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Stadt und Kirche spenden für fünfköpfige Familie nach Wohnhausbrand in Künzelsau

Nach dem Brand in einem Wohnhaus in der Schnurgasse in der Nacht von Freitag, den 21. Januar 2022, auf Samstag, den 22. Januar 2022, steht die fünfköpfige Familie nun obdachlos und mit leeren Händen da. Die Familie wurde zunächst durch die Stadtverwaltung in einem Gasthof untergebracht. Der Brandrauch machte die kompletten Gegenstände in der Wohnung unbrauchbar. Wer der Familie in Not helfen möchte, kann das schnell und einfach mit einer Geldspende tun:

Empfänger: Stadtverwaltung Künzelsau

Verwendungszweck: Brand Schnurgasse

IBAN: DE02 6225 1550 0005 0018 08

BIC: SOLADES1KUN, Sparkasse Hohenlohekreis

Das Geld wird an die Familie für den Kauf des Nötigsten wie etwa Kleidung und Mobiliar weitergeleitet.

Eine Spendenbescheinigung kann nicht ausgestellt werden.

„Es ist tragisch, was der Familie am Wochenende zugestoßen ist. Wir wollen nun schnell und unbürokratisch unterstützen“, so Bürgermeister Stefan Neumann. An der Spendenaktion der Stadtverwaltung beteiligt sich auch das Evangelische Dekanat Künzelsau mit einer Spende in Höhe von 1.000 Euro. „In Krisenzeiten wie diesen zählt der Zusammenhalt. Wir möchten den Gemeindemitgliedern helfen, wo wir können“, so Dekan Dr. Friedemann Richert.

Eine Sofort-Hilfe von der Stadtverwaltung Künzelsau in Höhe von 500 Euro erhält die Familie durch die stellvertretende Bürgeramtsleiterin und Zuständige für das Feuerwehrwesen bei der Stadtverwaltung, Karin Schreiber.

Fotos: Feuerwehr Künzelsau. Text: Stadtverwaltung Künzelsau




Amokläufer an der Heidelberger Uni

Auf dem Gelände der Heidelberger Universität hat ein Mann mehrere Menschen angeschossen und verletzt. Ein Einzeltäter habe am Montagmittag mit einem Gewehr in einem Hörsaal der medizinischen Fakultät das Feuer eröffnet, teilte die Polizei mit. Es gebe auch einen Schwerverletzten, hieß es. Der Täter sei inzwischen tot. Nach dpa-Informationen aus Sicherheitskreisen soll der Täter selbst Student gewesen sein. Der Mann habe nach ersten Erkenntnissen keine politischen oder religiösen Motive gehabt. Er habe mehrere Gewehre bei sich gehabt und soll sich schließlich selbst erschossen haben. Diese Angaben wurden aber offiziell noch nicht bestätigt.Stand: 15 Uhr

Quelle: SWR >>> Hier geht es direkt zum Live-Ticker des SWR für weitere Informationen: https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/liveblog-polizeigrosseinsatz-in-heidelberg-100.html

Die Polizei erklärte: „Wir gehen nicht von weiteren Tätern aus.“ Zur Sicherheit werde das Gelände aber weiter abgesucht. Zur Identität der Verletzten gab es zunächst keine Angaben. Das Neuenheimer Feld vor den Toren der Heidelberger Altstadt ist derzeit weiträumig abgesperrt. Die Polizei forderte Autofahrer auf, das Gelände weiträumig zu umfahren, damit Rettungskräfte freie Fahrt haben.




Inzidenz steigt und steigt und steigt …

In der Stadt Heilbronn wurde am gestrigen Sonntag, 24. Januar, die Inzidenz mit 1.023 angegeben, der Landkreis Heilbronn lag bei 967. Der Hohenlohekreis meldete eine Inzidenz von 775 – wobei die Gemeinden Niedernhall, Weißbach und Forchtenberg (Stand 22. Januar 2022, neuere Zahlen noch nicht enthalten) bereits eine Inzidenz von mehr als 1.000 haben.

SLK-Kliniken: Nur noch drei Coronapatienten auf der Intensivstation

Entgegengesetzt ist die Belegung der Intensivstationen mit Corona-Patient:innen, sie sinkt weiter. Das kann Mathias Burkhardt, Pressesprecher der SLK-Kliniken bestätigen: „Ja – seit Beginn des Jahres können wir im SLK-Verbund einen Rückgang der Corona-Patienten verzeichnen, auch auf den Intensivstationen. Stand heute, 21. Januar 2022,werden 3 Patienten intensivmedizinisch behandelt. Am 06. Dezember 2021 konnten wir den bisherigen Höchststand der vierten Welle verzeichnen – mit insgesamt 29 Patienten auf der Intensivstation.“ Zusätzlich zu den 3 Intensivpatienten waren am Freitag, 21. Januar 2022, weitere 17 Corona-Patienten auf der Normalstation in Behandlung. Das bedeutet eine gewisse Entlastung des Personals: „Die Situation ist – für den Moment – entspannter. Unser Intensivfachpersonal ist durch den geringeren Anteil an COVID-19-Patienten, die eine sehr intensive Pflege benötigen und eine deutlich erhöhten Arbeitsumfang mit sich bringen (Schutzkleidung,…), weniger belastet.“

Auswirkungen von Omikron auf die Krankenhäuser noch nicht klar

Ob die Omikron-Variante dauerhaft die Hospitalisierung auf Normal- und Intensivstationen deutlich verringern wird, ist laut Burkhardt noch nicht klar: „Diese Frage lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht seriös beantworten, da wir rückläufige Zahlen verzeichnen, aber aufgrund der bundesweiten Infektionsentwicklung uns auf wieder steigende Zahlen einstellen. Welches Ausmaß dies annehmen wird und wo die Patienten dann behandelt werden müssen, ist heute noch nicht vorauszusehen.“ Genauso unklar ist, auf welche Behandlungen sich die Normalstationen bei Patienten mit einer Omikron-Infektion konkret einstellen müssen.

Merkwürdige False-Flag-Aktionen in den Anzeigeteilen

Eine Seite mit angeblichen Stellengesuchen ungeimpfter Menschen aus Bautzen.

Am Wochenende ging es erst durch die sozialen Medien, später auch durch die Presse, dass in einigen Zeitungen und Mitteilungsblättern ganze Kleinanzeigenseiten mit Stellenangeboten von ungeimpftem Pflegepersonal veröffentlicht wurden. Der Journalist Andreas Rausch vom rbb wollte mehr darüber wissen und hat versucht, mit einigen der mehr als 100 vorgeblichen Inserent:innen eines Bautzener Anzeigenblattes zu sprechen, was ihm nicht gelang: Die angegebenen Telefonnummern gab es teilweise nicht – zum Beispiel wurde die Nummer 0160-1234567890 angegeben – oder es wurde nicht abgenommen. Die in einigen Fällen erreichten Anrufbeantworter waren alle unpersönlich. Offenbar ging es nicht darum, dass reale Menschen reale Stellengesuche aufgegeben hatten.

„Das wirkte auf den ersten Blick fast wie abgesprochen“

Wer die Aktionen gestartet oder koordiniert hat, welchen Nutzen diese Aktion brigen soll und woher das Geld für diese Aktion kommt, ist unklar. Auch der „Fränkische Tag“ (Bamberg) listete mehr als 50 Anzeigen am Samstag. „Diese Häufung von sich ähnelnden Inseraten ist ungewöhnlich. Das wirkte auf den ersten Blick fast wie abgesprochen“, wird Gerhard Staudt, Teamleiter des Auftragsmanagements der Mediengruppe Oberfranken, zitiert. Der „Fränkische Tag“ weiß auch, dass in lokalen Telegram-Gruppen dafür geworben wurde, die Zeitung zu „fluten“. Die Anzeigen wurden jedenfalls bezahlt.

Situation ungeimpfter Pflegemitarbeiter

Ob die Aktionen den betroffenen ungeimpften Pflegekräften helfen, sei dahingestellt. Ungeachtet solcher Aktionen lohnt es sich, die Situation ungeimpfter Pflegekräfte zu betrachten: Ab dem 16. März 2022 müssen Beschäftigte in Kliniken, Pflegeheimen, Arzt- und Zahnarztpraxen, Reha-Kliniken, Geburtshäusern oder auch bei Rettungsdiensten einen Nachweis vorlegen, dass sie vollständig geimpft oder genesen sind oder ein Attest, dass sie nicht geimpft werden können. Ohne einen solchen Nachweis, ist der Arbeitgeber verpflichtet, das dem Gesundheitsamt zu melden, was ein Betretungsverbot zur Folge haben kann. Mit einem Betretungsverbot entfällt dann für den Arbeitgeber auch die Lohnzahlungspflicht – so das Gesetz. Genaue Zahlen, wieviele Arbeitnehmer:innen diese Regelungen betreffen könnte, gibt es nicht.

„Natürlich müssen wir damit rechnen, dass es weiterhin Mitarbeitende geben wird, die sich nicht für eine Impfung entscheiden können.“

GSCHWÄTZ hat daher Mathias Burkhardt auch danach gefragt, ob er bereits abschätzen kann, wie sich die Impfpflicht für Gesundheitsbedienstete ab März auf die SLK-Kliniken auswirken wird und ob er damit rechnet, dass Personal vom Dienst freigestellt oder entlassen werden muss: „Auch dies ist Stand heute noch nicht serös einschätzbar. Aber natürlich müssen wir damit rechnen, dass es weiterhin Mitarbeitende geben wird, die sich nicht für eine Impfung entscheiden können und die wir dann ab dem 16. März dem Gesundheitsamt melden. Wir bleiben aber weiterhin im Austausch mit der Mitarbeiterschaft und bieten ab kommender Woche als Arbeitgeber auch wieder ein kontinuierliches Impfangebot für alle Mitarbeitenden an“.

Kurios: Weintrinker sollen weniger ansteckungsgefährdet sein

Das sagt zumindest eine Studie, die in dem Journal „Frontiers in Nutrition“ veröffentlicht wurde: Um 17 Prozent sei die Wahrscheinlichkeit herabgesetzt, sich mit Corona zu infizieren, wenn man wöchentlich fünf Gläser Rotwein trinke. Bei Weißwein und Champagner sei der Effekt nicht so stark. Im Gegensatz dazu steigere sich die Wahrscheinlichkeit einer Corona-Infektion bei Bier- und Spirituosentrinkern. Die Journale dieses Verlages werden allerdings von der Wissenschaft stark kritisiert – vielleicht sollte man Rotwein lieber nicht als Corona-Maßnahme konsumieren.

Text: Matthias Lauterer




Fokus auf Cyberangriffe: Kevin Leiser (SPD) hält erstmals Rede im Bundestag

In seiner ersten Rede im Deutschen Bundestag lobt das ordentliche Mitglied des Verteidigungsausschusses Kevin Leiser die Vorhaben der Ampel-Koalition.

Bekenntnis zur NATO

„Wir bekennen uns zu unseren internationalen Bündnispartnern in NATO und EU. Wir agieren in der Verteidigungspolitik eingebettet im europäischen Selbstverständnis in das historische Friedens- und Freiheitsprojekt der Europäischen Union“, so Leiser.

Mehr Verantwortung der EU

„Als EU werden wir uns künftig entschlossener als starker und eigenständiger Akteur im Systemkonflikt zwischen freiheitlichen Demokratien und diktatorischen Regimen positionieren. Uns vereinen die Prinzipien des Völkerrechts, der Menschenrechte und der europäischen Friedensordnung. Sie sind uns Auftrag, Orientierung und gemeinsame Wertebasis. So schaffen wir Fortschritt für die Demokratie.“

„Wir werden die Arbeiten am „Strategischen Kompass“ konstruktiv mitgestalten. In einer europäischen Sicherheitsstruktur ist es zu begrüßen, dass wir als EU gemeinsame Handlungsleitlinien formulieren, denn die Herausforderungen werden sich nur zusammen meistern. So schaffen wir Fortschritt für die Europäische Gemeinschaft“, erläutert Leiser.

„Die Koalitionsfraktionen wird unserer politischen Verantwortung gegenüber den Streitkräften gerecht. Die Angehörigen der Bundeswehr riskieren ihre Sicherheit, um die unseres Landes zu schützen und es liegt in unserer Verantwortung, alles dafür zu tun, dass die Armee ihrer Arbeit sicher, effizient und effektiv nachkommen kann“, betont Kevin Leiser.

Schutz der Gesellschaft vor Cyberangriffen

Vor dem Hintergrund der steigenden Anzahl von Cyberangriffen hält Kevin Leiser fest: „Den Cyberangriffen gegen uns und unsere Verbündete in NATO und EU treten wir mit einer ehrgeizigen Cybersicherheitspolitik entgegen. Der Schutz vor Cyberangriffen ist elementarer Bestandteil der Sicherheit unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens.“

Pressemitteilung Kevin Leiser




Großeinsatz der Feuerwehr Künzelsau in der Nacht

Nach zwei Einsätzen am Freitagabend, den 21. Januar 2022, wurde die Feuerwehr Künzelsau  am Samstagmorgen um 01.19 Uhr zu einem Brand in der Künzelsauer Schnurgasse alarmiert.

In einem Wohnhaus  wurde eine fünfköpfige Familie durch einen ausgelösten Heimrauchmelder geweckt. Das Feuer war in der Waschküche  im Erdgeschoss ausgebrochen. bis zum Eintreffen der Feuerwehr hat die Familie das Gebäude über das Treppenhaus unverletzt verlassen.

Der Brand breitete sich im Gebäude auf die Zwischendecke aus. Der Brandrauch machte das komplette Gebäude unbewohnbar.

Die Decke und der Fußboden wurden mehreren Stellen geöffnet. Damit das Löschwasser in die Dämmschicht eindringen konnte, wurde Schaummittel dem Löschwasser beigemischt.

Gegen 04.15 Uhr wurde der Einsatz zunächst beendet. Weitere Glutnester in der Zwischendecke sorgten dafür, dass um 08 Uhr die Brandbekämpfung wieder aufgenommen werden musste. Stück für Stück wurde der Fußboden im ersten Stock geöffnet und die darin befindlichen Glutnester abgelöscht. Diese Arbeiten waren nur mit Atemschutzgeräten möglich.

Gegen 11.30 Uhr flammte die brennbare Dämmschicht wieder auf. Es wurden weitere Kräfte nachalarmiert. Zur Ablösung kamen Atemschutzgeräteträger aus anderen Abteilungen der Feuerwehr Künzelsau zum Einsatz.

Nachdem der Boden vollständig geöffnet und abgelöscht war, konnte der Einsatz gegen 14.45 Uhr beendet werden. Weiteres Nachschauen am Nachmittag und Abend zeigten, dass der Brand vollständig gelöscht war.

Insgesamt waren 55 Feuerwehrangehörige und 12 Fahrzeuge im Einsatz.

Test und Fotos: Feuerwehr Künzelsau

 




Was für ein Jahr für Hohenlohe

(Doppelklick aufs Vorschaubild zeigt die gesamte Seite)

 




Nichts wird mehr so sein, wie es mal war

„Am Anfang waren alle Besuche verboten“, erinnert sich Sabine Focken im Rahmen eines Couchgesprächs mit Dr. Sandra Hartmann über die Rolle der Kirche in der Pandemie. Im ersten Teil des Interviews sprach die 62-Jährige offen über den anfänglichen Rückzug ihrer Gemeindemitglieder und wie sie auch sich und ihre Arbeit neu definieren musste, um den veränderten Gegebenheiten gerecht zu werden.

Um wieder zu sich selbst und zueinander zu finden

Im zweiten Teil des Couchgesprächs geht es nun darum, welche Projekte die Gemeindemitglieder in Dörrenzimmern und Stachenhausen während der Pandemie ins Leben gerufen haben, um wieder zu sich selbst und zueinander zu finden.

Das wurde dann so eine Art Bewegung

„Am Anfang waren alle Besuche verboten. Daher hat unser Besuchskreisteam jeden Senior und jede Seniorin in der Gemeinde kontaktiert und gefragt: „Hast du einen Bibelspruch, der dir gut tut?  Das wurde dann eine Art Bewegung. So haben wir angefangen, den Glauben wieder nach vorne zu holen“, erzählt Sabine Focken mit sichtlicher Begeisterung. Herausgekommen ist ein kleines Büchlein mit vielen Lieblingsstellen aus der Bibel und selbstgemalten Bildern.

Auch sie selbst haderte immer wieder

Aber so einfach war es nicht immer während der Pandemie. Auch sie selbst haderte immer wieder, wie auch andere Menschen in ihrer Gemeinde. „Am Anfang waren wir naiv. Wir dachten: Nach der ersten Welle haben wir sicher das Meiste überstanden. Dann kam die nächste und die nächste Welle. Das hat auch bei mir früher Frust ausgelöst. Jetzt entspanne ich mich schneller und warte ab.“ Dankbar ist Sabine Focken, weil sich viele Türen nicht nur geschlossen, sondern auch geöffnet haben in dieser Zeit. „Ich habe Gott als aktiv Handelnden erlebt, etwa durch die vielen Impulse, die ich von anderen bekommen habe, als ich zunächst still wurde.“

Nichts wird mehr so sein, wie es mal war

Sie sieht auch jetzt nicht das große Ende der Pandemie nahen, sondern weiß, dass nach einer derartigen Ausnahmezeit nichts mehr so sein wird, wie es einmal war. Man kann die Zeit nicht einfach zurückdrehen, auch wenn sich viele nach diesem Zustand sehnen. aber nicht nur hinsichtlich Corona, auch hinsichtlich vieler anderer Dinge wie dem Klimawandel bedarf es nun einem großen Veränderungswillen: „Ich glaube, wir brauchen einen großen Umbruch in der Gesellschaft. Wir müssen alle vom Konsum runter.“

„Da ist so eine Kraft in dem Ausgebremst-Sein drin“

Und genau darin sieht sie die Energie, die eine derartige Krise auch freisetzen kann: „Da ist so eine Kraft in dem Ausgebremst-Sein drin.“ Die Gemeinde wurde erfinderisch, um ihre Mitglieder in der Pandemie trotz Abstandsgebote und Ängste zu erreichen. Das Kirchenteam verteilte Osterbriefe an alle Senioren, jeden Sonntag werden bis heute die Predigten und Lieder per WhatsApp verschickt. Mitte-der-Woche-Impulse ebenso. Anfangs kam sich Sabine Focken komisch vor, am Schreibtisch zu sitzen und ihre Predigt in ihr Handy zu sprechen, um sie danach per WhatsApp zu verschicken. Heute lacht sie, wenn sie an die Anfänge des digitalen Umbruchs zurückdenkt.

Beispiel eines Mitte-der-Woche-Impuls, den Sabine Focken per WhatsApp verschickt.

„Christliche Botschaften muss man hier viel kürzer und in nichtkirchlicher Sprache auf den Punkt bringen“

„Christliche Botschaften muss man hier viel kürzer und in nichtkirchlicher Sprache auf den Punkt bringen“, habe sie dabei gelernt. Auf der gleichen Spur ist sie als Hochschulseelsorgerin in Künzelsau mit ihrem Instagram-Account genannt „Soulfood“ (seelische Nahrung, zu finden auf Instagram unter: Instagram: soulfood_hhn). Zudem sind Glaubensabende entstanden, zunächst als Gemeindeangebot gedacht, coronabedingt gestrichen und aus großer Lust im Kirchengemeinderat ganz neu entwickelt. „Gemeinsam sind wir sprachfähiger geworden in Sachen Glauben und sind sehr gespannt, wie es damit in der Gemeinde weitergeht.“

Die Diskussion, ob Gottesdienste auch in Hochzeiten der Pandemie stattfinden dürfen – Sabine Focken hat hierzu eine klare Meinung

Was ihr während unseres Gesprächs wichtig ist, immer wieder zu betonen, dass nicht nur in ihrer Gemeinde viel geleistet wurde und sich einiges geändert hat, sondern überall. Und dass ganz viele Menschen daran beteiligt waren und sind.

Immer wieder gab und gibt es Diskussionen auch im Hohenlohekreis, ob Gottesdienste in den Höhepunkten der Pandemie noch stattfinden dürfen oder nicht. „Wir haben hier klare Richtlinien des Oberkirchenrates gehabt“, sagt Focken. Diese orientierten sich an den Inzidenzen. Innerhalb dieser Regeln gab es für die Gemeinden jedoch Entscheidungsspielräume. Sabine Focken: „Wir haben uns angesichts unserer großen Kirche immer für so viel wie möglich Präsenz entschieden ABER gleichzeitiger Berücksichtigung der SicherheitErst wenn Apotheken und Arztpraxen schließen müssen, dann muss auch die Kirche ihre Pforten zu machen, denn die Menschen brauchen einen Glauben beziehungsweise Glaubensangebote in dieser Zeit. Das ist Fockens klare Meinung dazu. Denn: „Glaube stärkt das Immunsystem“, davon ist die Pfarrerin überzeugt.

Solosängerteam singt von der Empore

Nicht alle in ihrer Gemeinde sehen das so beziehungsweise hatten den Wunsch, einen Gottesdienst zu besuchen. Das Schichtmodell (2 Gottesdienste hintereinander, um einer vollen Kirche entgegenzuwirken) stellten sie wieder ein, da die Angst unter den Gemeindemitgliedern zu groß vor Ansteckung war. Es blieb daher bei einem Gottesdienst. Während die Gemeindemitglieder in der Kirche nicht singen dürfen wegen der Coronaverordnung, hat Dörrenzimmern seit Beginn ein Solosängerteam hierfür, das von der Empore singt. Das ist erlaubt.

Kirchenmäuse-WhatsApp-Gruppe mit den neuesten kirchlichen Nachrichten für die jüngsten Gemeindemitglieder

Viel hat sich getan in diesen zwei Jahren, bunt bemalte Glaubenssteine wurden um die Kirche gelegt, der Kirchplatz hat ein von den Konfirmanden gebautes Insektenhotel bekommen, ein neu gegründeter Zwergentreff unter der Leitung von Eva-Maria Schmidt trifft sich immer draußen, es gibt eine Kirchenmäuse-WhatsApp-Gruppe  die die jüngsten Gemeindemitglieder über Neuigkeiten in der Kirche informiert, umgesetzt von Nicole Vogt von den Hochholzhöfen und Renate Denner vom Eschenhof. „GoodNews“ (gute Nachrichten = frohe Botschaft) war im vergangenen Jahr ein zeitlich begrenztes, aber sehr erfolgreiches WhatsApp-Gruppen-Angebot für Kinder und Jugendliche. Hier durfte jeder gute Nachrichten einstellen. „Glaube stärkt, auch die Jugend braucht Stärke, vor allem für die Aufgaben, die noch anstehen“, sagt die Pfarrerin.

Meditative Gottesdienste

Raus in die Natur ging es beim Osterweg in Stachenhausen oder bei der von Mädchen aus dem Ort gestalteten Kirchenrallye in Dörrenzimmern. Holger Hartmann vom evangelischen Jugendwerk (ejk) schaute mit seinem EJK-Mobil vorbei und töpferte mit den Kindern. Es fanden meditative Gottesdienste mit Sabine Otterbach statt, um zur Ruhe zu kommen.

Sabine Focken erlebte und erlebt in dieser Zeit als Pfarrerin eine viel intensivere Seelsorge. „Über den Glauben passiert so viel Gesundung. Wir brauchen mehr Glauben in unserem Land, er muss wieder neu entdeckt werden.“

„Es ist besser, ein Licht anzuzünden, als über die Finsternis zu klagen“

Das Seniorenkreis-Team schenkte jedem Senior und jeder Seniorin in der Gemeinde in der Adventszeit eine Kerze mit einem Tannenzweig und einer Karte, auf der stand: „Es ist besser, ein Licht anzuzünden, als über die Finsternis zu klagen.“

Focken weiß um die schwindenden Mitgliederzahlen der Kirchen. Aber sie sieht in der Pandemie auch eine Chance, alte Verkrustungen abzuschütteln. „Man entdeckt andere, neue Dinge, die vielleicht sogar besser als die alten sind und vor allem merkt man, wie gut es ist, die Kraft und den Segen Gottes zu brauchen und zu finden.“

 




Nächte im Hotel: Valentin Abel (FDP): Seit 100 Tagen für Hohenlohe im Bundestag | SCHWÄTZ MER

GSCHWÄTZ-Redakteur Matthias Lauterer hat sich mit dem jungen FDP-Bundestagsabgeordneten für den Wahlkreis Schwäbisch Hall-Hohenlohe, Valentin Abel, über Coronaregeln im Bundestag unterhalten, Nächte im Hotel und über die dringend notwendige Modernisierung und bessere Verzahnung des öffentlichen Nahverkehrs im ländlichen Raum.

 

 




Brand in Waschküche

Bei einem Brand in einer Waschküche eines Zweifamilienhauses in Künzelsau ist ein Schaden von rund 100.000 Euro entstanden. Wie die Polizei am Samstag mitteilte, soll ein technischer Defekt an einem Elektrogerät die Ursache des Feuers gewesen sein. Die Bewohner konnten rechtzeitig das Haus verlassen und blieben unverletzt. Laut Polizeiangaben konnte die Feuerwehr den Brand schnell löschen.




„Aushalten, dass etwas stirbt“

In der Wochenzeitung DIE ZEIT bin ich über ein Dossier gestolpert, das sich kritisch mit der Kirche in Coronazeiten befasst. Müsste die Kirche nun nicht präsenter sein als je zuvor in diesen schweren Zeiten? Wo aber ist sie?, fragen die Autoren dort.

Ist der Glaube in der Pandemie stärker geworden – oder ist das Gegenteil der Fall?

 

Wie schaut es bei uns im ländlichen Raum aus? Ich schreibe eine Mail an Dörrenzimmerns Pfarrerin Sabine Focken und frage nach, ob sie Lust und Zeit hätte, darüber zu sprechen. Wie hat sich die Kirche und wie haben sich die Angebote verändert in Coronazeiten? Bei uns auf dem Land im beschaulichen Hohenlohe? Welche Rolle hat die Kirche in der Pandemie? Ist der Glaube stärker geworden – oder ist das Gegenteil der Fall?

Corona kam irgendwie dazwischen

Die Pfarrerin hat lange, blonde Haare und sieht deutlich jünger aus als sie ist. Die 62-Jährige bewohnt das Pfarrhaus in Dörrenzimmern, direkt neben dem Kirchplatz und der Kirche, mitten im Ort. In vier Jahren geht sie in Rente, bis dahin hat die Seelsorgerin aber noch einige Pläne, was sie in den nächsten Jahren angehen und bewegen möchte. Wir sitzen uns gegenüber in ihrem Arbeitszimmer. Zwischen uns ein kleiner Tisch. Hinter ihr und um uns herum viele Bücher in Holzregalen aneinandergereiht über Glaube, Achtsamkeit und das Christentum. Es ist nicht das erste Gespräch, das wir führen, aber wir haben uns lange nicht gesehen. Corona kam irgendwie dazwischen.

Bevor ich die erste Frage zu Ende stellen kann, unterbricht sie mich und meint, sie hat sich auf meine Mail hin viele Gedanken zu dem Thema gemacht und sie habe eine These. Damit möchte sie beginnen.

„Einfache Antworten gibt es in der heutigen Zeit nicht“

„Ich nehme wahr, dass es an einzelnen Stellen eine Sehnsucht gibt, dass sich die Kirche richtig positioniert.“ Auch sie habe in den ersten Wochen der Pandemie im Frühjahr 2020 immer gedacht: „Warum ist unser Bischof nicht lauter, klarer und eindeutiger in seinen Botschaften, vor allen Dingen pro Präsenzgottesdienste.“ Mit der Zeit habe sie gemerkt, dass darin die Sehnsucht nach Unterstützung der eigenen Position durch die Kirchenleitung steht und wahrgenommen: „Die jetzige Zeit ist zu komplex für die eine richtige Antwort.“ Sie verstehe die Sehnsucht nach eindeutigen, klaren Lösungen. „Aber die gibt es nicht.“ Soll die Kirche sich zum Beispiel für das Impfen positionieren oder dagegen? Die unterschiedlichen Menschen werden unterschiedliches wollen.

„wir müssen unglaublich viel Wandel verarbeiten und mitgestalten“

Aber nicht nur in der Pandemie sieht sie die Verunsicherung begründet, sondern auch durch die rasant fortschreitende Digitalisierung, Globalisierung und den Klimawandel. „Wir merken jetzt die große gegenseitige weltweite Abhängigkeit und müssen unglaublich viel Wandel verarbeiten und mitgestalten. Das ist unglaublich komplex. Nicht jeder komme  da gleich gut mit.

„Aushalten, dass etwas stirbt“

Welche Rolle hat aber dann die Kirche in einer derartigen Umbruchzeit, wie wir sie aktuell erleben? „Den Mut haben zu hören, nicht vorschnell wissen wollen, für das Miteinander der verschiedenen Positionen werben und dann vor allem dieses: aushalten, dass etwas stirbt und darin auf Gott zu vertrauen. Sterben und Auferstehen gehört in unserer Botschaft doch ganz nah zusammen.“

Die nächsten Sätze klingen für manche, die die Pandemie stark gebeutelt hat, vielleicht wie Hohn, wenn Sabine Focken sagt: „Mit Corona will Gott etwas Gutes für uns. Anhalten. Hinhören. Achtsam sein. Warten, dass ganz neue Türen aufgehen.“

„Diese Ungerechtigkeiten gehen gar nicht“

Ich denke an Krankenschwestern, die in der Pandemie gar keine Zeit haben, zur Ruhe zu kommen, an Wirte, die kurz vor der Pleite standen oder stehen. An die Ungerechtigkeiten, die die Pandemie geschaffen oder deutlicher als sonst abgebildet hat und wodurch die viel beschworene – und de facto auch reale – Spaltung der deutschen Gesellschaft weiter vorangeschritten ist.

Müsse man dann einfach akzeptieren, dass manche in der Pandemie und darüber hinaus ein größeres Päckchen zu tragen haben als andere?, frage ich die Pfarrerin. Da positioniert sie sich jedoch mehr als deutlich: „Diese Ungerechtigkeiten gehen gar nicht. Corona lässt sie wie vieles andere nur deutlicher sichtbar werden. Wenn wir alle mehr anhalten, würden wir das auch ernsthafter sehen.“

„Das Sterben und der Tod lösen Angst und Panik aus“

Was aber auch noch mit hineinspiele in diese Zeit, in der viele sehr dünnhäutig geworden sind, sei das Thema Tod. In Deutschland ein stiefmütterlich behandelter Gedanke, der immer dann nur zugelassen wird, wenn er konkret bei einem nahestehenden Mensch eintritt. „Mit Corona tritt Sterben in den Mittelpunkt. Das löst Angst und Panik aus und ist Dynamit in den Diskussionen, welche Maßnahmen gegen Corona zielführender sind“, sagt Focken.

Einige Bürger:innen hätten ihr berichtet, dass der Glaube für sie viel wichtiger geworden sei. Auch bei den jüngeren habe sich etwas verändert. „Wir haben einen echteren Konfiunterricht. Das macht sehr viel Freude. Jetzt können wir miteinander Kirche sein, Gott suchen und als Hilfe erleben.“

Buch entstanden unter Mitwirkung zahlreicher Menschen in Dörrenzimmern und Stachenhausen

Seit zwei Jahren grassiert die Pandemie in unserem Land. Focken konnte während dieser Zeit eine große Veränderung in der Kirche spüren. Es gäbe mehr Gespräche darüber, was uns trage. Dadurch ist ein Buch entstanden mit dem Titel: „Der Mensch lebet nicht vom Brot allein, sondern“. Viele Einwohner:innen von Dörrenzimmern und Stachenhausen kommen darin vor mit einer Bibelstelle, die ihnen Kraft gibt.

So sieht das Cover des Büchleins aus. Zu sehen ist darauf die evangelische Kilianskirche in Dörrenzimmern. Foto: GSCHWÄTZ

Die Rückseite zeigt das prächtige Innenleben. So sah es früher in der Kilianskirche aus. Foto: GSCHWÄTZ

Diese und viele weitere Bibelstellen wählten die Einwohner:innen aus. Foto: GSCHWÄTZ

Wenn keiner mehr reden möchte – Auch Schweigezeiten aushalten können

Doch der Anfang war nicht leicht, auch für sie nicht. Am Anfang der Pandemie sei jeder wie vom Erdboden verschluckt gewesen, die Menschen hätten sich in ihre Häuser zurückgezogen. Focken musste für sich selbst erst ihre Rolle suchen und finden. „Ich war zunächst intensiv mit dem Kirchengemeinderat im Gespräch. Das hat mir geholfen, auch Schweigezeiten auszuhalten.“

„Ich wusste nicht, was ich jetzt tun sollte“

Was macht eine Pfarrerin aber, wenn sich ihre Gemeindemitglieder erstmal zurückziehen? „Ich wusste nicht, was ich jetzt tun sollte.“ Unsicherheit machte sich in ihr breit. „Denken Die Menschen jetzt, dass ich nichts mehr arbeite oder dass ich es digital nicht hinbringe? Ich kam mir so blöd vor.“ Sabine Focken spricht damit zwar im ersten Moment für sich, aber ganz gewiss auch für viele andere Menschen, die ihre Rolle neu definieren mussten oder eventuell immer noch müssen.

Die Pfarrerin hatte auf einmal weniger Termine, aber stets den inneren Druck: „Mir muss jetzt etwas einfallen.“ Ihr langer Glaubensweg habe ihr dabei geholfen: „Gott hat in allem etwas Gutes mit uns vor. Und ich möchte nun neu rausfinden, was die Menschen in dieser schweren Zeit brauchen.“

Ihre Rolle hat sich seitdem verändert. Bevor sie etwas anbietet, schaut sie erstmal, hört nach, wartet ab, was wer eigentlich gerade braucht. Etwa: Wo kann und muss sie die Konfirmanden abholen, damit diese sich ihr öffnen, sich einbringen.“

Teil des Couchgesprächs lesen Sie hier.

Darin berichtet Sabine Focken von den zahlreichen kreativen Ideen, die die Gemeindemitglieder in Dörrenzimmern und Stachenhausen während der Coronapandemie entwickelt haben.

Text: Dr. Sandra Hartmann