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Fokus auf Cyberangriffe: Kevin Leiser (SPD) hält erstmals Rede im Bundestag

In seiner ersten Rede im Deutschen Bundestag lobt das ordentliche Mitglied des Verteidigungsausschusses Kevin Leiser die Vorhaben der Ampel-Koalition.

Bekenntnis zur NATO

„Wir bekennen uns zu unseren internationalen Bündnispartnern in NATO und EU. Wir agieren in der Verteidigungspolitik eingebettet im europäischen Selbstverständnis in das historische Friedens- und Freiheitsprojekt der Europäischen Union“, so Leiser.

Mehr Verantwortung der EU

„Als EU werden wir uns künftig entschlossener als starker und eigenständiger Akteur im Systemkonflikt zwischen freiheitlichen Demokratien und diktatorischen Regimen positionieren. Uns vereinen die Prinzipien des Völkerrechts, der Menschenrechte und der europäischen Friedensordnung. Sie sind uns Auftrag, Orientierung und gemeinsame Wertebasis. So schaffen wir Fortschritt für die Demokratie.“

„Wir werden die Arbeiten am „Strategischen Kompass“ konstruktiv mitgestalten. In einer europäischen Sicherheitsstruktur ist es zu begrüßen, dass wir als EU gemeinsame Handlungsleitlinien formulieren, denn die Herausforderungen werden sich nur zusammen meistern. So schaffen wir Fortschritt für die Europäische Gemeinschaft“, erläutert Leiser.

„Die Koalitionsfraktionen wird unserer politischen Verantwortung gegenüber den Streitkräften gerecht. Die Angehörigen der Bundeswehr riskieren ihre Sicherheit, um die unseres Landes zu schützen und es liegt in unserer Verantwortung, alles dafür zu tun, dass die Armee ihrer Arbeit sicher, effizient und effektiv nachkommen kann“, betont Kevin Leiser.

Schutz der Gesellschaft vor Cyberangriffen

Vor dem Hintergrund der steigenden Anzahl von Cyberangriffen hält Kevin Leiser fest: „Den Cyberangriffen gegen uns und unsere Verbündete in NATO und EU treten wir mit einer ehrgeizigen Cybersicherheitspolitik entgegen. Der Schutz vor Cyberangriffen ist elementarer Bestandteil der Sicherheit unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens.“

Pressemitteilung Kevin Leiser




„Die Lösung kann nicht sein, dass Menschen auf der Straße angegriffen werden, weil sich Leute dazu ermächtigt fühlen aufgrund eines bestimmten Weltbildes.“

Auch im Hohenlohekreis finden inzwischen so genannte Montagsspaziergänge statt. Eine Einschätzung, welche Menschen dahinter stehen, wer diese „Spaziergänge“ organisiert und welche Ziele mit diesen Spaziergängen verfolgt werden, fällt schwer. GSCHWÄTZ hat sich daher mit Antonia Luther, einer Journalistin aus Würzburg unterhalten, die die Spaziergänge in Würzburg seit einiger Zeit begleitet und aufbereitet und die daher einen gewissen Einblick vermitteln kann.

Aktueller Anlaß, ausgerechnet sie zu befragen, ist ein Vorfall beim letzten „Spaziergang“ vom 17. Januar 2022, als sie und ihre Begleiter von Teilnehmern verbal und körperlich angegangen wurden. Das Video dazu ist oben und auch  auf twitter veröffentlicht.

Trotz Ihrer persönlichen Betroffenheit bleibt sie differenziert, wenn sie über die Anführer und die Teilnehmer der Spaziergänge sowie über die Gründe, die Menschen zu den Spaziergängen treiben, spricht.

GSCHWÄTZ: Mir gegenüber sitzt die Journalistin Antonia Luther aus Würzburg. Kannst du dich bitte kurz selber vorstellen, wer du bist und was du machst?

Antonia: Hallo, ich bin Antonia Luther, ich studiere aktuell im letzten Semester Soziale Arbeit in Würzburg und habe vor längerer Zeit angefangen, gleichzeitig auch über die Querdenken-Proteste, die entstanden sind im Zuge der Corona-Pandemie Bericht zu erstatten, über Twitter hauptsächlich. Ich mache da Videos und Fotos und, je nach Zeit und Ressourcen, ordne ich gegebenenfalls dann auch Dinge ein.

Teilnehmer erzeugen gezielt Angst

Screenshot Video Würzburg 17. Januar 2022.

GSCHWÄTZ: Das ist auch genau der Anlass, weswegen wir uns heute getroffen haben. Du hast am Montag ein Video veröffentlicht von dem Spaziergang in Würzburg. Ich fasse das Video mal ganz kurz zusammen: Es beginnt damit, dass eine Gruppe von Menschen einige, viele Meter von der Kamera entfernt steht und dann plötzlich gezielt auf die Kamera losgeht und dann zu einem gewissen Zeitpunkt in einer Art und Weise vor der Kamera steht, wo man sieht, dass jeglicher Sicherheitsabstand oder Anstandsabstand unterschritten wird. Dann gab es noch ein Wortgefecht, wo sich diese Bedränger auch nicht daran gehalten haben, wegzugehen wie gefordert. Die Kamera hast du geführt und deswegen wäre ich dir jetzt ganz dankbar, wenn du mal bissle erzählen könntest, wie Deine Gefühle waren in der Situation.

Antonia: Ich war anfangs … war ich verwirrt, weil ich nicht genau wusste, warum die Leute vom Spaziergang, von dem Protest, der vorher war, in so einer Formation schnell auf uns zugekommen sind. Und ich war verwirrt, weil sie Masken auf hatten. In der Regel tragen sie ja als Massnahmengegner, Querdenker, wer auch immer dabei ist, keine Masken. Und habe dann gedacht, egal was sie machen, ich fang an zu filmen, hab dann auch gefilmt, als der Mann im Video auf mich zukam. Ich habe habe ich Angst bekommen und habe aber gedacht Okay, vielleicht möchte er ja nur reden? Also ich habe immer noch so einen kleinen naiven Hoffnungsschimmer dabei, der irgendwie nicht von akuter Gefahr ausgeht. Ich habe dann  das Handy, auch als diese Gruppe halt schneller schneller kam, hochgehalten, auch als Schutz vor mich. Das war sicherlich dann auch aus einer Angst heraus, weil ich einfach Angst hatte, dass irgendwas passiert und ich nicht beweisen kann oder dokumentieren kann, dass was passiert ist. Ähm ja. Und als ich ihn dann angewiesen habe, von mir fern zu bleiben und das halt nicht passiert ist und er und weitere auf mich zugegangen sind, immer näher und mich geschubst haben, habe ich gemerkt Okay, die Situation wird ernst. Und ab einem bestimmten Punkt bin ich dann auch lauter geworden, um gegebenenfalls Passanten auf die Situation aufmerksam zu machen, weil ich gemerkt habe, das sind viel mehr Menschen und die wollen nicht ablassen. Und es waren, trotzdem es mitten in der Stadt war, verhältnismäßig wenig Leute noch unterwegs.

GSCHWÄTZ: Du hast also tatsächlich zum einen mit dem Handy die Distanz gewahrt, indem du das Handy von dir gestreckt hast und zum anderen waren sie dir so nah, dass du, wie du sagst, Passanten aufmerksam machen wolltest. Also wirklich auch die Öffentlichkeit gesucht hast, aus Angst.

Antonia: Ja genau, wir waren vier Personen. Also ich habe mich dadurch, dass wir zu viert waren, schon viel sicherer gefühlt. Alleine hätte ich vermutlich deutlich mehr Angst gehabt. Trotz alledem war dann irgendwie das Bedürfnis da, dass andere Leute das schlichten oder lösen. Ich konnte in der Situation keinen Notruf absetzen, weil ich mein Handy benutzt habe. Und die anderen Leute haben auch gefilmt oder wurden gerade geschubst und es hätte gereicht, wenn ein Passant den Notruf vielleicht abgesetzt hätte.

GSCHWÄTZ: Das kam tatsächlich auch zu körperlichem Angehen?

Antonia: Genau, genau. Also ich wurde geschubst, Begleitungen von mir wurden geschubst, wurden geschubst und beleidigt. Ich wurde mit dem Torso geschubst und so mit den Armen. Es gibt da noch ein anderes Video, das ist ein bisschen verpixelt von einer Kollegin. Es zeigt noch mal, auf welchen Abständen das ungefähr war. ich habe mich so gefühlt, als würde ich eingekesselt werden von großen Bäumen. Man konnte nicht weg, weil hinter mir war eine Wand und Leute und egal in welche Richtung ich mich gedreht habe, stand irgendein Querdenker mit dem Handy und während ich bedrängt wurde, wurde mir zugerufen ich soll nicht beleidigen und es war total irre.

GSCHWÄTZ: Ja, vor allem weil ja von deiner Seite auch nichts Beleidigendes gefallen ist.

„Wie viel muss ich mir gefallen lassen, bis ich laut werden darf?“

Antonia: Na halt, verpisst euch oder haut ab. Aber das ist … bei aller Liebe, in so einer Situation. Ich bin auch vorbelastet durch solche Situationen.  Irgendwann reicht es also, wenn ich, wenn ich schon mit bleib weg und halt Abstand und lass es sein nichts erreiche. Tut mir leid, wie viel muss ich mir gefallen lassen, bis ich laut werden darf?

Antonia Luther im Zoom-Interview. Screenshot: GSCHWÄTZ

GSCHWÄTZ: Gehen wir mal auf diese Spaziergänge, speziell in Würzburg, wo du dich ja wohl ein wenig auskennst, ein bissle ein. Was ist dein Eindruck, was sind das für Menschen, die da sich treffen?

Wortführer sind immer die Selben

Antonia: Ich beobachte die Szene in Würzburg jetzt seit ungefähr einem Jahr. Ich habe einen Kollegen, der das ein bisschen länger schon macht und der hat die konkreten Anfänge mitbekommen. Was ich jetzt über das letzte Jahr mitbekommen habe, war, dass die Szene in Würzburg sich meiner Meinung nach zusammensetzt aus Menschen, die einen Selbstzweck von haben, von dieser Bewegung, die da vielleicht auch einen finanziellen Selbstzweck haben. Es gibt da ganz klar einige Wortführer:innen, auch in den einzelnen Untergruppierungen. Ob das jetzt auf studentischer Ebene ist, ob sie sich „Eltern stehen auf“ nennen, ob sie sich Freiheitsboten nennen. Egal wie sie sich nennen, die Leute, die dort mitlaufen, sind immer die gleichen. Die Leute die auf Krawall aus sind, sind nicht immer die gleichen, sind oft die gleichen. Wobei das Gesamt-Gewaltpotential der Bewegung durch die Bank … ich würde da keine Abgrenzungen machen. Ich wurde von von alten Frauen angegangen, wie ich es sonst aus meinem Schubladendenken nur von irgendwelchen Männern, die der Reichsbürger Bewegung zuzuordnen sind, erwarten würde. Aber ich erfahre auch einfach Gewalt, verbale und auch körperliche, von Seiten, wo ich es einfach bisher nicht gewohnt bin. Weil man eben diese Gruppierung schwer einschätzen kann.

Gewalt wird durch Vorbilder scheinbar legitimiert – „das setzt die Schwelle immer niedriger“

Und ich glaube dass dadurch, dass einige Akteur:innen immer wieder Gewalt ausüben, gegen Journalist:innen, gegen Demonstranten, auch gegen die Polizei, legitimiert das eben Leute, die sonst nicht dazu neigen, aktiv gewalttätig zu werden, und das setzt die Schwelle immer niedriger. Bei der Intensität der Angriffe auf mich und auch auf Kollegen und Kolleginnen – das war jetzt nicht der erste – ist eine unfassbare Dynamik drin. Das verändert sich sehr schnell. Die Akteure und Akteurinnen verändern sich teilweise. Und es ist sehr schwer einzuschätzen oder abzuschätzen, wie wie hoch das Gefahrenpotential tatsächlich ist, auch in solchen Situationen wie in dem Video, wenn ich mich körperlich wehre. Also was habe ich für Folgen? In dem Moment, wo wo ich eigentlich gerne mich gewehrt hätte, habe ich mich nicht gewehrt aus Angst vor Repressionen. Jede dieser Personen hat dann ein Handy in der Hand. Ich weiß nicht mehr, wo die Grenzen sind von Bedrohungen, von Nötigung. Ich weiß nicht mehr, wie viel Wert wird auf Berichterstattung noch gelegt? Wie schützenswert ist das? Also, das sind ganz, ganz viele Dinge, die damit verbunden sind.

GSCHWÄTZ: Du hst die Leute genannt, die da ein finanzielles Interesse haben. Sind das die, die man bundesweit kennt? Sind die auch in Würzburg vertreten oder gibt es da noch regionale Nutznießer?

Finanzielle Interessen seitens der Anführer

Antonia: Soweit ich das verfolgen konnte, gibt es immer mal wieder Prominenz, die hier angemeldet wurde, und auch erschienen ist zu größeren und vereinzelten Veranstaltungen. Ich habe da keine konkreten Beweise für. Deswegen würde ich das jetzt ungerne als als Fakt darstellen. Aber es gibt Anzeichen dafür, dass bestimmte Personen in dieser Gruppierung, die schon seit Anfang an dabei sind und immer wieder in allen Gruppen mitmischen, organisieren und Gelder einsammeln bei Busfahrten, das irgendwie auf irgendeine Art und Weise gewerbsmäßig machen. Ich weiß nicht genau, wie Ich bin auch gerade leider so ausgebrannt von der ganzen Sache, dass ich keine Ressourcen mehr habe. Aber ich möchte nicht ausschließen, dass die Leute, die dort mitlaufen und das unterstützen, dass die darüber gar nicht so Bescheid wissen. Wenn dem so ist es das was, was sehr intransparent gestaltet ist, auch für die Menschen, die das gegebenenfalls unterstützen. So mein Eindruck.

GSCHWÄTZ: Du siehst da aber schon Leute, die aus ehrlichen Beweggründen da mitlaufen, weil sie sich zu Unrecht von Maßnahmen  betroffen fühlen?

Auch ehrlich Betroffene Menschen unterwegs – Angst als Motiv

Antonia: Ja, ich sehe da viele Leute, die sich zu die sich einfach sehr ungerecht behandelt fühlen. Ich sehe da allerdings auch viele Leute, die Angst haben und gerade deswegen halte ich diese diese Bewegung auch für so gefährlich, weil alle Menschen, die Angst haben, in meinen Augen auch eine Personengruppe ist, die schützenswert ist auf eine bestimmte Weise …

GSCHWÄTZ: Und natürlich auch beeinflussbar.

Antonia: Und natürlich auch beeinflussbar. Und ich, ich finde es sehr, sehr schwierig, wenn gefährliche Ideen, demokratiefeindliche Ideen, wenn in dem Umfeld, in dem das verbreitet werden, wenn das so in die gesamte Gesellschaft hineinsackt oder hineinsickert.

Demokratiefeindliche Ideen sickern ein

Ich finde es ganz schwierig, dass wir eine Generation an Kindern haben, an Jugendlichen, an jungen Erwachsenen, die unter schwersten Bedingungen aufwachsen müssen. Ich finde es ganz schlimm. Ich kenne Betroffene, die müssen sich zu Hause verstecken vor ihren Eltern, weil sie sich haben impfen lassen und müssen irgendwie dafür sorgen, dass die Mutter keine Gruppenaansteckungskreise mit dem jüngeren Kind macht. Ich habe da ganz, ganz viele Geschichten gehört, auch aus Querdenker Kreisen, weil das natürlich ein Thema ist, was viele und alle beschäftigt. Und ich kenne auch viele Menschen, die kritisch diesen ganzen Dingen gegenüberstehen und sich den Protesten nicht anschließen. Ich denke da ist ein Riesen-Auftrag nach Bildung. Da ist jetzt ein Riesenaufwand an Bildung zu leisten, einfach um die Radikalisierungstendenzen dieser Bewegung  ganz klar auszuloten und da eben nicht alle über einen Kamm zu scheren.

Radikalisierungstendenzen ausloten – nicht alle über einen Kamm scheren

Da ist es Aufgabe der Behörden zu schauen, welche Leute sind die Menschen, die das ganze gefährlich machen. Ob diese Leute jetzt die Bewegung unterwandern oder ob die Bewegung aus diesen Leuten heraus entstanden ist, ist ja erst mal egal. Die sind da und die gefährden die Demokratie, die gefährden die Gesellschaft. Das finde ich einen Punkt, wo man ansetzen kann oder sollte. Mit Pauschalisierungen sind wir noch nie weit gekommen. Egal bei welcher Bewegung. Es ist ein sehr wichtiges Thema. Es gab auch ein Symposium schon dazu von der DGPPN [Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde e. V., die Red.] wohl vor kurzem. Wir müssen uns glaube ich über das Thema, inwieweit hängen psychische Erkrankungen und Radikalisierung zusammen? Wie weit gibt es da Überschneidungen, Tendenzen etc. pp. unterhalten. Wir können das nicht außen vor lassen.

GSCHWÄTZ: Die Gesellschaft muss sich um diese Menschen kümmern. Entweder weil sie schon psychisch krank waren und dann reingerutscht sind oder durch die Beschäftigung mit dem Thema psychisch krank geworden sind, welche Richtung siehst du da mehr?

Pandemiebedingter Stress bringt das Faß zum Überlaufen

Antonia: Ich würde es gar nicht mal direkt pathologisieren wollen.Ich glaube dass einfach Stresszustände enorm gesteigert werden. Und egal welche Form von Folge da jetzt bei rumkommt … Ganz ehrlich: Ich studiere Sozialpädagogik, ich habe jetzt keinen Abschluss und kann das nicht entscheiden und ich bin da sehr vorsichtig,  wenn es um solche Aussagen geht. Ich denke aber schon, dass da vorher Tendenzen da waren. Wenn wir nach dem Vulnerabilität-Stress-Modell gehen, dann haben wir eben bestimmte Stresslevel-Pegel im Leben. Und je nachdem was da drauf kommt, irgendwann läuft das Fass halt über und dann hat man einfach einen psychisch, emotional unausgeglichene Zustand. Und ich glaube, das ist einfach der Fakt, dass wir eine Pandemie haben, die bei vielen, vielen Leuten das Fass zum Überlaufen gebracht hat. In welche Richtung, das ist glaube ich so ein bisschen Glückssache.

Ängste als Hintergrund

Antonia Luther im Zoom-Interview. Screenshot: GSCHWÄTZ

Ich muss sagen, ich bin vorerkrankt, ich habe eine Nervenerkrankung. Ich habe sehr viel Angst davor, mich mich mit Corona anzustecken. Die Angst, die ich habe, geht auch manchmal in eine Richtung, wo sie gar nicht mehr richtig angebracht ist. Also … ich laufe irgendwie in der Stadt an jemandem vorbei und es ist ein Meter Abstand und ich halt trotzdem die Luft an, damit ich mich nicht anstecke. Diese irrationale Angst, wenn ich sie jetzt mal so benennen darf, die sehe ich auch bei Querdenkern, bei Querdenkern teilweise auf eine andere Art. Ich glaube, es ist ein kleines Glücksspiel gewesen, je nachdem, vor welchen Dingen man mehr Angst hat, was für Erfahrungen man mit dem Staat gemacht hat in seinem privaten Leben. Je nachdem ist man jetzt entweder geimpft oder ungeimpfte. Und das finde ich, ist ein spannender Punkt, den wir uns da anschauen müssen, weil: Wir können den Leuten nicht helfen, wir können der Gesellschaft nicht helfen, wenn wir nicht in Diskurs treten.

GSCHWÄTZ: Das ist ein interessanter Ansatz, der ist mir jetzt in der Diskussion noch nicht so wirklich untergekommen, diese gesellschaftliche Prägung. Dass der Kontakt, der bisherige Kontakt mit dem Staat das so beeinflussen könnte. Das ist interessant.

Vertrauensverlust zu staatlichen Institutionen

Antonia: Also mir ist das aufgefallen, weil ich am Anfang, als ich noch viel mit Querdenkern geredet habe, kamen wir bei einigen vielen Punkten oft auf denselben Nenner. Und das waren immer so Verlustmomente, Vertrauensverlustmomente zum Staat.

GSCHWÄTZ: Wie ist das mit religiösen Hintergründen bei Querdenken-Demonstrationen?

Esoteriker, Anthroposophen und „klassische“ Sektenanhänger sind Teil der Bewegung

Antonia: Ich kann immer nur für Würzburg sprechen, hauptsächlich weil ich mich da sehr lange mit auseinandersetze. Es sind auf jeden Fall Individuen dabei, die der esoterische Ecke zuzuordnen sind. Einige Charaktere aus der anthroposophischen Ecke. Immer wieder werden vereinzelt Sekten Anhänger:innen der Hare-Krishna Sekte auch auf Veranstaltungen von Querdenken beobachtet. Ich sehe grundsätzlich eine sehr christliche Prägung innerhalb der Bewegung. Die Vergleiche, die gezogen werden. Es werden von einigen einigen Rednern immer immer wieder viele Gleichnisse zitiert, es wird sehr viel aus religiösen Schriften  zitiert oder verglichen. Es wird sehr bildlich gesprochen, auch viele Dinge dabei, die ich gar nicht so verstehe, weil ich mich mit der Materie nicht hinreichend auseinandergesetzt habe. Es wird so ein bisschen damit gespielt, habe ich das Gefühl, Gewalt zu verherrlichen über religiöse Bilder, will ich damit sagen. Das ist etwas, was mir aufgefallen ist. Jetzt konkret in Bezug auf Religion

GSCHWÄTZ: Hast Du ein Bild als Beispiel?

Apokalyptische Bildersprache mit Feuer und Gift

Antonia: Oft irgendwas mit Feuer dann oder mit Gift was indoktriniert wurde. Also, diese Vergiftungsbilder oder diese Indoktrinationsbilder in die Richtung. Da müsste ich jetzt  suchen, bis ich eine Rede auf meinen 1000 Videos finde.

GSCHWÄTZ: Wir hatten schon mal eine Rede analysiert, da kam das auch drin vor, dieses Thema. Also das Fegefeuer, die Reinigung und die Vergiftung. Das sind so die Dinge, die ich auch schon oft wahrgenommen habe. Kommen wir nochmal zurück zum Video. Da gabs dieses Bändchen, was in den Kommentaren dann deutlich gezeigt wurde. Was ist denn das für eine Organisation, die dieses Bändchen trägt?

Reichsbürgerbewegung

Antonia:  Einige Leute haben ja kommentiert dass das ein St-Georgs-Bändchen ist, das wird in irgendwelchen russischen Kreisen verwendet. [Das St.Georg-Band wird von russischen Nationalisten als Symbol für die Unterstützung Präsident Putins getragen. Im Bild oben ist das Orange-braune Band gut zu erkennen. Red.] Ich habe mich leider noch nicht mit auseinandergesetzt, bin seit gestern die ganze Zeit am Arbeiten gewesen. Aber ich werde dazu später auch noch mal was schreiben, weil ich es sehr interessant finde, dass drei der Mitglieder in dem Video dieses Bändchen tragen, sich damit klar markiert haben, und sich deutlich eine Zugehörigkeit zu einer in meinen Augen und in Expert:innenaugen auch rechtsextrem orientierten Bewegung, und zwar der Reichsbürgerbewegung wiederfindet.

„Hätte ich das vorher gewusst, hätte ich wesentlich mehr Angst gehabt“

Und als ich das im Nachhinein erfahren habe … hätte ich das vorher gewusst, hätte ich wesentlich mehr Angst gehabt. Sage ich ganz ehrlich, weil gerade die Reichsbürgerbewegung eine Bewegung ist, die für mich sehr undurchsichtig ist und alle Menschen, die ich bisher aus denen kennengelernt habe, mich oft persönlich angegangen sind, mich sehr oft markiert haben und irgendwelche kruden Phantasien auf Telegram über mich veröffentlicht haben. Es ging immer sehr in eine Richtung, die mir persönlich Angst gemacht hat. Ein Weltbild, was mir Angst gemacht hat, eine Gesetzes- und Staatenlosigkeit, die so überhaupt gar nicht zu greifen ist für mich.  Und das ist noch mal mit besonderer Sorge verbunden, will ich sagen, weil alles so undurchschaubar ist oder so ungreifbar ist.

„eine Gesetzes- und Staatenlosigkeit, die so überhaupt gar nicht zu greifen ist für mich“

Die Radikalisierungstendenzen in der Reichsbürgerbewegung: Ich erinnere mich da an ein Musikvideo von Xavier Naidoo. Ich weiß gerade nicht mehr, wie das Lied heißt. Das hat er vor einem halben Jahr ungefähr veröffentlicht. Da gibt es einige Deutschrap Parts drauf. Von denen sind auch einige Rapper der verschwörungsideologischen Szene zuzuordnen. Unter anderem ist auch ein Würzburger Rapmusiker dabei. Lukas Georg Schwarz. Der hat einen Part übernommen, in dem – das hat ein Kollege von mir aufgearbeitet – ganz klar auch aus der Ideologie heraus Vernichtungsfantasien benannt wurden. Man kann das schwer über einen Kamm scheren, da gibt es sehr viel Ausuferungen wie im gesamten verschwörungsideologischen Bereich.

[Schwarz nennt sich als Rapper „Scep“. In einem Song zusammen mit Naidoo singt er unter anderem: „Du spürst sie auf / Führst es aus / Die Zeichen sind da / Mach Alarm! / Bewaffne dich! / Vernichte den Tiefen Staat!“. Das dürfte der Text sein, auf den Antonia sich bezieht. Red.]

„Ich weiß auch manchmal gar nicht, wie die alle so auf einen Nenner kommen“

Ich weiß auch manchmal gar nicht, wie die alle so auf einen Nenner kommen, weil sie sich selber in ihren Verschwörungstheorien widersprechen. Ich bin da noch nicht richtig durchgestiegen, da gibt es auch Untergruppierungen innerhalb der Reichsbürgerbewegung, das ist unfassbar.

GSCHWÄTZ: Die Reichsbürger, die waren ja anfangs belächelt. Mit ihren lustigen Führerscheinen und ihren lustigen Pässen. Und es gab dann eine Weile lang Ermittlungsbehörden, die die schon ziemlich intensiv beobachtet haben, noch bevor die Polizei das getan hat. Zum Beispiel der Zoll, weil es da ja auch um Steuer ging. Aber der ganze Umfang der Reichsbürgerbewegung ist glaube ich immer noch nicht wirklich erfasst von den Behörden.

Antonia: Das ist genau das ist der Punkt.

GSCHWÄTZ: Die werden immer noch als als lustige Spinner wahrgenommen.

„auch 20 Jahre auf dem Dorf wohnend kann man sich in seinem Räumchen einschließen und irgendwelche kruden Sachen machen“

Antonia: Ja, und ich glaube, ein großer Punkt, den wir dabei beachten müssen, das ist ein bisschen das Schubladendenken, Ich habe vorhin erzählt, dass ich mich wundere, warum ich von einer 60er Dame angegriffen werde. Wir müssen uns, glaube ich, davon verabschieden, dass wir radikalen Menschen oder radikalen Gruppierungen ein bestimmtes Bild aufdrücken. Also in der Reichsbürgerbewegung habe ich sehr viele Menschen gesehen, wo ich auf den ersten Blick gesagt habe, da brauche ich keine Angst haben, das ist ein normaler Mensch. Ich hätte die theoretisch eher als stinknormale Passant:innen eingeordnet. Ich kenne einige Reichsbürger, die sind über 70 über 80! Wir dürfen nicht unterschätzen, dass auch von diesen Menschen eine Gefahr ausgeht. Und da dürfen wir nicht vom Alter oder von der Religion, oder „aber der wohnt doch schon 20 Jahre bei mir auf dem Dorf“ – ja, aber auch 20 Jahre auf dem Dorf wohnend kann man sich in seinem Räumchen einschließen und irgendwelche kruden Sachen machen. Da ist es egal, wer man ist.

GSCHWÄTZ: Auch gerade die, die eher so aus dem religiösen Bereich kommen, die werden ja jung da hineingeboren und sterben alt in diesem in diesen Kreisen.

„Wenn ich dann mit anderen Leuten spreche, merke ich, ich habe ja gar keine Ahnung, wie das hier läuft“

Antonia: Genau, und da findet ja vielleicht wenig Austausch statt. Gerade wenn man in seiner eigenen Bubble ist. Ich merke es ja bei mir auch: Ich wundere mich immer wieder darüber, dass die Leute bei manchen Themen überhaupt nicht aufgeklärt sind. Und wenn ich dann mit anderen Leuten spreche, merke ich, ich habe ja gar keine Ahnung, wie das hier läuft. Das sind ja ganz andere Themen, die die Menschen beschäftigen. Und ich glaube, da ist es auch wichtig, wieder einen Austausch herzustellen.

Bundesregierung muss „wieder auf eine gemeinwohlorientierte, sozialorientierte Struktur kommen“

Man kann es ja übertragen, als wenn man in seinem Beruf feststeckt 20, 30 Jahre, ne ähm, und man macht das aus Gewohnheit, hat immer die gleichen Impulse, immer das gleiche Umfeld und dann ist man daran gewöhnt. Und wie soll man auch was anderes erfahren, wenn man den ganzen Tag damit beschäftigt ist? Und da ist es auch meiner Meinung nach ganz, ganz eindeutig und klar Aufgabe vom Staat, von unserer Bundesregierung, wieder auf eine gemeinwohlorientierte, sozial orientierte Struktur zu kommen, in allen Bereichen.

GSCHWÄTZ: Klappt das mit der FDP? [lacht]

Antonia: Ich bin jung und naiv. Ja. Das kann auch mit der FDP klappen [lacht].

GSCHWÄTZ: Ich hatte letztens ein Interview mit einem bei uns im Wahlkreis neu gewählten sehr jungen FDP-Abgeordneten. Und der hat tatsächlich Ansichten vertreten, die eher Richtung sozialliberale Koalition mit Willy Brandt und Helmut Schmidt gingen. In die Richtung geht das bei einigen in der FDP auch wieder.

Antonia: Bei einigen, ja. Das würde ich begrüßen.

GSCHWÄTZ:  Ich sehe, Du hast aufgrund Deiner Sozialpädagogik-Ausbildung eine Sichtweise auf das Thema, die ich so noch gar nicht kenne. Und auch ich merke in diesem Interview, dass ich gar keine Ahnung habe, wie das hier läuft …

Antonia: Ja, und das ist ja das Schöne daran, dass wir immer wieder lernen und neu lernen und das weiter teilen können.

GSCHWÄTZ: Ich glaube, das ist einer der Unterschiede. Wenn man das kann, auch Grundüberlegungen in Frage zu stellen und zu ändern, dann wird man glaube ich nie in eine solche Bewegung reinkommen. Weil die ja immer nur versuchen, sich im Kern zu bestärken und nicht in Zweifel zu ziehen.

Antonia:  Denke ich mal drüber nach, finde ich sehr spannend. Ich bin zu kompliziert in meinem Kopf, um Sachen so leicht runterzubrechen, aber ich freue mich immer drüber, wenn Menschen das in so einem Kontext können. Wir haben definitiv verlernt, unsere Grundüberzeugungen zu hinterfragen. Kulturell verankerte Grundwerte in Deutschland sind ja auch noch mal ganz besondere. Da spielen ja auch Sachen wie eine Entnazifizierung noch mit rein. Und wo kommen die Werte eigentlich her, mit denen wir aufgewachsen sind? Und wann kommen wir an die Grenze, wo diese Werte vielleicht auch nicht mehr funktionieren? Und ich denke, da kann man schon sagen, wenn man die immer wieder evaluiert und hinterfragt, dann hat man weniger Tendenz da reinzukommen, egal in welchen Strudel. Das kann ja auch einfach ein Freundeskreis sein, der nicht gut für einen ist, auf irgendeine Art und Weise. Also ich finde es immer ganz schön, dass mit Dingen zu vergleichen, die wir kennen, um um so ein bisschen Empathie auch füreinander aufzubringen. Weil am Ende geht es ja um Verständnis. Und wenn wir Menschen nicht verstehen, die wir für unsere Solidargesellschaft brauchen, dann müssen wir versuchen, sie irgendwie uns erklären zu können.

GSCHWÄTZ: Ja, aber irgendwo gibt es gibt sicherlich auch Grenzen dafür.

Antonia: Ja, auf jeden Fall,

GSCHWÄTZ: … wenn jemand kommt und sagt, er lehnt das komplett ab, dann …

Wenn demokratische Werte in Frage gestellt werden, ist auch das Strafrecht relevant

Antonia: Ja. Kompromissbereitschaft. Da sind wir dann ja wieder bei den demokratischen Werten. Und wenn man die halt in Frage stellt, da ist meiner Meinung nach dann auch das Strafrecht relevant und alles andere muss man nicht drüber reden. Die Bundesregierung, also auch unter der Union, hat noch extrem vieles einfach versagt.

Das Problem wurden nicht ernstgenommen

Wir hätten vor zwei Jahren anfangen können, Hilfen zu generieren. Das hat niemand gemacht. Das hat niemand geschafft. Niemand hat die Bewegungen sich angeschaut, wir hätten einen Haufen Sozialpädagogen und Menschen, die sich auskennen, mit diesen Dingen auf die Straße schicken können und sich mit den Leuten unterhalten lassen können. Das hat niemand gemacht. Das Problem wurde nicht ernst genommen und jetzt wird es ernst genommen.

Wie man es dreht und wendet: Wir müssen auf eine Lösung kommen. Und die Lösung kann nicht sein, dass Journalisten oder auch Passanten auf der Straße angegriffen werden, weil sich Leute dazu ermächtigt fühlen aufgrund eines bestimmten Weltbildes.

GSCHWÄTZ: Antonia, ich danke Dir für diese besonnenen und differenzierten Einsichten in die Gedanken der Menschen, die sich an diesen Spaziergängen beteiligen.

Antonia: Ich danke Dir auch.

Das Gespräch führte Matthias Lauterer

 




Großeinsatz der Feuerwehr Künzelsau in der Nacht

Nach zwei Einsätzen am Freitagabend, den 21. Januar 2022, wurde die Feuerwehr Künzelsau  am Samstagmorgen um 01.19 Uhr zu einem Brand in der Künzelsauer Schnurgasse alarmiert.

In einem Wohnhaus  wurde eine fünfköpfige Familie durch einen ausgelösten Heimrauchmelder geweckt. Das Feuer war in der Waschküche  im Erdgeschoss ausgebrochen. bis zum Eintreffen der Feuerwehr hat die Familie das Gebäude über das Treppenhaus unverletzt verlassen.

Der Brand breitete sich im Gebäude auf die Zwischendecke aus. Der Brandrauch machte das komplette Gebäude unbewohnbar.

Die Decke und der Fußboden wurden mehreren Stellen geöffnet. Damit das Löschwasser in die Dämmschicht eindringen konnte, wurde Schaummittel dem Löschwasser beigemischt.

Gegen 04.15 Uhr wurde der Einsatz zunächst beendet. Weitere Glutnester in der Zwischendecke sorgten dafür, dass um 08 Uhr die Brandbekämpfung wieder aufgenommen werden musste. Stück für Stück wurde der Fußboden im ersten Stock geöffnet und die darin befindlichen Glutnester abgelöscht. Diese Arbeiten waren nur mit Atemschutzgeräten möglich.

Gegen 11.30 Uhr flammte die brennbare Dämmschicht wieder auf. Es wurden weitere Kräfte nachalarmiert. Zur Ablösung kamen Atemschutzgeräteträger aus anderen Abteilungen der Feuerwehr Künzelsau zum Einsatz.

Nachdem der Boden vollständig geöffnet und abgelöscht war, konnte der Einsatz gegen 14.45 Uhr beendet werden. Weiteres Nachschauen am Nachmittag und Abend zeigten, dass der Brand vollständig gelöscht war.

Insgesamt waren 55 Feuerwehrangehörige und 12 Fahrzeuge im Einsatz.

Test und Fotos: Feuerwehr Künzelsau

 




Was für ein Jahr für Hohenlohe

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Nichts wird mehr so sein, wie es mal war

„Am Anfang waren alle Besuche verboten“, erinnert sich Sabine Focken im Rahmen eines Couchgesprächs mit Dr. Sandra Hartmann über die Rolle der Kirche in der Pandemie. Im ersten Teil des Interviews sprach die 62-Jährige offen über den anfänglichen Rückzug ihrer Gemeindemitglieder und wie sie auch sich und ihre Arbeit neu definieren musste, um den veränderten Gegebenheiten gerecht zu werden.

Um wieder zu sich selbst und zueinander zu finden

Im zweiten Teil des Couchgesprächs geht es nun darum, welche Projekte die Gemeindemitglieder in Dörrenzimmern und Stachenhausen während der Pandemie ins Leben gerufen haben, um wieder zu sich selbst und zueinander zu finden.

Das wurde dann so eine Art Bewegung

„Am Anfang waren alle Besuche verboten. Daher hat unser Besuchskreisteam jeden Senior und jede Seniorin in der Gemeinde kontaktiert und gefragt: „Hast du einen Bibelspruch, der dir gut tut?  Das wurde dann eine Art Bewegung. So haben wir angefangen, den Glauben wieder nach vorne zu holen“, erzählt Sabine Focken mit sichtlicher Begeisterung. Herausgekommen ist ein kleines Büchlein mit vielen Lieblingsstellen aus der Bibel und selbstgemalten Bildern.

Auch sie selbst haderte immer wieder

Aber so einfach war es nicht immer während der Pandemie. Auch sie selbst haderte immer wieder, wie auch andere Menschen in ihrer Gemeinde. „Am Anfang waren wir naiv. Wir dachten: Nach der ersten Welle haben wir sicher das Meiste überstanden. Dann kam die nächste und die nächste Welle. Das hat auch bei mir früher Frust ausgelöst. Jetzt entspanne ich mich schneller und warte ab.“ Dankbar ist Sabine Focken, weil sich viele Türen nicht nur geschlossen, sondern auch geöffnet haben in dieser Zeit. „Ich habe Gott als aktiv Handelnden erlebt, etwa durch die vielen Impulse, die ich von anderen bekommen habe, als ich zunächst still wurde.“

Nichts wird mehr so sein, wie es mal war

Sie sieht auch jetzt nicht das große Ende der Pandemie nahen, sondern weiß, dass nach einer derartigen Ausnahmezeit nichts mehr so sein wird, wie es einmal war. Man kann die Zeit nicht einfach zurückdrehen, auch wenn sich viele nach diesem Zustand sehnen. aber nicht nur hinsichtlich Corona, auch hinsichtlich vieler anderer Dinge wie dem Klimawandel bedarf es nun einem großen Veränderungswillen: „Ich glaube, wir brauchen einen großen Umbruch in der Gesellschaft. Wir müssen alle vom Konsum runter.“

„Da ist so eine Kraft in dem Ausgebremst-Sein drin“

Und genau darin sieht sie die Energie, die eine derartige Krise auch freisetzen kann: „Da ist so eine Kraft in dem Ausgebremst-Sein drin.“ Die Gemeinde wurde erfinderisch, um ihre Mitglieder in der Pandemie trotz Abstandsgebote und Ängste zu erreichen. Das Kirchenteam verteilte Osterbriefe an alle Senioren, jeden Sonntag werden bis heute die Predigten und Lieder per WhatsApp verschickt. Mitte-der-Woche-Impulse ebenso. Anfangs kam sich Sabine Focken komisch vor, am Schreibtisch zu sitzen und ihre Predigt in ihr Handy zu sprechen, um sie danach per WhatsApp zu verschicken. Heute lacht sie, wenn sie an die Anfänge des digitalen Umbruchs zurückdenkt.

Beispiel eines Mitte-der-Woche-Impuls, den Sabine Focken per WhatsApp verschickt.

„Christliche Botschaften muss man hier viel kürzer und in nichtkirchlicher Sprache auf den Punkt bringen“

„Christliche Botschaften muss man hier viel kürzer und in nichtkirchlicher Sprache auf den Punkt bringen“, habe sie dabei gelernt. Auf der gleichen Spur ist sie als Hochschulseelsorgerin in Künzelsau mit ihrem Instagram-Account genannt „Soulfood“ (seelische Nahrung, zu finden auf Instagram unter: Instagram: soulfood_hhn). Zudem sind Glaubensabende entstanden, zunächst als Gemeindeangebot gedacht, coronabedingt gestrichen und aus großer Lust im Kirchengemeinderat ganz neu entwickelt. „Gemeinsam sind wir sprachfähiger geworden in Sachen Glauben und sind sehr gespannt, wie es damit in der Gemeinde weitergeht.“

Die Diskussion, ob Gottesdienste auch in Hochzeiten der Pandemie stattfinden dürfen – Sabine Focken hat hierzu eine klare Meinung

Was ihr während unseres Gesprächs wichtig ist, immer wieder zu betonen, dass nicht nur in ihrer Gemeinde viel geleistet wurde und sich einiges geändert hat, sondern überall. Und dass ganz viele Menschen daran beteiligt waren und sind.

Immer wieder gab und gibt es Diskussionen auch im Hohenlohekreis, ob Gottesdienste in den Höhepunkten der Pandemie noch stattfinden dürfen oder nicht. „Wir haben hier klare Richtlinien des Oberkirchenrates gehabt“, sagt Focken. Diese orientierten sich an den Inzidenzen. Innerhalb dieser Regeln gab es für die Gemeinden jedoch Entscheidungsspielräume. Sabine Focken: „Wir haben uns angesichts unserer großen Kirche immer für so viel wie möglich Präsenz entschieden ABER gleichzeitiger Berücksichtigung der SicherheitErst wenn Apotheken und Arztpraxen schließen müssen, dann muss auch die Kirche ihre Pforten zu machen, denn die Menschen brauchen einen Glauben beziehungsweise Glaubensangebote in dieser Zeit. Das ist Fockens klare Meinung dazu. Denn: „Glaube stärkt das Immunsystem“, davon ist die Pfarrerin überzeugt.

Solosängerteam singt von der Empore

Nicht alle in ihrer Gemeinde sehen das so beziehungsweise hatten den Wunsch, einen Gottesdienst zu besuchen. Das Schichtmodell (2 Gottesdienste hintereinander, um einer vollen Kirche entgegenzuwirken) stellten sie wieder ein, da die Angst unter den Gemeindemitgliedern zu groß vor Ansteckung war. Es blieb daher bei einem Gottesdienst. Während die Gemeindemitglieder in der Kirche nicht singen dürfen wegen der Coronaverordnung, hat Dörrenzimmern seit Beginn ein Solosängerteam hierfür, das von der Empore singt. Das ist erlaubt.

Kirchenmäuse-WhatsApp-Gruppe mit den neuesten kirchlichen Nachrichten für die jüngsten Gemeindemitglieder

Viel hat sich getan in diesen zwei Jahren, bunt bemalte Glaubenssteine wurden um die Kirche gelegt, der Kirchplatz hat ein von den Konfirmanden gebautes Insektenhotel bekommen, ein neu gegründeter Zwergentreff unter der Leitung von Eva-Maria Schmidt trifft sich immer draußen, es gibt eine Kirchenmäuse-WhatsApp-Gruppe  die die jüngsten Gemeindemitglieder über Neuigkeiten in der Kirche informiert, umgesetzt von Nicole Vogt von den Hochholzhöfen und Renate Denner vom Eschenhof. „GoodNews“ (gute Nachrichten = frohe Botschaft) war im vergangenen Jahr ein zeitlich begrenztes, aber sehr erfolgreiches WhatsApp-Gruppen-Angebot für Kinder und Jugendliche. Hier durfte jeder gute Nachrichten einstellen. „Glaube stärkt, auch die Jugend braucht Stärke, vor allem für die Aufgaben, die noch anstehen“, sagt die Pfarrerin.

Meditative Gottesdienste

Raus in die Natur ging es beim Osterweg in Stachenhausen oder bei der von Mädchen aus dem Ort gestalteten Kirchenrallye in Dörrenzimmern. Holger Hartmann vom evangelischen Jugendwerk (ejk) schaute mit seinem EJK-Mobil vorbei und töpferte mit den Kindern. Es fanden meditative Gottesdienste mit Sabine Otterbach statt, um zur Ruhe zu kommen.

Sabine Focken erlebte und erlebt in dieser Zeit als Pfarrerin eine viel intensivere Seelsorge. „Über den Glauben passiert so viel Gesundung. Wir brauchen mehr Glauben in unserem Land, er muss wieder neu entdeckt werden.“

„Es ist besser, ein Licht anzuzünden, als über die Finsternis zu klagen“

Das Seniorenkreis-Team schenkte jedem Senior und jeder Seniorin in der Gemeinde in der Adventszeit eine Kerze mit einem Tannenzweig und einer Karte, auf der stand: „Es ist besser, ein Licht anzuzünden, als über die Finsternis zu klagen.“

Focken weiß um die schwindenden Mitgliederzahlen der Kirchen. Aber sie sieht in der Pandemie auch eine Chance, alte Verkrustungen abzuschütteln. „Man entdeckt andere, neue Dinge, die vielleicht sogar besser als die alten sind und vor allem merkt man, wie gut es ist, die Kraft und den Segen Gottes zu brauchen und zu finden.“

 




Nächte im Hotel: Valentin Abel (FDP): Seit 100 Tagen für Hohenlohe im Bundestag | SCHWÄTZ MER

GSCHWÄTZ-Redakteur Matthias Lauterer hat sich mit dem jungen FDP-Bundestagsabgeordneten für den Wahlkreis Schwäbisch Hall-Hohenlohe, Valentin Abel, über Coronaregeln im Bundestag unterhalten, Nächte im Hotel und über die dringend notwendige Modernisierung und bessere Verzahnung des öffentlichen Nahverkehrs im ländlichen Raum.

 

 




Brand in Waschküche

Bei einem Brand in einer Waschküche eines Zweifamilienhauses in Künzelsau ist ein Schaden von rund 100.000 Euro entstanden. Wie die Polizei am Samstag mitteilte, soll ein technischer Defekt an einem Elektrogerät die Ursache des Feuers gewesen sein. Die Bewohner konnten rechtzeitig das Haus verlassen und blieben unverletzt. Laut Polizeiangaben konnte die Feuerwehr den Brand schnell löschen.




„Aushalten, dass etwas stirbt“

In der Wochenzeitung DIE ZEIT bin ich über ein Dossier gestolpert, das sich kritisch mit der Kirche in Coronazeiten befasst. Müsste die Kirche nun nicht präsenter sein als je zuvor in diesen schweren Zeiten? Wo aber ist sie?, fragen die Autoren dort.

Ist der Glaube in der Pandemie stärker geworden – oder ist das Gegenteil der Fall?

 

Wie schaut es bei uns im ländlichen Raum aus? Ich schreibe eine Mail an Dörrenzimmerns Pfarrerin Sabine Focken und frage nach, ob sie Lust und Zeit hätte, darüber zu sprechen. Wie hat sich die Kirche und wie haben sich die Angebote verändert in Coronazeiten? Bei uns auf dem Land im beschaulichen Hohenlohe? Welche Rolle hat die Kirche in der Pandemie? Ist der Glaube stärker geworden – oder ist das Gegenteil der Fall?

Corona kam irgendwie dazwischen

Die Pfarrerin hat lange, blonde Haare und sieht deutlich jünger aus als sie ist. Die 62-Jährige bewohnt das Pfarrhaus in Dörrenzimmern, direkt neben dem Kirchplatz und der Kirche, mitten im Ort. In vier Jahren geht sie in Rente, bis dahin hat die Seelsorgerin aber noch einige Pläne, was sie in den nächsten Jahren angehen und bewegen möchte. Wir sitzen uns gegenüber in ihrem Arbeitszimmer. Zwischen uns ein kleiner Tisch. Hinter ihr und um uns herum viele Bücher in Holzregalen aneinandergereiht über Glaube, Achtsamkeit und das Christentum. Es ist nicht das erste Gespräch, das wir führen, aber wir haben uns lange nicht gesehen. Corona kam irgendwie dazwischen.

Bevor ich die erste Frage zu Ende stellen kann, unterbricht sie mich und meint, sie hat sich auf meine Mail hin viele Gedanken zu dem Thema gemacht und sie habe eine These. Damit möchte sie beginnen.

„Einfache Antworten gibt es in der heutigen Zeit nicht“

„Ich nehme wahr, dass es an einzelnen Stellen eine Sehnsucht gibt, dass sich die Kirche richtig positioniert.“ Auch sie habe in den ersten Wochen der Pandemie im Frühjahr 2020 immer gedacht: „Warum ist unser Bischof nicht lauter, klarer und eindeutiger in seinen Botschaften, vor allen Dingen pro Präsenzgottesdienste.“ Mit der Zeit habe sie gemerkt, dass darin die Sehnsucht nach Unterstützung der eigenen Position durch die Kirchenleitung steht und wahrgenommen: „Die jetzige Zeit ist zu komplex für die eine richtige Antwort.“ Sie verstehe die Sehnsucht nach eindeutigen, klaren Lösungen. „Aber die gibt es nicht.“ Soll die Kirche sich zum Beispiel für das Impfen positionieren oder dagegen? Die unterschiedlichen Menschen werden unterschiedliches wollen.

„wir müssen unglaublich viel Wandel verarbeiten und mitgestalten“

Aber nicht nur in der Pandemie sieht sie die Verunsicherung begründet, sondern auch durch die rasant fortschreitende Digitalisierung, Globalisierung und den Klimawandel. „Wir merken jetzt die große gegenseitige weltweite Abhängigkeit und müssen unglaublich viel Wandel verarbeiten und mitgestalten. Das ist unglaublich komplex. Nicht jeder komme  da gleich gut mit.

„Aushalten, dass etwas stirbt“

Welche Rolle hat aber dann die Kirche in einer derartigen Umbruchzeit, wie wir sie aktuell erleben? „Den Mut haben zu hören, nicht vorschnell wissen wollen, für das Miteinander der verschiedenen Positionen werben und dann vor allem dieses: aushalten, dass etwas stirbt und darin auf Gott zu vertrauen. Sterben und Auferstehen gehört in unserer Botschaft doch ganz nah zusammen.“

Die nächsten Sätze klingen für manche, die die Pandemie stark gebeutelt hat, vielleicht wie Hohn, wenn Sabine Focken sagt: „Mit Corona will Gott etwas Gutes für uns. Anhalten. Hinhören. Achtsam sein. Warten, dass ganz neue Türen aufgehen.“

„Diese Ungerechtigkeiten gehen gar nicht“

Ich denke an Krankenschwestern, die in der Pandemie gar keine Zeit haben, zur Ruhe zu kommen, an Wirte, die kurz vor der Pleite standen oder stehen. An die Ungerechtigkeiten, die die Pandemie geschaffen oder deutlicher als sonst abgebildet hat und wodurch die viel beschworene – und de facto auch reale – Spaltung der deutschen Gesellschaft weiter vorangeschritten ist.

Müsse man dann einfach akzeptieren, dass manche in der Pandemie und darüber hinaus ein größeres Päckchen zu tragen haben als andere?, frage ich die Pfarrerin. Da positioniert sie sich jedoch mehr als deutlich: „Diese Ungerechtigkeiten gehen gar nicht. Corona lässt sie wie vieles andere nur deutlicher sichtbar werden. Wenn wir alle mehr anhalten, würden wir das auch ernsthafter sehen.“

„Das Sterben und der Tod lösen Angst und Panik aus“

Was aber auch noch mit hineinspiele in diese Zeit, in der viele sehr dünnhäutig geworden sind, sei das Thema Tod. In Deutschland ein stiefmütterlich behandelter Gedanke, der immer dann nur zugelassen wird, wenn er konkret bei einem nahestehenden Mensch eintritt. „Mit Corona tritt Sterben in den Mittelpunkt. Das löst Angst und Panik aus und ist Dynamit in den Diskussionen, welche Maßnahmen gegen Corona zielführender sind“, sagt Focken.

Einige Bürger:innen hätten ihr berichtet, dass der Glaube für sie viel wichtiger geworden sei. Auch bei den jüngeren habe sich etwas verändert. „Wir haben einen echteren Konfiunterricht. Das macht sehr viel Freude. Jetzt können wir miteinander Kirche sein, Gott suchen und als Hilfe erleben.“

Buch entstanden unter Mitwirkung zahlreicher Menschen in Dörrenzimmern und Stachenhausen

Seit zwei Jahren grassiert die Pandemie in unserem Land. Focken konnte während dieser Zeit eine große Veränderung in der Kirche spüren. Es gäbe mehr Gespräche darüber, was uns trage. Dadurch ist ein Buch entstanden mit dem Titel: „Der Mensch lebet nicht vom Brot allein, sondern“. Viele Einwohner:innen von Dörrenzimmern und Stachenhausen kommen darin vor mit einer Bibelstelle, die ihnen Kraft gibt.

So sieht das Cover des Büchleins aus. Zu sehen ist darauf die evangelische Kilianskirche in Dörrenzimmern. Foto: GSCHWÄTZ

Die Rückseite zeigt das prächtige Innenleben. So sah es früher in der Kilianskirche aus. Foto: GSCHWÄTZ

Diese und viele weitere Bibelstellen wählten die Einwohner:innen aus. Foto: GSCHWÄTZ

Wenn keiner mehr reden möchte – Auch Schweigezeiten aushalten können

Doch der Anfang war nicht leicht, auch für sie nicht. Am Anfang der Pandemie sei jeder wie vom Erdboden verschluckt gewesen, die Menschen hätten sich in ihre Häuser zurückgezogen. Focken musste für sich selbst erst ihre Rolle suchen und finden. „Ich war zunächst intensiv mit dem Kirchengemeinderat im Gespräch. Das hat mir geholfen, auch Schweigezeiten auszuhalten.“

„Ich wusste nicht, was ich jetzt tun sollte“

Was macht eine Pfarrerin aber, wenn sich ihre Gemeindemitglieder erstmal zurückziehen? „Ich wusste nicht, was ich jetzt tun sollte.“ Unsicherheit machte sich in ihr breit. „Denken Die Menschen jetzt, dass ich nichts mehr arbeite oder dass ich es digital nicht hinbringe? Ich kam mir so blöd vor.“ Sabine Focken spricht damit zwar im ersten Moment für sich, aber ganz gewiss auch für viele andere Menschen, die ihre Rolle neu definieren mussten oder eventuell immer noch müssen.

Die Pfarrerin hatte auf einmal weniger Termine, aber stets den inneren Druck: „Mir muss jetzt etwas einfallen.“ Ihr langer Glaubensweg habe ihr dabei geholfen: „Gott hat in allem etwas Gutes mit uns vor. Und ich möchte nun neu rausfinden, was die Menschen in dieser schweren Zeit brauchen.“

Ihre Rolle hat sich seitdem verändert. Bevor sie etwas anbietet, schaut sie erstmal, hört nach, wartet ab, was wer eigentlich gerade braucht. Etwa: Wo kann und muss sie die Konfirmanden abholen, damit diese sich ihr öffnen, sich einbringen.“

Teil des Couchgesprächs lesen Sie hier.

Darin berichtet Sabine Focken von den zahlreichen kreativen Ideen, die die Gemeindemitglieder in Dörrenzimmern und Stachenhausen während der Coronapandemie entwickelt haben.

Text: Dr. Sandra Hartmann

 




„In Kiau bauschd ned schnell“

„In Kiau bauschd ned schnell“, sagte Christian von Stetten während einer Unterbrechung der Sitzung des Künzelsauer Gemeinderats vom 18. Januar 2022. Man muß ihm recht geben, denn diese Erfahrung machen Bürger und Investoren immer wieder:

  • Markantestes Beispiel dafür ist das PEKA-Gelände: Über 10 Jahre dauern diverse Planungen mehrerer Investoren an, ehe es inzwischen endlich bebaut wird.
  • Der Baubeginn des ehemaligen MUSTANG-Geländes steht noch in den Sternen.
  • In den Köpfen gibt es das Kinderhaus am Fluss schon lange – die Realisierung wurde am 18. Januar 2021 erneut hinausgeschoben. Dem Gemeinderat vermißte eine Verkehrsplanung rund um das Gebäude.
  • Und das Projekt der Bebauung zweier „Sahnegrundstücke“ auf Taläcker wurde ebenfalls hinausgeschoben.

Grund ist – so ist es immer wieder aus dem Gemeinderat zu hören – dass sich der Gemeinderat nicht genug in den frühen Planungsphasen beteiligt fühlt, in Sitzungen dann mit fertigen Planungen überrascht wird. Umgekehrt fühlt die Verwaltung ihre Arbeit vom Rat nicht richtig gewürdigt. Vorgeblich also ein Kommunikationsproblem zwischen Verwaltung und Rat. Hört man aber genauer hin, kommt man zu ganz anderen Schlüssen und es wird rasch klar, wie ein Kinderhaus am Kocher mit einem Einkaufsmarkt auf den Taläckern und dieses wiederum mit dem MUSTANG-Gelände zusammenhängen könnte.

Das wahre Problem scheint nämlich gar nicht daran zu liegen, dass das Tischtuch zwischen Teilen des Gemeinderats und der Verwaltung zerrissen ist!

So fügt sich eins ins andere

Das Kinderhaus soll nun acht statt sechs Gruppen bekommen. Auf Taläcker besteht ein Bedarf für weitere Kindergartengruppen, eine Planung für die Erweiterung der vorhandenen Kindergärten ist angestoßen, mit Plänen – geschweige denn einer Realisierung – ist in den nächsten Monaten nicht zu rechnen. Auf Taläcker gibt es zum Glück ein Grundstück, auf dem bereits Baurecht für einen Kindergarten besteht – ausgerechnet für dieses Grundstück stellt ein Investor, die Merz Objektbau, das Konzept  einer Wohnanlage und einem Einkaufsmarkt vor. Das ist ein verlockendes Projekt, das mehrere Anforderungen der Stadt vereint: Eine tolle Lage ist das, mit weitem Blick nach Osten über die Stadt. Für den Verkauf dieses und des Nachbargrundstücks könnte die Stadt Künzelsau rund 1.35 Millionen Euro erlösen. Außerdem lockt der Investor damit, dass er 80 Prozent der Wohnungen mit Mietpreisbindung („Sozialer Wohnungsbau“) errichten will. Und zu guter Letzt fehlt auf Taläcker ein Nahversorger. Mehrere Fliegen könnte man mit einer Klappe schlagen.

Kindergartenbedarfe

Wäre da nicht das Problem, dass die Kindergärten auf Taläcker bereits heute überfüllt sind und weiterer dringender Bedarf besteht. Weil diese Tatsachen bekannt waren, wurde aus diesem Grund bereits vor Jahren vorausschauend Baurecht für einen Neubau eines Kindergartens hergestellt. Eine Planung für eine Erweiterung der beiden Einrichtungen soll zwar im Gange sein – den großen Handungsdruck spürt der Betrachter von außen nicht.

Naheliegende Gedankengänge im Publikum

Wozu auch, wenn man doch die Kinder genausogut im neu zu errichtenden Kinderhaus am Fluß unterbringen kann. Es muss doch nur um zwei Gruppen erweitert werden, dann passt das recht gut. Und wenn man dann den Bedarf nach sozialem Wohnungsbau in den Vordergrund stellt, dann klappts auch mit dem Gemeinderat.

Auch naheliegend: Zusammenhang mit dem MUSTANG-Gelände?

Fakt ist, dass der Abriss der ehemaligen Mustang-Gebäude in geradezu vorbildlicher Weise planmäßig fertiggestellt wurde – das Gelände liegt baureif am Rande der Innenstadt. Der Baubeginn sollte schon lange erfolgt sein – getan hat sich nichts. Der Bauherr, dieselbe Merz Objektbau, die auch auf Taläcker bauen will, hat neu geplant und will jetzt keine Wohnbebauung auf dem Gelände mehr errichten.
Wohnbau ist allerdings notwendig, das hat die Stadt Künzelsau erkannt und als eines ihrer ganz großen Ziele definiert. Hinter vorgehaltener Hand hört man, dass es sehr wohl Zusammenhänge zwischen den beiden Bauprojekten desselben Investors geben könnte. Es wird von einer  Art „Belohnung“ für einen Kompromiss beim Mustang-Gelände geflüstert. Wobei der Bau von Wohnungen auf Taläcker nicht den Bau von Wohnraum am Rande der Kernstadt ersetzen kann.

Eine undefinierte Rolle spielt immer wieder der Gestaltungsbeirat

Vor alle größeren architektonischen Projekte hat die Stadt Künzelsau einen „Gestaltungsbeirat“ gesetzt: „Der Gestaltungsbeirat soll als unabhängiges Sachverständigengremium über die planerischen und baulichen Herausforderungen in der Kreisstadt beraten und zu nachhaltigen Lösungen in hoher baukultureller Qualität beitragen“ definiert  das Wirtschaftsministerium die Rolle eines Gestaltungsbeirats. Dieser Beirat ist mit drei externen Architekturprofessor:innen sowie mit Gemeinderät:innen und Bürgermeister Neumann besetzt.

Hinterfragenswert ist die Arbeit des Beirats, wenn – wie beim Thema Sigloch-Gelände geschehen – sich herausstellt, dass der Gestaltungsbeirat das Gelände, über das er urteilen sollte, nicht einmal gemeinsam besichtigt hat. Seit einem guten Jahr steht dieses Projekt still, ganz gewiß auch, weil der Beirat einen Ratschlag gegeben hat, ohne über die tatsächlichen lokalen Verhältnisse informiert zu sein.

Der Gestaltungsbeirat sollte allerdings sich und seine Rolle auch selber hinterfragen: Bei nahezu jedem Bauprojekt wird der Gestaltungsbeirat unmittelbar zum Spielball unterschiedlicher Interessen von Verwaltung und Gemeinderäten.

Mehr als nur hinterfragenswert wird es aber, wenn in einer Gemeinderatssitzung auf den Tisch kommt, dass aus dem Gestaltungsbeirat Anregungen kommen, etwas zu projektieren, was vorher nicht zur Debatte stand. Sollte das stimmen, dann spielt mindestens ein Mitglied des Gestaltungsbeirats ein seltsames Spiel. Der Gestaltungsbeirat ist schließlich ein Beratungsorgan, das einzig dafür eingesetzt ist, Empfehlungen an die Entscheidungsträger, und das ist letztlich der Gemeinderat, der  Stadt Künzelsau auszusprechen – aber ganz sicher nicht dazu, potentielle Investoren zu beraten.

Rolle aller Beteiligten dringend zu überdenken

Die Stadt Künzelsau wäre gut beraten, die Rollen von Beteiligten an größeren Bauprojekten und die Kommunikationsstrukturen bei derartigen Projekten in einem transparenten Rahmen zu definieren, zu formulieren und zu publizieren. Die ewiggleichen und inzwischen ritualisierten Diskussionen bei größeren Bauprojekten sind gegenüber den Bürgern und potentiellen Investoren nicht mehr zu vermitteln:

  • Es kann nicht sein, dass immer wieder Architekten nach der Präsentation ihrer Projekte kopfschüttelnd und vor den Kopf gestoßen den Saal verlassen, weil sie von ganz anderen Rahmenbedingungen ausgingen, als tatsächlich vorherrschen. Das ging dem Architekten des Sigloch-Geländes so, das ging in der Sitzung vom 18. Januar 2022 dem Architekten des Kinderhauses so – und das ging in derselben Sitzung dem Architekten des Komplexes auf Taläcker so. Wer hatte diese bedauernswerten Menschen vorher gebrieft?
    So etwas spricht sich herum und wirkt sich schnell auf das Renommée der Stadt Künzelsau als verläßlicher Partner aus.
  • Es kann ebenfalls nicht sein, dass sich der Gemeinderat bei jedem vorgestellten Projekt von der Verwaltung überfahren vorkommt.
  • Und es kann genausowenig sein, dass die Verwaltung bei jedem Projekt mit „Aber wir haben doch informiert“ kontert.

Der Bürgermeister ist offensichtlich nicht Herr der Kommunikation

Es besteht ganz offenbar ein massives und inzwischen regelrecht ritualisiertes Organisationsproblem, das sich als Kommunikationsproblem zwischen (zumindest Teilen) der Verwaltung und (zumindest teilweise) dem Gemeinderat äußert und das letzendlich bei jedem der genannten Projekte zu mehrmonatigen Verzögerungen führt.

Bürgermeister Neumann, als Verwaltungschef, ist in der Pflicht, die Entscheidungs- und Kommunikationswege für alle Beteiligten festzulegen und transparent zu machen und allen Beteiligten die notwendigen Informationen rechtzeitig und umfassend zu vermitteln.

Wer kommuniziert im Namen der Stadt?

Das betrifft offenbar schon die einfache Frage, wer denn überhaupt im Namen der Stadt kommuniziert. Aber es betrifft auch die Frage der Information aller relevanten Menschen und Stellen, wenn die Verwaltung – mutmaßlich aus guten Gründen – anders plant, als es bisher in den Gremien vereinbart wurde. Es braucht zumindest bei derart großen und komplexen Projekten keine Laissez-Faire-Politik („Änderungen am Verkehr können wir immer noch vornehmen.“), sondern eine klare Organisation, auf die sich alle Beteiligten vertrauensvoll stützen können.

Die Frage der Verläßlichkeit

Wenn es weiter so geht, wie bisher, hat Künzelsau bald den Ruf eines nicht verläßlichen Partners. Und das größte Bauprojekt, die komplette Neugestaltung des Stadteingangs im Rahmen des neuen Kreishauses, hat noch gar nicht richtig begonnen.

Wenn Stefan Neumann seine eigene Verwaltungsorganisation nicht in den Griff bekommt, werschd in Kiau no lang ned schnell baue.

Ein Kommentar von Matthias Lauterer




Und wie bekommen Sie Kind und Karriere unter einen Hut?

Sie wurde mit 34 Jahren zur jüngsten Aufsichtsrätin Deutschlands gewählt. Obwohl sie das Gefühl hatte, sich „mindestens zwei Nummern zu große Schuhe“ damit anzuziehen, nahm Fränzi Kühne das Angebot an: „Ich wollte ein Vorbild sein“, so die Digitalisierungsexpertin beim Online-Buchtalk am 22. November 2021 mit 190 Teilnehmer*innen. Organisiert wurde die Veranstaltung als Kooperation des Frauenförderprogramms WoMent der Hochschulen Heilbronn, Wissensstadt Heilbronn e.V. und dem Führungsfrauennetzwerk der Region Heilbronn-Franken. Anbei veröffentlichen wir den Pressetext hierzu.

Fränzi Kühne im Online-Chat: die Unternehmerin, Mutter und Autorin hat 22 Männern auf den Zahn gefühlt. Screenshot: GSCHWÄTZ

Doch dann ging es in Interviews immer wieder nur um ihre Frisur, ihre Klamotten oder die Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

Fränzi Kühne kennt sich als Digitalisierungsexpertin nicht nur mit Social Media, Online-Marketingstrategien, sondern auch mit Bilanzen und Unternehmensplänen aus. Doch dann ging es in Interviews immer wieder nur um ihre Frisur, ihre Klamotten oder die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Daraufhin hat sie den Spieß umgedreht. Für ihr Erstlingswerk „Was Männer nie gefragt werden“ stellte sie Männern – darunter Gregor Gysi, Heiko Maas, Bosse und Helmut Thoma – typische Frauenfragen. Beim Online-Buchtalk am 22. November sprach sie mit Katharina Rust, Projektleiterin von WoMent, und Maren Haag, Vertreterin und Beirätin des Führungsfrauennetzwerks „Führungsfrauen Raum Heilbronn“, über die Idee zu ihrem Buch und warum sich Frauen immer noch für ihre Karriere rechtfertigen müssen.

Eigentlich wollte sie auf Weltreise gehen, doch dann kam Corona

Angefangen habe alles im Corona-Jahr 2020: Kühne hatte gerade ihre äußerst erfolgreiche Digitalagentur TLGG an einen großen US-amerikanischen Konzern verkauft und wollte mit ihrer Familie auf Weltreise gehen. Stattdessen blieb sie zu Hause und dachte über ihr erstes Buch nach. Sie beschäftigte sich damit, warum ihr als Digitalisierungsexpertin immer Fragen zu ihrem Äußeren und ihrer Familie gestellt wurden, ihre männlichen Kollegen hingegen ausschließlich zu fachlichen Themen. Daraus entstand die Idee für ihr Buch „Was Männer nie gefragt werden. Ich frage trotzdem mal“. 22 Interviewpartner sind es am Ende geworden, die sich auf das Experiment eingelassen haben. Ihnen stellte sie rund 50 typische Frauenfragen, wie „Wurden Sie schon einmal wegen Ihrer optischen Attribute befördert?“ und „Wie bekommen Sie Karriere und Kinder unter einen Hut?“. Ihre Erkenntnis: Das ´Projekt Familie´ spiele bei Männern in Führungspositionen praktisch nie eine Rolle. Bei Frauen, so Kühne, werde dies hingegen immer thematisiert und in Bewerbungsgesprächen auch immer mitgedacht. Die Medien pflegten eine Interviewkultur, die weiche Fragen nach Familie, Befinden, Vorbildwirkung, Vereinbarkeit und Aussehen für Frauen für selbstverständlich, bei Männern aber für abstrus hält. Fragen zu privaten Themen würden ihnen höchstens dann gestellt, wenn es „menscheln“ soll.

Gregor Gysi habe damals viel Anerkennung dafür erhalten, sich allein um die Erziehung zu kümmern und weiterhin seine politische Karriere voranzutreiben – Frauen würde diese Anerkennung selten zuteil.

Linken-Politiker Gregor Gysi berichtete ihr beim Interview von seiner Zeit als alleinerziehender Vater im Osten. Er habe damals viel Anerkennung dafür erhalten, sich allein um die Erziehung zu kümmern und weiterhin seine politische Karriere voranzutreiben – Frauen würde diese Anerkennung selten zuteil. In den Gesprächen sei Kühne auch klargeworden, dass sich die Männer selten als Vorbild für jüngere Männer wahrnehmen – bestenfalls als Mentor. Dies sei auch nur bedingt nötig, denn Männer hätten ihre Netzwerke, die ganze Karrierewelt sei auf Männer zugeschnitten: „Männer wachsen da rein, sie müssen gar nicht solche Grenzen überwinden“, so die Digitalisierungsexpertin. Frauen hingegen bräuchten mehr Unterstützung und vielleicht sogar eine Frauenquote, um entsprechend weiterzukommen. Ihren überwiegend weiblichen Zuhörer*innen gab sie mit auf den Weg, regelmäßig die eigene Komfortzone zu verlassen und sich auch Karriereschritte zu wagen, die vielleicht auf den ersten Blick eine Nummer zu groß erscheinen: „Ich begebe mich immer wieder in solche Situationen, um ein Vorbild zu sein.“ Auch vor dem Angebot, Aufsichtsrätin bei Freenet zu werden, habe sie zunächst zurückgeschreckt, sich dann aber doch dafür entschieden. „Man darf da nicht nein sagen, wenn man so etwas angeboten bekommt.“

Obwohl Mutter von drei – inzwischen erwachsenen – Kindern, habe Ruth Fleuchaus nie aufgehört in Vollzeit zu arbeiten.

In der anschließenden Podiumsdiskussion mit Ruth Fleuchaus, Prorektorin der Hochschule Heilbronn, und Carola Herrmann, Leiterin Organizational Development bei Lidl Stiftung & Co., rückte nochmals das Thema der Vereinbarkeit von Familie und Beruf in den Mittelpunkt. Obwohl Mutter von drei – inzwischen erwachsenen – Kindern, habe Ruth Fleuchaus nie aufgehört in Vollzeit zu arbeiten. Dennoch sei es schwierig gewesen, die Betreuung der Kinder zu organisieren. Sie wünsche sich bessere Unterstützung für Familien insbesondere durch bezahlbare und flexible Betreuungsangebote. Den Mentees gab sie mit auf den Weg: „Wenn du ein Ziel vor Augen hast, dann kämpf dich auch durch und gebe nicht auf.“ Auch Kühne räumte ein, dass es in vielen Firmen an individuellen Lösungen für junge Eltern mangle. Als Selbständige habe sie sich ihren Büroalltag „so gebaut“, dass es für sie gepasst habe. Das sei jedoch noch lange nicht selbstverständlich, viele hielten an starren Regelungen, die Arbeitszeit oder den Arbeitsort betreffend fest. Carola Herrmann wünscht sich vor allem mehr Mut von Frauen, sich auf Führungspositionen zu bewerben, auch wenn nicht alle Kriterien dafür erfüllt seien. Und auch den Arbeitgeber sieht sie in der Pflicht die werdenden Eltern zu unterstützen und individuelle Rahmenbedingungen, wie etwa durch Führen in Teilzeit, zu schaffen.

Zur Person Fränzi Kühne

Fränzi Kühne, geboren 1983 in Ost-Berlin, ist Aufsichtsrätin, Mutter, Autorin, geschulte Verhandlungsführerin, Gründerin und langjährige Geschäftsführerin der einst ersten Social-Media-Agentur Deutschlands. Seit März 2018 ist Kühne im Stiftungsrat der AllBright-Stiftung und engagiert sich für mehr Frauen in Führungspositionen. Die Stiftung veröffentlicht regelmäßig Berichte über die Situation von Frauen in Führungsgremien. Seit Sommer 2020 sitzt Kühne im Beirat der Unternehmensberatung „365 Sherpas“, zudem im Aufsichtsrat von Freenet und der Württembergischen Versicherung. Sie publizierte zahlreiche Fachbeiträge zu den Themen Digitalisierung, Unternehmertum und Gender.

Zum Karriereförderprogramm WoMent

Das individuelle Karriereförderprogramm WoMent ist ein Cross-Mentoringprogramm für weibliche Nachwuchskräfte der Heilbronner Hochschulen in Trägerschaft von Wissensstadt Heilbronn e.V. Studentinnen haben die Möglichkeit, Einblick in den Berufsalltag einer Führungskraft aus Wirtschaft oder Wissenschaft zu erhalten und von den Erfahrungen einer berufserfahrenen Person zu profitieren. Die teilnehmenden Mentees werden in einer einjährigen Tandempartnerschaft von einer Mentorin oder einem Mentor begleitet und in einem attraktiven Workshopangebot gefördert. WoMent ist ein Kooperationsprojekt von Wissensstadt Heilbronn e.V., der Hochschule Heilbronn und der DHBW Heilbronn und wird von der Dieter Schwarz Stiftung gefördert.

Zum Führungsfrauennetzwerk Raum Heilbronn

Das Führungsfrauennetzwerk hat zum Ziel, Frauen in Führung in der Region Heilbronn sichtbar zu machen und Gleichberechtigung von Frauen und Männern im beruflichen und öffentlichen Leben zu fördern. Das Netzwerk besteht aus Frauen mit fachlicher und/oder organisatorischer Führung aus Wirtschaft, Sozialwesen, Verwaltung und Forschung im Raum Heilbronn.  Das Führungsfrauennetzwerk wird durch den Verein Führungsfrauen Raum Heilbronn e.V. getragen. Weitere Informationen: https://fuehrungsfrauen-hn.de/

Wissensstadt Heilbronn

Der Verein Wissensstadt Heilbronn e.V. wurde 2019 als Netzwerk- und Organisationsplattform gegründet. Die Mitglieder sind: aim Akademie für Innovative Bildung und Management Heilbronn-Franken, Campus Founders gGmbH, Duale Hochschule Baden-Württemberg Heilbronn und Center for Advanced Studies der Dualen Hochschule Baden-Württemberg, experimenta – Das Science Center, Ferdinand Steinbeis Institut Heilbronn, Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO, Heilbronner Stimme GmbH & Co. KG, Hochschule Heilbronn, SCS Schwarz Campus Service GmbH & Co. KG, Stadt Heilbronn, Die TUM Campus Heilbronn gGmbH und 42heilbronn gGmbH. Der Verein wird von der Dieter Schwarz Stiftung gefördert.

Die Hochschule Heilbronn – Kompetenz in Technik, Wirtschaft und Informatik ist mit ca. 8.200 Studierenden eine der größten Hochschulen für Angewandte Wissenschaften in Baden-Württemberg. An vier Standorten in Heilbronn, Heilbronn-Sontheim, Künzelsau und Schwäbisch Hall bietet die Hochschule mehr als 50 Bachelor- und Masterstudiengänge an. Die Hochschule pflegt enge Kooperationen mit Unternehmen aus der Region und ist dadurch in Lehre, Forschung und Praxis sehr stark vernetzt.

Die DHBW Heilbronn ist das jüngste Mitglied unter dem Dach der Dualen Hochschule Baden-Württemberg. 2010 gegründet, hat sie sich mit ihrem einmaligen Studienangebot zur ersten Adresse für die Lebensmittelbranche entwickelt. Fast 1.300 Studierende sind derzeit in den Studiengängen BWL-Handel (B.A.), BWL-Dienstleistungsmanagement (B.A.), BWL-Food Management (B.A.), Wein – Technologie – Management (B. Sc.), BWL-Digital Commerce Management (B.A.) und Wirtschaftsinformatik (B. Sc.) eingeschrieben.

Ansprechpartnerin:

Katharina Rust, Projektleiterin WoMent

Max-Planck-Str. 39, 74081 Heilbronn, Telefon: +49 7131 504 1162

E-Mail: katharina.rust@hs-heilbronn.de, Internet: www.wissenstadt.hn/woment

Geschäftsführer Wissensstadt Heilbronn e.V.: Michael Andree

Bildungscampus 15, 74076 Heilbronn

E-Mail: micha.andree@wissensstadt.hn, Telefon: +49 171 2704648

 

Pressekontakt Hochschule Heilbronn: Vanessa Offermann

Max-Planck-Str. 39, 74081 Heilbronn, Telefon: +49 7131 504 553,

E-Mail: vanessa.offermann@hs-heilbronn.de, Internet: www.hs-heilbronn.de

 

Pressekontakt Duale Hochschule Baden-Württemberg Heilbronn: Daniela Hülsebusch

Bildungscampus 4, 74076 Heilbronn, Telefon +49 7131 1237 23705

E-Mail: daniela.huelsebusch@heilbronn.dhbw.de, Internet: https://www.heilbronn.dhbw.de/