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Verborgene Winkel in Künzelsau entdecken

Erneut lädt die Stadtverwaltung Künzelsau am Samstag, 2. April 2022, 11 Uhr, zu einer Führung durch die Gassen der Kernstadt Künzelsaus ein. Gleichermaßen an Neubürger und Alteingesessene richtet sich dieses Angebot. Dieses Mal wird Friederike Spieles den anderthalbstündigen Spaziergang mit ihren Erläuterungen begleiten.

Von der Burgsiedlung zur Kreisstadt

Der Ort steht im ersten Jahrtausend seiner Geschichte. Aus einer Burgsiedlung entwickelte er sich zu einer pulsierenden Handels- und Handwerkerstadt, die einst von mehreren Herren regiert wurde. Seit 1806 gehörte sie zu einem Königreich und wurde schließlich vor 70 Jahren zu einem Bestandteil des Bundeslandes Baden-Württemberg.
Hier stellt sie sich als Hauptstadt eines der 35 Landkreise, des Hohenlohekreises dar. Durch aktives Engagement der Stadtverwaltung wurde die Altstadt saniert, findet Förderung von Existenzgründungen und Leerstands-Management statt.

Mehrere Gebäude die eine besondere Geschichte aufweisen werden in der Führung gezeigt. Einige bedeutende Persönlichkeiten sind in Künzelsau geboren. Ereignisse wie Bachhochwasser, Feuersbrünste, Umzüge und Feste prägten sich im Gedächtnis der Einwohnerinnen und Einwohner ein.

Anmeldung

Anmeldungen sind möglich bis Freitag, 1. April, 18 Uhr unter stefan.kraut@kuenzelsau.de oder 07940 129-117. Die Teilnehmergebühr beträgt drei Euro pro Person. Treffpunkt ist am Samstag, 2. April, um 11 Uhr beim Alten, Rathaus, Balustraden-Seite, Hauptstraße 41, Künzelsau.
Die nächste Stadtführung ist am Samstag, 7. Mai 2022 geplant.

Pressemitteilung Stadt Künzelsau




„Solange man redet, schießt man nicht“

Diverse lokale, politische und kirchliche Vereine hatten am Freitag, den 18. März 2022, zu einer Friedensdemo für die Ukraine nach Künzelsau gerufen. Rund 100 bis 200 Menschen (laut eigenen Schätzungen) sind diesem Ruf, teilweise mit Friedensplakaten, gefolgt.

Dekan Kuhbach tut sich schwer mit friedlicher Gegenwehr

Als Redner sprachen unter anderem Ingo Kuhbach vom katholisches Dekanat Hohenlohe und Dekanatsjugendseelsorger Gerold Traub.

Am 24. Februar 2022 [Offizieller Beginn des Ukraine-Krieges, Anm. d. Red.] dachte er, er wache in einer falschen Welt auf, erinnert sich Dekan Ingo Kuhbach. „Der Krieg von 2015 [Syrien] war damals weit weg. Dieser Krieg jetzt ist nicht mehr ganz so weit weg.“ Rund 1.000 Kilometer seien es bis zur Ukraine, „das ist nicht wirklich weit“. Viele Menschen, vor allem ältere Mitbürger:innen, hätten nun Angst. Manche Menschen hätten ihn aber auch angesprochen und gesagt: Wie wäre es, wenn die Menschen dort nicht kriegerisch antworten würden, sondern mit Blumen entgegenlaufen würden.“ Davon hält Kuhbach nicht sonderlich viel. „Ich gebe zu, ich muss da schlucken. Ich kann solche pazifistischen Gedanken durchaus irgendwie verstehen. Aber mein Verstand sagt mir auch: Wenn die Menschen wirklich so dem Aggressor begegnen würden, dann hätte die russische Propaganda Recht, die sagt, sie werden mit offenen Armen empfangen.“ Und doch denke er, in diesem „Wunschdenken“ stecke etwas, drin, was man nicht ganz beiseite schieben sollten, nämlich, den stillen Widerstand gegen Krieg anders zu leben. Wir können das jetzt hier zum Glück in Freiheit tun. In Russland und in Belarus ist das nicht so einfach möglich. Es gibt überalle gerade Friedensgebete und Kerzen. Vielleicht wäre es gut, wenn wir jeden Tag für eine kurze Zeit eine Kerze anzünden und ein Friedensgebet sprechen und somit gute Gedanken den Menschen schicken, die sich gerade einsetzen für Frieden.“

„Bringt beten überhaupt etwas?“

„Kirchen organisieren Friedensgebete und viele fragen sich: Bringt beten überhapt was?“, fragt Gerold Traub. Ganz nüchtern betrachtet „schützt mein Gebet nicht vor Bombenangriffen“, sagt Traub nüchtern. „Es verschafft Flüchtenden keine Unterkunft und mein Gebet wird auch die Meinung von Wladimir Putin nicht verändern. Hilft reden denn überhaupt was? Anna-Lena Bearbock hat, bevor es eskaliert ist, gesagt: ,Solange man redet, schießt man nicht.‘ Aber alleine durch Reden wird kein hungriger Mensch satt und auch Krankheiten verschwinden nicht aus dieser Welt. Aber die Einstellung von Gesprächspartnern zueinander kann sich verändern. Wir haben die letzten zwei Jahre auch in einem anderen Zusammenhang [Corona, Anm. d. Red.] erlebt, wie Beziehungen zerbrechen können, wenn ich nur meine eigene Wahrheit als die alleinige Wahrheit nehme. Im Gespräch können wir uns wieder annähern, obwohl wir ganz anderer Meinung sind.“ Wichtig sei es, dass man einander wieder zuhöre.

1.000 Kraniche für den Weltfrieden und ein langes, gesundes Leben

Nicola, eine Sprecherin für Fridays for future hielt die Auftaktrede, in welche sie dazu unter anderem zu einer Aktion aufrief, die auch von der Stadtverwaltung Künzelsau unterstützt wird: innerhalb der nächsten zwei Wochen 1.000 Kraniche für die Ukraine zu basteln.  „In Japan und China gelten sie als Glücksbringer, nach dem Zweiten Weltkrieg als Symbol des Friedens. Bei der Aktion falten Städte mindestens 1.000 Kraniche und schicken sie danach an die Vereinten Nationen nach Genf oder New York als Zeichen des Friedens. Warum 1.000? Nach alter japanischer Weisheit soll das falten von 1.000 Kranichen ein langes und gesundes Leben garantieren.“

Auch Spenden sammelten die Organisatoren an dieser Demo ein. Ein Teil davon soll an die Stadtverwaltung gehen, die die Spenden für die Geflüchteten hier vor Ort verwenden will. Mit einem anderen Teil soll das Deutsche Rote Kreuz unterstützt werden.

Zwischen den einzelnen Reden gab es Liedeinlagen, unter anderem Imagine von John Lennon durften die Demoteilnehmer hören.

 

 




ebm-papst Marathon dieses Jahr live

Wer die emotionale Atmosphäre bei den Zieleinläufen des ebm-papst Marathons schon einmal als Zuschauer vom Streckenrand beobachtet hat, der kennt das Gefühl: Das würde man auch gerne erleben!

Live-Event geplant

In den vergangenen zwei Jahren musste der ebm-papst Marathon aufgrund der Pandemie pausieren. In diesem Jahr ist wieder ein großes Live-Event in Niedernhall geplant.

Laufgruppe trainiert für 10km oder Halbmarathon

Zehn oder sogar 21 Kilometer am Stück zu laufen ist für Sportmuffel und Laufanfänger eine echte Herausforderung. Die Lösung: Mitmachen bei der Laufgruppe 0-10-21, die ab Mai wieder in Niedernhall und Mulfingen trainiert.Bereits in den Jahren 2017 bis 2019 war die Aktion ein voller Erfolg. Insgesamt rund 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer trainierten rund vier Monate lang gemeinsam unter der Leitung von Ralf Stehle, Referent für Betriebliches Gesundheitsmanagement bei ebm-papst, und seinem erfahrenen Trainerteam.

Ab 21. März Anmeldung zur 0-10-21-Laufgruppe möglich

Für die vierte Auflage der Wettbewerbsvorbereitung können sich ab dem 21. März 2022 wieder interessierte Hobbyläufer und Sportneulinge anmelden, die Lust haben, beim 10-Kilometer-Lauf oder Halbmarathon des ebm-papst Marathons am 11. September 2022 an den Start zu gehen. Doch nur wer schnell ist, kann dabei sein: Die Teilnehmeranzahl ist in diesem Jahr begrenzt!

Trainiert wird ab Mitte Mai jeweils dienstags um 18:30 Uhr in Niedernhall und mittwochs um 17 Uhr in Mulfingen. In beiden Gruppen gibt es schnellere und langsamere Laufteams, damit für jeden das passende Tempo dabei ist. Belastung und Laufdistanz werden nach und nach gesteigert. Jeder Teilnehmer erhält einen persönlichen Trainingsplan, der ihn auch bei den Trainingseinheiten zu Hause unterstützt.

Anmeldeinformationen

Die Anmeldung ist per Mail unter Angabe des vollständigen Namens, der Mailadresse, der sportlichen Vorerfahrung, der T-Shirt-Größe und des bevorzugten Trainingsortes (Niedernhall oder Mulfingen) über trainingscamp@ebmpapst-marathon.de möglich. Eine sportmedizinische Untersuchung im Vorfeld der Teilnahme wird empfohlen. Schnell sein lohnt sich: Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Anmeldeschluss ist Sonntag, der 31. März 2022.

Weitere Informationen zum Marathon finden Sie unter https://www.ebmpapst-marathon.de/de/.

Presseinformation ebm-papst.




Ingelfinger Teilort zwischen zu wenig und zu viel Wasser

Trockenheit herrscht in einem Graben, der vom Wald her kommend an der hinteren Klinge in Criesbach vorbeifließt. Das war nicht immer so: Früher, vor wenigen Jahren noch, so berichtet es Roland Dörr, dem dort einige Grundstücke gehören, gab es dort genügend Wasser, dass sich dort sogar Gelbbauchunken und  Feuersalamander aufhielten und sich fortpflanzten. Und er belegt das durch ein Foto aus dem Jahr 2018. Dieser Graben wird von einer oder mehreren kleinen Quellen gespeist und leitet Wasser zum Kocher ab.

Der Graben im Jahr 2018. Foto: privat

Inzwischen hat sich die Schüttung des Grabens verändert: Laut Dörr flossen einstmals rund fünf bis sechs  Sekundenliter Wasser durch den Graben, jetzt schätzt er den Durchfluß auf einen bis zwei Liter pro Sekunde. Er vermutet einen Zusammenhang mit Maßnahmen des NOW, des Zweckverbandes Wasserversorgung Nordwürttemberg, der möglicherweise das Wasser aus der dortigen Quelle in einen Hochbehälter abführe.

… und im März 2022. Foto: privat

Ortsvorsteher vermutet Zusammenhang mit trockenen Sommern

Ortsvorsteher Martin Fahrbach kennt die Gründe für das fehlende Wasser nicht, er geht aber ganz pragmatisch eher von einem Zusammenhang mit den letzten dürren Sommern aus.

NOW gibt detailliert Auskunft

Patrick Helber, NOW-Referent für die Öffentlichkeitsarbeit, teilt mit: „In unmittelbarer Nähe des Hochbehälters Criesbach befinden sich drei Quellfassungen (alte Quelle I und II; neue Quelle). Das Rohwasser der Quellen wird über den Hochbehälter Criesbach zum Wasserwerk in Niedernhall gefördert. Seit Fertigstellung des Wasserwerks in Niedernhall 2013 ist die NOW für die Brunnen und Quellen in Ingelfingen zuständig (Eigentümer ist weiterhin die Gemeinde Ingelfingen). (…) Die Nutzung der Criesbacher Quellen durch die NOW erfolgt seit 2016. Am Hochbehälter selbst sind in den vergangenen Jahrzehnten keine baulichen Änderungen erfolgt. Jener Teil des Quellwassers, der nicht für die Wasserversorgung gespeist wird, fließt als Überlauf dem Bächlein zu.“

Auflagen des Landratsamts werden vom NOW eingehalten

Helber ist überzeugt, dass der NOW sich auf rechtlich abgesicherter Basis bewegt: „Wasserversorgern und staatlichen Stellen ist bewusst, dass auch die Entnahme von Trinkwasser zu Zwecken der Wasserversorgung ein Eingriff in den natürlichen Wasserkreislauf darstellt. Um diese Eingriffe möglichst verträglich zu gestalten, werden Entnahmemengen vom Landratsamt festgelegt, bei dem Umweltverträglichkeitsaspekte berücksichtigt werden. Zudem werden falls notwendig Auflagen vom Landratsamt festgelegt. Das Entnahmerecht für die Criesbacher Quellen zu Zwecken der Trinkwasserversorgung ist in der aktuellen Wasserrechtlichen Erlaubnis des Landratsamts Hohenlohekreis vom 23.07.2015 geregelt. Die Entnahmemenge ist auf max. 4 Liter/Sekunde und max. 126.000 m³/Jahr festgelegt.“ In den letzten vier Jahren wurden zwischen 111.264 m³/Jahr und 125.926 m³/Jahr entnommen, berichtet Helber im Detail.

Von Salamandern und Unken nichts gewußt

Dörr helfen diese Informationen wenig, denn warum der Graben kaum noch Wasser führt, weiß auch Helber nicht: „Da die NOW bereits seit 2016 das Quellwasser für die Trinkwasserversorgung konstant nutzt, können wir die beobachteten Veränderungen am Bächlein ab 2019/2020 nicht erklären. Wir haben auch keine Informationen, welche weiteren Faktoren Einfluss auf den Bach und dessen Wasserstand haben.“ Die seltenen Tiere waren dem NOW nicht bewußt: „Die oben genannte aktuelle wasserrechtliche Erlaubnis enthält keine Auflagen bezüglich geschützter Tierarten oder Wasserrechte von Anliegern. Beide Punkte werden im Dokument an keiner Stelle erwähnt und waren der NOW auch ansonsten bisher nicht bekannt.“

NOW zeigt Gesprächsbereitschaft

Obwohl es die Aufgabe der NOW ist, „auch in Zeiten des Klimawandels verlässlich Trinkwasser liefern zu können“, „ist die NOW als kommunaler Zweckverband bei konkurrierenden Nutzungsansprüchen grundsätzlich bereit für einen Dialog.“ Helber weist aber darauf hin: „Für eine Reduzierung der zulässigen Wasserentnahme liegen aber aus Gründen der Versorgungssicherheit sehr hohe Hürden vor.“

Landratsamt und Stadt Ingelfingen weichen aus

Ausweichender antwortet das Landratsamt: „Insbesondere Feuersalamander sind aufgrund der vorhandenen Gewässercharaktereristik typisch und wurden im Rahmen von Begehungen auch angetroffen.“ Wann diese Begehungen stattfanden und ob die Amphibien dort immer noch angetroffen wurden oder zwischenzeitlich verschwunden sind, dazu äußert sich das Landratsamt nicht. Die Stadt Ingelfingen sagt hierzu: „Ihre Einschätzung, dass dieses Gewässer nahezu versiegt wäre bzw. seit rund 2 bis 3 Jahren deutlich weniger Wasser führe als bisher können wir nicht bewerten, da dies auf rein subjektiver Wahrnehmung beruht. Aktuell führt der Bach auf jeden Fall durchgehend und ausreichend Wasser.“ Was für die Stadt Ingelfingen „ausreichend“ bedeuten mag, sagt Roman Maier, der Leiter des Ingelfinger Bauamtes, nicht.

Gab es ein Sammelbecken?

Hochwasserschutz ist für Ingelfingen und seine Teilorte eine wichtige Aufgabe. Beim Starkregenereignis von 2016 hat sich auch in Criesbach gezeigt, dass Sturzbäche aus den Klingen eine erhebliche Gefahr für Menschen und Gebäude darstellen. Daher zeigt sich Dörr verwundert, dass ein Becken, das sich oberhalb des Hochbehälters befand, vor einiger Zeit zugeschüttet wurde. In diesem Becken hab sich, so erinnert er sich, bei Starkregen stets Wasser gesammelt und der Wasserfluß sei dadurch abgeschwächt worden. Er zeigt die Stelle, die er meint – und tatsächlich ist dort statt eines Beckens inzwischen eher eine Erhebung zu sehen. Sowohl Stadt Ingelfingen als auch das Landratsamt wissen allerdings von so einem Becken nichts: „Ein Sammelbecken irgendwelcher Art ist uns keines bekannt. Die Entwässerungsgräben aus den oberhalb liegenden Flächen entwässern in den Bachverlauf, daher besteht auch kein Anhaltspunkt für eine jemals vorhanden gewesenes Sammelbecken.“ antwortet Maier, und das Landratsamt teuilt mit: „Ein Sammelbecken zum Hochwasserschutz ist dem LRA nicht bekannt und auch nicht im Anlagenverzeichnis aufgeführt.“

Warum und mit was aufgefüllt?

Es mag sich bei dem Becken vielleicht nicht um eine wassertechnische Anlage, sondern um eine natürliche Kuhle gehandelt haben, die möglicherweise eine hochwasserrelvante Schutzwirkung entfaltet hatte – heute könnte ein Sturzbach von der Höhe herunter ungehindert fließen. Warum, von wem und mit welchem Material diese ehemalige Kuhle aufgefüllt wurde, ist offen.

Hochwasserschutz: Niemand kann derzeit sagen, ob und inwieweit Criesbach vor Sturzfluten geschützt ist

Genaue Daten über die Wassermenge, die der Graben bei einem weiteren Starkregenereignis fassen könnte und welche Kapazität die anschließende Verdohlung, die das Wasser unter Criesbach hindurch in den Kocher leitet, hat, werden derzeit erst ermittelt: „Im Zuge der Beseitigung der Unwetterschäden aus dem Jahr 2016 hat die Stadt Ingelfingen die gesamte Verdolung der „Inneren Klinge“ durch die Ortslage von Criesbach (Brunnengasse und Georg-Fahrbach-Straße) sowie das Einlaufbauwerk im Hinblick auf Hochwasser/Starkregen ertüchtigt. Derzeit wird das Starkregenrisikomanagement erarbeitet, konkrete Aussagen zum Inhalt können daher erst nach Abschluss dessen getroffen werden.“ meint die Stadt und das Landratsamt sagt dazu: „Der Abflussquerschnitt des Gewässers ist auf dem gesamten Streckenverlauf unterschiedlich ausgeprägt und daher unterschiedlich leistungsfähig.  Eine Starkregenbetrachtung wird derzeit durchgeführt. Rechenergebnisse und Abflussmengen liegen noch nicht vor.“

Niemand weiß, wie weit die Verdolung „ertüchtigt“ wurde

Diese Aussagen sind interessant: Es wurden also Ertüchtigungsmaßnahmen durchgeführt, man kann aber nichts über deren Leistungsfähigkeit sagen. Und vor allem kann man nicht sagen, für welche Ereignisse der Teilort Criesbach jetzt gewappnet ist und wann es gefährlich werden könnte.

Keine Wasserrechte der Anlieger?

Interessant ist allerdings, dass das Landratsamt davon ausgeht, dass die Anlieger des Grabens gar keine Wasserrechte zur Bewässerung ihrer Grundstücke haben sollen: „Kenntnis haben wir lediglich von einer erlaubten Wasserentnahme für eine Fischteichanlage an der Inneren Klinge. Weitere Entnahmen sind durch uns nicht erlaubt worden“, so das Landratsamt. Ein Folgebeitrag wird sich daher mit dem vorhandenen oder doch nicht vorhandenen Wasserrecht der Anrainer beschäftigen.

Text: Matthias Lauterer

 




„Wir kehren weitgehend zur Normalität zurück“

Mit den Stimmen von SPD, Grünen und FDP hat der Deutsche Bundestag heute das Gesetz zur Änderung des Infektionsschutzgesetzes und weiterer Vorschriften verabschiedet. „Mit dem neuen Infektionsschutzgesetz kehren wir weitgehend zur Normalität zurück“, erklärt der FDP-Bundestagsabgeordnete Valentin Abel. Dies sei angesichts der glücklicherweise nicht mehr gegebenen Überlastung der Krankenhäuser auch notwendig und verfassungsrechtlich sogar geboten. Denn die Pandemie sei heute Dank vorhandener Impfstoffe, antiviraler Medikamente und einer veränderten niedrigeren Gefährlichkeit des Virus eine andere als vor zwei Jahren.

„Die Pandemie ist jedoch noch nicht vorbei“

„Zugangskontrollen und Nachweispflichten entfallen damit, ebenso Kontaktbeschränkungen und weitgehende Maskenpflichten – exakt so wie in zahlreichen Nachbarländern auch“, führt Abel aus. Gleichzeitig behalte man aber effektive und niedrigschwellige Maßnahmen wie die Maskenpflicht im ÖPNV und Fernverkehr oder Maskenpflichten und Testungen zum Schutze besonders gefährdeter Menschen in Kliniken, Alten- und Pflegeheimen bei. „Die Pandemie ist jedoch noch nicht vorbei“, mahnt der Bundestagsabgeordnete mit Blick auf das aktuelle Pandemiegeschehen. Bei einer veränderten Lage könnten die Länder per Parlamentsbeschluss weitergehende Maßnahmen verhängen. „Wir bleiben jederzeit handlungsfähig, in den Ländern, wie auch im Bund“, betont Valentin Abel zusammenfassend und appelliert noch einmal an alle Bürgerinnen und Bürger: „Lassen Sie sich bitte impfen! Das ist der beste Weg aus der Pandemie.“

Pressemitteilung Valentin Abel

 




„Wir fordern das sofortige Ende dieses Krieges“

Anbei veröffentlichen wir erste Fotos von der Demo in Künzelsau am Freitag, den 18. März 2022 für Frieden und Freiheit in der Ukraine. Es fanden sich zirka 100 bis 200 Teilnehmer:innen (eigene Schätzung) auf den Wertwiesen ein. Die Polizei war ebenfalls mit mehreren Fahrzeugen vor Ort. Unter anderem Dekanatsjugendseelsorger Gerold Traub und Ingo Kuhbach vom katholischen Dekanat Hohenlohe hielten Reden.

Eine ausführliche Berichterstattung mit Videos und den einzelnen Reden folgt in Kürze.

Die meisten Teilnehmer:innen trugen Mundschutz. Foto: GSCHWÄTZ

Auch die Polizei war mit mehreren Fahrzeugen vor Ort. Foto: GSCHWÄTZ

Musikalische Einlage. Foto: GSCHWÄTZ

Demo für den Frieden

100 bis 200 Teilnehmer versammelten sich an den Wertwiesen. Foto: GSCHWÄTZ

Fridays for future stellten ihre Planungen für den Weltklimatag hintenan und demonstrieren für Frieden, Freiheit und Demokratie in der Ukraine. Foto: GSCHWÄTZ

Demo am Freitag, den 18. März 2022 in Künzelsau.

Demoteilnehmer. Foto: GSCHWÄTZ

Viele ältere Mitbürger:innen, Student:innen und Mütter mit ihren Kindern waren vor Ort. Foto: GSCHWÄTZ

Demo am Freitag, den 18. März 2022 in Künzelsau für Frieden und Freiheit in der Ukraine. Foto: GSCHWÄTZ

Demo am Freitag, den 18. März 2022 in Künzelsau für Frieden und Freiheit in der Ukraine. Foto: GSCHWÄTZ

Demo am Freitag, den 18. März 2022 in Künzelsau für Frieden und Freiheit in der Ukraine. Foto: GSCHWÄTZ

Demo am Freitag, den 18. März 2022 in Künzelsau für Frieden und Freiheit in der Ukraine. Foto: GSCHWÄTZ




Bereit für den Krieg

Deutsche Panzer und andere Fahrzeuge rollen (beziehunsgsweise werden gerollt) wieder über deutsche Straßen, auch auf der A6 sieht man solche Bilder immer öfter.

Anbei veröffentlichen wir Aufnahmen von der A6 von Freitag, den 18. März 2022.

Fahrzeuge für den Krieg auf der A6 am 18.03.2022. Foto: GSCHWÄTZ




Elternmentoren unterstützen bei sprachlichen Barrieren

Ab Mai 2022 sind 13 frischgebackene Interkulturelle Elternmentoren und Elternmentorinnen zur sprachlichen Unterstützung von Eltern bei Elterngesprächen, Elternabenden, Hilfegesprächen und ähnlichem in Kitas, Schulen und anderen Einrichtungen im Einsatz. Die Ehrenamtlichen wurden seit September 2021 in einer Kooperation des Landratsamt Hohenlohekreis mit der Akademie für Innovative Bildung und Management Heilbronn-Franken gGmbH (aim) in Online-Schulungen hierfür ausgebildet. Mit den bereits früher qualifizierten Elternmentoren kann nun auf insgesamt 22 Ansprechpersonen mit Kenntnissen in insgesamt 22 Sprachen zurückgegriffen werden.

So viele Ehrenamtliche, dass eine weitere Schulung stattfinden wird

Da sich bereits weitere Ehrenamtliche gemeldet haben, wird das Amt für Kreisschulen und Bildung beim Landratsamt Hohenlohekreis im Herbst 2022 die nächste Schulung in Kooperation mit der aim anbieten. Gesucht werden Personen, die neben Deutsch noch weitere Sprachen beherrschen. Unterstützung fehlt zum Beispiel bei afrikanischen Sprachen sowie in Bulgarisch, Ungarisch, Türkisch, Vietnamesisch, Georgisch, Ukrainisch und vielen weiteren. Eine deutsch- und englischsprachige Informationsbroschüre über die Interkulturellen Elternmentoren wird derzeit an die Kitas, Schulen, Einrichtungen, Bürgermeisterämter und Integrationsmanager im Kreis verteilt.

Weitere Informationen

Weitere Informationen erhalten Interessierte, aber auch Personen, die Unterstützung benötigen, unter elternmentoren@hohenlohekreis.de. Die beiden Koordinatorinnen im Landratsamt, Nadine Rüdenauer, Tel. 07940 18-1924 und Sabine Krämer, Tel. 07940 18-1920, informieren gerne über die Tätigkeit oder die Abläufe bei Einsätzen oder über die Schulungsinhalte zur Qualifizierung.

Pressemitteilung Hohenlohekreis




Zum Fremdschämen

Vor (!, nicht etwa während) der Bundestagssitzung am Donnerstag, den 17. März 2022, kam im Berliner Reichstag mittels einer Videoschalte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj zu Wort. Seine Rede war eindrucksvoll und bedrückend, vor allem, da er auch seine Enttäuschung über die Politik der Bundesrepublik äußerte.

Fehlende Aussprache

Weniger eindrucksvoll war das, was der Bundestag vor und nach dieser Rede veranstaltete. „Würdelos“ oder „Peinlich“ kommentieren Presse und „die sozialen Medien“ das Verhalten der Bundestagsabgeordneten. Was war passiert? Nach der Rede Selenskyjs sollte die Bundestagssitzung beginnen, mit einer ganz normalen Tagesordnung, die unter anderem mit Geburtstagsgrüßen begann. Das wollte die CDU nicht und forderte mittels eines Geschäftsordnungsantrags eine Aussprache über die Rede.

Aussprache wäre sinnvoll gewesen

Ein prinzipiell durchaus sinnvoller Vorschlag, denn einigen Abgeordneten war das Entsetzen über die Schilderungen Selenskyjs noch ins Gesicht geschrieben. Aber auf der Tagesordnung stand der Punkt nunmal nicht. Auf der Tagesordnung, die fraktionsübergreifend und offenbar mit den Stimmen der CDU beschlossen wurde. Dass Selenskyj im Bundestag zu Wort kommen würde, war lange bekannt. Das kann der CDU nicht kurz vor der Bundestagssitzung eingefallen sein. Es wäre also durchaus möglich gewesen, Selenskyj innerhalb der Sitzung zu Wort kommen zu lassen und danach eine Aussprache einzuplanen – das wäre der Würde des ukrainischen Präsidentenamtes und des Deutschen Bundestags angemessen gewesen.

Wie trotzige Kinder

Friedrich Merz am 17. März 2022 im Bundestag. Screenshot ARD

Stattdessen hat man das, wohlgemerkt: auch die CDU, unterlassen. Stattdessen geht Friedrich Merz ans Mikrofon und betreibt mittels Geschäftsordnungsantrag Parteipolitik – vor den Augen der Welt. Und einige CDU-Abgeordnete tun es ihm nach und nutzen ihre knappe Redezeit zu anderen Tagesordnungspunkten, um immer wieder auf dem Thema herumzureiten. Sie erscheinen wie trotzige Kinder, die mit dem Füßchen aufstampfen. Und statt einer inhaltlichen Aussprache über die Konsequenzen von  Selenskyjs Aussagen schaut die Welt einer gegenseitigen Schuldzuweisung über Formalien zu.

Würdeloses Schauspiel

Ja, es war peinlich und würdelos, Selenskyj zu- und einfach so kommentarlos wieder wegzuschalten und keine Aussprache einzuplanen.
Mindestens genauso peinlich war es, Selenskyj zum Spielball von Parteipolitik und Parteiraison zu machen.
Und Friedrich Merz hat sich letztendlich selbst entwürdigt, indem er als Fraktionsführer der größten Oppositionspartei dieses würdelose Schauspiel initiiert und angeführt hat. Man hätte das alles vorher klären und besser planen können – zum Fremdschämen war dieses Verhalten parteiübergreifend.

Die Beteiligten an diesem Schauspiel haben der Welt ein Bild von Deutschland vermittelt, das man sich als Bürger dieses Landes nicht wünscht.

Ein Kommentar von Matthias Lauterer




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