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Klimabeirat Künzelsau freut sich über weitere Teilnehmer

Wer eine Photovoltaik-Anlage (PV) auf dem Dach hat, wird sich über diesen Winter nicht besonders freuen: sehr häufig war der Himmel dicht mit Wolken bedeckt. Dennoch ist PV eine der einfachsten Möglichkeiten, „grünen Strom“ zu erzeugen. Daher wird sich die Arbeitsgruppe Energie (AG Energie) des Klimabeirats Künzelsau in ihrer ersten Sitzung auch damit beschäftigen, wie in der Bevölkerung weiter dafür geworben werden kann, PV-Systeme zu installieren. Stichworte sind „Balkonkraftwerke“, „Mieterstrom“ und mehr. Das geht aus einer Pressemitteilung der Stadtverwaltung Künzelsau hervor.

Aber selbstverständlich geht es bei den Bemühungen um Klimaneutralität nicht nur um Strom aus Sonne; das Thema „Wärmeerzeugung und -nutzung“ steht mindestens genauso im Fokus. Die AG Energie wird diese und weitere Aspekte aufgreifen.

Die Arbeitsgruppe Abfallvermeidung (AG Abfallvermeidung) hat in ihrer ersten Sitzung das Thema „Mehrweg statt Einweg“ unter mehreren Gesichtspunkten ausführlich beleuchtet. Beim nächsten Treffen sollen konkrete Projekte unterstützt und auf den Weg gebracht werden.

Arbeitsgruppen-Termine:

AG Energie: Donnerstag, 24. Februar 2022, 18.30 bis 21.00 Uhr.

AG Abfallvermeidung: Mittwoch, 16. März 2022, 18.30 bis 21.00 Uhr.

Ort: Georg-Wagner-Schule, Gebäude am Berg.

Es gilt derzeit die 2G-Regel. Mitmachen ist sehr erwünscht; um eine Anmeldung unter mailto:klimabeirat@kuenzelsau.de oder 07940/129-423 wird gebeten.

Weitere Termine zum Vormerken:

Freitag, 11. März 2022, 18.30 Uhr, großer Sitzungssaal im Rathaus: nächste öffentliche Sitzung des Klimabeirats; in Zusammenarbeit mit der vhs Künzelsau wird Lea Johannsen von der Ludwigsburger EnergieAgentur LEA zum Thema „Klimaneutral leben – Wärmeversorgung im Eigenheim“ referieren.

Dienstag 12. April 2022: ebenfalls in Kooperation mit der vhs Künzelsau startet die sechsteilige Mitmach- und Vortragsserie „klima.fit 2022 – Klimawandel vor der Haustür! Was kann ich tun?“. Um eine Anmeldung bei der vhs wird gebeten.

Strategie 2030

Im Rahmen des Prozesses „Künzelsau 2025 – Wie wollen wir 2025 in Künzelsau leben?“ befassen sich der Gemeinderat und die Stadtverwaltung schon seit längerem damit, die Zukunft Künzelsaus aktiv zu gestalten. Das Künzelsau klimapositiv wird, ist ein Hauptziel. Der Gemeinderat schreibt diesen Prozess jährlich fort und legt mit der „Strategie 2030“ gemeinsame Ziele für die nächsten Jahre fest. Im Jahr 2022 liegt der Fokus des städtischen Engagements auf den Bereichen Infrastruktur und Integration. Der Arbeitstitel, das Schwerpunktziel 2022, lautet deshalb kurz „Infrastruktur und Integration“. Mehr dazu ist auf der städtischen Homepage zu finden: http://www.kuenzelsau.de/Strategie2030

 




Amphibiensammelaktionen im Kreis starten

Mit dem Beginn der wärmeren Witterung machen sich viele Amphibien auf den Weg von ihren Winterquartieren zu ihren Laichplätzen. Oft sind von den Tieren dabei Straßen zu überqueren, was bei hohem Verkehrsaufkommen oft den sicheren Tod für die Tiere bedeutet. Um das zu verhindern, werden auch im Hohenlohekreis an einigen Stellen nun zeitnah wieder Amphibienleitzäune aufgestellt. Diese sollen die Kröten, Molche und Frösche davon abhalten, auf die Straße zu springen. Damit die Tiere jedoch zu ihren Laichplätzen – meist einem See oder einem Tümpel – gelangen können, sind sie auf menschliche Hilfe angewiesen.

Damit die Tiere zu den Laichplätzen kommen

Für diese wichtige Aufgabe werden daher wieder ehrenamtliche Helfer:innen gesucht, die die Tiere einsammeln und über die Straße bringen. Besonders wichtig ist die Kontrolle der betreffenden Stellen in den Morgenstunden. Denn bleiben die Kröten über den Tag im Zaunbereich, kommt es schnell zu Austrocknungen und vor allem bei Sonnenschein zum Tod der Tiere. Zusätzlich dazu steigt das Risiko, einem Fressfeind zum Opfer zu fallen.

Tiere einsammeln und über die Straße bringen

Umso wichtiger ist es, dass es genügend ehrenamtliche Helfer gibt – zuletzt ist diese Zahl jedoch stetig gesunken. Aktuell werden im Hohenlohekreis insbesondere für die Strecken an der L1046 zwischen Wohlmuthausen und Schwarzenweiler sowie an der L1044 südlich von Waldzimmern Helferinnen und Helfer gesucht. Besondere Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Der zeitliche Schwerpunkt der Wanderung liegt im März bis Anfang April. Wer sich also vorstellen kann, hier regelmäßig oder an einzelnen Tagen oder Terminen das Team der Ehrenamtlichen zu unterstützen oder wer dazu weitere Fragen hat, darf sich gerne an die Untere Naturschutzbehörde des Hohenlohekreises wenden. Ansprechpartnerin ist Carina Conrad unter Tel. 07940 18-1367 oder unter carina.conrad@hohenlohekreis.de.

Hintergrund

Amphibien sind ein wichtiger Baustein innerhalb natürlicher Nahrungsketten. Viele von ihnen stehen auf dem Speiseplan von Vögeln wie Störchen oder Graureihern ganz weit oben. Aber auch Reptilien und Säugetiere ernähren sich von Fröschen und Kröten. Im Gegensatz dazu fressen die Lurche Würmer, Spinnen und Käfer. Kommt es zu einem Rückgang der Tiere, hat dies folglich Auswirkungen auf das gesamte Ökosystem.

Viele Amphibien-Wanderstrecken werden im Hohenlohekreis seit Jahrzehnten betreut. So wird beispielsweise am Schleierhof seit 1989 jährlich ca. 1.600 Tieren, überwiegend Erdkröten, über die Straße geholfen. Über die L 1046 bei Wohlmuthausen wollen in Spitzenjahren wie 2001 sogar knapp 18.000 Grasfrösche zu ihrem Laichgewässer.

Quelle: Landratsamt des Hohenlohekreis




„Diese Coronalogik verstehe ich nicht“

Freitagsfrühstück – Hohenlohe hinter den Kulissen – aktuelle Themen wöchentlich durchgekaut von Matthias Lauterer und Dr. Sandra Hartmann.




Neue Corona-Regeln erleichtern den Zugang zum Matthias-Krämermarkt am 24. Februar 2022

Aufgrund der aktuell neugefassten Regelungen der Corona-Verordnung kann der Matthias-Krämermarkt am 24. Februar unter erleihterten Bedingungen stattfinden.

Die Stadt Künzelsau informiert:

3G-Regel entfällt, Maskenpflicht bleibt

Knapp hundert Markthändler haben sich zum Matthias-Krämermarkt am Donnerstag, 24. Februar 2022 in Künzelsau angemeldet. Bei dem traditionellen Markt bieten die Marktbeschicker von 8.30 bis 18 Uhr ihr buntes Warensortiment an. Das reicht von Gewürzen über Haushaltswaren bis hin zu warmen Mützen, Schals und Pullovern. Gebrannte Mandeln, Magenbrot und die obligatorische Marktwurst werden selbstverständlich auch wieder zu haben sein. Ohne diese typischen Markt-Köstlichkeiten findet in Künzelsau kein Krämermarkt statt.

Auch in den Läden in der Künzelsauer Innenstadt sind spezielle Marktangebote zu ergattern. Die Einzelhändler haben ganzjährig ein sehr gutes Warenangebot und können die Kundinnen und Kunden mit ihren Teams kompetent beraten.

Corona-Regeln

Mit der aktuellen Corona-Verordnung treten ab 9. Februar Lockerungen in Kraft, die auch etwas weniger Vorgaben für die Besucher des Matthias-Krämermarktes am 24. Februar in Künzelsau bedeuten. So entfällt zwar die 3G-Regel, die Maskenpflicht auf dem gesamten Marktgelände bleibt jedoch analog zum Einzelhandel bestehen.

Verkehrsregelungen, NVH und City-Bus

Die Hauptstraße ist am Donnerstag, 24. Februar 2022 wegen des Matthias-Krämermarktes gesperrt, außerdem die Stuttgarter Straße ab der Alleekreuzung und die Komburgstraße. In der Stuttgarter Straße ist die Zufahrt zur Rathaustiefgarage frei. Auch die Komburgstraße ist für Anlieger aus Richtung Morsbach befahrbar. In der Stettenstraße und in der Keltergasse besteht absolutes Halteverbot. Die Stadtverwaltung bittet dringend darum, dieses einzuhalten, damit der Durchgangsverkehr nicht behindert wird. Ersatzhaltestelle für die Haltestelle „Bären“ ist auf Grund der Vollsperrung der Langenburger Straße die Haltestelle „Bahnhof Künzelsau“.

Alle Informationen gibt es auf der städtischen Homepage unter http://www.kuenzelsau.de und auf der Facebook-Seite „Künzelsau – meine Stadt“.

Pressemitteilung der Stadt Künzelsau

 




„Ich gehe auf die Straße, weil ich keine Impfpflicht möchte“

Allein in Baden-Württemberg wurden am Montag, den 07. Februar 2022, von der Gruppe „Montags für Freiheit“ rund 76.070 Menschen an 278 Orten gezählt (Zahlen werden bei den örtlichen Polizeibehörden oder Ordnungsämtern erfragt), die sich zu den so genannten Montagsspaziergängen versammelten. 560 davon gingen in Künzelsau auf die Straße. GSCHWÄTZ-Reporterin Priscilla Dekorsi hat sich unters Fußvolk gemischt.

„Aus Solidarität mit den Krankenschwestern“

Einer von ihnen ist Bernie Rusam aus Kupferzell. Rusam formuliert seine Beweggründe dafür klar und deutlich: „Ich gehe auf die Straße, weil ich keine Impfpflicht möchte. Ich möchte frei entscheiden, ob ich mich impfen lasse oder nicht, so wie jeder andere, der sich aus freien Stücken für das Impfen entschieden hat, so möchte auch ich mich gegen das Impfen entscheiden. Ich gehe des Weiteren auch aus Solidarität mit den Krankenschwestern und dem Pflegepersonal auf die Straße, die ihren Dienst getan haben in der Zeit, in der andere in Quarantäne waren, die jetzt Gefahr laufen, ihren Job zu verlieren. Ich gehe auch dafür auf die Straße, dass sie für einen Tariflohn schaffen können und ordentliche Arbeitsbedingungen haben. Ich gehe auf die Straße für diejenigen, die unter einem Impfschaden leiden und vielleicht bei den Medizinern auf taube Ohren stoßen. Und ich gehe beispielsweise auch auf die Straße für einen Ole Skambraks. Das ist ein SWR2-Mitarbeiter, der es gewagt hat, in einem offenen Brief Fragen zu formulieren, auf die er keine Antworten gefunden hat – mit der Konsequenz, dass er von seinem Job beurlaubt worden ist. Für diese Leute gehe ich mit auf die Straße und das ist meine Art der Solidarität.“

„Mit denen tritt man sich auf dem Straßenfest“

Rusam ist das vierte Mal beim Künzelsauer Montagsspaziergang dabei und resümiert: „Das [Anm.: die Spaziergänger] sind Leute, mit denen trifft man sich auf dem Straßenfest, mit denen trifft man sich auf dem Oldtimertreffen oder auf anderen kulturellen Veranstaltungen. Es geht absolut ruhig, absolut friedlich zu. Es ist überhaupt nichts zu merken von Krawall und Randale oder rechtsradikalen Tendenzen – diesbezüglich: null, nichts, gar nichts. Das ist eine absolut friedliche Veranstaltung hier und so hoffe ich, dass es bleibt. Und wenn es so bleibt, werde ich weiterhin dabei sein.“

Montagsspaziergänger in Künzelsau am 07. Februar 2022. Foto: GSCHWÄTZ

„Für unsere Rechte, dafür sind wir auf die Straße gegangen“

Eine weitere Spaziergängerin, Christa Steiner, erklärt, wofür sie auf die Straße geht: „Für unsere Rechte, die per Grundgesetz verankert sind, dafür sind wir auf die Straße gegangen. Ich halte meinen Teil des Vertrages mit dem Staat Deutschland ein: Ich gehe arbeiten, zahle meine Steuern, ich sorge für mich selbst. Genauso erwarte ich, dass der Staat seine Pflicht einhält, mir meine Grundrechte zu gewähren: zum Beispiel die Unversehrtheit meines Körpers und dass ich frei über meinen Körper entscheiden und auch meine Meinung frei kundtun kann. Das fordere ich ein, dass wenn ich meinen Teil des Vertrages einhalte, der Staat auch seinen Teil des Vertrages einhält und mir meine Grundrechte zugesteht.“

Geimpft, um ungestört reisen zu können

Konkret eingeschränkt sieht Steiner ihre Grundrechte „in den Corona-Maßnahmen, die nicht mehr logisch nachvollziehbar sind.“ Beispielsweise „kann ich nicht mehr alles besuchen, was ich gerne würde, ohne nicht irgendwelche Nachweise zu bringen, dass ich gesund bin. Normalerweise hat man einen Nachweis bringen müssen, dass man krank ist, wenn man beispielsweise nicht zur Arbeit gehen wollte. Jetzt muss ich einen Nachweis bringen, dass ich gesund bin, dass ich einkaufen gehen darf, ein Konzert besuchen darf, dass ich ins Schwimmbad gehen darf, dass ich mich mit meiner Familie mit mehr als der im Moment vorgeschriebenen Personenanzahl, treffen darf. Das ist das, wofür ich auf die Straße gehe: dass die Rechte wiederhergestellt werden und zwar für jeden gleich.“

Alle drei Monate eine Impfung

Steiner selbst ist coronageimpft. „Wir haben das damals nur gemacht, damit wir im Sommer ungestört reisen können. Kurze Zeit, nachdem die Impfung durch war, hieß es dann auf einmal, man müsse noch eine Auffrischung machen. […] Nach zwei Monaten hieß es dann auf einmal, nach spätestens sechs Monaten brauche man eine Booster-Impfung und inzwischen sind wir bei ‚alle drei Monate‘. Wenn es jemandem jetzt nicht dämmert, dass da etwas nicht stimmt, dann wacht der wahrscheinlich niemals auf.“

„Man wird nicht richtig informiert“

Bundesweit fanden letzten Montag Zusammenkünfte an 2384 Standorten statt. „Ich denke, es müsste in den Medien viel mehr darüber berichtet werden“, sagt die Spaziergängerin Petra Hiller. „Es wird heruntergespielt und von den Formulierungen her darauf geachtet, dass es möglichst harmlos und überzogen erscheint und dass ‚die Querdenker‘ und ‚die Volksverhetzer‘ demokratiefeindlich erscheinen, obwohl es eben nicht so ist. Es ist die Demokratie, die wir haben, die wir jetzt eben in Anspruch nehmen. Das ist ein Grundrecht. Solange wir uns als Bürger verhalten, Teil des Bürgertums sind und unsere Bürgerpflichten einhalten, dürfen wir auch die Rechte dazu einfordern. Was im Moment medial passiert ist, dass, wenn man sich nicht zusätzlich [Anm.: in unabhängigen Medien] informiert, man nicht richtig informiert wird.“

„Umso mehr für die Freiheit demonstrieren, umso besser“

Doch was sagen die Künzelsauer Geschäftstreibenden zu den Montag für Montag größer werdenden Menschenmassen in der Innenstadt? Nur wenige Meter entfernt arbeiten Salih Cilik und sein Team im Pizza & Kebab Haus Sila. Cilik erklärt: „Umso mehr Leute auf die Straße gehen, um gegen [die] Corona[-Maßnahmen] und für die Freiheit zu demonstrieren, umso besser.“

Für GSCHWÄTZ vor Ort: Priscilla Dekorsi




Hier steht Graffiti sprühen auf dem Stundenplan

Die Unterführung vom Busbahnhof zur Schillerstraße in Künzelsau strahlt in neuem Glanz: Gemeinsam mit dem Graffitikünstler Richard Koch hat die Klasse 9b der Georg-Wagner-Schule ein neues, farbenfrohes Street-Art-Projekt umgesetzt. Unter dem Motto „Künzelsau ist bunt“ wurden verschiedene Elemente, Figuren und Schriftzüge, die von den Schülerinnen und Schülern gestaltet wurden, in einem Gesamtkunstwerk festgehalten. Das geht aus einer Pressemitteilung der Stadt Künzelsau hervor.

Das Sprühen an sich sei gar nicht so schwierig

„Wir haben uns im Unterricht bereits auf das Projekt vorbereitet und die Themen „Street Art und Graffiti“ behandelt“, so Constantin Müller, Kunstlehrer der Georg-Wagner-Schule. Abgesehen davon war dies aber die erste Berührung mit Street Art für die Jugendlichen, denen das Projekt „auf jeden Fall mehr Spaß als normaler Unterricht“ gemacht hat – vor allem, da es „mal etwas ganz Neues“ war. Das Sprühen an sich sei gar nicht schwierig und mit der Unterstützung von Richard Koch haben sich alle schnell an den Umgang mit den Sprühflaschen gewöhnt.

Ideen von den Schüler:innen

„Die Ideen für die Motive kamen hauptsächlich von den Schüler:innen“, sagt der Künstler. „Ich habe sie bei der Umsetzung unterstützt, Fragen beantwortet und kümmere mich am Ende um den Feinschliff und die Details für den Gesamteindruck“.

„Künzelsau ist bunt“

Das Motto des Kunstprojekts „Künzelsau ist bunt“ ist als farbenfroher Schriftzug an den Wänden der Unterführung zu lesen und steht für Diversität mit all ihren Facetten und Orientierungen.

Auch die Künzelsauer Bürger:innen stehen dem Projekt positiv gegenüber: „Wir haben bisher durchweg positives Feedback von Passant:innen und Anwohner:innen erfahren“, so Constantin Müller.

 

Die Klasse 9b der Georg-Wagner-Schule und der Graffiti-Künstler Richard Koch, ganz rechts im Bild, waren gemeinsam sehr kreativ und hatten viel Spaß.

Gruppenfoto „GraffitiWorkshop_Gruppenfoto_JuliaAnnusStadtKÜN“ und GraffitiWorkshop_GeWaS_FotoJuliaAnnusStadtKÜN“: Julia Annuss, Stadtverwaltung Künzelsau.

Motivfoto „kuenzelsauFotoConstantinMüller“: Constantin Müller, Georg-Wagner-Schule.




RKI: Schwindelerregende Coronazahlen bei den geimpften und nicht geimpften 12- bis 17-Jährigen

Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat Zahlen bezüglich geimpfter und nicht geimpfter Coronainfizierten veröffentlicht. Wir wirkt sich eine Impfung bei einer Infektion aus? Wer ist besonders betroffen? Auffallend noch war die Zahl der von Symptomen oder Hospitalisierung betroffener bei den 12- bis 17-Jährigen.

Eine Impfung schützt nicht immer vor einer Erkrankung, das Jahr 2022 zeigt dies deutlich

In der Einleitung heißt es: „Zur Darstellung des Effekts der Impfung auf die COVID-19-Krankheitslast in der Bevölkerung wurde die Inzidenz sowohl der symptomatischen als auch der hospitalisierten COVID-19-Fälle unter vollständig Geimpften und Ungeimpften ab Kalenderwoche 28 getrennt berechnet.

Anbei veröffentlichen wir die Inzidenzzahlen:

Impfstatus und Inzidenz. Veröffentlichte Zahlen des Robert-Koch-Institutes. Stand: 09.02.2022 Quelle: rki

Auffallend in allen drei Altersgruppen (12 bis 17, 18 bis 59 und 60 aufwärts) ist, dass Geimpfte noch 2021 viel seltener Symptome zeigten oder ins Krankenhaus mussten, als Ungeimpfte. Bei den jugendlichen Ungeimpften war das Risiko teilweise siebenmal höher als bei Geimpften. Auffallend ist auch, dass diese Quote zugunsten einer Impfung immer mehr abnahm und sich die Inzidenzwerte 2022 immer mehr annäherten. Das heißt: Die Inzidenz der geimpften Jugendlichen stieg beträchtlich an. Also auch immer mehr geimpfte Jugendliche entwickelten Symptome und / oder mussten im Krankenhaus behandelt werden.

Immer mehr Geimpfte entwickeln Symptome oder landen im Krankenhaus

Ähnlich sieht es bei der mittleren Altersgruppe aus. Waren geimpfte Bürger:innen 2021 noch rund dreimal besser geschützt als ungeimpfte, so glichen sich 2022 die Inzidenzwerte nahezu an. Nicht ganz soo stark, aber doch auffallend ist der Wert auch bei der ältesten Bevölkerungsgruppe.

Heißt das nun, dass eine Impfung nicht oder nur bedingt schützt vor Symptomen und /oder Krankenhausaufenthalten?

Heißt das nun, dass eine Impfung nicht oder nur bedingt schützt vor Symptomen und /oder Krankenhausaufenthalten? Betrachtet man den dritten erhobenen Wert, die so genannte Booster-Impfung, zeigt dies, dass Auffrischungsimpfungen stark vor einer symptomatischen und / oder Krankenhausaufenthalten schützen.

Impfung schützt nur bedingt vor der neueren Omikronvariante

Da sich 2022 auffallend viele bereits geimpfte Menschen angesteckt, Symptome entwickelt haben und teilweise auch im Krankenhaus behandelt werden mussten, spricht das zusätzlich für die bereits im Raum stehende These, dass die Impfung nur bedingt vor einer Ansteckung mit der Omikron-Variante schützt.

Interessant wäre überdies zu wissen, wie viele Antikörper die Betroffenen nach einer Impfung und nach einer Ansteckung haben und wie viele Antikörper es benötigt, um sich ausreichend vor Covid-19 zu schützen.

Aktuelle Lage


• Gestern wurden 247.862 neue Fälle und 238 neue Todesfälle übermittelt. Die Inzidenz der letzten 7 Tage liegt
deutschlandweit bei 1.465,4 Fällen pro 100.000 Einwohner (EW). Die Werte für die 7-Tage-Inzidenz in den Bundesländern
liegen zwischen 1.817,5 pro 100.000 EW in Bayern und 863,1 pro 100.000 EW in Schleswig-Holstein.

• Es wurden 1.675 Hospitalisierungen in Bezug auf COVID-19 übermittelt, die 7-Tage-Inzidenz der hospitalisierten Fälle liegt bei
6,23 Fällen pro 100.000 EW.

• Am 09.02.2022 (12:15 Uhr) befanden sich 2.398 COVID-19-Fälle in intensivmedizinischer Behandlung (+8 zum Vortag). Der
Anteil der COVID-19-Belegung durch Erwachsene an allen betreibbaren Intensivbetten für Erwachsene liegt bei 10,6 %.

• Seit dem 26.12.2020 wurden insgesamt 167.416.348 Impfungen verabreicht. Insgesamt haben 76,0 % der Bevölkerung
mindestens eine Impfung gegen COVID-19 bekommen.5 74,6 % wurden bereits vollständig gegen COVID-19 geimpft.6 55,0 %
haben eine Auffrischimpfung erhalten.

Zahlen: Robert-Koch-Institut

 

 

 




„Während wir derzeit weitaus mehr Sendungen befördern als jemals zuvor, sind unsere Arbeitsabläufe deutlich weniger effizient als üblich“

Seit Monaten wird von „Störungen der Lieferketten“ geschrieben, von der Chipkrise. Die Versorgung mit – hauptsächlich – technischen Komponenten oder deren Vorprodukten aus den asiatischen Märkten ist deutlich schlechter als vor der Corona-Pandemie. Gerne wird diese Situation auf Corona geschoben, aber ob dies tatsächlich eine direkte Folge der Pandemie ist oder ob dieser Mangel eher eine Folge der Organisation der Lieferketten ist, sei einmal dahingestellt.

Grenze zwischen USA und Kanada blockiert

Eine mittelbare Folge der Pandemie sind allerdings Szenen wie am wichtigsten Grenzübergang zwischen den USA und Kanada, der von LKWs blockiert ist – die Folge eines Coronaprotests kanadischer Trucker. Die Folgen sind unmittelbar sichtbar, denn Kanadas größter Exportmarkt sind die USA. Die Klagen der kanadischen Wirtschaft hören sich vertraut an: Durch eine anhaltende Blockade werde »die Automobilproduktion gefährdet, die Zehntausende von Kanadiern beschäftigt«, so zitiert Der Spiegel den Präsidenten des Kanadischen Automobilbau-Verbandes er Präsident der Canadian Vehicle Manufacturers‘ Association sagte, durch eine anhaltende Blockade werde »die Automobilproduktion gefährdet, die Zehntausende von Kanadiern beschäftigt«.

Deutsche Exportwirtschaft boomt trotz allem

Auf die deutschen Exporte scheint die „Transportkrise“ wenig Auswirkungen zu haben: Mit 1375,5 Milliarden wurde 2021 eine Rekordausfuhr realisiert, das Vor-Corona-Jahr 2019 wurde um 3.6 Prozent übertroffen, das erste Corona-Jahr 2020 um 14 Prozent.

Personalnot aufgrund Omikron

Jetzt berichten Firmen davon, dass Omikron deutliche Auswirkungen auf die Lieferfähigkeit hat. Denn trotz „mildem“ Verlauf ist Omikron so ansteckend, dass viele Mitarbeiter aktuell erkrankt oder in Quarantäne sind. Welche Auswirkungen hat diese Krankheitswelle auf den Verbraucher?

Nachfrage bei den Paketzustellern

Durch die Einschränkungen beim Einzelhandel steigt das Internetgeschäft an, viele Menschen bestellen beim Versandhandel und hoffen darauf, dass das Bestellte umgehend geliefert wird. Man erkennt das daran, dass im ersten Coronajahr 2020 die Paketdienste eine Steigerung des Paketvolumens von über 10 Prozent auf über 13 Millionen Sendungen pro Tag verzeichneten und rund 10.000 neue Arbeitsplätze vermelden.

GSCHWÄTZ hat daher bei den vier großen Paketzustellern nachgefragt, wie sich die Personalsituation derzeit darstellt und wie sich die Personalsituation auf die Lieferquoten auswirkt. Drei der vier angeschriebenen Unternehmen haben geantwortet, einzig UPS blieb eine Antwort schuldig. Vorab: Über die aktuellen Lieferquoten, das heißt die Quote der Pakete, die am ersten oder zweiten Tag nach der Einlieferung beim Empfänger zugestellt werden, macht keiner eine wirkliche Aussage.

„Business Continuity Planning“ bei DHL

DHL antwortet wenig aussagekräftig, insbesondere geht man dort mit keinem Wort auf eventuelle Schwierigkeiten bei der Zustellung ein:

„Vor dem Hintergrund der weltweiten COVID-19-Pandemie wird die Geschäftstätigkeit des Konzerns Deutsche Post DHL Group kontinuierlich angepasst, um mögliche Auswirkungen abzumildern. Als global operierendes Unternehmen sind Epidemie- und Pandemie-Risikoszenarien ein integraler Bestandteil der kontinuierlichen Risikoplanung des Konzerns. Der Konzern verfolgt einen ganzheitlichen Managementprozess, der es unseren Geschäftsbereichen ermöglicht, mit Hilfe des so genannten Business Continuity Planning auch im Notfall den bestmöglichen Betrieb für unsere Kunden sicherzustellen.

Die Sicherheit unserer Mitarbeiter und Kunden steht dabei an erster Stelle. Deshalb überwacht die Task Force der Gruppe regelmäßig die Situation, koordiniert sich mit internationalen Organisationen (WHO, CDC, ECDC und Robert Koch-Institut) und stellt allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und relevanten Betrieben die notwendigen Informationen zur Verfügung.“

Andererseits findet man versteckt auf der Homepage des Unternehmens folgenden Hinweis für Geschäftskunden:

Die Transportzeiten sind also derzeit doch länger als üblich.

DPD sieht derzeit noch keine größeren Probleme

Zustellung DPD. Foto: DPD

DPD geht zuerst auf den Schutz der Belegschaft ein

Seit Ausbruch der COVID-19-Pandemie setzt DPD auf eine Reihe von Maßnahmen, um der weiteren Ausbreitung des Coronavirus entgegenzuwirken und die eigene Belegschaft zu schützen. Dazu zählen beispielsweise eine Maskenpflicht sowie strikte Abstands- und Hygieneregeln an den Standorten, eine flächendeckende Ausstattung mit Schutzausrüstung und Desinfektionsmitteln, das Fiebermessen sowie die konsequente Überprüfung von 3G-Nachweisen vor Betreten eines DPD Standorts.

bevor man bestätigt, dass es die vom Gesetzgeber vorgeschriebenen Notfallpläne – auch Paketdienste gehören zur KRITIS-Infrastruktur – gibt, und dass sie bereits zum Einsatz gekommen sind:

Für alle Standorte existieren aktualisierte Pandemiepläne, um unseren Service auch im Falle einer weiteren Ausbreitung des Coronavirus aufrechtzuerhalten. Dabei ist DPD auch auf worst-case-Szenarien vorbereitet, etwa den gänzlichen Ausfall eines ganzen Depots aufgrund eines massiven Ausbruchs an Coronafällen. Einen ähnlichen Fall verzeichneten wir bereits im Jahr 2020, als der Betrieb am Standort Hückelhoven aufgrund gehäufter Corona-Fälle vorsorglich eingestellt wurde: https://www.dpd.com/de/de/2020/05/16/dpd-setzt-betrieb-in-h-ckelhoven-aufgrund-von-corona-infektionen-vor-bergehend-aus/ Durch die Umverteilung der Pakete auf umliegende Standorte sowie den Einsatz zusätzlicher Zusteller, die die Kolleginnen und Kollegen vor Ort unterstützten, konnte die Paketzustellung im Kreis Heinsberg aufrecht erhalten werden.

Eine Beeinträchtigung der Lieferqualität will man bei DPD nicht sehen:

Zum jetzigen Zeitpunkt verzeichnen wir keine überdurchschnittlich hohen Krankheitsausfälle. Entsprechend kommen auch weiterhin über 99 Prozent aller Sendungen, die mit DPD zugestellt werden, sicher und zuverlässig beim Paketempfänger an.

Auch bei GLS im Moment keine größeren Verzögerungen

Zustellung mit GLS. Foto: GLS

Pelle Faust, der Unternehmenssprecher von GLS antwortet am detailliertesten. Neben den allgemein empfohlenen Vorsichtsmaßnahmen hat man dort weitere Maßnahmen ergriffen:

  • die Home-Office-Regel wird in allen Unternehmensbereichen strikt umgesetzt, sofern dies die operative Arbeit in den Depots nicht einschränkt. Überall dort, wo die Home-Office-Regel nicht umgesetzt werden kann, halten sich die Betroffenen streng an die 3G-Regel (Prüfung durch z. B. Eingangskontrollen vor Betreten des Betriebsgeländes; lokale Testangebote). Dies gilt auch für die Fahrer*innen.
  • Parallel treibt GLS Germany das Thema Impfung der Mitarbeitenden sowie Subunternehmer aktiv voran und ergreift Maßnahmen, um schnellstmöglich eine hohe Impfquote zu erreichen (z. B. „Impf-Events“ für Mitarbeitende und Subunternehmer an verschiedenen Standorten).
  • Im Angesicht des dynamischen Infektionsgeschehens setzt GLS Germany auf Prävention und eine umfassende Gesamtstrategie, um mit Blick auf das Tagesgeschäft auch bei steigenden Infektionszahlen voll handlungs- und funktionsfähig zu bleiben. Ein interdisziplinär besetzter Krisenstab tagt regelmäßig und bewertet die dynamische Lage nach aktuellen Gesichtspunkten. Notfallpläne garantieren im Krisenfall die weitere Abwicklung des Tagesgeschäfts über benachbarte Standorte.

Der derzeitige Krankenstand liege, so Faust, „gemäß kürzlicher Auswertungen leicht über den Prognosen.“ Er führt das aber nicht nur auf Corona zurück, sondern auf auf jahreszeitliche Erkältungskrankheiten.
Die Formulierung „Das operative Netzwerk von GLS Germany ist stabil, sodass das aufkommende Paketvolumen nach wie vor mit vereinten Kräften bewältigt werden kann.“ läßt darauf schließen, dass eine gewisse Anspannung zu verzeichnen ist, aber „Das Unternehmen hat in den zurückliegenden Infektionswellen bewiesen, dass es in der Lage ist, den Versorgungsauftrag und damit Service, den Kundinnen und Kunden gewohnt sind, durchgängig aufrechtzuerhalten – so auch in der aktuellen Situation. Die generelle Zustellquote des täglich zu bewältigenden Paketvolumens hat sich im Verlauf der Pandemie nicht signifikant verändert.“ – so Pelle Faust.

Die Kunden sind vorsichtiger

Screenshot amazon.de vom 09.02.2022.

Die Wahrnehmung der Kunden ist eine andere – die Kunden der Paketdienstleister rechnen im Moment nicht mehr mit einer „Next-Day“-Belieferung. Dazu muß man nicht nach den Erfahrungen der Empfänger fragen – diese sind ja nicht die Kunden -, sondern nach den Erfahrungen der Versender. Selbst bei Amazon wird inzwischen das geschätzte Lieferdatum für Prime-Kunden nicht mehr mit „morgen“ angegeben. Oftmals auch nicht mit „übermorgen“. Selbst Buchbestellungen mit Amazon Prime dauern inzwischen geschätzte 2 Werktage – obwohl die „Next-day“-Belieferung ja das ursprüngliche Argument für Prime war.
amazon ist mit seinen Aussagen also deutlich vorsichtiger als die Paketdienste.

Text: Matthias Lauterer




Immer mehr Firmen & Schulen in Personalnot, weil viele Mitarbeiter aufgrund „leichter“ oder „milder“ Erkrankungen arbeitsunfähig sind oder aufgrund von Quarantänemaßnahmen nicht am Arbeitsplatz sind

Seit dem heutigen Mittwoch, 09. Februar 2021, ist eine weitere geänderte Version der baden-württembergischen Coronaverordnung in Kraft.

Keine Strategie erkennbar

Eine übergeordnete Strategie ist weiterhin nicht wirklich erkennbar: Die Stufenregelung ist weiterhin an die Hospitalisierungs-Inzidenz und die Belegung der Intensivbetten gekoppelt, hier hat sich nichts geändert, sodass in Baden-Württemberg weiterhin die Regeln der Alarmstufe I gelten.

Keine Anpassung an Omikron

Weiterhin geht die Verordnung von der gesellschaftlichen Relevanz der Intensivbelegung aus. Die Verbreitung der Omikron-Variante, die ansteckender, aber „milder“ ist, würde andere Kennzahlen aufgrund der gesellschaftlichen Situation erfordern: Nicht mehr die Intensivstationen sind durch COVID-19 belastet, sondern die Normalstationen der Krankenhäuser füllen sich. Außerdem geraten immer mehr Firmen in Personalnot, weil viele Mitarbeiter aufgrund „leichter“ oder „milder“ Erkrankungen arbeitsunfähig sind oder aufgrund von Quarantänemaßnahmen nicht am Arbeitsplatz sind. Das betrifft – bei einer Inzidenz von rund 1770 im Hohenlohekreis (Stand 8. Februar 2022) – inzwischen alle Wirtschaftsbereiche, aber auch zum Beispiel die Schulen, wo eine Reihe von Lehrkräften betroffen sind.

Eine Anpassung an diese Situation, die sich deutlich von der Delta-Welle unterscheidet, hat die Landesregierung bisher unterlassen. Die Kennzahlen laufen – das wurde auch während der Delta-Welle schon kritisiert – dem Verlauf der Pandemie hinterher und machen eine schnelle Reaktion unmöglich.

Weiter keine bundeseinheitliche Regeln

Auch diese Änderungen der Coronaverordnung führen nicht zu bundeseinheitlichen Regeln. Weiterhin sind die Regeln in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich. Wer beispielsweise in Würzburg zum Shoppen will, sollte sich vorher informieren, welche Regeln in Bayern gelten.

Was hat sich geändert?

Die wichtigste und sichtbarste Änderung ist sicherlich der Wegfall der 3G-Regelung für den Einzelhandel in der momentan gültigen Alarmstufe I. Das Shoppen steht wieder jedermann und jederfrau offen – mit einer FFP2-Maske und gegebenenfalls mit Testnachweis.
Ebenfalls sichtbar ist der Wegfall der Pflicht zur Kontaktdatenerhebung in nahezu allen Bereichen. Ausnahmen sind Diskotheken, Clubs sowie sonstige Einrichtungen und  Veranstaltungen, die clubähnlich betrieben werden. Auch in vulnerablen Einrichtungen wie Pflegeheimen und Krankenhäusern müssen weiterhin Kontaktdaten erhoben werden. Das Scannen der Luca-Barcodes im Café oder der Pizzeria wird also nicht mehr nötig sein – ab April wird die Luca-App vom Land Baden-Württemberg ohnehin nicht mehr unterstützt.
Außerdem wurden die Regelungen zu Besucherzahlen bei Kultur- und Sportveranstaltungen gelockert.

Was bleibt unverändert?

Die vielleicht wichtigste Regel, die nicht verändert wird, ist die Ausnahmeregel für Schüler zwischen 12 und 17 Jahren. Die können überall dort, wo ein Test verlangt wird, weiterhin ihren Schülerauswweis als Testnachweis vorzeigen – die Testungen in der Schule werden weiterhin anerkannt. Das ist zum Beispiel für Sportvereine wichtig.

Eine Übersicht der aktuell geltenden Regeln kann auf der Seite der Landesregierung heruntergeladen werden.

Text: Matthias Lauterer




Einseitig, unkritisch, regierungsnah?

In einer 63 Seiten umfassenden Studie analysierten Prof. Dr. Marcus Maurer von der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz, Prof. Dr. Carsten Reinemann von der Ludwig-Maximilians-Universität in München und Simon Kruschinski von der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz die journalistische Berichterstattung in der Coronapandemie.

Ihr Fazit: „Die Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie wurden in den meisten Medien als angemessen
oder sogar als nicht weitreichend genug bewertet.“ Dass die Coronamaßnahmen zu hart seien, war unter Journalisten dagegen eher eine Minderheitenmeinung.

Die Studie hat die Qualität der Medienberichterstattung über die Covid-19-Pandemie in Deutschland zwischen dem 1. Januar 2020 und
dem 30. April 2021 in elf Leitmedien mit unterschiedlichen redaktionellen Linien, darunter sieben Online-Nachrichtenangebote (faz.net · sueddeutsche.de welt.de · bild.de · spiegel.de · focus.de und t-online.de) und vier Fernsehnachrichten-Formate (Tagesschau – ARD, heute – ZDF, RTL aktuell und ARD Extra zur Corona-Pandemie).

Politiker mehr im Fokus als Wissenschaftler, kaum vorkamen von der Infektion Betroffene oder auch so genannte Coronaskeptiker

Bei den in der Berichterstattung erwähnten Akteuren zeigt sich, so die Autoren, „eine starke Konzentration auf Politiker und
mit einigem Abstand Ärzte und Wissenschaftler, während von der Infektion Betroffene und auch so genannte Corona- Skeptiker kaum vorkamen. Unter den politischen Akteuren dominierten die Unionsparteien, während über die Oppositionsparteien kaum berichtet wurde. Unter den im weitesten Sinne wissenschaftlichen „Pandemie-Erklärern“ dominierte lange der Virologe Christian Drosten, der aber zunehmend vom SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach abgelöst wurde.

Als Leitwert dominierte das Streben nach Sicherheit über die Forderungen nach Freiheit.

Die Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie wurden in den meisten Medien als angemessen oder sogar als nicht weitreichend genug bewertet. Dass die Maßnahmen zu weit gingen, war in den Medien eher eine Minderheitenposition, die allerdings quantitativ durchaus
ins Gewicht fiel. Harsch und ab Oktober 2020 zunehmend harscher fielen die Urteile über die wichtigsten politischen
Akteure und ihre Kompetenzen aus, während die Wissen-schaft eher gleichbleibend positiv beurteilt wurde. Als Leitwert dominierte das Streben nach Sicherheit über die Forderungen nach Freiheit.

Nicht völlig unkritisch

Ein sehr klares Ergebnis der vorliegenden Studie ist, dass die untersuchten Nachrichtenmedien nicht völlig unkritisch insbesondere gegenüber den Regierungen in Bund und den Ländern waren. Denn Kritik war in den Medien sehr deutlich vorhanden, sowohl an den amtierenden Regierungen und ihren Repräsentanten als auch an den Corona-Maßnahmen. In dieser Hinsicht war die Berichterstattung
folglich zugleich regierungsnah und regierungskritisch. Sie war regierungsnah, weil die Medien, ähnlich wie die Politik, überwiegend für harte Maßnahmen plädierten. Sie war zugleich aber auch regierungskritisch, weil den Medien diese Maßnahmen oft gar nicht hart genug erschienen oder zu spät kamen. Schon eher orientierten sich die Medien folglich an dem, was sie als wissenschaftlichen Konsens wahr-
nahmen.

Und immer diegleichen Expert:innen: Vielfältige Berichterstattung sieht anders aus

Dass sie dabei zunächst besonders auf einige Virolog:innen Bezug nahmen, die zu den weltweit angesehensten ihres Faches zählen, spricht zwar nicht für eine vielfältige Berichterstattung, erscheint, wenn es um hochspezialisierte Kompetenzfelder geht, aber durchaus ra-
tional. Allerdings hätte die Berichterstattung durchaus auch von dem ein oder anderen Experten in anderen hochspezialisierten Wissenschaftsdisziplinen profitieren können, um den medialen Blick auf die Pandemie um andere Perspektiven auf das Geschehen zu erweitern. Dass die virologischen Experten während der zweiten und dritten Pandemiewelle schließlich zunehmend durch den SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach ersetzt wurden, lässt sich dann allerdings eher nicht mit dessen virologischer Expertise erklären.

Journalisten schätzten die „harte Linie“, die Karl Lauterbach forderte

Vielmehr war Lauterbach wohl auch deshalb ein in den Medien gern zitierter Experte, weil viele Medien dessen harte Linie im Kampf gegen die Pandemie kannten und schätzten. Insgesamt nahmen die Medien gegenüber der Pandemie folglich eine eindeutig warnende Haltung ein, die man durchaus als einseitig betrachten kann. Betrachtet man diese Einseitigkeit als Problem, dann kann man dies allerdings nur aus einer Position tun, die die Pandemie als eher ungefährlich oder die Maßnahmen als eher übertrieben wahrnimmt. Stellt man dagegen in den Mittelpunkt, dass Deutschlandim Vergleich zu anderen Ländern bislang auch im Hinblick auf die Zahl von Todesfällen vergleichsweise gut durch die Pandemie kam und führt man dies nicht nur auf das gute Gesundheitssystem und die vielen Intensivbetten, sondern
auch auf die Maßnahmen zurück, dann kann man diese mediale Mitgliedschaft im „Team Vorsicht“ als Ausweis von Rationalität, Wissenschaftsorientierung und hoher Qualität der Berichterstattung betrachten. Auch hier geht es folglich wieder um die Frage, ob Medien angesichts einer für viele Menschen lebensbedrohenden Krise gemeinsam mit Wis- senschaft und Politik alles zur Lösung des Problems unternehmen sollen und dafür auch klassische Qualitätskriterien der Berichterstattung außer Kraft gesetzt oder umgedeutet werden müssen.

„Team Vorsicht“

Allerdings wird in den erhobenen Daten auch erkennbar, dass die Medien zuweilen den Blick dafür verloren haben, welche Informationen als bekannt vorausgesetzt werden können. Die geringe Beachtung, die das Corona-Virus und seine Eigenschaften sowie der Vergleich zur Influenza als solches fanden, ist dafür ein besonders eindrückliches Beispiel. Ty- pisch für die Medienberichterstattung in Krisensituationen
ist auch die mangelnde Kommunikation von Unsicherheit, die oft fehlende Einordnung statistischer Informationen und die nicht immer zum aktuellen Infektionsgeschehen passende Berichterstattungsmenge. Diese Abweichungen von Qualitätsstandards lassen sich in der Regel mit journalistischen Selektionskriterien und Darstellungsweisen erklären, die sich über Jahrzehnte eingeschliffen haben und vielen heute als unabänderlich erscheinen, z. B. der Fokus auf negative Informationen oder die Überzeugung, die Leser würden komplexe Zusammenhänge ohnehin nicht verstehen.