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Künzelsauer Abend am 04. Mai 2022 in der Stadthalle

„Der Künzelsauer Abend steht insgesamt unter der Frage, wie wir in unserer Stadt die Zukunft gestalten wollen und wie wir als Gemeinschaft in Künzelsau leben wollen“, sagt Bürgermeister Stefan Neumann.
Abwechslungsreicher Überblick
„Wir geben einen abwechslungsreichen Überblick, stellen die aktuellen Daten und Projekte vor, liefern Informationen, Rahmendaten und wollen auf dieser Basis gemeinsam mit den Künzelsauerinnen und Künzelsauern den Blick in die Zukunft richten. Welche Ideen haben wir als Stadtgesellschaft und welche wollen und können wir realisieren? Das wird spannend und wir freuen uns auf den Austausch mit unseren Besucherinnen und Besuchern.“
Das Bürgerbudget, die Arbeitsgruppen des Klimabeirates und die Innenstadtentwicklung werden beim Künzelsauer Abend vorgestellt.
  
Neuer Stadteingang an der Stuttgarter Strasse 
Wie der Stadteingang an der Stuttgarter Straße geplant ist, dazu können die Stadtplanerin Christine Tritschler und Julia Model vom Sanierungsträger, der Wüstenrot Haus– und Städtebau GmbH, Auskunft geben. Dort wird eine Mobilitätsdrehscheibe mit Parkhaus und Bahnhof entstehen. Auch dazu sind die Ideen und Anregungen der Bevölkerung sehr willkommen. Weitere Themen werden die verschiedenen Ansätze der städtischen Integrationsarbeit und die Ehrenamtsbörse sein. An den Start geht beim Künzelsauer Abend eine neue Online–Beteiligungsplattform. Mitreden und gestalten geht dann dort auch online. Das neue Team des Jugendreferats ist vor Ort.
Kulturprogramm
Das umfangreiche Kulturprogramm gibt’s zum Anschauen und Mitnehmen.
Bürgermeister Stefan Neumann lädt die Einwohnerinnen und Einwohner von Künzelsau und den Stadtteilen am Mittwoch, 4. Mai 2022 in die Stadthalle Künzelsau ein. Einlass ist um 18.30 Uhr. Bereits bis zum offiziellen Beginn um 19 Uhr können sich die Besucherinnen und Besucher über die aktuellen Projekte im großen Saal der Stadthalle über die Arbeit der Stadtverwaltung und neue Angebote informieren. Ein kleines Team des Landratsamts Hohenlohekreis kann
Auskunft über die neuen LEADER Fördermöglichkeiten geben. Vertreter der Deutschen GigaNetz sind ebenfalls in der Stadthalle Ansprechpartner für die geplanten Glasfaser–Hausanschlüsse.
Vertreterinnen und Vertreter des Turngaus Hohenlohe berichten über das Landeskinderturnfest, das im Juli in Künzelsau stattfindet und wofür sie noch Unterstützung von freiwilligen Helferinnen und Helfern gebrauchen können.

Im Dialog zu Lösungen

Prof. Dr. Markus Brettschneider. Foto: Universität Hohenheim

Professor Dr. Frank Brettschneider geht in seinem Impulsvortrag darauf ein, wie die Einwohnerinnen und Einwohner bei der Planung und dem Bau von Infrastrukturprojekten mitwirken und sich beteiligen können.

„Gesellschaftlich tragfähige Lösungen bei Bauprojekten setzen einen Dialog voraus – zwischen Politik, Verwaltung und Bürgerschaft. Sie erfordern transparente Informationen, frühzeitige Gespräche und gegenseitigen Respekt. Und es braucht eine kommunale Beteiligungskultur. In Künzelsau ist sie vorhanden“, sagt Professor Dr. Brettschneider, Inhaber des Lehrstuhls für Kommunikationswissenschaft an der Universität Hohenheim.

Pressemitteilung Stadt Künzelsau



Prominente Namensvettern: Karlsruher Zoo-Experte Dr. Matthias Reinschmidt, Landrat Dr. Matthias Neth und Alpakahengst Matthias 

Das Öhringer Tiergehege hat Zuwachs bekommen. Der einjährige Alpakahengst Matthias kommt aus dem Karlsruher Zoo und ist Namensvetter von „Zoo-Promi“ Dr. Matthias Reinschmidt und Landrat Dr. Matthias Neth.

Ab Montag, 2. Mai 2022, ist Matthias zu sehen

Oberbürgermeister Thilo Michler, sowie die Tierpfleger Timo Stiller und Patric Hübner, brachten am Freitag, den 29. April, unter fachmännischer Anleitung von Friedrich Dümmler vom Verterinäramt des Hohenlohekreises, das Tier in die Große Kreisstadt. Ab Montag ist er nach zweitägiger Wochenend-Eingewöhnung für die Öffentlichkeit zu sehen.

„Matthias ist neugierig und etwas naseweis“

„Matthias ist neugierig und etwas naseweis, dafür aber für Alpakas ungewöhnlich menschenbezogen. Er ist ein toller Neuzugang für unser beliebtes Tiergehege. Ich bin sicher, dass sich die drei Alpakadamen Augusta und Lilli mit Leittier Laila darauf freuen, nun einen Mann in ihrer Mitte begrüßen zu dürfen. Nächstes Jahr wird er geschlechtsreif. Nach einer Tragezeit von knapp zwölf Monaten, können wir 2024 mit Glück süßen Nachwuchs erwarten“, sagt Oberbürgermeister Thilo Michler.

Geballte Zoo-Kompetenz in Öhringen

Der Ankauf des Hengstes wurde letztes Jahr in zwei Arbeitsgesprächen zum Thema Öhringer Tiergehege mit dem Zoo-Experten Dr. Matthias Reinschmidt vorbereitet. Reinschmidt ist promovierter Biologe und seit 2015 Zoodirektor in Karlsruhe. Der international in Fachkreisen angesehene Papageienexperte war lange Leiter des privaten Loro Parks sowie der Loro Park Stiftung in Teneriffa und hat in dieser Position in über 400 TV-Produktionen für verschiedene deutsche und internationale Fernsehsender mitgewirkt. Im August vergangenen Jahres besuchte eine Öhringer Delegation den Zoo Karlsruhe, im Oktober war Zoodirektor Reinschmidt mit Team zu einem Gegenbesuch eingeladen. Er zeigte sich begeistert von Öhringen: „Ich bin das erste Mal hier und finde es sensationell!“ Bei seinem Rundgang mit Verantwortlichen von Stadtverwaltung, Bauhof und Veterinäramt, nahm er das Tiergehege fachmännisch in Augenschein und brachte mit seiner langjährigen Expertise viele Ideen ein.

Empfehlung: Streichelzoo mit pflegeleichten und heimischen Arten

„Das schöne Tiergehege lebt von der Nähe zu den Tieren und sollte sich in Zukunft mehr in Richtung Streichelzoo entwickeln“, empfahl Reinschmidt. Pflegeleichte und heimische Arten, wie Zwergziegen oder Kamerunschafe, seien vorzuziehen. „Vielleicht finden wir auch eine Eselsdame für den Öhringer Esel-Senior Aristoteles?“, scherzte Reinschmidt. Kompliziert sei die Haltung der Kängurus. Sie sei wegen der klimatischen Bedingungen aufwändig. Die Tiere reagierten zudem besonders empfindlich auf falsche Nahrung.

Bitte nicht füttern!

„Wenn Besucher Tiere füttern, bedeutet das Krankheiten, Übergewicht und im schlimmsten Fall den Tod“, warnte Reinschmidt. „Alle Tiere werden ausreichend von den Tierpflegern mit dem versorgt, was sie brauchen und verwerten können. Und auch wenn sie in unseren Augen manchmal traurig dreinschauen, brauchen sie kein Zusatzfutter. Man schadet ihnen damit und streckt sie im schlimmsten Fall nieder“ erklärte der Tierexperte. Abschließend lobte er das zur Landesgartenschau 2016 neu errichtete Stallgebäude mit Außenanlage. „Ich sehe hier eine gute Einheit und gute Bedingungen für die Tiere.“

Aus Spenden finanziert

Das Geld für den Ankauf des Alpakahengstes stammt aus der Spende der 2021 stattgefundenen Kassieraktion von Oberbürgermeister Thilo Michler beim lokalen Drogeriemarkt dm.

Tiergehege Öhringen: Seit 1971 erfreut sich das Tiergehege mitten im Öhringer Hofgarten größter Beliebtheit. Ob Tierweihnachten, die exotischen Vögel, Aristoteles – der 25 Jahre alte Esel und Senior vom Dienst oder Kängurus vom anderen Ende der Welt. Das Öhringer Tiergehege hat schon so manchen Besucher staunen und Kinderaugen leuchten lassen. 2021 feierte es seinen 50. Geburtstag.
Öffnungszeiten: Montag bis Donnerstag von 9 bis 17 Uhr. An den Wochenenden ab Mai mithilfe der LAGA-Freunde auch am Wochenende, Samstag und Sonntag 13 bis 17 Uhr, geöffnet. Der Innenbereich kann auf einem Pfad durch Schleusen betreten werden. Bitte die Tiere nicht füttern! Parkmöglichkeiten befinden sich im Parkhaus Alte Turnhalle oder an der Kulturvilla.

Pressemitteilung der Stadt Öhringen

 




„Wir sind gekommen, um zu bleiben“

Schnelles Internet für die ganze Region – das ist das Versprechen, mit dem die Deutsche Giganetz GmbH (DGN) unter anderem in der Region Hohenlohe-Franken wirbt. Sie will in den Gemeinden, wo vorab für 35 Prozent der Hausanschlüsse Verträge abgeschlossen werden, ein modernes Glasfasernetz in eigener Regie und auf eigene Kosten errichten.

Künzelsau: Werbekampagne am 1. Mai 2022 beendet

Die Werbekampagne, Giganetz nennt es „Angebotsbündelung“, in der Stadt Künzelsau ist am 1.Mai 2022 zu Ende gegangen, am 28. April meldete Giganetz auf seiner Webseite noch eine Beteiligung von 26 Prozent.

So will DGN die Kernstadt Künzelsau und die Teilorte vernetzen. Foto: DGN

Alles noch möglich

Frank Wittich-Böcker, Konzernpressesprecher der DGN und Ralf Weng, verantwortlich für das Projekt in Hohenlohe-Franken, sehen die Situation für Künzelsau trotzdem optimistisch: „Wir sind sehr zufrieden mit Künzelsau“, sagt Weng. Er berichtet davon, dass es in der Regel einen Endspurt gibt, der erst ein paar Tage später – die Webseite wird immer am Donnerstag aktualisiert – veröffentlicht wird.

Wohnungsbaugesellschaften ziehen mit

Außerdem, so kann er berichten, hätte man „mit einigen großen Wohnbaugesellschaften“ erst kürzlich eine Kooperation vereinbart: „Die Vorgehensweise ist besprochen, wir haben einen guten Weg gefunden“. Dass sich die Wohnungsbaugesellschaften gesperrt hätten, war immer wieder zu hören, das kann Weng so nicht bestätigen: „Wir haben schon im März ein Gespräch geführt und haben uns jetzt in Präsenz getroffen“. Diese Anschlüsse sind wohl noch nicht in den veröffentlichten Zahlen sichtbar.

Widerrufsfrist läuft noch

Die endgültigen Zahlen, wirft Wittich-Böcker ein, könnten ohnehin noch nicht genannt werden: „Erst müssen wir, das schreibt die Gesetzeslage vor, den Kunden eine Vertragszusammenfasung senden, danach hat der Kunde ein dreiwöchiges Widerrufsrecht“.

Verlängerung der Kampagne ist möglich

Und wenn die 35 Prozent doch nicht erreicht werden? „Dann ist immer noch eine Nachfrist möglich, in der wir nochmal kräftig die Werbetrommel rühren“. Interessenten, die den „Speed-Point“ im alten Rathaus besucht haben, berichten, dass man dort bereits von einer Fristverlängerung gesprochen habe. Das haben Weng und Wittich-Böcker allerdings nicht bestätigt. Sie sagen aber „wenn es um  100 Anschlüsse geht …“.

Nur Teilorte versorgen: nicht geplant

Einen Wermutstropfen gibt es: Sollte das 35-Prozent-Ziel in der Gesamtstadt Künzelsau verfehlt werden, aber in den bisher schlecht versorgten Teilorten erreicht werden, dann werden die Teilorte nicht getrennt von der Gesamtstadt betrachtet – zumindest wird dann das Netz dort nicht eigenwirtschaftlich und allein auf Kosten der DGN gebaut. „Wir wollen Ende 100 Prozent anbieten“. Fördermittel aus staatlichen Töpfen, die Stadt oder Kreis möglicherweise erhalten können, könnten natürlich eingebracht werden. Gefördert werden allerdings nur Gebiete, in denen bisher weniger als 30Mbit/s vorhanden sind.

Die Investoren hinter der Deutschen Giganetz GmbH

Die DGN investiert derzeit eine Menge Geld, drei Milliarden geplantes  Investitionsvolumen bundesweit bestätigt Wittich-Böcker, ohne schon größere Einnahmen zu haben – nur in wenigen Orten ist die DGN bereits online. Das läßt Fragen zu den Investoren aufkommen. Im Endeffekt steht hinter der DGN eine Investorengesellschaft, hinter der wiederum die kanadische SunLife -Versicherung steht. „Die suchen eine langfristige und planbare Rendite“, weiß Wittich-Böcker und sagt: „Wir sind gekommen, um zu bleiben“.

Kritik an den Methoden der eingesetzten Werber

Einige Bürger haben die Methoden der Werber – bei DKN werden sie „Medienberater“ genannt – kritisiert, das Thema wurde sogar im Gemeinderat auf den Tisch gebracht. Die Rede ist von Drohszenarien und Falschaussagen.

Persönliche Ansprache ist wichtig

Dazu sagt Wittich-Böcker, dass die persönliche Ansprache ganz wichtig sei und oftmals als Erinnerung daran, dass man sich das ja mal anschauen wollte, dient. „Ein großer Anteil der Verträge ist auf persönliche Ansprache zurückzuführen“. Die Medienberater sind keine DGN-Mitarbeiter, sie kommen aus einem Pool von Partnerfirmen und seien gezielt für diese Aufgabe geschult: „Diese Kapazität holen wir uns dazu.“ Bedenken wegen des Datenschutzes wollen die Vertreter der DGN ausräumen: „Die Geräte gehören der DGN, auf diesen Geräten sind keine persönlichen Daten und keine Namen, nur die Daten der Hausanschlußpunkte“.  Bei Nichtinteresse würde das auch nur im Zusammenhang mit dem Hausanschlußpunkt vermerkt und nicht mit Namen versehen, so Wittich-Böcker.

„Man muss eine schnelle Reaktion zeigen“

Bei Problemen mit dem Verhalten eines Medienberaters könne man sich jederzeit an das Unternehmen wenden. In einem Fall, der sich in Beilstein zugetragen hat, konnten die Unstimmigkeiten mit einem potentiellen Kunden umgehend bereinigt werden – sogar noch bevor ein Artikel in der dortigen Lokalzeitung veröffentlicht wurde. „Man muss eine schnelle Reaktion zeigen“, sagt Wittich-Böcker. Er weiß: „Das eigene Haus ist für die Menschen natürlich immer etwas ganz Besonderes. Daher ist das persönliche Gespräch so wichtig“.

Abwarten gefragt

Für die Bürger:innen und Unternehmer Künzelsaus, die sich auf schnelles Internet freuen, ist jetzt Abwarten angesagt, bis die Quote letztendlich feststeht.

Text: Matthias Lauterer




Hund, Katze, Maus…beim BM-Wahlkampf in Ingelfingen muss man zwischen den Zeilen lesen

Bürgermeisterkandidat Klaus Schmitt wirbt im Wahlkampf um den Rathaussessel in Ingelfingen mit den Schlagworten „Offenheit, Fairness, Respekt“. Neben den verwaltungstechnischen Kernkompetenzen scheint auch das Zwischenmenschliche in dem Wahlkampf um die Bürgermeisterkrone in Ingelfingen eine große Rolle zu spielen. Warum ist das so?

So einiges ist passiert in den vergangenen Jahren

So einiges ist passiert in den vergangenen Jahren. Bei der einzigen städtischen Wahlveranstaltung am Donnerstag, den 28. April 2022, hat eine Erzieherin den amtierenden Bürgermeister Michael Bauer auf  den großen Sanierungsstau im Kindergarten Breter angesprochen, der schon lange angegangen werden sollte. Jetzt werde alles angegangen, versprach Bauer nun im Wahlkampf. 50.000 Euro seien dafür veranschlagt. Doch wirft man einen Blick in den Haushaltsplan findet man den Kindergarten zum einen darin nicht. Und auch die 50.000 Euro sind angesichts der Aufgaben, die dort anstehen, wie Fenster, Heizung und vieles mehr vermutlich bei Weitem nicht ausreichend. Also alles nur ein Vertrösten bis auf nach der Wahl und dann ein Weiter so?

Die liquiden Mittel sinken in den nächsten drei Jahren

Erklärungsbedrf auch bei seiner Aussage , die er an der städtischen Wahlveranstaltung getätigt hat, Ingelfingen sei schuldenfrei. Das ist so nur dann richtig, wenn man Verschuldung und Überschuss aufrechnet. denn: Die liquiden Mittel sinken in den nächsten drei Jahren.

Es ist nicht unüblich, dass man im Wahlkampf gerne übertreibt, schön redet und verspricht, was das Zeug hält, um nach der Wahl einen Teil davon umzusetzen. Auch Klaus Schmitt hat so einige Projekte, die er angehen möchte, genannt und man weiß jetzt noch nicht, wie deren Umsetzbarkeit sind, etwa die Wiederbelebung des Kurparks und der Innenstadt Ingelfingens.

An was viele in diesem Wahlkampf eigentlich denken

An was aber in diesem Wahlkampf viele denken, sich aber nur wenige sich trauen zu sagen, aus Angst, die nächsten 8 Jahre dafür „bluten“ zu müssen (so ein Unternehmer), sind Begebenheiten, die einige Bürger:innen mit Bauer den vergangenen 16 Jahren hatten, die eher unangenehmer Natur waren.

Als er damals mit Anfang 40 gewält wurde, war er jung, charismatisch, nett. Die Ingelfinger freuten sich, einen so jungen Rathauschef in ihrerm Kocherstädtchen haben zu dürfen. Irgendwann drehte sich allmählich das Blatt. Bauer wurde patriachaler im Auftreten, autoritärer. Eine Unternehmerin sagt, er hätte sich gewandelt, weil er sich von vielen ungerecht behandelt fühlt. Mit Kritik konnte Bauer schlecht bis gar nicht umgehen, nachtragend sei er und teile die Welt in Freund und Feind ein. Im Gemeinderat habe nur der- ode diejenige ein leichtes Leben, die ihm nach dem Mund reden, ansonsten gäbe es Ärger in Form von verbalen Attacken. Auch Bürger:innen bekamen diese verbalen Attacken schon zu spüren, wenn sie etwa die Fahrbahn nicht ordnungsgemäß in Ingelfingen befuhren. Ortssherif Bauer griff ein, der Fall endete vor Gericht.

Persönliche Privilegien

Er nehme sich Vorteile heraus,die ansonsten kein anderer in Ingelfingen genießen dürfe, heißt es. Während einige Bauvervorhaben regelmäßig nicht durch den Gemeinderat kommen, weil etwa die beantragte Gaube nicht den rechten Winkel aufweise, habe er sich auf zwei Grundstücke eine große Villa hingebaut, was ansonsten in Ingelfingen nicht möglich sei. Auch sein Hund genieße als offizieller Ingelfinger Jagdhund besondere Privilegien. Eine Katze hat er indes schon auf dem Gewissen.

Diverse Gemeinderäte sind in der Vergangenheit wegen seines autoritären Führungsstils aus dem Gemeinderat ausgetreten oder bei den Wahlen nicht wieder angetreten.

Ärger wegen Faschingsplakat

Mit dem Faschingskomittee kam er wegen es Plakates aneinander, das sinngemäß den Titel trug: „Was für ein Zirkus in Ingelfingen“. Er hat sich dabei persönlich angegriffen gefühlt. Das Plakat musste geändert werden.

Bauer ist nicht ohne Grund aus dem Kreistag ausgetreten beziehungsweise hat nicht mehr kandidiert, auch hier gab es Probleme, mit den Bürgermeistern von den Nachbargemeinden hat er zudem nicht das beste Verhältnis. Ingelfingen steht in diversen Punkten derzeit isoliert da. Die Teilorte fühlten sich in der Vergangenheit nicht selten übergangen. Gemeinderäte attestieren Bauer eine „mangelnde Kommunnikationsfähigkeit“.

Es geht daher in diesem Wahlkampf um eine Richtungswahl für Ingelfingen. Entweder 8 Jahre ein isoliertes Weiter -so mit einem Abnickgremium in Form eines Gemeinderates oder eine lebendige Demokratie mit neuen Ideen und ein gemeinsames Miteinander für ein eigentlich bezaubernd schönes Kocherstädchen, das so viel Potenzial für mehr hat.

Die Bürger:innen haben die Wahl. Am 08. Mai 2022.

Ein Kommentar von Dr. Sandra Hartmann




„Wer auch immer sowas tut, sollte sich bewusst sein, dass er allen Kandidaten schadet.“

Die Demokratie in Deutschland lebt von Wahlen, die nach demokratischen Grundsätzen durchgeführt werden. Jeder Bürger, jede Bürgerin soll gleichwertig sein, alle Stimmen sollen gleichviel zählen. Jeder soll das Recht haben, sich aus verschiedenen Quellen zu informieren und seine Wahlentscheidung aufgrund seiner Informationen und seines Gewissens zu treffen.

Wenn nun Menschen ein Schreiben unter dem Briefkopf der Stadt Ingelfingen verteilen, in dem ein hanebüchener Unsinn verbreitet wird, dann vergehen sich diese Menschen an der Demokratie. Über die Motivation dieser Menschen ist noch nichts bekannt – möglicherweise kommen Sie sich besonders witzig vor und betrachten den Brief als Maischerz. Möglicherweise wollen sie aber auch tatsächlich politisch Einfluß nehmen und haben diese Aktion in einen Maischerz verkleidet, das ist nicht ganz abwegig.

Inhalt des Schreibens ist Unsinn

Eine Doppelspitze, wie in dem Schreiben genannt, gibt es im baden-württembergischen Wahlrecht nicht, insofern kann das Landratsamt einer „Änderung der Wahl“ nicht zugestimmt haben. Und schon gar nicht nach einem ominösen §17(2) einer ominösen Gemeindewahlordnung.

Die Kandidaten sind sich einig

In einem Punkt hat der Brief aber recht: Die beiden Kandidaten, Bürgermeister Michael Bauer und sein Gegenkandidat Klaus Schmitt sind sich einig – zumindest, was die Art und Weise des Vorgehens des oder der Briefschreiber angeht.

„Strafanzeige gegen Unbekannt bezüglich der von mir aufgeführten Zitate gestellt.“

Bauer kommentiert gegenüber GSCHWÄTZ: „Ich habe eine Strafanzeige gegen Unbekannt bezüglich der von mir aufgeführten Zitate gestellt.“ Auf die Frage nach Konsequenzen für den Wahlablauf antwortet er:  „Ich persönlich sehe hier, dass es keine Konsequenzen für die Wahl und den Wahltermin haben wird.“

„allen Wählern versichern, dass dies Humbug ist“

Gegenkandidat Schmitt bekräftigt: „Wer auch immer sowas tut, sollte sich bewusst sein, dass er allen Kandidaten schadet. Egal für wen er stimmen mag. Und vor allem, dass er sich in mehrfacher Hinsicht strafbar macht. Wir sollten jetzt so schnell wie möglich allen Wählern versichern, dass dies Humbug ist und von mir dementiert wird. Diese Sache ist äußerst ärgerlich, denn Sie kostet wieder unnötig Energie und vielleicht sogar Redezeit, die für inhaltliche Themen viel besser eingesetzt werden könnte.“

„In den Wahllokalen wird am kommenden Wahlsonntag die Wahlhandlung wie gewohnt durchgeführt werden.“

Heidrun Weiß, Hauptamtsleiterin der Stadt Ingelfingen sagt: „Bezüglich des von Ihnen erwähnten Schreibens wurde Strafanzeige erstattet. Die polizeilichen Ermittlungen laufen, federführend in der Angelegenheit ist nun die Staatsanwaltschaft. Das Landratsamt wurde über den Sachverhalt informiert. In den Wahllokalen wird am kommenden Wahlsonntag die Wahlhandlung wie gewohnt durchgeführt werden.“

Wählertäuschung als Straftatbestand

Die Pressestelle der Polizei Heilbronn bestätigt den Eingang der Strafanzeigen, zumindest in einem Fall wurde Anzeige nach §108a StGB erstattet. Der §108a StGB Wählertäuschung, sagt:

(1) Wer durch Täuschung bewirkt, daß jemand bei der Stimmabgabe über den Inhalt seiner Erklärung irrt oder gegen seinen Willen nicht oder ungültig wählt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
(2) Der Versuch ist strafbar.

Der Nachweis, dass jemand tatsächlich „falsch“ gewählt hat, wird schwer fallen, aber bereits der Versuch der Wahlbeeinflussung ist strafbar. Und zusätzlich kommen noch weitere Delikte infrage, wie zum Beispiel die Verletzung der Persönlickeitsrechte der im Brief namentlich genannten und „zitierten“ Personen oder die Verwendung des Logos der Stadt Ingelfingen.

Landratsamt: „entbehrt jeglicher Grundlage“

In einer Stellungnahme geht das Landratsamt von einem mißglückten Maischerz aus. „Die Ausführungen entbehren jeglicher Grundlage. Es bestehen keine entsprechenden Erklärungen der beiden Bewerber und das Landratsamt hat in der Sache auch keine Prüfung vorgenommen. Weder die Gemeindeordnung noch das Kommunalwahlrecht ermöglichen eine Kandidatur als Doppelspitze.“ Auch das Landratsamt ist sich sicher: „Das Schreiben hat damit keine Auswirkungen auf die weitere Wahlvorbereitung und die Durchführung der Bürgermeisterwahl der Stadt Ingelfingen am 8. Mai 2022.“

Text: Matthias Lauterer

 




Doch noch eine Gemeinderatssitzung vor der Wahl in Ingelfingen

GSCHWÄTZ berichtete darüber, dass die letzte planmäßige Gemeinderatssitzung vor der Bürgermeisterwahl am 08. Mai 2020 ohne nähere Begründung abgesagt wurde. Gemeinderäte waren darüber überrascht, gibt es doch Themen, die ihnen dringlich erschienen. Sie warfen Bauer Wahlkampftaktik vor.

Ungewöhnlicher Termin: Samstag, 07.Mai 2022, 13:00

Nun findet doch noch eine Sitzung statt: am Samstag, 07. Mai 2022, um 13:00 wird der Gemeinderat in der Stadthalle zusammenkommen. Aus dem Gemeinderat fand sich das notwendige Quorum von mindestens einem Viertel der Ratsmitglieder, um eine Sitzung zu beantragen.

Baugebiet in Eberstal auf der Tagesordnung

Insbesondere für die Bürger von Eberstal dürfte diese Sitzung von hohem Interesse sein: Neben einem Buswartehäuschen an der Krone steht ein Baugebiet für Eberstal auf der Tagesordnung – ein Thema, das seit vielen Jahren immer wieder heiß diskutiert wird. Jetzt gibt es dazu eine Entscheidung des Bauausschusses, über die der Gemeinderat diskutieren und  abstimmen wird.

Samstags-Termin wäre wohl nicht nötig gewesen

Laut GSCHWÄTZ-Informationen war beantragt, die Sitzung bereits am Mittwoch, 04.Mai 2022, stattfinden zu lassen. Bürgermeister Bauer bzw. die Stadt Ingelfingen soll erst noch einen Rechtsrat eingeholt haben, obwohl die Formulierung „unverzüglich“, das bedeutet: ohne schuldhaftes Zögern, in der Gemeindeordnung doch eigentlich unmißverständlich ist. Das dürfte wohl auch die Ansicht des befragten Anwalts gewesen sein.

Text: Matthias Lauterer

 




Ingelfinger Bürgermeisterwahlkampf wird komplett zur Farce

Mit harten Bandagen wird in Ingelfingen um Wähler gekämpft. Nun wird ein Brief bekannt, der mit dem Logo der Stadt Ingelfingen versehen ist und einen offiziellen Eindruck macht:

Dieser Brief ist nicht von der Stadt Ingelfingen

Um es klar zu sagen: Dieser Brief ist keine offizielle Mitteilung der Stadt Ingelfingen. Ein „Maischerz“ ist solch ein Brief gewiss auch nicht – denn dieser Brief ruft genaugenommen dazu auf, ungültige Stimmen abzugeben – dieses Schreiben ist damit eine Wahlbeeinflussung und damit strafbar.

Das Wahlrecht gibt eine solche Situation gar nicht her

Das baden-württembergische Wahlrecht kennt keine Doppelspitze. Wer also so stimmen würde, würde eine ungültige Stimme abgeben.

GSCHWÄTZ hat das Landratsamt, das ja in diesem Brief erwähnt wird, um eine Stellungnahme gebeten, auch die Pressestelle der Polizei wird sich dazu äußern.

Wem nutzt es?

In solchen Fällen fragt sich der Krimileser immer Cui bono – Wem nutzt es?

Text: Matthias Lauterer




Die Preisträger des Jungwinzerpreises Württemberg kommen aus Ingelfingen

Wer einen Preis als Auszeichnung für seine Arbeit bekommt, der darf darauf stolz sein und der darf mit diesem Preis auch für sich und seine Arbeit werben. Dass es auch ganz anders kommen kann, mussten Gerrit und Yannik Schmetzer, die „junge Generation“ im Ingelfinger Weingut Gaufer erfahren: Sie erhielten bereits im Jahr 2020 den Baden-Württembergischen Jungwinzerpreis, konnten diesen Preis wegen der Pandemie aber nicht für sich ausnutzen – alle Veranstaltungen, bei denen sie sich hätten präsentieren können, sind ausgefallen. „So sind wir aber immerhin die längsten Träger des Preises“, lacht Gerrit Schmetzer – denn die Preisverleihung der Jahre 2021 fielen der Pandemie zum Opfer und so sind sie immer noch die amtierenden Preisträger.

Ausgeschrieben wird der Preis jährlich Preis vom Weinbauverband Württemberg in Kooperation mit dem Fachblatt „Rebe und Wein“. Verliehen wurde den beiden Brüdern der Preis aber nicht deshalb, weil sie einen ganz besonderen Wein der Spitzenklasse kreiert hätten – belohnt wurde eine Marketing-Idee: „Wir wollten weg von den Fachbegriffen wie Sorten und Lagen und wollen so vor allem für die junge Generation einen einfachen Einstieg in den Weingenuß anbieten“.  Die Brüder kreierten also eine eigene Reihe, die sie „Wine for Vibes“, übersetzt etwa „Stimmungswein“, nennen und in der momentan vier Weine für vier Stimmungen oder Gelegenheiten angeboten werden: Fürs Tanzen, Feiern, Lieben und Chillen haben die Brüder einen jeweils passenden Wein zusammengestellt – alle vier Weine sind Cuvées, selbstverständlich aus den eigenen Reben.

In „normalen“ Jahren wäre mit dem Preis die Präsenz auf mehreren großen Weinmessen verbunden gewesen, wo man Kontakte zu Endkunden, Gastronomen oder Weinfachgeschäften hätte knüpfen können. „Das ist alles weggefallen. Wir sind aber im Kontakt mit dem Verband, vielleicht können wir das ja in diesem Jahr wahrnehmen“, hofft Gerrit Schmetzer.

Marketing als Herausforderung für Winzer

Marketing sei überhaupt eines der wichtigen Themen im Weinbau der Zukunft: „Der Markt ist gesättigt, es gibt einen Verdrängungswettbewerb. Jede Flasche, die wir mehr verkaufen, verkauft ein anderer weniger“. Das Internet biete aber auch kleineren Weinerzeugern – wie er einer ist – inzwischen preiswerte und gezielte Möglichkeiten. So habe das Weingut Gaufer während der Pandemie erfolgreich „Online-Weinproben“ durchgeführt: Kunden konnten ein Weinpaket bestellen, die Verkostung fand dann unter fachkundiger Begleitung über das Internet zuhause statt. „Da haben wir uns auch noch das Gläserspülen gespart“, grinst er.

Der Klimawandel wird den Weinbau verändern

Ein weiteres Zukunftsthema sei die Reaktion auf den Klimawandel. Nicht nur die Trockenheit bedrohe die Reben, auch die Klimakapriolen mit Sturm, Starkregen, Hagel, seien eine Gefahr. Die Wissenschaft hat sich dieses Themas schon angenommen und versucht, mit Neuzüchtungen gegenzusteuern. Dort hat sich einiges getan, weiß Gerrit Schmetzer: „Früher musste man mehrere  Jahre warten, bis man wußte, ob eine neue Rebsorte die Erwartungen erfüllt. Durch die modernen Methoden der Biologie kann man schon an einer kleinen Pflanze vieles erkennen. Das reduziert die Zeit bis zur Einführung einer neuen Rebsorte beträchtlich.“ Er nennt als Beispiel Neuzüchtungen pilzresistenter Rebsorten – die wurden erforderlich, weil die Umweltauflagen das „Spritzen“ stark einschränken.

Gerrit Schmetzer baut viele Weine im kleinen Holzfass aus. Foto: GSCHWÄTZ

High-Tech nimmt immer mehr Raum ein

Der dritte Faktor, der den Weinbau der Zukunft bestimmen wird, ist High-Tech. Nicht nur aus den Biowissenschaften, auch in der Weinbergtechnik. Gerrit Schmetzer erwähnt einen Roboter, der die Reben nachts mit UV-Licht bestrahlt, um Pilze abzutöten. Der Mensch greift der Natur also beim Naturprodukt Wein kräftig unter die Arme.

Alten Beruf komplett aufgegeben

Inzwischen hat Gerrit Schmetzer seinen ursprünglich erlernten Beruf aufgegeben, hat in Neustadt an der Weinstraße/Wstr Weinbau und Önologie studiert und bei namhaften Winzern in der Pfalz und Baden gearbeitet. Nun bringt er seine Arbeitskraft vollständig ins Familienweingut ein. Auch sein Bruder Yanik ist dem Wein verbunden – er arbeitet bei einer Firma, die technische Geräte für die Weinerzeugung herstellt – „das ist gut, wenn man so direkte Kontakte in die Industrie hat“.

Den Wein macht nicht nur der Winzer

Gerrit Schmetzer nimmt eine Probe. Foto: GSCHWÄTZ

Im Weinkeller zeigt Gerrit Schmetzer, wie wichtig die Fachbegriffe, die den Kunden nicht interessieren müssen, dann doch sind. Er blüht regelrecht auf, wenn er von Farb- und Gerbstoffen spricht, die sich gegenseitig stabilisieren und wie man die Farbe des Weins auf ganz einfache Weise und ganz ohne Chemie ein wenig steuern kann. Er ist in seinem Element und wird ganz enthusiastisch, sprüht geradezu vor Ideen – und was ganz wichtig ist: Er ist stolz auf „sein“ Produkt. Auch deshalb, weil es eben nicht nur „sein“ Produkt ist, sondern ein Produkt der Region und der Natur.

Der Weinmarkt ist im Wandel

Aber noch im Keller spricht er wieder über den Weinmarkt und seine Kunden. Aufgrund der relativ kleinen Mengen, die das Weingut produzieren kann, kann er seine Weine nicht den großen Lebensmittelketten oder Internet-Weinhändlern anbieten. Seine Kunden sind eher Gastronomen und selbständige Lebensmittelmärkte, die nicht nur über den Zentraleinkauf beziehen – und natürlich die Kunden, die direkt ab Hof oder über die Webseite kaufen.

Kleine Weingüter haben es schwer

Schmetzer weiß, dass es kleine Weingüter in einem Marktumfeld, in dem ein „großer Name“ die Marktposition beeinflusst, schwer haben. Nicht zuletzt deshalb würden gerade viele Weingüter oder Weinbauern das Geschäft aufgeben. Trotzdem sieht er sein Weingut für die Zukunft gut aufgestellt: Man sei wirtschaftlich gut durch die bisherige Pandemie gekommen und habe einen gewissen Bekanntheitsgrad erreicht. Selbst in großen Weinführern, die weltweit vertrieben werden, ist der Name Gaufer, die Stadt Ingelfingen und das Kochertal inzwischen zu finden.

Text: Matthias Lauterer

 

 




Großes Gewusel in Forchtenberg

Weit mehr als 100 Kinder treffen sich am Samstag, 30. April 2022, zum großen Fussball-Spieltag der Bambini und der F-Jugend auf dem Forchtenberger Sportplatz.

Tore sind natürlich auch bei den Kleinen das Wichtigste – vor allem für die Eltern. Foto: GSCHWÄTZ

Weil Fußball ein Familiensport ist, haben fast alle Kinder mindestens ein Elternteil mitgebracht. Und natürlich bewundern auch viele Großeltern ihre Enkelkinder beim Spiel. Zwischendrin will ein kleineres Geschwisterkind auch mitspielen, schnappt sich den Ball, der im Aus war und rennt mit ihm davon.

Alle Kochertalvereine am Start. Foto: GSCHWÄTZ

Gespielt wird parallel auf 10 Feldern

Auf 10 Feldern wird gleichzeitig gespielt, allein bei den Bambini treten 23 Dreier-Mannschaften an, die jeweils 9 Minuten ohne Auswechslung Volldampf geben. Die F-Jugend spielt mit vier Feldspielern und Torwart auf schon ziemlich große Tore.

Perfekte Ballbehandlung und „högschde Konzendration“. Foto: GSCHWÄTZ

Alle Kochertalvereine nehmen teil

Alle Vereine aus dem Kochertal von Künzelsau bis Forchtenberg nehmen teil, dazu kommen Verrenberg, Niederstetten oder Hessental.

Fussball ist nicht nur für Jungs. Foto: GSCHWÄTZ

Wer gewonnen hat? Das ist doch egal. Die Hauptsache ist, die Kinder hatten ihren Spaß und konnten beweisen, was sie können.

Text: Matthias Lauterer

 




Schwäbisch-Haller Gemeinderat beschließt Bierpreisbremse

Und plötzlich hatte der Gemeinderat von Schwäbisch-Hall, ohne zu wissen, wie ihm geschieht, am späten Abend des 27. April 2022 für eine „Bierpreisbremse“ gestimmt. Der „deutschlandweit ersten Bierpreisbremse“, wie der Antragsteller, Tilmann Finger von „Die PARTEI“, stolz verkündet. Diese „Bierpreisbremse“ war schon im Bundestagswahlkampf eine der Forderungen der Partei „Die PARTEI“, die gerne als Satirepartei oder Spaßpartei bezeichnet wird. „Die PARTEI“ ist allerdings nicht nur im Europaparlament, sondern inzwischen auch in vielen Gemeinderäten vertreten, unter anderem in Schwäbisch-Hall.

Antrag auf Bierpreisbremse gestellt

Zum Tagesordnungspunkt 8 „Ergebnisse der Maßnahmen zur Belebung der Innenstadt“ wurde den Gemeinderät:innen per Tischvorlage ein Antrag von Tilmann Finger unterbreitet, den Bierpreis auf 4 Euro/Liter zu beschränken. Getreu der Regel „kein Bier vor vier“ fordert der Antrag, dass diese Regelung Montag bis Freitag ab 16:00 und ab Samstags ab 12:00 für das gesamte Wochenende in den Ausschankstellen der Stadt Schwäbisch-Hall gelten soll.

Antrag tatsächlich angenommen

Dieser Antrag wurde inmitten einer langen Sitzung mit 13:8 Stimmen bei einigen Enthaltungen angenommen – und jetzt muss Bürgermeister Daniel Bullinger diesen Beschluß umsetzen. „Das Ding ist durch“, soll er gesagt haben. Es sei denn, der Beschluß wäre aus rechtlichen oder sonstigen Gründen gar nicht umsetzbar – das wird Bullinger jetzt erst einmal prüfen müssen. Erst wenn Bullinger nicht widerspricht, kann die Bierpreisbremse in Kraft treten. Die Gemeindeordnung gibt ihm das Recht zum Widerspruch, beispielsweise wenn der gute Ruf der Stadt leiden könnte.

Ernster Hintergrund

Was auf den ersten Blick nur spaßig klingt, hat mehrere ernstzunehmende Hintergründe. Zum einen soll die Finanzierung aus einem bisher nur ungefähr zur Hälfte genutzten Programm „Massnahmen zur Belebung der Innenstadt“ erfolgen, wo noch rund 400.000 Euro ungenutzt zur Verfügung stehen. Auf der anderen Seite soll mit dem Geld die durch steigende Preise geschädigte Gastronomie gestärkt werden – rund 200.000 Liter Mehrumsatz könnten generiert werden, so hat es Finger in der Begründung des Antrags ausgerechnet.

Text: Matthias Lauterer