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„Es ist schmerzhaft, meine Mutter im Pflegeheim so sehen zu müssen“

Eine GSCHWÄTZ-Leserin aus dem Kochertal hat uns einen Leserbrief zukommen lassen mit der Bitte um Veröffentlichung. Anbei veröffentlichen wir den Brief von Sylvia Bendel:

„Es ist schmerzhaft, meine Mutter im Pflegeheim so sehen zu müssen. Ich besuche meine Mutter wöchentlich. Leider darf ich dies seit Dezember 2021 nicht mehr mit direktem Kontakt, sondern nur noch durch das geschlossene Fenster. Die Kommunikation findet durch „Zettelchen“ oder Gesten statt.

Trotz dass ich selbst genesen bin und mich für jeden Besuch zur Sicherheit testen lasse, wird diese unmenschliche Vorgehensweise durchgezogen. Aufgrund von Atemwegserkrankungen trage ich meist nur medizinische Masken, da mir das Atmen mit der FFP2-Maske sehr schwer fällt.

Mittlerweile versteht meine Mutter die Regeln nicht mehr. Es ist grausam, zu sehen, wie die 95-Jährige hinter der Schweibe weint und es auf unmenschliche Art untersagt ist, sie in den Arm zu nehmen. Dass eine Frau mit dieser Lebenserfahrung noch so etwas erleben muss, es gibt dafür keine Worte.

Ich hoffe, dass wir noch viele Jahre miteinander verbringen dürfen. Allerdings nicht durch eine Scheibe, ich  möchte sie noch einmal in den Arm nehmen können.“

Anm. der Redaktion: Laut der aktuellen Coronaverordnung des Landes Baden-Württemberg ist das Tragen einer FFP2-Maske Pflicht bei einem Besuch in einem Altenheim. Diese und weitere Besuchsregeln in der Übersicht finden Sie hier.




Polizei entdeckt 139 Kilogramm Marihuana bei Kontrolle auf der A6

Bei einer Routinekontrolle auf der Autobahn A6 bei Crailsheim stellte die Polizei einen großen Marihuanafund sicher.

Eine Streife des Polizeipräsidiums Aalen kontrollierte am 07. Februar 2022 in der Nähe von Crailsheim ein Fahrzeug mit spanischem Kennzeichen.

Im Kofferraum des Autos entdeckten die Beamten sechs schwarze Taschen mit insgesamt 139 Kilogramm Marihuana, was zur unmittelbaren Festnahme des Fahrers führte.

Bei dem 22-Jährigen handelt es sich um einen russischen Staatsbürger mit Wohnsitz in Spanien. Die gemeinsame Ermittlungsgruppe Rauschgift des Landeskriminalamtes Baden-Württemberg und des Zolls übernahm umgehend die Ermittlungen und beschlagnahmte den Drogenfund.

Die Polizei schätzt den Straßenhandelspreis auf 1,4 Millionen Euro. Das Marihuana stammt vermutlich aus Spanien. Der Tatverdächte befindet sich in Untersuchungshaft. Die Ermittlungen dauern an.




Altenheim: Staatsanwaltschaft ermittelt wegen möglichem Lauschangriff auf Mitarbeiter:innen in Kocherstetten

Über die Zustände in einigen Alten- und Pflegeheimen liest man einiges. Oft geht es um Pflegemängel. Auch wir hatten bereits über diverse Mängel in unterschiedlichen Bereichen im Altenheim Krautheim berichtet.Diese wurden dann vom Betreiber, der BBT-Gruppe, in diversen Punkten nach unserer Berichterstattung korrigiert.

In den letzten Monaten wurde  ein Fall in Schliersee überregional bekannt, wo ein Heim mit rund 140 Bewohner:innen wegen erheblicher Pflegemängel geschlossen werden mußte, ein weiteres Heim desselben Anbieters weist, soviel wurde kürzlich bekannt, wohl ganz ähnliche Mängel auf. Auch der Pflegenotstand, die bekannte Personalknappheit im Pflegebereich, die zu erheblicher Anspannung des Personals führt, ist immer wieder Thema. Aktuell ist die Impfpflicht für das Pflegepersonal in aller Munde.

Wenig Harmonie in der Alten Harmonie in Kocherstetten. Foto: GSCHWÄTZ

Privatgespräche aufgenommen

Was aber im Alten- und Pflegeheim „Alte Harmonie“ in Kocherstetten vor sich geht, ist ein ganz anderes Kaliber: Wie es scheint, herrscht dort wenig Harmonie zwischen Heimleitung und Personal. Wie  sonst wäre es zu erklären, dass dort private Gespräche des Personals in internen Räumen, beispielsweise in einem Aufenthalts- beziehungsweise Pausenraum für das Personal, möglicherweise mitgehört oder sogar mittels Video mitgeschnitten wurden?

Polizeiliche Ermittlungen laufen

Aus diesem Grunde laufen dort Ermittlungen von Polizei und Staatsanwaltschaft. Ermittelt wird „gegen die Heimleitung und eine weitere Person wegen des Verdachts der Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereiches und von Persönlichkeitsrechten durch Bildaufnahmen“. So teilen es Polizei und Staatsanwaltschaft auf GSCHWÄTZ-Anfrage mit. Weitere Informationen wollen die Behörden momentan noch nicht geben – die Ermittlungen dauern noch an.

Es steht also der Verdacht einer Straftat nach §201a StGB im Raum: Sollte es zu einem Verfahren kommen, spricht dieser Paragraf von „bis zu zwei Jahren Haft oder Geldstrafe“.

Heimleitung will keine Stellungnahme abgeben

GSCHWÄTZ hat versucht, eine Stellungnahme der Heimleitung zu erhalten – und bekam von dort den Ratschlag, sich an die Polizei zu wenden. Auf den Hinweis, dass wir das vorab bereits getan hätten, wurde mit dem Kommentar „Dann reicht’s“ aufgelegt.

Text: Matthias Lauterer




Windpark Karlsfurtebene: Betreiber ABO Wind verzichtet auf zwei Windräder

Wie die ABO Wind mitteilt, hat man den „Normenkontrollantrag vor dem Verwaltungsgerichtshof Mannheim zur Überprüfung der Rechtmäßigkeit des Flächennutzungsplans ‚GVV Hohenloher Ebene'“ zurückgezogen.

Klage gegen zwei von vier Ablehnungen fallengelassen

Pressesprecher Dr. Daniel Duben fährt fort: „Damit lässt das Wiesbadener Unternehmen die Pläne zum Bau der beiden Anlagen des Windparks Öhringen-Karlsfurtebene auf Waldenburger Gemarkung fallen. Die Klage gegen die Ablehnung zweier Anlagen auf Michelbacher Gemarkung bleibt bestehen. Sodass zu den fünf bereits genehmigten Anlagen des Windparks noch zwei weitere Turbinen hinzukommen können.“  „Wir hoffen auf eine zügige Klärung des seit Dezember 2020 anhängigen Verfahrens“, sagt Projektleiter Lars Oelker.

Gründe für die Klagerücknahme sind nicht nicht bekannt

Wie GSCHWÄTZ berichtete, hat das Landratsamt Hohenlohekreis kürzlich fünf der beantragten neun Anlagen genehmigt, bis zu einer Baugenehmigung muss ABO Wind allerdings noch verschiedene Gutachten und Unterlagen nachreichen. Für vier Analgen wurde keine Genehmigung erteilt, gegen diese Ablehnung hatte ABO Wind vor dem Verwaltungsgerichtshof geklagt. Für zwei dieser Anlagen hat ABO Wind nun die Klage zurückgezogen. Über die Gründe der Klagerücknahme äußert sich ABO Wind nicht.

Aktuelle Informationen zu dem Projekt gibt es aus der Sicht von ABO Wind auf  www.windpark-öhringen-karlsfurtebene.de . Die Informationen der Bürgerinititive Gegen-Wind finden sich unter www.gegenwind-waldenburg.de.

Text: Matthias Lauterer

 




Verstärkte Kontrollen und Geschwindigkeitsdisplays im Südhang

Auf der Baustelle im Zusammenhang mit dem Regenüberlaufbecken bei der Kocherbrücke in Künzelsau (wir berichteten) läuft es zeitlich gut. Die Bauarbeiten sind laut einer Pressemitteilung der Stadtverwaltung Künzelsau im Zeitplan.

Aktuell erfolgt der Anschluss der beiden Mischwassersammler Zollstockweg und Langenburger Straße an das Regenüberlaufbecken neben der Kocherbrücke. Auch eine Trinkwassernotversorgung wird gerade vorbereitet. Diese wird gebraucht, wenn die Trinkwasserleitungen einschließlich der Hausanschlüsse innerhalb des Kreuzungsbereiches erneuert werden. Sobald diese Leitungen überdeckt sind, werden noch die Leerrohre für das städtische Breitbandnetz, für die Straßenbeleuchtung und die Stromversorgung des Parkleitsystems verlegt. Parallel hierzu verlegen die Netze BW noch Hausanschlüsse für Strom und Gas. Zu guter Letzt werden dann die Oberflächen wiederhergestellt.

Anregungen werden angenommen

Natürlich wirkt sich die Baustelle und die damit verbundene Sperrung auf alle Verkehrsteilnehmer und die Anwohner aus – nicht nur an der Baustelle direkt, auch entlang der Ausweichstrecken. Dafür bitten alle Beteiligten, die Stadtverwaltung Künzelsau und die beteiligte Baufirma, um Verständnis und tun alles, um die Bauarbeiten zügig durchzuführen. Unzufriedenheit, Beschwerden, aber auch Anregungen wie Details, die unter Umständen optimaler geregelt werden könnten, kommen an: bei der Stadtverwaltung, aber auch vor Ort bei den Mitarbeitern der Baufirma und auch beim Straßenverkehrsamt im Landratsamt Hohenlohekreis. Die zuständigen Mitarbeiter:innen der beiden Behörden (Landratsamt und Stadtverwaltung) stehen in engem und guten Austausch und informieren sich zeitnah über Kritik und Anregungen, um entsprechend aktiv werden zu können.

Sehr beengte Verhältnisse

Das Straßenverkehrsamt beim Landratsamt ist für die Verkehrsrechtliche Anordnungen zuständig. Im Rathaus eingehende Anregungen der Anwohner und anderer Betroffener, etwas am Verlauf der Sperrung zu verändern oder diese zu optimieren, werden dorthin weitergegeben und auch rasch umgesetzt – soweit möglich. So wurde beispielsweise auf den angestiegenen Durchgangsverkehr im Nagelsberger Weg reagiert und in diesen Tagen ein halbseitiges Parkverbot eingerichtet. Die Stadtverwaltung bittet, dieses Parkverbot dringend einzuhalten und wird in den nächsten Tagen in diesem Bereich auch immer wieder Kontrollen durchführen. Geschwindigkeitsdisplays erinnern in dem Wohngebiet am Südhang die Verkehrsteilnehmer außerdem an das Einhalten der Geschwindigkeit. Weil die Verhältnisse dort sehr beengt sind, gilt in weiten Teilen Tempo 30.

Schülerlotsen und bessere Beleuchtung

Nachgebessert hat die Stadtverwaltung – unter anderem auch auf Anregungen von Anwohnern und Verkehrsteilnehmern – in Folgendem: bei den Zebrastreifen und deren besseren Beleuchtung; mit ergänzender Beschilderung und mit Schülerlotsen, die von der Stadt gestellt werden. Die Baufirma hat weiterhin einen verstärkten Blick auf die Straßen und Fußwege und reinigt regelmäßig.

Die Stadtverwaltung und die beteiligte Baufirma bitten alle Verkehrsteilnehmer – auch die Fußgänger – sich an die jeweils aktuellen Verkehrsregelungen zu halten, damit die Bauarbeiten möglichst rasch abgeschlossen und die Einschränkungen für alle möglichst gering gehalten werden können.

Derzeit einseitig befahrbar

Jetzt in der zweiten Bauphase, von 7. Februar bis voraussichtlich 18. März 2022, sind die Kocherbrücke halbseitig stadtauswärts, also in Fahrtrichtung B 19 Mergentheimer Straße und Langenburger Straße, sowie der Kreuzungsbereich Zollstockweg/Langenburger Straße in beide Fahrtrichtungen gesperrt werden. Lediglich die Fahrspur stadteinwärts von der Mergentheimer Straße über die Kocherbrücke ist aktuell befahrbar.

Ab 21. März kann man wieder stadtauswärts fahren

Während der dritten Bauphase vom 21. März bis voraussichtlich 20. Mai 2022 wird die Kocherbrücke halbseitig stadteinwärts gesperrt. Alle anderen Fahrtrichtungen sind dann wieder freigegeben. Die beiden Aral-Tankstellen, Tiemann Grafik Hohenlohe KG und das Autohaus Kunze sind über die Mergentheimer Straße aus anfahrbar.

Komplettsperrung in den Pfingstferien

In der ersten Juni-Hälfte, der vierten Bauphase, schließt sich das Regierungspräsidium Stuttgart mit der Erneuerung der Straßendecke der B 19 in der Ortsdurchfahrt an. Während der Pfingstferien müssen dafür der gesamte Kreuzungsbereich Mergentheimer Straße/Zollstockweg/Langenburger Straße und die Kocherbrücke komplett in beide Fahrtrichtungen gesperrt werden.

Die Kocherbrücke ist stadtauswärts bis voraussichtlich 18. März 2022 gesperrt. Foto: Stadtverwaltung Künzelsau

Ortskundige Verkehrsteilnehmer nutzen Ausweichstrecken am Südhang in Künzelsau. Deshalb kommt es dort zu mehr Durchgangsverkehr. Im Nagelsberger Weg wurde ein halbseitiges Parkverbot eingerichtet. Foto: Stadtverwaltung Künzelsau

Ein Zebrastreifen mitten auf der Kocherbrücke gewährt Fußgängern sicheres Passieren der Baustelle.Foto: Stadtverwaltung Künzelsau




Karoline-Breitinger-Schule ab sofort unterwegs im ganzen Landkreis

Hohenlohekreis: Da staunen Iman Al Mohamad und Annika Beck nicht schlecht: „Das ist ja noch nicer, als ich mir das vorgestellt habe!“, staunt die 22-Jährige Annika, Schülerin der Karoline-Breitinger-Schule (KBS) in Künzelsau. Die beiden Schülerinnen zieren ab sofort überlebensgroß einen regionalen Linienbus des Nahverkehrs Hohenlohe (NVH) und werben damit für die Karoline-Breitinger-Schule in Künzelsau. Sie sind beide langjährige Schülerinnen der KBS und es war ihnen ein großes Anliegen, die Werbeaktion unterstützen zu dürfen. „Dass Iman und Annika für unsere Schule werben, steht beispielhaft für den Zusammenhalt und die Wohlfühlatmosphäre an der Karoline-Breitinger-Schule“, unterstreicht Schulleiter Ansgar Hagnauer.

Zwei Schülerinnen machen Werbung für ihre Schule

Beide Schülerinnen sind seit 2018 an der KBS in Künzelsau. Iman kam Ende 2017 aus ihrer Heimat Syrien nach Deutschland und konnte die deutsche Sprache weder verstehen noch sprechen. Heute, fünf Jahre später, steht sie kurz vor dem Abitur und ist eine sehr gute Schülerin. „Mein größter Traum ist es, im Anschluss an mein Abitur Medizin zu studieren“, schwärmt die 22-Jährige. Annika kam mit dem mittleren Bildungsabschluss von der Realschule in Niedernhall. Sie besuchten zuerst gemeinsam das 1-jährige Berufskolleg Gesundheit und Pflege 1 (1BK1P) und im Anschluss das 1-jährige Berufskolleg Gesundheit und Pflege 2 (1BK2P). Mit dem erfolgreichen Bestehen erfüllten sie die Zugangsvoraussetzungen für die Berufsoberschule, an der KBS in der Fachrichtung Sozialwesen. „Mit dem Abitur in der Tasche möchte ich Psychologie studieren“, steht für Annika fest. Dass die beiden die KBS bei dieser Werbeaktion unterstützen, steht außer Frage. „Wir fühlen uns hier mega wohl und wollen, dass sich ganz viele Schüler dafür entscheiden, an die KBS zu kommen. Man hat hier alle Möglichkeiten“, betont Iman.

Karoline-Breitinger-Schule ist vielseitig

Schulleiter Ansgar Hagnauer möchte mit der Buswerbung die Vielfältigkeit an der KBS hervorheben. „Der NVH ist hierfür der ideale Partner. Sie bringen täglich unsere Schülerinnen und Schüler zuverlässig an unsere Schule, so Hagnauer.  Mit der Unterstützung des Landkreises konnte die Werbeidee schnell umgesetzt werden. Der regionale Linienbus ist für die nächsten fünf Jahre im Hohenlohekreis und den angrenzenden Landkreisen im Einsatz.

Information zur Karoline-Breitinger-Schule

Die Karoline-Breitinger Schule in Künzelsau ist eine berufliche Schule des Landkreises mit vielfältigen Bildungswegen. Diese reichen vom Hauptschulabschluss bis zum Abitur. Mit ihrem Profil Gesundheit und Pflege wurde im vergangenen Jahr auch die Ausbildung zur Altenpflegefachkraft in die Ausbildung zum Pflegefachmann bzw. zur Pflegefachfrau überführt. Diese neue Ausbildung beinhaltet Elemente der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege, der Gesundheits- und Krankenpflege und der Altenpflege. Hierbei kommen modernste Techniken der Robotik zum Einsatz, die die Ausbildung noch stärker professionalisieren und zukunftssicher machen. Die Ausbildung ist europaweit anerkannt. Desweiteren kann man bereits nach zwei Jahren das Abiturzeugnis in Händen halten. Voraussetzung dafür ist lediglich die mittlere Reife und eine Berufsausbildung in einem anerkannten Beruf. Das ist an der KBS über die Berufsoberschule möglich. Weitere Infos dazu unter www.kbs-kuen.de.

 




KRIWAN-Gruppe blickt auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2021 zurück

Die KRIWAN-Gruppe aus Forchtenberg blickt sehr zufrieden auf das vergangene Jahr 2021 zurück: „Der Umsatz der Gruppe konnte in Deutschland und den sechs Auslandstöchtern auf knapp 30 Millionen Euro gesteigert werden und wir sind mit der Ertragslage der Gruppe aktuell zufrieden“ freut sich der Geschäftsführer Dr. Christian Ellwein. „Im vergangenen Jahr haben uns Materialengpässe und Preiserhöhungen bei den Komponenten sehr herausgefordert. Durch die tolle Teamleistung unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter konnten wir mit sehr guter Qualität und Lieferfähigkeit wichtige zusätzliche Aufträge für 2022 gewinnen.“

Wichtige neue Aufträge gewonnen

Die KRIWAN-Gruppe produziert Sensoren und Elektronik zum Schutz und zur Digitalisierung von Verdichtern, Pumpen und Ventilatoren und führt im KRIWAN Testzentrum vor allem EMV- und Umwelttests für Automotive und Industrie durch. Insbesondere durch neue Schutzrelais für Wasser- und Abwasserpumpen und neue Sensoren für den Ölstand in Verdichtern erwartet sich die Gruppe weiter überdurchschnittliches Wachstum auch in 2022. „Im kommenden Jahr werden wir auch massiv in die Produktion am Standort Forchtenberg investieren. Insbesondere die Erweiterung unserer vollautomatischen Fertigung von Temperatursensoren auf höchstem Qualitätsniveau ist einer der wichtigen Schwerpunkte. Wir planen mit dem größten Investitionsbudget der Firmengeschichte.“ bestätigt der Vorsitzende des Beirats, Dr. Hans-Hinrich Kruse.

Größtes Investitionsbudget der Firmengeschichte geplant

KRIWAN setzt auch in 2022 weiter die eingeschlagene Strategie um: bei den Elektronikkomponenten für Pumpen wird eine erste Produktlinie für Chemiepumpen mit ATEX-Zulassung in den Markt eingeführt. In der Kälte- und Klimatechnik liegt ein wichtiger Schwerpunkt auf weiteren Produkten für die neuen Kältemittel wie CO2 oder Propan. Weiterhin wird ein neuer Windsensor mit sehr hoher Korrosionsbeständigkeit speziell für Offshore-Windkraftanlagen eingeführt. Im Testzentrum werden die Fähigkeiten für Hochvolt-Prüfungen erweitert. „Insbesondere Prüfungen und Tests von Komponenten für Nutzfahrzeuge, Kfz, Bahn und andere mobilen Anwendungen sind unsere Stärke“ verdeutlicht der Geschäftsführer des Testzentrums, Prof. Dr. Elmar Zeitler.

Pressemitteilung KRIWAN

 




„Es ist auch wahrlich nicht die Mitte der Gesellschaft, die spaziert“

Wer sind eigentlich die Menschen, die Montag für Montag in der ganzen Bundesrepublik – auch im Hohenlohekreis (wir berichteten) – auf die Straße gehen? Ist es ein repräsentativer Querschnitt der Bevölkerung? Sind es Rechtsextreme? Oder sind es Leute, die guten Willens sind, aber von anderen für ganz andere Zwecke mißbraucht werden?

Die öffentliche Meinung messen und lenken

Wohl erstmals hat sich jetzt ein „Strategic research“-Institut – früher hätte man es Meinungsforschungsinstitut genannt – daran gemacht, die Menschen hinter den Spaziergängern näher zu untersuchen. Das Institut pollytix aus Berlin  „stellt die richtigen Fragen und liefert Antworten“ – so lautet jedenfalls die Werbeaussage auf der Homepage-  und ist ein auf gesellschaftliche und politische Fragen spezialisiertes Institut: „Wir messen nicht nur die öffentliche Meinung, sondern zeigen auch Wege auf, wie diese geändert werden kann, welche Zielgruppe dafür erreicht werden muss und in welcher Sprache diese angesprochen werden will.“, sagt Rainer Faus, der das Institut im Jahre 2012 gegründet hat. Ein Ansatz, wie man ihn von den bekannten deutschen Instituten eher nicht kennt, wie er aber beispielsweise in amerikanischen Wahlkämpfen gang und gäbe ist.  Wo andere Institute oder Agenturen auf ihrer Homepage stolz Referenzen angeben, ist über die Kunden und Auftraggeber von pollytix wenig bekannt. Bekannt ist, dass Faus unter anderem Autor einer Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung über die Fragmentierung der Gesellschaft ist.

Repräsentative Studie über die Montagsspaziergänger

1.500 Menschen hat pollytix befragt – 95 Prozent kannten das Phänomen der Spaziergänger und konnten daher gezielt befragt werden. Besonders positiv werden die Spaziergänger von der Bevölkerung allerdings nicht wahrgenommen:

Nur 15 Prozent der Befragten könnte sich überhaupt eine Teilnahme an einem Spaziergang vorstellen, Verständnis für die Teilnehmer haben 30 Prozent der Befragten. Auf der anderen Seite haben 71 Prozent Angst vor einer Radikalisierung der Teilnehmer, fast genauso viele wünschen sich ein Eingreifen der Polizei gegen diese nicht angemeldeten Aufläufe. Und es gehen mehr Menschen von einer rechtextremistischen Beteiligung oder gar Steuerung aus als davon, dass es sich bei den Teilnehmern um einen Querschnitt der Bevölkerung handelt.

Das ist also der Blick von außen auf die Teilnehmer.  Aber wie sehen die Aufläufe „von innen“ aus? Auch darüber gibt die Umfrage einige teils überraschende Einblicke.

Stichprobe zu klein für „robuste Analyse“ der ‚Spazierenden‘

Allerdings sagt Rainer Faus: „Für eine robuste Analyse ist die Fallzahl der ‚Spazierenden‘ zu klein, werfen wir als Annäherung einen Blick auf die, die es sich vorstellen können, zu ’spazieren‘.“
Die folgenden Zahlen beziehen sich also nicht nur auf die Teilnehmer der Aufzüge, sondern auf die Gruppe der Teilnehmer und derer, die sich vorstellen können, auch einmal mitzulaufen.

Bildungsgrad spielt keine Rolle

Die Analysen von Altersgruppen und Bildungsgrad zeigen, dass die Anzahl derer, die sich eine Teilnahme vorstellen können, relativ gleichverteilt  ist – es sind jeweils rund 15% – einzig die Gruppe Ü60 zeigt eine geringere Bereitschaft. Eine Abhängigkeit vom Bildungsgrad ist nicht zu erkennen. Auffällig ist, dass die Bereitschaft im Osten rund doppelt so hoch ist wie im Westen:

Zeigt sich bis hier ein recht homogenes Bild der Teilnehmer, ändert sich das, wenn man parteipolitische Präferenzen hinterfragt: 

Unter den AfD-nahen Menschen können sich fast zwei Drittel vorstellen, an einem Montagsspaziergang teilzunehmen. Die Anhänger aller anderen Parteien sind dazu nur zu einem sehr geringen Teil bereit. Vielleicht kann man das so interpretieren, dass die AfD eine Partei ist, in der sich Menschen sammeln, die ohnehin mit der Gesellschaft nicht zufrieden sind. Rainer Faus zieht jedenfalls aus seiner Umfrage den Schluss: „Die These, es handle sich hier überwiegend um Grüne oder Linke ist also empirisch nicht haltbar und es ist auch wahrlich nicht die Mitte der Gesellschaft, die spaziert.“

„Der Effekt der Blase“

Faus hat allerdings auch festgestellt, dass 89 Prozent der AfD-Wähler:innen glauben, dass bei Spaziergängen ‚hauptsächlich Menschen wie Du und Ich mitlaufen‘ und 85 Prozent  Verständnis für Spaziergänger:innen haben. „Bei Wähler*innen der anderen Parteien ist das jeweils nur bei einer Minderheit der Fall.“, sagt Faus. Er bezeichnet das als „den Effekt der Blase“.

Einteilung der potentiellen Spaziergänger in gesellschaftliche Segmente

In  einer Studie „Kartografie der politischen Landschaft in Deutschland“ der Friedrich-Ebert-Stiftung hat Faus die Bevölkerung grob in 8 Gruppen eingeteilt:

Die potentiellen Teilnehmer der Demonstrationen gehören häufiger zu den mit der Politik unzufriedenen Gruppen. Das verwundert auf den ersten Blick nicht – man demonstriert ja meist, um seine Unzufriedenheit mit einer Situation auszudrücken. Es fällt aber auf, dass neben den „antimodernen Konservativen“, die mehr Nationalstaat wollen, gerade die Gruppen Sympathie für die Spaziergänge hegen, für die Faus Worte wie „prekär“ oder „wirtschaftlich bedroht“ gefunden hat:

Sind die Aufläufe am Montagabend also vielleicht nur vordergründig auf Corona bezogen und steckt vielleicht vielmehr ein Protest gegen die soziale Ungleichheit in der Bundesrepublik dahinter? Diesen Schluß könne man nicht ziehen, meint Faus, „da es sich um eine Mischung aus verschiedenen Segmenten handelt, den antimodernen Konservativen geht es zum Beispiel wirtschaftlich ausgesprochen gut und sie sorgen sich auch nicht besonders um soziale Themen“.

Text: Matthias Lauterer




Schnelltests: Erste Corona-Symptome, aber erst Tage später positives Ergebnis

Während die baden-württembergische Landesregierung schon wieder die ersten Öffnungsschritte mit dem Wegfall der 3G-Pflicht im Einzelhandel einleitet, häufen sich die Coronafälle im Hohenlohekreis immer mehr – oft jedoch glücklicherweise mit einem milden grippeähnlichen Verlauf.

Schnelltests liefern erstmal beharrlich ein negatives Ergebnis

Doch die Virusvariante Omikron scheint förmlich wie ein Wirbelwind alle zu erfassen, die in der Nähe einer/s Betroffenen sind. Die Verbreitung läuft rasanter als bei seinem Vorgänger, vor allem innerhalb von Familien. Ein Grund dafür könnte sein, dass die Schnelltests oftmals trotz ersten Anzeichen wir Husten, Schnupfen oder Halsschmerzen weiterhin beharrlich ein negatives Ergebnis liefern und erst nach Tagen bei einem weiteren Schnelltest auf einmal ein positives angezeigt wird.

Ansteckender als Delta

Dadurch haben Betroffene weiterhin Kontakt mit Angehörigen und Kollegen und stecken dadurch weiter Menschen im näheren Umfeld an, bis sie in Quarantäne sind. Hinzu kommt, dass die Omikronvariante an sich schon ansteckender ist als Delta, weil sich die Viren in den oberen Atemwegen befindeen und nicht wie bei Delta, in den unteren. Dafür – dass sei zum Trost hier nochmal gesagt – beschert Omikron den Betroffenen häufiger einen milderen Verlauf als Delta.




26-Jährige stürzt mit Auto 8 Meter in die Tiefe und landet im Kocher

Bei einem Unfall zwischen Künzelsau-Morsbach und Kocherstetten ist am Samstagabend, den 12. Februar 2022, eine Mazdafahrerin verletzt worden. Laut Polizeibericht war sie gegen 20 Uhr auf der Landesstraße 1045 unterwegs, als sie an der Kocherbrücke, kurz vor dem Ortseingang von Kocherstetten, offenbar die Kurve falsch einschätzte und nach rechts von der Fahrbahn abkam.

Auto durchbrach Brückenmauer

Dort touchierte sie zunächst einen Baum und stieß im weiteren Verlauf gegen eine Brückenmauer. Diese war durch einen früheren Unfall bereits stark beschädigt, so dass die 26-Jährige zunächst die aufgestellte Absperrung überfuhr und schließlich die, die durch Vorschaden bedingt, nur noch kniehohe Brückenmauer durchbrach. Die Fahrerin stürtzte mit ihrem Auto ungefähr acht Meter in die Tiefe und landete im Kocher.

Auto lief mit Wasser voll

Der Mazda kam in etwa einem Meter tiefen Wasser auf den Rädern zum Stehen und lief mit Wasser voll. Der Fahrerin gelang es aus eigener Kraft, aus das Autodach zu klettern. Dort wartete sie auf die Rettungskräfte. „Ein Feuerwehrmann ist mit einer angelegten Leiter zu der Frau gelangt und hat sie erstversorgt. Anschließend ist sie mit einem Schlauchboot ans Ufer gebracht worden“. sagt Thomas Böhret, Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr in Künzelsau. Er schätzt, dass der Kocher derzeit zwischen fünf und 10 Grad kalt ist.

Kein Öl im Wasser

Mithilfe einer an einem Feuerwehrauto angebrachten Seilwinde wurde der Mazda aus dem Kocher gezogen. Öl oder Benzin seien laut Böhret nicht aus dem Auto ausgelaufen.

Landesstraße für mehrere Stunden gesperrt

Die Landesstraße war aufgrund des Unfalls und der Bergung für mehrere Stunden beidseitig gesperrt. Der am Fahrzaug entstandene Schaden liegt nach Polizeiangaben bei rund 15.000 Euro. Der Brückenschaden könne noch nicht beziffert werden. Laut Böhret waen acht Fahrzeuge und 40 Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehren Künzelsau und Kocherstetten vor Ort.