1

Gehen oder bleiben? Wählt Ingelfingen heute seinen alten oder einen neuen Bürgermeister?

So spannend wie die vergangenen 16 Jahre nicht war der Bürgermeisterwahlkampf in Ingelfingen in diesem Jahr. Nach 16 Jahren Amtszeit hat Mitbewerber Klaus Schmitt seinen Hut in den Ring geworfen um die Rathauskrone. Michael Bauer wirkt in diesem Wahlkampf angespannt und weiß anscheinend darum, dass sein Stuhl wackelt.

Stuhl wackelt

Spannend war und ist der Wahlkampf besonders deshalb, weil beide auf dem Lipfersberg wohnen und höchst unterschiedliche Menschen sind. Michael Bauer setzt auf seine langjährige Amtserfahrung, Klaus Schmitt betont, dass er die Menschen künftig mehr miteinbeziehen möchte in die Politik vor Ort, quasi gemeinsam mehr gestalten, wieder mehr miteinander in Dialog treten, auch die Wünsche der Wirtschaft stärker berücksichtigen, um sie an dem Standort Ingelfingen zu halten oder vielleicht sogar neues Gewerbe für das kleine Kocherstädtchen zu gewinnen.

Gemeinderat kämpfte bis zum Schluss

Michael Bauer sagte unter anderem bei dem Stimme-Wahlforum, dass seine Türen immer offenstünden für Wünsche und Anregungen der Bürger:innen. Des Öfteren beklagten sich indes Einwohner:innen und Gemeinderäte, dass Dinge beschlossen wurden und erst im Nachhinein, wenn überhaupt kommuniziert wurden. Lebendige Debatten im Gemeinderat wie in anderen Städten und Gemeinden gibt es in Ingelfingen eher selten. So kämpfte der Gemeinderat bis zum Schluss für eine letzte Stitzung, weil es einige Dinge gab, die sie noch ansprechen wollten vor der Bürgermeisterwahl. Michael Bauer ließ die letzte geplante Sitzung jedoch ohne Gründe ausfallen. Übers Landratsamt ging dann der Weg von einer Handvoll Gemeinderäten, bis schließlich Michael Bauer klein beigeben musste, die letzte Sitzung doch noch abzuhalten und diese legte er auf einen Tag vor der Wahl.

Um 18 Uhr schließen die Wahllokale. Es gibt wohl einige Briefwähler:innen, die ihre Wahl bereits gemacht haben. Gegen 18:30 Uhr wird bereits eine Entscheidung erwartet.




Über 300 Kinder sind beim Künzelsauer Stadtlauf dabei

Gut 325 Kinder hatten sich am Samstag, 07. Mai 2022, für die Läufe der Bambini, Kinder und Jugend beim Künzelsauer Stadtlauf angemeldet. „Das ist Rekordbeteiligung“, sagt Bianca Vogel, die für die Jugendarbeit im TSV Künmzelsau stolz. Genau so stolz wie Vogel ist Robert Beck, er organisiert die vielen Helfer, die für die Läufe benötigt werden: Alles klappt reibungslos.

Robert Beck vom TSV Künzelsau ist zufrieden mit dem gesamten Ablauf. Foto: GSCHWÄTZ

Allein 122 Meldungen kamen aus der Georg-Wagner-Schule. Rainer Süßmann, kommissarischer Schulleiter, hat dort die Werbettrommel gerührt und ist froh, dass es solche Veranstaltungen wieder geben kann: „Wir brauchen das einfach.“ Er meint damit bestimmt nicht nur die Kinder, sondern die ganzen Familien.

Dicht gedrängt stand das Publikum. Foto: GSCHWÄTZ

Statt des geplanten einen Bambini-Laufes muss sogar zweimal gestartet werden, erst die Mädchen, dann die Jungen, so viele Kinder wollten mitlaufen. Oder … sollten mitlaufen, denn einzelne Kinder verloren mitten auf der 400 Meter langen Strecke die Lust und wurden von Papa oder Mama ins Ziel geführt.

„So weit ist das?“ „Und dann müssen wir ja auch wieder zurück!“ Die beiden sind  skeptisch. Foto: GSCHWÄTZ

Emilia darf stolz auf ihre Medaille sein! Foto: GSCHWÄTZ

Zwei Runden á 500 Meter mussten die Teilnehmer:innen am Kinderlauf  zurücklegen. Die Veranstalter hatten einen äußerst selektiven Streckenverlauf gewählt und so war das Feld bereits nach der ersten Runde weit auseinandergezogen. Aber selbst im hinteren Feld gab es noch bis zum Schluß Positionskämpfe, mit so viel Eifer waren die Jungen und Mädchen bei der Sache.

Ein erschöpfter Sieger. Raffael Rudolph hat den Kinderlauf gewonnen. Foto: GSCHWÄTZ

Zum Lauf der Jugend, der über 3,3 Kilometer ging, waren 24 Läufer:innen gemeldet, bei einigen merkte man, dass sie bereits voll im Lauftrainig stehen. Der Sieger, Anton Florian, brauchte für die Strecke gerade einmal 13:30 Minuten.

13:30 Minuten braucht Anton Florian für die 3.3 Kilometer. Foto: GSCHWÄTZ

Text & Fotos: Matthias Lauterer




„Jeder Tropfen zählt“ jetzt auch in Dörzbach

Das Projekt zur Sammlung und Verwertung von Speiseöl und -fetten geht im Hohenlohekreis in die zweite Runde: Nach Öhringen wurde nun auch Dörzbach mit einem Sammelcontainer von „Jeder Tropfen zählt“ ausgestattet. Darin können alle Bürger:innen  der Gemeinde Ölreste aus Konserven oder übrig gebliebenes Bratfett abgeben. Der Clou dabei: Alle Teilnehmer tragen dazu bei, dass aus ihrem Altfett umweltfreundlicher Bio-Kraftstoff gewonnen werden kann. Das geht ganz einfach: Ab diesem Wochenende finden alle Haushalte die grünen Sammelflaschen vor ihrer Haustür. Sind sie gefüllt, können die Flaschen am Automaten auf dem Parkplatz von EDEKA Frischemarkt Geiger abgegeben werden.

Sogar Stuttgart ist angetan

Das erste Modellprojekt in Baden-Württemberg zieht auch außerhalb des Hohenlohekreises viel Aufmerksamkeit auf sich. Sogar in Stuttgart ist man angetan. Umweltstaatssekretär Andre Baumann betont: „Altspeisefette und besonders Altspeiseöle landen in den Haushalten noch viel zu häufig im Küchenabfluss. Dort können sie Verstopfungen im Kanalnetz oder Störungen in den Kläranlagen verursachen. Gleichzeitig steht das energiereiche Material nicht mehr für eine ökologisch sinnvolle Kreislaufführung zur Verfügung. Einfache und bürgerfreundliche Sammelsysteme hierfür fehlen bislang weitgehend. Den Modellversuch im Hohenlohekreis zur Sammlung und hochwertigen Verwertung von Altspeisefetten und Altspeiseölen aus privaten Haushalten verfolge ich daher mit großem Interesse. Sollte der Modellversuch erfolgreich verlaufen, wird ein derartiges Sammelsystem viele Nachahmer im Land finden. Davon bin ich überzeugt.“

Verstopfunge im Kanalnetz durch Altfette aus Küchen

Nach dem Projektstart im Oktober 2021 in Öhringen ist Dörzbach nun die zweite Gemeinde, die im Hohenlohekreis an „Jeder Tropfen zählt“ teilnehmen wird. „In der Jagsttalgemeinde wollen wir sehen, ob das Projekt bei den Bürgerinnen und Bürgern in ländlichen Regionen ebenso gut ankommt, wie beim Pilotprojekt in der Großen Kreisstadt“, erklärt der Geschäftsführer der Abfallwirtschaft Hohenlohekreis Sebastian Damm die Auswahl des neuen Standortes. In Öhringen wurden in den ersten sechs Monaten im Durchschnitt pro Kopf rund 0,2 Kilogramm Speiseöl und -fett gesammelt. „Damit liegen die Öhringer im Vergleich zu anderen Orten außerhalb des Hohenlohekreises sogar über dem Durchschnitt“, freut sich Christian Hilbert. Er vertritt die Firma „Jeder Tropfen zählt“, die das Projekt umsetzt. „Wir hoffen natürlich, dass die Sammlung in Dörzbach ebenso erfolgreich anläuft.“

Bio-Kraftstoff

Roland Weissert, Geschäftsführer der EDi Energie-Direkt Hohenlohe GmbH, ist der Bio-Kraftstoff-Pionier im Hohenlohekreis und Initiatior des Projekts. Für ihn steht fest: „Jede neue Sammelstelle trägt dazu bei, dass aus bestehenden Rohstoffen Kraftstoff hergestellt werden kann, der die Umwelt zwischen 70% und 90% weniger mit CO2 belastet, als fossiler Diesel. Diese Möglichkeit müssen wir nutzen.“

Auch der neue Projektpartner Veolia – der sich seit Jahrzehnten als global agierendes Unternehmen für die ökologische Transformation stark macht – sieht das Projekt als wichtigen Innovationsbaustein. „Veolia arbeitet lokal an vielen Standorten mit langjähriger Erfahrung, umfangreichen technischen und personellen Ressourcen”, so Andreas Reise, Betriebsleiter des Veolia-Standortes in Bretzfeld. „Wir setzen auf zukunftsorientierte, wegweisende Projekte. Immer mit dem Ziel, den Einsatz bestehender Lösungen zu beschleunigen, zu erweitern, und Lösungen für die Probleme von morgen zu schaffen. ,Jeder Tropfen zählt‘ passt als Klimaschutzprojekt ideal zu unser Philosophie – deshalb freue ich mich, das Projekt im Hohenlohekreis mit voller Energie und Tatkraft zu unterstützen.“

„Ich bin davon überzeugt, dass die Dörzbacher das neue Angebot mit Begeisterung annehmen werden“, so Dörzbachs Bürgermeister Andy Kümmerle.

„Gleich als zweite Gemeinde bei ,Jeder Tropfen zählt‘ mitmachen zu dürfen, ist eine tolle Sache. Das Projekt macht deutlich, wie leicht sich Umweltschutz und Nachhaltigkeit in den Alltag jedes Einzelnen integrieren lassen. Ich bin davon überzeugt, dass die Dörzbacher das neue Angebot mit Begeisterung annehmen werden“, so Dörzbachs Bürgermeister Andy Kümmerle.

Dörzbacher Feuerwehr verteilt an alle Haushalte grüne Kunststoffflaschen zum Befüllen

Als weiterer Unterstützer der Aktion ist die Dörzbacher Feuerwehr am Wochenende und kommende Woche voll im Einsatz. Die Mitglieder verteilen an alle Haushalte der Gemeinde grüne Kunststoffflaschen, die befüllt und anschließend am neu aufgestellten Automaten am EDEKA Frischemarkt Geiger in der Max-Planck-Straße 1 in Dörzbach abgegeben werden können. Im Gegenzug gibt der Automat eine leere Flasche für die weitere Sammlung von Speisefett und -öl zurück. Wer fleißig sammelt und mehr als einen Sammelbehälter benötigt, kann sich an die Gemeinde Dörzbach oder das Team von EDEKA Frischemarkt Geiger wenden.

Weitere Informationen zum Projekt gibt es am Samstag auf dem Maifest am Stand von „Jeder Tropfen zählt“, oder im Internet unter www.jedertropfenzaehlt.de.

Quelle: Pressemitteilung des Landratsamtes des Hohenlohekreises

 




Sperrung der Verbindungsstrecken Ohrenbach – Amrichshausen – Berndshausen verschoben

Aus organisatorischen Gründen verschiebt sich die Fahrbahndeckenerneuerung auf den Verbindungsstrecken der K 2302 und K 2303 zwischen Amrichshausen und Ohrenbach sowie Amrichshausen und Berndshausen vom 9. auf den 30. Mai. Dementsprechend müssen die beiden Strecken nun zwischen dem 30. Mai und 30. Juni 2022 gesperrt werden. Das geht aus einer Pressemitteilung des Landratsamtes hervor.

Die überörtliche Umleitung wird in beide Fahrtrichtungen ausgeschildert und erfolgt nach Ohrenbach über Steinbach – Hermuthausen. Nach Berndshausen erfolgt die Umleitung über Mäusdorf – Nitzenhausen – Buchenbach – Bodenhof.




Kampfsport auf der Tagesordnung, aber auch „Grundlagen der Kulturrevolution von Rechts“

Am 09. und 10. April 2022 hat in Herboldshausen in der Nähe von Kirchberg an der Jagst erneut (GSCHWÄTZ berichtete) ein Treffen einer rechtsextremistischen Organisation stattgefunden – diesmal war es ein „Aktivistenwochenende“ der „Wackren Schwaben“, einer Untergruppierung der sogenannten Identitären Bewegung.

Am 20. April 2022 erlangte wiederum die kleine Gemeinde Bobstadt deutschlandweit Bekanntheit, als eine große Polizeiaktion rund um das Anwesen eines Bürgers, der wohl der Reichsbürgerbewegung zuzurechnen ist, stattfand. Dabei wurde ein Polizeibeamter durch Schüsse aus dem Anwesen verletzt, es wurde unter anderem eine große Menge von Waffen, Munition und nationalsozialistischen Devotionalien gefunden.

Bobstadt und Herboldshausen sind nicht weit weg …

In dem Haus in Herboldshausen finden regelmäßig solche Treffen von rechten oder rechtsextremen Gruppierungen statt, unter Teilnahme von namhaften Akteuren der rechtsextremen Szene. Das Haus gehört einem Haus, das wiederum einem „Bund für Gotterkenntnis (Ludendorff) e.V.“ (BfG) gehört und ein „Jugendheim“ sein soll. (GSCHWÄTZ berichtete)

… und Ingelfingen liegt in der Mitte

Bundesvorsitzende dieses Vereins BfG ist Gudrun Klink aus Ingelfingen, Ihr Mann Dr. Hartmut Klink verwaltet das „Jugendheim Hohenlohe“ in Herboldshausen – so berichtet es jedenfalls der Journalist Timo Büchner bei belltower news. Sonnhild Sawallisch, die Tochter der beiden, betreibt einen Verlag, dessen Programm den Zielen des BfG nahesteht. In Hohenlohe wurde Sawallisch politisch bekannt als Rednerin bei den Anti-Asyl-Demonstrationen von rund sechs Jahren in Öhringen.

Konspirative Zusammenkuft

Der Journalist Timo Büchner hat nun herausgefunden, dass Anfang April 2022 erneut ein Treffen einer sehr rechts gesinnten Gruppe, diesmal waren es „Wackre Schwaben“, in Herboldshausen stattgefunden hat – und das unter konspirativen Methoden: So war das Treffen für den Mai 2022 angekündigt – im Nachhinein wurde dann berichtet, dass das Treffen bereits stattgefunden habe. Außerdem hat er beobachtet,  dass die Teilnehmer sogar die Nummernschilder ihrer Autos abgeschraubt hatten, damit man sie nicht identifizieren kann.

Veranstaltung war den Behörden nicht bekannt

Stefan Ohr, Bürgermeister der Stadt Kirchberg, und das Polizeipräsidium Aalen bestätigen, dass sie von der Veranstaltung erst im Nachhinein erfahren haben. Aus der Mitteilung des Landesamts für Verfassungsschutz (LfV) geht das nicht direkt hervor, aber wenn es heißt, „dass der baden-württembergische Verfassungsschutz etwaige Erkenntnisse mit der Polizei und den Behörden vor Ort teilt“, dann muss man daraus schliessen, dass auch das LfV nichts von der Veranstaltung wusste – im Gegensatz zu Timo Büchner.

„Wackre Schwaben“ – eine Tarnorgansiation der „Identitären Bewegung“

Organisiert wurde das Wochenende von einer Gruppierung namens „Wackre Schwaben“ – der Landesverfassungsschutz kennt diese Organisation gut und ordnet sie der „identitären Bewegung“ zu:

„Die rechtsextremistische „Identitäre Bewegung“ tritt bislang vor allem durch gewaltfreie Aktionen in Erscheinung, beispielsweise durch Banneraktionen. Eine mögliche Radikalisierung der Gruppierung behält das Landesamt für Verfassungsschutz aufmerksam im Blick, gleichwohl wird die Gefahr einer Gewalteskalation seitens der „Identitären Bewegung“ aktuell als gering eingeschätzt. Die Online-Profile „wackre_schwaben“ auf Instagram und Telegram rechnet der baden-württembergische Verfassungsschutz der rechtsextremistischen „Identitären Bewegung“ (IB) zu.“

Als „Identitäre Bewegung“ bezeichnen sich laut wikipedia „mehrere aktionistische, völkisch orientierte Gruppierungen, die ihrem Selbstverständnis nach einen sogenannten „Ethnopluralismus“ vertreten. Sie gehen von einer geschlossenen, ethnisch homogenen „europäischen Kultur“ aus, deren „Identität“ vor allem von einer „Islamisierung“ bedroht sei. Fachjournalisten, Wissenschaftler und Verfassungsschützer beschreiben solche Vorstellungen als „Rassismus ohne Rassen“ und ordnen die Gruppen dem Rechtsextremismus zu.“ Diese Positionen sind nicht mit dem Grundgesetz vereinbar, daher wird die IB in Deutschland vom Verfassungsschutz überwacht. Diese Positionen decken sich aber überwiegend mit denen des Vereins BfG.

Identitäre Bewegung wird weniger transparent

Der Verfassungsschutz bemerkt in letzter Zeit eine Veränderung im Auftreten und der Strategie der Gruppierung:

„In den vergangenen Monaten hat die IB mehrere Online-Profile unter Namen wie „pforzheim_revolte“, „aktiv.konstanz“ oder eben „wackre_schwaben“ eingerichtet, die nicht auf den ersten Blick als IB-Profile zu erkennen sind. Dies ist Teil eines angestrebten Strategiewechsels innerhalb der gesamten deutschsprachigen „Identitären Bewegung“. So plant die Gruppierung weniger transparent aufzutreten und ihre hierarchische Organisationsform aufzubrechen. Hintergrund sind, neben dem Symbol-Verbot in Österreich seit dem August 2021, auch das Verbot der Partnerorganisation „Génération identitaire“ in Frankreich im März 2021 sowie zahlreiche Sperrungen entsprechender Social-Media-Konten.“

Das konspirative Zusammentreffen in Herboldshausen passt also gut in das Bild, das der Verfassungsschutz beschreibt, es sieht so aus, als würde zumindest ein Teil der IB in den Untergrund gehen.

„Wackre Schwaben“ betreiben Kampfsport und die „Kulturrevolution von Rechts“

Etwa 30 Teilnehmer, weit überwiegend Männer, sollen es gewesen sein. Kampfsport stand auf der Tagesordnung, aber auch über „Grundlagen der Kulturrevolution von Rechts“ oder „Metapolitik“ wurde diskutiert – so berichten es jedenfalls die Teilnehmer in ihren Chatrooms in den sozialen Medien.

Wichtige Veranstaltung

Das „Aktivistenwochende“ in Herboldhausen muß für die Organisation ein sehr wichtiges Treffen gewesen sein, schließt Büchner, denn gleichzeitig fand auch eine „Frühjahrsakademie“ statt, an der Führungskräfte der Identitären Bewegung wie Götz Kubitschek oder Martin Sellner angekündigt waren – eigentlich eine Pflichtveranstaltung für engagierte Mitglieder. Ein weiteres Zeichen für ein konspiratives Ablenkungsmanöver. Dass die Veranstaltung in Herboldshausen wichtig war, schließt Büchner auch daraus, dass bekannte Größen der „Szene“ anwesend waren.

Reaktionen auf die Ereignisse von Bobstadt

Einen Anlass zur Veränderung des Vorgehens von Ordnungsamt der Stadt Kirchberg und der Polizei bezüglich der Umtriebe in Herboldshausen sehen die Behörden vorläufig nicht. So teilt Stefan Ohr mit: „Eine Neubewertung wäre evtl. geboten, wenn ein Zusammenhang zwischen den Vorgängen in Bobstadt und den Treffen in Herboldshausen erkennbar wäre. Dies ist nicht der Fall.“ Der Pressesprecher des PP Aalen, Jonas Ilg sagt lakonisch: „Ein Zusammenhang zu der Veranstaltung in Herboldshausen ist aktuell nicht erkennbar“.

Parallelen zwischen der Entwicklung der Reichsbürgerbewegung und den Identitären

Warum es allerdings einen unmittelbaren Zusammenhang benötigt, wo doch genügend Parallelen in der Entwicklung der beiden Gruppen, Reichsbürger und Identitäre, sichtbar sind, müssen sich die Behörden fragen lassen. Rechtsextremisten, die bereits vom Verfassungsschutz beobachtet werden und die immer konspirativer werden, sind nicht wirklich harmlos.

Schweigen ist nicht das Mittel der Wahl

Auch in Bobstadt, wo rechte Aktivitäten seit mindestens 2016 bekannt waren, wurde lange Zeit ähnlich abgewiegelt. Selbst Die ZEIT berichtet darüber:  „Der Bürgermeister schwärmte vom leidenschaftlichen Engagement des Vizeortsvorstehers [der z.B. ein Konzert mit einer Rechtsrock-Band organisierte, Red.], die meisten Bürger schwiegen.“

Was sich aus dem Schweigen entwickelt hat, ist bekannt: Inzwischen prüft der Generalbundesanwalt einen staatsgefährdenen oder terroristischen Hintergrund und sucht nach Vernetzungen und Verstrickungen des Bobstadter mutmaßlichen Täters und seiner Umgebung in andere rechte Milieus – vielleicht auch zu den Identitären.

Verfassungsschutz ist vorsichtiger als die lokale Polizei

Selbst der vielgescholtene Verfassungsschutz ist bei der Beurteilung der Identitären Bewegung und der „Wackren Schwaben“ vorsichtiger, beobachtet einen Strategiewechsel und spricht von „aktuell“ geringer Gefahr einer Gewalteskalation, aber auch von einer möglichen Radikalisierung. Allerdings sind auch im Zusammenhang mit der „IB“ viele Straftaten bekanntgeworden – wenn auch vielleicht keine schweren Gewalttaten.

Auch Reichsbürger sind lange nicht durch Gewalt aufgefallen

Auch die Anhänger der „Reichsbürgerbewegung“, der die Bobstadter Gruppe zugerechnet wird, wurden lange als harmlose, sogar ein wenig liebenswerte, Exzentriker abgetan. Das hat sich spätestens 2016 geändert, als ein Reichsbürger in Georgensgmünd bei Nürnberg einen Polizeibeamten erschoß.

Timo Büchner ist das Pseudonym eines Journalisten, der sich insbesondere mit der rechten Szene im nördlichen Baden-Württemberg und Franken befasst.

LfV über die Identitäre Bewegung: Verfassungsschutz BW 

Text: Matthias Lauterer

 




Künzelsauer Innenstadt Ausgang Richtung Kocherbrücke für Autos gesperrt

Seit Donnerstag, den 05. Mai 2022 ist die B 19 im Verlauf Lindenstraße –Konsul-Uebele-Straße in Künzelsau voraussichtlich bis Freitag, 20. Mai 2022 gesperrt. Dort wird die Fahrbahndecke erneuert. Dann sind die Baumaßnahmen im Bereich Kocherbrücke und B 19 in der Künzelsauer Innenstadt abgeschlossen. Das geht aus einer Pressemitteilung der Stadtverwaltung Künzelsau hervor.

Für von der Sperrung der Lindenstraße und Konsul-Uebele-Straße betroffene Anwohner stehen die Parkplätze auf den Wertwiesen sowie
die öffentlichen Stellplätze im Stadtbereich zur Verfügung. An der  Aumühle können entlang der Straße Autos innerhalb der Grünfläche
parken – die Begrenzungsstämme wurden entsprechend verschoben. Parkausweise können nicht ausgestellt werden. Damit die Arbeiten zügig abgeschlossen werden können, muss auch die Ausfahrt von der Hauptstraße Richtung Kocherbrücke gesperrt bleiben.

Am Unteren Markt ist zwar eine Wendemöglichkeit für Fahrzeuge geschaffen worden, die Empfehlung ist jedoch, von Norden über die
Kocherbrücke zum Wertwiesenparkplatz zu fahren, dort zu parken und zu Fuß in die Innenstadt zu kommen. Die Läden, Geschäfte und
Gebäude in der unteren Hauptstraße, dem Unteren Markt, sind während der gesamten Bauzeit erreichbar. Die Baumaßnahme ist ein Projekt des Regierungspräsidiums Stuttgart. Trotzdem bittet die Stadtverwaltung sämtliche Umstände und
Beeinträchtigungen zu entschuldigen und bedankt sich für das Verständnis.




Doch keine Bierpreisbremse in Schwäbisch-Hall

Groß war das mediale Echo, als der Gemeinderat der Stadt Schwäbisch-Hall in seiner Sitzung vom 23. April 2022 als erste deutsche Stadt eine „Bierpreisbremse“ verabschiedet hatte (GSCHWÄTZ berichtete). Besonders freuten sich über die Schlagzeilen die Anhänger der „Die PARTEI“, die diese Bierpreisbremse schon bei der letzten Bundestagswahl weit vorne in ihrem Programm plaziert hatte.

Antrag kann nicht umgesetzt werden

Einheimische und Touristen, die sich schon auf billliges Bier in den Gaststätten der Stadt gefreut hatten, muss die Stadtverwaltung nach Prüfung leider enttäuschen – die Mittel stehen einfach nicht zur Verfügung, teilt die Stadtverwaltung mit:

„Die Mittel sind somit mit Abschluss des Haushaltsjahres 2021 verfallen.“

„Grundsätzlich ist es zu begrüßen, wenn auch aus dem Gemeinderat eigene Ideen zur Unterstützung des Handels und der Gastronomie entwickelt werden. Den konkreten Vorschlag einer „Bierpreisbremse“ und den Beschluss in der Sitzung am Mittwoch hat die Stadtverwaltung nun geprüft.

Die Mittel für das vom Gemeinderat beschlossene Maßnahmenpaket zur Belebung der Innenstadt nach der Corona-Pandemie im Höhe von einer Million Euro wurden am 5.7.2021 außerplanmäßig bereitgestellt.
841.670,90 Euro der Mittel sind bewirtschaftet worden. Die restlichen zur Verfügung stehenden Mittel sind zum Ende des Haushaltsjahres nicht in das neue Haushaltsjahr übertragen worden, hierzu gab es auch keinen Antrag von Seiten des Gemeinderats. Die Mittel sind somit mit Abschluss des Haushaltsjahres 2021 verfallen.

Für den Beschluss des Gemeinderats zur Einführung der „Bierpreisbremse“ steht somit keine Finanzierung zur Verfügung und eine Umsetzung der „Bierpreisbremse“ ist nicht möglich.“

Fehleinschätzung der Verwaltung

Kurios mutet der folgende Satz aus der Stellungnahme der Verwaltung an: „Die Stadtverwaltung hatte den Antrag des Stadtrats Finger zum entsprechenden Tagesordnungspunkt eingestellt. Die Verwaltung ist jedoch aufgrund des satirischen Inhalts des Antrags nicht davon ausgegangen, dass aus der Mitte des Gemeinderats hierzu eine Abstimmung gefordert wird.“

Leider keine Antwort

Auf die Frage, ob die Stadt Schwäbisch-Hall die „Bierpreisbremse“ als Marketinginstrument nutzen will, etwa als Sonderaktion bei einem Fest, ist die Verwaltung leider nicht eingegangen.

Text: Matthias Lauterer




9-Euro-Monatsticket für den Nahverkehr auch für Schüler-Abos

Die Bundesregierung hat aufgrund steigender Energiekosten beschlossen, im Rahmen eines Entlastungspaketes ein besonderes Angebot für Bus und Bahn einzuführen: das 9-Euro-Ticket. Es soll für die Monate Juni, Juli und August 2022 zum Preis von jeweils 9 Euro pro Monat deutschlandweit im öffentlichen Nahverkehr gültig sein.

NVH Abonnenten müssen nichts tun

Alle NVHAbonnenten, so auch die Inhaber eines SunshineTickets oder einer KidCard im Abo, profitieren ebenfalls von der Sonderaktion. Sie müssen nichts unternehmen. Wir buchen während der Monate Juni und Juli für die SunshineTickets und KidCards im Abo ganz einfach nur 9 Euro statt des üblichen Preises ab.
Wer das Sunshine
Ticket bzw. die KidCard im Abo das ganze Schuljahr (durchgehend von September 2021 bis Juli 2022) bezogen hat, erhält das Bonusticket im August 2022 wie in den Vorjahren kostenlos, d.h. es wird im August nichts abgebucht. Das Bonusticket kann im August als 9EuroTicket deutschlandweit im Nahverkehr genutzt werden.
Wer kein ganzes Schuljahr
bezogen hat, kann im August das 9EuroTicket im Barverkauf erwerben.

Infos

Mehr Infos erhalten Sie auf der Homepage des HNV: 9-Euro-Monatsticket für den Nahverkehr (h3nv.de). Dort beantwortet der HNV die häufig gestellten Fragen dazu.
Für weitere Informationen steht das Team des NVH montags bis freitags von 8:00 bis 17:00 Uhr unter der Rufnummer 07940/9144-0 oder
info@nvh.de gerne zur Verfügung.

Pressemitteilung Nahverkehr Hohenlohe




Kinderschminken für den guten Zweck am Künzelsauer Stadtlauf

Kinderschminken für den guten Zweck am Künzelsauer Stadtlauf am Samstag, den 07. Mai 2022, von 11.00 bis 15.00 Uhr in der Hauptstraße 27 in Künzelsau, vor der Hohenloher Hörakustik.

Gegen eine Spende verzaubern wir  Kindergesichter in Löwen, Zebras oder bunte Schmetterlinge. Jede Teilnehmer:in bekommt einen Gutschein für die Ausstellung Bongai Shamwari Art, die derzeit in den Redaktionsräumen des GSCHWÄTZ, Gaisbacher Str. 6, in Künzelsau zu sehen ist. Wunderschöne afrikanische Skulpturen, Holzschnitzereien und Gemälde aus Zimbabwe lassen in den Kontinent Afrika eintauchen.

Alle Erlöse gehen an den Verein Bongai Shamwari e.V. Für bedürftige und behinderte Kinder in Zimbabwe. Info unter www.bongai-shamwari.org

Kontakt

Christa Zeller

  1. Vorsitzende

0160 9203 799

bongaishamwari@gmail.com

 

 




Kurse, Workshops und Vorträge für Ehrenamtliche

Ab sofort ist der Hohenlohekreis auf der landesweiten Bildungsplattform für ehrenamtlich Engagierte vertreten. Unter www.qualifiziert-engagiert-bw.de/kuen gibt es einen Überblick über das vielseitige Angebot an Kursen, Workshops, Vorträgen und Austauschtreffen zur Weiterbildung im Ehrenamt.

Das geht aus einer Pressemitteilung des Landratsamtes des Hohenlohekreises hervor. Die Plattform wird vom Landkreistag Baden-Württemberg getragen, ihr Aufbau erfolgte mit finanzieller Unterstützung des Ministeriums für Soziales und Integration.

Unentgeltlich einsetzen

„Ehrenamtliches Engagement ist ein wichtiger und wertvoller Bestandteil des öffentlichen Lebens im Hohenlohekreis. Bürgerinnen und Bürger, die sich in ihrer freien Zeit unentgeltlich für andere Menschen einsetzen und für gesellschaftliche Belange engagieren, sind unverzichtbar für unsere Gesellschaft. Das spüren wir insbesondere in schweren Zeiten wie der aktuellen Corona-Krise. Angebote zur Weiterbildung stellen dabei einen wichtigen Bestandteil dar – zur Unterstützung, Motivation und auch Würdigung ihres Einsatzes. Daher bin ich froh, dass durch den Aufbau der Bildungsplattform neue Wege beschritten werden können, das Engagement zu fördern und sichtbar zu machen“, sagt Landrat Dr. Matthias Neth.

Gemeinsames Projekt der Wohlfahrtsverbände

Auf den Weg gebracht wurde die Bildungsplattform im Hohenlohekreis als gemeinsames Projekt der Liga der freien Wohlfahrtsverbände und des Landratsamtes. Beteiligt sind die AWO Pflege und Betreuung, die Caritas Heilbronn-Hohenlohe, der Paritätische Kreisverband Hohenlohe, der Diakonie Kreisverband Hohenlohekreis, der DRK Kreisverband Hohenlohe, das Hohenloher Integrationsbündnis 2025 und die Servicestelle für aktive Bürger des Landratsamtes. Unter dem Dach der „Ehrenamtsakademie im Hohenlohekreis“ erstellen sie seit 2016 ein gemeinsames Bildungsprogramm für ehrenamtlich Engagierte.

Online-Kurse

„Ziel der Ehrenamtsakademie ist es, das ehrenamtliche Engagement im Hohenlohekreis zu unterstützen, zu fördern und anzuerkennen“, erklärt Susanne Walz von der Servicestelle für aktive Bürger. „Durch gemeinsame Planung sind die Bildungsangebote aufeinander abgestimmt und werden gemeinsam weiterentwickelt. Mit der Bildungsplattform für Engagierte kann dieses Netzwerk nun erweitert werden.“

Die Expertin hat auch einen besonderen Tipp für die aktuelle Corona-Zeit: „Aufgrund bestehender Kontaktbeschränkungen lohnt sich auch der Blick auf die Angebote anderer Landkreise. Denn viele Kurse finden online statt und können unabhängig vom Wohnort genutzt werden.“

Mit dem Start der Bildungsplattform sind Vereine, Institutionen und Organisationen im Hohenlohekreis, die mit Ehrenamtlichen zusammenarbeiten oder Qualifizierungsmaßnahmen für Ehrenamtliche durchführen, eingeladen, ihre Bildungsangebote auf der Homepage einzustellen. Ehrenamtlich Engagierte können sich online über Weiterbildungsmöglichkeiten informieren.

Weitere Auskünfte gibt es bei Susanne Walz und der „Servicestelle für aktive Bürger“ im Landratsamt Hohenlohekreis: susanne.walz@hohenlohekreis.de, Tel.: 07940 18-747