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Ehrenamtliche für eine Fahrradwerkstadt gesucht

Für den Aufbau einer „Fahrradwerkstatt mit Verleih“ für Geflüchtete in Künzelsau sucht der AK „Flucht und Asyl“  handwerklich begabte ehrenamtliche Mithelfer. In der Fahrradwerkstatt sollen gespendete Räder repariert und an die Geflüchteten verliehen werden.

Interessierte melden sich bitte per Mail: Willkommenspunkt-Kuen@Hohenlohekreis.de

Mitteilung Landratsamt Hohenlohekreis




„Der weiße Fleck. Anleitung zu antirassistischem Denken“

Journalist und Autor Mohamed Amjahid ist zu Gast an der Hochschule Heilbronn (HHN): Er liest aus seinem aktuellen Buch „Der weiße Fleck“. Im Rahmen der Reihe wOrte wechseln sprechen Amjahid und die Moderatorin Sarah Bergh über Rassismus in Deutschland und das Zusammenleben in postmigrantischen Gesellschaften.  Die Lesung findet am 30. Juni 2022 im Foyer des T-Gebäudes (Nr. 14) am Bildungscampus Heilbronn statt. Beginn ist 19.30 Uhr.

Auseinandersetzung mit strukturellem Rassismus, die mit viel Leichtigkeit daherkommt

„Der weiße Fleck“ ist eine Auseinandersetzung mit strukturellem Rassismus, die mit viel Leichtigkeit daherkommt – ohne die Bedrohung zu verharmlosen, die Rassismus für Einzelne aber auch den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Deutschland birgt. Als „Anleitung zu antirassistischem Denken“ unterstützt das Buch dabei, eigene Privilegien zu erkennen und zu reflektieren, liefert aber vor allem Antworten auf die Frage „Was tun?“. Denn Rassismus, so Amjahid, kann man verlernen.

wOrte wechseln ist eine Kooperation der HHN, der Stadtbibliothek und der Stabsstelle für Partizipation und Integration der Stadt Heilbronn. Amjahid ist der dritte Gast in dieser Reihe, die danach fragt, was sich verändern muss, um die Potenziale einer vielfältigen Stadtgesellschaft zu erkennen und zu entwickeln.

„Dazu gehört auch, sich ernsthaft mit dem Thema Rassismus zu beschäftigen“, sagt Wibke Backhaus, Mitveranstalterin von der HHN. „Mohamed Amjahid haben wir eingeladen, weil sein Buch einer der wichtigsten Beiträge zur aktuellen Antirassismusdebatte ist, das es schafft, teils sehr komplexe Inhalte anschaulich greifbar zu machen.“

Über den Autor

Mohamed Amhjahid, geboren 1988 in Frankfurt M., ist in Deutschland und Marokko aufgewachsen. Der studierte Politikwissenschaftler arbeitet als Journalist und Autor. Für seine Bücher, Reportagen und Artikel ist er mit verschiedenen Preisen ausgezeichnet worden. 2022 war er Fellow am Thomas Mann House in Los Angeles.

Weitere Informationen

Die Teilnahme ist kostenfrei, um Anmeldung via Mail an bibliothek@heilbronn.de wird gebeten.
Näheres zum Buch unter: Der weiße Fleck von Mohamed Amjahid | PIPER

Pressemitteilung Hoschschule Heilbronn




Re-Start des ebm-papst Marathons mit der Jubiläumsauflage

Das Event im Kochertal geht in seine 25. Auflage – da wollten die Veranstalter von ebm-papst und TSV Niedernhall keine Abstriche machen. Noch bis zum 30. Juni gibt es die Startgebühren zum Frühbucherpreis. Je nach Kategorie können die Teilnehmer bis zu neun Euro sparen. Unter www.ebmpapst-marathon.de ist das Anmeldeportal im Internet bereits online geschaltet.

„Nach zwei rein virtuellen Läufen können wir es kaum erwarten, Läufer, Nordic Walker, Inline-Skater und Handbiker wieder in Niedernhall begrüßen zu dürfen“, sagt Corinna Zürn, vom ebm-papst-Organisationsteam. Denn das ist es ja, was Laufevents ausmacht. Zusammen auf die Strecke gehen, sich in der Menge treiben lassen oder den Wettkampf zu suchen. Und egal, um was es dem Einzelnen geht, die eigene Grenze auszuloten, eine Bestzeit zu laufen, so weit vorne wie möglich ins Ziel zu kommen oder einfach das Gemeinschaftsgefühl zu genießen, alle sind im Kochertal willkommen. Für diejenigen, die nicht anreisen können, ist die Teilnahme per App auch dieses Mal zusätzlich möglich. Doch die Veranstalter hoffen auf viele Läufer vor Ort und etliche Zuschauer an der Strecke.

ebm-papst-Marathon. Foto: ebm-papst

Programm am Samstag und Sonntag

Den sportlichen Start am Freibad in Niedernhall läuten wie in den vergangenen Jahren die Nordic Walker am Samstag, 10. September, ein. Sie gehen um 15 Uhr auf die Strecke. Gelaufen werden entweder 7,5 oder 12,5 Kilometer.

Den Sonntag eröffnen die Marathon- und Duo-Marathon-Läufer. Um 8.30 Uhr gehen sie 42 oder 27 plus 15 Kilometer an. Nach einer Stadtrunde durch Niedernhall wird kocheraufwärts bis zur Überquerung der Kochertalstraße kurz vor der B19 gelaufen. Danach geht es durch das Deubachtal hoch hinaus durch die Weinberge. Für den Anstieg werden die Läufer dann mit einer besonderen Aussicht über das Kochertal belohnt. Über die Ruine Lichteneck, das Ingelfinger Fass geht es in den Weinbergen weiter nach Weißbach, Büschelhof und hinab nach Forchtenberg. Über Ernsbach führt der Weg dann wieder zurück nach Forchtenberg, dort durch die Altstadt und weiter nach Niedernhall in den Start-Ziel-Bereich. Die schnellsten werden nach rund zweieinhalb Stunden erwartet.

Zu diesem Zeitpunkt sind dann auch die Zehn-Kilometer- (Start 9:05 Uhr) und Halbmarathon-Läufer (Start 9:25 Uhr) unterwegs oder teilweise bereits im Ziel. Für sie geht es entlang des Kochers nach Weißbach. Während die Zehn-Kilometer-Läufer, die voraussichtlich das größte Läufer-Feld bilden, dann schon zwischen Weißbach und Forchtenberg wenden, geht es für die Halbmarathonis weiter nach Forchtenberg und Ernsbach. Dort wird dann umgekehrt und auf der anderen Kocherseite geht es zurück.

Doch nicht nur die Erwachsenen kommen auf ihre Kosten. Auch der Nachwuchs kann seine Ausdauer und Schnelligkeit testen. Ab 12:30 Uhr starten nacheinander die Kinderläufe (Mini 10er, Mini-Halbmarathon, Mini-Marathon, sowie Bambini-Marathon). Die Handbiker warten um 14 Uhr auf den Beginn ihres Wettkampfes, während eine Dreiviertelstunde später der letzte Startschuss fällt. Und zwar für die Inline Skater, die wie die Handbiker entlang des Kochers bis zur Wende bei Sindringen skaten und dann wieder zurückfahren. Nach den unterschiedlichen Zieleinläufen finden im ebm-papst-Zelt die Siegerehrungen statt. Dazwischen gibt es ein Show-Programm.

Nicht nur sportliche Highlights

Doch es gibt nicht nur die sportlichen Highlights. „Wir wollen, dass sich die Zuschauer oder Angehörigen der Läufer wohl fühlen und gut unterhalten, während sie auf der Festwiese warten“, sagt Corinna Zürn. So gibt es auch dieses Jahr wieder allerlei Attraktionen. Angefangen an beiden Tagen mit der Laufmesse (Samstag 13:30 bis 18 Uhr; Sonntag, 7 bis 16 Uhr). Im Tennisheim wird am Sonntag (7:30 bis 14:30 Uhr) eine Kinderbetreuung angeboten. Vor dem Marathon-Start wird ein Läufergottesdienst im Start-Ziel-Bereich (8 bis 8:15 Uhr) abgehalten. Und damit nicht genug, den ganzen Tag über gibt es auf der Marathonwiese neben vieler kulinarischer Leckerbissen, für die regionale Vereine sorgen, allerlei Möglichkeiten für Spiel und Spaß – in erster Linie für die jungen Besucher, aber nicht nur.  So wird der ebm-papst Marathon auch nach der zweijährigen Zwangspause wieder eine runde Sache.

Weitere Informationen

Seit mehr als 20 Jahren ist ebm-papst nun schon Hauptsponsor des Laufs. 1999 stieg der Ventilatorenspezialist aus Mulfingen als Mitveranstalter bei dem vom Polizeisportverein Hohenlohekreis 1993 ins Leben gerufenen Hohenlohe-Marathon ein. Dieser hatte bis dahin drei Mal stattgefunden. Beim ersten Event unter neuem Namen am 11. September 1999 gingen 432 Läuferinnen und Läufer an den Start.

Weitere Informationen zum ebm-papst Marathon im Internet unter http://www.ebmpapst-marathon.de und auf Facebook: fb.com/ebmpapstMarathon

Pressemitteilung ebm-papst




Minijobber dürfen ab Oktober 520 Euro verdienen.

Der Deutsche Bundestag hat heute zum ersten Mal seit dem 1. Januar 2013 eine Erhöhung der Minijobgrenze beschlossen. Sie wird in einem ersten Schritt von den bisher 450 Euro auf 520 Euro angehoben. Das ist eine gute Nachricht für mehr als sechs Millionen Minijobberinnen und Minijobber in Deutschland.

Hierzu erklärt der Bundestagsabgeordnete Valentin Abel:

„Es ist eine längst überfällige Gerechtigkeitsfrage, dass Minijobberinnen und Minijobber an den Lohnsteigerungen partizipieren können. Es war ein zentrales Anliegen der Freien Demokraten, mit der Erhöhung auf 520 Euro und der Dynamisierung für mehr Gerechtigkeit zu sorgen. Von der Erhöhung profitieren Studierende, die neben ihrem Studium etwas dazuverdienen wollen, Rentnerinnen und Rentner, die schrittweise aus dem Erwerbsleben aussteigen wollen und Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die sich neben ihrem sozialversicherungspflichtigen Hauptberuf etwas hinzuverdienen möchten, ihre Arbeitszeit aber aufgrund der tarifvertraglich festgelegten Arbeitszeit nicht einfach erhöhen können. Auch ganze Branchen wie die Gastronomie, der Einzelhandel oder Handwerksbetriebe, die vor allem zur Abdeckung temporärer Stoß- und Randzeiten dringend auf Minijobberinnen und Minijobber angewiesen sind, werden davon profitieren.“

Minijobgrenze automatisch an Mindestlohn gekoppelt

Die Minijobgrenze wird künftig an den Mindestlohn gekoppelt und so bei jeder Mindestlohnerhöhung automatisch nach oben angepasst. Errechnet wird die Grenze aus einer Wochenarbeitszeit von zehn Stunden zum Mindestlohn bei durchschnittlich viereindrittel Wochen pro Monat. Dies ergibt ab dem 1. Oktober mit Anhebung des Mindestlohns auf 12 Euro eine Höhe von 520 Euro. Das bedeutet, dass Minijobberinnen und Minijobber künftig nach Lohnerhöhungen ihre Arbeitszeit nicht mehr reduzieren müssen, sondern dass sie tatsächlich mehr Geld in der Tasche haben werden.

Pressemitteilung Valentin Abel




Kupferzell: 24-Jähriger randaliert

Ein 24-Jähriger randalierte gegen 21.30 Uhr am Dienstag in und vor einem Discounter in Kupferzell. Der Mann wollte nach seinem Bezahlvorgang an der Kasse wieder zurück in den Warenbereich, obwohl der Laden bereits geschlossen hatte.

Die Mitarbeiterinnen verweigerten ihm den Zugang, woraufhin der 26-jährige Mann aggressiv wurde und sie beleidigte. Das Geschehen verlagerte sich nach draußen.

Vor dem Discounter beleidigte der 24 Jahre alte Mann einen Kunden und stieß ihn zu Boden. Beim Eintreffen der Streife war er weiterhin außer sich und schmiss die zuvor gekauften Getränkedosen ebenfalls zu Boden. Die Beamten konnten den Mann in Gewahrsam nehmen.

 




Wälder im Zeichen des Klimawandels

Was wollten Sie schon immer über den Wald wissen? Beim Rundgang durch den Künzelsauer Stadtwald am Sonntag, 12. Juni 2022, beantwortet Förster Stephan Römer Ihre Fragen. Ob Pflanzungen, Waldbewirtschaftung oder die Zukunft der Wälder im Zeichen des Klimawandels: Der Experte antwortet und diskutiert mit den Bürgerinnen und Bürgern beim etwa zweistündigen Spaziergang. Treffpunkt ist um 9.30 Uhr am Parkplatz des Waldsportpfads in Künzelsau-Taläcker.

Den Wald im Wandel der Zeit hat auch Förster Stefan Bieber im Blick: Bei einer ca. dreistündigen Wanderung am Sonntag, 19. Juni 2022, im Schöntaler Forst zeigt er verschiedene Waldstände mit standortheimischen, neuen und nicht angepassten Baumarten. Bürgerinnen und Bürger erfahren, welche Maßnahmen getroffen werden, um den Wald zu erhalten und resistenter gegen Klimaveränderungen zu machen. Treffpunkt ist um 14 Uhr in Kloster Schöntal am Wanderparkplatz nach der Jagstbrücke.

Anmeldung erforderlich

Beide Veranstaltungen sind kostenlos. Sie sind Teil des Hohenloher Waldprogramms 2022, in dessen Rahmen die Försterinnen und Förster des Hohenlohekreises zu mehr als 30 Veranstaltungen rund um das Thema Wald einladen. Anmeldung beim Forstamt des Hohenlohekreises unter Telefon: 07940 18-1560 oder E-Mail: HWP@hohenlohekreis.de. Anmeldeschluss für die Veranstaltungen ist jeweils drei Tage zuvor. Weitere Informationen unter www.hohenlohekreis.de/wald. Flyer mit dem Programm liegen im Landratsamt und in den Rathäusern der Städte und Gemeinden aus.

Pressemitteilung Landratsamt Hohenlohe




Benötigt: Buggies und Kinderwägen für Mütter aus der Ukraine

Für Mütter und Kinder, die aus der Ukraine in Künzelsau angekommen sind, fehlt es im Moment an Buggies oder Kinderwägen.

Wer einen Buggy oder Kinderwagen zur  Verfügung stellen möchte, kann unter WhatsApp 01726878474 einen Termin zur Übergabe vereinbaren.




„Hier sind alle geliebt“

„Umso mehr Hans von Materiellem loslässt, umso freier und leichter wird seine Reise. Dieses Märchen soll auch uns dazu inspirieren, uns auf unsere ewigen, immateriellen Werte zu besinnen. Alter und sozialer Hintergrund spielen dabei keine Rolle: Die Entscheidung, frei und froh das Jetzt zu genießen kann jeder treffen – und das jeden Moment aufs Neue“, erzählt Natalie Dück. Sie sitzt am Klavier in ihrer Musikschule in Öhringen. Hintergrund unseres Gespräches sind die Proben für das Musiktheater „Hans im Glück“, das die Musiklehrerin gemeinsam mit ihren Schülern im Rahmen der interkulturellen Woche in Öhringen aufführen wird. Wenige Minuten zuvor hat eine 79-jährige Schülerin den Raum verlassen. Die nächste Gruppe von Schülern besteht aus fünf- und sechsjährigen Kindern.

GSCHWÄTZ-Kinderreporter Lukas Hartmann war beim Musikunterricht dabei und hat mit Natalie Dück über Musik, ihre Werte und überraschende Entwicklungen gesprochen.

Lukas Hartmann: „Welche Fächer bieten Sie in Ihrer Musikschule an?“

Natalie Dück: „Zum Beispiel kommen die ganz kleinen Kinder, schon ab vier Monaten, zu uns. Die spielen hier und schütteln die Rasseln. Die kommen mit ihren Eltern. Dann gibt es bei uns auch noch Einzelstunden Klavierunterricht und Akkordeonunterricht. Die Kinder kommen auch zum Malen.“

Hartmann: „Sie proben ja gerade für ein Musiktheaterstück. Können Sie etwas darüber erzählen?“

Dück: „Ja, gerne. Das ist ein Märchenmusikspiel: ‚Hans im Glück‘. Kinder verschiedener Altersgruppen veranstalten das. (…) Da geht es um einen Jungen, der einen Goldklumpen bekommen hat. Er hat dann alles abgegeben: Sein Gold, danach sein Pferd und danach sein Schweinchen,… er wollte einfach glücklich sein. Das finde ich auch für uns ganz wichtig, dass wir im Leben einfach glücklich und fröhlich sind.“

Hartmann: „Warum sind Musik und Theater so wichtig für die Entwicklung von Kindern?“

Dück: „Weißt Du, Musik und Theater spielen von Anfang an, wenn das Kind schon zu sprechen anfängt, eine Rolle. Sprechen und Sprache, Singen und Musik, Bewegung und Rhythmik – das gehört alles dazu. Das bringt das Kind in seiner Entwicklung weiter und weiter. Dann geht es auch langsam weiter zu den Instrumenten, zur Begleitung von Liedern. Und beim Theater da gehen die Kinder, die Schüler, auf die Bühne und präsentieren sich. Nach solchen Erfahrungen haben sie, bei Prüfungen zum Beispiel, kein Lampenfieber mehr. Das finde ich ganz toll und ganz locker ist das auch und macht Spaß.“

Hartmann: „Gab es Entwicklungen, die Sie berührt oder überrascht haben?“

Dück: „Oh ja, klar. Manche Kinder sind ganz schüchtern. Plötzlich bei einer Rolle schreit das Kind dann und wird richtig launisch. So etwas berührt mich und ich freue mich, wenn die Kinder sich dann trauen, etwas anders zu machen.“

Hartmann: „Welche Werte sind Ihnen beim Unterrichten wichtig?“

Dück: „Natürlich ist es für mich als Lehrerin ganz wichtig, dass ich den Kindern etwas beibringe, dass sie etwas lernen. Aber für mich ist es auch ganz wichtig, dass die Kinder gute Laune haben und ihnen der Musikunterricht Spaß macht und dass sie nicht mit Tränen nachhause gehen, sondern beim Unterricht auch einfach lachen. Glückliche Kinder sind für mich ganz wichtig.“

Hartmann: „Haben Sie ein Motto?“

Dück: „Egal, ob jung oder alt, beliebt oder nicht so beliebt, ob arm oder reich, hell- oder dunkelhäutig: In der Musik kann sich jeder finden und genau das ist es, was Musik ausmacht.“

Lukas Hartmann (links) interviewt die Musikschullehrerin Nathalie Dück. Foto: GSCHWÄTZ

Hartmann: „Wieso haben Sie das Motto ausgewählt?“

Dück: „Was meinst Du? Schau mal, Du hast gesehen, dass eine Frau gegangen ist, die 79 ist. Die kommt zur Musik, ja. Darum heißt es, egal ob jemand jung oder alt ist, denn auch die kleinen Babys mit vier Monaten kommen. Die dürfen auch mitmachen. Und die, die reich und die, die arm sind, dürfen gerne auch hierherkommen. Die werden alle akzeptiert. Hier herrscht Inklusion. Wir leben hier in einer Welt, in der jeder Mensch akzeptiert wird. Und egal, welcher Nationalität man angehört, oder aus welchem Land man kommt: Hier sind alle geliebt. Das ist für mich ganz wichtig. Für Dich auch, oder?“

Hartmann: „Ja.“

Text: Priscilla Dekorsi




Maskenverweigerer: Mann verletzt Busfahrerein

Da einem Unbekannten der Zutritt zu einem Linienbus am Busbahnhof verweigert wurde, verletzte er eine Busfahrerin. Am Freitag, den 03. Juni 2022, gegen 16.30 Uhr, wollte ein bislang unbekannter Mann ohne Mund-Nasen-Schutz in einen Linienbus einsteigen. Daraufhin verweigerte die Busfahrerin den Zutritt. Anschließend griff der Unbekannte laut der Polizei ie Busfahrerin an, so dass die leichte Verletzungen erlitt.

Der Mann flüchtete vom Tatort. Er wird als 20 bis 30 Jahre alt, 1,70m bis 1,80m groß und von schlanker Statur beschrieben. Zur Tatzeit trug er eine schwarze zerrissene Jeans, ein blaues Oberteil und eine weiße Weste. Zeugen, die Hinweise auf den Täter geben können, werden gebeten, sich beim Polizeirevier Künzelsau zu melden. Telefon:  07940/9400.

 

 




Mehrere Tausend Kinder an die Musik herangeführt

130 Jahre wurden am Freitag, 03. Juni 2022, im Carmen-Würth-Forum mit einem großen Festkonzert gefeiert: Die Musikschule Künzelsau und der Förderverein der Musikschule feierten jeweils ihren 50. Geburtstag, gleichzeitig wurde der 30. Jahrestag der Städtepartnerschaft von Künzelsau und der ungarischen Stadt Marcali begangen.

Einen Krampf im Magen

Dr. László Sütö, Bürgermeister von Marcali. Foto: GSCHWÄTZ

Dr. Lászlò Sütö, bereits zu Beginn der Partnerschaft und bis heute Bürgermeister von Marcali, berichtet von der ursprünglichen Idee: „Die älteren Ungarn hatten damals noch immer einen Krampf im Magen bei der Annäherung an die Grenze. Wir wollten, dass die Jüngeren in Künzelsau die Sprache und einen anderen Lebensstil kennenlernen.“ Es gebe viele Berührungspunkte, etwa mit der Polizei, der Feuerwehr oder dem Fußball. Aber die Beziehung zur Musikschule sei „die längste und die gehaltvollste“, so Sütö. Er freut sich, dass in diesem Jahr die Sprachferien wieder stattfinden: Ungarische Kinder leben zwei Wochen bei Künzelsauer Gastfamilien und sollen dort ihre Deutschkentnisse vertiefen. Auch die Sprachferien hätten für zahlreiche und langjährige Kontakte zwischen Marcali und Künzelsau geführt.

Marcali 1993: „Das war eine andere Welt“

Jürgen Koch. Foto: GSCHWÄTZ

An das Marcali von vor 30 Jahren kann sich Jürgen Koch, Leiter der Jugendmusikschule Künzelsau, noch gut erinnern: „Das war eine andere Welt“. Er erzählt von einem kleinen rosafarbenen Haus, in dem drei Generationen einträchtig zusammenlebten. Was ihm noch in Erinnerung geblieben ist: „Ich habe selten so eine Gastfreundschaft erlebt“.

„Kooperation ist nicht Konkurrenz“

Koch erzählt von der Entwicklung der Jugendmusikschule: Derzeit seien rund 550 Schüler:innen im Unterricht, manche in mehreren Fächern. Inzwischen habe man mit der Georg-Wagner-Schule, dem Ganerben- und dem Schloßgymnasium beispielhafte Kooperationen aufgebaut: „Kooperation ist nicht Konkurrenz“, sagt Koch. Diese Kooperation geht so weit, dass die Teilnahme an der Bläserklasse in der Realschule gleichwertig mit dem Musikunterricht ist.

„Nur gute oder schlechte Musik“

„Wir unterscheiden nicht mehr nach den Kategorien Klassik, Jazz oder Pop. Es gibt nur gute oder schlechte Musik“, sagt Koch. Deshalb seien in den letzten Jahren immer wieder neue Fächer eingeführt worden, die auch der Entwicklung der modernen Musik folgen.

Viele Erfolge

Rund 60-100 Kinder, so Jürgen Koch, Leiter der Jugendmusikschule, werden pro Jahr in der Jugendmusikschule angemeldet, in 50 Jahren haben also mehrere Tausend Kinder eine musikalische Ausbildung erhalten, einige ehemalige Schüler seien inzwischen erfolgreiche Profimusiker. Viele Erfolge bei Jugend musiziert, bis hin zu Siegertiteln auf Bundesebene, zeigen immer wieder die Qualität der Jugendmusikschule Künzelsau, sagt er nicht ohne sichtbaren Stolz auf die Leistung der Musiklehrer:innen und der Schüler:innen. Und vielleicht – da ist er ganz bescheiden – auch auf seinen eigenen Beitrag.

„Wir haben schon lange das 6€-Ticket“

Jürgen Koch (li.) und Matthias Ankenbrandt. Foto: GSCHWÄTZ

Diese Erfolge müssen im wahrsten Sinne „erkauft“ werden. Musikinstrumente sind teuer. Aus diesem Grund wurde parallel zur Musikschule ein Förderverein gegründet, der unter anderem Musikinstrumente anschafft und sie an Schüler:innen verleiht. Matthias Ankenbrandt, Vorsitzender des Fördervereins: „Das 9€-Ticket haben wir getoppt. Wir haben schon lange das 6€-Ticket“, betont er: Ganze 6€ kostet es pro Monat, ein Musikinstrument für den Unterricht in der Jugendmusikschule zu mieten.  „Es soll niemand sagen, dass sein Kind aus finanziellen Gründen keinen Musikunterricht erhalten kann“, ist Ankenbrandt stolz: Der Förderverein bezuschußt seit einiger Zeit auch die Unterrichtskosten, wenn Eltern sich den Unterricht nicht mehr leisten können. Dazu sind natürlich neben den Mitgliedern des Fördervereins auch Spender nötig.

Dank an Spender und die Stadt Künzelsau

Ankenbrandt bedankt sich stellvertretend für alle Spender bei der Albert-Berner-Stiftung, die den Förderverein seit vielen Jahren wohlwollend unterstützt.  Und ein Dank gebührt auch der Stadt Künzelsau, die die Infrastruktur zur Verfügung stellt, die Lehrer:innen bezahlt und immer ein offenes Ohr für die Belange der Musikschule hat. Rund 300.000 Euro zahlt die Stadt Künzelsau jährlich für die Musikschule, der Kreis steuert rund 95.000 Euro bei, das Land weitere 130.000 Euro.

„Außerdem machts einfach Spaß“

„Der liebe Gott schickt uns nicht auf die Welt, um ein Instrument zu spielen“, meint Ankenbrandt auf die Frage, warum Musik für die Entwicklung eines Kindes wichtig ist, und Jürgen Koch erläutert, was Musik bewirken kann: von der Förderung der sozialen Kompetenz im Ensemble, der Feinmotorik, Konzentration, Beharrlichkeit, das Zusammenspiel von Rhythmus, Tempo und Dynamik … es will gar kein Ende nehmen. „Das Lernen eines Instruments hilft, die leeren Räume im Gehirn mit Leben zu füllen“ sagt Koch. Und Ankenbrandt findet ein letztes, auch nicht unwichtiges Argument: „Und außerdem macht’s einfach Spaß“.

Konzert beginnt schmissig

Das Publikum wird auf das Jubiläumskonzert eingestimmt mit der Ouverture zu Händels Feuerwerksmusik, einer Melodie, die jeder kennt, vorgetragen vom Trompetenensemble der Musikschule. Auf dem Programm stehen aber auch weniger eingängige Komponisten wie Béla Bartok und György Ligeti oder Pat Metheny. Auf der Ebene der „leichten Muse“ geht es von Georges Bizet bis hin zu ABBA oder Taylor Swift.

Percussionensemble unter Patrick Riegler (r.) . Foto: GSCHWÄTZ

Marion Gentges, Justizministerein des Landes und Präsidentin des Landesverbandes der Musikschulen e.V. Foto: GSCHWÄTZ

Marion Gentges, Justizministerin des Landes Baden-Württemberg, war nicht als Ministerin, sondern in anderer Funktion angereist: Als Präsidentin des Landesverbandes der Musikschulen Baden-Württembergs e.V. sprach sie nach der Pause ein Grußwort, in welchem sie hervorhob, wie einzigartig die Verschmelzung von Stadtkapelle und Jugendmusikschule ist. Sie bestärkt Bürgermeister Neumann und die Stadtverwaltung, auf dem bisherigen Weg weiterzugehen.

Zwei Schülerinnen begeistern mit selbstgeschriebenen Werken

Einen einzelnen Höhepunkt gab es nicht – bei der musikalischen Vielfalt kann jeder selbst entscheiden, was am Besten gefallen hat. Sicherlich herausragend waren allerdings die beiden Sängerinnen Uyen Nhi Lee und Julia Wiegel, die beide selbstgeschriebene Songs vortrugen.

Und natürlich muß man die „Kleinen“ erwähnen, die in Tierkostümen verkleidet zusammen mit Chor und Band Auszüge aus dem Kindermusical „Tusihi Pamoja“ vortrugen – die Begeisterung war ihnen anzusehen.  Uyen Nhi Lee. Foto: GSCHWÄTZ

 

Die „Kleinen“ sind begeistert bei der Sache. Foto: GSCHWÄTZ

Den Abschluß des Konzerts zelebrierten Stadtkapelle und Jugendmusikschule mit einem fulminanten Höhepunkt: Rund 120 Musiker begeisterten unter der Leitung von Stefan Bender das Publikum derart, dass sie nach einer Zugabe stehende Ovationen erhielten.

Die Stadtkapelle erhält den verdienten Applaus. Stefan Bender dankt dem Ensemble und der Solistin Julia Wiegel (Gesang). Foto: GSCHWÄTZ

Text: Matthias Lauterer