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experimenta zeigt Science Dome-Show zum Sternenhimmel im Ramadan

Welche Rolle die Astronomie im Islam spielt und welche Bedeutung der Mond für den Fastenmonat Ramadan hat, erklärt das Science Center experimenta in der neuen Live-Show „Zeit des Mondes“. Darin können Besucherinnen und Besucher wie im Planetarium den Sternenhimmel über Mekka, der heiligsten Stadt des Islams, auf der Kuppel des Science Dome erleben. Nebenbei erfahren sie mehr über den islamischen Kalender, der auf der Beobachtung der Mondphasen basiert und daher mit 354 Tagen etwas kurzer als das Sonnenjahr ist.

Kultur- und Religionsgrenzen überwinden

Mit dem neuen Format möchte die experimenta neue Zielgruppen ansprechen und über Kultur- und Religionsgrenzen hinweg Akzeptanz und Verständnis schaffen. „Muslimische Moderatoren begleiten den astronomischen Vortrag und geben uns Einblicke in die Grundpfeiler und die Geschichte des Islams“, erlautert Johan Gysenbergs, Abteilungsleiter Science Dome und Sternwarte, das Konzept der Veranstaltung. „Die Besucherinnen und Besucher erfahren bei uns viel Wissenswertes uber den Ramadan, der dieses Jahr auf den Zeitraum 2. April bis 2. Mai fallt“, so Gysenbergs weiter.

Immer Freitags

Die Show „Zeit des Mondes“ läuft immer freitags im Science Dome: am 11. und 18. März sowie am 1. und 8. April um 17:00 Uhr. Am 25. März startet die Vorstellung bereits um 16:00 Uhr. Eintrittskarten für alle Vorführungen können im  Online-Ticketshop der experimenta  fur 6 Euro [ermäßigt 4 Euro] erworben werden. Für den Besuch gelten die gültigen gesetzlichen Vorgaben, die auf der Website www.experimenta.science stehen. Weitere Auskünfte gibt es telefonisch unter 0713188795-0 oder per E-Mail: info@experimenta.science.

 

Pressemitteilung experimenta Heilbronn




Landratsamt bestätigt: Unterkunft für Kriegsflüchtende im ehemaligen Krankenhaus Künzelsau eingerichtet

Am Wochenende hat das Landratsamt Hohenlohekreis die sich im Standby-Modus befindende Corona-Isolierstation in Künzelsau zu einer vorübergehenden Unterkunft für Kriegsflüchtende umfunktioniert. Im zweiten Stock des ehemaligen Krankenhausgebäudes können ab sofort bis zu 88 Ukrainerinnen und Ukrainer unterkommen. Eine Erweiterung auf 100 Plätze erfolgt zeitnah. Da dem Hohenlohekreis von Seiten des Landes Baden-Württemberg noch keine Personen offiziell zugewiesen wurden, ist die Unterkunft noch nicht belegt.

Landrat Neth bedankt sich bei den Ehrenamtlichen

„Mein herzlicher Dank geht an die Mitarbeiter:innen von Hohenloher Krankenhaus gGmbH, Landratsamt sowie Städten und Gemeinden, die am Wochenende rund um die Uhr erreichbar und teilweise sogar im Einsatz waren und dabei bewiesen haben, wie schnell wir handlungsfähig sind“, sagt Landrat Dr. Matthias Neth. „Ganz besonders bedanken möchte ich mich aber beim Ehrenamt: Die Räumlichkeiten wurden in wieder einmal unglaublicher Geschwindigkeit vom THW-Ortsverein Künzelsau unter der Anleitung des Ortsbeauftragten Andreas Schilder und Kreisbrandmeister Torsten Rönisch hergerichtet.“

Landratsamt hält nach weiteren geeigneten Gebäuden Ausschau

In einer Lagebesprechung am Sonntag, 6. März 2022, wurde das Vorgehen für die nächsten Tage geplant. Neben zusätzlichen Beschaffungen sollen auch weitere Gebäude in Hinblick auf die Möglichkeiten zur Unterbringung erkundet werden. Trotz der im Hohenlohekreis verfügbaren Plätze bleibt es dabei, dass die Erstaufnahmeeinrichtungen des Landes die Funktion einer Erstanlaufstelle für alle Ankommenden übernehmen, die nicht privat unterkommen.

Erste Kriegsflüchtlinge in Öhringen

„Auch wenn noch nicht absehbar ist, wie viele Ukrainer:innen n den kommenden Wochen im Hohenlohekreis Schutz suchen werden, ist die Landkreisverwaltung vorbereitet“, versichert Heike Schaal, Leiterin des Amts für Ordnung, Zuwanderung und Recht im Landratsamt Hohenlohekreis. „Wir wissen im Moment von zwei Gemeinden im Raum Öhringen, in denen erste Kriegsflüchtende aus der Ukraine angekommen sind. In den nächsten Tagen werden wir erste verlässliche Zahlen nennen können.“




„Einerseits spricht die Regierung von den verheerenden Folgen eines Krieges, andererseits gibt sie 100 Milliarden Euro für neue Waffen frei“

Am Mittwoch, den 02. März 2022, ist der Öhringer Marktplatz bei einer Solidaritätsveranstaltung für die Ukraine in blaues und gelbes Licht gehüllt. Überall sind Schilder zu sehen, auf denen steht „Hate Putin“ oder „No war in Ukraine“. Versammlungsteilnehmer haben ihre Masken mit „Fuck Putin“ und ihre Kleidung mit „Stop killing people! You fucking twats!“ beschriftet. Während die ukrainische Nationalhymne, begleitet von tosendem Applaus, abgespielt wird, bildet sich eine lange Schlange vor einem Sparschwein, das in eine ukrainische Flagge gewickelt ist. Viele Menschen wollen spenden.

Viele Menschen wollen spenden

Grüne, CDU, SPD, FDP und deren Jugendorganisationen, sowie der Verein „Gegen Vergessen Für Demokratie“ und der „Arbeitskreis für Demokratie – gegen Faschismus“ haben zu der Veranstaltung aufgerufen. Nach Angaben der Polizei waren rund 600 Teilnehmer anwesend. Der Veranstalter hat nur rund 200 Menschen angemeldet – Die Veranstaltung hatte also weit mehr Zulauf, als erwartet.

„Wir wollen keinen Krieg in Europa“

Doch was treibt diese Menschen auf die Straße? Claudia Löhr, die die ukrainische Flagge, mit einer Friedenstaube darauf, um den Hals trägt, erklärt ihre Beweggründe: „Ich bin in den 80ern auf die Straße gegangen, dass die Pershings (Anm. Kurzstreckenrakete aus amerikanischer Produktion) in Deutschland nicht mehr sind. Wir waren mit unseren Kinderwägen in Heilbronn. Und jetzt komme ich mit meinen Enkeln, meiner Tochter und einer Nichte hierher, weil wir keinen Krieg in Europa wollen. Wir möchten auf der ganzen Welt keinen Krieg – daran haben wir geschafft. Aber wenn Europa nicht vereint in Frieden lebt und kein Vorbild ist, wie können wir dann erwarten, dass in Afrika, wo so viele Diktatoren sind, kein Krieg ist? […] Jetzt hat der Herr Putin halt so ein großes Zarendenken, dass er wieder die ganzen Länder zu sich nimmt, ohne an die Menschen zu denken. […] Die Ukrainer sind jetzt so stolz auf ihre Demokratie gewesen und jetzt macht der Mann alles kaputt. […] Da geht es ums Land und nicht um die Menschen. Wie kann man seine eigenen Brüder umbringen, nur wegen dem Land? Wir haben natürlich auch Angst wegen den Atomwaffen. Wir waren gegen Atomwaffen. Mein Mann und ich haben in den 80ern dagegen demonstriert und jetzt richten sie die Atomwaffen wieder gegen uns. […]“

Europa: Vorbild sein für den Frieden

„Die Menschen in der Ukraine berühren mich in diesem Konflikt besonders“, erzählt Verena Buck. „Was die alles durchmachen müssen. Die Kinder in den Zug setzen und einfach kämpfen für ihr Land.  Dass die Menschen für die Demokratie so einstehen müssen, dass sie gerade durchs Elend gehen. Das macht mich fassungslos und das trifft mich eigentlich am meisten. Natürlich auch, dass es in Europa passiert.“

„Das macht mich fassungslos“

Mohamed Katab trägt ein Schild, auf dem steht: „Er begann seine Verbrechen vor 6 Tagen in der Ukraine und vor 7 Jahren in Syrien. Es ist derselbe Mörder. Putin.“ Sein Bruder Nuor ist eingehüllt in eine syrische Flagge und sagt: „Ich stehe hier für die Ukraine und für Syrien. Vergesst Syrien nicht. Syrien wird von Putin seit 2011 bombardiert und keiner hat etwas gesagt. Freiheit für die Ukraine, Freiheit für Syrien!“

Nicht nur Putin, auch die NATO wird für das immer weitere Vorrücken an Russlands Grenzen vor dem Krieg kritisiert

Rainer Tüxen erläutert: „Ich stehe hier, weil mich interessiert, was hier die Argumente sind, was hier besprochen wird. Jetzt nach kurzer Zeit spüre ich einfach, dass da riesige Widersprüche in den Aussagen (Anm. der Redner) sind. Hier spricht man von Krieg und ob die Menschen sich nicht an die Vergangenheit zurückerinnern und gleichzeitig geben dann, übrigens auch die Grünen, die hier mit an der Regierung sind, 100 Milliarden Euro für neue Waffen frei [Anm. d. Red.: Bundeskanzler Olaf Scholz hat angekündigt, 100 Milliarden Euro für die Bundeswehr zur Verfügung zu stellen. Wofür das Geld genau verwendet wird, steht aber noch nicht fest.] Ich habe natürlich überhaupt kein Problem damit, wenn es um die Menschen geht, denn es sind am Schluss eigentlich immer die ‚kleinen Menschen‘, die von diesen Kriegen betroffen sind, aber politisch ist das ein gigantischer Widerspruch.“ Dass, nach acht Jahren Krieg im Donbass, diesem Konflikt erst jetzt so ein großes öffentliches Interesse zuteil wird, erklärt sich Tüxen folgendermaßen: „Das hat damit zu tun, dass wir ein bisschen größer denken müssen. Wenn man sieht, wie die Ukraine geostrategisch liegt, und wenn man sich ein bisschen mit der Geschichte beschäftigt, dann weiß man eigentlich, welche Bedeutung diese Region hat. Wenn man jetzt an die heutige Zeit denkt und sieht, was gerade geschieht: die Verknüpfung von China nach Europa auf dem Festland, diese Seidenstraße, die geplant ist, vielleicht eine neue Verknüpfung zwischen Russland und China. Die Europäer stehen jetzt irgendwo in diesen, ich sage mal, atlantischen Bündnissen und müssen als Befehlsempfänger der Amerikaner noch irgendwelche anderen Interessen vertreten. Sie vertreten, aus meiner Sicht, eben gerade nicht die europäischen Interessen. […] Genau das ist das Thema. Auch dieses immer weiter Vorrücken der Nato an die Grenzen Russlands und damit auch eine gewisse, aus meiner Sicht verständliche, militärische oder auch systemische Angst, die dazu geführt hat, dass jetzt irgendwo einmal, wie unser Bundeskanzler so gerne sagt, eine rote Linie für den russischen Präsidenten überschritten ist. Verständnis für Krieg kann man keines haben. Alles, was mit Waffen gelöst wird, ist der falsche Weg. Aber trotzdem muss ich sagen, politisch habe ich ein gewisses Verständnis für diese Situation.“ Tüxen sieht die Aufstockung des Militäretats der Bundesregierung mit Besorgnis: „Man erinnert sich an die Vor-Corona-Zeit, als die amerikanischen Präsidenten regelmäßig im Sechs-Wochen-Rhythmus diese zwei Prozent Militärausgaben in Deutschland gefordert haben. […] Ich meine, ich sage es mal ganz einfach: Zwei Prozent waren gefordert und jetzt haben sie die zwei Prozent. Das geht gerade mal so ohne eine politische Debatte im Bundestag. Das wird einfach mal am Sonntagmittag entschieden. Also diese 100 Milliarden sind vom Bundeskanzler Scholz einfach mal so entschieden. Selbst seine Parteikollegen waren nicht involviert. Zwei Wochen vorher war der Flug in die USA, wo man dann die Direktiven bekommt, was zu tun ist. […]“

Spenden, hoffen, beten

Fred Langner ist zufällig am Marktplatz vorbeigekommen und verharrt am Rande des Geschehens. „Ich finde es gut, dass so viele Leute da sind, die für Frieden in Europa und auf der Welt demonstrieren. Ich denke, das ist ein großes Anliegen für uns alle, dass wir so weiterleben können, wie wir es auch gewohnt sind.“ Zu einem friedlichen Miteinander beitragen könne man, so Langner, durch „Spenden, Sachspenden, Hoffnung und Gebet“.

Text, Fotos & Video: Priscilla Dekorsi

 

 

 

 




Impfangebote mit Nuvaxovid im Hohenlohekreis

Am Impfstützpunkt im ehemaligen Krankenhaus in Künzelsau werden in der kommenden Woche Impfungen mit dem Impfstoff Nuvaxovid des Herstellers Novavax angeboten. Das Mobile Impfteam des Hohenlohekreises ist von Dienstag, 8. März 2022, bis Sonntag, 13. März 2022, jeweils von 10 bis 17 Uhr vor Ort. Weitere Termine sind bis Ende März geplant. Eine vorherige Anmeldung ist nicht erforderlich.

Eine weitere Möglichkeit zur Impfung mit dem proteinbasierten Impfstoff bietet Dr. Susanne Bublitz am Samstag, 12. März 2022, und Sonntag, 13. März 2022, in der Nobelgusch in Pfedelbach an. Termine können gebucht werden unter www.welle-brechen.de/hohenlohe.

Der Impfstoff von Novavax ist seit dem 20. Dezember 2021 in der Europäischen Union zugelassen. Deutschland soll 2022 insgesamt bis zu 34 Millionen Impfstoffdosen bekommen.

Nicht als Booster geeignet

Zur Grundimmunisierung empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) ab einem Alter von 18 Jahren zwei Dosen des Novavax-Impfstoffs im Abstand von mindestens drei Wochen. Wer bereits eine Coronavirus-Infektion überstanden hat, kann mit einer Dosis seine Grundimmunisierung vervollständigen.

Für Auffrischimpfungen sind laut dem Bayrischen Rundfunk derzeit nur mRNA-Impfstoffe zugelassen, der Novavax-Impfstoff hingegen noch nicht. Wenn jedoch medizinische Gründe gegen einen mRNA-Impfstoff sprechen, kann der Novavax-Impfstoff auch als Booster verwendet werden.

Wirkung bei der aktuellen Omikron-Variante ungewiss

Novavax meldete Ende Dezember 2021, dass sich nach zwei Impfdosen Immunantworten gegen Omikron und andere Varianten gezeigt hätten. Nach einer Booster-Impfung seien die Antikörper-Werte deutlich gestiegen, insbesondere gegen die Variante Omikron. Versuche im Labor spiegeln aber nicht unbedingt den tatsächlichen Schutz wider.

Die STIKO betonte Anfang Februar 2022: „Aussagen zur klinischen Wirksamkeit gegen die Omikron-Variante können aktuell noch nicht getroffen werden“.

Immunsystem reagiert auf den Proteinimpfstoff nicht so stark wie auf mRNA-Vakzine

Der Impfstoff trägt eigentlich den Namen Nuvaxovid (NVX-CoV2373). Er aktiviert das Immunsystem anders als die vier vorher in Deutschland zugelassenen Impfstoffe. Manchmal wird er als Totimpfstoff bezeichnet, doch das ist sehr ungenau, denn Nuvaxovid ist ein Impfstoff auf Protein-Basis. Für die Grundimmunisierung sind zwei Dosen notwendig, so wie auch bei den Impfstoffen von Biontech, Moderna und Astrazeneca.

Alle bisher zugelassenen Impfstoffe benutzen zur Abwehr des Coronavirus SARS-CoV-2 das Spike-Protein. Dieses Eiweiß-Molekül sitzt an der Oberfläche des Coronavirus und erlaubt ihm, an menschliche Körperzellen anzudocken.

Die mRNA-Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna und die Vektor-Impfstoffe von Astrazeneca und Johnson & Johnson funktionieren alle nach einem ähnlichen Prinzip: Sie transportieren die genetischen Informationen mit dem Bauplan des Spike-Proteins in den menschlichen Körper. Eine Impfung regt die körpereigenen Zellen an der Einstichstelle an, für kurze Zeit dieses Spike-Molekül zu bilden. Darauf reagiert das Immunsystem, behält das Spike-Protein im Gedächtnis und ist für die Abwehr vorbereitet, wenn es später mit dem echten Virus konfrontiert wird.

Protein-Impfstoffe enthalten hingegen bereits winzige Nanopartikel des Erregers, gegen den die Impfung schützen soll. Beim Corona-Impfstoff von Novavax ist dies ebenfalls das Spike-Protein. Es wird zunächst in Insektenzellkulturen massenhaft erzeugt und dann mit künstlichen Lipid-Nanopartikeln kombiniert. Der Körper wird also mit Kopien des Spike-Proteins geimpft statt es selbst nachzubilden.

Das Immunsystem reagiert auf den Protein-Impfstoff allerdings nicht so stark wie bei mRNA- und Vektor-Vakzinen. Protein-Impfstoffen wird daher ein sogenanntes Adjuvans zugesetzt, das die Wirkung verstärkt. Beim Novavax-Impfstoff sind dies Nanopartikel, die unter anderem aus dem Rindenextrakt des chilenischen Seifenrindenbaumes hergestellt werden.

Ideal für wärmere Länder

Bevor es mRNA- und Vektor-Impfstoffe gab, waren Protein-Impfstoffe die modernsten Vakzine in der Medizin. Sie haben sich bereits gegen andere Krankheiten bewährt, beispielsweise gegen Grippe. Bei den Standardimpfungen werden weiterhin meist Tot- oder Lebendimpfstoffe gespritzt, die schon länger im Einsatz sind. Sie enthalten abgetötete oder abgeschwächte Krankheitserreger, die das Immunsystem aktivieren, aber keine Krankheiten auslösen.

Der Protein-Impfstoff von Novavax eignet sich gut für den Einsatz in wärmeren Ländern, da er sich bei Kühlschrank-Temperaturen lagern und transportieren lässt. Er ist auch weniger empfindlich als mRNA-Impfstoffe. Novavax will 1,1 Milliarden Dosen für das globale Impfprogramm Covax bereitstellen, das die vorhandenen Impfstoffe weltweit möglichst gerecht, auch in ärmeren Staaten, verteilen soll.

Wirksamkeit bei über 90 Prozent

Mitte Juni 2021 meldete Novavax Ergebnisse einer zu dieser Zeit noch laufenden Phase-III-Studie. Die Wirksamkeit des Impfstoffs lag nach zwei Impfdosen bei 90,4 Prozent. Das bedeutet, dass bei den Probanden der geimpften Gruppe rund 90 Prozent weniger Erkrankungen auftraten als bei den Teilnehmern der Kontrollgruppe. Der Schutz vor mittelschweren und schweren Erkrankungsverläufen lag sogar bei 100 Prozent. Generell sei die Impfung gut vertragen worden. Teilnehmer berichteten über zeitweilige Schmerzen an der Einstichstelle sowie Müdigkeit, Kopf- und Muskelschmerzen.

An der Studie hatten fast 30.000 Menschen ab 18 Jahren in den USA und Mexiko teilgenommen. In einer im Vereinigten Königreich durchgeführten klinischen Phase-III-Studie mit rund 15.000 Erwachsenen musste sich der Impfstoff auch gegen die damals neuen Varianten des Coronavirus Alpha und Beta bewähren. Dort zeigte der Impfstoff eine Gesamtwirksamkeit von 89,7 Prozent und eine Wirksamkeit von mehr als 96 Prozent gegen den ursprünglichen Virusstamm.

Bei Jugendlichen zwischen zwölf und 17 Jahren lag die Wirksamkeit nach den Ergebnissen einer Phase-3-Studie bei 82 Prozent, meldete Novavax am 10. Februar 2022. An der Studie nahmen rund 2.247 Jugendliche in den USA teil. Dies fand allerdings zu einer Zeit statt, als die Delta-Variante des Virus noch vorherrschend war, nicht die Omikron-Variante.

Mögliche Impfreaktionen

Auch beim Vakzin von Novavax können Impfreaktionen auftreten. Das ist aber bei allen Impfungen der Fall, unabhängig davon, um welchen Impfstoff es sich handelt und gegen welche Krankheit er wirkt. In der Zulassungsstudie für den Novavax-Impfstoff zeigten sich typische Reaktionen wie Schmerzen an der Einstichstelle, Kopf-, Muskel- und Gelenkschmerzen oder Müdigkeit. Diese Impfreaktionen klangen in der Regel aber nach wenigen Tagen wieder ab.

Hinweise auf schwere Nebenwirkungen lieferte die Zulassungsstudie nicht. An dieser hatten über 30.000 Menschen teilgenommen. Sehr seltene Nebenwirkungen werden daher möglicherweise erst nach der Zulassung entdeckt. Der Impfstoff wird daher weiter überwacht. Hinweise auf mögliche Nebenwirkungen der Impfstoffe veröffentlicht das Paul-Ehrlich-Institut in seinen Sicherheitsberichten.

Wer eine bekannte Unverträglichkeit oder Allergie gegen Inhaltsstoffe des Impfstoffs hat oder bei wem die erste Impfdosis eine starke allergische Reaktion auslöst, der sollte auf eine weitere Dosis verzichten und wenn möglich einen anderen Impfstoff wählen. Vor und nach der Impfung gelten beim Novavax-Impfstoff die gleichen Regeln und Ratschläge wie auch bei anderen Impfungen.

Zulassung

Anfang November erteilte Indonesien dem Impfstoff von Novavax als erstes Land eine Zulassung, unter dem Markennamen Covavax. Mitte November folgten die Philippinen. Bereits Ende Oktober hatte der Hersteller die Zulassung in Großbritannien beantragt, am 17. November 2021 erfolgte der Zulassungsantrag in der EU.

Bei der EU-Arzneimittelbehörde EMA wurde das Vakzin seit Anfang März 2021 im sogenannten Rolling-Review-Verfahren geprüft. Dabei werden erste Ergebnisse wissenschaftlicher und klinischer Tests nach und nach analysiert, bevor alle für eine Zulassung nötigen Daten vorliegen. Bei allen bisher zugelassenen Corona-Impfstoffen war die EMA ebenso vorgegangen. Anfang August traf die Europäische Kommission mit Novavax eine Vereinbarung über den Kauf von bis zu 200 Millionen Dosen des Impfstoffs bis zum Jahr 2023.

In den USA wird die Zulassung des Impfstoffes derzeit geprüft. Im Rahmen des US-Projekts „Warp Speed“ für die Entwicklung eines Covid-19-Impfstoffs hatte Novavax 1,6 Milliarden Dollar erhalten. Die Bill & Melinda Gates Foundation unterstützte die Forschungen des Unternehmens mit fast 400 Millionen Dollar.

 




Ehemaliges Krankenhaus als mögliches Flüchtlingslager

Laut offiziell noch nicht bestätigen Informationen aus dem Hohenlohekreis ist der THW heute in Künzelsau vor Ort, um das ehemalige Krankenhaus als Flüchtlingslager vorzubereiten.

Tatsächlich standen am Samstagmorgen, den 05. März 2022, zwei Einsatzfahrzeuge des THW vor dem Krankenhaus.  Kreisbrandmeister Torsten Rönisch, der ebenfalls vor Ort war, wollte sich auf GSCHWÄTZ-Nachfrage nicht näher zu den Gerüchten um ein Flüchtlingslager äussern und verwies auf die Pressestelle des Landratsamtes des Hohenlohekreises. Laut bislang nicht offiziell bestätigen GSCHWÄTZ-Informationen aus Kreisen des THW sollen rund 80 Betten vorbereitet werden. Ein Teil der Flüchtlinge soll bereits in Nitzenhausen sein. Wir haben das Landratsamt diesbezüglich um Auskunft gebeten.

Derweil gibt es einen ersten Waffenstillstand im hart umkämpften ukrainischen Mariupol, allerdings nur, um Versorgungskorridor für die Menschen vor Ort einzurichten.




Landrat Dr. Neth: „Die Spendenbereitschaft und die Hilfsangebote der Bürger:innen aus dem Hohenlohekreis ist überwältigend“

Am Freitag, den 04. März 2022, hat eine gemeinsame Lagebesprechung zur Aufnahme von Flüchtenden aus der Ukraine zwischen dem Landratsamt Hohenlohekreis und den Bürgermeistern der Städte und Gemeinden per Videokonferenz stattgefunden. Dabei haben sich alle Anwesenden auf eine enge Zusammenarbeit bei der Aufnahme von Flüchtenden aus der Ukraine verständigt. Das geht aus einer Pressemitteilung des Landratsamtes hervor.

„Ich freue mich sehr über den engen Schulterschluss zwischen Landratsamt und Bürgermeisterämtern“

„Ich freue mich sehr über den engen Schulterschluss zwischen Landratsamt und Bürgermeisterämtern, denn nur zusammen können wir die vor uns liegenden Herausforderungen meistern“, betont Landrat Dr. Matthias Neth. „Unser gemeinsames Ziel ist es, allen Schutzsuchenden aus der Ukraine schnell und unkompliziert eine angemessene Unterkunft zur Verfügung zu stellen.“

„Mein aufrichtiger Dank geht hier an die vielen Ehrenamtlichen“

In den kommenden Tagen wird vor allem vorübergehender Wohnraum für ankommende Geflüchtete, vorwiegend Frauen und Kinder, benötigt werden. Bürger:innen und Bürger, die private Räumlichkeiten für die Unterbringung von Schutzsuchenden melden möchten, nehmen bitte mit dem Rathaus ihrer Stadt oder Gemeinde Verbindung auf. „Wir als Landkreisverwaltung bleiben auch am Wochenende im engen Austausch mit den Städten und Gemeinden und sind kurzfristig bereit, falls eine Aufnahme von Geflüchteten außerhalb von privaten Strukturen nötig wird. Mein aufrichtiger Dank geht hier an die vielen Ehrenamtlichen in den Organisationen, auf deren bewährte Strukturen und Unterstützung wir immer zählen können“, so Landrat Dr. Neth.

„Wir leben die europäischen Werte von Frieden, Freiheit und Freundschaft.“

Das Landratsamt und andere Stellen erreichen viele Anfragen, welche Spenden derzeit besonders gebraucht werden. „Die Spendenbereitschaft und die Hilfsangebote der Bürger:innen aus dem Hohenlohekreis ist überwältigend – vielen Dank Ihnen allen“, sagt Landrat Dr. Matthias Neth. „Ihre Solidarität mit den notleidenden Menschen in der Ukraine und den Geflüchteten zeigt: Wir leben die europäischen Werte von Frieden, Freiheit und Freundschaft.“

Geldspenden sind derzeit am wirkungsvollsten, denn mit ihnen kann vor Ort in der Ukraine und den angrenzenden Ländern wie Polen angeschafft werden, was dringend gebraucht wird. An Sachspenden wie Matratzen, Kleidung oder Schlafsäcken besteht im Hohenlohekreis selbst aktuell kein Bedarf, da noch nicht bekannt ist, wann und wie viele Schutzsuchende in den Landkreis kommen werden. „Wir wissen, dass die Spenden von Herzen kommen. Allerdings ist noch nicht absehbar, welche Dinge wirklich gebraucht werden. Daher die große Bitte: Spenden Sie nur das, was explizit angefragt wird“, betont Landrat Dr. Neth. Das Landratsamt wird sich zu gegebener Zeit mit konkreten Sachspendenwünschen an die Öffentlichkeit richten.

Kapazitäten zur Sortierung, Weitergabe und Lagerung begrenzt

Angesichts der großen Spendenbereitschaft sind schon viele Angebote für Sachspenden eingegangen. Allerdings sind die Kapazitäten zur Sortierung, Weitergabe und Lagerung sowohl beim Landratsamt wie auch bei den Hilfsorganisationen begrenzt.

Wer aktuell Sachspenden machen möchte, kann diese beim Stützpunkt für humanitäre Hilfe, Industriestraße 8 in Satteldorf (Landkreis Schwäbisch Hall) abgeben, jeweils Montag, Dienstag und Freitag von 17 bis 19 Uhr. Gebraucht werden aktuell Nahrung und Medikamente.

Wer nicht selbst zu einem Sammelpunkt fahren kann, kann seine Sachspenden beim Ordnungsamt des Hohenlohekreises anmelden unter der E-Mail: sachspenden@hohenlohekreis.de. Dort wird sich um die Weiterleitung gekümmert.

Geldspenden nehmen das Bündnis „Aktion Deutschland hilft“ und das „Aktionsbündnis Katastrophenhilfe“ entgegen:

Aktion Deutschland hilft

IBAN: DE62 3702 0500 0000 1020 30

Betreff: „Nothilfe Ukraine“

Online spenden unter: www.aktion-deutschland-hilft.de

 

Aktionsbündnis Katastrophenhilfe

IBAN: DE65 100 400 600 100 400 600

Betreff: „Nothilfe Ukraine“

Online spenden unter: www.aktionsbuendnis-katastrophenhilfe.de

 

 

 




Drohne über Gommersdorf

Das Geräusch ist mittlerweile bekannt: Es summt wie ein Bienenschwarm, aber es kommt von einem UAV – einem unbemannten, fliegenden (engl. aereal) Vehikel, landläufig Drohne genannt. Eine solche war am 23. Februar 2022 über dem Krautheimer Teilort Gommersdorf im Einsatz.

Drohnenbefliegung durch das Vermessungsamt

Zweck der Drohnenbefliegung durch das Vermessungsamt des Landratsamts Hohenlohekreis ist, so eine Pressemitteilung des Landratsamtes des Hohenlohekreises, die Erzeugung von präzisen Luftbildern. Mit diesen können exakte Geländehöhen bestimmt werden. Der Flug ersetzt somit die aufwändige Aufmessung sehr vieler Geländeprofile. Statt etlicher Tage Feldarbeit und anschließender Auswertung liefert die Drohne die notwendigen Daten, mittels derer ein eigens hierfür beschaffter Hochleistungsrechner innerhalb weniger Stunden ein Ergebnis liefert.

Datenerfassung für die Dorfflurerneuerung

Die Auswertung wird vom Flurneuordnungsamt für die Dorfflurneuordnung der Gommersdorfer Ortslage gebraucht. Das Garten- und Streuobstgelände oberhalb des Ortskerns kann mit Dämmen und Rückhalteflächen so umgestaltet werden, dass ein Teil des anfallenden Hochwassers im Starkregenfall aufgehalten wird und erst verzögert zum Abfluss kommt. Hierdurch könnte größerer Schaden im Ort vermieden werden. Um das Verfahren anzugehen, müssen allerdings erst die Höhenverhältnisse präzise ermittelt werden.

Genau nach Flugplan

Darum kümmert sich der angehende Vermessungsingenieur Jakob Scheppach. Mit seinem Drohnenflugschein kann der Student als Ferienjobber den Auftrag für die Kollegen im Flurneuordnungsamt ausführen. Zur Vorbereitung suchte er den Tag mit den besten Wetterverhältnissen aus, um einen erfolgreichen Bildflug starten zu können. Zudem erstellte er einen „Flugplan“ mit genau parallelen Bahnen, den die Drohne exakt abflog, um die gewünschten Bilder zu liefern.

 




Millionenzuschuss des Landes für Projekte im Hohenlohekreis

Mit rund 1,74 Mio. Euro fördert das Land Baden-Württemberg in der aktuellen Runde des Entwicklungsprogramms Ländlicher Raum (ELR) 46 Projekte im Hohenlohekreis. Ziel des ELR ist es, attraktive Ortskerne zu erhalten, die zeitgemäßes Leben und Wohnen ermöglichen und eine wohnortnahe Versorgung sichern, sowie zukunftsfähige Arbeitsplätze zu schaffen. Das geht aus einer aktuellen Pressemitteilung des Regierungspräsidiums hervor.

58 Anträge gestellt

Für das Programmjahr 2022 wurden 58 Anträge aus dem Hohenlohekreis eingereicht. Davon waren 42 im Förderschwerpunkt Wohnen, drei im Schwerpunkt Arbeiten und ein Antrag im Schwerpunkt Grundversorgung erfolgreich. Damit zeigt sich, dass der Fokus der Förderung weiterhin auf der Schaffung von attraktivem Wohnraum liegt. Der Landkreis bringt weit mehr als die geforderten 50 Prozent der Gesamtfördersumme für diesen Bereich ein. Umnutzungen leerstehender Gebäude zu Wohnraum, Aufstockungen, umfassende Sanierungen und die Schließung von Baulücken im Ortskern tragen zur Nachverdichtung bei.

Nur noch Mullfingen Schwerpunktgemeinde

Die Anzahl der Schwerpunktgemeinden im Hohenlohekreis hat sich reduziert, nachdem Dörzbach und Ingelfingen nach Ablauf des fünfjährigen Förderzeitraums ausgeschieden sind. In der verbleibenden Schwerpunktgemeinde Mulfingen kommen acht Projekte zum Zug.

Auch für 2023 können Anträge eingereicht werden

Die Ausschreibung für die nächste ELR-Programmrunde 2023 wird voraussichtlich im 2. Quartal 2022 veröffentlicht. Informationen zum ELR können unter https://rp.baden-wuerttemberg.de/themen/land/elr/ abgerufen werden. Auskünfte erteilen die Bürgermeisterämter sowie Lea Zeltner vom Amt für Wirtschaftsförderung und Tourismus des Landratsamts Hohenlohekreis, Telefon: 07940 18-1789, E-Mail: lea.zeltner@hohenlohekreis.de.

Pressemitteilung Hohenlohekreis




Pflegeheimbetreiber geht juristisch gegen kritische Kommentare im Internet vor

Viel Beachtung bei unseren Lesern fand der Beitrag über die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gegen das Altenheim in Kocherstetten. Der Verdacht: Gespräche von Mitarbeiter:innen im Kocherstettener Altenheim sollen mitgehört worden sein. Auch Videoaufzeichnungen soll es gegeben haben. Die Ermittlungen hierzu laufen. Solange es hierüber kein Urteil gibt, gilt im deutschen Strafrecht zunächste die Unschuldsvermutung gegen den Betreiber.  Der Heilbronner Anwalt der Betreibergesellschaft des Altenheims fordert nun die Löschung von diversen Kommentaren unserer Leser:innen im Internet.

Rechtsanwalt fordert im Namen der Betreibergesellschaft Löschung und Unterlassung

Im Namen der „Pflegeheim Alte Harmonie GmbH“ verlangt er nun die Entfernung einer Bewertung aus der google-Bewertungsplattform und von Kommentaren „von der Internetplattform www.gschwaetz.de“. Außerdem fordert er eine strafbewehrte Unterlassungserklärung, „um die Wiederholungsgefahr Ihres zuvor beschriebenen rechtswidrigen Verhaltens zu vermeiden“. Falsche Tatsachenbehauptungen sowie beleidigende Äußerungen gegenüber seiner Mandantschaft, der GmbH, wirft er unter anderem einer mutmaßlichen Kommentatorin vor.

GSCHWÄTZ widerspricht

GSCHWÄTZ stellt dazu in eigener Sache fest: Bis zur Veröffentlichung dieses Beitrags war auf der Internetplattform www.gschwaetz.de zu keinem Zeitpunkt ein Kommentar zu dem Beitrag oder allgemein zu dem Altenheim „Alte Harmonie“ veröffentlicht. Insofern kann weder die mutmaßliche Kommentatorin noch GSCHWÄTZ zu einer Löschung von Kommentaren auf der Internetplattform www.gschwaetz.de verpflichtet sein.

Polizeiliche Ermittlungen gehen weiter

Die polizeilichen Ermittlungen im Fall der Bild- und Tonaufnahmen sind noch nicht abgeschlossen. GSCHWÄTZ wird über den Fall weiter berichten.

Text: Matthias Lauterer




Erster Preis für Künzelsaus Fair-Trade-Aktivitäten

Zehn baden-württembergische Kommunen wurden im Rahmen der landesweiten Initiative Meine. Deine. Eine Welt. für ihr besonderes Engagement für eine nachhaltige Entwicklung ausgezeichnet, darunter auch Künzelsau. Die Kommunen mit ihren Bürgerinnen und Bürgern haben bewiesen, dass jede und jeder etwas für eine gerechtere und zukunftsfähige Welt tun kann.

Besonderes Engagement für eine gerechtere Welt

Mannheim, Heidelberg, Freiburg, Fellbach, Konstanz, Lahr, Künzelsau, Engen, Landkreis Reutlingen und der Landkreis Enzkreis: Das sind die zehn baden-württembergischen Kommunen und Landkreise, die bei der neunten Runde der Initiative Meine. Deine. Eine Welt. für ihr besonderes Engagement für eine gerechtere Welt ausgezeichnet wurden und Preisgelder in Höhe von insgesamt 35.000 Euro als Anerkennung erhielten. Mit ihren Aktionen und Veranstaltungen während der landesweiten Eine-Welt-Tage im September und Oktober machten sie auf ihre entwicklungspolitischen Initiativen aufmerksam und motivierten Andere, sich dem Netzwerk der Engagierten anzuschließen. Die Stiftung Entwicklungs-Zusammenarbeit Baden-Württemberg (SEZ) lädt alle zwei Jahre Kommunen zu diesem Projekt ein. Das Projekt wurde zum wiederholten Mal durch die Unterstützung der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) von Engagement Global mit den Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) ermöglicht.

Jury aus entwicklungspolitischen Expertinnen und Experten

Trotz der Pandemie hatten bei der kommunalen landesweiten Initiative Meine. Deine. Eine Welt. 2021 16 Kommunen aus Baden-Württemberg mit 165 Veranstaltungen teilgenommen. Eine aus entwicklungspolitischen Expertinnen und Experten zusammengesetzte Jury hat nun die preistragenden Kommunen des Wettbewerbs von Meine. Deine. Eine Welt. 2021 ausgewählt.

5.000 Euro Preisgeld soll für Fairtrade-Aktionen verwendet werden

Künzelsau belegte in der Kategorie „Kleine Kommunen“ den ersten Preis und erhält ein Preisgeld in Höhe von 5.000 Euro. Dieses Preisgeld soll im Jahr 2022 nun für Fairtrade-Aktionen in der Stadt Verwendung finden.

Unterstützung von Wirtschaft und Organisationen

Künzelsau nahm mit dem Programm „Zukunft fair gestalten in Künzelsau“ teil und realisierte für Interessierte ein niedrigschwelliges interaktives Angebot, das zur Beschäftigung mit den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen im Alltag einlud. So gab es in Künzelsau eine Stadtrallye unter Beteiligung zahlreicher Geschäfte und Institutionen mit Mitmach-Aktionen wie Rätseln, Quizfragen und Schaufenstern rund um Nachhaltigkeit und Fairen Handel. Organisiert wurde die Aktion in Kooperation mit der Stadt Künzelsau von Stefanie Lotter und Angela von Reventlow, den beiden Geschäftsführerinnen der Übungsfirma Fabiro GmbH in der Kaufmännischen Schule Künzelsau. Folgende Geschäfte und Institutionen haben sich beteiligt: Stadtbücherei, Weltladen, Kaufmännische Schule Künzelsau, St. Paulus Kirche, Buchhandlung Lindenmaier & Harsch,, Brüder-Grimm-Schule, Second&More, Tafel Künzelsau, Klimabeirat, Vesperstube und Volkshochschule.

Kurzfilme auf youtube

Bei der Kaufmännischen Schule konnten die Teilnehmenden zwei Kurzfilme über QR-Codes zum Thema Nachhaltigkeit und Fairtrade ansehen (https://www.youtube.com/watch?v=VP41Guc7_s4 sowie https://www.youtube.com/watch?v=JDzUh7WpGmY), Anregungen aus dem Klima-Sparbüchle entnehmen und Vorschläge auf Kärtchen notieren, wie die 17 Nachhaltigkeitsziele der UN in den Alltag integriert werden können. Eine große Plakatwand an der Fensterfront neben dem Haupteingang der Kaufmännischen Schule entstand so im Laufe einer Woche mit den Zielen und den Handlungsvorschlägen unter dem Motto „Tu du’s – Jede Tat zählt“. Passend zum Thema Nachhaltigkeit nahmen die Mitarbeiter*innen der Fabiro GmbH in der Woche zudem an einem Workshop zum Thema „Plastikfrei – sei dabei“ teil, das von GEPA digital angeboten wurde.

Stefan Neumann dankt den Schülerinnen und Schülern sowie den beiden Lehrerinnen für ihr Engagement. Foto: Stadt Künzelsau

Die Jury lobte besonders, dass ein Brief mit konkreten Empfehlungen an den Bürgermeister und den Gemeinderat geschickt wurde, der ausführlich beantwortet wurde. So möchte die Stadtverwaltung unter anderem bei der Anschaffung von neuen Mülleimern auf die Größe und eine Ablagefläche für Pfandflaschen achten oder bei der Vergabe von Reinigungsleistungen an städtischen Einrichtungen möglichst eigenes Personal einstellen und faire Arbeitsbedingungen bieten.

„Ich bin stolz auf das großartige Engagement für den fairen Handel in Künzelsau und freue mich besonders über den Einsatz der der Kaufmännischen Schule, die eine klasse Aktion auf die Beine gestellt hat. Und es zeigt sich immer wieder: Engagement zahlt sich aus“, so Bürgermeister Stefan Neumann.

Feierliche Preisverleihung pandemiebedingt ausgefallen

Da die feierliche Preisverleihung im Neuen Schloss in Stuttgart in diesem Jahr pandemiebedingt leider ausfallen musste, wurden die Preise schriftlich übermittelt. „Wir bedanken uns herzlich für das Engagement aller Kommunen, die 2021 an Meine. Deine. Eine. Welt. teilgenommen haben. Durch ihren Einsatz haben sie Menschen in Baden-Württemberg gezeigt, dass globale Verantwortung und Nachhaltigkeit vor der eigenen Haustür beginnen müssen“, so Philipp Keil, Geschäftsführender Vorstand der SEZ.

Hintergrund

Die alle zwei Jahre stattfindende Initiative Meine. Deine. Eine Welt. wird von der Stiftung Entwicklungs-Zusammenarbeit Baden-Württemberg (SEZ) organisiert und findet statt in Zusammenarbeit mit der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) von Engagement Global mit den Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Meine. Deine. Eine Welt. leistet einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung der Agenda 2030 der Vereinten Nationen und ihrer 17 Nachhaltigkeitsziele in den Kommunen, indem vorhandene Potenziale für mehr globale Verantwortung in den Kommunen Baden-Württembergs entfaltet, gestärkt und weiterentwickelt werden. Kommunen mit ihren Städten, Schulen, Volkshochschulen, Vereinen und Weltläden sind zentrale Orte menschlicher Begegnungen, wo es jeden Tag aufs Neue möglich wird, das Bewusstsein für globale Themen zu schärfen und partnerschaftliche Netzwerke zu stärken.

Pressemitteilung Stadt Künzelsau