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Wegen 2G-Regel: Kein Klamottenkauf mehr für Ungeimpfte im Einzelhandel

Seit heute, 24. November 2021, gelten sowohl bundesweit als auch in Baden-Württemberg neue Corona-Regeln.

Die bundesweiten Regelungen sind im Infektionsschutzgesetz sowie in der Corona-Arbeitschutzverordnung geregelt. Sie betreffen nicht nur das Verhalten der Bürger, sondern regeln beispielsweise auch Pflichten von Arbeitgebern. Die wichtigsten Regelungen sind:

  • Die „epidemische Lage von nationaler Tragweite“ läuft am 25. November 2011 aus. Wesentliche Folge davon ist, dass die Regierung Maßnahmen nicht mehr per Verordnung treffen kann. Der Bundestag muss neue Maßnahmen beschliessen.
  • In öffentlichen Verkehrsmitteln gilt weiterhin Maskenpflicht, zusätzlich gilt 3G, also Zutritt nur noch für Geimpfte, Genesene oder Getestete Personen.  Die Behörden haben Schwerpunktkontrollen für den ÖPNV angekündigt.
  • Auch am Arbeitsplatz gilt 3G. Arbeitgeber müssen die Überprüfung des 3G-Status ihrer Mitarbeiter:innen dokumentieren. Im Gegenzug wurde die HomeOffice-Pflicht wieder reaktiviert. Arbeitgeber müssen also das Arbeiten im Home-Office ermöglichen, wo nicht schwerwiegende betriebliche Gründe entgegenstehen.
  • Über die Maßnahmen in Schulen und Kitas entscheiden die Länder. In Baden-Württemberg sind Schulen und Kitas aus der Corona-Verordnung ausgenommen: Das Kultusministerium ist hier für die Corona-Schutzmaßnahmen verantwortlich.
  • In Pflegeheimen gilt Test- und Maskenpflicht für Besucher.
  • Für Gastronomie und Veranstaltungen ist 2G oder 3G vorgeschrieben – Details sollen allerdings die Länder in eigenen Verordnungen regeln.

Unter anderem aus diesem Grund haben die einzelnen Bundesländer ihre Corona-Verordnungen kurz vor dem  Auslaufen der epidemischen Lage nochmals angepaßt, das heißt: verschärft.

Für Baden-Württemberg: Neu definierte Alarmstufe II gilt sofort

Für Baden-Württemberg wurde eine neue Alarmstufe II definiert, die greift, wenn 450 Intensivbetten im Land von COVID-Patienten belegt sind oder die 7-Tage Hospitalisiungsinzidenz über 6 liegt. Am 23. November 2021 meldete das Landesgesundheitsamt eine Hospitalisierungsinzidenz von 6,3 und 510 durch Covid-Patienten belegte Intensivbetten. Die Alarmstufe II tritt also sofort in Kraft. In vielen Bereichen kommt die 2G+-Regel zur Anwendung. Diese Regel betrifft nicht nur Ungeimpfte, denen beispielsweise der Zutritt zu Veranstaltungen größtenteils untersagt ist. Auch Geimpfte brauchen in vielen Lebensbereichen einen tagesaktuellen Test.

Über die neuen Maßnahmen informiert die Landesregierung im Detail:

Neue Regelungen in der Alarmstufe I

In folgenden Bereichen gilt generell die 2G-Regelung:

  • Weihnachtsmärkte
  • Körpernahe Dienstleistungen mit Ausnahme von Friseurbetrieben und Barbershops. Hier gilt 3G mit PCR-Test.
  • Für Veranstaltungen wie Theater-, Opern- und Konzertaufführungen, Filmvorführungen, Stadt- und Volksfeste, Stadtführungen und Informations-, Betriebs-, Vereins- sowie Sportveranstaltungen gilt eine maximale Personenobergrenze von 25.000 Personen.
  • Bei Veranstaltungen der Breitenkultur mit Gesang, Blasmusik oder vergleichbaren Tätigkeiten mit Aerosolbelastung in geschlossenen Räumen gilt 2G+. Dies gilt auch für an der Veranstaltung mitwirkende Personen, sofern diese nicht im Rahmen ihrer Berufsausübung tätig werden, sowie für den Probenbetrieb.
  • Abstandsregeln bei Gottesdiensten und anderen religiösen Veranstaltungen.
  • Bei Veranstaltungen von Gremiensitzungen von juristischen Personen, Gesellschaften und vergleichbaren Vereinigungen gilt 3G.

Verschärfte Regeln in der Alarmstufe II

In der Alarmstufe II werden weitere Regeln eingeführt, welche die Regelungen der Alarmstufe I ergänzen oder verschärfen:

G2+ Regelung – also genesene und geimpfte Personen müssen zusätzlich einen tagesaktuellen negativen Schnell- oder PCR-Test vorlegen – in folgenden Bereichen:

  • Veranstaltungen wie Theater-, Opern- und Konzertaufführungen, Filmvorführungen, Stadt- und Volksfeste, Stadtführungen und Informations-, Betriebs-, Vereins- sowie Sportveranstaltungen
  • Weihnachtsmärkte. Maximal 50 Prozent der üblichen Besucherinnen und Besucher zugelassen.
  • Körpernahe Dienstleistungen. Eine Ausnahme gilt für Friseurbetriebe und Barbershops. Dort gilt 3G+ mit PCR-Test. Ungeimpfte dürfen sich also die Haare schneiden lassen – allerdings nur mit PCR-Test.
  • Diskotheken und Clubs, Prostitutionsstätten, Bordelle und ähnliche Einrichtungen

Regelungen für Beherbergungsbetriebe

In beiden Alarmstufen gilt für Beherbergungsbetriebe wie Hotels, Gasthäuser, Pensionen oder Campingplätze 2G. Davon ausgenommen sind dienstliche Übernachtungen oder besondere Härtefälle wie beispielsweise ein dringend notwendiger Arztbesuch. In diesen Ausnahmen muss ein negativer Schnell- oder PCR-Test vorgelegt werden. Gastronomische Einrichtungen in den Beherbergungsstätten dürfen diese Personen nur im Freien und nach Vorlage eines negativen PCR-Tests benutzen.

Überprüfung von Test-, Genesenen- und Impfnachweisen

Die neue Corona-Verordnung stellt nochmal deutlicher klar, wie Betreiber, Anbieter und Veranstalter verpflichtet sind, Test-, Genesenen und Impfnachweise zu kontrollieren: Sie müssen die Angaben mit einem amtlichen Ausweisdokument abgleichen. Genesenen- und Impfnachweise müssen elektronisch, etwa mit der CoVPassCheck-App geprüft werden.

Ausgangsbeschränkungen in besonders betroffenen Kreisen

Aufgrund der kritischen Lage führt die Landesregierung wieder Ausgangsbeschränkungen in Stadt- und Landkreisen ein, in denen die 7-Tage-Inzidenz an zwei aufeinanderfolgenden Tagen über 500 liegt. In Stadt- und Landkreisen mit einer Ausgangsbeschränkung dürfen nicht genesene und nicht geimpfte Personen zwischen 21 und 5 Uhr die Wohnung oder sonstige Unterkunft etwa eine Beherbergungsstätte oder Wohnheim nur aus triftigen Gründen verlassen.

Im Einzelhandel, der nicht der Grundversorgung dient, gilt die 2G-Regel.  Abholangebote und Lieferdienste sind weiterhin uneingeschränkt möglich. Die Verordnung nennt als Einzelhandel, der der Grundversorgung dient, explizit nur:

Apotheken, Ausgabestellen der Tafeln, Babyfachmärkte, Bäckereien, Banken und Sparkassen, Baumärkte, Baumschulen, Blumenfachgeschäfte, Drogerien, Futtermittelmärkte, Gartenmärkte, Gärtnereien, Getränkemärkte, Großhandel, Hofläden, Hörgeräteakustiker, Konditoreien, Lebensmittelhandel (Supermärkte) einschließlich der Direktvermarktung (Hofläden), Metzgereien, Mobile Verkaufsstände für landwirtschaftliche Produkte und Erzeugnisse, Optiker, Orthopädieschuhtechniker, Poststellen und Paketdienste, Reformhäuser, Raiffeisenmärkte, Reise- und Kundenzentren zum Fahrkartenverkauf im öffentlichen Personenverkehr, Reinigungen, Sanitätshäuser, Stellen des Zeitungs- und Zeitschriftenverkauf, Supermärkte, Tankstellen, Tierbedarfsmärkte, Verkaufsstätten für Weihnachtsbäume, Waschsalons, Wochenmärkte.

Modegeschäfte sind in der Liste nicht enthalten, schon der Kauf eines neuen Mantels oder neuer Schuhe wird also für Ungeimpfte schwierig.

Prüfpflicht für Betreiber, Anbieter und Veranstalter

Die neue Corona-Verordnung stellt zudem nochmal deutlicher klar, wie Betreiber, Anbieter und Veranstalter verpflichtet sind, Test-, Genesenen und Impfnachweise zu kontrollieren. Sie müssen die Angaben mit einem amtlichen Ausweisdokument abgleichen. Genesenen- und Impfnachweise müssen elektronisch, etwa mit der CoVPassCheck-App geprüft werden.

Nur noch wenige Ausnahmen

Ausgenommen von der PCR-Testpflicht bzw. dem Zutritts- und Teilnahmeverbot sind Personen bis einschließlich 17 Jahren; Personen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können (hier ist ein entsprechender ärztlicher Nachweis vorzuzeigen); Personen für die es keine allgemeine Impfempfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) gibt sowie bis 10. Dezember 2021 Schwangere und Stillende, da es für diese Gruppen erst seit dem 10. September 2021 eine Impfempfehlung der STIKO gibt. Diese Personen müssen einen negativen Antigen-Schnelltest vorlegen. 

Übersichtliche Tabelle über die geltenden Maßnahmen

Eine übersichtliche Tabelle über die verschiedenen Regelungen in den verschiedenen Warn- und Alarmstufen steht zum Download bereit.

Ausgangsbeschränkung für Ungeimpfte im Hohenlohekreis

Da der Hohenlohekreis am 22. und 23. November jeweils eine Inzidenz über 500 gemeldet hat, tritt die Ausgangsbeschränkung für den gesamten Hohenlohekreis in Kraft und kann erst wieder aufgehoben werden, „wenn im jeweiligen Stadt- oder Landkreis die 7-Tage-Inzidenz an fünf Tagen in Folge unter 500 liegt.

Matthias Lauterer

[kursiver Text: Zitate aus den Mitteilungen der Landesregierung]

 




„Gesamtes medizinisches Personal im Covid-Bereich ist an einer Belastungsgrenze – sowohl physisch als auch psychisch“

Am Montag, 22. November 2021, berichtete GSCHWÄTZ über die Belegungszahlen der Krankenhäuser der Umgebung und mußte feststellen, dass die Lage auf den Intensivstationen kritisch ist. In der Stadt Heilbronn und in Öhringen waren alle Intensivbetten belegt. Im Kreis Heilbronn, dem Kreis Schwäbisch-Hall und dem Main-Tauber-Kreis gab es noch freie Betten.

GSCHWÄTZ hat bei den Krankenhausbetreibern nachgefragt, ob die Kapazitäten noch ausreichen, um beispielsweise bei einem Verkehrsunfall mit einem „Massenanfall von Verletzten“ (ManV) noch eine gute Versorgung der Patienten gewährleisten zu können.

„Die Erstversorgung von Notfallpatienten ist in unseren Krankenhäusern sichergestellt“

Ute Emig-Lange von der BBT-Gruppe, Träger der Krankenhäuser in Öhringen und Bad Mergentheim, erklärt das Procedere in einem solchen Fall: „Bei einem ManV gibt es vor Ort einen leitenden Notarzt, der gemeinsam mit der Leitstelle die Verteilung der Patienten auf die jeweiligen Krankenhäuser koordiniert. Die Abläufe sind im ManV-Konzept der Landesregierung festgelegt. Abhängig vom Schweregrad der Verletzungen und der Dringlichkeit der Behandlung werden die Patienten dann in die für die Behandlung jeweils am besten geeigneten Krankenhäuser verteilt (z.B. Brandverletzte in Kliniken, die auf diese Behandlung spezialisiert sind). Damit wird sichergestellt, dass in dem jeweiligen Krankenhaus ausreichend erforderliche Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Wenn unseren Häusern solche Notfallpatienten zugewiesen werden, werden diese bei uns behandelt. Dazu können wir unsere Aufnahmekapazitäten kurzfristig erhöhen.“
Das betrifft allerdings nur die Erstversorgung. Die anschließende Versorgung muß möglicherweise in einem anderen Krankenhaus durchgeführt werden: „Die Erstversorgung von Notfallpatienten ist in unseren Krankenhäusern sichergestellt, eine eventuell erforderliche anschließende Weiterverlegung wird dann organisiert.“

SLK: „Verteilung der Lasten“ über das TraumaNetzwerk Nord-Württemberg

Für solche hypothetischen Fälle steht, so Mathias Burkhardt, Pressesprecher der SLK-Kliniken, ein Netzwerk von Kliniken bereit: „Die Situation eines „ManV“ ist immer ein Ausnahmezustand. Innerhalb dieses Ausnahmezustandes werden wir, gemäß unserem Versorgungsauftrag, auch in dieser Situation versuchen, alle betroffenen Patienten medizinisch optimal zu versorgen. Im Rahmen des „TraumaNetzwerk Nord-Württemberg“, zu dem das „Überregionale TraumaZentrum“ im Klinikum am Gesundbrunnen gehört, findet gegebenenfalls dann eine Verteilung der Lasten statt.“

Weiterbehandlung von Patienten nicht unbedingt in der Klinik der Erstversorgung

Dem TraumaNetzwerk Nord-Württemberg gehört neben den SLK-Kliniken auch das Klinikum in Ludwigsburg an. Das CARITAS-Krankenhaus in Bad-Mergentheim ist allerdings Teil des TraumaNetzwerk Nordbayern.

Auch das DIAKONEO in Schwäbisch-Hall ist vorbereitet: „Die Krisenpläne am Diakoneo Diak Klinikum Schwäbisch Hall haben Szenarien für ManV definiert. Sollte der ManV eintreten, werden sie abgearbeitet.“ Die Verlegung von Patienten ist üblich: „Schon unter normalen Umständen gehören Verlegungen an andere Häuser zu den gängigen Maßnahmen bei einem ManV.“

Blick auf die Belastung des Personals

Unter Corona leiden nicht nur die Patienten, auch das Personal in  den Krankenhäusern arbeitet nun seit gut zwei Jahren unter höchster Anspannung. Sowohl der reine Arbeitsaufwand, als auch das Leid der Patienten, auch das Sterben der Patienten, wirken belastend. Das wird auch Außenstehenden klar, wenn man beispielsweise in der ARD-Dokumentation „Charité-intensiv“ Bilder aus dem Inneren einer COVID-Station sieht.

 

Screenshot aus der ARD-Doku „Charité-intensiv“

„an einer Belastungsgrenze“

Auch die Krankenhäuser wissen um die Situation ihre Beschäftigten. Kurz und knapp äußert sich Markus Wagner vom DIAKONEO-Verbund dazu: „Die Lage für alle Mitarbeitenden im Haus ist angespannt.“
Deutliche Worte findet Mathias Burkhardt: „Das gesamte medizinische Personal im Covid-Bereich ist an einer Belastungsgrenze – sowohl physisch als auch psychisch. Die Behandlung von Corona-Patienten über einen so langen Zeitraum ist sehr herausfordernd.“

Einen Herbst und Winter unter normaleren Arbeitsbedingungen gewünscht

Lobende und aufmunternde Worte findet Ute Emig-Lange für das Personal der BBT-Gruppe: „Wie in allen Krankenhäusern, die in den zurückliegenden Wellen der Pandemie in starkem Maß gefordert waren, ist nur zu verständlich, dass auch unserer Kolleginnen und Kollegen – nicht nur in der Pflege – sich den Herbst und Winter unter normaleren Arbeitsbedingungen gewünscht hätten. Die erneute Anspannung verlangt allen, die sich für eine gute Versorgung unserer Patientinnen und Patienten verantwortlich fühlen, erneut eine große Kraftanstrengung ab. Die allermeisten Kolleginnen und Kollegen in Pflege und Medizin sind zum großen Glück für unser Gesundheitssystem  „Überzeugungstäter“ und haben die Berufe in erster Linie ergriffen, weil sie eine hohe soziale Verantwortung haben. Sie sind pragmatisch und schalten jetzt wieder um in den „Pandemiemodus“, um die Patienten weiter so gut wie möglich versorgen zu können.“

Worte erleichtern die Lage des Personals nicht

Diese Worte, die zwar die Anerkennung für die Leistung und die Belastung des Personals ausdrücken, können die Lage auf den Stationen allerdings nicht erleichtern. Ute Emig-Lange fügt im Namen der Mitarbeiter:innen hinzu, was eine Erleichterung bringen könnte: „Für Menschen, die sich trotz aller Warnungen bisher noch nicht haben impfen lassen, fehlt allerdings zunehmend das Verständnis.“

„Allein politischen Maßnahmen und das richtige Verhalten der Bevölkerung haben Auswirkungen auf die Infektionsraten.“

Die neuen, von der Politik vorgegebenen, Kennzahlen für die Beurteilung der Corona-Lage (GSCHWÄTZ berichtete), beispielsweise die Hospitalisierungs-Inzidenz, werden auch in den Krankenhäusern kritisch gesehen. Quoten und Kennzahlen allein helfen nicht, meint Markus Wagner: „Zur Bewältigung einer Pandemie sind Quoten wichtige Indikatoren, sie haben aber keinen Einfluss auf deren Verlauf. Allein politischen Maßnahmen und das richtige Verhalten der Bevölkerung haben Auswirkungen auf die Infektionsraten.“ Er appelliert an die Menschen: „Wir können deshalb nur jeden auffordern, sich an die verordneten Maßnahmen zu halten und Kontakte soweit möglich zu vermeiden, um einen Überlastung der medizinischen Versorgung nicht nur für Corona-Infizierte, sondern für jeden Erkrankten zu vermeiden.“

„Die Inzidenz ist die maßgebliche Größe zur Vorbereitung auf das, was auf uns zukommt.“

Als Planungsgrundlage für das Krankenhaus sieht er weiterhin die Inzidenzen: „Statistik-Experten können anhand aktueller Infizierungsraten berechnen, wie viele Menschen etwa zwei Wochen später stationär versorgt werden müssen.“ Mathias Burkhardt schließt sich dieser Meinung an: „Für uns als SLK-Verbund war und ist die Inzidenz die maßgebliche Größe zur Vorbereitung auf das, was auf uns zukommt.“ Auf die Frage, ob die Hospitalisierungsrate zu spät warnen würde, meint Burkhardt: „Was die Hospitalisierungsquote betrifft, ist dies – für Krankenhäuser gesehen – der Fall. Es ist sozusagen eine „Pandemiebetrachtung im Rückspiegel“, die keinen Einfluss auf unsere Planungen hat“.  Er differenziert aber: „Für das öffentliche Leben ist dies anders zu bewerten.“

Text: Matthias Lauterer

 




Öhringer Weihnachtsmarkt soll weiterhin stattfinden

Trotz Absagen in der Region, laufen die Vorbereitungen für den Öhringer Weihnachtsmarkt weiter. Die Stadtverwaltung teilt mit, dass sie an ihren Plänen, den „Winter, Wunder, Weihnachtsglanz“ ab dem ersten Adventswochenende stattfinden zu lassen, festhalten will. „Wir wissen, dass es diese Woche eine neue Corona-Verordnung geben soll, aber wir wissen noch nicht, wie diese konkret aussehen wird. Ziel ist, die Umsetzung innerhalb der geltenden Regeln hinzubekommen. Unser Hygienekonzept steht“, so Stadtsprecher Michael Walter in der Pressemitteilung.

Keine Veranstaltungen in den Innenräumen

Das Konzept sieht bisher vor, dass es auf dem Marktplatz und im Schlosshof nur einen reinen Warenverkauf gibt. Dort gelten die gleichen Regeln wie für den Einzelhandel sowie Maskenpflicht. Alle Veranstaltungen in Innenräumen sind abgesagt. Gastronomische Angebote werden von den örtlichen Gastwirten unter Einhaltung der 2G-Regel angeboten. Neu ist seit heute, dass die Dampfeisenbahn auf dem Marktplatz nicht fahren wird. „Schweren Herzens haben wir uns gegen das vor allem bei Kindern beliebte Bähnle entschieden. Dies hat vor allem sicherheitstechnische Gründe, da Abstände beim Fahren und Warten nur mit viel Aufwand eingehalten werden können. Daher muss die Öhringer Dampfbahn dieses Jahr leider nochmals im Lokschuppen in Friedrichsruhe bleiben“, sagt Kultur- und Veranstaltungsleiter David König.

„Das erste Wochenende ist entscheidend“

„Wir appellieren an alle Besucher verantwortungsvoll mit der Situation umzugehen. Bitte halten Sie Abstand und tragen Sie eine Maske auf dem Marktgelände. Denken Sie daran, Ihren Impfnachweis für die Gastronomie bereitzuhalten und halten Sie sich an die aktuellen Regeln. Es wird Kontrollen geben. Das erste Adventswochenende und die Vorgaben des Landes werden entscheidend für die Fortsetzung des Weihnachtsmarktes sein“, appelliert Stadtsprecher Michael Walter. Die Polizei wird das Ordnungsamt bei den Kontrollen unterstützen.

Quelle: Pressemitteilung der Stadtverwaltung Öhringen




Künzelsau impft jetzt im alten Krankenhaus

Die Impfstation in Künzelsau, die von der Pandemiebeauftragten Dr. Susanne Bublitz in Zusammenarbeit mit weiteren Hausärzten aus dem Kreis organisiert und vom Hohenlohekreis unterstützt wird, befindet sich nun im Gebäude des ehemaligen Krankenhauses in der Notfallambulanz. Dort können bis zu fünf Impfstraßen betrieben werden, sodass sich die maximale Kapazität erhöht, teilt das Landratsamt mit. „Ich bin froh, dass wir die Impfkapazitäten schnell erweitern konnten und freue mich über die gute Zusammenarbeit mit den Kolleginnen und Kollegen“, erklärt Dr. Susanne Bublitz laut der Pressemitteilung. „Wir hoffen jetzt natürlich, dass möglichst viele Impfwillige das Angebot annehmen.“

Öffnungszeiten

Die Impfstation öffnet dienstags und freitags von 18 bis 20 Uhr sowie sonntags um 9 Uhr. Eine Terminvereinbarung unter www.impfterminmanagement.de/praxis/prx60994bfc19101/registrieren wird empfohlen. Impfen ohne Termin ist frühestens ab 30 Minuten vor Schließung möglich und nur, solange der Impfstoffvorrat reicht. Die Impfterminvergabe ist auch auf den Internetseiten www.gemeinschaftspraxis-pfedelbach.de, www.hohenlohekreis.de und www.corona-im-hok.de verlinkt.

Weitere Informationen

Fragen zur Impfkampagne sowie zum Thema Corona allgemein beantwortet auch die Hotline des Gesundheitsamtes unter der Telefon 07940/18 888 montags bis donnerstags von 9 bis 16 Uhr sowie freitags von 9 bis 12 Uhr. Bitte beachten: Es können über die Hotline keine Impftermine ausgemacht werden.

Foto: Landratsamt Hohenlohekreis

 




Aus der Garage in alle Welt

In der 19. Folge des Podcast von Hohenlohe Plus ist Rudi Sprügel, Gründer der Jako AG zu Gast. Was als Garagengründung im Jahr 1989 in Stachenhausen begann, ist heute ein Unternehmen mit 280 Mitarbeitern und einem Umsatz von 112 Millionen Euro im Jahr 2019. Den Schwerpunkt hat die Jako AG im Teamsportgeschäft, ihr Motto ist „We are team“. Heute hat das Familienunternehmen seinen Firmensitz in Mulfingen.

In dem Podcast geht es darum, ob Rudi Sprügel damals belächelt wurde, als er in der Garage seines Bruders Jako gründete und wie man motivierte Fachkräfte für eine ländliche Region wie Hohenlohe begeistert. Der Hohenlohe Plus Podcast steht auf der Webseite des Vereins und auf den gängigen Podcast-Kanälen wie
Amazon, Apple und Spotify zum Hören bereit.

Mehr Informationen gibt es auf der Homepage https://www.hohenlohe.plus/ oder per E-Mail an info@hohenlohe.plus.

Quelle: Pressemitteilung von Hohenlohe Plus e.V.




„Unser Blick geht nach vorne“

Birgit Baronin von Berlichingen wurde bei der Mitgliederversammlung des Heimat- und Verkehrsverein e.V. einstimmig zur neuen ersten Vorsitzenden des Heimat- und Verkehrsvereins gewählt, heißt es in einer Pressemitteilung der Burgfestspiele Jagsthausen GmbH. Gleichzeitig ist sie nun auch deren Geschäftsführerin an der Seite von Roland Halter. Alexandra Baronin von Berlichingen und Jürgen Bircks scheiden nach 25 Jahren aus dem Vorstand aus. Die Verantwortlichen blicken nach zwei coronabedingt ausgefallenen Spielzeiten hoffnungsvoll auf die kommende Spielzeit 2022.

Blick nach vorne

Bei den nachgeholten Mitgliederversammlungen 2019 und 2020 des Heimat- und Verkehrsvereins e.V. gab es einen Rückblick auf die traurigen Geschehnisse der vergangenen zwei Geschäftsjahre, die zu den schwersten in der Geschichte der Burgfestspiele gehören. Erstmals mussten zwei Spielzeiten hintereinander abgesagt werden. „Mit viel Unterstützung aus dem Nothilfefonds des Landes Baden-Württemberg, des Landkreises Heilbronn, unseren treuen Sponsoren, ganz besonders unserem Hauptsponsor, der Adolf Würth GmbH & Co. KG, und vor allem einer großartigen Teamleistung konnte der Betrieb der Burgfestspiele Jagsthausen für das Spieljahr 2022 gesichert werden. Unser Blick geht hoffnungsvoll nach vorne – wir planen eine normale Spielzeit 2022“, so Geschäftsführer und zweiter Vorsitzender Roland Halter.

Rückzug nach 25 Jahren

Ein weiterer Tagesordnungspunkt der Mitgliederversammlung war die Wahl eines neuen ersten Vorstands. Alexandra Baronin von Berlichingen, die krankheitsbedingt nicht anwesend sein konnte, und Jürgen Bircks erklärten nach über 25 Jahren bereits im vergangenen Jahr ihren Rückzug aus der Vereinsführung sowie der Geschäftsleitung der Burgfestspiele. Im Vorfeld der Wahl wurde durch den Ausschuss die Satzungsänderung von bisher drei auf nun zwei Vorstände empfohlen. Birgit Baronin von Berlichingen wurde einstimmig zur neuen 1. Vorsitzenden des Heimat- und Verkehrsvereins e.V. gewählt. Geschäftsführer Roland Halter freut sich auf eine gute Zusammenarbeit und gratulierte ihr im Namen der Burgfestspiele.

„Ich hoffe auf eine erfolgreiche Zukunft“

„Ich bin dankbar für das Vertrauen der Mitglieder und freue mich auf die neue Herausforderung. Der große Zuspruch motiviert mich, diese neue Aufgabe anzugehen, und ich hoffe auf eine erfolgreiche Zukunft der Burgfestspiele in Jagsthausen. Es ist mir eine große Freude, dieses Amt nach meiner Schwiegermutter, die die Festspiele über 25 Jahre mit ihrer charmanten Art geprägt hat, nun weiterzuführen“, so Birgit Baronin von Berlichingen. Roland Halter bringt sein großes Bedauern zum Ausdruck, dass es Alexandra Baronin von Berlichingen nicht möglich war, seinen großen Dank persönlich entgegenzunehmen und von der Mitgliederversammlung verabschiedet zu werden. „Die Burgfestspiele Jagsthausen verdanken ihr viel. Wir wünschen Baronin Alexandra von Herzen alles Gute und wir hoffen, dass es ihr bald bessergeht“, so Roland Halter.

Scheidende Vorsitzende zu Ehrenmitgliedern ernannt

Der zweite Vorsitzende Roland Halter würdigte im Anschluss den scheidenden dritten Vorsitzenden Jürgen Bircks und dankte ihm für die jahrzehntelange gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit. Gleichzeitig ernannte er im Auftrag des Vereinsausschusses Alexandra Baronin von Berlichingen und Jürgen Bircks zu Ehrenmitgliedern des Vereins. „Seit 1961 bin ich mit der Götzenburg und den Burgfestspielen verbunden, ab 1995 aktiv. Ich habe viele Höhen und Tiefen miterlebt, aufregende Jahre liegen hinter mir, von denen ich aber keines missen möchte. Intendanten, Regisseure, Schauspieler und Techniker – für sie alle war ich gerne Ratgeber, Freund und Bewunderer. Für diese Zeit und die besonderen Momente bedanke ich mich herzlich, vor allem für die gute und freundschaftliche Zusammenarbeit innerhalb der Geschäftsleitung und den Mitarbeitern“, so Jürgen Bircks.

„Der kleine Vampir“ kommt nach Jagsthausen

Die Vorfreude auf das Festspieljahr 2022 ist groß. Die künstlerische Leiterin Eva Hosemann steht in den Startlöchern. Sie berichtete der Versammlung über den aktuellen Planungsstand für die kommende Saison. Der Spielplan bleibt weitestgehend unverändert, einzig das Kinderstück hat sich geändert. „Der kleine Vampir“ kommt an Stelle von „Alice im Wunderland“ für Kinder ab fünf Jahren in den Burghof. „Ganz besonders freue ich mich über eine Ergänzung im Spielplan, denn „Baskerville – Sherlock Holmes und der Hund von Baskerville“ is coming home. Im Anschluss an die Spielzeit 2018 war das Stück in Hamburg und auf Deutschlandtour und kommt nun an seine erste Spielstätte zurück. Uns erwartet ein eingespieltes Team und die Zuschauer:innen dürfen sich auf unterhaltsame Abende mit einem spielfreudigen Ensemble freuen“, so Eva Hosemann.  Im Weiteren berichtete sie über die laufenden Planungen und schürte die Vorfreude auf den kommenden Sommer. Bereits am 29. November 2021 startet der Vorverkauf.

Ehrung für zehn Jahre Laienensemble

Zwei Mitwirkende wurden für ihre langjährige Verbundenheit ausgezeichnet. Bereits zehn Jahre sind Simone Hölzle und Tobias Gundel Teil des Laienensembles der Burgfestspiele. Roland Halter dankte ihnen für ihr großes Engagement und überreichte ein Präsent mit Urkunde. Er brachte die Hoffnung zum Ausdruck, dass beide auch in Zukunft mit viel Freude und Elan auf der Bühne stehen.

Information

Tickets können ab 29. November 2021 über das Internet www.burgfestspiele-jagsthausen.de, per Mail burgfestspiele@burgfestspiele-jagsthausen.de oder unter Telefon 07943/912 345 bestellt werden.

Quelle: Pressemitteilung der Burgfestspiele Jagsthausen GmbH




„Zum jetzigen Zeitpunkt ist der Weihnachtsmarkt noch nicht abgesagt“

In den letzten Tagen wurden aufgrund der Corona-Lage viele Weihnachtsmärkte abgesagt. Nicht nur in Bayern, wo sämtliche Weihnachtsmärkte durch die Landesregierung bereits abgesagt wurden, auch in Baden-Württemberg. So findet zum Beispiel der Weihnachtsmarkt in Heilbronn nicht statt. Auch der Gemeinderat von Schöntal beschloß, dass es 2021 keinen Weihnachtsmarkt am Kloster geben soll.

Künzelsau plant mit 2-G-Regel

Auch Künzelsau hat reagiert und Vereine, die am „Advent am Schloß“ teilnehmen wollten, über die neuen Corona-Richtlinien informiert: Der Weihnachtsmarkt soll unter 2G-Regelung und Kontaktdatenerfassung stattfinden. Zu- und Abgang soll nur an zwei Stellen möglich sein, der Rest des Marktes soll eingezäunt werden. An den Zugangsstellen sollen die 2G-Nachweise kontrolliert werden, die Kontaktdaten sollen mittels Luca-App oder Formular erfasst werden. Die kontrollierten Besucher sollen ein farbiges Bändchen bekommen.

Diese Regel gilt auch für die Helfer an den Ständen, auch sie müssen geimpft oder genesen sein und ihre Kontaktdaten erfassen.

Allgemeine Maskenpflicht

„Auf dem gesamten Gelände ist ein Mund-Nasen-Schutz verpflichtend. Alle Besucher:innen sowie Standbetreiber und Helfer müssen eine Maske tragen. Beim Verzehr von Speisen und Getränken darf die Maske abgenommen werden“, teilt die Stadt den Vereinen mit.

Rückmeldung der Vereine bis heute 22. November 2021

Die Stadt hat die teilnehmenden Vereine bis zum heutigen Montag, den 22. November 2021, um Rückmeldung gebeten, ob sie ihre Stände unter diesen Voraussetzungen überhaupt noch öffnen können oder wollen. GSCHWÄTZ ist zumindest ein Verein bekannt, der seine Teilnahme unter diesen neuen Voraussetzungen abgesagt hat.

Noch keine Tendenz der Stadt zu erkennen

Auf GSCHWÄTZ-Nachfrage, wieviele Vereine bereits ein Feedback abgegeben haben und ob der „Advent am Schloß“ eventuell abgesagt wird, wollte sich bei der Stadt Künzelsau niemand konkret äußern: „Zum jetzigen Zeitpunkt ist der Weihnachtsmarkt noch nicht abgesagt“, so die Auskunft direkt aus dem Büro von Bürgermeister Neumann.

Text: Matthias Lauterer




Sanierung der Jagstbrücken in Schöntal verzögert sich

Die Sanierung der beiden Jagstbrücken an der K2321 in Schöntal kann voraussichtlich erst im April 2022 beendet werden. Im Zuge der Bauarbeiten, die im April 2021 begonnen hatten, stellte sich heraus, dass der Unterbau der Brücken weit schlechter war als dies durch die vorliegenden Baupläne vorausgesetzt werden konnte. Dies machte umfangreiche Untersuchungen zur Tragfähigkeit am Bauwerk und im Baugrund erforderlich, so dass die eigentlichen Arbeiten Ende Oktober unterbrochen werden mussten.

Untersuchungen machten Bauunterbrechung nötig

Mittlerweile liegen die Untersuchungsergebnisse vor. Die Arbeiten werden Ende November fortgeführt und dauern nun voraussichtlich bis April 2022 an.

Neue Lager erforderlich

„Im weiteren Verlauf der Ertüchtigungsarbeiten in Berlichingen müssen die alten Brückenlager der Unterbauten ausgebaut und durch moderne ersetzt werden. Die neuen Lager werden derzeit angefertigt und Ende November auf die Baustelle geliefert, dann können die Arbeiten weitergehen“, erklärt Bauleiter Rudolf Beck vom Straßenbauamt des Hohenlohekreises. Zum Austausch der Brückenlager wird eine Hubvorrichtung aus drei hydraulischen Pressen mit jeweils 60 Tonnen Tragkraft unter die Hauptträger der Brücke positioniert und der Überbau angehoben. Wenn die Auflagerung lastfrei ist können anschließend die Brückenlager ausgewechselt werden. Nach dem Lagertausch werden die Kammerwände an dem Unterbau wiederhergestellt und wasserdichte Fahrbahnübergänge eingebaut.

Pressemitteilung Landratsamt Hohenlohekreis

Bei der zusätzlich erforderlichen Baugrunduntersuchung war schweres Bohrgerät notwendig. Foto: Landratsamt Hohenlohekreis

Untersuchung der Lager des Brückenunterbaus an der Jagstbrücke in Berlichingen. . Foto: Landratsamt Hohenlohekreis




Nikolaus kommt doch nicht mit der Feuerwehr

Vor wenigen Tagen kündigte die Feuerwehr Niedernhall an, dass der Nikolaus mit dem Feuerwehrauto zu den Kindern kommt, um ihnen eine Freude zu bereiten.

Nun macht die aktuelle Corona-Verordnung allen Beteiligten einen Strich durch die Rechnung: Aufgrund der Corona-Situation muss diese Aktion leider ausfallen.




Jeans made in Germany: das Geheimnis ihres Erfolges

Sina Trinkwalder war Unternehmensberaterin, bevor sie um 2010 eine Textilmanufaktur in Augsburg aufbaute. Bekannt wurde sie durch Ihren Ansatz, dort Menschen, die auf dem ersten Arbeitsmarkt keine Chance mehr gesehen haben, zu beschäftigen. Im ersten Teil eines GSHWÄTZ-Interviews spricht sie über ihr soziales Engagement und darüber, wie es möglich ist, heutzutage in Deutschland noch Bekleidung zu produzieren, unter anderem ihre Jeansmarke Augschburgdenim, die sie in ihrer Firma manomama produziert.

GSCHWÄTZ: Via Zoom ist mir Sina Trinkwalder zugeschaltet. Beim „Vorbildpreis 2016“ in Bayreuth hast du dein Publikum ein wenig schockiert. Kannst du die Situation mal kurz kurz erläutern?

„Ich bin dann präsent, wenn es notwendig ist“

Sina Trinkwalder: In Bayreuth war es folgendermaßen … und nicht nur in Bayreuth. Ich mache das öfters, um Menschen einfach wirklich am Körper spürbar zu vermitteln, was falsch bei uns in der Wirtschaft läuft. Oft dann, wenn ich beispielsweise unterwegs bin, auf Lesungen und Vorträgen, und ich habe eine große Bühne und stehe da drei, vier Meter über dem Publikum. Dann lasse ich sie aufstehen und sich wieder setzen und die meisten fragen sich, warum sie das jetzt machen sollten. Dann kann man wunderbar erklären, dass Menschen einfach das tun, was jemand, der über ihnen steht, einfach befiehlt, ohne selber darüber nachzudenken, ob es überhaupt Sinn ergibt. Das ist die Erklärung dafür.

Menschen tun das, was jemand, der über ihnen steht, einfach befiehlt

GSCHWÄTZ: Mich hat das unheimlich erinnert an den Film Männer von Doris Dörrie, wo auch ein Manager-Test vorkommt. Wo der Herr Ochsenknecht einen Papierhut falten, den dann aufsetzen und auf den Stuhl steigen muss und hinterher heißt es, ja, ein Manager setzt sich keinen Papierhut auf und stellt sich auf einen Stuhl, wenn man es ihm sagt. Haben die Leute nichts gelernt seit der Zeit? Der Film war doch sehr berühmt damals.

Sina Trinkwalder: Da muss ich jetzt sagen, ich kenne ihn auch nicht, den Film (lacht). Insofern finde ich, die Argumentation „Haben die Leute nichts gelernt?“ würde ja nur ab einem gewissen Alter, in einem gewissen Alter greifen. Es gibt jeden Tag neue Menschen auf dieser Welt und jeden Tag gibt es neue Standpunkte, neue Sichtweisen. Insofern glaube ich auch, „hat man nichts gelernt“ ist nicht unbedingt der richtige Ausdruck, sondern wir lernen jeden Tag aufs Neue. Das dürfen wir fragen, ob wir nicht bereit sind, jeden Tag aufs Neue lernen. Da würde ich unterschreiben. Nein, es gibt Leute, die sich dann ganz felsenfest auf den Standpunkt setzen „das haben wir immer schon so gemacht“, es wird anders gemacht und Ende. Und das ist auch momentan ein bisschen unser Dilemma.

Würth verleiht Preis an Trinkhauser: „Unternehmerisches Herz“

GSCHWÄTZ: Ah ja, da nimmst Du was vorweg. Das ist nämlich einer der zwei Sätze, die meiner Meinung nach die deutsche Bekleidungsindustrie in den Ruin getrieben haben. Der eine ist „das haben wir noch nie so gemacht“ und der andere ist, „das haben wir schon immer so gemacht“. Aber das ein kleiner Vorgriff.

Du hast 2017 einen Preis bekommen mit einer Beziehung zu Künzelsau, nämlich den Preis Unternehmerisches Herz, der unter anderem von der WÜRTH-Gruppe verliehen wird, von der Wirtschaftswoche unter anderem  und der WÜRTH-Gruppe. Wiie fühlt man sich da, wenn man als relativ kleiner Unternehmer einen Preis bekommt von einer Zeitung und einem Unternehmen, das doch weltweit agiert und eigentlich Großindustrie ist?

Sina Trinkwalder: Wie fühlt man sich da? Ich habe ja, wenn du geguckt hast, sehr sehr sehr, sehr viele Preise bekommen und ich fühle mich danach auch nicht anders als die anderen, sondern „weitermachen“. Das ist mir eigentlich reichlich egal, wie groß oder klein jemand ist. Wenn jemand Notiz von der Arbeit nimmt, die wir in Augsburg machen, dann ist es doch wunderbar und dann begrüße ich das auch.

GSCHWÄTZ: Kannst Du vielleicht ganz kurz darauf eingehen, was du genau in Augsburg machst?

Sina Trinkwalder: Was ich in Augsburg mache? Seit vielen, vielen Jahren, seit nunmehr fast 12 Jahren produzieren wir in Augsburg wieder Bekleidung. Wir wertschöpfen Textilien dort, wo sie vor vielen vielen Jahrzehnten auch gewertschöpft wurden. In einer Zeit bevor man eben bevor man eben im Zuge der Globalisierung woanders hingegangen ist.

GSCHWÄTZ: In der Laudatio zu dem Preis von Würth steht das sehr genau drin: „Sie produziert in ihrer teuren Heimat, verwendet Stoffe aus Deutschland und gibt Langzeitarbeitslosen einen Job in einer Welt mit immer mehr Menschen und begrenzten Ressourcen. Müssen wir anders denken, um nachhaltiges Wachstum zu ermöglichen? Und Trinkwalder zeigt, wie es gehen kann.“

Corona: „Ich musste niemand meiner Kolleg:innen nach Hause schicken“

Sina Trinkwalder: Ja, vielleicht. Was ganz spannend ist, auch in der Zeit der Krise, der Coronakrise, wo ja die ganzen globalen Ketten implodieren. Wir kamen die letzten eineinhalb Jahre komplett ohne Kurzarbeit aus, ich musste niemand meiner Kolleginnen und Kollegen nach Hause schicken. Wir machen weiter wie bisher. Und ja, es zeigt vielleicht auch, dass es nicht unbedingt die falscheste Entscheidung war, wieder in einer regionalen, beständigen Wertschöpfungskette zu produzieren. Vor allen Dingen ist es die ökologischste.

GSCHWÄTZ: Wie schaffst du das, Jeans auf den Markt zu bringen – Ich habe jetzt zum Beispiel gerade eine an, man sieht es aber nicht – die zum einen in einer sehr guten Qualität sind und zum anderen vom Preisniveau ungefähr auf dem Niveau liegen, wie es die großen Ketten auch anbieten, die dann die Jeans aber für 10 Euro aus Asien importieren.

So rechnet sich die Herstellung einer Jeans

Sina Trinkwalder: Na ja, das Geheimnis ist ganz einfach Du hast es schon gesagt: In einer sehr guten Qualität. Wir würden gar nicht überleben, wenn wir nicht sehr gute Qualität produzierten. Naja, und das zweite ist, dass wir völlig anders kalkulieren. Wenn man sieht, wie heute eine Jeans kalkuliert ist, übrigens jedes textile Produkt … Vor ungefähr fünf bis sieben Jahren war es noch so, dass man sagte der Herstellungspreis mal 3 plus Mehrwertsteuer. Also wenn wir 10 Euro Herstellungspreis oder Fabrikabgabepreis haben, dann wärst du da bei 30, 35 Euro plus Mehrwertsteuer bis bei 45 Euro, salopp gesagt. Die hat aber damals schon 100 Euro gekostet. Mittlerweile sind die Kalkulationen auf das sieben- bis achtfache. Also die Jeans ist nicht teurer geworden bzw. nur minimal teurer geworden. Aber mittlerweile zahlst du 120 bis 150 Euro für dieselbe Geschichte.

Augschburgdenim-Jeans im manomama-Webshop.

Warum? Weil natürlich zum einen die Unternehmen das wirklich brauchen, weil sie sich im Internet um die Reichweite schlagen und einen Haufen in Werbung stecken. Die haben überhaupt gar keine Kohle für Werbung. Und zum Zweiten ist es so, dass sie auch den Verwaltungs- und auch den ökologischen Apparat bedienen müssen. Also so eine Logistik-Geschichte, die kostet ja richtig Geld. Mittlerweile sind wir bei 20.000 Dollar für einen Container. Das wird alles teurer. Das ist bei uns hier nicht teurer geworden. Und das einzige, was teuer ist, aber „teuer“ empfinde ich als völlig falschen Ausdruck, ist Arbeitskraft. Ich setze oder ich richte meine Unternehmen alle volkswirtschaftlich aus. Und volkswirtschaftlich gesehen ist es genau das einzig Richtige zu sagen, dass wir jedem Menschen auch wieder ermöglichen, seinen Erwerb zu erwirtschaften.  Egal wie jung oder alt er ist, wie groß, wie klein, wie dick, wie dünn, wie  gehandicapped oder wie nicht gehandicapped. Das ist die Aufgabe für mich als Unternehmer. Und dass es teurer in der Herstellung ist, ist natürlich klar, auch weil wir ausschließlich ökologische Materialien und regional verarbeiten. Aber im Endeffekt langfristig gesehen, vom Blick unserer Enkel und Enkelskinder gesehen oder Enkelsenkel gesehen, ist es eine richtig günstige Hose.

Marketingkosten über 50 Prozent

GSCHWÄTZ: Meine nächste Frage ja schon teilweise angesprochen. Eigentlich steckt ja in den „Industrietextilien“ teils 50 Prozent Marketingkosten drin.

Sina Trinkwalder: Das wird wahrscheinlich nicht mal mehr reichen. Ja, das Marketing bei manomama bin ich [lacht]. Mehr ist nicht drin.

GSCHWÄTZ: Nunja, das ist ja auch ein Gesicht und eine Person, die bekannt ist. Da braucht man dann keine Fußballspieler mehr?

„Wenn Leute sagen, das geht nicht, dann ist es deren Begrenzung.“

Sina Trinkwalder: Ja, manchmal wäre mir es ganz recht, wenn es anders wäre. Aber es ist völlig in Ordnung. Ich habe mich wie gesagt vor 12 Jahren für das soziale Projekt entschieden. Heute ist wirklich ein stabiler Mittelständler daraus geworden und wir sind alle stolz. Wir haben ja jetzt auch gerade die Diskussion mit Mindestlohn 12 Euro. Klappt das oder klappt es nicht? Das ist für uns beispielsweise überhaupt gar keine Diskussion. Wir sind gestartet, als es gar keinen Mindestlohn gab. Und auch jetzt, wir haben vor eineinhalb Jahren schon gesagt, wir müssen uns so aufstellen und so umstrukturieren und wir müssen so Produkte produzieren, dass wir auch die Löhne erwirtschaften, dass die Menschen davon leben können.

Kann „überhaupt nicht verstehen, dass wir hier in Deutschland um Mindestlöhne diskutieren.“

Und wenn Leute sagen, das geht nicht, dann ist es deren Begrenzung. Ja, es geht schon, wenn man will. Dazu braucht es auch wirklich tolle Partner. Wir produzieren ja beispielsweise auch viele Einkaufstaschen für die Edeka, Tegut, DM und auch die gehen den Weg, weil auch dort wissen die Einkäufer, alles wird teurer. Niemand kann erwarten, dass immer alles gleich bleibt. Aber wenn alles teurer wird, müssen auch die Löhne steigen. Insofern kann ich die Diskussion überhaupt nicht verstehen, dass wir hier in Deutschland um Mindestlöhne diskutieren.

GSCHWÄTZ: Du hast eben gesagt, Deine soziale Firma. Wie äußert sich das ursprünglich? Wenn ich das recht in Erinnerung habe, waren ja diese Taschen im Prinzip der Einstieg, durch den du den Leuten bekannt geworden bist.

„Du kannst das und komm, wir gehen gemeinsam den Weg“

Sina Trinkwalder: Es ist. Wir machen bis heute zum großen Teil ungefähr 60 bis 65 prozent Einkaufstaschen aus Bio-Baumwolle. Einkaufstaschen für die großen Kooperationspartner, weil das auch der Qualifikations- Einstieg für meine Menschen ist. Für jemand, der noch nie an der Nähmaschine gesessen ist, ist das ein überschaubares Projekt. Das sind Handgriffe, die man erlernen kann. Und über diese Handgriffe hinweg, finden sie wieder Selbstvertrauen und  Selbstwertgefühl, dass sie was drauf haben.
Wenn man bedenkt … Du musst dir vorstellen, wenn dir 500 mal jemand erzählt, du bist zu blöd für irgendwas, du kannst gar nix, ich will dich nicht einstellen, dann glaubt man das irgendwann und dann ist das Selbstwertgefühl komplett weg, das Selbstvertrauen nicht mehr da. Und das müssen wir erst mal wieder aufbauen und sagen „Doch, da gibt’s was und du kannst das und komm, wir gehen gemeinsam den Weg“. Und so fing das Ganze eben an..

GSCHWÄTZ: Es waren also Mitarbeiter, die zu dem Zeitpunkt in irgendeiner Weise krank waren, vielleicht auch psychisch Probleme hatten, die du da ursprünglich eingestellt hast?

„Und bis heute stellen wir Menschen ein, die es auf dem ersten Arbeitsmarkt nicht einfach haben.“

Sina Trinkwalder: Und bis heute stellen wir Menschen ein, die es auf dem ersten Arbeitsmarkt nicht einfach haben, wir haben sehr viele Menschen, die einen Migrationshintergrund haben, also Barrieren in der Sprache oder im Lesen beispielsweise. Wir haben Menschen, die vermeintlich zu alt sind, zu wenig leistungsfähig in den Augen der Human-Resources-Abteilungen. Wir haben körperlich gehandicapte. Psychisch gehandicapte haben wir weniger, weil wir ja keine Therapie-Einrichtung sind, den Schuh ziehen wir uns auch nicht an. Psychisch gehandicapte Menschen oder psychisch beeinträchtigte Menschen, die brauchen professionelle Hilfe. Das sind wir der falsche Ansprechpartner. Das darf man eben nicht verwechseln. Weil am Ende des Tages sind wir auch eine Unternehmung, die die schauen muss, dass sie schwarze Zahlen schreibt. Das machen wir seit Jahren. Wir haben keine Bankkredite, keine Fördermittel, nichts. Und das wollen wir auch weiterhin so behalten. Aber wir sind eben keine therapeutische Einrichtung.

GSCHWÄTZ: Bekleidungsnäherinnen zu finden dürfte im Moment schwierig sein, weil es den Beruf in der Ausbildung praktisch nicht mehr gibt in Deutschland?

„Wir haben wieder angefangen, auszubilden“

Sina Trinkwalder: Ja, das war von Anbeginn schwierig, es gibt sie nicht mehr, wie du richtig gesagt hast, aber wir haben wieder angefangen, auszubilden. Und wir selbst bilden in Augsburg Bekleidungsfertiger aus,  Modeschneider, Modenäher und schaffen uns selbst unsere Manufaktur Kolleginnen.

GSCHWÄTZ: Wie viele Mitarbeiter hast du im Moment im Produktionsbereich?

Sina Trinkwalder: Es gibt keinen anderen Bereich bei uns. Wir haben keinen großartigen Verwaltungsbereich. Wir haben da zwei Halbtagskräfte und das ist natürlich … momentan sind wir zirka 130 Leute.

GSCHWÄTZ: Das ist ja keine ganz kleine Firma mehr.

Sina Trinkwalder: Nee, so klein ist sie nicht, sie war schon auf 150. Wir haben aber dann auch jetzt die letzten zwei Jahre im Zuge der Pandemie mit Abständen und Tralala und weiß der Geier was alles zum Einen und zum Zweiten auch aufgrund der Tatsache, dass wir bereits viele Ladies und Gentlemen mit in die Rente begleiten durften, gesagt, wir machen jetzt erst mal halblang, um wirklich zu gucken, dass wir alle gesund durch diese Krise kommen.

GSCHWÄTZ: Wenn man jetzt sich die Lage der Bekleidungsindustrie in Deutschland generell vorstellt: Wir haben keine ausgebildeten Mitarbeiter mehr, die Maschinenindustrie ist im Prinzip abgewandert, bei der Deutschland absolut führend war, weil es einfach keine Partnerfirmen mehr gegeben hat. Siehst du irgendeinen Weg, diese Industrie zum Teil wieder zurückzuholen nach Deutschland?

Bekleidungsindustrie in Deutschland: „Ich glaube, zurückkommen wird keiner mehr.“

Sina Trinkwalder: Nein, ich glaube, zurückkommen wird keiner mehr, zumindest nicht unter den Voraussetzungen, wie wir es bei manomama machen. Monomama, der Name kommt von Manu, die Hand, und Mama, die Mutter. Aus den Händen der Mütter. Bei uns steht auch der Manufaktur-Gedanke sehr groß im Vordergrund. Manufaktur deshalb, weil du dir vorstellen musst, wenn du etwas mit den Händen erarbeitest, dann gibt es auch eine intrinsische Motivation. Diese viel besagte intrinsische Motivation, die Selbstwertgefühl vermittelt und die einfach ein gutes Gefühl gibt, dass du etwas drauf hast, dass du etwas kannst.
Was mit Sicherheit wieder zurückkommt –  was wir bei Adidas schon gesehen hatten, wobei die schon wieder weg sind – ist vollautomatisierte Schuhproduktion, vollautomatisierte T-Shirt-Produktion. Da brauchst du dann nicht 10 Menschen, um beispielsweise einen Hoodie zu produzieren, sondern einen halben, der parallel fünf Maschinen bedient und fünf Mal aufs Knöpfchen drückt. Das ist in meinen Augen nicht menschenfreundlich, weil niemand Bock hat, den ganzen Tag nur aufs Knöpfchen zu drücken. Ja, das ist auch nicht zielführend für die Motivation, sondern das ist einfach ein Handlanger der Automatisierung. Das, glaube ich, kann wieder nach Deutschland kommen, gerade im Hinblick auf implodierte Lieferketten, dass man versucht, so viel wie möglich zu automatisieren.
Aber das ist genau den Weg, den wir nicht gehen, sondern wir wollen, dass der Mensch im Hintergrund steht, dass eine menschliche, kreative Schaffenskraft im Vordergrund steht, dass wir nach wie vor auf der Wurzel sind, wie ich manomama auch gegründet habe: Wirtschaft FÜR  Menschen und nicht durch Menschen. Wir sind eine 130-Leute-Manufaktur und es bleiben wir auch immer.

GSCHWÄTZ: Ist das Manufakturwesen möglicherweise für Deutschland eine Zukunft in verschiedensten Industriebereichen?

Die Renaissance des echten Handwerks

Sina Trinkwalder: Bin ich ganz, ganz sicher, dass dem so ist und wir sind auch mittendrin in einer Renaissance, in einer beginnenden. Wenn man sieht, junge Menschen bekennen sich wieder zum Bäckerhandwerk, zum Fleischerhandwerk, zu ganz archaisch bodenständigen Handwerksgebilden. Ich glaube, dass wir auch in großen Teilen diesen Zenit an Industrialisierung echt überschritten haben. Es wurde alles standardisiert, es wurde alles ge-DIN-Normt. Der Mensch hat keinen Bock mehr auf standardisierte Scheiße. So wird Konsum auch nicht mehr funktionieren. Dass wir Konsum brauchen, da brauchen wir nicht drum herumreden und dass wir ihn auch ein bisschen wollen, ist ja auch in Ordnung. Die Frage ist, wie gestalten wir ihn so, dass wir nicht Raubbau an Mensch, Tier, Umwelt treiben. Und ich glaube, wenn wir wieder viele Kleine nach vorne bringen, durchaus auch mit den Regularien von großen Industrien, wenn es um Lebensmittelsicherheit geht, um Arbeitsschutz geht und und und, dann kann das eine ganz wunderbare, vielfältige Geschichte werden. Wir brauchen auch Vielfalt in der Wirtschaft. Ja, ich finde Einfalt oder Monopolismus und Monopolstellungen finde ich ganz, ganz ganz gefährlich.

Im zweiten Teil des Interviews spricht sie über aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen und Verwerfungen in der Bundesrepublik und die Chancen, die sich daraus auch ergeben können.

Die Fragen stellte Matthias Lauterer