalls in vier Jahren bei der nächsten Bundestagswahl. Christian von Stetten zeigte sich in jüngster Vergangenheit so angriffslustig wie selten in der Öffentlichkeit. In einem Interview der Bild am Sonntag forderte er ungewohnt deutlich einen Personalaustausch der Führungsriege (wir berichteten) – was normalerweise ein absolutes No-GO wäre und sicherlich intern einige Keulenhiebe gegeben hätte, hätte vom zeitlichen Ablauf her nicht besser platziert sein können. Bereits einen Tag später folgte, was von Stetten forderte: Die CDU-Neuwahlen wurden ausgerufen. Ziemlich wahrscheinlich wusste von Stetten bereits zum Zeitpunkt des Interviews von diesem Plan der Partei und lehnte sich deshalb auch relativ entspannt so weit aus dem Fenster. Das darf man ihm aber nicht übelnehmen.

Schweigen ist ja im Grunde auch schon eine eindeutige Antwort

Immerhin zeigt es auch, wie gut vernetzt Christian von Stettten innerhalb der Partei ist. Und: dass er offensichtlich nach Höherem strebt. Denn wer lauthals Kritik gegenüber der eigenen Partei übt, drückt sich denn auch nicht, wenn es darum geht, selbst Verantwortung in ein Form eines höheren Amtes zu übernehmen. Ob er dazu bereit wäre beziehungsweise ob er das mit seinem Verhalten sogar forciert hat, dazu sagt von Stetten nichts, wenn man ihn gezielt darauf anspricht. Aber Schweigen ist ja eigentlich oftmals auch schon eine eindeutige Antwort.

Ein Kommentar von Dr. Sandra Hartmann