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Künzelsauer Abend am 4. Mai 2022: viel Informationen und Austausch in der Stadthalle

„Im Dialog zu Lösungen“ das ist ein Ansatz, auf den Professor Dr. Frank Brettschneider von der Universität Hohenheim bei seinem Vortrag am Mittwoch, 4. Mai 2022 eingeht. In einen Dialog eintreten, Ideen und Anregungen aber auch Informationen zu den städtischen Projekten austauschen, dafür ist der Künzelsauer Abend in der Stadthalle der richtige Rahmen.

Städtische Infrastrukur- und Integrationsprojekte 

Bürgermeister Stefan Neumann geht auf die Schwerpunkte unter den städtischen Projekten ein, die der Gemeinderat für das Jahr 2022 in den Bereichen Infrastruktur und Integration gesetzt hat: Für das Areal am Stadteingang im Bereich der Stuttgarter Straße läuft im Moment ein Wettbewerb für das neue Kreishaus (Landratsamt). Die Stadt startete ihren Wettbewerb für die neue „Mobilitätsdrehscheibe“ neben dem Kaufland in der letzten Gemeinderatssitzung im April. Die Künzelsauer Innenstadt soll gut für die Zukunft aufgestellt sein und vorangebracht werden. Ehrenamtliche und Hauptamtliche der Stadt packen aktiv an, wenn es um die Unterbringung und Betreuung von Geflüchteten aus der Ukraine und darüber hinaus geht. Über diese und weitere Themen wird beim Künzelsauer Abend informiert.

Erstmals wieder in Präsenz

Zum ersten Mal seit Pandemiebeginn wieder in Präsenz sind in der kommenden Woche alle Einwohnerinnen und Einwohner von Künzelsau mit allen Stadtteilen herzlich eingeladen zum Künzelsauer Abend. Die Einwohnerversammlung in der Stadthalle in Künzelsau beginnt um 19 Uhr, Saalöffnung ist um 18.30 Uhr.
Bereits ab Saalöffnung geben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung Informationen zu aktuellen Maßnahmen.

Mitwirkung der Bürger bei Infrastrukturentwicklung 

Prof. Dr. Markus Brettschneider. Foto: Universität Hohenheim

Im Dialog zu Lösungen: Über die Bedeutung von Kommunikation und Beteiligung bei Bau und Infrastrukturprojekten Professor Dr. Frank Brettschneider geht in seinem Vortrag darauf ein, wie die Menschen in ihrer Stadt bei der Planung und dem Bau von Infrastrukturprojekten mitwirken und sich beteiligen können. „Gesellschaftlich tragfähige Lösungen bei Bauprojekten setzen einen Dialog voraus zwischen Politik, Verwaltung und Bürgerschaft. Sie erfordern transparente Informationen, frühzeitige Gespräche und gegenseitigen Respekt. Und es braucht eine kommunale Beteiligungskultur. In Künzelsau ist sie vorhanden“, sagt Professor Dr. Brettschneider, Inhaber des Lehrstuhls für Kommunikationswissenschaft an der Universität Hohenheim.
Sprechen Sie mit uns über unsere Projekte und nennen Sie und Ihre Ideen und Anregungen“, lädt Bürgermeister Stefan Neumann die Einwohnerinnen und Einwohner von Künzelsau ein.

Pressemitteilung Stadt Künzelsau




Neue Amtsleiterin im Büro des Landrats

Mathea Weinstock hat zum 15. April 2022 die Leitung des Amtes „Oberste Kreisorgane, Geschäftsstelle Kreistag, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit“ im Landratsamt Hohenlohekreis übernommen. Sie folgt damit auf Dr. Julia Hammerich, die nun den Stab „Sonderaufgaben Corona“ im Gesundheitsamt leitet.

Ein Kind des Hohenlohekreises

Weinstock hat nach dem Studium im gehobenen Verwaltungsdienst an der Hochschule für öffentliche Verwaltung Kehl ihren Dienst beim Landratsamt Hohenlohekreis angetreten, zunächst im Bereich Hochbau und anschließend drei Jahre lang in der Pressestelle gearbeitet. Nach Abschluss des Bewerbungsverfahrens und Vorstellung in der Kreistagssitzung im März wurde ihr offiziell die Amtsleitung übertragen, nachdem sie diese Aufgabe seit dem Wechsel von Dr. Hammerich in den Corona-Stab bereits kommissarisch ausgeübt hatte. Weinstock stammt aus dem Hohenlohekreis und ist 27 Jahre alt.

„Mit dieser internen Lösung soll die Kontinuität an dieser Stelle gewahrt und die gute Arbeit der vergangenen Jahre weitergeführt werden“, sagte Landrat Dr. Matthias Neth. „Ich freue mich sehr auf die Zusammenarbeit.“

Pressemitteilung Landratsamt Hohenlohekreis




Ziehl-Abegg: Peter Fenkl verlässt Unternehmensspitze

Beim Künzelsauer Motoren- und Ventilatorenhersteller Ziehl-Abegg gibt es einen Wechsel an der Spitze: Vorstandsvorsitzender Peter Fenkl verlässt nach 22 Jahren das Unternehmen. Aufsichtsratsvorsitzender Dennis Ziehl lobt den außergewöhnlichen Einsatz des Managers und die Erfolge, die Peter Fenkl mit dem Unternehmen erzielt hat.

Ein Jahr mit neuen Horizonten

„Das Jahr 2022 ist im Wandel, dem Wandel im Beständigen, mit neuen Horizonten!“, unterstreicht der Vorsitzende des Aufsichtsrats. Und ergänzt: „Im Namen meiner Familie und des gesamten Aufsichtsrats danke ich Herrn Fenkl für seine äußerst erfolgreiche und immer dem Unternehmen verbundene Arbeit.“ Dennis Ziehl würdigt dabei auch den Einsatz von Peter Fenkl in zahlreichen Fachgremien auf nationaler und internationaler Ebene. Der Aufsichtsratsvorsitzende fasst den Einsatz des Vorstandsvorsitzenden Peter Fenkl wie folgt zusammen: „Herr Fenkl hat die Unternehmensperformance maßgeblich gestaltet und mit großem persönlichem Einsatz global vorangetrieben.“ Dabei hat der Top-Manager nicht nur die Interessen des Unternehmens, sondern auch die der Belegschaft im Blick gehabt.

Über eine Nachfolgeregelung wird in Kürze informiert. Der Austritt von Vorstandschef Peter Fenkl aus dem Unternehmen ist langfristig auf Ende Mai 2022 terminiert worden.

Pressemitteilung Ziehl-Abegg

 




Verbindungsstrecken Ohrenbach – Amrichshausen Berndshausen vom 9. bis 20. Mai gesperrt

Wegen Fahrbahndeckenerneuerungen müssen von Montag, 9. Mai 2022, bis einschließlich Freitag, 20. Mai 2022, die Verbindungsstrecken der K 2302 und K 2303 zwischen Amrichshausen und Ohrenbach sowie Amrichshausen und Berndshausen gesperrt werden.

Das geht aus einer aktuellen Pressemitteilung des Landratsamtes des Hohenlohekreises hervor.

Die überörtliche Umleitung wird in beide Fahrtrichtungen ausgeschildert und erfolgt nach Ohrenbach über Steinbach – Hermuthausen. Nach Berndshausen erfolgt die Umleitung über Mäusdorf – Nitzenhausen – Buchenbach – Bodenhof.




Hohenloher Waldprogramm macht den Wald erlebbar

Mit dem Hohenloher Waldprogramm 2022 kehrt eine beliebte Veranstaltungsreihe nach sieben Jahren Pause zurück. Die Försterinnen und Förster des Hohenlohekreises laden zu mehr als 30 Veranstaltungen ein, um den Wald in seinen vielen Facetten neu zu entdecken. Der inhaltliche Schwerpunkt liegt dabei einerseits beim „Baum des Jahres“, der Rotbuche, und andererseits bei der Sorge um die Zukunft des Waldes im Zuge des Klimawandels. Auf dem Programm stehen dazu Diskussionsrunden, kreative Angebote für Groß und Klein sowie Möglichkeiten, den Wald als Entspannungsort sinnlich zu erleben. Dazu gehören auch Schnitzkurse für Kinder, geführte Wander- und Radtouren mit Försterinnen und Förstern, eine Pilzlehrführung, Yoga und Waldbaden sowie Themenspaziergänge zur Waldnutzung und Waldveränderung. Das vielfältige Programm wurde vom Forstamt des Hohenlohekreises zusammengestellt.

Auftakt im Herrenbaus Buchenbach

Auf Waldspaziergängen mit Försterinnen und Förstern gibt es viel zu entdecken – etwa besondere Bäume wie diesen umgekehrten Zwiesel auf dem Endberg bei Ingelfingen. Foto: Landratsamt Hohenlohekreis

Der offizielle Auftakt des Hohenloher Waldprogramms findet am Montag, 25. April, um 11 Uhr im Herrenhaus Buchenbach statt. Dort wird die Wanderausstellung „Die Rotbuche – Charakterbaum im Hohenlohekreis“ eröffnet. „Die Rotbuche ist im Hohelohekreis eine wichtige Baumart. Sie ist notwendiger Lebensraum für Pflanzen und Tiere, ihr Holz ist vielseitig verwendbar und im Wald gestaltet sie Erholungsraum für die Hohenloherinnen und Hohenloher“, sagt Thomas Maier, Leiter des Forstamts des Hohenlohekreises. „Mit der Ausstellung bekommt die Rotbuche die Bühne, die sie verdient.“ Das Forstamt freut sich, mit den Besucherinnen und Besuchern der Ausstellung zum „Baum des Jahres 2022“ ins Gespräch zu kommen. „Neben Klimawandel, Trockenschäden, ungewisser Zukunft, Vielfalt, Beständigkeit möchten wir vor allem auf einen Aspekt hinweisen: Ein bunt gemischter Buchenwald ist zu jeder Jahreszeit einfach nur schön“, erklärt Maier. Die Ausstellung wird im Verlauf des Jahres und in 2023 durch alle Städte und Gemeinden des Hohenlohekreises wandern.

Der Wald als Fitness-Studio

Ein weiterer Höhepunkt folgt am 26. Juni: Gemeinsam mit der Sport- und Physioschule Waldenburg wird der Wald als Sport- und Fitnessstudio erlebbar gemacht. An Geräten auf dem Panofitparcours, an Baumstämmen oder Stufen zeigen Expertinnen und Experten Übungen für Einsteiger und Fortgeschrittene, die einen Waldspaziergang zur Gesundheitsrunde werden lassen.

Klimawandel

Am 20. Oktober 2022 lädt das Forstamt gemeinsam mit der Adolf Würth GmbH & Co. KG zum Themenabend ins Carmen-Würth-Forum. Vortrag und Diskussion widmen sich dem Wald im Klimawandel: Wie müssen sich unsere Wälder und unsere Waldnutzung den sich verändernden Bedingungen anpassen?

Der komplette Veranstaltungskalender für das Hohenloher Waldprogramm wird in Kürze veröffentlicht.

Pressemitteilung Landratsamt Hohenlohekreis

 




Landratsamt strebt Vernetzung untereinander an

Seit Kriegsbeginn haben Millionen Ukrainerinnen und Ukrainer ihr Land verlassen. Mehrere Hundert davon sind auch im Hohenlohekreis an- und untergekommen. Die Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung ist groß. Das Landratsamt Hohenlohekreis hat daher einige Möglichkeiten sowie Ansprechpersonen zusammengestellt, an die sich Bürgerinnen und Bürger wenden können, die helfen wollen.

Helferkreise sind aktiv

Zum Teil gibt es in den Städten und Gemeinden im Hohenlohekreis seit Jahren aktive Helferkreise. Wo dies nicht der Fall ist, wurden frühere Kreise wieder aktiviert oder haben sich neue gebildet. Informationen hierüber gibt es bei den Rathäusern der Städte und Gemeinden bzw. auch in den Mitteilungsblättern. Auch die Integrationsmanagerinnen und -manager vor Ort können weiterhelfen. Eine Liste mit Kontaktdaten gibt es auf der Seite auf www.hohenlohekreis.de unter „Bürgerservice“ -> „Bereiche A–Z“ -> „Integration und Flüchtlingshilfe“ -> „Downloads“.

Kontakte vermitteln auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem Bereich Integration beim Landratsamt Hohenlohekreis unter HIB2025@Hohenlohekreis.de oder unter Tel. 07940 18-1921.

Antworten auf häufig gestellte Fragen

Das Ministerium der Justiz und für Migration hat eine Liste mit Antworten zu häufig gestellten Fragen zusammengestellt. Diese sind unter https://www.justiz-bw.de/,Lde/Startseite/Auslaender+und+Fluechtlingspolitik/FAQ abrufbar. Zudem hat das Ministerium eine Hotline mit ukrainisch und russisch sprechenden Personen eingerichtet. Diese sind werktäglich von 8.30 Uhr bis 17.00 Uhr unter der Telefonnummer 0800 70 22 500 zu erreichen.

Fragen zum Schulbesuch von geflüchteten Kindern beantwortet das Kultusministerium unter
https://km-bw.de/,Lde/startseite/service/faq-schule-kita-ukraine-krieg

Vernetzung von Gastfamilien

Einige Hohenloherinnen und Hohenloher haben bereits privat Geflüchtete bei sich zu Hause aufgenommen. Wer sich mit anderen Gastfamilien vernetzen und austauschen möchten, kann eine E-Mail mit Kontaktdaten an HIB2025@Hohenlohekreis.de schreiben. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Landratsamtes leiten dann gerne aktuelle Informationen und Angebote weiter.

Willkommenspunkte als Anlaufstellen

Gegenwärtig richtet das Landratsamt Hohenlohekreis in Künzelsau und Öhringen, den beiden aktuellen Schwerpunkten des Flüchtlingszuzugs, sogenannte Willkommenspunkte ein. Dabei handelt es sich um Räumlichkeiten, in welchen ehrenamtlich tätige Personen ihre Ideen und Vorhaben umsetzen können. Auch sollen diese Willkommenspunkte der Begegnung und dem Austausch von Geflüchteten untereinander und mit engagierten Bürgerinnen und Bürgern dienen. In Künzelsau stehen die Räume im ehemaligen Krankenhaus bereits zur Verfügung. In Öhringen werden diese in der Spitalkirche eingerichtet und voraussichtlich im Mai fertiggestellt. Ab Mai 2022 wird in Künzelsau dienstags und donnerstags als erstes festes Angebot ein Sprach-Café stattfinden. Weitere Aktivitäten wird das Landratsamt über sein Verteilernetzwerk bekanntgeben. Wer dazu Ideen oder Fragen hat oder Aktionen anbieten will, kann sich per E-Mail an HIB2025@Hohenlohekreis.de oder telefonisch an 07940 18-1919 wenden.

Derzeit keine Sachspenden erforderlich

Bedarf an Sachspenden für die Geflüchteten oder die ehrenamtliche Arbeit besteht derzeit nicht. Sollte sich dies ändern, wird das Landratsamt gezielte Aufrufe auch über die Presse und die Mitteilungsblätter starten. Angebote können beim Ordnungsamt des Hohenlohekreises gemeldet werden unter der E-Mail: sachspenden@hohenlohekreis.de.

Weitere Informationen sind auch auf der Seite www.hohenlohekreis.de/ukraine zusammengestellt.

Pressemitteilung Landratsamt Hohenlohekreis

 




Erhebliches Risiko für geflüchtete Frauen und Kinder, Opfer sexualisierter Gewalt oder Ausbeutung zu werden.

Es gibt erste Berichte von Menschenhändlern an deutschen Grenzen und Bahnhöfen, die Frauen und Kindern Geld und Schlafplatz anbieten zum Zwecke der sexuellen Ausbeutung. Diese Gefahr besteht auch noch, wenn die Frauen und Kinder in den Städten angekommen sind. Auch die deutsche Kriminalpolizei versucht, die ukrainischen Frauen und Kindern zu warnen.

Informationsflyer

Im Anhang stehen die Informations-Flyer für Frauen und Kinder, die aus der Ukraine geflüchtet sind, zum Thema Gefahr von Menschenhändlern. Die Informationen finden Sie auf Ukrainisch und Englisch.

Stopp – Flyer Ukrainisch

Stopp – Flyer Englisch

Der Flyer wurde von Ge-STAC erstellt. Ge-STAC steht für Germany’s Survivors of Trafficking and Exploitation Advisory Council: Deutscher Rat von Betroffenen von Menschenhandel und Ausbeutung. Dahinter stehen die Hilfsorganisation Sisters e.V. und Sandra Norak.

Pressemitteilung Landratsamt Hohenlohekreis

Flyer im pdf-Format zum Download:
Hilfe bei Gewalt für Geflüchtete
Stopp englisch
Stopp Ukrainisch 

 




Trommelwirbler, Sektempfang und afrikanische Kunst & Kultur

Dienstag, den 26. April 2022, 18 Uhr, Vernissage in den GSCHWÄTZ-Räumen in der Gaisbacher Straße 6 (Oberer Bach) in Künzelsau. Der Eintritt ist frei. Die Ingelfingerin Christa Zeller und afrikanische Künstler nehmen Sie mit auf eine Reise nach Zimbabwe. Auch der Kauf von afrikanischer Kunst und anderen Produkten des bunten Kontinents ist möglich. Der Erlös fließt in den Aufbau einer Grundschule und in ein Frauenprojekt vor Ort.




„Die Sitzung ist abgesagt und damit fertig, schönes Wochenende“

Kurz und knapp war die Information, dass die geplante Gemeinderatssitzung des Ingelfinger Rats am 26. April 2022 abgesagt ist: „Der vorgesehene Sitzungstermin am 26.4.2022 findet nicht statt“ besagte die Mitteilung aus dem Ingelfinger Rathaus. Eine Begründung für die Absage wurde den Stadträt:innen nicht mitgeteilt. Auch GSCHWÄTZ erhielt keine Information über den Grund der Absage: „Die Sitzung ist abgesagt und damit fertig, schönes Wochenende“, war die Aussage, die aus dem Rathaus zu erhalten war.

Gemeindeordnung fordert monatliche Sitzungen

„Der Gemeinderat ist einzuberufen, wenn es die Geschäftslage erfordert; er soll jedoch mindestens einmal im Monat einberufen werden“, sagt die Gemeindeordnung. Eine derartige Soll-Bestimmung  bedeutet allerdings nicht, dass das Abhalten oder Nichtabhalten der geforderten regelmäßigen Gemeinderatssitzung eine Ermessensentscheidung ist. Es bedeutet vielmehr, dass das Abweichen von der Bestimmung die Ausnahme sein muss und einer Begründung bedarf.

Aktuelle Themen stehen an

Im Gespräch mit einem Ratsmitglied erfuhr GSCHWÄTZ, dass es durchaus aktuelle Themen gegeben hätte, die eine Sitzung gerechtfertigt hätten: Aus dem Bauausschuß stünden Entscheidungen an und das vertagte Thema „Photovoltaik“ sei akut. Und auch für den nichtöffentlichen Bereich gebe es aktuelle Themen. Ein anderes Ratsmitglied kann sich vorstellen, dass die Absage mit der bevorstehenden Bügermeisterwahl zu tun hat.

Gemeinderäte könnten versuchen, eine Sitzung zu erzwingen

Ein Viertel der Gemeinderäte können allerdings eine Sitzung erzwingen, wenn sie einen konkreten Beratungsgrund nennen: „Der Gemeinderat ist unverzüglich einzuberufen, wenn es ein Viertel der Gemeinderäte unter Angabe des Verhandlungsgegenstands beantragt.“ Sollte es also ein Anliegen geben, das sechs Gemeinderät:innen dringend genug für eine Sitzung ist, könnte der Gemeinderat auch noch vor der Wahl am 08. Mai 2022 zusammenkommen.

Text: Matthias Lauterer




Ein wahrer Schildbürgerstreich: Kocherfreibad ohne Kocher

In Künzelsaus Kocherfreibad, auf der Homepage der Stadt Künzelsau als das „einzige Flußfreibad Baden-Württembergs“ bezeichnet, sind Bauarbeiten im Gange. Der Kocher wird durch eine umfangreiche Zaunanlage von den Liegewiesen komplett abgeschnitten, sodass der Zugang zum Wasser nur noch im bisherigen Nichtschwimmerbereich zwischen Strand und Insel möglich sein wird. Auch die Insel selbst wird mit einem Zaun versehen: Niemand soll mehr von der Insel in den Kocher springen können.

Die Liegewiese ist schon komplett vom Kocher abgeschnitten. Foto: GSCHWÄTZ

 

Gutachten: „gravierende Mängel beim Betrieb des Kocherfreibades, die unverzüglich abzustellen sind.“

Grund ist ein Gutachten einer „Deutsche Gesellschaft für das Badewesen GmbH (DGfdB)“ zur Verkehrssicherheit des neu gestalteten Kocherfreibades. Das Gutachten kommt zu dem Schluss, „dass es gravierende Mängel beim Betrieb des Kocherfreibades gibt, die unverzüglich abzustellen sind. Bei einem Unfall besteht die große Gefahr einer straf- und zivilrechtlichen Haftung, auch im Rahmen eines Organisationsverschuldens.“

Vernichtendes Gutachten für das frisch renovierte Bad 

Diese Aussage trifft das Gutachten, nachdem das Kocherfreibad erst kurz vorher mit einem Aufwand von rund 1 Million Euro komplett renoviert und auf den neuesten Stand gebracht wurde.  

Gutachten stellt die grundlegende Planung der Anlage in Frage

Es war oberstes Planungsziel, das Freibad weiterhin kombiniert zu nutzen: Ein gereinigter Bereich sowie ein Schwimmbereich im naturbelassenen Kocher. Genau das bemängelt nun das Gutachten: „Allerdings wird beim Betrieb nicht berücksichtigt, dass es sich derzeit um eine Kombination aus einem Freibad mit biologischer Wasseraufbereitung mit einem Naturbad (Kocher) handelt.“ 

Ein Schildbürgerstreich?

Wie in Schilda: Kocherwasser muß im Eimer mitgebracht werden. Foto: GSCHWÄTZ

Auch der Kocher sei Badebereich und dieser sei vom Betreiber der Anlage, also der Stadt Künzelsau zu überwachen, „was bisher nicht der Fall ist bzw. nicht ausreichend genug erfolgen kann. Hinzu kommt, dass sich außerhalb der offiziellen Öffnungszeiten des Freibades Personen (Nutzer des Camping- bzw. Zeltplatzes, Beachvolleyballspieler) ohne Aufsicht darin aufhalten können, was nicht zulässig ist. Außerhalb der Betriebszeiten ist das Kocherfreibad geschlossen zu halten, damit es nicht zu Unfällen kommen kann.“ 

Note 6 mit Sternchen 

Das Gutachten stellt den Planern sozusagen das schlechtestmögliche Zeugnis aus. Man kann durchaus das Wort „Planungsversagen“ in den Mund nehmen, wenn ein Gutachten den verantwortlichen Planern derartiges ins Stammbuch schreibt. 

Umzäunung als Lösung: „unser neues Guantanamo“

Dieses Gutachten führt nun dazu, dass die Stadt Künzelsau den Kocher jetzt mit Zäunen vom Kocherfreibad abtrennt. Eine Frau, die das Bad bisher häufig besuchte, nennt es bereits „unser neues Guantanamo“. Mit mehr als 180.000 Euro sind die Kosten der Umzäunung angesetzt. Das ist fast ein Fünftel der Renovierungskosten, die jetzt hinzukommen. Zwar soll diese Summe „aus Haushaltsresten“ gedeckt sein, trotzdem wird dieses Geld bezahlt werden müssen – aus einem knappen Etat, der zwischenzeitlich durch die Flüchtlingssituation noch knapper geworden ist.

Kein „Schwimm“bad mehr

Hinzukommen … für eine erhebliche Funktionsminderung des Bades: Von „Schwimm“bad kann man jetzt nicht mehr sprechen, da der Kocher als Schwimmstrecke nicht mehr erreichbar ist. Es bleibt ein Nichtschwimmerbereich und ein Kleinkinderbereich. Eigentlich ist das Kocherfreibad damit nichtmal mehr ein „Freibad“ sondern nur noch ein „Bad“. Vor allem ist es kein „Fluß“freibad mehr.

Zaun oder Kletterpark?

Der Zaun auf der Insel wird Kinder und Jugendliche gewiss nicht davon abhalten, in den Kocher zu springen. Im Gegenteil: Man kann davon ausgehen, dass dieser Zaun dazu benutzt werden wird, mit immer kunstvolleren Sprüngen in den Kocher vor Publikum zu glänzen. Eine Gefahrenquelle erster Güte –  man muss sich nur vorstellen, dass ein Kind mit nassen Füssen vom Zaun abrutscht und auf den Beton aufschlägt -, die vielleicht bald zu einem neuen Gutachten und neuen Baumaßnahmen führen wird.

Können die Planer in Regress genommen werden?

GSCHWÄTZ hat daher bei der Stadt Künzelsau nachgefragt, ob die verantwortlichen Planer für die Kosten dieser Umzäunung regreßpflichtig gemacht werden können. Und es sind ja nicht nur die Kosten für die Zäune. Es ist ja auch mit einem Einnahmerückgang zu rechnen, da eifrige Schwimmer, die das Schwimmen im Fluß lieben, jetzt möglicherweise auf den Eintritt ins Bad verzichten werden. Die Berechnungen, die die Investition von einer Million Euro für die Renovierung des Bades rechtfertigten, dürften jetzt nicht mehr gültig sein.

Text: Matthias Lauterer