1

„Wir haben jedoch in unserem 35-jährigen Bestehen noch nie so einen gravieren Fall gehabt wie in diesem Gebäude in Künzelsau“

Die Metzgerei Bauer nimmt Stellung zu den Beanstandungen der Lebensmittelkontrolleure in seinen Filialen, unter anderem, auch in Künzelsau, weswegen eine behördliche Schließung veranlasst wurde (wir berichteten). Unter anderem fanden die Kontrolleure in den Filialen Mäusekot, angenagte Verpackungen und verschimmelte Waren.

„Flut von Stornierungen“

Anbei veröffentlichen wir die Stellungnahme der Metzgerei Bauer:

„Die Untersuchung fand am 14. Dezember 2022 statt. Wie allgemein bekannt ist, wurden nur Wochen zuvor die Coronabeschränkungen wieder verschärft. Dies hat eine Flut von Stornierungen sämtlicher betrieblicher Weihnachtsfeiern als Folge. In eienr Zahl genannt betraf dies über 1.000 Essen.

Die Materialbestellungen und Vorproduktionen für all diese Feiern waren jedoch bereits getätigt und zu einem großen Teil nicht mehr stornierbar. Die Stornierungen unserer Kunden haben wir aufgrund unserer Kundenorientierung natürlich akzeptiert. Die Ware haben wir im Vorfeld natürlich trotzdem versucht zu verkaufen. Fleisch und Wurstwaren sind jedoch nicht allzu lange haltbar, wie allgemein bekannt ist. So wurde diese grpße Menge an Artikeln leider nicht veräussert. Als Folge wurden die Waren überlagert und die Haltbarkeit überschritte.

Der weitaus größte Teil der in diesem Bericht genannte Artikeln war zum Entsorgen vorgemerkt. Wir haben jedoch den fatalen Fehler begangen, die Kisten mit den betroffenen Lebensmitteln nicht zu kennzeichnen. Den Mitarbeitern war aber bekannt, diese Kisten nicht anzurühren.

„Die Kisten wären am Folgetag entsorgt worden“

Die Kisten mit den überlagerten Wurst- und Fleischwaren wären am Folgetag der Untersuchung entsorgt worden, da das Entsorgungsunternehmen immer mittwochs zu uns kommt. Es befand sich auch an anderen Standorten noch zu entsorgende Waren.

All dies wurde dem Lebensmittelkontrolldienst auch während der Untersuchung mitgeteilt, was leider nicht von Interesse war…Sämtliche Waren wurden entsorgt, darunter auch eine Vielzahl an nicht betroffenen Waren (selbst vakuuminierte Waren).

Schadnagerbefall.

Es ist natürlich richtig, dass ein solcher Befall in einer Metzgerei nichts zu suchen hat. Wir haben jedoch in unserem 35-jährigen Bestehen noch nie so einen gravieren Fall gehabt wie in diesem Gebäude in Künzelsau, wie auch mussten wir noch nie eine Filiale schließen, was der Lebensmittelkontrolldienst auch bestätigen kann.

„Eine Reaktion des Eigentümers erfolgte nicht“

Die Schadnager sind aufgrund der Gegebenheiten des Gebäudes über beispielsweise Kabelkanäle oder auch andere Wege in die Filiale gelangt. Auch handelt es sich um ein altes Gebäude mit mehreren Mietern, da reicht ein Eingreifen von uns allein nicht. Dem Eigentümer wurde mitgeteilt, dass Schadnager von aussen zu uns eindringen, eine Reaktion erfolgte jedoch nicht. Ein eigener Schädlingsbekämfer wurde bereits eingesetzt.“




„Ekelerregend“

Seit Ende 2021 hat die Metzgerei Bauer am oberen Bach in Künzelsau nicht mehr offen. Und das, obwohl die Filiale noch gar nicht so lange, seit nicht mal einem Jahr, in die neuen Räumlichkeiten eingezogen war. Zuvor befand sich darin jahrzehntelang die Metzgerei Häussler. Als das Geschäft in Künzelsau im Dezember nun seine Pforten überraschend schloss, fragte GSCHWÄTZ-Redakteur Matthias Lauterer bei der Metzgerei Bauer nach den Gründen. Konkret äusserte man sich nicht. Es hieß lediglich, dass der Besitzer der Räumlichkeiten nicht seinen Pflichten nachgekommen sei, diverse Dinge zu verbessern. Die Metzgerei Bauer selbst hatte die Räume lediglich gemietet beziehungsweise gepachtet.

Ergebnisse von Kontrollen der amtlichen Lebensmittelüberwachung Baden-Württemberg zeigen nun auf, warum die Filiale in Künzelsau behördlich geschlossen wurde.

Bei Kontrollen in den einzelnen Filialen der Metzgerei Bauer in Künzelsau, Pfedelbach und Neuenstein findet die amtliche Lebensmittelüberwachung Baden-Württemberg unter anderem Mäusekot, angenagte Verpackungen, schimmelige Wurststangen, verdorbener Geruch, angeschimmelt.

Bei Nachkontrollen in den Filialen in Neuenstein und Pfedelbach im Januar 2022 sind die Waren wieder frisch und unauffällig, verdorbene Lebensmittel wurden entsorgt. Die Filiale in Künzelsau hat nach wie vor geschlossen. Möglicherweise müssen dort grundlegende Veränderungen auch in den Räumlichkeiten vorgenommen werden, um den Schadnagerbefall in den Griff zu bekommen.

Neueröffnung Metzgerei Bauer in Künzelsau. Foto: GSCHWÄTZ

Schild am Eingang der Metzgerei Bauer. Foto: GSCHWÄTZ




Hamsterkäufe aus Angst vor dem nächsten Weltkrieg

Auch im Hohenlohekreis gehen Hamsterkäufer um, so dass – ähnlich wie in der Coronapandemie – ganze Regalreihen völlig leergekauft sind. So gab es etwa im Netto in Ingelfingen am Samstag, den 12. März 2022, kein Toilettenpapier mehr. Auch andere Hygieneartikel waren restlos aufgekauft. Auf Nachfrage teilte uns eine Mitarbeiterin mit, dass es keine Lieferschwierigkeiten gäbe, aber das Hamsterkäufer sich eindecken würden mit diversen Sachen, aus Angst vor dem Krieg in Europa.

Tankrechnungen teilweise gestiegen auf bis zu 180 Euro pro Tankfüllung

Auch Meldungen, dass der Sprit an den Tankstellen bald ausgehen könnte, haben die Redaktion erreicht. Bestätigt sind diese Meldungen nicht. Derzeit gibt es nur an jeder Tankstelle schwindelerregende Rekordpreise. So haben Verbraucher in Künzelsau am Freitag, den 11. März 2022, für stolze 2,32 Euro / Liter Diesel getankt. Dadurch wurden Tankrechnungen teilweise um über 55 Euro teurer. Eine Tankfüllung kann nun bis zu 180 Euro kosten.

Heizöl: Preissteigerung um 178 Prozent

Wer nun Heizöl braucht, zahlt ebenfalls dreimal höhere Preise als bis vor krzem noch üblich. Vor rund einem Jahr kostete das Heizöl noch 0,68 Cent/Liter, derzeit liegt der Preis bei 1,88 Euro/Liter. Das ist eine Preissteigerung von 178 Prozent. Derzeit hat diese Preisspirale nach oben allerdings noch nicht wirklich viel mit einer realen Verknappung des Öls zu tun. Hierbei handelt es sich lediglich um Preisspekulationenm, ausgelöst durch den Krieg in der Ukraine.

 




„Jeder Krieg ist ein Armutszeugnis“

Der Krieg in der Ukraine und die Auswirkungen auf Deutschland und den Hohenlohekreis – darum geht es im heutigen Freitagsfrühstück mit Dr. Sandra Hartmann & Matthias Lauterer.

Die Themen im Einzelnen:

|| Nerven liegen blank: Außendienstler eines großen Unternehmens aus dem Hohenlohekreis wird an ARAL-Tankstelle in Künzelsau etwas ungehalten

|| 1x tanken fast 200 Euro

|| Einmal Erneuerbare-Energien-Wende, bitte und wie einfach das privat gehen kann

|| Deutschland steht bereits mit einem Fuß im Krieg

|| GSCHWÄTZ-Kleiderspenden-Aktion in der Redaktion: Wir sammeln für Flüchtlinge und geben die Spenden direkt an Bedürftige weiter. Wer Spenden hat oder braucht, kann sie direkt in unserer Redaktion abgeben/abholen, Mo. bis Fr. 09 bis 12 Uhr, in der Gaisbacher Str. 6 in 74653 Künzelsau. Der direkte Draht zu uns: 0172/68 78 474 oder: 01515/918 5767 E-Mail: info@gschwaetz.de

|| Einmal Frieden für alle, bitte




KlimaZentrum des Hohenlohekreises nimmt im April die Arbeit auf

Ab jetzt drückt der Hohenlohekreis beim Thema Klimaschutz massiv aufs Tempo. Die beiden Personalstellen des neuen KlimaZentrums sind ab April besetzt. Die Leitung übernimmt Joachim Schröder aus Künzelsau. Unterstützt wird er dabei von Janina Schüßler, die mittlerweile auch im Hohenlohekreis wohnt. „Wir freuen uns, dass wir zwei so hochqualifizierte Mitarbeiter gewinnen konnten“, so der Geschäftsführer des Eigenbetriebs Abfallwirtschaft Hohenlohekreis Sebastian Damm, dem das neue KlimaZentrum organisatorisch zugeordnet ist. Gerade vor dem Hintergrund des Krieges in der Ukraine und dessen Folgen für die Energieversorgung in Deutschland bekomme die Arbeit des neuen KlimaZentrums höchste Priorität, so Damm. „Der schnelle Umstieg auf selbst erzeugte Erneuerbare Energien im Kreis ist die einzige Option“.

Vorsitzender des Künzelsauer Klimabeirats

Joachim Schröder bringt als Leiter des KlimaZentrums einiges an Erfahrung mit. Bereits bei seinem Geographiestudium in Tübingen hatte er sich mit Klimaschutzthemen beschäftigt. Danach war er unter anderem mehrere Jahre in Umweltplanungsbüros in der Region Hohenlohe tätig. Schröder ist 1972 geboren, dreifacher Familienvater, Hobbyastronom und derzeit ehrenamtlicher Vorsitzender des Klimabeirates von Künzelsau. „Ich will einen aktiven Beitrag dafür leisten, dass wir im Hohenlohekreis eine lebenswerte Umwelt für unsere Kinder durch eine klimaneutrale Entwicklung gestalten können“, so Schröder, der es als wichtigste Aufgabe in seiner neuen Funktion sieht, die Menschen für nachhaltige Themen zu motivieren.

„Klimaschutz vor der eigenen Haustüre“

Janina Schüßler hat vor kurzem erfolgreich ein Masterstudium der Geographie in Heidelberg abgeschlossen. Schwerpunkte waren transdisziplinäre Forschungsansätze in der Klimawandelanpassung. Ein Thema, dem sich die 25-Jährige verschrieben hat. Schüßler stammt ursprünglich aus dem Landkreis Heilbronn, ist aber mittlerweile in den Hohenlohekreis gezogen. „Mir ist es wichtig, etwas für den Klimaschutz vor der eigenen Haustüre zu tun. Daher freue ich mich auf viele gemeinsame Projekte mit den Menschen im Hohenlohekreis“, so Schüßler.

Erstes Projekt: Überarbeitung des kreiseigenen Klimaschutzkonzepts

Das KlimaZentrum nimmt im April die Arbeit auf. Eine der ersten Maßnahmen wird die Überarbeitung des kreiseigenen Klimaschutzkonzepts sein. Das Konzept wurde bereits 2016 in einem Bürgerbeteiligungsprozess erarbeitet und ist daher nicht mehr in allen Punkten aktuell. Eine weitere Maßnahme ist die Reaktivierung des Klimabeirates des Hohenlohekreises.

Hohenloher Energie-Abend am 15. März 2022

Vorgestellt wird das neue KlimaZentrum auch beim 9. Hohenloher Energieabend, der am 15. März 2022 im Onlineformat stattfindet. Auf Einladung der Abfallwirtschaft und dem Solar Cluster Baden-Württemberg werden dabei unter anderem die konkreten Auswirkungen und Chancen der Photovoltaik-Pflicht in Baden-Württemberg thematisiert. Hierfür steht eine Referentin des Umweltministeriums Baden-Württemberg Rede und Antwort. Trotz der zahlreichen Anmeldungen ist eine Teilnahme noch möglich. Anmeldung per Internet www.eveeno.com (unter „Eventsuchen“) oder per E-Mail an: Franziska.Ring@hohenlohekreis.de

Pressemitteiling Landratsamt Hohenlohekreis

 

 

Bildunterschrift: Der Geschäftsführer der Abfallwirtschaft Sebastian Damm begrüßt die neuen Mitarbeiter des KlimaZentrums Joachim Schröder und Janina Schüßler.




„Bakterialisierungsaktionen“ – Kunst aus der Hexenküche

„Die Natur ist meine beste Mitarbeiterin und inspirierendste Lehrerin“, lacht Wolfgang Ganter. In seiner Ausstellung mit dem Titel „Stoffwechsel“ im Kunstverein Schwäbisch Hall, lässt der Berliner Künstler ab dem 18. März auf zwölf fotografischen Arbeiten die Besucher in ein bisher unsichtbares Universum der Mikrobiologie und chemischen Reaktionen eintauchen. Die Wirkung der Bakterienkulturen wird dabei zum ästhetischen und inhaltlichen Ausdrucksmittel: Einerseits schaffen sie eine neue, faszinierende Wirklichkeit, in der es brennt, glüht, fasert und verschwimmt, andererseits entlarven sie die analoge Fotografie in ihrem dokumentarischen Anspruch, indem sie die materiellen Bestandteile des Filmmaterials sichtbar machen. „Das Ergebnis sind bizarre Gebilde von faszinierender Schönheit, die einen unsichtbaren Kosmos präsentieren. Das scheinbar unkontrollierbare zu kontrollieren ist für Ganter immer wieder reizvoll“, erklärt die Öhringer Kuratorin Monika Pfau.

Dias werden von Bakterien zerfressen

Ganters Arbeitsweise klingt erst einmal simpel, ist aber in dem ständigen Wechsel von Analog zu Digital, von Mikro zu Makro, äußerst komplex: Ganter „beimpft“ Dias, vergessene Relikte der analogen Fotografie, mit Bakterienkulturen und brütet sie in einem umgebauten Inkubator aus. Die Bakterien beginnen die Gelatineschicht des Dias zu verstoffwechseln. Ist ein „guter Moment“ gefunden, stoppt Ganter den biologischen Prozess und beginnt, das Dia unter dem Mikroskop abzufotografieren. Dabei teilt er es in bis zu 2000 Einzelbilder, die in 5 bis 20-facher Vergrößerung fotografiert werden. Anschließend fügt er die Aufnahmen auf dem Computer nahtlos zu einem Bild in extrem hoher Auflösung zusammen. Dieses wird als Echtpigmentprint abgezogen, auf selbstgebaute Glasfaserträger kaschiert und abschließend mit einer Schicht aus gegossenem, klarem Kunststoff versiegelt.

„Erhaben präsentiert sich das Mikrouniversum der organischen Welt“

Der Sog seiner Arbeiten wird besonders in der Werkgruppe der „Mikropaintings“ sichtbar. Dort zeigt Ganter die dramatische „Explosionskraft“ von Chemikalien und Haushaltsflüssigkeiten. Das Großformat sprengt den Blick wie eine Supernova. Zugleich findet das Auge nah am Bild auf jedem Quadratzentimeter Überraschendes. Detailreich spinnen sich Fäden und kristallisieren sich Auswüchse. Erhaben präsentiert sich das Mikrouniversum der organischen Welt, die ihre eigenen Gesetze hat.

 

 

Seit gut 20 Jahren experimentiert Ganter mit Mikrolebewesen und chemischen Bestandteilen von Dias. „Zur Arbeit mit Dias kam ich eher zufällig. Während meines Studiums fand ich viele ausrangierte Diakästen im Sperrmüll. Mich packte da Interesse. Das waren doch echte Momente aus dem Leben dieser Menschen, die darf man nicht wegschmeißen!“, betont Ganter. „Am Anfang arbeitete ich total experimentell. Zehntausende Dias lagen in Eimern mit Flüssigkeiten im Badezimmer meiner Eltern. Ich wusste nicht, was zu sehen sein wird. Manchmal ging auch was schief und ich habe mich selbst infiziert. Die Quittung war mal ein übel geschwollenes Auge. Zum Glück war das nach einer Woche verschwunden“, lacht Ganter. „Natürlich stinkt es auch in meinem Labor. Generell ist meine Ekelgrenze mittlerweile ziemlich niedrig. Mich interessiert einfach, wie sich die Dinge zueinander verhalten, sich beeinflussen, wachsen und wie ich das alles beeinflussen kann.“

„Kein reines Zufallsprodukt, sondern stark erzwungener Zufall“

Nach jahrzehntelangen wilden Experimenten mit geschätzt über zwei Millionen Dias, hat Ganter von jedem Bild gelernt und seine Technik perfektioniert. „Insofern ist das Ergebnis mittlerweile kein reines Zufallsprodukt, sondern stark erzwungener Zufall“, sagt der Künstler. Mithilfe renommierter Forschungslabore, u.a. an der Rockefeller University New York, kam er zu neuen Bakterienkulturen und hat gelernt, wie man sicher, steril und gezielt arbeitet, um Malerei auf Fotografie zu betreiben. Diese neue Form der mikrobiologischen Malerei, sieht man in der zweiten Werkgruppe der Ausstellung mit dem Titel „Works in Progress“. Sie umfasst Ikonen der Kunstgeschichte, u.a. Gemälde von Lucas Cranach, die Ganter selbst in renommierten Museen wie dem Louvre, dem MET New York oder der Alten Nationalgalerie Berlin abfotografiert, und dann Bakterienkulturen als „Nahrung“ zur Verfügung gestellt hat. „Die Arbeit, die die Bakterien leisten, könnte ich, könnte kein Maler der Welt, so in der Form tun. Das fasziniert mich, diese Welt, die uns immer umgibt, die wir aber nicht wahrnehmen.“ Ganter positioniert klassische Ölmalerei neben organischer Bakterienmalerei. Dabei entsteht nicht nur ein neues narratives, traumweltliches, spielerisches und manchmal augenzwinkerndes Moment, sondern auch die Frage danach, was Malerei eigentlich ausmacht. Ganter verlässt damit die eindeutigen Pfade der Zuschreibung. Sind Ganters Arbeiten nun Fotos oder Malerei?

„Die organische Zerstörung des Bildes entlarvt die Fotografie als illusionsstiftendes Medium.“

Medientheoretisch bergen Ganters Arbeiten zusätzlich einen weiteren spannenden Verweis. „Was sehen wir eigentlich, wenn wir ein Foto oder ein Dia anschauen?“, fragt Monika Pfau. „Die meisten sehen ‚etwas’ auf dem Bild und sagen: ‚Das ist meine Familie’, oder ‚Das ist unser Ferienhaus‘. Aber ein analoges Dia ist Schichtträger, Gelatine, Emulsion, Silbersalz, Farbstoff, UV-Filter. 14 Schichten türmen sich übereinander. Ein Dia ist nicht flach, sondern ein dreidimensionales Objekt. Die organische Zerstörung des Bildes entlarvt die Fotografie als illusionsstiftendes Medium. Ganter lässt uns damit in die zweite unsichtbare Welt des Motivträgers in seiner Materialität blicken, durch die wir sonst normalerweise bei der Bildbetrachtung hindurchschauen“, sagt Kuratorin Monika Pfau.

Termine

Die Werke sind vom 20. März bis zum 8. Mai 2022 im Kunstverein Schwäbisch-Hall zu sehen. Eröffnet wird die Ausstellung mit einer Vernissage am 19. März 2022, 18:00 Uhr.

Pressemeldung Kunstverein Schwäbisch-Hall

 




Redaktion GSCHWÄTZ nimmt ab Montag, den 14. März 2022, Kleiderspenden zur Weiterleitung an ukrainische Flüchtlinge an

Die Redaktion GSCHWÄTZ nimmt ab Montag, den 14. März 2022, Kleiderspenden für Frauen und Kinder zur Weiterleitung an ukrainische Flüchtlinge an. Abgegeben werden können diese in der Redaktion in der Gaisbacher Straße 6 in 74653 Künzelsau Montag bis Freitag von 09 bis 12 Uhr oder nach Terminvereinbarung. Die Redaktion sucht in diesem Zusammenhang auch Ehrenamtliche, die diese Sachspenden helfen, vorzusortieren für die Weitergabe.

Wer Kleidung für Flüchtlinge benötigt, kann diese ebenfalls zu den oben genannten Zeiten bei in der Redaktion abholen. Eine vorherige Terminvereinbarung, gerne per WhatsApp (0172/68 78 474), wäre hier sinnvoll, so dass wir Kleiderpakete in den passenden Größen vorbereiten können.

Wir danken vorab allen Spendern und Ehrenamtlichen, die sich engagieren und wünschen uns allen einen schnellstmöglichen Frieden.

 




„Ich bin sehr stolz auf die Bürger:innen unserer Stadt“

In Öhringens Partnerstadt Kędzierzyn-Kożle sind bereits mehrere hunderte Geflüchtete aus der Ukraine angekommen. Der Landkreis hat Kapazitäten für 5000 Geflüchtete geschaffen. Polen hat insgesamt bereits über eine Million Geflüchtete aufgenommen.

„Dank der großen Hilfe und warmen Herzen der Polen, können sie sicher sein, hier nicht alleine zu sein“

„Jeden Tag überqueren tausende ukrainische Geflüchtete unsere Landesgrenze, denn sie fliehen vor dem barbarischen Krieg. Dank der großen Hilfe und warmen Herzen der Polen, können sie sicher sein, hier nicht alleine zu sein“, sagt Kędzierzyn-Kożles Stadtpräsidentin Sabina Nowosielska. „Seit Anbeginn des Konfliktes sehe ich das Engagement der Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt. Ich bin sehr stolz auf sie, wenn ich sehe, mit wie viel Hilfsbereitschaft, Engagement, Sachspenden und Unterkünften alle mithelfen.“

Sachspenden werden derzeit nicht benötigt

„Wir stehen in engem Austausch mit unserer Partnerstadt“, sagt Oberbürgermeister Thilo Michler. „Meine Freundin Sabina und die Stadtverwaltung, leisten dort zusammen mit den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt gerade Enormes. Sachspenden werden derzeit nicht benötigt. Allerdings helfen Geldspenden den lokalen Hilfsorganisationen vor Ort, schnell den nötigen Bedarf an Hygieneartikeln, Lebensmitteln und Medizin aufzustocken. Zudem hat Kędzierzyn-Kożle selbst eine Partnerstadt in der Ukraine, die Stadt Kalusch. Sehr engagiert helfen die Kędzierznerinnen und Kędzierzyner den dortigen Hilfsbedürftigen. Die Stadt spendet medizinische Güter, Bettwäsche, Matratzen sowie Windeln. Bitte unterstützen sie unsere Partnerstadt mit Geldspenden. Jeder Euro hilft“, sagt Oberbürgermeister Thilo Michler.

Spendenkonto

Die Stadt Kędzierzyn-Kożle hat mit der Hilfsorganisation „Trampolina“ ein Spendenkonto eingerichtet, auf das Geldspenden auch in Euro ohne Umrechnungsgebühren überwiesen werden können. In Polen gilt die Währung Złoty. Das Geld kommt den Geflüchteten vor Ort in Kędzierzyn-Kożle zugute.

Empfänger: Stowarzyszenie „Trampolina“
IBAN: PL31 1600 1462 1029 8069 5000 0003
Stichwort: „Pomoc dla Ukrainy“

Pressemitteilung Große Kreisstadt Öhringen




„Wir wollen gegen die Müllverschwendung aktiv werden“

Ein alter Schweinestall, drei Jahre Arbeit und 300 000 Euro Investitionen – Michael und Andrea Schmitt aus Mulfingen-Simprechtshausen haben mehr als nur Zeit und Geld in ihr neues Projekt gesteckt: eine ganze Menge Herzblut.

Neuer Unverpackt-Laden in Simprechtshausen. Foto: GSCHWÄTZ

„Meine Frau und ich haben uns überlegt, dass wir irgendetwas gegen die Müllverschwendung unternehmen müssen. Deshalb haben wir uns dazu entschlossen, einen Unverpackt-Laden zu eröffnen“, erklärt Michael Schmitt. „So etwas gibt es bei uns ja noch nicht. In Heilbronn, Nürnberg und Würzburg gibt es einen und Simprechtshausen liegt da genau im Zentrum.“ Das Credo des 50-Jährigen lautet: „Einfach machen!“ – So haben Schmitts kurzerhand die Initiative ergriffen und sind selbst aktiv geworden, um einen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten. Das Gebäude, in dem der neue Unverpackt-Laden eröffnen wird, war früher ein Schweinestall. „Wir haben viel Mobiliar gebraucht gekauft, um Verpackungsmüll einzusparen. Das macht wirklich einen großen Unterschied. Es ist schon toll, was man aus einem alten Schweinestall alles machen kann“, so Schmitt.

Noch sind die Regale leer. Fotos: GSCHWÄTZ

Die größte Hürde auf dem Weg zum Unverpackt-Laden sei übrigens der Umnutzungsantrag für das Gebäude gewesen. „Das Landratsamt hat sich sieben Monate Zeit gelassen.“

Das Einzugsgebiet des Nachhaltigkeitsprojekts betreffend sagt Schmitt: „Wir nehmen natürlich alle Kunden, die kommen, gerne auf. Als Einzugsgebiet versprechen wir uns aber einen Umkreis von 15-20 km.“

Auch ein Café soll es darin geben – mit einem herrlichen Ausblick auf Wiesen und Felder. Foto: GSCHWÄTZ

Neben unverpackten Lebensmitteln können sich die Kunden auf Getränke, Kaffee, selbstgebackenen Kuchen und Softeis freuen. Wo möglich, setzen Schmitts auf regionale Lebensmittel und selbstgemachte Produkte. Der Laden hat sogar eine eigene Backstube.

Die Resonanz auf das Vorhaben sei zum größten Teil positiv gewesen. „Wir wünschen uns, dass unser Laden bald mit Leben gefüllt wird“, erzählt Andrea Schmitt.

Ein Softeis-Automat seht ebenfalls bereit.

In sechs bis acht Wochen soll das neue Projekt an den Start gehen.

Die Adresse des Unverpackt-Ladens: Lausenweg 7/1, 74673 Mulfingen-Simprechtshausen.

Was bedeutet Unverpackt?

In Unverpackt-Läden gibt es Nudeln, Reis Obst, Gemüse, Reinigungsmittel und weitere Produkte möglichst unverpackt. Das heißt, Kund:innen bringen ihre Verpackungen in Form von Glasbältern, Dosen oder Tupperbehältern selbst mit. Auch Getränke kann man bei den Schmitts kaufen, selbstverständlich in Glas- und nicht in Plastikflaschen. Im Hohenlohekreis gibt es bislang keinen Unverpackt-Laden.

Text, Fotos & Video: Priscilla Dekorsi




„Ich bewundere den Mut des ukrainischen Volkes“

In der Ukraine herrscht Krieg. Hunderttausende Menschen flüchten, Familien werden auseinandergerissen, Männer bleiben im Land, um ihre Heimat zu verteidigen, Frauen und Kinder nehmen tagelange und aufreibende Wege durch die winterliche Kälte in sichere Länder auf sich. Sie alle erfahren Leid, Tod, Zerstörung und einen übermächtigen Gegner, der zu allem bereit ist. Ich bewundere den Mut und die Entschlossenheit des ukrainischen Volkes, das ihr Land und – auch unsere – Werte von Freiheit und Demokratie verteidigt.

„Wichtig ist uns, schnell und unbürokratisch helfen zu können“

In Öhringen sind bereits Geflüchtete aus der Ukraine angekommen. Sie haben zunächst Zuflucht bei Familien und Freunden gefunden. In Öhringen leben dauerhaft 46 ukrainische Mitbürger:innen. Sie sorgen sich um ihre Familien und Freunde. Ihnen sei unsere Hilfe und Unterstützung gewiss. Im heutigen Krisenstab haben wir entschieden, unsere Stadt gezielt auf die Ankunft von Geflüchteten vorzubereiten und die notwendige Infrastruktur zu schaffen. Wir sind bei allen Vorkehrungen auch in enger Abstimmung mit dem Landratsamt. Wichtig ist uns, schnell und unbürokratisch helfen zu können. Unser Team der Flüchtlingshilfe steht für Beratung rund um Ankunft, Formulare und Rechte bereit. Unser Ordnungsamt kümmert sich um die Unterkünfte. Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, hier brauchen wir auch ihre Mithilfe. Sollten sie private Unterkunftsmöglichkeiten zur Verfügung haben, melden sie sich bitte bei unserem Ordnungsamt, Herrn Frank Stransky.

„Wir stehen selbstverständlich in engem Austausch mit Stadtpräsidentin Sabina Nowosielska aus unserer polnischen Partnerstadt Kędzierzyn-Kożle“

Dass Öhringer:innen helfen wollen zeigt sich in all den Anrufen und Angeboten, die uns in den letzten Tagen erreicht haben. Hilfe macht nur Sinn, wenn sie wirklich dort ankommt wo sie gebraucht wird. Die notwendige Infrastruktur wird derzeit von lokalen Akteuren aufgebaut. Informieren sie sich bitte in der Tagespresse und im Internet über lokale Spendenaktionen. Sachspenden können an das Landratsamt, Amt für Ordnung und Zuwanderung, gemeldet werden. Geldspenden sind bei dem Spendenkonto von „Aktion Deutschland Hilft“ willkommen.

„Niemand will Krieg“

Wir stehen selbstverständlich in engem Austausch mit Stadtpräsidentin Sabina Nowosielska aus unserer polnischen Partnerstadt Kędzierzyn-Kożle. Dort sind mittlerweile 300 Ukrainerinnen und Ukrainer angekommen. Polen hat über 300.000 Geflüchtete aufgenommen. Sabina Nowosielska arbeitet seit Tagen mit ihrem Team und vielen polnischen Ehrenamtlichen unter vollstem Einsatz daran, eine solide Infrastruktur für die ankommenden Geflüchteten aufzubauen. Der Landkreis ist auf rund 5.000 Ankommende vorbereitet. Strukturiert und konzentriert werden ausreichend Hygieneartikel, Kleidung und Nahrungsmittel an einem Sammelpunkt gelagert. Es gibt Koordinatoren für den Landkreis und für die Gemeinde. Die ärztliche Versorgung ist sichergestellt. Heute ist eine neunköpfige polnisch-stämmige Familie in Kędzierzyn-Kożle angekommen, die wieder dauerhaft in Polen leben wird. Wir haben unserer Partnerstadt unsere vollste Solidarität und Hilfe angeboten. Die Stadt Kędzierzyn-Kożle hat ein Spendenkonto eingerichtet. Das Geld wird für die Unterstützung der Geflüchteten in der Stadt verwendet. Sollten Sachspenden gebraucht werden, stehen wir und viele Freiwillige aus Öhringen bereit, einen Warentransport einzurichten.

Unsere Pflicht ist es, sich mit der Ukraine solidarisch zu zeigen.

Demokratie, Freiheit und Frieden sind keine Selbstverständlichkeiten. Niemand will Krieg. Unsere Pflicht ist es, sich mit der Ukraine solidarisch zu zeigen.

Kontakt

  • Bei Fragen und Angeboten zu Unterkunftsmöglichkeiten: Frank Stransky, Ordnungsamt Öhringen, Tel.: 07941-68220, E-Mail: Frank.Stransky@oehringen.de
  • Bei Fragen zur Integrationsberatung (Leistungen, Dokumente, Formulare): Hans-Jürgen Saknus, Integrationsmanagement Stadtverwaltung, Tel.: 07941-68217, E-Mail: Hans-Juergen.Saknus@oehringen.de
  • Spenden: „Aktion Deutschland hilft“, IBAN: DE53 200 400 600 200 400 600, Betreff „Nothilfe Ukraine“
  • Direkte Spenden an unsere Partnerstadt Kędzierzyn-Kożle für die Unterstützung der dortigen Geflüchteten: BNP Paribas Bank Polska S.A., IBAN: PL58 1600 1462 1029 8069 5000 0002: Stichwort: POMOC UKRAINA.
  • Ehrenamtshilfe: Wer ehrenamtlich unterstützen möchte, kann sich an Sonja Schäfer im Amt für Kreisschulen und Bildung wenden. Sie ist Ansprechpartnerin zur Koordinierung von ehrenamtlichem Engagement in der Integrations- und Flüchtlingshilfe im Hohenlohekreis, Tel.: 07940 18-1921, E-Mail: Sonja.Schaefer@hohenlohekreis.de
  • Sachspenden: Sachspenden nimmt das Amt für Ordnung, Zuwanderung und Recht per E-Mail entgegen: OrdnungundZuwanderung@hohenlohekreis.de. Die Angebote werden zunächst gesichtet und falls Bedarf besteht, erfolgt eine Rückmeldung.