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Ehrenamtliche bieten Sprachcafé für ukrainische Flüchtlinge an – großer Andrang

Es waren die ukrainischen Frauen im Krankenhaus Künzelsau, die an Ostern zu den Ehrenamtlichen, die sie betreuen gesagt haben, sie möchten gerne so schnell wie möglich die deutsche Sprache lernen. Und da die offiziellen Sprachkurse damals noch gar nicht gestartet haben, haben sich nun Ehrenamtliche gefunden, die nun dienstags und donnerstags nachmittags ein Sprachcafé im Krankenhaus Künzelsau anbieten.

Helfer:innen gesucht

Diese Woche ging es nun an den Start mit großem Erfolg. Insgesamt befinden sich derzeit rund 50 Menschen aus der Ukraine im Krankenhaus in Künzelsau – vorwiegend Frauen und Kinder, eine große Mehrheit ging zum freiwilligen ersten Laien-Deutschkurs. Die Ehrenamtlichen freut es, sind aber auch dankbar, wenn sich ein oder zwei weitere Helfer:innen finden würden, die entweder übersetzen  oder beim Sprachcafé mithelfen und Basics der deutschen Sprache spielerisch vermitteln. Man braucht hierfür keine pädagogische Ausbildung.

Wer Interesse hat, darf gerne die Redaktion GSCHWÄTZ kontaktieren. Wir leiten den Kontakt dann weiter:

WhatsApp. 0172/68 78 474

Mail: info@gschwaetz.de

Tel.: 017940/94 555 7




Wirtschaftsmedaille des Landes Baden-Württemberg geht nach Forchtenberg

Am 04.Mai 2022 verleiht Wirtschaftsministerin Dr. Nicole HoffmeisterKraut die Wirtschaftsmedaille des Landes Baden-Württemberg für herausragende unternehmerische Leistungen um die badenwürttembergische
Wirtschaft
an sechs Persönlichkeiten und sieben Unternehmen. 

Ehrung geht an Susanne Henkel aus Forchtenberg

Eine dieser Persönlichkeiten ist Susanne Henkel aus Forchtenberg,  Geschäftsführerin der dortigen Richard Henkel GmbH. 

Unternehmen hat seine Marktnische gefunden

Die Richard Henkel GmbH ist ein klassisches Metallunternehmen, das seine Leistungen, beispielsweise Schleifen, Strahlen und Pulverbeschichtung, anderen Unternehmen zur Verfügung stellt. Auf der anderen Seite bedient das Unternehmen erfolgreich eine Marktnische: Die Stahlrohrmöbel des Unternehmens stehen in den Entspannungsbereichen vieler moderner Bäder und Spas – und wie man weiß, kann man in einer Nische gutes Geld erwirtschaften.

Stahlrohrmöbel im Schwimmbad. Foto: Fa. Henkel

„Einmal kaufen – ein Leben lang Freude“

Besonderen Wert legt das Unternehmen auf Nachhaltigkeit. In der Produktion setzt man beispielsweise auf kurze Wege, wenig Transport und lokale Lieferanten. Diese lokale Strategie sorgt in der aktuellen schwierigen Lage auf den Beschaffungsmärkten dafür, dass die Firma lieferfähig ist – obwohl „die Bude brennt“.

„Einmal kaufen – ein Leben lang Freude“, damit warb die Firma schon vor vielen Jahren. Sie bietet an, die Möbel von der Neubeschichtung des Rahmens bis zur Bespannung wieder aufzuarbeiten und damit die Lebensdauer zu verlängern. Die Bespannung und die sonstigen Kunststoffteile werden recycelt und weitergenutzt.

70 Jahre alte Möbel werden aufbereitet

Susanne Henkel berichtet, dass ihre „wunderbaren Kunden“ sogar Möbel von 1950 aufarbeiten lassen: „70 Jahre Stahl gespart“, sagt sie. Ihr ist es persönlich wichtig, ihren Beitrag zum Schutz des Planeten leisten zu können, denn „Jetzt reichts, wir müssen unsere Kugel retten“.

Susanne Henkel ist kaum in der Öffentlichkeit

Die öffentliche Aufmerksamkeit sucht Susanne Henkel nicht. Vor rund 10 Jahren war sie allerdings medial präsent, bis hinein in den SPIEGEL hat sie es geschafft.

2013 erscheint eine SPIEGEL-Story über Susanne Henkel. Foto: Screenshot spiegel.de

Damals traf sie nach einer Boom-Phase der Firma eine ungewöhnliche Entscheidung: „So eine Wachstumsphase, die wollen wir nicht mehr.“ Zuviel betriebliche Kultur war in dieser Phase auf der Strecke geblieben: „Wir hatten keine Zeit mehr für Gespräche zwischen den Mitarbeitern, aus denen ja oft neue Ideen entstehen.“ Sie stellte sich damals die Frage „Brauchen wir mehr Umsatz oder mehr Ertrag?“ und ist für ihr Unternehmen zu der Überzeugung gekommen, unternehmensintern am Ertrag zu arbeiten, mittels technischer Innovationen und nachhaltiger Prozesse, die zusammen mit dem Kunden auf gemeinsamen Ertrag ausgerichtet werden.

„Wachstum“ neu definieren

Diesen Ansatz fährt sie bis heute. Sie will die Definition des „Wachstums“ neu denken, der Umsatz allein sei nicht die richtige Kenngröße: „Im Inneren des Unternehmens gibt es viele Ressourcen, die man in den einzelnen eigenen Prozessen schöpfen kann“, wird Henkel zitiert. Gewinne nicht aus immer höheren Verkaufszahlen, das ist ihr Ziel. Der Ertrag steht vor dem Umsatzwachstum, so erzielt Susanne Henkel Profit – ein Ansatz, der sich in den Lehrbüchern noch nicht durchgesetzt hat.

Familienunternehmen seit 1922

Seit 1922 besteht das Unternehmen und beschäftigt recht konstant rund 50 Mitarbeiter. Susanne Henkel ist Juristin und übernahm 1983 die Leitung des Familienunternehmens, weil ihr Vater schwer erkrankt war. Seitdem führt sie zusammen mit ihrem Bruder Kai das Unternehmen.

„Wir brauchen uns. Anders gehts nicht.“

Die Wirtschaftsministerin ehrt Susanne Henkel, doch die will das nicht so stehen lassen, bezieht in die Ehrung die gesamte Belegschaft und ihren Bruder Kai mit ein: „Wir brauchen uns. Anders gehts nicht.“

Text: Matthias Lauterer




Breitbandausbau in Bretzfeld und Kupferzell: über 5 Millionen Euro Förderung

Die Gemeinden Bretzfeld und Kupferzell erhalten insgesamt über 5 Millionen Euro Fördergelder des Bundes für den Breitbandausbau. Dies erfuhr der Bundestagsabgeordnete Kevin Leiser (SPD) am Montag, dem 2. Mai durch den Projektträger des Bundesministeriums für Digitales und Verkehr.

Schnelle Breitbandverbindungen als Standard 

Alle Menschen in Deutschland müssen sich auf moderne Standards verlassen können. Dazu gehören schnelle Breitbandverbindungen. Daher freue ich mich über die Förderungen für unsere Kommunen“, so Kevin Leiser.

Im Rahmen des Förderprogramms zur Unterstützung des Breitbandausbaus in der Bundesrepublik Deutschland fördert der Bund mit 4.284.699 Euro für den Anschluss von Haushalten sowie 632.218 Euro für den Anschluss von Unternehmen in Bretzfeld und 250.277 Euro für den Anschluss von Unternehmen in Kupferzell jeweils 50 Prozent des Gesamtbedarfs. Die Mittel
aus dem Förderprogramm stellt das Bundesministerium für Digitales und Verkehr zur Verfügung. 

Pressemitteilung Kevin Leiser MdB. 




Laufspaß und viel Musik beim Company Trail

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Der Spaß wird im Vordergrund stehen, wenn am Sonntag, 10. Juli, Freizeitsportler und Familien quer durch Hochregallager und Produktionsbereiche von Unternehmen im Gewerbepark Hohenlohe laufen. Die Firmen bieten wieder zahlreiche Stationen an. Neu ist ein buntes Musikprogramm im Start- und Zielbereich. „Wer nicht laufen will, kann einfach aufs Festgelände kommen und dort einen schönen Tag haben“ sagt Rainer Grill, Organisator bei Ziehl-Abegg. Die Anmeldung ist ab sofort möglich.

Sechs Kilometer Laufstrecke im Freien

Die Laufstrecke wird wieder rund sechs Kilometer lang sein – gerechnet von Firma zu Firma. Dazu kommt die Strecke in den Unternehmen: quer durch Hochregallager, zwischen Schreibtischen hindurch und vorbei an Produktionsmaschinen sowie treppauf und treppab. Durch die unterhaltsamen und kurzweiligen Stationen ist die Strecke auch für sportlich Ungeübte gut zu bewältigen. Erstmals führt der Lauf unter der Autobahn hindurch aufs Areal der Firma Würth.

Kein Wettbewerb sondern Erlebnis

Da der Erlebnischarakter dominiert, wird es keine Zeitmessung geben. An der Strecke sowie im Start- und Zielbereich warten Verpflegungsstände und andere Aktionen auf Teilnehmer wie Zuschauer. Start und Ziel sind wie in den Vorjahren auf dem Areal von Ziehl-Abegg angesiedelt. Dort werden sich auch mehrere Unternehmen aus dem Gewerbepark mit Informationsständen präsentieren. Zudem wird es eine Spielstraße für Kinder geben.

Magnet für Freizeitsportler und Festlesfreunde

„Der Company Trail wird zum Magnet für Freizeitsportler und Festles-Freunde“, sagt Rainer Grill. So wird vormittags die Stadtkapelle Krautheim schon zum Frühschoppen spielen. Auch über die Mittagszeit werden die Musiker aus dem Jagsttal für Unterhaltung sorgen. Danach wird die Cover-Band „keep alive“ auf der Bühne unterhalten. Das Ende wird gegen 17 Uhr sein.

Früh anmelden: Top Finishergeschenk

Die Kosten für die Teilnahme am Lauf betragen 10,- Euro pro Person (16 Jahre und älter). Kinder und Jugendliche bis einschließlich 15 Jahre werden über die Eltern kostenfrei angemeldet. Das Anmeldeportal auf www.company-trail.de ist seit 1. Mai freigeschaltet. Für 1.500 Freizeitsportler wird es im Ziel hochwertige Trinkflaschen geben – wenn die Anmeldung bis 30. Juni eingeht. Daher gilt: früh anmelden!

Eine Veranstaltung von zehn Firmen im Gewerbepark Hohenlohe

Der Company Trail wird von zehn Firmen im Gewerbepark Hohenlohe veranstaltet:

Adolf Würth – Gemü – Lidl – R.Stahl – Regal Rexnord (Nicotra Gebhardt) – Rüdinger – SWG -Würth Elektronik -Würth Modyf – Ziehl-Abegg

Pressemitteilung der Veranstalter




Bürgermeisterwahl Ingelfingen: was passierte beim Stimme-Forum?

18:45: Noch viel Platz in der Stadthalle Ingelfingen:

19:00: Die Kandidaten und die Moderatoren sind auf der Bühne, von den 300 Zuschauerplätzen sind etwa 50 noch frei. Das Interesse scheint gering zu sein, wie auch schon bei der Veranstaltung am Donnerstag.

Armin Rössler und Tamara Ludwig von der HZ stimmen ein. Informativ, kritisch und unterhaltsam soll es werden.

19:08: Die Mehrheit der Besucher antwortet auf die Frage, ob sie ihre Entscheidung schon getroffen haben, mit Ja.

19:12: Schmitt will am Sonntag 54 Prozent und Bauer will 50 Prozent + eine Stimme erreichen.

19:15: Frage an Bauer:

Warum ist Ingelfingen von den anderen Gemeinden überholt worden? Bauer: „Der Eindruck trügt, das teile ich nicht.“ Er stellt den Stand bei der Photovoltaik als musterhaft dar, die anderen Gemeinden würden gerade aufholen. Vereinzeltes Gelächter, wenig Beifall.

19:20: Digitalisierung:

„Die Uhren scheinen stehengeblieben zu sein“, sagt Tamara Ludwig. Sie bringt ein Beispiel: Die Wahlergebnisse Ingelfingens seien als einzige noch per Fax ins Landratsamt übermittelt worden. Bauer: „Wir sind da weit voraus“, die Digitalisierung der Schule nennt er als Beispiel. Nur in einzelnen Ortschaften habe es an der Bandbreite für den Online-Unterricht gefehlt. In der Verwaltung würde man jetzt nachziehen. Und wegen der Übermittlung per Fax meint Bauer: Man sei sehr früh fertig gewesen und habe sofort gefaxt – das müsse man, das sei Vorschrift. Das Fax sei wohl im Landratsamt verlorengegangen, dann habe man auf Anforderung nochmals gefaxt. Ludwig stellt richtig: Sie habe sich im LRA erkundigt, alle anderen Gemeinden hätten andere legale Übermittlungswege gewählt.

19:30: Frage an Bauer: Welche politische Entscheidung war schlecht und würden Sie gerne rückgängig machen?
Bauer fällt zu dieser Frage nichts ein.  Ludwig: „Also alles gut?“. Nicken.

19:35: Fragerunde an Schmitt:
Keine politische Erfahrung, keine Verwaltungserfahrung? Als Trainer sei er es gewohnt, sich auf neue Voraussetzungen einzustellen. Er kehrt die Kritik um: Das sei seine Stärke.

Warum sind 16 Jahre Michael Bauer genug? Nach 16 Jahren sei zuviel Routine eingekehrt, ein neuer Kopf, neue Ideen könnten helfen, z.B. bei der  Mariannenstraße. „Ich sehe viele Punkte, wo man was anfangen könnte.“

Schmitts drei Topthemen für den Beginn der Amtszeit?
– mit den Teilorten ins Gespräch kommen und ihnen mehr Autonomie geben. Ein Budget für kleinere Entscheidungen innerhalb der Teilorte sei möglich, darüber habe er sich erkundigt.
– Einarbeitung
– Anpacken von Dingen, die leicht lösbar sind. Er habe ja gesehen, dass sein Wahlkampf Wirkung zeigt: Die Tische im Stadtpark seien plötzlich sauber.

Was passiert, wenn im Rathaus jemand wichtiges ausfällt? Schmitt will auch personelle Zusammenarbeit mit den Nachbargemeinden, wie es ja kocherabwärts bereits praktiziert werde, „aber das geht nur mit einem Bürgermeister, der …“ Spontaner Beifall.

Kleine lustige Panne: Die Uhr ist ausgefallen 😉

19:40 Thema: Grosskläranlage und interkommunale Zusammenarbeit:

Bauer schiebt das Scheitern der grossen Kläranlage auf die Gemeinden unterhalb am Kocher. Ihm wären zwei kleinere Kläranlagen in einem Zweckverband lieber gewesen. Er betont: „Ingelfingen wird kein Nachteil entstehen.“
Über Probleme in der Zusammenarbeit der Gemeinden: „ich sehe da keine Probleme“.

Schmitt: Vielleicht gibt’s noch Chancen, das Thema nochmal anzugehen, das LRA hat ja noch nichts genehmigt. Schmitt will durch interkommunale Zusammenarbeit Synergien erzielen, auch personell. Sowohl die Zusammenarbeit mit Künzelsau als auch mit den Kochertalgemeinden, wo das schon praktiziert wird, sei für ihn denkbar.

19:50: Thema Innenentwicklung, Mariannenvorstadt und Kleingewerbe.

Bauer: Verkehrsplaner hatten damals die Einbahnregelung vorgeschlagen. Planer hatte prognostiziert, dass dann die Kaufkraft ansteigt – das ist nicht passiert. Bauer schließt daraus: „Die Bürger sind mit ihrem Einkaufsverhalten natürlich verantwortlich, was passiert.“

Rückfrage: 3 Jahre Ruhe in Mariannenstraße. Es kommt der Eindruck auf, dass nichts mehr getan wird?
Bauer: „Man muss auch Mal Ruhe einkehren lassen. Ich hätte mir auch vom Gemeinderat mehr Vorschläge erwartet.“

Dazu Schmitt: „Drei Jahre Ruhe reinbringen, halte ich für zu lang.“ Es gebe  viele Möglichkeiten, Fördergelder für Verkehrsberuhigung und Innnenstadtbelebung zu bekommen. „Es gibt keinen Grund, nicht sofort zu beginnen.“ Konkret schlägt er vor, von städtischer Seite Unterstützung bei der Nachfolgefindung für Ladeninhaber zu geben, die bald in Rente gehen. Die Innenstadt will er durch „Verweilmöglichkeiten“ beleben, beispielsweise durch eine Eisdiele, ein Café oder ähnliches.

19:55: Tourismus:

Schmitt: „Es fehlt ein Highlight, weswegen an gezielt nach Ingelfingen kommt.“ Kunst und Kultur fehlen fast völlig. Schmitt verweist auf eigene Erfahrung in diesem Bereich [er war Inhaber einer Galerie, Red.].

Bauer: Ingelfingen habe die beste Gastronomie und die besten Übernachtungszahlen weit und breit [Gelächter]. Er will den Tourismus nicht auf Ingelfingen beziehen, sondern kreisweit betrachten. Relativiert seine erste Aussage, indem er sagt, dass eine hohe Zahl von Übernachtungen betrieblich und nicht touristisch motiviert sind.

Was wird unternommen, um Ingelfingen für alle Altersgruppen kulturell zu beleben?

Bauer: Man kann immer mehr machen, aber da sind die Vereine gefordert, das kann die Stadt nicht alleine stemmen. Wenn jemand Ideen hat, der kann kommen.

Schmitt: „für alle Altersgruppen“ ist wichtig, regt technisch orientierten Wasserspielplatz mit Unterstützung der Firmen an. Kinder spielen am Wasser, Eltern trinken nebenan einen Kaffee oder können ein Eis essen.

20:00 „Klimaschutz – wie stellen Sie sich die Umsetzung vor?“

Schmitt: „Photovoltaik ist ein Schritt, aber nicht alles.“ Er verweist auf das  Klimaschutzkonzept des Kreises: „Das hat 42 Punkte – für Kommunen, Wirtschaft und Bürger. Der wichtigste Punkt: Die Kommunen sollen das Vorbild sein.“ Warum nicht als Vorbild Freiflächen-PV?

Konkrete Frage an Bauer: Warum bisher keine städtischen PV-Dächer? Das sei bisher finanziell nicht leistbar gewesen, jetzt gebe es aber dank des neuene EEG-Gesetzes neue Fördermöglichkieten. „Wir werden was tun“ – natürlich unter der Voraussetzung, dass der Gemeinderat zustimmt. PV-Anlagen in Weinbergen will er nicht: „Das verändert die Kulturlandschaft.“

Ob er ein persönliches Vorzeigeprojekt zum Klimaschutz habe? Ja, dass die Sporthalle mit Geothermie und die Schule mit einem Blockheizkraftwek beheizt würde.

Thema: Gewerbeflächen und Wohnbau:

Schmitt: Warum steht das Gewerbegebiet in Stachenhausen schon so lange still? Die Gemeinde soll in Vorleistung gehen und nicht warten, dass genug Gewerbe zusammenkommt. Ähnlich sieht er das im Bereich Wohnbau: Jetzt gebe es plötzlich Neubaugebiete, warum vorher mehrere Jahre nichts?

Bauer: In Stachenhausen jetzt geologische Untersuchungen fertig, „das ist am Werden“. Nach vielen größeren Projekten seien jetzt Kapazitäten frei, dass man Wohnungsbau in Angriff nehmen kann.

20:10: Die Moderatoren lassen eine Abstimmung mit den Füssen durchführen – das Publikum soll für seinen Kandidaten trampeln. Dsa Stimmungsbild nach Lautstärke: Ungefähr gleichstark. Es ist aber eindeutig eine Grüppchenbildung in der Halle zu hören – die Anhänger der Kandidaten sitzen beieinander.

20:12: Die Moderatoren nennne den Kandidaten einen Teilort und erwarten ein Projekt: Bei Eberstal stockt Bauer, in Diebach ist sein erstes Projekt der Dank an die Wähler. Schmitt will in Dörrenzimmern erstmal das Vertrauen der Bürger wiederherstellen. In dieser Runde verliert auch Schmitt einmal den Faden.

20:15: Umgang mit dem Gemeinderat, Samstagssitzung des Gemeinderats:
Bauer betont, dass er die nächste Sitzung bewußt am Samstag angesetzt hat, damit man ihm nicht vorwerfen kann, er wollte Themen erst nach der Wahl besprechen. Schmitt will mehr demokratische Mitwirkung bei der Auswahl der Themen im Gemeinderat und will durch frühzeitige Information den Gemeinderät:innen mehr Zeit zur inhaltlichen Auseinandersetzung geben.

20:20 Nochmals Bürgerfragen:

Warum hat Ingelfingen keinen Fahrdienst für Senioren?
Bauer: in Zusammenarbeit mit dem Seniorenrat zurückgestellt.
Schmitt: Andere Verkehrsthemen, Buslinien oder Haltestellen, sind unmittelbarer.

Frage an Schmitt: Angebote für Jugendliche, was kann Ingelfingen für 12-18 anbieten?
„Die Jugendlichen haben Ideen en masse“, Bikerpark, „Affenkäfig“ sind Vorschläge, die er bereits erhalten hat.

Frage an Bauer: Warum so viel Fluktuation im Gemeinderat. Wegen autoritären Führungsstils? Er sieht keine große Fluktuation, kann sich an zwei Personen erinnern, die den GR verlassen hätten. „Dass ich von oben herab regieren würde, sehe ich nicht. Alle werden gleich behandelt, egal wer es ist.“

Altersgerechte Spielgeräte für alle Altersgruppen, konkret für die Kleinsten im Alter von ein bis zwei Jahren:
Bauer antwortet erstmal auf einen Vorwurf, der nicht erhoben wurde: „Unsere Spielplätze sind in einem guten Zustand, diese Vorwurf lasse ich nicht gelten.“ Kleinkindschaukeln für die Jüngsten seien bestellt. Er ergänzt: „Wenn irgendwas ist, lassen Sie’s mich wissen. Ich kann nichts tun, wenn ich’s nicht weiss“.

Letztes Thema: Bildung und Schule, an Schmitt: Er will die Bildungmöglichkeiten vor Ort ausbauen, im Raum stehe ja, dass man in Ingelfingen auch Abitur machen kann. Die derzeitige Situation mit Schulwechsel nach Künzelsau sei suboptimal.

Letzte Frage an Bauer: Er widerspricht einer Bürgerfrage, nach der er im letzten Jahr gesagt haben soll, keine Lust aufs Amt zu haben und nicht mehr kandidieren zu wollen. Er hoffe, am 8. Mai gewählt zu werden.

ein letztes Stimmungsbild fragen die Moderatoren ab, bevor sie das Forum schließen: Das Forum hat den Menschen gefallen, keiner der Zuschauer will seine Meinung durch die Vorstellung geändert haben.

Armin Rössler und tamara Ludwig stellen fest, dass es am Sonntag wohl eng wird und beendet die Veranstaltung. Nicht alle gehen unmittelbar nach Hause – im Saal und vor der Stadthalle stehen die Menschn in Gruppen beoieinander und lassen die Veranstaltung Revue passieren.

Vor Ort: Matthias Lauterer

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 




Künzelsauer Abend am 04. Mai 2022 in der Stadthalle

„Der Künzelsauer Abend steht insgesamt unter der Frage, wie wir in unserer Stadt die Zukunft gestalten wollen und wie wir als Gemeinschaft in Künzelsau leben wollen“, sagt Bürgermeister Stefan Neumann.
Abwechslungsreicher Überblick
„Wir geben einen abwechslungsreichen Überblick, stellen die aktuellen Daten und Projekte vor, liefern Informationen, Rahmendaten und wollen auf dieser Basis gemeinsam mit den Künzelsauerinnen und Künzelsauern den Blick in die Zukunft richten. Welche Ideen haben wir als Stadtgesellschaft und welche wollen und können wir realisieren? Das wird spannend und wir freuen uns auf den Austausch mit unseren Besucherinnen und Besuchern.“
Das Bürgerbudget, die Arbeitsgruppen des Klimabeirates und die Innenstadtentwicklung werden beim Künzelsauer Abend vorgestellt.
  
Neuer Stadteingang an der Stuttgarter Strasse 
Wie der Stadteingang an der Stuttgarter Straße geplant ist, dazu können die Stadtplanerin Christine Tritschler und Julia Model vom Sanierungsträger, der Wüstenrot Haus und Städtebau GmbH, Auskunft geben. Dort wird eine Mobilitätsdrehscheibe mit Parkhaus und Bahnhof entstehen. Auch dazu sind die Ideen und Anregungen der Bevölkerung sehr willkommen. Weitere Themen werden die verschiedenen Ansätze der städtischen Integrationsarbeit und die Ehrenamtsbörse sein. An den Start geht beim Künzelsauer Abend eine neue OnlineBeteiligungsplattform. Mitreden und gestalten geht dann dort auch online. Das neue Team des Jugendreferats ist vor Ort.
Kulturprogramm
Das umfangreiche Kulturprogramm gibt’s zum Anschauen und Mitnehmen.
Bürgermeister Stefan Neumann lädt die Einwohnerinnen und Einwohner von Künzelsau und den Stadtteilen am Mittwoch, 4. Mai 2022 in die Stadthalle Künzelsau ein. Einlass ist um 18.30 Uhr. Bereits bis zum offiziellen Beginn um 19 Uhr können sich die Besucherinnen und Besucher über die aktuellen Projekte im großen Saal der Stadthalle über die Arbeit der Stadtverwaltung und neue Angebote informieren. Ein kleines Team des Landratsamts Hohenlohekreis kann
Auskunft über die neuen LEADER Fördermöglichkeiten geben. Vertreter der Deutschen GigaNetz sind ebenfalls in der Stadthalle Ansprechpartner für die geplanten GlasfaserHausanschlüsse.
Vertreterinnen und Vertreter des Turngaus Hohenlohe berichten über das Landeskinderturnfest, das im Juli in Künzelsau stattfindet und wofür sie noch Unterstützung von freiwilligen Helferinnen und Helfern gebrauchen können.

Im Dialog zu Lösungen

Prof. Dr. Markus Brettschneider. Foto: Universität Hohenheim

Professor Dr. Frank Brettschneider geht in seinem Impulsvortrag darauf ein, wie die Einwohnerinnen und Einwohner bei der Planung und dem Bau von Infrastrukturprojekten mitwirken und sich beteiligen können.

„Gesellschaftlich tragfähige Lösungen bei Bauprojekten setzen einen Dialog voraus zwischen Politik, Verwaltung und Bürgerschaft. Sie erfordern transparente Informationen, frühzeitige Gespräche und gegenseitigen Respekt. Und es braucht eine kommunale Beteiligungskultur. In Künzelsau ist sie vorhanden“, sagt Professor Dr. Brettschneider, Inhaber des Lehrstuhls für Kommunikationswissenschaft an der Universität Hohenheim.

Pressemitteilung Stadt Künzelsau



Prominente Namensvettern: Karlsruher Zoo-Experte Dr. Matthias Reinschmidt, Landrat Dr. Matthias Neth und Alpakahengst Matthias 

Das Öhringer Tiergehege hat Zuwachs bekommen. Der einjährige Alpakahengst Matthias kommt aus dem Karlsruher Zoo und ist Namensvetter von „Zoo-Promi“ Dr. Matthias Reinschmidt und Landrat Dr. Matthias Neth.

Ab Montag, 2. Mai 2022, ist Matthias zu sehen

Oberbürgermeister Thilo Michler, sowie die Tierpfleger Timo Stiller und Patric Hübner, brachten am Freitag, den 29. April, unter fachmännischer Anleitung von Friedrich Dümmler vom Verterinäramt des Hohenlohekreises, das Tier in die Große Kreisstadt. Ab Montag ist er nach zweitägiger Wochenend-Eingewöhnung für die Öffentlichkeit zu sehen.

„Matthias ist neugierig und etwas naseweis“

„Matthias ist neugierig und etwas naseweis, dafür aber für Alpakas ungewöhnlich menschenbezogen. Er ist ein toller Neuzugang für unser beliebtes Tiergehege. Ich bin sicher, dass sich die drei Alpakadamen Augusta und Lilli mit Leittier Laila darauf freuen, nun einen Mann in ihrer Mitte begrüßen zu dürfen. Nächstes Jahr wird er geschlechtsreif. Nach einer Tragezeit von knapp zwölf Monaten, können wir 2024 mit Glück süßen Nachwuchs erwarten“, sagt Oberbürgermeister Thilo Michler.

Geballte Zoo-Kompetenz in Öhringen

Der Ankauf des Hengstes wurde letztes Jahr in zwei Arbeitsgesprächen zum Thema Öhringer Tiergehege mit dem Zoo-Experten Dr. Matthias Reinschmidt vorbereitet. Reinschmidt ist promovierter Biologe und seit 2015 Zoodirektor in Karlsruhe. Der international in Fachkreisen angesehene Papageienexperte war lange Leiter des privaten Loro Parks sowie der Loro Park Stiftung in Teneriffa und hat in dieser Position in über 400 TV-Produktionen für verschiedene deutsche und internationale Fernsehsender mitgewirkt. Im August vergangenen Jahres besuchte eine Öhringer Delegation den Zoo Karlsruhe, im Oktober war Zoodirektor Reinschmidt mit Team zu einem Gegenbesuch eingeladen. Er zeigte sich begeistert von Öhringen: „Ich bin das erste Mal hier und finde es sensationell!“ Bei seinem Rundgang mit Verantwortlichen von Stadtverwaltung, Bauhof und Veterinäramt, nahm er das Tiergehege fachmännisch in Augenschein und brachte mit seiner langjährigen Expertise viele Ideen ein.

Empfehlung: Streichelzoo mit pflegeleichten und heimischen Arten

„Das schöne Tiergehege lebt von der Nähe zu den Tieren und sollte sich in Zukunft mehr in Richtung Streichelzoo entwickeln“, empfahl Reinschmidt. Pflegeleichte und heimische Arten, wie Zwergziegen oder Kamerunschafe, seien vorzuziehen. „Vielleicht finden wir auch eine Eselsdame für den Öhringer Esel-Senior Aristoteles?“, scherzte Reinschmidt. Kompliziert sei die Haltung der Kängurus. Sie sei wegen der klimatischen Bedingungen aufwändig. Die Tiere reagierten zudem besonders empfindlich auf falsche Nahrung.

Bitte nicht füttern!

„Wenn Besucher Tiere füttern, bedeutet das Krankheiten, Übergewicht und im schlimmsten Fall den Tod“, warnte Reinschmidt. „Alle Tiere werden ausreichend von den Tierpflegern mit dem versorgt, was sie brauchen und verwerten können. Und auch wenn sie in unseren Augen manchmal traurig dreinschauen, brauchen sie kein Zusatzfutter. Man schadet ihnen damit und streckt sie im schlimmsten Fall nieder“ erklärte der Tierexperte. Abschließend lobte er das zur Landesgartenschau 2016 neu errichtete Stallgebäude mit Außenanlage. „Ich sehe hier eine gute Einheit und gute Bedingungen für die Tiere.“

Aus Spenden finanziert

Das Geld für den Ankauf des Alpakahengstes stammt aus der Spende der 2021 stattgefundenen Kassieraktion von Oberbürgermeister Thilo Michler beim lokalen Drogeriemarkt dm.

Tiergehege Öhringen: Seit 1971 erfreut sich das Tiergehege mitten im Öhringer Hofgarten größter Beliebtheit. Ob Tierweihnachten, die exotischen Vögel, Aristoteles – der 25 Jahre alte Esel und Senior vom Dienst oder Kängurus vom anderen Ende der Welt. Das Öhringer Tiergehege hat schon so manchen Besucher staunen und Kinderaugen leuchten lassen. 2021 feierte es seinen 50. Geburtstag.
Öffnungszeiten: Montag bis Donnerstag von 9 bis 17 Uhr. An den Wochenenden ab Mai mithilfe der LAGA-Freunde auch am Wochenende, Samstag und Sonntag 13 bis 17 Uhr, geöffnet. Der Innenbereich kann auf einem Pfad durch Schleusen betreten werden. Bitte die Tiere nicht füttern! Parkmöglichkeiten befinden sich im Parkhaus Alte Turnhalle oder an der Kulturvilla.

Pressemitteilung der Stadt Öhringen

 




„Wir sind gekommen, um zu bleiben“

Schnelles Internet für die ganze Region – das ist das Versprechen, mit dem die Deutsche Giganetz GmbH (DGN) unter anderem in der Region Hohenlohe-Franken wirbt. Sie will in den Gemeinden, wo vorab für 35 Prozent der Hausanschlüsse Verträge abgeschlossen werden, ein modernes Glasfasernetz in eigener Regie und auf eigene Kosten errichten.

Künzelsau: Werbekampagne am 1. Mai 2022 beendet

Die Werbekampagne, Giganetz nennt es „Angebotsbündelung“, in der Stadt Künzelsau ist am 1.Mai 2022 zu Ende gegangen, am 28. April meldete Giganetz auf seiner Webseite noch eine Beteiligung von 26 Prozent.

So will DGN die Kernstadt Künzelsau und die Teilorte vernetzen. Foto: DGN

Alles noch möglich

Frank Wittich-Böcker, Konzernpressesprecher der DGN und Ralf Weng, verantwortlich für das Projekt in Hohenlohe-Franken, sehen die Situation für Künzelsau trotzdem optimistisch: „Wir sind sehr zufrieden mit Künzelsau“, sagt Weng. Er berichtet davon, dass es in der Regel einen Endspurt gibt, der erst ein paar Tage später – die Webseite wird immer am Donnerstag aktualisiert – veröffentlicht wird.

Wohnungsbaugesellschaften ziehen mit

Außerdem, so kann er berichten, hätte man „mit einigen großen Wohnbaugesellschaften“ erst kürzlich eine Kooperation vereinbart: „Die Vorgehensweise ist besprochen, wir haben einen guten Weg gefunden“. Dass sich die Wohnungsbaugesellschaften gesperrt hätten, war immer wieder zu hören, das kann Weng so nicht bestätigen: „Wir haben schon im März ein Gespräch geführt und haben uns jetzt in Präsenz getroffen“. Diese Anschlüsse sind wohl noch nicht in den veröffentlichten Zahlen sichtbar.

Widerrufsfrist läuft noch

Die endgültigen Zahlen, wirft Wittich-Böcker ein, könnten ohnehin noch nicht genannt werden: „Erst müssen wir, das schreibt die Gesetzeslage vor, den Kunden eine Vertragszusammenfasung senden, danach hat der Kunde ein dreiwöchiges Widerrufsrecht“.

Verlängerung der Kampagne ist möglich

Und wenn die 35 Prozent doch nicht erreicht werden? „Dann ist immer noch eine Nachfrist möglich, in der wir nochmal kräftig die Werbetrommel rühren“. Interessenten, die den „Speed-Point“ im alten Rathaus besucht haben, berichten, dass man dort bereits von einer Fristverlängerung gesprochen habe. Das haben Weng und Wittich-Böcker allerdings nicht bestätigt. Sie sagen aber „wenn es um  100 Anschlüsse geht …“.

Nur Teilorte versorgen: nicht geplant

Einen Wermutstropfen gibt es: Sollte das 35-Prozent-Ziel in der Gesamtstadt Künzelsau verfehlt werden, aber in den bisher schlecht versorgten Teilorten erreicht werden, dann werden die Teilorte nicht getrennt von der Gesamtstadt betrachtet – zumindest wird dann das Netz dort nicht eigenwirtschaftlich und allein auf Kosten der DGN gebaut. „Wir wollen Ende 100 Prozent anbieten“. Fördermittel aus staatlichen Töpfen, die Stadt oder Kreis möglicherweise erhalten können, könnten natürlich eingebracht werden. Gefördert werden allerdings nur Gebiete, in denen bisher weniger als 30Mbit/s vorhanden sind.

Die Investoren hinter der Deutschen Giganetz GmbH

Die DGN investiert derzeit eine Menge Geld, drei Milliarden geplantes  Investitionsvolumen bundesweit bestätigt Wittich-Böcker, ohne schon größere Einnahmen zu haben – nur in wenigen Orten ist die DGN bereits online. Das läßt Fragen zu den Investoren aufkommen. Im Endeffekt steht hinter der DGN eine Investorengesellschaft, hinter der wiederum die kanadische SunLife -Versicherung steht. „Die suchen eine langfristige und planbare Rendite“, weiß Wittich-Böcker und sagt: „Wir sind gekommen, um zu bleiben“.

Kritik an den Methoden der eingesetzten Werber

Einige Bürger haben die Methoden der Werber – bei DKN werden sie „Medienberater“ genannt – kritisiert, das Thema wurde sogar im Gemeinderat auf den Tisch gebracht. Die Rede ist von Drohszenarien und Falschaussagen.

Persönliche Ansprache ist wichtig

Dazu sagt Wittich-Böcker, dass die persönliche Ansprache ganz wichtig sei und oftmals als Erinnerung daran, dass man sich das ja mal anschauen wollte, dient. „Ein großer Anteil der Verträge ist auf persönliche Ansprache zurückzuführen“. Die Medienberater sind keine DGN-Mitarbeiter, sie kommen aus einem Pool von Partnerfirmen und seien gezielt für diese Aufgabe geschult: „Diese Kapazität holen wir uns dazu.“ Bedenken wegen des Datenschutzes wollen die Vertreter der DGN ausräumen: „Die Geräte gehören der DGN, auf diesen Geräten sind keine persönlichen Daten und keine Namen, nur die Daten der Hausanschlußpunkte“.  Bei Nichtinteresse würde das auch nur im Zusammenhang mit dem Hausanschlußpunkt vermerkt und nicht mit Namen versehen, so Wittich-Böcker.

„Man muss eine schnelle Reaktion zeigen“

Bei Problemen mit dem Verhalten eines Medienberaters könne man sich jederzeit an das Unternehmen wenden. In einem Fall, der sich in Beilstein zugetragen hat, konnten die Unstimmigkeiten mit einem potentiellen Kunden umgehend bereinigt werden – sogar noch bevor ein Artikel in der dortigen Lokalzeitung veröffentlicht wurde. „Man muss eine schnelle Reaktion zeigen“, sagt Wittich-Böcker. Er weiß: „Das eigene Haus ist für die Menschen natürlich immer etwas ganz Besonderes. Daher ist das persönliche Gespräch so wichtig“.

Abwarten gefragt

Für die Bürger:innen und Unternehmer Künzelsaus, die sich auf schnelles Internet freuen, ist jetzt Abwarten angesagt, bis die Quote letztendlich feststeht.

Text: Matthias Lauterer




Hund, Katze, Maus…beim BM-Wahlkampf in Ingelfingen muss man zwischen den Zeilen lesen

Bürgermeisterkandidat Klaus Schmitt wirbt im Wahlkampf um den Rathaussessel in Ingelfingen mit den Schlagworten „Offenheit, Fairness, Respekt“. Neben den verwaltungstechnischen Kernkompetenzen scheint auch das Zwischenmenschliche in dem Wahlkampf um die Bürgermeisterkrone in Ingelfingen eine große Rolle zu spielen. Warum ist das so?

So einiges ist passiert in den vergangenen Jahren

So einiges ist passiert in den vergangenen Jahren. Bei der einzigen städtischen Wahlveranstaltung am Donnerstag, den 28. April 2022, hat eine Erzieherin den amtierenden Bürgermeister Michael Bauer auf  den großen Sanierungsstau im Kindergarten Breter angesprochen, der schon lange angegangen werden sollte. Jetzt werde alles angegangen, versprach Bauer nun im Wahlkampf. 50.000 Euro seien dafür veranschlagt. Doch wirft man einen Blick in den Haushaltsplan findet man den Kindergarten zum einen darin nicht. Und auch die 50.000 Euro sind angesichts der Aufgaben, die dort anstehen, wie Fenster, Heizung und vieles mehr vermutlich bei Weitem nicht ausreichend. Also alles nur ein Vertrösten bis auf nach der Wahl und dann ein Weiter so?

Die liquiden Mittel sinken in den nächsten drei Jahren

Erklärungsbedrf auch bei seiner Aussage , die er an der städtischen Wahlveranstaltung getätigt hat, Ingelfingen sei schuldenfrei. Das ist so nur dann richtig, wenn man Verschuldung und Überschuss aufrechnet. denn: Die liquiden Mittel sinken in den nächsten drei Jahren.

Es ist nicht unüblich, dass man im Wahlkampf gerne übertreibt, schön redet und verspricht, was das Zeug hält, um nach der Wahl einen Teil davon umzusetzen. Auch Klaus Schmitt hat so einige Projekte, die er angehen möchte, genannt und man weiß jetzt noch nicht, wie deren Umsetzbarkeit sind, etwa die Wiederbelebung des Kurparks und der Innenstadt Ingelfingens.

An was viele in diesem Wahlkampf eigentlich denken

An was aber in diesem Wahlkampf viele denken, sich aber nur wenige sich trauen zu sagen, aus Angst, die nächsten 8 Jahre dafür „bluten“ zu müssen (so ein Unternehmer), sind Begebenheiten, die einige Bürger:innen mit Bauer den vergangenen 16 Jahren hatten, die eher unangenehmer Natur waren.

Als er damals mit Anfang 40 gewält wurde, war er jung, charismatisch, nett. Die Ingelfinger freuten sich, einen so jungen Rathauschef in ihrerm Kocherstädtchen haben zu dürfen. Irgendwann drehte sich allmählich das Blatt. Bauer wurde patriachaler im Auftreten, autoritärer. Eine Unternehmerin sagt, er hätte sich gewandelt, weil er sich von vielen ungerecht behandelt fühlt. Mit Kritik konnte Bauer schlecht bis gar nicht umgehen, nachtragend sei er und teile die Welt in Freund und Feind ein. Im Gemeinderat habe nur der- ode diejenige ein leichtes Leben, die ihm nach dem Mund reden, ansonsten gäbe es Ärger in Form von verbalen Attacken. Auch Bürger:innen bekamen diese verbalen Attacken schon zu spüren, wenn sie etwa die Fahrbahn nicht ordnungsgemäß in Ingelfingen befuhren. Ortssherif Bauer griff ein, der Fall endete vor Gericht.

Persönliche Privilegien

Er nehme sich Vorteile heraus,die ansonsten kein anderer in Ingelfingen genießen dürfe, heißt es. Während einige Bauvervorhaben regelmäßig nicht durch den Gemeinderat kommen, weil etwa die beantragte Gaube nicht den rechten Winkel aufweise, habe er sich auf zwei Grundstücke eine große Villa hingebaut, was ansonsten in Ingelfingen nicht möglich sei. Auch sein Hund genieße als offizieller Ingelfinger Jagdhund besondere Privilegien. Eine Katze hat er indes schon auf dem Gewissen.

Diverse Gemeinderäte sind in der Vergangenheit wegen seines autoritären Führungsstils aus dem Gemeinderat ausgetreten oder bei den Wahlen nicht wieder angetreten.

Ärger wegen Faschingsplakat

Mit dem Faschingskomittee kam er wegen es Plakates aneinander, das sinngemäß den Titel trug: „Was für ein Zirkus in Ingelfingen“. Er hat sich dabei persönlich angegriffen gefühlt. Das Plakat musste geändert werden.

Bauer ist nicht ohne Grund aus dem Kreistag ausgetreten beziehungsweise hat nicht mehr kandidiert, auch hier gab es Probleme, mit den Bürgermeistern von den Nachbargemeinden hat er zudem nicht das beste Verhältnis. Ingelfingen steht in diversen Punkten derzeit isoliert da. Die Teilorte fühlten sich in der Vergangenheit nicht selten übergangen. Gemeinderäte attestieren Bauer eine „mangelnde Kommunnikationsfähigkeit“.

Es geht daher in diesem Wahlkampf um eine Richtungswahl für Ingelfingen. Entweder 8 Jahre ein isoliertes Weiter -so mit einem Abnickgremium in Form eines Gemeinderates oder eine lebendige Demokratie mit neuen Ideen und ein gemeinsames Miteinander für ein eigentlich bezaubernd schönes Kocherstädchen, das so viel Potenzial für mehr hat.

Die Bürger:innen haben die Wahl. Am 08. Mai 2022.

Ein Kommentar von Dr. Sandra Hartmann




„Wer auch immer sowas tut, sollte sich bewusst sein, dass er allen Kandidaten schadet.“

Die Demokratie in Deutschland lebt von Wahlen, die nach demokratischen Grundsätzen durchgeführt werden. Jeder Bürger, jede Bürgerin soll gleichwertig sein, alle Stimmen sollen gleichviel zählen. Jeder soll das Recht haben, sich aus verschiedenen Quellen zu informieren und seine Wahlentscheidung aufgrund seiner Informationen und seines Gewissens zu treffen.

Wenn nun Menschen ein Schreiben unter dem Briefkopf der Stadt Ingelfingen verteilen, in dem ein hanebüchener Unsinn verbreitet wird, dann vergehen sich diese Menschen an der Demokratie. Über die Motivation dieser Menschen ist noch nichts bekannt – möglicherweise kommen Sie sich besonders witzig vor und betrachten den Brief als Maischerz. Möglicherweise wollen sie aber auch tatsächlich politisch Einfluß nehmen und haben diese Aktion in einen Maischerz verkleidet, das ist nicht ganz abwegig.

Inhalt des Schreibens ist Unsinn

Eine Doppelspitze, wie in dem Schreiben genannt, gibt es im baden-württembergischen Wahlrecht nicht, insofern kann das Landratsamt einer „Änderung der Wahl“ nicht zugestimmt haben. Und schon gar nicht nach einem ominösen §17(2) einer ominösen Gemeindewahlordnung.

Die Kandidaten sind sich einig

In einem Punkt hat der Brief aber recht: Die beiden Kandidaten, Bürgermeister Michael Bauer und sein Gegenkandidat Klaus Schmitt sind sich einig – zumindest, was die Art und Weise des Vorgehens des oder der Briefschreiber angeht.

„Strafanzeige gegen Unbekannt bezüglich der von mir aufgeführten Zitate gestellt.“

Bauer kommentiert gegenüber GSCHWÄTZ: „Ich habe eine Strafanzeige gegen Unbekannt bezüglich der von mir aufgeführten Zitate gestellt.“ Auf die Frage nach Konsequenzen für den Wahlablauf antwortet er:  „Ich persönlich sehe hier, dass es keine Konsequenzen für die Wahl und den Wahltermin haben wird.“

„allen Wählern versichern, dass dies Humbug ist“

Gegenkandidat Schmitt bekräftigt: „Wer auch immer sowas tut, sollte sich bewusst sein, dass er allen Kandidaten schadet. Egal für wen er stimmen mag. Und vor allem, dass er sich in mehrfacher Hinsicht strafbar macht. Wir sollten jetzt so schnell wie möglich allen Wählern versichern, dass dies Humbug ist und von mir dementiert wird. Diese Sache ist äußerst ärgerlich, denn Sie kostet wieder unnötig Energie und vielleicht sogar Redezeit, die für inhaltliche Themen viel besser eingesetzt werden könnte.“

„In den Wahllokalen wird am kommenden Wahlsonntag die Wahlhandlung wie gewohnt durchgeführt werden.“

Heidrun Weiß, Hauptamtsleiterin der Stadt Ingelfingen sagt: „Bezüglich des von Ihnen erwähnten Schreibens wurde Strafanzeige erstattet. Die polizeilichen Ermittlungen laufen, federführend in der Angelegenheit ist nun die Staatsanwaltschaft. Das Landratsamt wurde über den Sachverhalt informiert. In den Wahllokalen wird am kommenden Wahlsonntag die Wahlhandlung wie gewohnt durchgeführt werden.“

Wählertäuschung als Straftatbestand

Die Pressestelle der Polizei Heilbronn bestätigt den Eingang der Strafanzeigen, zumindest in einem Fall wurde Anzeige nach §108a StGB erstattet. Der §108a StGB Wählertäuschung, sagt:

(1) Wer durch Täuschung bewirkt, daß jemand bei der Stimmabgabe über den Inhalt seiner Erklärung irrt oder gegen seinen Willen nicht oder ungültig wählt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
(2) Der Versuch ist strafbar.

Der Nachweis, dass jemand tatsächlich „falsch“ gewählt hat, wird schwer fallen, aber bereits der Versuch der Wahlbeeinflussung ist strafbar. Und zusätzlich kommen noch weitere Delikte infrage, wie zum Beispiel die Verletzung der Persönlickeitsrechte der im Brief namentlich genannten und „zitierten“ Personen oder die Verwendung des Logos der Stadt Ingelfingen.

Landratsamt: „entbehrt jeglicher Grundlage“

In einer Stellungnahme geht das Landratsamt von einem mißglückten Maischerz aus. „Die Ausführungen entbehren jeglicher Grundlage. Es bestehen keine entsprechenden Erklärungen der beiden Bewerber und das Landratsamt hat in der Sache auch keine Prüfung vorgenommen. Weder die Gemeindeordnung noch das Kommunalwahlrecht ermöglichen eine Kandidatur als Doppelspitze.“ Auch das Landratsamt ist sich sicher: „Das Schreiben hat damit keine Auswirkungen auf die weitere Wahlvorbereitung und die Durchführung der Bürgermeisterwahl der Stadt Ingelfingen am 8. Mai 2022.“

Text: Matthias Lauterer