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Campus Künzelsau eröffnet Medienlabor

Professionelle Medienproduktion für Lehrangebote oder studentische Projekte? Mit dem ersten hochschuleigenen Medienlabor ist die Hochschule Heilbronn (HHN) am Campus Künzelsau dafür nun bestens ausgestattet. Das Herzstück bildet ein stationäres Filmstudio, u. a. mit hochwertiger Kamera, professionellem Licht- und Tonequipment, verschiedenen Hintergründen, einem Green Screen, Teleprompter sowie Schnittplätzen. Um auch außerhalb des Studios zu filmen oder Podcasts aufzunehmen, ist ein umfangreiches mobiles Equipment vorhanden.

Tipps von der Filmakademie

„Die letzten beiden Jahre haben gezeigt, wie wichtig eLearning und gute digitale Lehre sind“, erklärt Professor Andreas Daberkow, Beauftragter für eLearning und eAssessment (eLeA) an der HHN. „Besonders wichtig war uns, die HHN-Medienlabore professionell auszustatten. Deshalb haben wir uns Tipps von den Experten der Filmakademie Baden-Württemberg in Ludwigsburg geholt und unsere Mitarbeiterin Laura Abel des Teams eLeA betreut das Medienlabor vor Ort in Künzelsau.“ Finanziert werden das Künzelsauer Medienlabor sowie die an den Campus Sontheim und Schwäbisch Hall entstehenden durch Unterstützungsmaßnahmen zur Digitalisierung des Landes während der Pandemiezeit.

Ein Medienlabor für viele verschiedene Projekte

Für ein innovatives Lehrkonzept nutzen die Professoren im Studiengang Betriebswirtschaft, Marketing- und Medienmanagement den Produktionsraum bereits intensiv. Auch das erste studentische Projekt hat sich angemeldet: Von Künstlerdozent Dominik Kuhn, aka Dodokay, bekommen Studierende des Studiengangs Betriebswirtschaft und Kultur-, Freizeit-, Sportmanagement (BK) die Aufgabe, Ideen für virale Spots rund um den Campus Künzelsau und ihren Studiengang zu entwickeln, zu drehen und zu schneiden.

Mit professionellem Kamera-, Licht- und Tonequipment bleiben im stationären Medienlabor am Campus Künzelsau keine Wünsche offen. Foto: HHN

Weichenstellung für neue Konzepte und innovative Medienformate

„Für unseren Standort und unsere Fakultät freue ich mich sehr, dass wir das erste hochschuleigene Medienlabor eröffnen dürfen. So stellen wir nicht nur die Weichen für videobasierte Lehre, sondern ermöglichen außerdem neue Konzepte und innovative Medienformate“, so Professorin Anke Ostertag, Dekanin der Fakultät Technik und Wirtschaft am Campus Künzelsau.

Mit ca. 8.000 Studierenden ist die Hochschule Heilbronn eine der größten Hochschulen für Angewandte Wissenschaften in Baden-Württemberg. Ihr Kompetenz-Schwerpunkt liegt auf den Bereichen Technik, Wirtschaft und Informatik. An vier Standorten in Heilbronn, Heilbronn-Sontheim, Künzelsau und Schwäbisch Hall bietet die Hochschule mehr als 50 Bachelor- und Masterstudiengänge an. Die Hochschule pflegt enge Kooperationen mit Unternehmen aus der Region und ist dadurch in Lehre, Forschung und Praxis stark vernetzt.

Pressemitteilung Hochschule Heilbronn




„Ein gutes Leben ist die beste Rache“ 

Mit „Endlich!“ begrüßte Eva Hosemann, die künstlerische Leiterin der Burgfestspiele Jagsthausen, am 26. März 2022 das Publikum und den Kabarettisten Jess Jochimsen im Gewölbekeller der Götzenburg. Endlich ist es wieder möglich, Kultur live zu erleben, mit echten Menschen.

Demütigende Grenzerfahrung

Und Jochimsen erzählt auch gleich aus der Coronazeit, als es auch schon einmal wieder losging, mit einem Auftritt im Autokino: „Ich stand auf einem Parkplatz und habe Autos Witze erzählt – eine demütigende Grenzerfahrung“. Das ist sein Stilmittel: Das Absurde herauszuarbeiten und die komische Fallhöhe der Absurdität im Selbstverständlichen herauszuarbeiten. Im Kleinen wie im Großen.

„Mir waren die Irren lieber“

Wenn er zum Beispiel den „Dorfdepp“, der den ganzen Tag „schwallend“ durch’s Dorf läuft, mit Headset-Handytelefonierern vergleicht: „Mir waren die Irren lieber“. Oder wenn er die weltweiten Krisen nicht mehr als Ausnahme von der Normalität ansieht, sondern zur Normalität der Ausnahme erklärt.

Eine ganz eigene Form des Lachens

Gelacht wird, aber es ist kein herzhaftes Lachen, es ist eher unterdrückt. Liegt es daran, dass das Publikum in den letzten Jahren im Lachen nicht mehr so geübt ist? Oder zeigt der Eulenspiegel auf der Bühne dem Publikum zu deutlich den Spiegel? Erkennt sich das Publikum selbst als Protagonist der alltäglichen Absurdität und mag nicht so recht über sich selbst lachen?

Keine Antwort auf die Fragen

Eine Antwort darauf gibt Jochimsen nicht, will er auch nicht geben: „Der Satiriker gibt keine Antworten, er bereitet nur den Weg.“ Dieser Weg kann das mathematische Denken sein, meint er: Die Fähigkeit, eine Abfolge von Schritten zu minimalisieren und die Fähigkeit, immer auch die Umkehrmöglichkeit zu sehen. Auch beim mathematischen Denken gehe, wie in der Satire, nicht um die Antworten, sondern „um die Qualität der Fragen“.

„Kürzen und Kehren“

Diese Methode nennt er „kürzen und kehren“ und mit zwei einfachen Gesten, die er zu diesen Worten einführt, bringt er das Publikum im Lauf des Abends immer wieder auf diesen Weg zurück. Denn mit dem „Kürzen und Kehren“ will er das Publikum vor dem Irregehen bewahren: „Kürzen und Kehren – das ist der komplette Gegensatz zu jeglicher Esoterik“, und er meint damit von der Religion bis zum Aberglauben alles.

Jess Jochimsen im Gewölbekeller der Götzenburg. Foto: GSCHWÄTZ

„Wissen macht mehr Mühe als glauben“

Aber sofort folgt auch an dieser Stelle die Umkehrung: „Wissen macht mehr Mühe als glauben“.
Kleine und große Seitenhiebe auf die aktuelle Politik dürfen im Kabarett nicht fehlen. Und so empfiehlt Jochimsen stets den Blick auf die Opposition: „Neue Ideen kommen aus der Opposition“, meint er – und mit Blick auf Merz und Söder resigniert er. Über Söder sagt er: „Seine erste Aktion als Ministerpräsident war, überall Kreuze aufhängen zu lassen, auch in den Klassenzimmern. Heute weiß man: Waschbecken wären sinnvoller gewesen.“

Aber noch bevor ein befreiendes Lachen über die Politik seinen Weg finden kann, hält er dem Publikum schon wieder den Spiegel vor: „Man weiß immer erst später, wo man vorher stand.“ Und nachdem er sein Publikum erst zur Sehnsucht nach dem schönen, normalen, beschaulichen „früher“ hingeführt hat, sagt er ganz lakonisch „früher ist rum“ und löscht diese Sehnsucht umgehend, geradezu brutal, wieder aus.

„Wir werden alle bunte Hütchen tragen“

Jess Jochimsen im Gewölbekeller der Götzenburg. Foto: GSCHWÄTZ

In seinem Abschlußlied kürzt und kehrt er nochmals die Absurdität in die Albernheit um, er malt sich einen Moment aus, in dem „wir alle bunte Hütchen tragen“ und begegnet der allfälligen Frage „Wenn das alle machen würden, wo kämen wir dann hin?“ mit einem „keine Ahnung, aber ich glaube, da ist es schön“. Da ist er konsequent: Der Satiriker gibt keine Antworten.

Symbol der Normalität: Diashow zum Abschluß

Und damit auch alle das mit der Umkehrung verstehen, dreht er diese Albernheit nochmals um und beendet beide Teile seines Auftritts mit dem Symbol für die Normalität schlechthin: einer Diashow. Die dann aber auch nur Absurditäten des Alltags zeigt.

„Ein gutes Leben ist die beste Rache“

Und so verabschiedet er sein Publikum mit einem Appell an Solidarität, Vernunft und Gelassenheit und dem Motto: „Ein gutes Leben ist die beste Rache“ in die Nacht.

Im Innenhof der Götzenburg. Foto: GSCHWÄTZ

Eva Hosemann hat recht: Endlich sind solche Veranstaltungen wieder möglich.

Text: Matthias Lauterer

Post Scriptum: „Die Presse“ kommt dem Wunsch des Künstlers selbstverständlich gerne nach und berichtet davon, dass an diesem Abend Kinder ins Kabarett gezwungen wurden.

Info:
www.jessjochimsen.de
www.burgfestspiele-jagsthausen.de/




Radfahrer bei Verkehrsunfall verstorben

Die 55-jährige Führerin eines Mercedes Benz Vito befuhr am Samstag, den 26. März 2022, um 13:35 Uhr, in Bretzfeld die Burgwiesenstraße in Fahrtrichtung Ortsmitte. Im Kreuzungsbereich zur Steinsfeld- und Kirchstraße kollidierte sie mit einem 83-jährigen Mann auf seinem E-Bike. Der Radfahrer wurde durch die Kollision so schwer verletzt, dass er trotz Reanimation noch an der Unfallstelle verstarb. Die Pkw-Führerin erlitt einen Schock. Zur Klärung der Unfallursache wurde ein Sachverständiger hinzugezogen. Der entstandene Schaden am Pkw wird auf ca. 5000 Euro, der Schaden am E-Bike auf ca. 1500 Euro geschätzt. Zeugen werden gebeten, sich bei der Verkehrspolizeiinspektion Weinsberg unter Telefon 07134-5130 zu melden.

Pressemitteilung Polizei Heilbronn




„Öhringen klimaneutral 2035“ – Klimaschutzkonzept kommt

In der Sitzung vom 22. März hat der Öhringer Gemeinderat dem Bürgerbegehren „Öhringen klimaneutral 2035“ zugestimmt und zugleich einer Ausschreibung für einen Klima-Aktionsplan grünes Licht gegeben. Mit der Beauftragung zur Ausschreibung und Vergabe der gewünschten Planungsleistung entfällt die Durchführung eines Bürgerentscheides. Hier wären Kosten von rund 70.000 Euro entstanden. Ein Planungsbüro soll in der Gemeinderatssitzung im Juli beauftragt werden, innerhalb eines Jahres einen Aktionsplan zur Klimaneutralität bis 2035 zu erstellen. Die vorgesehene Ausschreibung wird mit der Bürgerinitiative abgestimmt. Die Entscheidung, welche Planungsleistungen beauftragt werden entscheidet der Gemeinderat.

Klimaschutzkonzept sinnvoll und notwendig

Die Erstellung eines Klimaschutzkonzeptes ist aus Sicht der Verwaltung sinnvoll und notwendig. Ein Klimaschutzkonzept dient als strategische Entscheidungsgrundlage und Planungshilfe für zukünftige Klimaschutzaktivitäten. Die Verwaltung rechnet für die Erstellung eines entsprechenden Gutachtens mit Kosten in Höhe von ca. 100.000 Euro.

Die Initiatoren von „Öhringen klimaneutral 2035“ hatten 1.783 Unterschriften in Öhringen gesammelt und diese am 25. Januar 2022 bei der Stadtverwaltung eingereicht. Das Bürgerbegehren musste von mindestens 7 Prozent der Bürgerinnen und Bürger unterzeichnet sein. Zum Einreichungsdatum gab es in Öhringen 19.580 Wahlberechtigte. Für das Bürgerbegehren waren 1.371 gültige Unterschriften notwendig.

Pressemitteilung Stadt Öhringen




Urmel kommt nach Künzelsau

Aus Hannover reist das kleine Ensemble des Figurentheaters „Die Complizen“ an und bringt das Urmel mit. „Urmel schlüpft aus dem Ei“ heißt das 60 Minuten dauernde Stück für Zuschauer ab vier Jahren: … ein wirrwarrwitziges Musical mit einem der liebenswertesten Geschöpfe der deutschen Kinderliteratur.

Auf der Insel Titiwu bringt der Professor Habakuk Tibatong Tieren das Sprechen bei. Dann passiert etwas Unerwartetes: Ein großer Eisberg wird an den Strand geschwemmt. Ein Ei befindet sich darin. Der Professor und seine Tiere brüten es aus. Heraus schlüpft ein Urmel. Eine Sensation!

Mehr als nur ein Figurentheater

Das Original von Max Kruse bildet die Basis. Angereichert mit den schönsten Momenten des Bilderbuchtitels, mit charakterstarken Figuren auf die Rundbühne gebracht, mit eingängiger Musik vertont und mit verbindenden Mitmachelementen wird das Stück weit mehr als Figurentheater sein.

Am Montag, 11. April 2022 werden zwei Aufführungen angeboten, Beginn um 10.30 Uhr und um 16.00 Uhr. Einlass in die Stadthalle Künzelsau ist jeweils 30 Minuten vor Beginn. Das Stück für Zuschauer ab vier Jahren dauert ungefähr 60 Minuten. Es gilt die 3G-Regel und außerdem Maskenpflicht, ausgenommen von der Maskenpflicht sind Kinder bis einschließlich fünf Jahre.

Günstiger Eintritt dank Albert Berner Stiftung

Eintrittskarten zum Preis von drei Euro sind bei Renate Kilb zu haben, E-Mail mailto:renate.kilb@kuenzelsau.de , Telefon 07940 129-121. Der günstige Eintrittspreis ist möglich, weil die Albert Berner-Stiftung das städtische Kinderkulturprogramm unterstützt.

Pressemitteilung Stadt Künzelsau

Foto: Fotodesign Andreas Braun, Hameln.

 




Corona- und Flüchtlingslage im Fokus

Die nächste Sitzung des Kreistages des Hohenlohekreises findet am Montag, 28. März, 14 Uhr, im Bürgerzentrum Langenbachtal in Weißbach statt. Zu Beginn der Sitzung informiert die Verwaltung über die aktuelle Corona- und Ukrainelage im Hohenlohekreis. Anschließend wird über die Beauftragung eines Sicherheitsdienstes für die Gemeinschaftsunterkunft in Bretzfeld-Schwabbach entschieden. Danach geht es um die Fortsetzung des Integrationsmanagements in Zusammenarbeit mit der Liga der freien Wohlfahrtspflege für den Förderzeitraum 2023/2024. Außerdem stehen die Vergabe von Elektroinstallationsarbeiten der Kaufmännischen Schule in Künzelsau sowie die Entscheidung über eine finanzielle Förderung zum Bau eines Geh- und Radweges zwischen Klepsau und Laibach (K 2313) auf der Tagesordnung.

Informationen zu den Sitzungen des Kreistags und seiner Ausschüsse sind über das Bürgerinformationssystem auf der Internetseite www.hohenlohekreis.de im Bereich Kreistag/Ratsinformationssystem abrufbar.

Pressemitteilung Landratsamt Hohenlohekreis




Nicht alles, womit er wirbt, hat er in die Tat umgesetzt

Eine Nummer größer hätte sein blauer Anzug sicher auch gut ausgeschaut. Nun hängt er überall auf Wahplakaten in Ingelfingen. Der amtierende Bürgermeister Michael Bauer möchte am 08. Mai 2022 gerne wiedergewählt werden von seinen Einwohner:innen. Derzeit gibt es einen Gegenkandidaten, Klaus Schmitt (wir berichteten), ebenfalls aus Ingelfingen-Lipfersberg. Die beiden sind quasi Nachbarn.

Viel gemeinsam haben sie indes nicht

Viel gemeinsam haben sie indes nicht. Während Klaus Schmitt Aufbruchsstimmung in dem kleinen Kocherstädtchen verbreiten möchte und mit mehr Kommunikation und Transparenz wirbt, betont Michael Bauer – wie viele seiner Bürgermeisterkollegen, wenn sie wiedergewählt werden möchten – wie viel denn schon gemeinsam geschafft wurde in den vergangenen – in diesem Fall 16 – Amtsjahren. „Gemeinsam viel erreicht“ heißt denn auch sein Wahlslogan. Darunter listet Bauer in einem Faltflyer diverse Erfolge der vergangenen Jahre auf. Etwa den Neubau der Heinrich-Ehrmann-Halle und die Platzgestaltung des Fritz-Müller-Platzes in der historischen Altstadt, ebenso wie den Wochenmarkt, den es dort seit einigen Jahren gibt sowie den Breitbandausbau. All die Errungenschaften, die er in seinen Augen erreicht hat, kann man in dem untenstehenden Flyer nachlesen, den wir hier vollständig abdrucken.

Nicht alles, womit er wirbt, hat er bereits in die Tat umgesetzt

Man muss jedoch sagen, das nicht alles bisher in die Tat umgesetzt wurde, was darin als Erfolg verbucht wird, etwa den Breitbandausbau. Derzeit wirbt die Stadt Ingelfingen und auch Bürgermeister Bauer mit dem privaten Glasfaseranbieter Giganetz, der bei einer Beteiligung der Ingelfinger Haushalte von 35 oder mehr Prozent, den Glasfaser-Ausbau für die Stadt vornimmt. Also: Erledigt ist da noch nichts und zahlen tut es, wenn es nach Bauer geht, am liebsten ein privater Investor, nämlich Giganetz. Das wäre für die Stadt das Günschtigschte, wie Bauer in einer Gemeinderatssitzung Anfang des Jahres 2022 betont – womit er sicher nicht Unrecht hat, aber den Breitbandausbau als bereits geleisteten Erfolg in einen Flyer zu packen, scheint doch etwas übertrieben. Und wer als ein weiterer Erfolg einen Wochenmarkt auflistet, nun gut.

Wochenmarkt als weiterer Erfolg

Die größten Erfolge in seiner Amtszeit sind sicherlich die Sanierung der Georg-Fahrbach-Schule und der Sporthallenneubau. Das war und ist für Ingelfingen, für Bildung und Sport, sehr wichtig. Das ist Lebensqualität und macht die Attraktivität einer Stadt aus. Aber es bleibt nicht zu vergessen, dass beim Sporthallenneubau und den dazugehörigen Planungen vieles auch ehrenamtlich vom TSV gestemmt und mitgestaltet wurde. Es gab hinter den Kulissen deswegen und wegen diversen anderen Dingen viele Konflikte. Eine normale Kommunikation ist hier kaum mehr möglich.

Einwohner:innen vor vollende Tatsachen gestellt

Mit der Schule und der Schulleitung indes arbeitete und arbeitet Bauer sehr eng und gut zusammen. In anderen Bereichen wie in der Wirtschaft, bei Kultur und Sport von diversen Gemeinderäten hört man des Öfteren ein Wehklagen, dass mit ihm nicht gut Kirschen essen sei, wenn man nicht mit seiner Meinung einhergeht. Bauer sei nachtragend, habe ein Freund-Feind-Denken und nicht selten geschehen Taten vor der Kommunikation wie jüngst in Eberstal, als die Einwohner:innen vor vollendete Tatsachen gestellt wurden beim Abholzen von altem Baumbestand (wir berichteten).

Gewerbegebiet in Stachenhausen liegt schon seit längerem im Dornröschenschlag

Im Flyer stehen auch Dinge, die sich Bauer als Erfolg verbucht, aber andere Einwohner:innen, darunter auch Gemeinderäte, nach wir vor vermissen und sich mehr wünschen, etwa „die Erschließung von Gewerbeflächen“. Stachenhausen etwa liegt schon seit längerem im Dornröschenschlaf. Manchmal stimmt seine Selbstwahrnehmung und Selbsteinschätzung nicht mit der Fremdwahrnehmung seiner Umgebung überein, nicht nur in diesem Punkt.

In den „Senkel gestellt“

Bauer präsentiert sich in seinem Flyer auch mit seinem Enkel, quasi als Familienmensch. Aber auch hier stehen seine Taten in der Vergangenheit nicht gerade überzeugend für die eines Familienmenschen. Kommunikation mit anderen auf Augenhöhe, damit tut er sich im Allgemeinem immer wieder schwer. Man erinnere sich nur an den Vorfall, als er seinen Hund nicht unter Kontrolle hatte und eine Katze dabei sterben musste oder als er eine Autofahrerin in den, wie sagt man so schön, „Senkel gestellt“ hat und vor Gericht dafür sogar verurteilt wurde.

Was ein sehr gutes Licht auf ihn wirft, ist aber eine solide Haushaltsführung in und für Ingelfingen. Seine Finanzen hat er im Griff.

Text: Dr. Sandra Hartmann

 




Von Stettens grüner Traum rückt in greifbare Nähe

Nicht nur klimaneutral, sondern autark soll es werden, das neue Wohngebiet, das auf Schloß Stetten geplant wird. Direkt gegenüber dem Gesundheitscampus sind sechs Häuser mit je bis zu 10 Wohnungen vorgesehen, die komplett ohne Energie „von außen“ auskommen sollen. Sowohl Strom als auch Wärme sollen lokal erzeugt und verbraucht werden. Ein Hirngespinst des Bauherrn, dem Bundestagsabgeordneten Christian von Stetten?

So stellt sich Christian von Stetten das „Green Village“ vor. Foto: Sitzungsunterlagen

Energie-Autarkie ist kein Hirngespinst

Nein, sagt von Stetten. Denn auch wenn die Planungen jetzt erst beginnen, hat er schon sehr konkrete Vorstellungen, wie sich das Ziel der energetischen Autarkie realisieren lassen kann: In unmittelbarer Nähe der geplanten Siedlung, betreibt er schon eine große Freiflächenphotovoltaikanlage, deren Leistung von Stetten, mit 4 MW oder „mehr als 1.000 Haushalte“ angibt – das ist deutlich mehr, als in den geplanten Häusern verbraucht werden wird. Trotzdem sollen die geplanten Häuser sowie die Gebäude des Gesundheitscampuss mit Solarzellen ausgestattet werden. Die große Anlage soll nur als Backup dienen. Eine Hackschnitzelheizung – „das Holz erzeugen wir selbst!“, soll mittels eines Nahwärmenetzes die Häuser mit Wärme versorgen.

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Gesundheitscampus Künzelsau. Links das neue Gebäude. Foto: GSCHWÄTZ / Archiv

„Künzelsau will klimaneutral werden, dann müssen neue Baugebiete auch klimaneutral oder sogar klimapositiv sein.“

„Künzelsau will klimaneutral werden, dann müssen neue Baugebiete auch klimaneutral oder sogar klimapositiv sein“ – genau dieses Ziel will von Stetten mit den geplanten Häusern erreichen. Mehr noch: Er will energieautark werden und nach Möglichkeit keinen Strom bei externen Anbietern einkaufen müssen. Dazu muss tagsüber gewonnener Strom gespeichert werden. Den Platz für einen ausreichend großen Batteriespeicher hat er bereits geschaffen.

Gemeinderat gibt freie Bahn

Der Künzelsauer Gemeinderat hat am 14. März 2022 mehrheitlich einen „Aufstellungsbeschluß“ gefaßt – das gibt von Stetten jetzt die Sicherheit, dass er Planungsunterlagen erstellen kann, die dann zur Grundlage eines Bebauungsplans und schließlich eines Baugesuchs werden sollen. „Jetzt können wir mit den Prüfungen, beispielsweise zum Lärmschutz oder dem Naturschutz, beginnen“, meint von Stetten.

Hier ist das „Green Village“ geplant. Foto: Sitzungsunterlagen

Mitgliedschaft in einer Energiegenossenschaft soll zur Pflicht gemacht werden

„Diese Häuser haben nichts mit der Residenz zu tun, jeder kann hier eine Wohnung kaufen oder mieten“, allerdings mit einer Einschränkung: „Die Mitgliedschaft in einer zu gründenden Energiegenossenschaft soll für die Käufer und Mieter Pflicht sein.“  Das bedeutet, dass die Bewohner ihre Energie ausschließlich von dieser Genossenschaft beziehen dürfen. „Der Verzicht auf das Recht auf freie Wahl des Energieversorgers muss sein“, sagt Christian von Stetten. Die freie Wahl des Energieversorgers ist ein hohes Rechtsgut, das weiß er, daher wird er deutlich: „Wenn es keine funktionierende Regelung zur Selbstnutzung gibt, dann machen wir das nicht.“

Ein Green Village

Ein regelrechtes „Green Village“ will er also am Rande des Landschaftsschutzgebietes errichten. Und nicht nur die Energie soll grün sein, auch die Flächen um die Häuser sollen begrünt werden. Dafür ist eine Tiefgarage mit Stromanschlüssen für Elektroautos vorgesehen. „Ich will da oberirdisch keine Autos sehen“, ist von Stettens Ziel.

Erweiterter Gesundheitscampus startet am 1. April 2022

Noch ist das Gesundheitscampus nicht völlig ausgebaut. Im ersten Gebäude sind die Arztpraxen bereits seit einiger Zeit in Betrieb. Auf dem Parkplatz herrscht ein reger Verkehr, die Praxen werden also von Patienten gut angenommen. Im zweiten Gebäude soll der Betrieb am 1. April offiziell starten. Die Physiotherapie TheraFit, eine Apotheke, ein Psychotherapeut sowie ein HNO-Arzt sollen ihre Tätigkeit aufnehmen. Wer die Apotheke und die Praxis betreiben wird, will von Stetten noch nicht verraten, nur soviel: Beide kommen nicht aus Künzelsau, es handelt sich also um ein zusätzliches Angebot. Und ein drittes Gebäude ist bereits in Planung.

Vernetzung von Gesundheitscampus und neuem Wohngebiet

Die Nähe zum Gesundheitscampus soll eine bestimmte Zielgruppe von Mietern oder Käufern anziehen: „Es gibt Menschen, die ständig beispielsweise einen Herzinfarkt befürchten müssen.“ Von Stetten rechnet damit, dass ein Teil der Bewohner solche Menschen sind, die sich die Nähe zu einer kardiologischen Praxis – zukünftig dann auch mit Nachtbesetzung – wünschen. Er ist fest davon überzeugt, dass es diese Zielgruppe gibt und dass die Wohnungen daher begehrt sein werden.

Zu den Kosten des Giga-Projekts hoch über Künzelsau will er sich nicht öffentlich äussern. Nur so viel: „Wir von Stettens denken generationenübergreifend.“

Text: Matthias Lauterer

 




„Weitere Blamage des Parlaments“

Anläßlich eines Gesprächs mit Christian von Stetten in Schloss Stetten am vergangenen Montag, den 21. März 2022, hat ihm GSCHWÄTZ-Redakteur Matthias Lauterer drei Fragen zu drei aktuellen Themen gestellt und um kurze knackige Antworten gebeten:

„Lernen, mit dem Virus zu leben“

Frage: Wie stehen Sie zu verabschiedeten Version des Infektionsschutzgesetzes? Zu lasch, zu streng, um das Schutzbedürfnis der Bevölkerung zu erfüllen?

Antwort: Unser Land muss die Vorerkrankten und die Risikogruppen weiterhin schützen. Aber wir werden in diesem Jahr lernen müssen, mit dem Virus und seinen Mutationen zu leben. Die massiven Einschränkungen für die Wirtschaft und das Privatleben werden abgebaut.

„Weitere Blamage des Parlaments“

Frage: Bundestag am Donnerstag mit der Rede von Selenskyj: War das für Sie ein würdiger Rahmen oder nicht? Wie hätten Sie sich den Verlauf der Sitzung gewünscht?

Antwort: Nein, dies war ganz sicher kein würdiger Rahmen. Die CDU/CSU haben im Deutschen Bundestag abstimmen lassen, damit durch Änderung der Geschäftsordnung eine Debatte und eine Antwort des Bundeskanzlers Olaf Scholz auf die Rede des ukrainischen Präsidenten möglich gewesen wäre. SPD, Grüne und FDP haben unseren Antrag zur Änderung der Geschäftsordnung abgelehnt und damit eine weitere Blamage des Parlamentes gesorgt.

„Die Regierungen und die Menschen in den betroffenen Gebieten haben unsere Bundeswehr gebeten zu kommen“

Frage: Bundestag vom Freitag: Abstimmungen zu Auslandseinsätzen der Bundeswehr: Wie haben Sie abgestimmt und warum?

Antwort: Ich habe wie die Mehrheit des Deutschen Bundestages dafür gestimmt, damit die Bundeswehr ihre wertvollen und friedenserhaltenden Maßnahmen fortsetzen kann. Die Regierungen und die Menschen in den betroffenen Gebieten haben unsere Bundeswehr gebeten zu kommen und wollen, dass unsere Soldaten auch weiterhin bleiben.

Die Fragen stellte Matthias Lauterer

 




„Das neue Entgeltsystem LeiV wird von einem erheblichen Teil der Beschäftigten abgelehnt. Das zeigt das Wahlergebnis der Betriebsratswahl“

Am Donnerstag, den 24. März 2022, wurde das Ergebnis der Betriebsratswahl bei ebm festgestellt und bekanntgegeben. 2.523 gültige Stimmen wurden gezählt, davon erhielt die Liste der IG Metall mit 857 Stimmen, also 34 Prozent der Stimmen und wurde damit mit Abstand zur stärksten Liste und wird 9 Betriebsrät:innen stellen können. Vier der 10 angetretenen Listen haben zu wenig Stimmen erhalten, um einen Vertreter in den neuen Betriebsrat entsenden zu können.

Im Anschluß veröffentlichen wir eine Pressemitteilung der IG Metall:

Betriebsratswahlen: Eindeutiges Signal gegen LeiV

    • erstmalige IG Metall-Fraktion bei ebm-papst
    • Ergebnisse spiegeln die massive Kritik am neuen Entgeltsystem LeiV wieder
    • trotz hoher Gewinne, lässt das Unternehmen die Beschäftigten immer noch 1,5 Stunden pro Woche umsonst arbeiten
    • Uwe Bauer, Erster Bevollmächtigter: „Das ist ein klares Signal gegen LeiV und für einen Tarifvertrag!“

[Schwäbisch Hall] – Die Liste 6 der IG Metall hat mit dem Wahlslogan „LeiV stoppen“ 34 Prozent der Stimmen bekommen und zieht mit 9 Mandaten erstmalig in den Betriebsrat bei ebm-papst ein. „Das neue Entgeltsystem LeiV wird von einem erheblichen Teil der Beschäftigten abgelehnt. Das zeigt das Wahlergebnis der Betriebsratswahl“, bewertete Uwe Bauer die Ergebnisse.

Trotz der massiven Kritik aus dem gewerblichen Bereich wurde das neue Entgeltsystem LeiV kurz vor der Wahl auch bei den Angestellten eingeführt. Die Fraktion der IG Metall positioniert sich klar gegen LeiV und für einen Tarifvertrag. „Wir werden das Thema sofort auf die Tagesordnung setzen,“ sagte Uwe Bauer.

Auch die deutliche Mehrheit der anderen Listen haben im Wahlkampf zur Betriebsratswahl das LeiV-System kritisiert. „Wir freuen uns, dass wir zusammen mit den anderen Listen, das Thema LeiV konkret angehen könne,“ richtet Uwe Bauer einen selbstbewussten Appell an alle.

Neben LeiV spielt auch die unbezahlte Arbeitszeit eine große Rolle. „Das Unternehmen ist hochprofitabel und hat im Corona-Jahr 2020 seinen Konzernbilanzgewinn auf über 1 Mrd. EUR angehäuft. Dennoch arbeiten die Kolleginnen und Kollegen umsonst. Das passt nicht zusammen und ist hochgradig ungerecht,“ empörte sich Uwe Bauer. Erste Kollegen und Kolleginnen sind bereits gegen die Regelung vor Gericht gegangen und konnten einen Vergleich erzielen. „Wir werden die unbezahlte Arbeitszeit abschaffen und die Sonderzahlungen erhalten,“ sagte der Erste Bevollmächtigte der IG Metall Schwäbisch Hall.

Die Liste 6 der IG Metall setzt sich zudem für mehr Wahlrecht bei Überstunden und die Abschaffung der Samstagsarbeit ein. „Das Unternehmen hat die Risiken der Materialbeschaffung auf die Beschäftigten abgewälzt. Die Ergebnisse zeigen auch: das wird nicht weiter von der Belegschaft akzeptiert. Ein klarer Auftrag,“ resümiert Uwe Bauer.

Zum Abschluss sendete der Erste Bevollmächtigte der IG Metall noch ein deutliches Signal an die Belegschaft: „Wir werden eure Anliegen konsequent angehen und euch regelmäßig informieren. Betriebsratsarbeit darf keine Dunkelkammer mehr sein!“

Daniela Hagdorn, die die Liste der IG Metall anführte, erklärt: „Der Betriebsrat wird für 4 Jahre gewählt“. Sie stellt fest, dass von den gewählten Mitgliedern mehr als die Hälfte erstmals in den Betriebsrat gewählt wurden: „Das zeigt, wie wichtig den Mitarbeiter:innen die Vertretung im Betrieb ist.“ Ein Indiz für das hohe Interesse ist auch die Wahlbeteiligung: 2.523 von rund 3.800 Mitarbeiter:innen haben ihre Stimme abgegeben.

Matthias Lauterer
Pressemeldung IG Metall