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ebm-papst investiert rund 12 Millionen in einen Neubau in den Vereinigten Staaten

Mit einem feierlichen Spatenstich, begleitet von Vertretern aus Politik und Wirtschaft, hat ebm-papst den Bau einer neuen Produktionsstätte in der Nähe des jetzigen US-Standortes in Johnson City begonnen. Rund zwölf Millionen Euro investiert das Unternehmen in den Neubau, heißt es in einer Pressemitteilung. Bereits vor drei Jahren wurde das zwölf Hektar große Grundstück erworben, auf dem nun das neue Werk in Telford im US-Bundesstaat Tennessee entsteht.

120 Mitarbeiter:innen ab 2022

Seit 2019 fertigt der Weltmarktführer für Ventilatoren und Motoren in der Stadt Ventilatoren für kälte-, klima- und lüftungstechnische Anwendungen. 1,6 Hektar groß soll das neue Gebäude werden. Ab Sommer 2022 arbeiten hier 120 Mitarbeiter:innen an der Ventilatoren- und vor allem auch an der Motorenproduktion.

Möglichkeiten für weiteres Wachstum

Mark Shiring, Managing Director von ebm-papst USA: „In unserem 40. Jubiläumsjahr ist dieser Baustart ein großartiger Meilenstein. Mit den erweiterten Möglichkeiten und Kapazitäten können wir unseren Kunden zukünftig eine noch schnellere Lieferzeit garantieren. Zudem reagieren wir mit dem neuen Produktionswerk, insbesondere als Innovationsführer für energieeffiziente Ventilatorlösungen, auf das Marktwachstum in Nordamerika. Außerdem ergänzt das neue Werk den bereits bestehenden Produktionsstandort in Johnson City und die US-Zentrale in Farmington. Gleichzeitig bietet das Gelände auch Möglichkeiten für weiteres Wachstum.“

Eine lange Tradition

Thomas Wagner, CEO der ebm-papst Gruppe, nahm ebenfalls am Spatenstich teil und betonte die Bedeutung des neuen Produktionswerks in den USA für die Unternehmensgruppe: „ebm-papst hat auf dem amerikanischen Markt schon eine lange Tradition. Bereits seit 1980 entwickeln, produzieren und vertreiben wir von Farmington aus Ventilatoren und Motoren für den nordamerikanischen Markt. Mit der Erweiterung unserer Geschäftsaktivitäten in Johnson City treiben wir unsere Internationalisierungsstrategie `local for local´ weiter voran.“

Quelle: Pressemitteilung von ebm-papst

Ab Sommer 2022 sollen 120 Mitarbeiter:innen von ebm-papst in dem 1,6 Hektar großen Gebäude an lufttechnischen Anwendungen. Foto: ebm-papst

Bereits vor drei Jahren wurde das Grundstück erworben, auf dem nun das neue Werk entsteht. Foto: ebm-papst




Kleine Grundschulen in den Stadtteilen sollen nicht geschlossen werden

Künzelsau wächst kontinuierlich – bis 2035 um rund 2.000 Einwohner auf ungefähr 17.400, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadtverwaltung. „Diese demografische Prognose ist erfreulich und für Städte unserer Größenordnung nicht selbstverständlich. Wir schaffen mit neuen Wohnbaugebieten Anreize für junge Familien, in Künzelsau zu bleiben oder sich hier neu niederzulassen“, so Bürgermeister Stefan Neumann in der Mitteilung. „Mit Blick auf den anhaltend hohen Fachkräfte-Bedarf bei den starken Unternehmen in der Region sind attraktives Wohnen und gute Bildungsmöglichkeiten wichtige Standortfaktoren.“ Mit der Bevölkerung muss auch die Infrastruktur wachsen und ausgebaut werden – weil Künzelsau auch in Zukunft bestmögliche Betreuungs- und Bildungsangebote für die wachsende Kinderzahl bieten will.

Bestehende Grundschulen erhalten

„Wir haben viel vor der Brust und haben uns deshalb im Juni in einer zweitägigen Klausur mit dem Gemeinderat intensiv mit der Kindergarten- und Schulraumplanung beschäftigt.“ Dabei, so Stefan Neumann, wurde grundsätzlich der Erhalt der kleinen Grundschulen in den Stadtteilen als Ziel festgehalten. Experten von der LBBW Immobilien Kommunalentwicklung GmbH (KE) aus Stuttgart haben herausgearbeitet, mit welchen konkreten Maßnahmen die steigenden Kinderzahlen auch weiterhin gut betreut werden können: Es muss neu gebaut und bestehende Einrichtungen müssen erweitert werden. In den kommenden Jahren werden Gemeinderat und Stadtverwaltung eine Raumplanung für Kindertagesstätten (Kita) und Schulen permanent evaluieren, umsetzen und die Mittel dazu bereitstellen. „Jeder Euro, den die Stadt in den Ausbau von Betreuungs- und Bildungseinrichtungen investiert, ist wertvoll angelegt“, so Hauptamtsleiterin Carmen Class. „Mit der aktuell fortgeschriebenen Kindergarten- und Schulraumplanung hat der Gemeinderat die quantitativen Raumbedarfe für die nächsten 15 Jahre festgestellt. Mit den anstehenden Baumaßnahmen, die sicherlich eine finanzielle Herausforderung für die Stadt darstellen, besteht aber auch die Chance, die Einrichtungen durch vielfältige und moderne Betreuungs- und Bildungskonzepte mit Leben zu füllen und so das pädagogische Angebot in unserer Stadt weiter zu verbessern.“

Gebührenfreie Kita: eine Voraussetzung für gleiche Bildungschancen

In Künzelsau können alle Kinder bis zur Einschulung, unabhängig vom Einkommen der Eltern, eine Betreuungseinrichtung mit fachlich qualifiziertem Personal besuchen. Der Besuch ist gebührenfrei und die Nachfrage steigt. „Es ist uns wichtig, dass unsere Kinder mit gleichen Bildungschancen ins Leben starten können. Die steigende Nachfrage zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind – aber auch weiter am Ball bleiben und mehr Betreuungsplätze schaffen müssen“, erklärt Bürgermeister Stefan Neumann.

Großes Bauprogramm

Um die Nachfrage und den Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz erfüllen zu können, sollen Einrichtungen erweitert und neue gebaut werden: In der Schulstraße am Kocher (Kinderhaus am Fluss) und in Gaisbach sind neue Kinder- und Familienzentren mit mehreren Gruppen angedacht. Der Bau des Kinderhauses am Fluss ist bereits vom Gemeinderat beschlossen und soll 2025 bezugsfertig sein. Im Stadtteil Taläcker werden ebenfalls zusätzliche Betreuungsplätze benötigt. Hier werden Möglichkeiten zur Erweiterung der bestehenden Kindertageseinrichtungen geprüft.

Professionelle Beratungsmöglichkeiten in den Familienzentren

Eltern können in den neugebauten Familienzentren künftig auch festinstallierte, professionelle Beratungsmöglichkeiten von sozialen Trägern finden. „In diesen Häusern können früh Förderbedarf bei Kindern, aber auch Lösungen für familiäre Herausforderungen erkannt und somit auch präventiv Problemlagen begegnet werden“, teilt die stellvertretende Hauptamtsleiterin und Sozialpädagogin Marion Hannig-Dümmler mit.

Weiterer Platzbedarf in Kocherstetten

Bis zur Fertigstellung der Familienzentren werden in Morsbach eine Übergangskrippe für zwei Gruppen eingerichtet und beim Waldkindergarten ein Bauwagen für eine weitere Gruppe aufgestellt. Auch in Kocherstetten wirkt sich das Neubaugebiet aus und es zeichnet sich weiterer Platzbedarf bis zum Ende des Jahrzehnts im Kindergarten und in der Grundschule ab. Hier werden Um- oder Anbaumaßnahmen an den bestehenden Gebäuden geprüft.

Ganztags in die Grundschule

Der Gesetzgeber hat ab dem Jahr 2026 einen Rechtsanspruch auf eine Ganztagsbetreuung für Grundschüler festgeschrieben. An den fünf städtischen Grundschulen wird bis zum Jahr 2035 ein Ansteigen der Schülerzahlen um 63 Prozent prognostiziert – von rund 455 auf 740 Schüler:innen. Die Anzahl der heute 25 Grundschulklassen würde sich dann voraussichtlich auf über 40 Klassen erhöhen. Um den steigenden Bedarf abzudecken, sind auch im Schulbereich Erweiterungen und Sanierungen vorgesehen.

Bildungscampus mit Familienzentrum

Die Grundschule in Amrichshausen soll bis 2024 erweitert werden. Die Grundschule in Gaisbach erwartet aufgrund des Neubaugebietes starken Schülerzuwachs und wird auf Dauer zweizügig. Hier ist der Bau einer neuen Grundschule in räumlicher Nähe zum neuen Kinderhaus geplant, sodass dort ein Bildungscampus mit Familienzentrum entstehen soll.

Erweiterungen an Schulen

Im umfangreichen städtischen Bauprogramm stehen außerdem die Sanierung und gegebenenfalls die Erweiterung der Grundschule Taläcker sowie Erweiterungen an der Georg-Wagner-Schule am Kocher und in Kocherstetten auf der Agenda. Die Fäden für die Weiterentwicklung der städtischen Schulen laufen bei der stellvertretenden Hauptamtsleiterin Julia Knobel zusammen.

Millionen-Investitionen für Schulgebäude und Sporthallen

Die Stadtverwaltung Künzelsau hat in den vergangenen Jahren insgesamt mehr als 30 Millionen Euro in die Sanierung der städtischen Schulgebäude der Kernstadt investiert. Sporthallensanierungen werden in den folgenden Jahren hinzukommen. Die Sanierung der Sporthalle der Georg-Wagner-Schule am Kocher soll 2022 (rund 3,5 Millionen Euro) beginnen. Nach Abschluss der Arbeiten dort ist die Sanierung der Sporthalle am Ganerben-Gymnasium (zirka 3,5 Millionen Euro) und der Kelter in Kocherstetten (ungefähr 3,0 Millionen Euro) geplant. „Das Geld für unsere Schulen und  Kinderbetreuungseinrichtungen ist gut angelegt“, so Bürgermeister Stefan Neumann. „Diese Investitionen sind ein klares Bekenntnis des Gemeinderates und der Stadtverwaltung Künzelsau für die Förderung und Bildung der Kinder.“

Mobile Luftreinigungsgeräte für Schulen und Kindertagesstätten

Der Gemeinderat hat im August beschlossen, für die Kindertageseinrichtungen und Schulen Luftfiltergeräte anzuschaffen. Es werden Luftfiltergeräte für Kindertageseinrichtungen (zirka 50 Geräte) und die Klassenstufen 1 bis 6 (48 Geräte) beschafft.

Spaß in den Sommerferien

Dem Alter angepasste Betreuungsangebote macht die Stadtverwaltung auch in den Sommerferien: Vom Töpfern bis zum sicheren Radfahren hat das städtische Ferienprogramm auch in diesem Sommer Aktionen geboten. Ausgebucht waren die Plätze in der Sommerschule und der Sommervorschule in den letzten drei Ferienwochen. Die Kinder wurden von pädagogischen Fachkräften ganztags betreut. Für die Vorschulkinder war das eine ideale Vorbereitung auf den Schulstart. Die älteren Kinder wiederholten und vertieften spielerisch in lockerer Atmosphäre Lernstoff. Spaß und Spiel standen jedoch im Vordergrund, Ausflüge und gemeinsame Mahlzeiten gehörten ebenfalls dazu. „Allen, die sich bei der Ferienbetreuung eingebracht haben, sage ich herzlichen Dank. Viele Aktionen im Ferienprogramm werden ehrenamtlich getragen und auch finanziell von der Albert Berner-Stiftung gefördert“, sonst, so Bürgermeister Stefan, könnte die Vielfalt nicht angeboten werden.

Unterstützung von der Albert Berner-Stiftung

Die Albert Berner-Stiftung fördert die Sommerschule seit 2014 mit einer Spende in Höhe von jeweils bis zu 7.500 Euro pro Jahr. „Das ist ein wunderbares Projekt“, sagt Ursula Berner, Stiftungsratsvorsitzende der Albert Berner-Stiftung und Ehrenbürgerin von Künzelsau. „Die Sommerschule hilft insbesondere den berufstätigen Eltern, die mehrwöchige Ferienzeit zu überbrücken, weil sie sicher sein können, dass der Nachwuchs tagsüber beschäftigt und in guten Händen ist. Für die Kinder war die Betreuung dieses Mal vielleicht so wichtig wie nie, um mögliche Lern- und Entwicklungsrückstände aufzuholen, die sich durch die Umstellung auf Distanzunterricht und Homeschooling in Folge der Coronakrise ergeben haben. Das gemeinsame Spielen und kreativ sein, der Spaß am Toben, Sport oder anderen Aktivitäten mit Gleichaltrigen, kam während der Pandemie leider ebenfalls deutlich zu kurz. Ich freue mich deshalb sehr, dass die Sommerschule stattfinden konnte und es den Verantwortlichen gelungen ist, ein vielfältiges und pädagogisch wertvolles Programm vorzubereiten. Das Angebot ist Balsam für Körper, Geist und Seele der teilnehmenden Jungen und Mädchen.“

Quelle: Pressemitteilung der Stadtverwaltung Künzelsau

Die Stadtverwaltung rechnet mit einem Anstieg der Bevölkerungszahl. Zahlen: Statistisches Landesamt und Stadtverwaltung Künzelsau, Berechnung KE

Reserviert für das Kinderhaus am Fluss: Neben dem Hallenbad TollKÜN und der Georg-Wagner-Schule am Kocher wird 2022 mit dem Neubau einer Kita mit sieben Gruppen begonnen. Foto: Stadtverwaltung Künzelsau

Grundschule und Kindergarten liegen in Kocherstetten direkt nebeneinander. Zum Ende des Jahrzehnts zeichnet sich weiterer Platzbedarf ab. Foto: Stadtverwaltung Künzelsau

Mobile Luftreinigungsgeräte sollen für alle städtischen Kitas und Schulen angeschafft werden. Foto: Stadtverwaltung Künzelsau

Sommervorschule in den Ferien. Foto: Stadtverwaltung Künzelsau




Linksabbieger frontal kollidiert

Zwei Fahrzeuge prallten am Freitag, den 08. Oktober 2021, auf der Landstraße in Höhe der Autobahnausfahrt Neuenstein frontal aufeinander. Der 51-jährige Fahrer eines Sprinters, welcher aus der Fahrtrichtung Kirchensall kam, ordnete sich gegen 6:50 Uhr auf der Linksabbiegespur ein und bog auf den Autobahnzubringer ab. Dabei übersah er wohl den von Neuenstein kommenden VW. Dessen 57-jährige Fahrer versuchte noch nach links auszuweichen, kollidierte schließlich jedoch frontal mit dem Sprinter.

Der Sprinter-Fahrer blieb unverletzt, seine Beifahrerin und der Fahrer des VWs wurden leicht verletzt. Beide Fahrzeuge waren nicht mehr fahrtüchtig und mussten abgeschleppt werden. Der Sachschaden beläuft sich auf circa 30.000 Euro.

Quelle: Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Heilbronn

 




Straßenmeistereien, die die Grünflächen an den Straßen des Hohenlohekreises pflegen, werden in Zukunft etwa 20 Prozent der Böschung nicht mähen

Eine gute Infrastruktur ist nicht nur für den Verkehr, sondern auch für viele Tier- und Pflanzenarten wichtig. Um die „grüne Infrastruktur“ zu fördern und auszubauen, werden die Straßenmeistereien, die die Grünflächen an den Straßen des Hohenlohekreises pflegen, in Zukunft etwa 20 Prozent der Böschung nicht mähen. Laut Landratsamt Hohenlohekreis soll so für viele Arten ein Lebens- und Rückzugsraum entstehen, der zum Erhalt der Vielfalt beiträgt.

Sicht wird nicht beeinträchtigt

„Das Stehenlassen von verblühten Pflanzen sieht im Winter nicht so attraktiv aus“, erklärt Günter Thürauf, Straßenmeister beim Landratsamt Hohenlohekreis. „An den Randflächen beeinträchtigt es jedoch nicht die Sicht der Verkehrsteilnehmer und die Insekten haben eine Chance, entlang unserer Straßen zu leben.“ Die Artenvielfalt wird durch eine ökologische Pflege begünstigt, dazu kann die Grünpflege an den Straßen einen wichtigen Beitrag leisten.

Kurzfristig und kostengünstig umsetzbar

Der Hohenlohekreis war einer der sechs Teilnehmerlandkreise an dem dreijährigen Modellprojekt „Straßenbegleitgrün“ des Ministeriums für Verkehr Baden-Württemberg. Das Projekt untersuchte, wie Straßenböschungen durch ökologische Pflege kostenschonend aufgewertet werden können. Die Auswertung der am Projekt beteiligten Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen ergab, dass besonders wirkungsvolle Methoden kostenintensiv sind. Andere Methoden, wie die sogenannten Refugialflächen auch über den Winter stehenzulassen, seien jedoch kurzfristig und kostengünstig umsetzbar. Im Rahmen der zur Verfügung stehenden Mittel wird das Straßenbauamt daher auf den Erhalt von Grünstreifen an Straßenböschungen setzen.

Längerfristige Methoden werden gefördert

„Wir wollen auch Maßnahmen aus dem Modellprojekt fortführen“, betont der Leiter des Straßenbauamtes des Hohenlohekreises, Oliver Bückner. Längerfristige Methoden, wie das Mähen und Abräumen sowie die Verwendung von insektenfreundlichen Saatgutmischungen, werden vom Land durch das Sonderprogramm zur Stärkung biologischer Vielfalt gefördert. Diese über die normale Pflege hinausgehenden Maßnahmen werden bereits an den ehemaligen Modellflächen der L1020, der L515 sowie an weiteren Flächen der L1036 bei Hohebuch beziehungsweise an der B19 bei Hohebach umgesetzt.

Quelle: Pressemitteilung des Landratsamtes Hohenlohekreis

 

 




Christian von Stetten: „Ich habe meine Wortmeldung in der BILD am Sonntag bewusst gewählt“

Mit deutlichen Worten wurde am Wochenende der Hohenloher Bundestagsabgeordnete Christian von Stetten zitiert. Sogar bis in die Hauptnachrichtensendungen hat er es durch ein Interview mit Bild am Sonntag, in dem er unter anderem „Das CDU-Präsidium kann einen Kanzlerkandidaten gegen alle Umfragewerte, gegen die Schwesterpartei, gegen die Bundestagsfraktion und gegen die Parteibasis durchsetzen“ sagte, geschafft.

Kritik an den innerparteilichen Strukturen

Er kritisiert damit die innerparteilichen Strukturen, die es offenbar erlauben, die Entscheidung über die so wichtige Position wie die Kanzlerkandidaten von einem ganz kleinen Kreis treffen zu lassen: Das Präsidium der CDU besteht aus fünf Frauen und 14 Männern, dazu kommen noch drei Männer als „Beratende Mitglieder des Präsidiums“. Fast alle haben weitere politische Ämter inne, allein sechs Ministerpräsidenten sind unter den Präsidiumsmitgliedern, dazu kommen fünf Landes- oder Bundesminister. Einzig Philipp Murmann, der Schatzmeister der Partei, gehörte in der letzten Legislaturperiode keinem Parlament an.

Das Präsidium hat „ein Akzeptanzproblem“

Armin Laschet, dem Kanzlerkandidaten der CDU/CSU, wird allgemein zumindest zum großen Teil für die Wahlniederlage der Union verantwortlich gemacht. Von Stetten ist daher der Meinung, dass das gesamte Parteipräsidium politische Konsequenzen ziehen sollte: „Aber dann muss der Kandidat auch die Wahlen gewinnen und eine Regierung bilden können. Sonst hat nicht nur der Kanzlerkandidat, sondern das gesamte Parteipräsidium ein Akzeptanzproblem und muss seine Ämter zur Verfügung stellen.“

„Programmatik der CDU verwässert“

Fast scheint es, als habe er Mitleid mit Armin Laschet, wenn er sagt: „Die Mitglieder des Präsidiums haben über Jahre die Programmatik der CDU verwässert und Armin Laschet in diese chancenlose Kanzlerkandidatur getrieben.“ Damit macht er deutlich, dass seiner Meinung nach das Wahlergebnis der CDU nicht nur Laschet zuzuschreiben ist, sondern dass die CDU seiner Meinung nach für viele Wähler einfach kein Alleinstellungsmerkmal bot und schiebt die Verantwortung dafür auf das Präsidium.

Zwei Bundesminister haben persönliche Konsequenzen gezogen

Die Bundesminister Annegret Kramp-Karrenbauer und Peter Altmaier, haben bereits persönliche Konsequenzen gezogen und werden ihr Mandat nicht annehmen. Beide hatten ihr bisheriges Direktmandat nicht verteidigt und wollen nun Platz machen für jüngere Abgeordnete. Armin Laschet deutete zumindest schon an, dass er sein Amt als Parteivorsitzender niederlegen könnte.

Auch der Parteivorstand zieht Konsequenzen

Am heutigen Montagnachmittag, 11. Oktober 2021, teilt Christian von Stetten auf GSCHWÄTZ-Anfrage einen ganz aktuellen Beschluß des CDU-Bundesvorstands mit: „Der gerade eben veröffentlichte CDU- Bundesvorstandsbeschluss: „CDU-Präsidium und CDU-Bundesvorstand stellen auf einem CDU-Sonderparteitag (um die Jahreswende) alle Präsidiums- und Vorstandsämter zur Neuwahl.“ entspricht vollkommen meiner Forderung.“ Nicht zuletzt führt er diesen Beschluß auch auf sein Interview mit Bild am Sonntag zurück: „Es war über das Wochenende ein gewisser Druck notwendig und ich habe meine Wortmeldung in der BILD am Sonntag bewusst gewählt. Damit haben das CDU-Präsidium und der CDU-Bundesvorstand doch noch die Verantwortung für die verheerende Wahlniederlage übernommen und sich nicht weckgeduckt.“

Eine wichtige Frage beantwortet von Stetten nicht

Auf die Frage „Ist es Ihr Ziel, selbst Verantwortung im Parteipräsidium zu übernehmen? Oder wären Sie zumindest dazu bereit?“ ging von Stetten in seiner Antwort leider nicht ein.

Text: Matthias Lauterer

Weitere Info: BILD am Sonntag-Beitrag mit den Aussagen Christian von Stettens.

 

 

 

 

 

 

 




Was fehlt in Hohenlohe? Was ist dein Lieblingsort?

Der Hohenlohekreis wagt es gleich doppelt: Zwei LEADER-Regionen mit Gebietsanteilen im Landkreis bewerben sich unter seiner Federführung für das EU-Förderprogramm LEADER im neuen Förderzeitraum 2023 bis 2027, teilt das Landratsamt Hohenlohekreis mit. Gemeinsam mit Wirtschafts- und Sozialpartnern sowie interessierten Bürger:innen sollen in den kommenden Monaten zwei regionale Entwicklungskonzepte (REK) als Grundlage für die LEADER-Bewerbungen erarbeitet werden. Die neue Limesregion Hohenlohe-Heilbronn und die bereits bestehende LEADER-Gebietskulisse Hohenlohe-Tauber bieten zahlreiche Angebote zur Mitgestaltung und Teilnahme an. Alle Bürger:innen sind nach ihrer Meinung gefragt und können sich zum Beispiel bei der Online-Umfrage der Region Hohenlohe-Tauber oder beim Fotowettbewerb der Limesregion beteiligen.

Was sich hinter LEADER verbirgt

LEADER steht für „Liaison Entre Actions de Développement de l’Économie Rurale“, was so viel bedeutet wie die Verbindung zwischen Aktionen zur Entwicklung der ländlichen Wirtschaft, schreibt das Landratsamt weiter in seiner Pressemitteilung. LEADER ist ein Programm der Europäischen Union und des Landes Baden-Württemberg zur Förderung innovativer Regionalentwicklungsansätze und Projekte im ländlichen Raum. Ziel ist eine nachhaltige Entwicklung und die wirtschaftliche Stärkung strukturschwacher ländlicher Regionen in Europa. Das Förderprogramm zeichnet sich durch die Beteiligung der Bürger:innen aus. Verantwortlich für die Umsetzung des LEADER-Programms auf regionaler Ebene sind sogenannte LEADER-Aktionsgruppen, die sich aus privaten und öffentlichen Akteuren aus der Region zusammensetzen. Nähere Informationen finden sich unter www.hohenlohekreis.de/de/tourismus-wirtschaft/leader-2021-2027.

Erfolgsgeschichte fortsetzen

Die LEADER-Bewerberregion Hohenlohe-Tauber besteht aus 28 Städten und Gemeinden und liegt in den drei Landkreisen Hohenlohekreis, Main-Tauber-Kreis und Schwäbisch Hall. In den vergangenen Jahren konnten bereits viele Projekte umgesetzt werden. Mit einer erneuten Bewerbung soll diese Erfolgsgeschichte fortgesetzt werden. Die Limesregion Hohenlohe-Heilbronn besteht aus 13 Städten und Gemeinden und liegt in den zwei Landkreisen Hohenlohekreis und Heilbronn.

Fotowettbewerb

Bis zum 31. Oktober 2021 können alle Interessierte in der Limesregion ab 14 Jahre über Instagram (#Limesregion) oder per E-Mail an limesregion@ifls.de Bilder samt Beschreibungen übermitteln. Folgende Fragen soll das Bild behandeln: Was macht deinen Heimatort besonders (#BestofLimesregion)? Was ist dein Lieblingsort in der Limesregion (#LieblingsOrtLimesregion)? Was fehlt dir in deinem Heimatort (#LimesregionDasBraucheIch)? Die Aussagen der Bilder werden im Regionalen Entwicklungskonzept Berücksichtigung finden. Außerdem winken spannende Preise vom Hochseilgarten über eine Kanadier-Tour bis hin zum Segelflug. Der Wettbewerbsaufruf ist unter https://www.ifls.de/news/ zu finden.

Interaktive Beteiligungsplattform

Auf einer interaktiven Beteiligungsplattform können Ideen für mögliche Projekte in der Limesregion vorgeschlagen oder der Beteiligungsprozess mit allen Events nachverfolgt werden. Die Beteiligungsplattform findet sich unter https://adhocracy.plus/profile/Limesregion%20Hohenlohe-Heilbronn/.

Diskussion über Potenziale und Ressourcen

Am Montag, den 18. Oktober 2021, findet von 18 bis 20.30 Uhr das LEADER-Regionalforum als hybrides Veranstaltungsformat statt.  Alle Bürger:innen aus den Kommunen der Limesregion Hohenlohe-Heilbronn können sich digital oder vor Ort in der Mehrzweckhalle in Zweiflingen beteiligen. Eine Anmeldung ist unter https://limesregion.questionpro.eu/ möglich. Hier werden auf Basis der Wettbewerbsergebnisse und einer vorläufigen Bestandsanalyse die regionalen Handlungsbedarfe, Potenziale und Ressourcen für die Region diskutiert. Mehr Informationen zur Limesregion sind unter www.hohenlohekreis.de/de/tourismus-wirtschaft/leader-2021-2027 oder auf der Instagram-Seite #Limesregion zu finden.

15 Minuten für die Online-Umfrage

Bei einer Online-Umfrage sollen Fragen zu den Stärken und Schwächen der Region beantwortet werden. Unter anderem stehen folgende Fragen im Fokus: „Welche Herausforderungen sehen Sie in den kommenden Jahren in Ihrem Wohnort?“ und „Welche Themenbereiche sollen zukünftig durch LEADER bespielt werden?“. Die Beantwortung unter https://hohenlohe-tauber.questionpro.eu/ dauert etwa 15 Minuten.

Diskussionsforum über Hohenlohe-Tauber

Am Dienstag, den 19. Oktober 2021, werden von 14 bis 16.30 Uhr im Rahmen eines LEADER-Regionalforums den regionalen Handlungsbedarf und Potenziale in der Region Hohenlohe-Tauber diskutiert. Alle Einwohner aus den Kommunen der LEADER-Region Hohenlohe-Tauber sind eingeladen, entweder in der Stauseehalle in Mulfingen oder daheim vor dem eigenen Bildschirm teilzunehmen. Die Veranstaltung baut auf den Ergebnissen der Onlinebefragung auf. Eine Anmeldung ist unter https://regionalforum-hohenlohe-tauber.questionpro.eu möglich. Weitere Informationen zu LEADER Hohenlohe-Tauber finden sich unter www.leader-hohenlohe-tauber.eu.

Quelle: Pressemitteilung des Landratsamtes Hohenlohekreis

Die Bewerberregion Hohenlohe-Tauber besteht aus 28 Kommunen. Mit dabei: Künzelsau, Ingelfingen, Weißbach, Niedernhall, Forchtenberg, Schöntal, Krautheim, Dörzbach, Mulfingen, Kupferzell und Waldenburg. Grafik: Landratsamt Hohenlohekreis

Die Limesregion Hohenlohe-Heilbronn besteht aus 13 Städten und Gemeinden und liegt in den zwei Landkreisen Hohenlohekreis und Heilbronn. Grafik: Landratsamt Hohenlohe




„Wir kämpfen um die Zulassung“

Unter dem Motto „Jeder Tropfen zählt“ ist in Öhringen ein Projekt gestartet, das umweltfreundlichen Treibstoff für Kraftfahrzeuge aus Altfetten und -ölen erzeugen will. Öhringen ist nach Erlangen und Fürth der dritte Standort, an dem diese Stoffe aus der Gastronomie und Privathaushalten gesammelt werden, um sie einer zweiten Nutzung zuzuführen. Neben der Abfallwirtschaft Hohenlohe ist Roland Weissert, Geschäftsführer der EDi Energie-Direkt Hohenlohe GmbH, eine der treibenden Kräfte für diese Aktion. GSCHWÄTZ hat mit ihm über die Aktion und vieles mehr gesprochen.

„Viele kleine Maßnahmen ergeben auch ein Stück für den Klimaschutz“

GSCHWÄTZ: Herr Weissert, was hat Sie bewegt, Biokraftstoff aus der Bratpfanne zu erzeugen?

Weissert: Viele kleine Maßnahmen ergeben auch ein Stück für den Klimaschutz. Das Altfett verstopft sonst das Kanalsystem und sorgt in den Kläranlagen für Aufwand. Ein gewerblicher Abfallentsorger aus Franken hat ausgerechnet, dass pro Person ein Potential von etwa 1,3 kg pro Kopf und Jahr besteht und hatte auch bereits ein Sammelsystem eingerichtet. Da wir bereits heute derartige Kraftstoffe vertreiben, war so ein Projekt für uns natürlich interessant.

GSCHWÄTZ: Lohnt sich das?

Weissert: Nein, noch deckt der Aufwand für die Sammlung den Wert nicht. EDi finanziert das Projekt gemeinsam mit dem Altfettsammler. Aber wenn die Sammlung angenommen wird, wird der Kreis über die Weiterführung entscheiden. Wir hoffen, dass wir ein Leuchtturmprojekt für ganz Baden-Württemberg werden können.

„Wir hoffen, dass wir ein Leuchtturmprojekt für ganz Baden-Württemberg werden können“

GSCHWÄTZ: Was wird genau aus dem Altfett und -öl erzeugt?

Weissert: Daraus wird ein Dieselkraftstoff erzeugt, wie sie ihn bei uns als CARE-Diesel bereits heute kaufen können. Dieser Kraftstoff erfüllt alle Kriterien der Dieselnorm DIN EN 15940 (Kraftstoffe mit synthetischer oder biologischer Herkunft) und übertrifft damit eigentlich die Anforderungen der DIN EN 590, die für Diesel auf Mineralölbasis gilt.

Anmerkung der Redaktion: Der Hersteller des Care-Diesel, die Firma Tool-Fuel, benennt die Vorteile ihres synthetischen Kraftstoffs:
Durch die sehr hohe Cetanzahl (> 70) verbrennt C.A.R.E. Diesel sauberer, als normaler Diesel. Als Folge wird der Ausstoß von gesundheitsgefährdenden Stoffen wie Ruß und Stickoxiden deutlich reduziert. Im Klartext:

    • -35% Stickoxide NOx (bei optimierter Motorsteuerung)
    • -30% Feinstaub PM
    • -30% Kohlenmonoxid
    • -50% Kohlenwasserstoffe THC

C.A.R.E. Diesel wird größtenteils aus pflanzlichen Rest- und Abfallstoffen hergestellt. Diese Rohstoffbasis sorgt für eine CO2-Reduktion zwischen 70% und 90% verglichen mit normalem Diesel. 

Man könnte mit diesen Kraftstoffen auch Autos tanken, aber das ist (derzeit noch) nicht erlaubt

GSCHWÄTZ: Und mit diesem Kraftstoff kann ich meinen PKW betanken?

Weissert: Sie können das tun. Aber das ist quasi nicht erlaubt in Deutschland, da wird es gleich auf mehreren Ebenen problematisch. Es gibt nämlich einen Punkt der EN 590, die der Kraftstoff nicht erfüllt: Er ist mit rund 780kg/1000l leichter als es die Norm mit 820kg/1000l vorschreibt. Alle anderen Anforderungen der Norm erfüllt oder übererfüllt der CARE-Diesel. Aber damit entspricht er nicht  den Zulassungskriterien der Automobilhersteller und ist von den meisten Herstellern nicht zertifiziert. An einigen Shell-Tankstellen gibt es den Shell R33 BlueDiesel: Dem ist neben den üblichen 7% Biodiesel 26% CARE-Diesel beigemischt, damit erreicht er genau das Mindestgewicht. Für die Nutzfahrzeughersteller stellt das Gewicht scheinbar kein Problem dar: Die Firma LIEBHERR befüllt beispielsweise ihre Fahrzeuge bei der Auslieferung sogar mit CARE-Diesel.

Bundesumweltministerium ist dagegen

Ausserdem ist sich die Politik uneinig. Baden-Württemberg sagt: „Wir brauchen synthetischen Kraftstoff“, Ministerpräsident Kretschmann und Verkehrsminister Herrmann sind dafür, das Bundes-Umweltministerium ist dagegen.

GSCHWÄTZ: Wenn die Aussagen des Herstellers stimmen, wie kann das Umweltministerium dagegen sein?

Weissert: Das Argument ist, dass in den verwendeten Grundstoffen Palmöl verwendet werden könnte – und für das Umweltministerium ist wohl die Weiterverwendung selbst des bereits benutzten Palmöls verwerflich. Es geht aber bei unserem Projekt nur darum, Öle und Fette zu verwerten, die schon im Umlauf sind und die sonst entsorgt werden müßten. Außerdem werden Verbraucherschutzargumente vorgeschoben, denn man könnte versehentlich einen Kraftstoff tanken, der vom Autohersteller nicht freigegeben ist. Das ist natürlich vorgeschoben, denn sonst würden ja auch heute viele Menschen Diesel statt Super oder umgekehrt tanken.

Umweltministerium gegen Verkehrsministerium

Aber das Tollste: Das Verkehrsministerium sieht das wieder ganz anders. Die EU hat eine „Clear-Vehicle-Directive“ beschlossen, die die Nutzung von e-Fuels explizit erlaubt: 45 Prozent aller Neufahrzeuge öffentlicher Betreiber müssen mit sauberem Antrieb ausgestattet sein, und da ist der synthetische Diesel neben Elektroantrieb und grünem Wasserstoff ausdrücklich genannt. Auch die deutsche Umsetzung, das „Saubere Fahrzeuge Beschaffungs Gesetz“ erlaubt  Fahrzeuge, die mit Diesel nach der Norm DIN EN 15940 fahren, „ausgenommen Kraftstoffe, die aus Rohstoffen mit einem hohen Risiko indirekter
Landnutzungsänderungen erzeugt wurden“. Noch toller: In der 10. Bundesimmissionsschutzverordnung des Bundesministeriums für Justiz und Verbraucherschutz kommt dieser Diesel gar nicht erst vor.

„Wir kämpfen um die Zulassung“

GSCHWÄTZ: Sehen Sie Anzeichen, das sich nach der Wahl etwas ändern wird?

Weissert: Nach dem Wahlergebnis könnte ein frischer Wind ins Umweltministerium kommen.

GSCHWÄTZ: Und was können Sie jetzt tun?

Weissert: Wir kämpfen um die Zulassung. Wir sind dran und brauchen jede Hilfe. In ganz Europa sind diese Kraftstoffe ein Teil der Strategie zur CO2-Vermeidung, nur in Deutschland nicht. Ein Vertragsverletzungsverfahren bei der EU, weil Deutschland die Clear-Vehicle-Directive nicht ordentlich umgesetzt hat, ist bereits am Laufen.

„Einseitige Festlegung auf E-Mobilität“

Das Umweltministerium legt sich einseitig auf die Elektro-Mobilität fest und fördert diese. Das kann aber nur ein Teil der Lösung sein. Auch wir haben jetzt einen Förderantrag für einen E-LKW gestellt: Der kostet 280.000 Euro mehr als ein Diesel – und wird mit 240.000 Euro gefördert. Dabei hat er eine realistische Reichweite von 120 bis 150 Kilometer. Das heißt, wir können mit diesem Fahrzeug noch nicht mal Pellets beim Hersteller abholen. [lacht]

Es geht um die CO2-Neutralität

Die Wissenschaft fordert Technologieoffenheit, das Ziel sollte einzig die CO2-Neutralität sein. Es ist ein Wahnsinn, mit welchem Druck in der Politik die e-Mobilität forciert wird.

GSCHWÄTZ: Sie sind ein Brennstoffhändler. Wie stellen Sie sich für die Zukunft auf, wenn fossile Brennstoffe durch nachhaltigere Energie ersetzt werden sollen?

Weissert:  Wir haben eigentlich gar kein Energieproblem. Die Energie ist nur am falschen Ort zur falschen Zeit. Eigentlich haben wir sogar zuviel Energie. Das Hauptproblem ist das Speichern und die Transportlogistik. Wir müssen die Energie an den Ort bringen, wo sie gebraucht wird.

Power-to-Liquid in der Wüste

Ein Ansatzpunkt könnte sein, die Energie direkt am Entstehungsort umzuwandeln und die bestehende Infrastruktur zu nutzen. Saubere Stromerzeugung mit Photovoltaik „in der Wüste“, beispielsweise in den heutigen Ölförderstaaten, ist viel effizienter als bei uns. Wenn man diesen Strom vor Ort in Methan umwandelt, dazu braucht man nur CO2 und Wasser, dann könnte man das wie bisher in Tankern in alle Welt transportieren. Gleichzeitig würde man den Ölländern eine Alternative aufzeigen und unsere Industrie könnte die notwendigen Anlagen liefern.

Ebenfalls theoretisch möglich: Altfetten auch Heizöl

Auch könnte man unsere Kraftstoffe aus Altfetten auch Heizöl oder Flüssiggas beimischen. Öl- und Gasheizungen, aber auch Verbrennungsmotoren werden uns noch eine lange Zeit begleiten, da kann sich die Politik auf den Kopf stellen. Die Mobilität auf dem Land wird weiterhin individuell bleiben, man kann Stadt und Land nicht über einen Kamm scheren.

Wir sind heute schon auf erneuerbare Kraftstoffe spezialisiert.
Auf der anderen Seite haben wir die erste Schnellladesäule im Hohenlohekreis installiert, vertreiben Wallboxen und stellen mit unseren Kunden auf erneuerbare Energien um.

„Wir kommen aus der Luxussituation, dass der Strom einfach aus der Steckdose kommt“

Wir kommen aus der Luxussituation, dass der Strom einfach aus der Steckdose kommt. Dieser Komfort wird nicht besser. Wir suchen Wege und Lösungen, den Lebensstandard zu erhalten. Wir tun das, was wir können, um heute praktikable Methoden für den Klimaschutz umzusetzen.

„Da wundert man sich nicht mehr, warum man in unserem Land nicht weiterkommt“

Aber wir stehen uns seit Jahren im Weg. Ein Beispiel: Würde man industriell erzeugtes CO2, wie es etwa in der Zementindustrie anfällt, mit grünem Strom und Wasser in Methan umwandeln, dürfte das nicht auf die Erreichung der Klimaziele angerechnet werden. Da wundert man sich nicht mehr, warum man in unserem Land nicht weiterkommt.“

Das Interview führte Matthias Lauterer

Mehr Informationen:
https://jedertropfenzaehlt.de/
https://www.edi-hohenlohe.de/produkte/kraftstoffe/care-diesel/
https://toolfuel.eu/

 




„Unsere Kunst hinterlässt mehr Fragen als Antworten“

Das dänisch-norwegische Künstlerduo Elmgreen und Dragset hat am Montag, den 04. Oktober 2021, im Carmen-Würth-Forum den Robert-Jacobsen-Preis erhalten. Dieser wird seit 1993 alle zwei Jahre von der Stiftung Würth in Kooperation mit dem Museum Würth an zeitgenössische bildende Künstler verliehen und war dieses Jahr erstmals mit 50.000 Euro dotiert.

Preisverleihung als Erinnerung

Der Preis wurde nach dem dänischen Künstler Robert Jacobsen benannt, der eine langjährige Freundschaft mit Reinhold Würth pflegte. Anlässlich seines 80. Geburtstages im Jahr 1992 wurde die Idee verwirklicht, eine Ausstellung im neu eröffneten Museum Würth am Firmenstandort in Künzelsau-Gaisbach zu präsentieren. Neben dieser Ausstellung hat Robert Jacobsen auf dem Vorplatz seine größte Skulptureninstallation fertiggestellt. Nach dem Tod des Künstlers im Jahr 1993 wurde als Erinnerung der Robert-Jacobsen-Preis ins Leben gerufen.

Die Preisträger

Michael Elmgreen, geboren 1961 in Kopenhagen (Dänemark), und Ingar Dragset, geboren 1969 in Trondheim (Norwegen), arbeiten seit 1995 als Künstlerduo zusammen. Ihre Arbeit weist eine Beziehung zwischen Kunst, Architektur und Design auf. Das Künstlerduo lebt und arbeitet in Berlin. Sie sind bekannt für ihre Kunstwerke, die sich durch Witz und revolutionären Humor auszeichnen und auch soziale und kulturelle Anliegen aufgreifen, wie auch Laudator Prof. Dr. Bernhard Maaz, Generaldirektor der Bayerischen Staatsgemäldesammlung sagte. „Es sind vielseitige Werke entstanden, die zwischen Ernsthaftigkeit und Absurdität oszillieren und vielfältige Überraschungen bieten.“

Passend zur kalten Jahreszeit

In Empfang genommen wurden die Gäste, nachdem kontrolliert wurde, ob man geimpft, genesen oder getestet ist, bei einem Sektempfang im Foyer. Nach dem Gong, der darauf hinwies, dass es gleich losgeht, gingen die Besucher in den Saal. Kurz darauf begrüßte das Bläserquartett der Würth Philharmoniker mit tiefem Blech. „Passend zur kalten Jahreszeit“, wie C. Sylvia Weber hierzu beisteuerte. Sie hielt die Begrüßungsrede als Direktorin der Sammlung Würth und Geschäftsbereichsleiterin des Bereiches Kunst und Kultur in der Würth-Gruppe.

Ihre Kunst ist von einer Haltung geprägt

Die Lobrede wurde von Prof. Dr. Bernhard Maaz als Jury Mitglied des Robert Jacobsen Preises gehalten. Er beschrieb die prägende Kunst der beiden Künstler. „Ihre Kunst ist von einer Haltung geprägt und einer hohen handwerklichen Präzision. Es ist eben diese Haltung, um derentwillen sie auffallen.“ Außerdem beschrieb er ihre Kunst als Werk von gesellschaftlicher Relevanz. „Sie hinterfragen in ihrer Kunst grundsätzlich soziale und soziologische Systeme, wie etwa das Verhältnis zwischen Individuum und Gesellschaft.“ Maaz lobte die beiden Künstler weiter: „Alleine schon die Vielfalt der Ausdrucksformen und Materialien zeugt von beherzter Offenheit und Vielseitigkeit. Sie lenken den Blick auf die Verletzlichkeit der menschlichen Seele und auf die sozial notwendige Empathie. Auf Rollen und Scheitern in den Rollen, auf das Zwischenmenschliche und das zutiefst Menschliche, auf das Machen von Kunst wie auch auf das menschliche Sehen als ein Wahrnehmer.“

Einen Strauß Blumen gab es obendrauf

Den Preis – eine nachgestellte Skulptur von Robert Jacobsen in Miniatur – übergab Prof. Dr. Ulrich Roth, ein Jurymitglied, im Anschluss an die Lobrede des Professors. Das Original der Skulptur steht auf dem Vorplatz des Würth Museums – Jacobsens größte Skulpturen-Installation. Obendrauf ab es für die beiden Künstler noch jeweils einen Strauß Blumen. Danach bedankten sie sich bei den Veranstaltern sowie bei dem „breiten Publikum“. Abschließend sagten die beiden über ihre eigenen Werke: „Unsere Kunst hinterlässt mehr Fragen als Antworten.“

Belvedere und Skulpturengarten

„Im Anschluss an die Preisverleihung laden wir Sie sehr herzlich zur Besichtigung der Werkpräsentation im Museum Würth 2 `Belvedere und Skulpturengarten´ sowie zu Wein und Brot ein“, beendete C. Sylvia Weber die Verleihung. Das ließen sich die Gäste nicht zweimal sagen und waren sogar schneller durch das Museum gelaufen, als sie ihren Wein getrunken hatten.

Die Werkschau „Elmgreen & Dragset. 14. Robert Jacobsen Preis der Stiftung Würth“ im Museum Würth 2 in Künzelsau ist bis zum 06. Februar 2022 täglich von 11 bis 18 Uhr zu sehen. Der Eintritt ist frei. Danach ist die Ausstellung in Mailand zu bestaunen.

Text: Cora-Lee Pusker

C. Sylvia Weber begrüßte die Gäste des Abends. Foto: GSCHWÄTZ

Prof. Dr. Bernhard Maaz, Generaldirektor der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen und Mitglied des Kunstbeirates der Sammlung Würth hielt die Laudatio. Foto: GSCHWÄTZ

Prof. Dr. Ulrich Roth, Stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Stiftung Würth, Helmut M. Jahn und Prof. Dr. Lars Rehfeld, Mitglieder des Vorstandes, Prof. Dr. Bernhard Maaz, Generaldirektor der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen und Mitglied des Kunstbeirates der Sammlung Würth, Michael Elmgreen, Ingar Dragset, C. Sylvia Weber, Mitglied des Aufsichtsrats der Stiftung Würth, und Johannes Schmalzl, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Region Stuttgart. Foto: GSCHWÄTZ

 

 




Fahrradfahrer weicht Eichhörnchen aus und verletzt sich hierbei

Ein 34-jähriger Fahrradfahrer hat am Mittwochnachmittag in Künzelsau versucht, einem Eichhörnchen auszuweichen, welches vor ihm den Weg querte. Hierbei kam der Radfahrer zu Fall und verletzte sich so stark, dass er von einer Rettungswagenbesatzung in das nächstgelegene Krankenhaus gebracht werden musste.

Am Fahrrad entstand lediglich ein geringer Sachschaden.

Pressemitteilung Polizei Heilbronn




Mehrere Körperverletzungen und Sachbeschädigungen nach Verkehrsunfall

Ein Mann verlor am Mittwochmittag die Kontrolle über sein Fahrzeug und prallte in den Straßengraben, einige Stunden später griff er mehrere Personen in der Öhringer Innenstadt an und randalierte. Vermutlich aufgrund zu hoher Geschwindigkeit kam der 27-Jährige am Mittwochmittag von der Fahrbahn ab.

Fahrer möglicherweie alkoholisiert

Hierbei entstand an dem PKW erheblicher Schaden. Eine Zeugin konnte den Unfall beobachten und verständigte umgehend die Rettungskräfte. Beim Eintreffen der Polizeibeamten konnten diese bei dem unverletzten Fahrer Alkoholgeruch feststellen. Einen Führerschein konnte der Fahrer ebenso nicht vorzeigen.

Am Mittwochabend massiv randaliert

Derselbe Mann griff am Mittwochabend in der Öhringer Innenstadt mehrere Personen an, beschädigte Fahrzeuge und ein Straßenschild. Eine 23-Jährige wurde aus bisher unbekannten Gründen von dem 27-Jährigen verfolgt und angegriffen. Die junge Frau setzte sich zur Wehr, woraufhin der Mann von ihr abließ und die Straße weiterging. Auf demselben Fußweg begegnete er wenig später einer zweiten Frau. Er stieß die 28-Jährige zu Boden und schrie sie an. Kurz darauf wurde im Bereich der Bahnhofstraße und des Parkplatzes in der Herrenwiesenstraße mehrere Sachbeschädigungen an PKWs gemeldet. Hierbei konnte der Randalierer durch eine aufmerksame Zeugin beobachtet werden. Gegen 22.00 Uhr kam es am Hafenmarkt schlussendlich noch zu Streitigkeiten zwischen zwei Männern, wobei einer ein Messer in der Hand hatte und den anderen verletzte. Nach derzeitigem Stand der Ermittlungen ist derselbe 27-Jährige an allen Ereignissen beteiligt. Zeugen der Vorfälle oder weitere Geschädigte werden gebeten sich beim Polizeirevier Öhringen unter der Telefonnummer 07941 9300 zu melden.

Pressemitteilung der Polizei Heilbronn