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Corona- und Flüchtlingslage im Fokus

Die nächste Sitzung des Kreistages des Hohenlohekreises findet am Montag, 28. März, 14 Uhr, im Bürgerzentrum Langenbachtal in Weißbach statt. Zu Beginn der Sitzung informiert die Verwaltung über die aktuelle Corona- und Ukrainelage im Hohenlohekreis. Anschließend wird über die Beauftragung eines Sicherheitsdienstes für die Gemeinschaftsunterkunft in Bretzfeld-Schwabbach entschieden. Danach geht es um die Fortsetzung des Integrationsmanagements in Zusammenarbeit mit der Liga der freien Wohlfahrtspflege für den Förderzeitraum 2023/2024. Außerdem stehen die Vergabe von Elektroinstallationsarbeiten der Kaufmännischen Schule in Künzelsau sowie die Entscheidung über eine finanzielle Förderung zum Bau eines Geh- und Radweges zwischen Klepsau und Laibach (K 2313) auf der Tagesordnung.

Informationen zu den Sitzungen des Kreistags und seiner Ausschüsse sind über das Bürgerinformationssystem auf der Internetseite www.hohenlohekreis.de im Bereich Kreistag/Ratsinformationssystem abrufbar.

Pressemitteilung Landratsamt Hohenlohekreis




Nicht alles, womit er wirbt, hat er in die Tat umgesetzt

Eine Nummer größer hätte sein blauer Anzug sicher auch gut ausgeschaut. Nun hängt er überall auf Wahplakaten in Ingelfingen. Der amtierende Bürgermeister Michael Bauer möchte am 08. Mai 2022 gerne wiedergewählt werden von seinen Einwohner:innen. Derzeit gibt es einen Gegenkandidaten, Klaus Schmitt (wir berichteten), ebenfalls aus Ingelfingen-Lipfersberg. Die beiden sind quasi Nachbarn.

Viel gemeinsam haben sie indes nicht

Viel gemeinsam haben sie indes nicht. Während Klaus Schmitt Aufbruchsstimmung in dem kleinen Kocherstädtchen verbreiten möchte und mit mehr Kommunikation und Transparenz wirbt, betont Michael Bauer – wie viele seiner Bürgermeisterkollegen, wenn sie wiedergewählt werden möchten – wie viel denn schon gemeinsam geschafft wurde in den vergangenen – in diesem Fall 16 – Amtsjahren. „Gemeinsam viel erreicht“ heißt denn auch sein Wahlslogan. Darunter listet Bauer in einem Faltflyer diverse Erfolge der vergangenen Jahre auf. Etwa den Neubau der Heinrich-Ehrmann-Halle und die Platzgestaltung des Fritz-Müller-Platzes in der historischen Altstadt, ebenso wie den Wochenmarkt, den es dort seit einigen Jahren gibt sowie den Breitbandausbau. All die Errungenschaften, die er in seinen Augen erreicht hat, kann man in dem untenstehenden Flyer nachlesen, den wir hier vollständig abdrucken.

Nicht alles, womit er wirbt, hat er bereits in die Tat umgesetzt

Man muss jedoch sagen, das nicht alles bisher in die Tat umgesetzt wurde, was darin als Erfolg verbucht wird, etwa den Breitbandausbau. Derzeit wirbt die Stadt Ingelfingen und auch Bürgermeister Bauer mit dem privaten Glasfaseranbieter Giganetz, der bei einer Beteiligung der Ingelfinger Haushalte von 35 oder mehr Prozent, den Glasfaser-Ausbau für die Stadt vornimmt. Also: Erledigt ist da noch nichts und zahlen tut es, wenn es nach Bauer geht, am liebsten ein privater Investor, nämlich Giganetz. Das wäre für die Stadt das Günschtigschte, wie Bauer in einer Gemeinderatssitzung Anfang des Jahres 2022 betont – womit er sicher nicht Unrecht hat, aber den Breitbandausbau als bereits geleisteten Erfolg in einen Flyer zu packen, scheint doch etwas übertrieben. Und wer als ein weiterer Erfolg einen Wochenmarkt auflistet, nun gut.

Wochenmarkt als weiterer Erfolg

Die größten Erfolge in seiner Amtszeit sind sicherlich die Sanierung der Georg-Fahrbach-Schule und der Sporthallenneubau. Das war und ist für Ingelfingen, für Bildung und Sport, sehr wichtig. Das ist Lebensqualität und macht die Attraktivität einer Stadt aus. Aber es bleibt nicht zu vergessen, dass beim Sporthallenneubau und den dazugehörigen Planungen vieles auch ehrenamtlich vom TSV gestemmt und mitgestaltet wurde. Es gab hinter den Kulissen deswegen und wegen diversen anderen Dingen viele Konflikte. Eine normale Kommunikation ist hier kaum mehr möglich.

Einwohner:innen vor vollende Tatsachen gestellt

Mit der Schule und der Schulleitung indes arbeitete und arbeitet Bauer sehr eng und gut zusammen. In anderen Bereichen wie in der Wirtschaft, bei Kultur und Sport von diversen Gemeinderäten hört man des Öfteren ein Wehklagen, dass mit ihm nicht gut Kirschen essen sei, wenn man nicht mit seiner Meinung einhergeht. Bauer sei nachtragend, habe ein Freund-Feind-Denken und nicht selten geschehen Taten vor der Kommunikation wie jüngst in Eberstal, als die Einwohner:innen vor vollendete Tatsachen gestellt wurden beim Abholzen von altem Baumbestand (wir berichteten).

Gewerbegebiet in Stachenhausen liegt schon seit längerem im Dornröschenschlag

Im Flyer stehen auch Dinge, die sich Bauer als Erfolg verbucht, aber andere Einwohner:innen, darunter auch Gemeinderäte, nach wir vor vermissen und sich mehr wünschen, etwa „die Erschließung von Gewerbeflächen“. Stachenhausen etwa liegt schon seit längerem im Dornröschenschlaf. Manchmal stimmt seine Selbstwahrnehmung und Selbsteinschätzung nicht mit der Fremdwahrnehmung seiner Umgebung überein, nicht nur in diesem Punkt.

In den „Senkel gestellt“

Bauer präsentiert sich in seinem Flyer auch mit seinem Enkel, quasi als Familienmensch. Aber auch hier stehen seine Taten in der Vergangenheit nicht gerade überzeugend für die eines Familienmenschen. Kommunikation mit anderen auf Augenhöhe, damit tut er sich im Allgemeinem immer wieder schwer. Man erinnere sich nur an den Vorfall, als er seinen Hund nicht unter Kontrolle hatte und eine Katze dabei sterben musste oder als er eine Autofahrerin in den, wie sagt man so schön, „Senkel gestellt“ hat und vor Gericht dafür sogar verurteilt wurde.

Was ein sehr gutes Licht auf ihn wirft, ist aber eine solide Haushaltsführung in und für Ingelfingen. Seine Finanzen hat er im Griff.

Text: Dr. Sandra Hartmann

 




Von Stettens grüner Traum rückt in greifbare Nähe

Nicht nur klimaneutral, sondern autark soll es werden, das neue Wohngebiet, das auf Schloß Stetten geplant wird. Direkt gegenüber dem Gesundheitscampus sind sechs Häuser mit je bis zu 10 Wohnungen vorgesehen, die komplett ohne Energie „von außen“ auskommen sollen. Sowohl Strom als auch Wärme sollen lokal erzeugt und verbraucht werden. Ein Hirngespinst des Bauherrn, dem Bundestagsabgeordneten Christian von Stetten?

So stellt sich Christian von Stetten das „Green Village“ vor. Foto: Sitzungsunterlagen

Energie-Autarkie ist kein Hirngespinst

Nein, sagt von Stetten. Denn auch wenn die Planungen jetzt erst beginnen, hat er schon sehr konkrete Vorstellungen, wie sich das Ziel der energetischen Autarkie realisieren lassen kann: In unmittelbarer Nähe der geplanten Siedlung, betreibt er schon eine große Freiflächenphotovoltaikanlage, deren Leistung von Stetten, mit 4 MW oder „mehr als 1.000 Haushalte“ angibt – das ist deutlich mehr, als in den geplanten Häusern verbraucht werden wird. Trotzdem sollen die geplanten Häuser sowie die Gebäude des Gesundheitscampuss mit Solarzellen ausgestattet werden. Die große Anlage soll nur als Backup dienen. Eine Hackschnitzelheizung – „das Holz erzeugen wir selbst!“, soll mittels eines Nahwärmenetzes die Häuser mit Wärme versorgen.

campus

Gesundheitscampus Künzelsau. Links das neue Gebäude. Foto: GSCHWÄTZ / Archiv

„Künzelsau will klimaneutral werden, dann müssen neue Baugebiete auch klimaneutral oder sogar klimapositiv sein.“

„Künzelsau will klimaneutral werden, dann müssen neue Baugebiete auch klimaneutral oder sogar klimapositiv sein“ – genau dieses Ziel will von Stetten mit den geplanten Häusern erreichen. Mehr noch: Er will energieautark werden und nach Möglichkeit keinen Strom bei externen Anbietern einkaufen müssen. Dazu muss tagsüber gewonnener Strom gespeichert werden. Den Platz für einen ausreichend großen Batteriespeicher hat er bereits geschaffen.

Gemeinderat gibt freie Bahn

Der Künzelsauer Gemeinderat hat am 14. März 2022 mehrheitlich einen „Aufstellungsbeschluß“ gefaßt – das gibt von Stetten jetzt die Sicherheit, dass er Planungsunterlagen erstellen kann, die dann zur Grundlage eines Bebauungsplans und schließlich eines Baugesuchs werden sollen. „Jetzt können wir mit den Prüfungen, beispielsweise zum Lärmschutz oder dem Naturschutz, beginnen“, meint von Stetten.

Hier ist das „Green Village“ geplant. Foto: Sitzungsunterlagen

Mitgliedschaft in einer Energiegenossenschaft soll zur Pflicht gemacht werden

„Diese Häuser haben nichts mit der Residenz zu tun, jeder kann hier eine Wohnung kaufen oder mieten“, allerdings mit einer Einschränkung: „Die Mitgliedschaft in einer zu gründenden Energiegenossenschaft soll für die Käufer und Mieter Pflicht sein.“  Das bedeutet, dass die Bewohner ihre Energie ausschließlich von dieser Genossenschaft beziehen dürfen. „Der Verzicht auf das Recht auf freie Wahl des Energieversorgers muss sein“, sagt Christian von Stetten. Die freie Wahl des Energieversorgers ist ein hohes Rechtsgut, das weiß er, daher wird er deutlich: „Wenn es keine funktionierende Regelung zur Selbstnutzung gibt, dann machen wir das nicht.“

Ein Green Village

Ein regelrechtes „Green Village“ will er also am Rande des Landschaftsschutzgebietes errichten. Und nicht nur die Energie soll grün sein, auch die Flächen um die Häuser sollen begrünt werden. Dafür ist eine Tiefgarage mit Stromanschlüssen für Elektroautos vorgesehen. „Ich will da oberirdisch keine Autos sehen“, ist von Stettens Ziel.

Erweiterter Gesundheitscampus startet am 1. April 2022

Noch ist das Gesundheitscampus nicht völlig ausgebaut. Im ersten Gebäude sind die Arztpraxen bereits seit einiger Zeit in Betrieb. Auf dem Parkplatz herrscht ein reger Verkehr, die Praxen werden also von Patienten gut angenommen. Im zweiten Gebäude soll der Betrieb am 1. April offiziell starten. Die Physiotherapie TheraFit, eine Apotheke, ein Psychotherapeut sowie ein HNO-Arzt sollen ihre Tätigkeit aufnehmen. Wer die Apotheke und die Praxis betreiben wird, will von Stetten noch nicht verraten, nur soviel: Beide kommen nicht aus Künzelsau, es handelt sich also um ein zusätzliches Angebot. Und ein drittes Gebäude ist bereits in Planung.

Vernetzung von Gesundheitscampus und neuem Wohngebiet

Die Nähe zum Gesundheitscampus soll eine bestimmte Zielgruppe von Mietern oder Käufern anziehen: „Es gibt Menschen, die ständig beispielsweise einen Herzinfarkt befürchten müssen.“ Von Stetten rechnet damit, dass ein Teil der Bewohner solche Menschen sind, die sich die Nähe zu einer kardiologischen Praxis – zukünftig dann auch mit Nachtbesetzung – wünschen. Er ist fest davon überzeugt, dass es diese Zielgruppe gibt und dass die Wohnungen daher begehrt sein werden.

Zu den Kosten des Giga-Projekts hoch über Künzelsau will er sich nicht öffentlich äussern. Nur so viel: „Wir von Stettens denken generationenübergreifend.“

Text: Matthias Lauterer

 




„Weitere Blamage des Parlaments“

Anläßlich eines Gesprächs mit Christian von Stetten in Schloss Stetten am vergangenen Montag, den 21. März 2022, hat ihm GSCHWÄTZ-Redakteur Matthias Lauterer drei Fragen zu drei aktuellen Themen gestellt und um kurze knackige Antworten gebeten:

„Lernen, mit dem Virus zu leben“

Frage: Wie stehen Sie zu verabschiedeten Version des Infektionsschutzgesetzes? Zu lasch, zu streng, um das Schutzbedürfnis der Bevölkerung zu erfüllen?

Antwort: Unser Land muss die Vorerkrankten und die Risikogruppen weiterhin schützen. Aber wir werden in diesem Jahr lernen müssen, mit dem Virus und seinen Mutationen zu leben. Die massiven Einschränkungen für die Wirtschaft und das Privatleben werden abgebaut.

„Weitere Blamage des Parlaments“

Frage: Bundestag am Donnerstag mit der Rede von Selenskyj: War das für Sie ein würdiger Rahmen oder nicht? Wie hätten Sie sich den Verlauf der Sitzung gewünscht?

Antwort: Nein, dies war ganz sicher kein würdiger Rahmen. Die CDU/CSU haben im Deutschen Bundestag abstimmen lassen, damit durch Änderung der Geschäftsordnung eine Debatte und eine Antwort des Bundeskanzlers Olaf Scholz auf die Rede des ukrainischen Präsidenten möglich gewesen wäre. SPD, Grüne und FDP haben unseren Antrag zur Änderung der Geschäftsordnung abgelehnt und damit eine weitere Blamage des Parlamentes gesorgt.

„Die Regierungen und die Menschen in den betroffenen Gebieten haben unsere Bundeswehr gebeten zu kommen“

Frage: Bundestag vom Freitag: Abstimmungen zu Auslandseinsätzen der Bundeswehr: Wie haben Sie abgestimmt und warum?

Antwort: Ich habe wie die Mehrheit des Deutschen Bundestages dafür gestimmt, damit die Bundeswehr ihre wertvollen und friedenserhaltenden Maßnahmen fortsetzen kann. Die Regierungen und die Menschen in den betroffenen Gebieten haben unsere Bundeswehr gebeten zu kommen und wollen, dass unsere Soldaten auch weiterhin bleiben.

Die Fragen stellte Matthias Lauterer

 




„Das neue Entgeltsystem LeiV wird von einem erheblichen Teil der Beschäftigten abgelehnt. Das zeigt das Wahlergebnis der Betriebsratswahl“

Am Donnerstag, den 24. März 2022, wurde das Ergebnis der Betriebsratswahl bei ebm festgestellt und bekanntgegeben. 2.523 gültige Stimmen wurden gezählt, davon erhielt die Liste der IG Metall mit 857 Stimmen, also 34 Prozent der Stimmen und wurde damit mit Abstand zur stärksten Liste und wird 9 Betriebsrät:innen stellen können. Vier der 10 angetretenen Listen haben zu wenig Stimmen erhalten, um einen Vertreter in den neuen Betriebsrat entsenden zu können.

Im Anschluß veröffentlichen wir eine Pressemitteilung der IG Metall:

Betriebsratswahlen: Eindeutiges Signal gegen LeiV

    • erstmalige IG Metall-Fraktion bei ebm-papst
    • Ergebnisse spiegeln die massive Kritik am neuen Entgeltsystem LeiV wieder
    • trotz hoher Gewinne, lässt das Unternehmen die Beschäftigten immer noch 1,5 Stunden pro Woche umsonst arbeiten
    • Uwe Bauer, Erster Bevollmächtigter: „Das ist ein klares Signal gegen LeiV und für einen Tarifvertrag!“

[Schwäbisch Hall] – Die Liste 6 der IG Metall hat mit dem Wahlslogan „LeiV stoppen“ 34 Prozent der Stimmen bekommen und zieht mit 9 Mandaten erstmalig in den Betriebsrat bei ebm-papst ein. „Das neue Entgeltsystem LeiV wird von einem erheblichen Teil der Beschäftigten abgelehnt. Das zeigt das Wahlergebnis der Betriebsratswahl“, bewertete Uwe Bauer die Ergebnisse.

Trotz der massiven Kritik aus dem gewerblichen Bereich wurde das neue Entgeltsystem LeiV kurz vor der Wahl auch bei den Angestellten eingeführt. Die Fraktion der IG Metall positioniert sich klar gegen LeiV und für einen Tarifvertrag. „Wir werden das Thema sofort auf die Tagesordnung setzen,“ sagte Uwe Bauer.

Auch die deutliche Mehrheit der anderen Listen haben im Wahlkampf zur Betriebsratswahl das LeiV-System kritisiert. „Wir freuen uns, dass wir zusammen mit den anderen Listen, das Thema LeiV konkret angehen könne,“ richtet Uwe Bauer einen selbstbewussten Appell an alle.

Neben LeiV spielt auch die unbezahlte Arbeitszeit eine große Rolle. „Das Unternehmen ist hochprofitabel und hat im Corona-Jahr 2020 seinen Konzernbilanzgewinn auf über 1 Mrd. EUR angehäuft. Dennoch arbeiten die Kolleginnen und Kollegen umsonst. Das passt nicht zusammen und ist hochgradig ungerecht,“ empörte sich Uwe Bauer. Erste Kollegen und Kolleginnen sind bereits gegen die Regelung vor Gericht gegangen und konnten einen Vergleich erzielen. „Wir werden die unbezahlte Arbeitszeit abschaffen und die Sonderzahlungen erhalten,“ sagte der Erste Bevollmächtigte der IG Metall Schwäbisch Hall.

Die Liste 6 der IG Metall setzt sich zudem für mehr Wahlrecht bei Überstunden und die Abschaffung der Samstagsarbeit ein. „Das Unternehmen hat die Risiken der Materialbeschaffung auf die Beschäftigten abgewälzt. Die Ergebnisse zeigen auch: das wird nicht weiter von der Belegschaft akzeptiert. Ein klarer Auftrag,“ resümiert Uwe Bauer.

Zum Abschluss sendete der Erste Bevollmächtigte der IG Metall noch ein deutliches Signal an die Belegschaft: „Wir werden eure Anliegen konsequent angehen und euch regelmäßig informieren. Betriebsratsarbeit darf keine Dunkelkammer mehr sein!“

Daniela Hagdorn, die die Liste der IG Metall anführte, erklärt: „Der Betriebsrat wird für 4 Jahre gewählt“. Sie stellt fest, dass von den gewählten Mitgliedern mehr als die Hälfte erstmals in den Betriebsrat gewählt wurden: „Das zeigt, wie wichtig den Mitarbeiter:innen die Vertretung im Betrieb ist.“ Ein Indiz für das hohe Interesse ist auch die Wahlbeteiligung: 2.523 von rund 3.800 Mitarbeiter:innen haben ihre Stimme abgegeben.

Matthias Lauterer
Pressemeldung IG Metall




Unfallflüchtiger hinterlässt Totalschaden

Ein Unbekannter sorgte in der Nacht auf Freitag, 25. März 2022, für einen wirtschaftlichen Totalschaden an einem Audi in Öhringen. Ein 26-Jähriger war mit diesem gemeinsam mit seinem Beifahrer auf der Platanenallee in Richtung Schlüsselring unterwegs. Dort kam den beiden gegen 0 Uhr auf ihrer Spur in einer leichten Linkskurve ein schwarzer Pkw mit Xenon-Scheinwerfern entgegen. Der 26-Jährige wich aus und kam von der Fahrbahn ab. Dort prallte der Audi gegen einen Baum. Die zwei Insassen blieben unverletzt und es entstand ein Sachschaden in Höhe von rund 5.000 Euro am Fahrzeug. Der unbekannte Fahrer des schwarzen Pkw flüchtete.

Zeugen die Hinweise zum gesuchten Fahrzeug oder dem Fahrer geben können, werden gebeten, sich beim Polizeirevier Öhringen unter der Telefonnummer 07941 9300 zu melden.

Pressemeldung Polizei Heilbronn




Musik für den Frieden

Der Landesmusikverband hat am Freitag, den 25. März zu einer musikalischen Aktion aufgerufen, bei der das Lied „Die Gedanken sind frei“ erklingen soll. Der 25. März wurde bewusst als Datum gewählt, da sich an diesem Tag die Annahme der sogenannten Berliner Erklärung durch alle Mitgliedstaaten der Europäischen Union gemeinsam mit dem Europäischen Parlament und der Europäischen Kommission zum 15. Mal jährt.

Öhringen unterstützt die Aktion

Die Stadt Öhringen unterstützt diese Aktion mit einem Konzert unter dem Titel „Musik für den Frieden“ am 25. März um 18 Uhr im Hofgarten. Bei Regen findet die Veranstaltung in der Stiftskirche statt. Es werden an dem Tag Spendengelder für die Ukraine gesammelt, die dem Härtefall-Fond vom Kiwanis-Club Öhringen zugutekommen. Der Fond hilft direkt den Flüchtlingen aus der Ukraine, die in Hohenlohe aufgenommen wurden. Organisiert wird die Veranstaltung von Jugendmusikschulleiter Andreas Schwarz in Zusammenarbeit mit Heidrun Südecum vom städtischen Kulturamt. Neben dem Lied „Die Gedanken sind frei“ werden noch weitere Musikstücke erklingen. Musizieren soll ein großes, gemeinsames Orchester der verschiedenen musiktreibenden Vereine und Kirchen, sowie Chöre.

„Ich hoffe sehr, dass wir mit diesem Konzert ein Zeichen für Frieden und Solidarität setzen können.“

„Der Krieg in der Ukraine hat uns alle in den letzten zwei Wochen sehr erschüttert. Unzählige Menschen müssen um ihr Leben fürchten, ihre Heimat verlassen und dabei alles zurücklassen“, sagt Andreas Schwarz. „Ich hoffe sehr, dass wir mit diesem Konzert ein Zeichen für Frieden und Solidarität setzen können.“

Pressemitteilung Stadt Öhringen




„Alle Meteoriten landen auf der Erde“

Nicht nur für Tage mit bedecktem Himmel bietet die Sternwarte der experimenta ab sofort ein Schlechtwetterprogramm an. Neben einem immersiven Globus, der die Himmelskörper unseres Sonnensystems interaktiv erlebbar macht, und einem Indoor-Teleskop spielt dabei ein rund 45 Kilogramm schweres Stück Eisen eine wichtige Rolle. Stephan Fichtner, Teamleiter Sternwarte, erklärt im Interview, woher das neue Exponat stammt und was einen Meteoroiden von einem Meteoriten unterscheidet. Stephan Fichtner ist als Teamleiter Sternwarte seit Anfang 2021 bei der experimenta. Zuvor arbeitete er nach einem Studium der Physik und Astronomie und einer Tätigkeit als Wissenschaftsjournalist beim Planetarium Hamburg.

Woher kommt der Meteorit, der in der experimenta zu sehen ist?

Stephan Fichtner. Foto: Experimenta

Der Meteorit Campo del Cielo stammt ursprünglich aus dem Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter. Dort hat er wahrscheinlich Jahrmillionen seine Runden gedreht, bis ihn eine Schwereanomalie von Jupiter aus der Bahn geworfen hat. Dann hat er sich auf die Reise gemacht und ist beim Eintritt in die Erdatmosphäre in mehrere Einzelteile zerbrochen und in Argentinien auf die Erde gestürzt. Das Ursprungsstück hatte über 100 Tonnen Masse. Das größte Stück, das man bislang gefunden hat, wog rund 30 Tonnen.

Die ersten Stücke des Campo del Cielo wurden schon 1546 entdeckt …

Ja, wenn 100 Tonnen vom Himmel fallen, bleibt das nicht unbemerkt. Die Spanier hatten durch Überlieferungen der Ureinwohner von dem Meteoriten gehört und dachten, dass er wertvoll sein könnte. Als sie merkten, dass er überwiegend aus Eisen besteht und keine Edelmetalle enthält, haben sie den Meteoriten aber liegen lassen. Damals waren für die Spanier nur Silber und Gold interessant. Übrigens: Das 30-Tonnen-Stück wurde erst 2016 gefunden. Das 45,5 Kilogramm schwere Teil in der experimenta besteht aus den Hauptbestandteilen Eisen mit 92,6 Prozent und Nickel mit 6,7 Prozent. Man nennt diese Meteoriten auch Eisen-Nickel-Meteoriten.

Gibt es einen Unterschied zwischen „Meteoroid“ und „Asteroid“?

Im Grunde werden beide Begriffe synonym verwendet. Als Asteroiden bezeichnen wir aber eher die größeren Himmelskörper, die zwischen Mars und Jupiter kreisen. Daher heißt dieser Bereich auch Asteroidengürtel. Die Bezeichnung Meteoroiden hat sich für die kleineren Teile eingebürgert. Die Endung „-id“ weist darauf hin, dass ein Teil im Weltraum seine Bahnen zieht. Trifft einer dieser Körper die Erde, so sprechen wir von einem Meteoriten. Dafür steht die Endung „-it“.  Ein kleiner aber feiner Unterschied.

Wie oft kommt es vor, dass ein Meteorit auf die Erde stürzt?

Regelmäßig. Die Erde sammelt jeden Tag viele Tonnen an außerirdischem Material ein, wenn sie auf ihrer Bahn um die Sonne durch das All fliegt, einfach weil sie ein recht großer Körper ist. Sie hat zwar im Vergleich zu früheren Zeiten ihre Bahn schon ziemlich freigeräumt – damals als das Sonnensystem entstanden ist, war noch alles voll mit Bröseln, Brocken und Staub – aber es fliegen immer noch Kometen quer durch das Planetensystem. Und die zerbröseln bei jeder Umrundung der Sonne natürlich auch. Das heißt, es werden immer wieder neue Teile nachgeliefert, die auch auf der Erdbahn landen. Das sind dann Sternschnuppen – kleine Kometenteile, die in der Atmosphäre verglühen.

Stürzen auf den Mond mehr Brocken als auf die Erde?

Nein. Aber die Erde umgibt eine Lufthülle, darin verglühen die kleineren Meteoroiden. Der Mond hat keine Atmosphäre, dort schlägt wirkliches jedes Teil ein. Außerdem gibt es auf der Erde Wetterphänomene, wir haben Wind, Regen, Erosion: Das heißt, Krater können nach ein paar Jahrmillionen auch wieder verschwunden sein, weil sie dann eingeebnet sind. Aber auch menschliche Einflüsse spielen eine Rolle. So liegt die Stadt Nördlingen in einem alten Meteoritenkrater, dem Nördlinger Ries. Anders verhält es sich mit Kratern in der Wüste, beispielsweise dem Barringer-Krater in Arizona. Diese bleiben länger bestehen, weil es dort nicht so viel regnet wie in unseren Breitengraden. Und genauso verhält es sich auch auf dem Mond. Dort bleibt jeder Krater, der einmal geschlagen wurde, auch bestehen. Eine Ausnahme bilden die Mondmeere auf der Vorderseite des Mondes. Dort ist in der Frühzeit des Mondes Lava ausgetreten und hat die frühesten Krater des Mondes zugedeckt.

Pressemitteilung Experimenta




Heute letzter Anmeldetag

Den Wald für jedermann erlebbar machen – das ist das Ziel des Hohenloher Waldprogramms, zu der die Hohenloher Förster:innen einladen. Anbei veröffentlichen wir eine Pressemitteilung des Landratsamtes hierzu.

Den Auftakt macht der kostenfreie Frühlingsspaziergang „Frühling lässt sein blaues Band…“ am Freitag, 25. März 2022, um 13 Uhr in den Mulfinger Wäldern mit Förster Martin Killat. Beim Entdecken der Frühlingsblüher beantwortet der Förster auch Fragen rund um den Wald. Eine Anmeldung bis Donnerstag, 24. März, ist telefonisch beim Forstamt des Hohenlohekreises unter 07940 18-1560 möglich.

Insgesamt sind über das Jahr verteilt rund 30 Veranstaltungen geplant. Es gibt viele informative Waldspaziergänge mit den Förstern, die dieses Jahr einen Schwerpunkt auf die Rotbuche, den Baum des Jahres 2022, gelegt haben. Weiterhin kann man Einblicke in den Holzverkauf gewinnen oder per Fahrrad im Wald unterwegs sein. Am 25. April, dem Tag des Baumes, wird eine Wanderausstellung durch den Hohenlohekreis zur Rotbuche eröffnet. Im Herbst stehen forstwissenschaftlich hochkarätige Vorträge zu den Themen „Unser Wald im Klimawandel“ und „Rohstoff Holz“ mit anschließender Podiumsdiskussion mit Waldbesitzern auf dem Programm.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt in diesem Jahr auf dem Thema Gesundheit. Der Wald ist ein idealer Ort zum Entspannen unter anderem mit Yogastunden und Waldbaden für Erwachsene oder Kinder. Jeder, der sich an der frischen Luft bewegen möchte, ist bei der Veranstaltung „Fitness-Studio Wald“ richtig, die in Kooperation mit der Sport- und Physioschule Waldenburg zu einem Training im Wald einlädt.

Die Kreativität kommt ebenfalls nicht zu kurz. Familien können Futterhäuschen für Vögel bauen oder Adventskränze binden. Und in der Schnitzwerkstatt für Kinder wird mit Sicherheit das ein oder andere Kunstwerk entstehen.

 

 




Das alte Krankenhaus füllt sich wieder mit Leben

Vertreter des Landratsamtes begrüßten am Mittwoch, den 23. März 2022, die ersten Flüchtlinge, die von der Landeserstaufnahmestelle in Heidelberg ins ehemalige Krankenhaus Künzelsau gebracht wurden. Dabei handelt es sich um rund 40 Personen aus der Ukraine sowie in der Ukraine lebende Angehörige von Drittstaaten, davon größtenteils Familien.

Wie lange sie bleiben werden, ist noch ungewiss. Nun haben die Flüchtlinge ihre Zimmer in einem Stockwerk des Krankenhauses bezogen und sollen da auch erst einmal bleiben und zur Ruhe kommen.

Erst einmal im Krankenhaus bleiben

Zuvor kamen auch schon einige Flüchtlingsfamilien in Künzelsau an, die nicht über die LEA und damit über den Verteilschlüssel des Landes Baden-Württemberg gekommen sind. Diese Flüchtlinge sind entweder bei Verwandenten, Freunden oder Bekannten untergekommen oder haben sich direkt bei der Stadtverwaltung Künzelsau gemeldet, die Unterkünfte vermittelt, die von Einwohner:innen Künzelsau für Flüchtlinge angeboten werden. Dabei zahlt die Stadt die Miete und tritt auch als Mieter in Erscheinung.

Stuttgart verteilt die Flüchtlinge, die über die offiziellen Stellen kommen

Anders bei der offiziellen Verteilung über das Regierungspräsidiums Stuttgart. Kommen die Flüchtlingen in einem der zentralen Aufnahmelager in Ellwangen, Karlsruhe oder Heidelberg an, werden sie von dort mit einem bestimmten Schlüssel an die einzelnen Landkreise, unter anderem den Hohenlohekreis, verteilt. Am Mittwoch, den23. März 2022, kamen die ersten Flüchtlinge von Ellwangen in Künzelsau an. In diesem Fall weist das Landratsamt den Flüchtlingen eine Unterkunft zu, das ist aktuell das alte Krankenhaus. Die Eberhard-Gienger-Halle dient lediglich als Notfallunterkunft, wenn jemand nachts oder am Wochenende hier ankommt. Diese Personen werden dann direkt von der Stadtverwaltung in angebotene private Unterkünfte weitervermittelt. sollte das ehemalige Krankenhaus voll belegt sind, hat das Landratsamt noch weitere großzügige Gebäude als Sammelunterkunft für eine gewisse Anzahl an Betten.

Eberhard-Gienger-Halle nur als Notfallunterkunft

Die Flüchtlinge werden im ersten Schritt nach Ankunft registriert und geschaut, was sie an Erstbedarf an Kleidung und anderen Dingen benötigen. Hierbei helfen Ehrenamtliche. die Redaktion GSCHWÄTZ unweit des Krankenhauses dient derzeit als Kleiderannahme- und ausgabestelle für Flüchtlinge und andere Schutzsuchende und Bedürftige. Auch hier helfen Ehrenamtliche beim Sortieren der Kleidung. Viele Hohenloher:innen haben bereits an der Redaktion Kleidung gespendet. Ein herzliches Dankeschön an dieser Stelle an alle Spender:innen.

Corona- und Flüchtlingslage im Fokus der nächsten Kreistagssitzung

Die nächste Sitzung des Kreistages des Hohenlohekreises findet am Montag, 28. März, 14 Uhr, im Bürgerzentrum Langenbachtal in Weißbach statt. Zu Beginn der Sitzung informiert die Verwaltung über die aktuelle Corona- und Ukrainelage im Hohenlohekreis. Anschließend wird über die Beauftragung eines Sicherheitsdienstes für die Gemeinschaftsunterkunft in Bretzfeld-Schwabbach entschieden. Danach geht es um die Fortsetzung des Integrationsmanagements in Zusammenarbeit mit der Liga der freien Wohlfahrtspflege für den Förderzeitraum 2023/2024. Außerdem stehen die Vergabe von Elektroinstallationsarbeiten der Kaufmännischen Schule in Künzelsau sowie die Entscheidung über eine finanzielle Förderung zum Bau eines Geh- und Radweges zwischen Klepsau und Laibach (K 2313) auf der Tagesordnung.

Informationen zu den Sitzungen des Kreistags und seiner Ausschüsse sind über das Bürgerinformationssystem auf der Internetseite www.hohenlohekreis.de im Bereich Kreistag/Ratsinformationssystem abrufbar.