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Höhere Beiträge für Kindertagesbetreuung

Bei der Sitzung des Jugendhilfeausschusses des Kreistags am Dienstag, den 23. November 2021, stimmte das Gremium der Anpassung der Kostenbeiträge in der Kindertagespflege zu. „Die Elternbeiträge müssen in der Kindertagespflege turnusgemäß fortgeschrieben werden“, sagte Marion Bringezu vom Landratsamt Hohenlohekreis, die die Zahlen vorstellte. Dies sei zum letzten Mal zum 01. September 2018 geschehen. Der Kostenbeitrag der Eltern wird anhand der Anzahl der Kinder und Betreuungsstunden errechnet. „Eine Anhebung ergibt sich sowohl für den Bereich der U3-Kinder als auch der Ü3-Kinder, da die Beitragssätze für Kinderkrippen und Regelkindergärten infolge Personal- und Sachkostensteigerungen entsprechend angestiegen sind“, hieß es in der Beschlussvorlage.

Die durchschnittliche wöchentliche Betreuungszeit betrage pro Kind rund 20 Stunden. Der Jugendhilfeausschuss rechnet durch die Anpassung der Kostenbeiträge je Betreuungsstunde mit einer Erhöhung der Erträge von rund 38.000 Euro im Jahr.

Keine Erhöhung für Familien mit vier oder mehr Kindern

Die Erhöhungen betragen zwischen zehn und 15 Cent je Stunde und Kind. Bei Kindern unter drei Jahren gestalten sich die Beiträge ab dem 01. Januar 2022 folgendermaßen: Eltern mit einem Kind zahlen 2,55 Euro je Stunde, mit zwei Kindern 1,90 Euro, mit drei Kindern 1,30 Euro. Bei Familien mit vier oder mehr Kindern bleibt der Beitrag bei 0,50 Euro.

Für die Kinder über drei Jahren zahlen die Familien mit einem Kind zukünftig 2,15 Euro je Stunde, mit zwei Kindern 1,65 Euro und mit drei Kindern 1,10 Euro. Auch hier bleiben die Beiträge bei Familien mit vier oder mehr Kindern unverändert bei 0,40 Euro.

Eltern, denen die Mittel fehlen, können einen Härtefallantrag stellen, was aber nach Aussage von Marion Bringezu nur bei knapp zehn Prozent der Fälle vorkomme.

Der Jugendhilfeausschuss stimmte der Anpassung der Kostenbeiträge einstimmig zu.

Text: Sonja Bossert




„Ohne Kontrollen, ohne Masken und alles eng an eng“

Üblicherweise geht der öffentliche Teil einer Gemeinderatssitzung mit dem Tagesordnungspunkt „Fragen aus dem Gemeinderat“ unemotional und sachlich zu Ende. Normalerweise werden an die Verwaltung Fragen gestellt wie, wann eine Baumaßnahme beendet sein wird. Nicht so bei der Sitzung am 07. Dezember 2021.

Winter-Lounge „ohne Kontrollen, ohne Masken und alles eng an eng“

Herbert Schneider von der FfK berichtet davon, wie er die Winter-Lounge wahrnimmt: „Die Lounge ist für mich nicht OK“, sagt er. „Keine Kontrollen keine Maskenpflicht und alles eng an eng“, beschreibt er die Situation und stellt die Fragen „Warum hat man das mit aller Gewalt gemacht?“ und „Wer zahlt das?“

Die zweite Frage ist für Bürgermeister Stefan Neumann leicht zu beantworten: „Die Werbegemeinschaft“.  Diese sei auch für die Einhaltung der Corona-Verordnung verantwortlich: „Wenn Sie etwas feststellen, teilen Sie uns das mit. Wir werden das dann gegebenenfalls zur Anzeige bringen.“ Nachdem die Stadt Künzelsau die Verantwortung für die Anzeigeerstattung vor einigen Tagen noch beim Landratsamt sah, verwundert diese Aussage.

„Das ist grenzwertig, was da abgeht“

Die Zweifel an der Sinnhaftigkeit einer solchen Veranstaltung teilt auch Rainer Süßmann von den Freien – er ist kommissarischer Rektor der Georg-Wagner-Schule: „Das ist grenzwertig, was da abgeht“. Er spricht davon, dass die Inzidenz in Künzelsau „vielfach höher als im Hohenlohekreis“, „deutlich vierstellig“. [Die Inzidenzen wurden bisher nicht auf Gemeindeebene öffentlich gemacht. Die Anzahl der aktiven Fälle unter www. corona-im-hok.de läßt Süssmanns Aussage plausibel erscheinen. Red.] Ihm fehlt ein klarer Plan der Stadt Künzelsau für den Schutz der Kinder und prognostiziert, dass die Lage eskalieren wird. Er will bessere Information aus dem Krisenstab und erkundigt sich nach einem Plan für Omikron. Auch bemängelt er, dass potentiell positive Kinder zur Teststation geschickt werden, wo sie dann ohne Maske in der Schlage stehen würden.

… „dann sollen sie ihre Kinder eben testen lassen“

Stefan Neumann verweist darauf, dass er Vorgaben „von oben, vom Bund, vom Land“ brauche: „Wir setzen die Vorgaben um, aber die Vorgaben müssen gemacht werden.“ Spätestens als er „Wir können den Eltern nicht alles abnehmen. Wenn Eltern wollen, dass ihre Kinder getestet werden, dann sollen sie sie eben testen lassen“ sagt, sind ungläubige Blickwechsel unter den Gemeinderät:innen sichtbar. Schließlich sollte Neumann über die Terminsituation im Testzentrum Bescheid wissen (GSCHWÄTZ berichtete).

Stadtverwaltunggen dürfen mehr tun als nur Vorgaben umzusetzen

Dass Stadtverwaltungen Möglichkeiten haben, mehr zu tun als nur Vorgaben einzuhalten, zeigen einige Rät:innen auf, wenn sie davon berichten, dass in Öhringen seit dem 5. Dezember 2021 Kinder in Kindertagesstätten getestet werden.  Außerdem sagt die Coronaverordnung eindeutig, dass „Weihnachtsmärkte, Stadt- und Volksfeste“ in der Alarmstufe II in der Alarmstufe untersagt sind. Es ist davon auszugehen, dass die Landesregierung durch diese Formulierung auf Ersatzveranstaltungen verweisen wollte, die Stadtverwaltung hätte durchaus einschreiten können.

„vielleicht ganz klug, das umzubenennen“

Lisa Möhler (SPD/GRÜNE) findet in unüberhörbarer Ironie „es war vielleicht ganz klug, das umzubenennen und von der Werbegemeinschaft durchführen zu lassen“, bevor sei auf das Thema zugeparkte E-Auto-Ladesäulen und bessere Kennzeichnung kommt. Allerdings geht es auch von dort direkt wieder auf Corona zurück, als Günther Voith, Leiter des Bürgeramtes mit „Wir machen nichts anderes als Corona“ antwortet und Stefan Neumann ihm, an Möhler gerichtet, beipflichtet: „Da haben Sie keine Ahnung, was da gerade abgeht!“

Fünf positive PCR-Tests pro Tag

Was da gerade abgeht, schildert Dr.Andrea Grups, Ärztin, allerdings aus ganz anderer Perspektive: Sie impfe viermal wöchentlich und würde das auch öfter tun und habe in ihrer Praxis jeden Tag fünf positive PCR-Tests. Die Lage auf den Taläckern bezeichnet sie in aller Deutlichkeit als „Durchseuchung“ und fordert Aufklärungsaktionen von der Stadt. Es kämen hauptsächlich Menschen zur Boosterimpfung, die dringend notwendigen Erstimpfungen kämen zu selten.

Sie berichtet davon, dass sich innerhalb von Familien die Quarantänezeiten über Wochen hinziehen, wenn die Familienmitglieder der Reihe nach positiv getestet werden und verweist auf die wirtschaftlichen und sozialen Probleme, die diese Situation mit sich bringt. „Ich glaube schon, dass sich die Stadt positionieren müßte!“

Neumann wirkt ratlos

„Mir ist das klar“, antwortet Neumann und wirkt dabei regelrecht ratlos: „Den Leuten, die das betrifft, ist das scheißegal. Es ist an den Leuten, das [die Impfung, Red] zu lassen oder auch nicht“, entgegnet er Grups. Statt auf die Anregung einer weiteren Informationsaktion einzugehen, verweist er auf die vorhandenen Banner an der B19 und berichtet aus der Stadtverwaltung, dass es auch dort einen harten Kern von Impfgegnern gebe – und dass es demnächst zu arbeitsrechtlichen Maßnahmen bis hin zur Kündigung kommen könne.

Erfahrungen aus anderen Städten

Dabei zeigt die Erfahrung aus anderen Städten, dass gezielte Werbeaktionen vor Ort, beispielsweise im Einzelhandel,  und gegebenenfalls in Fremdsprache erfolgreich sein können. Auch das Landratsamt warb vor einiger Zeit für eine Impfbusaktion auf Taläcker in mehreren Sprachen.

Rainer Süßmann springt Grups zur Seite und will aus Gesprächen erkannt haben, dass die Impfunwilligkeit abnimmt: „So ganz dick ist das Brett nicht mehr, das wir bohren müssen.“

Text: Matthias Lauterer

 

 




Ausnahme von der Regel

Die Landesregierung von Baden-Württemberg hat zum 04. Dezember 2021 eine neue Corona-Verordnung erlassen. Für besondere Verwirrung hat hier die 2-G-plus-Regel gesorgt. Diese gilt laut der Verordnung nun in allen öffentlichen Bereichen. Beispielsweise in „Kultur- und Freizeiteinrichtungen, Sportstätten, Bäder und Badeseen mit kontrolliertem Zugang, Saunen und Ähnlichem, Fluss- und Seeschifffahrt im Ausflugsverkehr, touristischen Bus-, Bahn- und Seilbahnverkehren, Ski- und Sessellifte, Freizeitparks, zoologischen und botanischen Gärten, Hochseilgärten und ähnlichen Einrichtungen.“ Auch in der Gastronomie müssen Geimpfte und Genesene nun einen Testnachweis erbringen.

Ausnahme von der Regel

Galt dies zunächst für alle, hat die Landesregierung umgehend Ausnahmen erlassen: Genesene, deren Erkrankung maximal sechs Monate zurückliegt, sind ebenso von der Testpflicht ausgenommen wie Geimpfte, die erst vor maximal sechs Monaten geimpft wurden, sowie jene, die ihre Auffrischungsimpfungen (also den Booster) bereits erhalten haben.

Jugendliche sind ebenfalls ausgenommen

Ausnahmen gibt es auch für Jugendliche. Zwölf- bis 17-Jährige, die noch nicht vollständig geimpft sind, können noch bis Ende Januar 2022 über tagesaktuelle Antigen-Schnelltests Zutritt zu allen 2G-Einrichtungen zu erhalten. „Die Landesregierung geht davon aus, dass auch alle Jugendlichen bis zum Ablauf dieser nun nochmals verlängerten Frist die Möglichkeit hatten, sich impfen zu lassen“, heißt es auf der Homepage der Landesregierung.

 




Schnelles Internet für die ganz Kleinen um Künzelsau herum

Einen Förderbescheid über 1,144 Millionen Euro für den Breitbandausbau in neun Dörfern und Weilern hat Innenminister Thomas Strobl letzte Woche an Künzelsau überreicht. Wie die Stadtverwaltung Künzelsau mitteilt, wurden aus dem Landesprogramm in Höhe von über 70 Millionen Euro insgesamt 89 Kommunen gefördert. Damit unterstützt das Land speziell den Ausbau der Breitbandinfrastruktur dort, wo bisher „weiße Flecken“ waren. Fördermittel wurden für folgende Bereiche beantragt: Weckhof, Unterhof, Oberhof, Haag, Etzlinsweiler, Mäusdorf, Bienenhof, Falkenhof und Rappoldsweiler Hof. „Es werden sowohl die aufgezählten Stadtteile, zirka 120 Anschlussteilnehmer, und die dazugehörigen Glasfasertrassen, zirka 14,2 Kilometer, als auch die passiven Technikanlagen (Verteiler- und PoP-Standorte) gefördert“, so Bernd Scheiderer, Leiter des Stadtbauamtes Künzelsau in der Pressemitteilung.

Umsetzung in den Jahren 2021 bis 2025

Die Gesamtkosten für diese Maßnahmen belaufen sich auf 2,86 Millionen Euro. Daran hat sich der Bund bereits mit 50 Prozent der Kosten, 1,43 Millionen Euro, beteiligt. Nachdem sich nun auch das Land an den Kosten beteiligt, muss die Stadtverwaltung Künzelsau nur noch einen Rest von zehn Prozent als Eigenanteil stemmen – das sind rund 286.000 Euro. Es ist geplant, die erforderlichen Arbeiten in den Jahren 2021 bis 2025 umzusetzen. „Dank der Förderung von Bund und Land können wir in Künzelsau den flächendeckenden Ausbau der Breitbandinfrastruktur weiter vorantreiben“, freut sich Bürgermeister Stefan Neumann.

Übergabe der Förderbescheide

„Die aktuelle Situation verdeutlicht noch mehr, wie wichtig der Netzausbau für uns alle ist“, so der Bundestagsabgeordnete Christian Freiherr von Stetten. Er nahm als stellvertretender Bürgermeister den Förderbescheid für die Künzelsauer Projekte von Innenminister Thomas Strobl entgegen. Aufgrund der Corona-Situation wurden die Förderbescheide in einer Video-Konferenz mit Vertreter:innen der geförderten Kommunen aus den Regierungsbezirken Stuttgart und Tübingen übergeben.

Quelle: Pressemitteilung der Stadtverwaltung Künzelsau

 

 




Er war ein „Chef alter Schule“, den viele Mitarbeitende noch persönlich kannten

Die GEMÜ Gruppe trauert um Firmengründer Fritz Müller. Nach seiner Ausbildung zum Feinmechaniker und erfolgreichem Abschluss seines Studiums an der Feintechnikerschule in Schwenningen im Jahr 1961 sammelte Fritz Müller erste Berufserfahrungen in der Versuchsabteilung der Herion-Werke KG in Stuttgart. Bereits wenige Jahre später gründete der Visionär und Tüftler Fritz Müller die Firma GEMÜ.

Kontinuierliches Wachstum

Der Start des jungen Unternehmens war davon geprägt, Bestehendes infrage zu stellen. Zu einer Zeit, als Ventile ausschließlich aus Metall gefertigt wurden, leitete er mit seiner Idee, Ventile aus Kunststoff zu fertigen, einen Paradigmenwechsel in der Welt der Ventile ein. Der Erfolg gab Fritz Müller recht. Bereits 1965 entstand in Ingelfingen-Criesbach das erste eigene Firmengelände, das sukzessive erweitert wurde, da GEMÜ in den Folgejahren kontinuierlich weitergewachsen ist – national und international. Heute beschäftigt die GEMÜ Gruppe weltweit mehr als 2.100 Mitarbeitende, davon rund 1.200 an den deutschen Standorten in Criesbach, Waldzimmern sowie im Gewerbepark Hohenlohe.

Weitergabe an die nächste Generation

Mit seinen Ideen und seiner Tatkraft, angetrieben durch den Wunsch, die Dinge neu zu denken, hat Fritz Müller GEMÜ geprägt und die Grundlage geschaffen für das, was GEMÜ heute ausmacht. Er war ein „Chef alter Schule“, den viele Mitarbeitende noch persönlich kannten. Auch wenn Fritz Müller im Jahr 2013 sein Lebenswerk an die nächste Generation übergeben und sich aus dem operativen Geschäft zurückgezogen hat, blieb er GEMÜ stets eng verbunden.

Tiefe Heimatverbundenheit

Auch in seiner Heimatstadt Ingelfingen hat Fritz Müller viele Spuren hinterlassen. Von seiner tiefen Heimatverbundenheit zeugen nicht nur die Weinberge und das Ingelfinger Fass, sondern auch zahlreiche Gebäude. So hat Fritz Müller beispielsweise mit dem Torwächterhaus in Ingelfingen und der Villa Schüssler in Künzelsau ganz besondere Bauwerke mit jahrhundertelanger Geschichte erhalten. Auch der Stadt Niedernhall hat Fritz Müller mit dem Salzsiederbrunnen im Jahr 2012 ein Denkmal gespendet. Fritz Müller wurde für sein unternehmerisches und soziales Engagement mehrfach ausgezeichnet und war Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande, Träger der Wirtschaftsmedaille des Landes Baden-Württemberg sowie Ehrenbürger der Stadt Ingelfingen.

Am 1. Dezember 2021 hat sich der Lebenskreis von Fritz Müller geschlossen. Die GEMÜ Gruppe und alle Mitarbeitenden werden sein Andenken stets in Ehren bewahren.

Quelle: Pressemitteilung der GEMÜ

 

 




„Ich dachte, ich muss auch weiterhelfen“

„Meine Mama Emmy hat mir geholfen und ich dachte, ich muss auch weiterhelfen“, sagt Pfarrer Christuraj, seit November 2018 Pfarrvikar in der Seelsorgeeinheit Schöntal. Deshalb hat er 2016 das Spendenprojekt „Hilfe für Dalit-Kinder in Indien“ ins Leben gerufen, mit dem er Kindern aus der Kaste der Dalit eine gute Schulausbildung und eine Zukunft ermöglichen möchte. Der Pfarrvikar wuchs im südindischen Bundesstaat Tamil Nadu auf, wurde dort 2007 zum Priester geweiht, und ist selbst ein Dalit. Emely Schönlein aus Iphofen im Landkreis Kitzingen – seine „Mama Emmy“ – hatte ihm als Spendenpatin eine gute Schulausbildung ermöglicht. „Sie hat mich in ihren Briefen immer getröstet und motiviert und so konnte ich gut studieren“, blickt er zurück. Seit sieben Jahren lebt und arbeitet Pfarrer Christuraj in Deutschland, seit 2018 ist er in Bieringen tätig. Davor hatte der 43-Jährige vier Jahre lang eine Pfarrei im südindischen Dekanat Vandavasi geleitet.

Opfer von Ausbeutung, Gewalt und Landraub

Dalit sind Menschen, die der untersten Gesellschaftsstufe angehören – früher „die Unberührbaren“ genannt. Eigentlich ist das Kasten-System in Indien verboten, es hält sich aber nach wie vor hartnäckig – vor allem auf dem Land. Oft werden die Dalit Opfer von Ausbeutung, Gewalt und Landraub. Sie sind Tagelöhner, deren Einkommen nur für das Allernötigste reicht. Das Schulgeld, das in Indien bezahlt werden muss, ist für die meisten der Dalit-Familien unerschwinglich. Ihre Kinder haben so kaum eine Chance auf ein besseres Leben.

 „Über 80 Kindern kann ich so helfen.“

Hier setzt die Hilfe von Pfarrer Christuraj an. Über Spenden aus der Kirchengemeinde oder auch Aktionen wie der Spendenlauf an der Realschule Krautheim im Oktober 2021 sammelt er Geld auf einem Spendenkonto ein – jährlich rund 7.000 bis 8.000 Euro. „Einmal im Jahr, zur Einschulung im Juni, fliege ich ins Dekanat Vandavasi“, erklärt der Pfarrer. „Mit dem Spendengeld kaufe ich Schulmaterial, bezahle das Schul- oder Bus-Geld für die Kinder.“ Manche von ihnen leben auch im Internat, was rund 250 Euro im Jahr kostet. Die Kinder sind in den unterschiedlichsten Klassenstufen – vom Erstklässler bis zur Abschlussklasse. Nach einem Gottesdienst werden die Materialien an die strahlenden Kinder übergeben. „Über 80 Kindern kann ich so helfen.“ Aus der Gesamtgemeinde Schöntal unterstützen außerdem noch drei Familien Patenkinder direkt. „Die haben mich persönlich angesprochen“, sagt er. „Das Geld gebe ich direkt für das jeweilige Kind weiter.“ Rund 250 Euro kostet so eine Patenschaft im Jahr.

„Regen wie seit 100 Jahren nicht mehr“

Was Pfarrer Christuraj in diesem Jahr zudem Sorgen bereitet: Den Menschen in seiner Heimat macht nicht nur zusätzlich die Corona-Pandemie zu schaffen. Sie sind auch noch von einem heftigen Monsun betroffen. „Die Situation ist schlecht, es hat so viel geregnet wie seit über 100 Jahren nicht mehr“, erzählt Pfarrer Christuraj. „Die Leute leben in ganz kleinen Häusern, schlafen auf dem Boden und kochen vor der Tür.“ Doch durch den Regen ist alles überschwemmt, teilweise läuft das Wasser bis in die Hütten. Trink- und Regenwasser vermischt sich, was die Gefahr für Krankheiten erhöht,  „Diese Leute brauchen unsere Hilfe und ich kaufe jedes Jahr zur Weihnachtszeit rund 800 Decken, um wenigstens diese Not zu lindern.“

Hilfe für die Allerärmsten

Der Pfarrvikar ist sich bewusst, dass er nicht allen notleidenden Menschen helfen kann. „Der leitende Pfarrer in den Gemeinden sucht die Menschen aus, denen geholfen werden soll“, sagt er. Meistens seien das die Allerärmsten. Je Gemeinde werden sechs bis sieben Kinder ab sechs Jahren unterstützt. „Wir bezahlen auch Lehrer für Förderunterricht am Abend in der Kirche“, erzählt er weiter. Denn es sei ja so: In den Hütten sei es dunkel und eng. Hausaufgaben machen und lernen könnten die Kinder dort nur schlecht. Aber in den Kirchen sei es hell und es gebe dort Platz. Also kommen die Kinder in die Abendschule, um gemeinsam zu lernen.

„Sie bekommen Respekt von der Gesellschaft“

Pfarrer Christuraj ist sich sicher: „Die unterstützten Kinder werden Arbeit finden, es gibt für sie viele Möglichkeiten als Programmierer oder Krankenschwester. Dann bekommen sie auch Respekt von der Gesellschaft.“ Doch dazu müssten sie nach der Schulzeit in die größeren Städte ziehen. Er selbst hätte schon als kleiner Junge Priester werden wollen. „Die Pfarrer sind mit dem Motorrad in die Orte gefahren, haben dort die Messe gefeiert und für die Armen eine Kirche gebaut.“ Das hätte ihn fasziniert. Nach der Priesterweihe war er noch einige Jahre in indischen Gemeinden tätig, „bis der Bischof vorschlug, dass ich nach Deutschland gehen soll“.  Nach anfänglichem Heimweh gefalle es ihm mittlerweile ganz gut in Deutschland. „Ich habe keine Probleme hier“, sagt er. In Indien leben noch sein 70-jähriger Vater, zwei Brüder und eine Schwester.

Information

Unterstützung für das Spendenprojekt von Pfarrer Christuraj ist bis 31. Dezember 2021 über folgende Bandverbindung möglich:

Kath. Kirchenpflege St. Kilian, Bieringen, Raiba Kocher Jagst, IBAN: DE90 600 697 140 085 299 014, BIC: GENODES1IBR, Stichwort: Dalit-Kinder

Ab 01. Januar 2022 gilt folgende Bankverbindung:

Katholische Kirchengemeinde Schöntal – Gemeinschaftskonto der SE Schöntal, IBAN: DE55 622 515 500 220 043 452, Verwendungszweck: Dalit-Projekt von Pfarrer Christuraj

Es werden Spendenquittungen ausgestellt. Dazu im Verwendungszweck auf dem Überweisungsträger Adresse mit Straße und Wohnort vermerken.

Text: Sonja Bossert

Die Dalit gehören in Indien meistens zu den Ärmsten der Armen und haben kaum eine Chance auf sozialen Aufstieg. Foto: privat

In Südindien hat es in diesem Jahr so viel geregnet wie seit 100 Jahren nicht mehr. Foto: privat

 

 

 

 

 

 

 

 

 




Schwerer Unfall auf der A6

Zu einem schweren Unfall auf der A6 ist es am Dienstag, den 07. Dezember 2021, zwischen Öhringen und Bretzfeld gekommen. Eine 18-Jährige wurde dabei schwer verletzt. Nach Angaben der Polizei geriet die junge Frau gegen 7.30 Uhr mit ihrem Mini aus bislang ungeklärter Ursache ins Schlingern und krachte dann nach rechts in die Rettungsplanke. Unter dieser blieb das Fahrzeug stecken. Der Unfallort liegt auf Höhe des Parkplatzes Sommerhalde.

Ein Rettungshubschrauber war vor Ort, doch die verletze Frau konnte mit einem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht werden. Es waren keine weiteren Fahrzeuge am Unfall beteiligt.

Die rechte Spur an der Unfallstelle ist in Fahrtrichtung Heilbronn noch gesperrt. Die zwei linken Spuren sind wieder freigegeben. Vor der Unfallstelle hatte sich am Morgen ein kilometerlanger Rückstau gebildet. Der Verkehr wurde zunächst an der Ausfahrt Öhringen ab- und über die U52 umgeleitet.

 

 

 

 

 




Fußgänger gegen Radfahrer: 2 Verletzte

Zwei Verletzte forderte ein Verkehrsunfall, der sich am Abend des Montag, den 6. Dezember 2021, auf dem kombinierten Rad- und Fußweg an den Künzelsauer Wertwiesen ereignete: Ein Fußgänger und ein Radfahrer stießen in der Dunkelheit so schwer zusammen, dass für beide ein Rettungswagen angefordert werden mußte.

Der Radfahrer war laut Angaben der Polizei wahrscheinlich ohne Licht unterwegs.

 

 




Was machen drei Lamas bei der Kreistagssitzung?

Ein ganz neuer Modetrend war bei der Kreistagssitzung vom Montag, 29. November 2021, erkennen: Einige Kreisräte trugen Masken in Parteifarbe – gelb, blau, rot und schwarz waren auszumachen, die GRÜNEN und die FWV wollten sich diesem Trend wohl nicht anschließen.

Über zweieinhalb Stunden referierte Michael Schellmann, Dezernent für Finanzen und Service im Landratsamt Hohenlohe, über den Haushaltsentwurf – und ging dabei noch nichtmal in die tiefsten Details. Kein Wunder, umfaßt der Entwurf des Kreishaushalts für 2022  sowie der Wirtschaftspläne für die Abfallwirtschaft und den Nahverkehr Hohenlohe weit mehr als 500 Seiten. Der komplette Entwurf steht im Detail auf den Bürgerservice-Seiten Landratsamts zum Download bereit.

Gesamt-Haushaltsvolumen von 216.109.670 Euro

Kurz gesagt plant Schellmann im Ergebnishaushalt des Landkreises ursprünglich mit Erträgen von etwas über 158 Millionen Euro, denen Aufwendungen von etwas unter 158 Millionen Euro  entgegenstehen – veranschlagt wird ein Gesamtergebnis von 346.850 Euro. Sowohl Erträge als auch Aufwendungen steigen gegenüber 2021, um 8.4 Millionen Euro bzw 9.2 Millionen Euro, sodass das Ergebnis um rund 800.000 Euro geringer ausfallen wird als 2021.
Bezieht man die NVH und die Abfallwirtschaft ein, so beträgt das gesamte Haushaltsvolumen 216.109.670 Euro.

 

Der allergrößte Teil der Erträge sind Zuweisungen, Zuwendungen und Umlagen, also Gelder, die der Landkreis als solcher nicht selbst erwirtschaftet, sondern aufgrund der Gesetzeslage erhält, zum Beispiel als Kreisumlage von den Gemeinden oder im Rahmen des Finanzausgleichs. Ähnlich sieht es bei den Aufwendungen aus: Auch hier sind die Transferausgaben, das sind u. a. Zuschüsse ÖPNV, Soziale Leistungen außerhalb und innerhalb von Einrichtungen, Finanzausgleichsumlage, usw. für den Landkreis kaum steuerbar, frei verfügbar für die lokalen Aufgaben des Landkreises sind rund 90 Millionen Euro, die sich auf sieben Teilhaushalte verteilen. Mit 42 Millionen Euro sind die Personalaufwendungen für rund 940 Mitarbeiter:innen, die sich auf alle sieben Teilhaushalte verteilen, der größte Posten.

Hauhaltsstruktur Hohenlohekreis

Sozialhaushalt ist der größte Haushalt – und sorgt für soziale Gerechtigkeit

Der größte Teilhaushalt ist der Teilhaushalt4 – Familie Jugend und Gesundheit mit Aufwendungen von fast 75 Millionen Euro, denen Erträge von 24 Millionen Euro gegenüberstehen – gut 50 Millionen Euro muss der Landkreis also „zuschiessen“ für zum Beispiel Soziale Hilfen, Eingliederungshilfe, Kinder-Jugend- und Familienhilfe. „Dies sind“, so betonte Schellmann, „die Hauptaufgaben der Landkreise, die dadurch den Gedanken der sozialen Gerechtigkeit fördern.“ 

Steigende Flüchtlingszahlen erwartet 

Enthalten in diesem Teilhaushalt sind auch die Kosten für Flüchtlinge. Schellmann stellte fest, dass die Flüchtlingszahlen in den letzten Wochen wieder gestiegen seien, er rechnet damit, dass die derzeit 193 Plätze in Wohnheimen nicht ausreichen werden und kündigt an, dass weitere Investitionen folgen müßten. Eine Million Euro, denen aber auch Erträge aus Erstattung gegenüberstehen, wurden gegenüber dem ursprünglichen Entwurf bereits eingeplant.

Coronabedingte Ausgaben in verschiedenen Bereichen

Schellmann weist auf die „Corona-Folgen vor allem bei den Leistungen in den Hilfen zur Erziehung und den Unterstützungsangeboten im Bereich der Eingliederungshilfe vor allem bei Kindern und Jugendlichen mit psychischen Beeinträchtigungen“. Dort gab es deutliche Kostensteigerungen. „Das Programm „Familien und Corona –
Wege aus der Krise“ soll hierbei die Folgen der Pandemie nachhaltig abfedern und den Betroffenen Zukunftsperspektiven geben.“ 

„Seit 2018 sehen wir einen kontinuierlichen Anstieg von 11,7 Mio. € auf jetzt 16,5 Mio. €. Das sind 4,8 Mio. € in 5 Jahren und somit eine durchschnittliche Steigerung von 960 T€ pro Jahr“, präsentiert Schellmann die Kostenentwicklung für die Kinder- Jugend- und Familienhilfe. 

Kosten der Corona-Pandemie

Eine 70-prozentige Steigerung der Personalkosten im Gesundheitsbereich war im Jahre 2021 zu verzeichnen, im Jahr 2022 wird nochmals eine Steigerung geplant, auf jetzt 1,7 Millionen Euro. Hinzu kommen zu erwartende Kosten für die Impfkampagne.

Jeder Einwohner des Hohenlohekreises beteiligt sich durch seine Steuern und Abgaben mit 467,54 Euro am Sozialhaushalt des Landkreises. 

Bau des neuen Kreishauses

Ein weiterer wichtiger Punkt in Schellmanns Ausführungen war das neue Kreishaus. 2022 sollen rund 2 Millionen Euro dafür bereitgestellt werden. Das Ergebnis eines Architektenwettbewerbs soll Mitte 2022 feststehen, ab dem 3. Quartal 2022 soll die konkrete Bauplanung erfolgen. Mit dem Baubeginn wird ab 2023 gerechnet.

Die Lamas

Ach ja, die Lamas … die halfen Michael Schellmann, nach 38 Folien, die Aufmerksamkeit der Kreisrät:innen bei den vielen Zahlen durch einen Überraschungseffekt aufrechtzuerhalten – oder vielleicht auch wiederherzustellen.

Text: Matthias Lauterer




Neue Rufnummern im Landratsamt Hohenlohekreis

Ab Sonntag, 12. Dezember 2021, sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Landratsamts Hohenlohekreis unter veränderten Telefonnummern zu erreichen. Konkret heißt das: Alle 3-stelligen Durchwahlnummern werden auf 4-stellige Durchwahlnummern umgestellt, betroffen sind alle Durchwahlnummern mit der Rufnummer (07940) 18-XXX. Bei diesen Nummern wird vor die bisherige Durchwahl eine -1 gestellt. Beispielsweise muss dann statt der Nummer (07940) 18-456 die Nummer (07940) 18-1-456 gewählt werden.

Einfach eine 1 vor die bekannte Rufnummer setzen

Da wegen der großen Anzahl der Nummern keine Rufweiterleitungen möglich sind, ertönt beim Anruf einer bisherigen Telefonnummer eine Bandansage, die das Vorgehen erläutert.

Betroffen sind vor allem die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Hauptgebäuden an der Allee in Künzelsau sowie mehrere Außenstellen wie das Gesundheitsamt, das Flurneuordnungsamt, die Abfallwirtschaft, das Landwirtschaftsamt sowie das Veterinäramt und Lebensmittelüberwachung.

Ausnahmen

Von dieser Regelung ausgenommen sind die folgenden Nummern (Vorwahl jeweils 07940):

18-0 (Zentrale)
18-348 (Kartenverkauf Kulturstiftung Hohenlohekreis)
18-500 (Zulassungsstelle)
18-555 (Hotline Abfallwirtschaft Hohenlohekreis)
18-580 (Gesundheitsamt Zentrale)
18-571 (Gesundheitsamt Fax)
18-888 (Corona-Hotline)

Eine aktuelle Telefonliste wird ab 12. Dezember 2021 auf der Internetseite www.hohenlohekreis.de unter den Reitern „Landratsamt – Telefonliste“ hinterlegt.

Pressemitteilung Landratsamt des Hohenlohekreises