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Großer Krämermarkt am Montag in Künzelsau

Am Montag, den 28. Oktober 2024, verabschiedet sich der Oktober in Künzelsau mit dem Simon-Judä-Krämermarkt. Knapp hundert Markthändler bauen ihre Stände und Warenauslagen auf, um von 8.30 bis 18 Uhr ein vielfältiges Angebot zu präsentieren.

Der Simon-Judä-Krämermarkt ist der dritte und letzte traditionelle Krämermarkt in diesem Jahr in Künzelsau. Besucher können sich auf Altbewährtes und aktuell Angesagtes freuen: von Gewürzen und Haushaltswaren bis hin zu warmen Mützen, Schals und Pullovern. Natürlich dürfen gebrannte Mandeln, Magenbrot und die obligatorische Marktwurst nicht fehlen.

Ab 10 Uhr lädt die Genießermeile am Unteren Markt zum Schlemmen ein. Ein besonderes Highlight bietet die Live-Musik von „Eddy Danco“, der von 14 bis 18 Uhr für Stimmung sorgt – bei freiem Eintritt.

Hauptstraße gesperrt

Die Künzelsauer Einzelhandelsgeschäfte bieten das ganze Jahr über gute Beratung und attraktive Angebote. Zum Krämermarkt legen viele Ladengeschäfte in der Innenstadt noch einmal eine Schippe drauf und präsentieren besondere Angebote – extra zum Markttag.

Die Hauptstraße ist am Montag, 28. Oktober 2024, wegen des Simon-Judä-Krämermarktes gesperrt, ebenso die Stuttgarter Straße ab der Alleekreuzung und die Komburgstraße. In der Stuttgarter Straße ist die Zufahrt zur Rathaustiefgarage frei. Auch die Komburgstraße bleibt für Anlieger aus Richtung Morsbach befahrbar. In der Stettenstraße und der Keltergasse besteht absolutes Halteverbot. Die Stadtverwaltung bittet dringend darum, dieses einzuhalten, damit der Durchgangsverkehr nicht behindert wird. Die Bushaltestelle „Bären“ wird in die Austraße verlegt.




Thomas Gottschalk: Hand aufs Knie

Helene Fischer, Iris Berbern. Jennifer Lopez, Jennifer Garner u.v.m. – Aus rein beruflichen Zwecken habe er diverse Frauen jahrelang in der Fernsehsendung Wetten dass…?, ja, heute würde man sagen, begrapscht. So formuliert er es in einem großen Interview im Spiegel vor rund zehn Tagen. Und nein, da haben die Autoren nichts falsch verstanden. Das Interview gab Gottschalk selbst zur Autorisierung frei. Thomas Gottschalk würde es vermutlich harmloser ausdrücken: Des Öfteren habe er seine Hand auf das Knie seiner weiblichen Studiogäste gelegt. So what?

Auch bei Iris Berben konnte er seine Hand nicht bei sich lassen.

Gottschalk: „Ich habe nie Frauen gegen ihren Willen begrapscht“

Er habe Frauen nie gegen ihren eigenen Willen betatscht, sagt er weiter. Hat er sie quasi vor der Show um Erlaubnis gefragt? Wohl kaum. Ging er stattdessen anhand der Mimik und Gestik davon aus, dass er das dürfe? Das wird vermutlich eher der Wahrheit entsprechen. Sicher hat sich keine der Frauen vor laufender Kamera gewehrt. Das lag am damaligen Zeitgeist. Wir haben dazugelernt, dass das nicht in Ordnung war, grenzüberschreitend, dass man sich das auch als Frau nicht gefallen lassen muss. Heute würden das viele dieser begrapschten Frauen sicher nicht mehr über sich ergehen lassen.

Wenn weibliche Moderatorinnen einfach ihre Hand auf den Oberschenkel ihrer männlichen Talkgäste legen würden

Man muss sich diese Dreistigkeit einmal umgekehrt vorstellen, wenn etwa Moderatorin Caren Miosga jedem männlichen Studiogast ihre Hand auf den Oberschenkel legen würde.

Altherren-Ansichten

Der 74-Jährige Entertainer sitzt derzeit in diversen Talkshows und plaudert über seine Altherren-Ansichten, die es seiner Meinung nach zu verteidigen gilt. Gottschalk wirkt dabei, antiquiert, wie aus der Zeit gefallen, wenn man seine Äußerungen und Ansichten über Frauen hört (und auch sieht). Er möchte sich aber auch gar nicht dem modernen Zeitgeist anpassen, wie er selbst sagt und gefällt sich sich sichtlich in seiner Rolle des alten weißen Mannes.

Jeglicher Anstand fehlt

Allein sein letzter peinlicher Auftritt als Moderator der legendären Show Wetten dass mit Shirin David auf der Couch ließen jegliche Pietät vermissen. Was sie denn könne, sie könne doch nichts, monierte Gottschalk. Er wisse quasi gar nicht, was sie auf seiner Couch zu suchen habe. Nun, als kleiner Reminder, Shirin David ist einer der derzeit angesagtesten deutschen Sängerinnen und hat ähnlich wie Verona Pooth und Daniela Katzenberger es geschafft, sich selbst zu einer sehr erfolgreichen Marke zu machen – und ganz ähnlich ist immerhin auch Gottschalks Strategie über die vergangenen Jahrzehnte gewesen.

Geniale PR-Marketing-Strategie für sein neues Buch

Auch im Rentenalter schafft er es nach wie vor, ein großes Gesprächsthema zu bleiben – zumindest mit seinen gewagten Äußerungen. Natürlich ist es nicht zufällig, dass Gottschalk derzeit in jeder Talkshow sitzt, die so möglich ist. Immerhin gilt es, sein zweites Buch zu vermarkten – und das gelingt ihm offensichtlich ohne Probleme, aber leider nur durch Provokation.

Seine misogynen Ansichten passen nach der großen MeToo-Debatte, nach dem Weinstein-Skandal, nach Britney Spears und P. Diddy nicht mehr in unsere heutige Welt – zum Glück.




P. Diddy und die Sache mit den jungen Mädchen und Jungs

Die Liste derer ist lang, die nun Vorwürfe gegen P. Diddy erheben. Der unter anderem wegen des Tatverdachts des Menschenhandels, Missbrauchs und Gewalt derzeit in U-Haft sitzende Sänger soll bei diversen Hollywood Partys, die er in den vergangenen Jahrzehnten veranstaltet hat, seine prominenten und nicht prominenten Opfer mit in Drinks gemischte Drogen betäubt und anschließend vergewaltigt haben. Die jüngsten Opfer sollen gerade mal 13 Jahre alt gewesen sein.

P. Diddy (links) und Justin Bieber (Mitte), als sie sich kennenlernten.

P. Diddy (links) mit Justin Bieber, als dieser schon älter war und vermutlich Drogenprobleme hatte.

Eines der prominentesten Opfer damals könnte der damals 15-jährige Justin Bieber gewesen sein. Bislang hat sich der Sänger nicht zu den Vorgängen geäußert. Es ist nur so viel bekannt, dass auch er zu den Partys eingeladen worden war und einmal 48 Stunden am Stück mit P. Diddy verbringen durfte.

Der merkwürdige Verhältnis zwischen Justin Bieber und P. Diddy

Vor laufenden Kameras versprach ihm P. Diddy damals „viel Spaß“. Auffällig ist, dass Bieber nach diesen 48 Stunden den Kontakt zu P. Diddy versuchte, abzubrechen. Als ihn P. Diddy vor laufender Kameras bei einer Begegnung auf einer öffentlichen Veranstaltung darauf ansprach, erkennt man Bieber fast nicht mehr wieder – im Vergleich dazu, wie er vor diesen 48 Stunden mit P. Diddy interagiert hat. Bieber wirkt sehr angespannt, distanziert, vermeidet den Blickkontakt und stammelt irgendeine Entschuldigung.

Was hat P. Diddy mit Justin Bieber gemacht? (youtube.com)

(2) Die jungen Opfer von P. Diddy ➤ Was verschweigt Justin Bieber? – YouTube

Derweil tauchen weitere Videos auf die zeigen, wen P. Diddy so alles einlud zu seinen „legendären“ Parties – unter anderem die damals 13-jährige Schauspielerin Daveigh Chase. Die heute XY-Jährige hat bislang kein öffentliches Statement dazu abgegeben.

Ashton Kutcher (links), P. Diddy und Daveigh Chase.

Ein weiteres mutmaßliches Opfer war damals ebenfalls 13 Jahre alt. Der Vorwurf: Combs habe das Mädchen unter Drogen gesetzt und vergewaltigt.

Es geht um einen Fan, der am 7. September 2000 vergeblich versucht haben soll, eine Eintrittskarte für die MTV Video Music Awards zu bekommen. Daraufhin soll das Mädchen mehrere Limousinenfahrer gefragt haben, ob sie an einer Afterparty teilnehmen könne.

Zweimal vergewaltigt?

Einer von ihnen haben sie dann zu einer Party von Combs gefahren. Dort habe sie erst eine Geheimhaltungsvereinbarung unterzeichnete. Danach habe sie ein Getränk zu sich genommen. Davon sei ihr „schwindelig“ geworden.

Sie habe sich in ein leeres Schlafzimmer begeben und sich hingelegt. Kurz darauf soll Combs mit „einem männlichen und einem weiblichen Prominenten“ ins Zimmer gekommen sein.

Sie behauptet, sie sei von dem männlichen Prominenten vergewaltigt worden, während „eine weibliche Berühmtheit“ zusah. Danach sei sie dann von Combs vergewaltigt worden. Laut Klage lebt die Frau heute in Alabama und sei nach dem Übergriff „in eine tiefe Depression“ verfallen.

Combs hat alle Vorwürfe gegen ihn wiederholt zurückgewiesen. Seit fast einem Jahr sind er, Mitarbeiter und Geschäftsfrmen mindestens 18 Mal wegen sexuellen Fehlverhaltens verklagt worden.

Zu den bekanntesten Partygästen zählten damals unter anderem Leonardo DiCaprio, Jennifer Lopez und Ashton Kutcher.




27-Jährige und 35-Jähriger klauen sich durch das Outlet Center Wertheim Village

Einen herausragenden Ermittlungserfolg hat das Polizeirevier Wertheim in Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft Mosbach und der Polizeistation Kelkheim im Taunus (Hessen) zu verzeichnen.

Es war den Beamten durch umfangreiche Ermittlungen möglich, den Beutezug eines 35-jährigen Mannes und einer 27-jährigen Frau mit einem Gesamtschaden im oberen vierstelligen Bereich aufzuklären. Die Beschuldigten streiften am Nachmittag des 05. Oktober 2024 durch insgesamt 20 Stores eines Outlet Centers in Wertheim und entwendeten zahlreiche Bekleidungs-, Schmuck- und Drogerieartikel. Nach derzeitigem Stand der Ermittlungen nutzten die Beschuldigten in mindestens einem Fall ein auf dem Arm getragenes Kleinkind als Beuteversteck.

Das Diebesgut wurde anschließend in einen Renault mit Kennzeichen des Main-Taunus-Kreises geladen. Der im Fortgang erwirkte Durchsuchungsbeschluss für die Wohnung des Paares wurde durch Einsatzkräfte der Polizeistation Kelkheim vollstreckt. Hierbei konnte das Diebesgut aus dem Outlet Center aufgefunden werden. Nach Abschluss der strafprozessualen Maßnahmen wurden die Beschuldigten auf freien Fuß gesetzt.

Quelle: Polizeipräsidium Heilbronn




40-jähriger Audifahrer unter Kokaineinfluss

Im Rahmen einer allgemeinen Verkehrskontrolle konnten in Forchtenberg in der Nacht von Samstag auf Sonntag Anzeichen bei einem 40-jährigen Audi Fahrer festgestellt werden, die für einen Einfluss von Betäubungsmittel sprechen.

Nach einem Drogentest konnte tatsächlich Kokain im Urin des Fahrers festgestellt werden. Die Weiterfahrt wurde untersagt und der 40-jährige wurde im weiteren Verlauf zur Blutentnahme in ein Krankenhaus gebracht.




Mittelaltermarkt in Feuchtwangen

Von Freitag bis Sonntag lädt Feuchtwangen zum Mittelaltermarkt ein.ACHTUNG: Der Mittelaltermarkt Feuchtwangen findet aufgrund der Witterungsbedingungen dieses Jahr nicht im Sulzachpark, sondern auf der Mooswiese statt!

Öffnungszeiten

Freitag 17 bis 23 Uhr
Samstag 11 bis 23 Uhr
Sonntag 11 bis 18 Uhr

Eintrittspreise

Karten gibt es natürlich auch an der Tageskasse!

Erwachsene / Gäste ab 15 Jahren
Freitag 10,00 €
Samstag 15,00 €
Sonntag 10,00 €
3 Tagesticket 32,00 €
Gäste 7 bis 14 Jahre
Freitag 7,00 €
Samstag 7,00 €
Sonntag 7,00 €
3 Tagesticket 18,00 €
Gewandete
Freitag 9,00 €
Samstag 13,00 €
Sonntag 9,00 €
3 Tagesticket 29,00 €
Familien (Vater, Mutter, 1-3 Kinder bis 14 Jahre)
Freitag 20,00 €
Samstag 30,00 €
Sonntag 20,00 €
3 Tagesticket 65,00 €

Kinder unter 7 Jahren haben freien Eintritt

Die Begleitperson von Schwerstbehinderten hat freien Eintritt.

Angeleinte Hunde dürft Ihr gerne zu unseren Veranstaltungen mitbringen.

Line Up

Bands

Ratzfatz und Rübe

Tir Saor

Trollfaust




10-Jährige von Auto erfasst

Zu einem Verkehrsunfall, bei dem ein zehnjähriges Mädchen schwer verletzt wurde, kam es am Donnerstagnachmittag in Pfedelbach (Hohenlohekreis).

Eine 41-Jährige fuhr gegen 16.30 Uhr mit ihrem Wagen auf der Hauptstraße, als das Kind plötzlich von links die Straße überquerte. Die Frau versuchte noch zu bremsen um ein Zusammenstoß zu verhindern, erfasste das Mädchen jedoch mit der rechten Fahrzeugfront, teilte die Polizei mit.

Das Kind wurde daraufhin auf die Straße geschleudert und zog sich schwere Verletzungen zu. Nach der Erstversorgung am Unfallort wurde die 10-Jährige in ein Krankenhaus gebracht. Die Polizei ermittelt.




Versuchter Diebstahl am Tag mitten in der Innenstadt

Sachbeschädigung und versuchter Diebstahl an Getränkeautomaten – Wir suchen Zeugen

Drei männliche Jugendliche schlugen am Mittwochabend auf Getränkeautomaten in Künzelsau ein und versuchten laut Polizeiangaben dessen Inhalt zu erbeuten.

Gegen 18 Uhr beschädigten die unbekannten Täter in der Hauptstraße in der Innenstadt auf Höhe der Hausnummer 56 mehrere Automaten und versuchten Getränke zu erbeuten. Anschließend flohen sie mithilfe zweier E-Scooter in Richtung Komburgstraße.

Die Polizei sucht nun Zeugen des Vorfalls, die Informationen zu den Tätern geben können. Diese werden gebeten, sich beim Polizeirevier Künzelsau, Telefon 07940 9400, zu melden.




Auch heute Nacht konnte man wieder Polarlichter im Ländle bewundern

Auch heute Nacht leuchtete der Himmel im Ländle wieder in spektakulären Farben – von orange über pink bis hin zu grün. Der Grund sind die polarlichter, die man üblicherweise in Island und Norwegen bewundern darf. Warum diese nun auch im Ländle so gut sichtbar sind, hat mit der derzeit hohen Aktivität der Sonne zu tun.

Das kann man etwa mit einem Radioteleskop in einer Sternwarte messen. In einem 10-Jahreszyklus nimmt die Sonne an Aktivität zu und wieder ab. Derzeit strahlt die Sonne beonders viel Energie aus. Dadurch kann man auch die Polarlichter bei uns im Ländle so gut sehen.

Übrigens: Bis Ende des Jahres kann man mit einem Teleskop auch noch die Ringe des Saturn sehr gut von der Erde aus sehen. Durch die Rotation der Planeten kann man die Ringe 2025 nicht mehr sehen, da wir von der Erde aus gerad auf sie schauen und dadurch – wenn überhaupt – quasi nur ein Strich erkennbar ist.

Sternwarten gibt es etwa in Weikersheim, Laupheim, Stuttgart und Welzheim. Sternwarten haben in der Regel nur abends und bei klarer Sicht zum Himmel geöffnet.




„Deutschland wird seit vielen Jahren auf Verschleiß gefahren“ – Sahra Wagenknecht hat das TV-Duell mit Alice Weidel gewonnen

Es war ein TV-Duell, das sich viele Wähler:innen Deutschlands gewünscht hatten. Am 09. Oktober 2024 trafen Alice Weidel und Sahra Wagenknecht bei Welt-TV aufeinander. Weidel geht als AfD-Spitzenkandidatin ins Rennen um die Bundestagswahl, Wagenknecht als Spitzenkandidaten ihrer Partei, der BSW (Bündnis Sahra Wagenknecht).

Erstaunlicherweise viele Gemeinsamkeiten

Beide Parteien waren die Gewinner der Landtagswahlen und Brandenburg und Thüringen und vereinen eine beachtliche Wählerschaft hinter sich. Gemeinsam kämen sie auf rund 45 Prozent der Stimmen. Während die BSW am linken politischen Rand steht, steht die AfD am rechten politischen Rand. Erstaunlicherweise gab es jedoch dennoch viele Themen, die beide ähnlich bewerten und betrachten.

Beide Frauen sind bekannt für ihre Eloquenz und ihr politisches Wissen. Daher wurde auch mit Spannung erwartet, wer als Sieger hervorgeht.

Widersprüche zwischen Worte und Taten

Letzten Endes waren es die Widersprüche, die sich an manchen Stellen auftaten zwischen Worten und Taten bei Alice Weidel, wodurch Sahra Wagenknecht an Glaubwürdigkeit deutlich mehr punkten konnte.

Die besten Zitate aus dem TV-Duell, Teil 1.

Hier lesen Sie nun besten Aussagen der Politikerinnen. Den Anfang macht Alice Weidel, als sie sich zur Begrüßung positiv gestimmt zeigt, wenn sie sagt:

„Ich freue mich und wünschte mir, dass es solche Gespräche öfter gäbe, denn ich glaube, dass man miteinander reden muss, anstatt übereinander.“ Sahra Wagenknecht entgegnet darauf knapp:

„Ich hoffe auf eine sachliche Auseinandersetzung“

„Ich hoffe auf eine sachliche Auseinandersetzung.“ Denn Weidel habe sie ja im Vorhinein unter anderem als „nützlichen Idioten der Altparteien“ bezeichnet. Weidel wiederum verteidigt ihre Wortwahl und erklärt:

„Der Wahlkampf lebt von der überspitzten Sprache.“ Weidel habe mit ihrer Aussage lediglich gemeint, dass die Wähler:innen einen politischen Wandel haben möchten. Mit Wagenknecht sei jedoch kein politischer Wandel möglich, da sie der „Steigbügelhalter der Altparteien“ sei.

„Woher wissen Sie das? Sie sind doch gar nicht bei den derzeitigen Verhandlungen nach den Landtagswahlen dabei“, kontert Wagenknecht.

Nach diesem kleinen Warming-up steckt  WELT TV-Chefredakteur Jan Philipp Burgard den ersten Themenkomplex ab.

Thema Wirtschaft.

Er möchte von beiden wissen, welche drei Dinge sie ändern würden, um Deutschlands derzeit lahmende Wirtschaft wieder in Schwung zu bekommen.

Alice Weidel: 1. „Wir haben eine nicht tragfähige Energiepolitik, wir sind nicht mehr wettbewerbsfähig. Wir haben aber sehr viele stromintensive Unternehmen.“. Sprich: Die Energiepreise müssen ihrer Meinung nach runter. 2. Das Ausbildungsniveau seit mittlerweile deutlich unter dem weltweiten Durchschnitt. 3. Die Steuer- und Abgabenlast sei viel zu hoch. Die Einkommenssteuer und Sozialabgaben müssen ihrer Meinung nach gesenkt werden, damit „die Menschen von ihrer Arbeit leben können“.

Energiekosten müssen runter – da sind sich beide einig

Wagenknecht stimmt hier teilweise zu: „Wir brauchen preiswerte Energie.“ Dabei setzt sie unter anderem auf russisches Gas. „Hier haben wir uns selbst abgeschnitten und beziehen nun teures Gas aus Amerika. Das war ein Eigentor.“ Zudem habe Deutschland „negative Energiepreise“. „Wir haben keine Netze, um die derzeit bereits erzeugte Energie von Wind und Sonne zu transportieren.“ Die Bildungspolitik: „Die Schulschließungen in der Coronazeit, zu geringe Bildungsausgaben, zu große soziale Ungleichheit (wie sind die Eltern aufgestellt? Das entscheide in Deutschland noch immer oftmals über den Werdegang der Kinder) und das Problem von Schülern:innen, die kein Deutsch können. Der letzte Punkt: Die Infrastruktur. „Wir haben eine absolute marode Infrastruktur, viele marode Brücken. Ein Zugsystem, bei dem kaum noch ein Zug pünktlich fährt. Das ist auch für die Logistik vieler Unternehmen im Güterverkehr ein großes Problem.“

Weidel: „Diese Ausländer, die Bürgergeld-Bezieher sind“

Weidel: ergänzt: „Die Schuldenbremse muss in Deutschland wieder eingehalten werden.“ Ansonsten werde es unmöglich sein, diese neuen Schulen beziehungsweise lediglich die Zinsen zu tilgen. Daher müsse man sparen. Ein riesiger Kostenblock seien „diese Ausländer, die Bürgergeldbezieher sind, haben noch nie ins Sozialsystem eingezahlt. Das ist auf Dauer nicht finanzierbar.“

Wagenknecht hält die Ausgaben, die „etwa in der Coronapolitik“ getätigt worden seien, für „völlig unsinnig“. Das Thema Infrastruktur sieht sie ähnlich wie Alice Weidel und urteilt darüber:  „Deutschland wird seit vielen Jahren auf Verschleiß gefahren.“ Zum Thema Bürgergeld betont Wagenknecht: „Ich möchte die Welt nicht ins Bürgergeld einladen, aber ich bin für einen starken Sozialstaat und wenn man den möchte, muss man verhindern, dass jeder in den Sozialstaat einwandern kann.“ Dabei verweist sie auf die dänische Sozialpolitik als Vorbild. „Sie wollen ja das Bürgergeld für alle kürzen“, sagt sie abschließend zu Alice Weidel gewandt. „Das betrifft dann aber auch alleinerziehende Mütter, die keinen Kitaplatz finden und nicht nur Menschen, die nicht arbeiten wollen.“

Thema Krieg im Gaza-Streifen:

Wagenknecht verurteilt hier den „islamistischen Terrorismus“ auf der einen Seite, aber Israel mit seiner „schrecklichen Kriegsführung“ ebenfalls.

Weidelhat den Blick bei diesem Thema zunächst auf Deutschland gerichtet: „Es wurde nicht gehandelt. Auch die Ausschreitungen in Berlin und Frankfurt habe „ich mit Schrecken beobachtet“. Weidel betont: „Wenn wir in der regierung säßen, wären diese Krawallbrüder nicht mehr in unserem Land.“

Wagenknecht sieht sowohl Israel als auch die Hamas als Kriegsverbrecher

Wagenknecht kritisiert: „Die AfD stellt sich einseitig auf die Seite Israels. Es werden dort Kriegsverbrechen begangen. Das haben auch UN-Quellen bestätigt. Die Idee, zu glauben, Terror mit Terror bekämpfen zu wollen, ist absolut unrealistisch. Die Lösung wären Friedensverhandlungen und eine Zweistaatenlösung.“ Man mache es sich ihrer Meinung nach zu einfach, wenn man urteile: Israel, das seien die Guten und die anderen die Bösen.

Weidel sieht die Sache derzeit als zu verfahren an, um noch eine Zwei-Staaten-Lösung hinzubekommen. Aber auch sie sieht einzig den Weg der Diplomatie als sinnvoll an. „Auch in der Ukraine haben wir sehr früh Friedensverhandlungen gefordert.“

Hier bröckelt Weidels Logik etwas

Dabei bemerkt Wagenknecht jedoch: „Wir haben beantragt, dass keine weiteren Waffenexporte nach Israel geschickt werden. Sie haben leider dagegen gestimmt.“ Dem widerspricht Weidel auch nicht und entgegnet lediglich: „Jedes Land hat ein Recht auf Selbstverteidigung.“ An dieser Stelle bröckelt die Logik der Aussagen Weidels etwas. Denn auch wenn jedes Land das Recht auf Selbstverteidigung haben mag, bedeutet das nicht zwangsläufig, dass Deutschland diesem Land dann Waffen liefern muss.

Wagenknecht führt glaubhaft näher aus: „Die deutsche Regierung versagt völlig darin, ihren Anteil daran beizutragen, dass es einen gewissen Druck auf Israel gibt.“

Thema Ukraine

Sowohl Weidel als auch Wagenknecht lehnen weitere Waffenlieferungen ab und fordern mehr Diplomatie. Beide erinnern sie daran, dass es eine Vorgeschichte gab und man diese auch mit in die Betrachtung einbeziehen müsse, warum dieser Krieg von Russland begonnen wurde.

Wagenknecht: „Der Krieg ist ausgebrochen, weil die Russen kein US-Militär an ihren Grenzen haben wollen. Eine Nato-Mitgliedschaft der Ukraine bedeutet Krieg, das war 2019 schon klar. Gemeinsam mit China müssen wir nun eine Friedenslösung hinbekommen.“ Denn eines sei völlig klar: „Die Ukraine wird diesen Krieg nicht gewinnen können.“

Weidel sieht das genauso: „Das sind AfD-Positionen., dass wir einen Verhandlungsfrieden brauchen. Die Geschichte sitzt immer mit am Tisch bei einem Krieg. Die Nato-Ost-Erweitung hat stattgefunden entgegen mündlicher Zusagen nach der Wiedervereinigung. Man dürfe keine Schwarz-Malerei tätigen.“ Auch hier sind sich die Frauen völlig einig.

Hier geht’s direkt zum Video:

TV-Duell Wagenknecht vs. Weidel: Die Debatte in voller Länge in der Mediathek – Video – WELT

Im zweiten Teil des TV-Duells geht es unter anderem um Corona und Migration. Der zweite Teil erscheint morgen auf www.gschwaetz.de