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„Die Historie zwischen Raiffeisenbank und Volksbank war nicht immer einfach“

Erst seit dem Jahr 2019 besteht die Raiffeisenbank Hohenloher Land eG (RB-HL), sie entstand damals durch eine Fusion der Raiffeisenbank Kocher-Jagst eG und die Raiffeisenbank Bretzfeld-Neuenstein eG. Noch jünger ist die VR Bank Heilbronn Schwäbisch Hall eG (VR-HSH), sie besteht seit dem Jahr 2021 und entspringt einer Fusion der Volksbank Heilbronn eG und der VR Bank Schwäbisch Hall-Crailsheim eG.

Genoss:innen entscheiden im Juli

Diese Banken haben jetzt eine erneute Fusion auf den Weg gebracht: Im Juli sollen die Vertreter der Genoss:innen der beiden Banken darüber entscheiden, ob die beiden frisch gegründeten Banken zur VR Bank Heilbronn Schwäbisch Hall Hohenlohe fusionieren.

Fusionsdruck in der Welt der Genossenschaftsbanken. Quelle: RB-HL

Über den Sinn, die Notwendigkeit und die Hintergründe dieser Fusion und anderer Fusionen in der Welt der Genossenschaftsbanken hat GSCHWÄTZ-Redakteur Matthias Lauterer mit dem Vorstandsvorsitzenden der RB Hohenloher Land eG (RB-HL), Andreas Siebert, gesprochen.

Siebert hat schon mehrfach fusioniert

Andreas Siebert ist fusionserfahren, er hat schon mehrere Fusionen erlebt, sowohl als Mitarbeiter als auch als Vorstand: „Das sind unterschiedliche Erlebniswelten“, findet er. Er zeigt auf den Stammbaum der RB-HL, der in seinem Büro hängt: 42 genossenschaftliche Institute gab es früher, die heute in der RB-HL vereinigt sind. Fusionen sind also kein Phänomen, das ausschließlich aus der heutigen Zeit kommt. Die Gründe für die Fusionen im genossenschaftlichen Bereich, nicht nur in der hiesigen Region, seien auch unterschiedlich, erläutert Siebert:

Gründe für Fusionen

Zum einen spiele die langanhaltende Niedrigzinsphase – die jetzt vielleicht zu Ende gehen wird –  eine Rolle, wodurch den Banken ein Teil der Ertragsmöglichkeiten entfallen sei.

Das Verhalten der Kunden habe sich ebenfalls geändert: Durch die Informationsmöglichkeiten im Internet und das Aufkommen neuer Anbieter – sogenannter FinTechs – seien die Kunden ganz anders informiert als früher. Er sagt nicht „besser informiert“.

Und einen dritten Grund für eine Notwendigkeit von Fusionen nennt Siebert: Die Bankenaufsicht auf europäischer Ebene. Derart kleinteilig und lokal organisierte Banken gebe es in den allermeisten Ländern der EU nicht: „Das Genossenschaftsmodell ist dort gar nicht bekannt“. Und so würden die Anforderungen der Finanzaufsicht für ein kleines Institut wie die RB-HL, die rund 230 Mitarbeiter beschäftigt, einen hohen Aufwand bedeuten.

Personalsituation

Beim „Kampf um Talente“ sei es wichtig, jungen Menschen Alternativen und Perspektiven aufzeigen zu können. „Dafür bestehen im größeren Verbund mehr Chancen“. Ein kleines Institut mit rund 230 Arbeitsplätzen und wenig Fluktuation biete da wenig Möglichkeiten und sei möglicherweise daher wenig attraktiv.

Eigenkapital und Basel-IV

Und nicht zuletzt habe man Wege gesucht, das Eigenkapital der Bank zu erhöhen, da die Kreditanfragen steigen. Im Rahmen des Basel IV-Regelungen müssen Kreditvergaben noch besser durch Eigenkapital abgesichert sein als vorher. Eine größere Bank könne da anders handeln.

Corona-Folgen

Der Punkt „Bewältigung der Covid-Folgen“ ist für Siebert sehr wichtig, auch für das soziale und wirtschaftliche Gefüge in der Region. Einerseits sieht er die direkten Krakheitsfolgen und was dies für das Einkommen der Menschen bedeuten kann, andererseits sieht er die aufkommende Inflation und eine gewisse Leichtfertigkeit bei der Kreditvergabe und -aufnahme: Wenn scheinbar wohlhabende Menschen die Inflation nicht mehr durch Einsparungen abfedern können, geraten auch deren Lebensentwürfe in Gefahr.

Online und Videokonferenzen „eher Segen als Fluch“

Bereits unabhängig von der Fusion hat die RB-HL auf das Marktumfeld reagiert, sowohl mit unpopulären Kosteneinsparungen wie z.B. durch Filialschließungen als auch mit neuen Services gegenüber den Kunden und Geschäftspartnern der RB-HL. „Wir müssen raus, auch Online präsent sein und Geschäft generieren“, fordert Siebert. So wurden bereits neue Vertriebswege für genossenschaftliche Bankprodukte beschritten, unabhängige Finanzberater vertreiben inzwischen auch genossenschaftliche Produkte. Und so hat man während der Pandemie die Videoberatung intensiviert. „Das hat dazu geführt, dass der regionale Kontext weniger geworden ist“. Für Siebert ist die Onlinepräsenz und die Videoberatung „eher Segen als Fluch. Das ist eine Chance. Aber das kostet Invest.“

Direktere und gezieltere Beratung und Betreuung von Unternehmenskunden

Er stellt sich überregionale Spezialistenzentren vor, beispielsweise für Agrar-, Handels- oder Produktionsbetriebe. Diese Zentren könnten die Unternehmen dank ihrer Fachkenntnis der spezifischen Geschäftsmodelle etwa über Fördermöglichkeiten gezielt und direkt beraten.

„Das Gesamtbild ist wichtig“: Fintechs vs. genossenschaftliche Struktur

Auch unter zunehmender Konkurrenz spezialisierter FinTechs sei es weiterhin die Stärke der genossenschaftlichen Struktur, im Kontakt mit Menschen und Unternehmern den Gesamtbedarf zu erkennen und diesen dann „in die genossenschaftliche Familie“ zu geben.

Neue zinsunabhängige Geschäftsfelder erschlossen

Die RB-HL tritt inzwischen auch als Bauträger und Vermieter auf. „Junge Leute finden keine Wohnungen im Heimatort und ziehen fort.“ Auf der anderen Seite sind es die alten Menschen, die mit betreutem Wohnen in ihrem gewohnten sozialen Umfeld bleiben könnten. „Wir bauen in Orten, wo ein normaler Träger nicht hingeht“, berichtet Siebert. Er sieht das als die soziale Verantwortung der regionalen Bank, den Mietwohnungsbau zu unterstützen: „Wer kann das besser als die lokale Bank?“, fragt er. Natürlich unterstütze man mit diesen Bauprojekten gezielt lokale Planer und Handwerker: „Das Geld am Ort lassen“ sei schließlich der Urgedanke von Friedrich Wilhelm Raiffeisen.

Generationenberatung

Ein weiteres neues Geschäftsfeld sei die „Generationenberatung“. Hier geht es um das Leben im Alter, aber auch das Sterben. Es geht um die Fragen, wer abgesichert werden soll und welche Fälle abgesichert werden sollen. Beispielhaft könnten der Verkauf des Eigenheims und Umzug ins betreute Wohnen oder ein Auszahlplan für das bestehende Vermögen beim Einzug in ein Pflegeheim, aber auch die rechtssichere Regelung der Erbschaft, die Erstellung einer Patientenverfügung oder die Testamentsvollstreckung im Mittelpunkt der Beratung stehen.

Geschäftszahlen und Strukturen

Diese Strategie der RB-HL scheint aufzugehen. Das sagen die zumindest die Geschäftszahlen: Alle relevanten Kennzahlen sind gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Das unterstreicht beispielsweise auch den Eigenkapitaldruck, von dem Siebert spricht:

Einige Kennzahlen der RB-HL. Foto: RB-HL

Der Vergleich mit der VR-HSH zeigt eine recht ähnliche Eigenkapitalstruktur, die RB-HL erscheint anhand einiger Indikatoren als das kleinere Institut sogar ein wenig stärker. Konflikte wegen stark unterschiedlicher Bewertungen der Anteile, wie sie derzeit bei einer Fusion im Raum Nürnberg gerichtlich ausgetragen werden, seien also nicht zu befürchten, meint Siebert. In Summe wird ein Institut entstehen, das mit einer Bilanzsumme von rund 6.3 Milliarden Euro eine ansehnliche Größe erreicht hat. Es wird damit eines der größten genossenschaftlichen Institute in Baden-Württemberg sein.

Konzept „Bank der Regionen“

Die Frage, ob Fusionen die jeweiligen besonderen Stärken der lokalen Banken nicht verwässern, liegt auf der Hand. Zumindest für diese Fusion hat Siebert eine souveräne Antwort: „Das Konzept heißt Bank der Regionen, in der es drei Marktbereiche Hohenlohe, Schwäbisch Hall und Heilbronn geben wird.“ Das Versprechen an die Kunden ist, dass niemand einer anderen Filiale oder einem anderen Berater zugeteilt werden wird. Die Dezentralität sei deshalb in der Präambel des Fusionsvertrags festgeschrieben. „Das ist die Chance, für unsere Bank, auch in Zukunft eine Rolle zu spielen“. Das Ziel sei, „das Unternehmen so zu führen, dass die Bank auch in 15-20 Jahren noch attrektiv für die Kunden ist.“

Konzept „Bank der Regionen“. Foto: RB-HL

Konsequenz der Fusion ist, dass das einzelne Mitglied nicht mehr so viel Einfluß in der Vertreterversammlung hat. „Die Mitwirkung bei 120.000 Mitgliedern ist natürlich anders als bei 25.000 Mitgliedern“: Vertritt ein Vertreter bei der RB-HL derzeit 75 Genoss:innen, wird es beim neuen Institut ein Vertreter für 200 Genoss:innen sein.

Beinahe-Insolvenz der VB Heilbronn taucht in den Bilanzen nicht mehr auf

Eine Befürchtung kann Andreas Siebert entkräften: Kurz vor der Fusion war die VB Heilbronn in erhebliche Schieflage geraten, sie stand wohl kurz vor der Insolvenz. Der Volksmund sagt, der Grund dafür sei Zockerei gewesen, andere nennen es „verlorene Zinswetten“. Siebert bleibt sehr diplomatisch und sagt, dass dort eine „andere Geschäftspolitik, die nicht so genossenschaftlich orientiert war“ vorgeherrscht habe – er lächelt dabei aber sehr hintergründig. Auf jeden Fall kann er Kunden und Genoss:innen versichern, dass das Rettungssystem des Genossenschaftsverbundes für die Risiken eingesprungen sei und die Fusion davon nicht belastet sei: „Da hat der Genossenschaftverbund seine Stärke bewiesen“.  Die Genoss:innen der RB-HL werden also bei der Fusion nicht nochmals für die Spekulationen der damaligen VB Heilbronn bezahlen müssen, das macht Siebert klar.

Was ist mit der Volksbank Hohenlohe?

Auf den ersten Blick wäre die Volksbank Hohenlohe mit Sitz in Künzelsau doch der natürliche Fusionspartner gewesen? Und tatsächlich: „Seit 2017 gab es Versuche einer Annäherung“, erzählt Siebert, aber er weiß auch: „Die Historie zwischen Raiffeisenbank und Volksbank war nicht immer einfach“.

Die Historie der nun geplanten Fusion ist dagegen kurz: „Im März 2021 sprach man erstmals zwischen den Aufsichtsräten von RB-HL und VR-HSH“ – und schon am 2. November 2021 habe man die erste Pressemitteilung zur geplanten Fusion veröffentlicht. Danach erst habe die VB Hohenlohe konkret angefragt, wollte aber letztlich im großen Konzept nicht mitmachen, so beschreibt es Siebert.

Der Aufsichtsrat der RB-HL habe dann in einer außerordentlichen Sitzung über drei Szenarien – inklusive der weiteren Eigenständigkeit – abgestimmt und sich einstimmig für die Fusion mit der VR-HSH entschieden. Das habe man der VB Hohenlohe am 27. Januar 2022 mitgeteilt. „Die VR-HSH hatte einfach den richtigen Zeitpunkt erwischt“, meint Siebert.

Inwieweit die VB Hohenlohe jetzt noch als möglicher Fusionspartner im Marktumfeld, das Siebert skizziert hat, verbleibt oder ob sich die VR Hohenlohe bereits in Gesprächen befindet, ist nicht bekannt.

Entscheidung im Juli

Die Mitgliedervertreter der beiden Banken werden in ihren Sitzungen am 6. Juli 2022 und 11. Juli 2022 über die Fusion bestimmen. Stimmen beide Vertretungen zu, kann die Fusion in Gang gebracht werden.

Siebert wird Ingelfingen verlassen

Andreas Siebert soll in der neu entstehenden VR Bank Heilbronn Schwäbisch Hall Hohenlohe das Amt des stellvertrenden Vorstandsvorsitzenden übernehmen und den Marktbereich Heilbronn leiten. Leiter des Marktbereichs Hohenlohe soll Sieberts bisheriger Stellvertreter Stefan Häring werden – das paßt zum Versprechen der Kontinuität.

Finanzbildung als Anliegen

Ein letztes Anliegen liegt Andreas Siebert beim Gespräch noch auf dem Herzen: „Wir müssen dafür sorgen, dass junge Menschen einen positiven Start haben. Wir haben den Auftrag, für finanzielle Bildung zu sorgen“, sagt Siebert. Jugendliche wüßten oft nicht über finanzielle Auswirkungen Bescheid, würden Handyverträge „auf Pump“ abschließen oder erstmal ein teures Auto finanzieren, ohne sich über die Konsequenzen solcher Verträge klar zu sein. Auch an Wissen über steuerliche Fragen fehle es Jugendlichen beim Berufsstart.

Die Genossenschaften haben dazu ein Lernangebot entwickelt, „nur die Schulen nehmen das nicht an“, beklagt Siebert.

Text: Matthias Lauterer

 




PV-Anlage: Vermeintlicher Dachstuhlbrand in Niedernhall

Am Freitag, den 10. Juni 2022, hatte die Feuerwehr Künzelsau gleich 2 Einsätze direkt nacheinander.

Bei einem Verkehrsunfall am Freitagnachmittag wurde eine Frau so schwer verletzt, dass sie mit dem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus gebracht werden musste. Wie die Polizei mitteilt, war die 18-Jährige gegen 14 Uhr mit ihrem VW Touran auf der Kreisstraße 2011 von Langenbeutingen kommend in Richtung der Landesstraße 1088 unterwegs.

Sie missachtete die Vorfahrt eines von Neuenstadt kommenden Lkw. Es kam zum Zusammenst0ß. Dabei wurde der VW rund 20 Meter nach rechts geschoben. Die junge Frau wurde in ihrem Fahrzeug eingeklemmt und musste von der Feuerwehr aus ihrem Auto gerettet werden. der 52-jährige Lkw-Fahrer blieb unverletzt.

Nach Angaben der Polizei wird der Sachschaden auf rund 35.000 Euro geschätzt. Die beiden Fahrzeuge mussten abgeschleppt werden.

Noch auf der Rückfahrt des Einsatzes wurde der Löschzug Künzelsau zu einem Folgeeinsatz nach Niedernhall gerufen. Gemeldet war ein Dachstuhlbrand. Nach Erkundung mit der Drehleiter stellte sich jedoch heraus, dass es sich nicht um einen Brand, sondern um einen Defekt an der Solaranlage des Hauses handelte. Dabei trat heißes Wasser aus der Anlage. Die Feuerwehr Künzelsau löste sich daraufhin aus dem Einsatz heraus.

Quelle: Feuerwehr Künzelsau




„Aus dem Dornröschenschlaf erwacht“

Birgit Baronin von Berlichingen, Geschäftsführerin der Burgfestspiele Jagsthausen gGmbH, brachte es am Samstag, 11. Juni 2022 auf den Punkt: „Die Festspiele sind aus dem Dornröschenschlaf erwacht“. 2020 und 2021 sind die Festspiele coronabedingt ausgefallen, jetzt konnte mit dem Monty Python Musical  „Spamalot“ die erste große Produktion der Spielzeit 2022 Premiere feiern.

Innenminister Strobl (links), Birgit Baronin von Berlichingen und Roland Halter eröffnen die Festspiele. Foto: GSCHWÄTZ

„Die Ritter der Kokosnuss“

Auf Basis des Films „Monty Python and the Holy Grail“ – auf Deutsch „Monty Python und die Ritter der Kokosnuß“ – hat Eric Idle, einer der fünf Monty Pythons, ein Musical geschrieben, das genau wie der Film eine Institution auf die Schippe nimmt.

Der Film beschäftigt sich mit dem englischen Nationalmythos Artus und seiner Suche nach dem heiligen Gral und verballhornt den Mythos derart gelungen, dass der Film anfangs grottenschlechte Kritiken erhielt – was seinen Aufstieg zum Kultfilm einer Generation sicherlich beschleunigt hat. In Deutschland müßte man sich dazu Siegfried, zu Fuß und begleitet von einer Schar edler Recken, die mit Kokosnußhälften Hufgeklapper imitieren, an Gunthers Hof in Worms einlaufend vorstellen.

Das Musical verballhornt dazu noch das Genre des Musicals – und das zu einer Zeit, in der Musicals in Mode waren und in vielen Städten große Musicaltheater aus dem Boden schossen. So wird beispielweise die – ohnehin nur angedeutete – Handlung des Gralsmythos von der weiblichen Hauptdarstellerin (Helena Blöcker), in diesem Moment als „Diva“ unterwegs, unterbrochen:

Spamalot: „Wann gehts hier wieder mal um mich?“ (Helena Blöcker). Foto: GSCHWÄTZ

Sie beklagt sich singend darüber, dass sie ja schon so lange nicht mehr auf der Bühne zu sehen war – und wird danach von der Wache abgeführt. Oder wenn sie erklärt, dass das Lied, das sie gerade singt, wie in jeder Show, das Lied fürs Gemüt ist – und später darauf hinweist, dass dies jetzt das Lied mit dem Kuß ist.

Eric Idle hat das Musical-Business durchschaut und persifliert es in typischer Monty-Python-Manier.

Eine doppeltePersiflage

Und Eva Hosemann, die künstlerische Leiterin der Burgfestspiele, bringt diese doppelte Persiflage genauso grotesk, wie es Monty Python auch getan haben, auf die Bühne im Schloßinnenhof von Jagsthausen.

Ein verwirrter König

König Artus, gespielt von Jeff Zach, strahlt wenig Autorität aus: Sein eigenes Volk nimmt ihn nicht wirklich ernst, die Franzosen verhöhnen ihn gar aufs Übelste. Dazu strahlt er eine Unsicherheit und Ziellosigkeit bezüglich seiner Aufgabe, den Gral zu finden, aus. Eigentlich wirkt er stets fehl am Platz und niemals seiner Aufgabe gewachsen – eine wahrhaft tragische Figur. Seinen Zenit erreicht Artus im Lied „Ich bin allein“, in dem er seiner Niedergeschlagenheit – oder ist es bereits eine ausgewachsene Depression? –  freien Lauf läßt. Jeff Zach spielt ihn genau so, wie man sich den Helden eines Nationalepos ganz bestimmt nicht vorstellt.

Spamalot: „Ich bin allein.“ Artus (Jeff Zach, vorne) und Patsy (Carlo Benz). Foto: GSCHWÄTZ

Immer begleitet wird Artus von seinem getreuem Patsy (Carlo Benz), der wie ein Sancho Pansa nicht wirklich intelligent wirkt, aber seinen Herrn durch seine teils weltfremd erscheinenden Analysen doch immer wieder auf die richtige Spur führt.

Sehr seltsame Rittergemeinschaft

Auch die Ritter der Tafelrunde sind sehr divers zusammengesetzt und entsprechen so gar nicht dem, was uns die Artus-Sage über die edlen Ritter sagen will:

Spamalot: Die Ritter:innen der Tafelrunde. Foto: GSCHWÄTZ

Sir Robin (Frank Roder) ist ein wahrer Angsthase vor dem Herrn, der sich vor dem Kampf gerne einnäßt, und während des Stücks aus dramaturgischen Gründen sogar seine Kleider wechseln muß, weil es seinen Mitstreitern etwas zu eindeutig riecht. Eigentlich will er ja auch nicht kämpfen, sondern nur tanzen und singen und geht nur nach Camelot, damit er seinen Freund Lancelot begleiten kann.

Lancelot, gespielt von Dan Glazer, ist ein unerschrockener Totschläger mit einem aufgewühlten Gefühlsleben. Er sucht nicht nur den Gral, sondern auch die Minne – und er wird letztlich seinen Herbert (Karsten Oliver Wöllm) vor einer ungewollten Hochzeit mit einer Prinzessin „mit riesigen … äääh … Ländereien“ erretten und mit ihm seinen persönlichen Gral finden.

Spamalot: Lancelot und sein Herbert. Foto: GSCHWÄTZ

Sir Bedevere, in der Sage als fast so schön wie Artus beschrieben, wird von Sarah Kattih gespielt, die ihm – oder doch ihr? – ein deutlich weibliches Profil gibt, verspielt und etwas träumerisch.

Am meisten dem klassischen Bild eines Ritters der Tafelrunde entspricht noch Sir Galahad (Raphael Dörr). Nachdem ihn Artus und die Fee vom See (Helena Blöcker) von der Absurdität seiner sozialreformerischen Ansichten überzeugt haben, folgt er seinem König treu und ergeben.

Gesang, Chor und Choreographie

Eva Hosemann und ihr Team schaffen es, diesen herrlich unsinnigen Plot, verbunden mit echtem Klamauk, auf die Bühne zu bringen. Das ist nur möglich, weil alle Darsteller – nicht nur die Hauptdarsteller – hohe künstlerische Qualität zeigen. Die Tanzszenen bestechen durch Präzision und Leichtigkeit und unterstützen jeweils die Handlung auf der Bühne eindrucksvoll.

Spamalot – Klamauk. Foto: GSCHWÄTZ

Spamalot – Auftritt Die Fee vom See (Helena Blöcker). Foto: GSCHWÄTZ

Alles wird gut

Das Stück endet moralisch, mit einer Paraphrasierung dessen, was der Gral für die einzelnen Gralssucher letztendlich ist. Bei der ersten Erwähnung, dass man den Gral im Inneren suchen muß, war noch die Frage zu hören „Hat ihn jemand verschluckt?“ – am Ende haben alle ihren Gral gefunden: Sir Robin wird Musicaldarsteller und Artus und Lancelot heiraten ihren jeweiligen Gral.

Spamalot – Schlußszene. Foto: GSCHWÄTZ

Die Aufführung hat offenbar das Herz des Publikums getroffen, das Ensemble erhält stehende Ovationen und muß mehrfach „Always look on the bright side of life“ singen. Nein, das ist nicht richtig: von „muss“ kann nicht die Rede sein – zu viel ehrliche Freude spricht aus den Gesichtern der Beteiligten.

Spamalot – ein begeistertes Publikum feiert das Ensemble. Foto: GSCHWÄTZ

Text und Fotos: Matthias Lauterer
Die Bühnenfotos entstanden während der Hauptprobe

 




NEU: Tauschbox in Künzelsau

Zusammenhalt, Unterstützung und Nachbarschaftshilfe sind vor allem in der aktuellen Zeit besonders wichtig. Anderen Menschen etwas Gutes
tun wird in Künzelsau mit der neuen Tauschbox noch viel einfacher. Bei der Tauschbox handelt es sich um eine Holzhütte, die gegenüber
vom Kino im Mühlgrabenweg aufgestellt wurde. Wer möchte, kann dort gut erhaltene, funktionsfähige und brauchbare Kleidung oder
Haushaltswaren, die man selbst nicht mehr benötigt, kostenlos deponieren. Wer etwas davon brauch, nimmt es einfach mit.

Robert Beck hat die Tauschbox gebaut und gemeinsam mit  Bürgermeister Stefan Neumann Ende Mai 2022 zum Befüllen, Tauschen und
einfach mal reinschauen freigegeben.

Quelle: Pressemitteilung der Stadtverwaltung Künzelsau

Robert Beck mit Künzelsaus Bürgermeister Stefan Neumenn. Quelle: Stadtverwaltung Künzelsau

 




Mutter – Tochter: Eine verhängnisvolle Beziehung?

Es ist eine der wichtigsten Verbindungen, wenn nicht sogar die wichtigste Beziehung eines Kindes im Leben: die Bindung und Beziehung zur Mutter. Von ihr geht alles aus.Mit ihr starten wir in die Welt.

Wie war die Schwangerschaft, die Geburt, die ersten Lebensjahre, die Reifeprüfung, das Loslassen?

In ihrem aktuellen Buchprojekt schreibt Dr. Sandra Hartmann über ausgewählte Mutter-Tochter-Beziehungen. Es sind subjektive Geschichten, geschildert von Menschen aus dem Hohenlohekreis, wie sie selbst ihre Beziehung erleben. Es sind Texte voller Freude, Mut und Zuversicht, aber auch Geschichten über Trauer, Wut und Zorn.

Welchen Einfluss hat diese Beziehung auf unser restliches Leben? Und was können wir tun, um aus dieser Beziehung, die wir erlebt haben, das schöpferisch Beste für unser Leben zu machen?

Lassen Sie uns miteinander sprechen. Gerne auch anonym.

Kontakt:

Hohenlohe Medien

GSCHWÄTZ – Das Magazin | Gaisbacher Straße 6 | 74653 Künzelsau |07940/93 555 7 | 0172/68 78 474




Spamalot – große Musical-Premiere in Jagsthausen

König Artus und seine Ritter der Tafelrunde stehen im Mittelpunkt des Musicals Spamalot, das am 11. Juni in der Götzenburg zu Jagsthausen Premiere feiert.  Eric Idle, Mitglied der englischen Komiker- und Satirikertruppe Monty Pythons, schrieb das Musical angelehnt an den Film „Monty Python and the Holy Grail“, auf deutsch bekannt unter dem Namen „Die Ritter der Kokosnuss“.

Die Story

Spamalot – Auftritt Die Fee vom See (Helena Blöcker). Foto: GSCHWÄTZ

Spamalot – Die Ritter der Tafelrunde. Foto: GSCHWÄTZ

Artus und seine aus … sagen wir: sehr merkwürdigen Persönlichkeiten zusammengesetzte Tafelrunde erhalten von einer geheimnisvollen Fee aus dem See den Auftrag, den heiligen Gral zu suchen, was zu einer turbulent inszenierten Weltreise führt, in der diverse Abenteuer zu bestreiten sind. Bis am Ende doch noch alles gut wird. Nein, nicht alles: Mehrere Personen, die während des Stücks den Bühnentod erleiden, erleben das Ende nicht mehr.

Alles drin, was man von einem Musical erwartet

Spamalot – König Artus ( Jeff Zach) und sein getreuer Patsy (Carlo Benz). Foto: GSCHWÄTZ

Aus dieser Story hat die Truppe um Eva Hosemann, der künstlerischen Leiterin der Burgfestspiele Jagsthausen, eine Aufführung erarbeitet, die alles bietet, was man von einem Musical erwartet: Klamauk, bunte Tanzszenen, Gesang und Wortwitz mit aktuellem und lokalen Bezug, sowie Blut und Szenen inniger Romantik sorgen für beste Musical-Unterhaltung.

Text: Matthias Lauterer
Die Fotos entstanden bei der Hauptprobe




E-Carsharing-Angebot in Zweiflingen: BürgerInnen fahren BürgerInnen

Die Gemeinde Zweiflingen bietet ihren Bürgerinnen und Bürgern in Kooperation mit dem Verein „Die Stromer e.V.“ seit Ende 2020 einen bedarfsorientierten E-Mobilitäts-Service: den Bürgerstromer. Das Konzept: In einem von zwei E-Autos bringen ehrenamtliche Fahrerinnen und Fahrer Menschen aus dem gesamten Gemeindegebiet auf Anfrage an den Ort ihrer Wahl – sei es zum Arzt, zum Einkaufen oder ins Kino.

Buchung per Telefon

Die Buchung des Bürgerstromers ist denkbar einfach: Die Fahrt wird per Anruf bei der Buchungszentrale im Rathaus angefragt. Der Fahrpreis hängt von der Strecke ab – der Kilometer kostet 30 Cent. Am Steuer sitzen Mitglieder des Vereins „Die Stromer e.V.“, welche die Fahrten ehrenamtlich und unentgeltlich übernehmen.

Bereits seit 2017 bietet der Verein ein E-Carsharing-Angebot in Zweiflingen an. Der entscheidende Vorteil des Bürgerstromers: Das Angebot steht allen Bürgerinnen und Bürgern der Gemeinde zur Verfügung – unabhängig vom Alter und vom eigenen Führerschein. Vereinsziel der „Stromer“ ist seit der Gründung die Verbesserung der Mobilität im ländlichen Raum – bei gleichzeitiger Förderung umweltschonender Verkehrsmittel. „Der Bürgerstromer ist nicht nur ein flexibles Mobilitätsangebot für alle Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde ohne eigenes Auto“, so Regina Baumann, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit des Vereins. „Er soll auch für innovative und nachhaltige Mobilitätslösungen begeistern.“ Bisher stehen zwei Autos zur Verfügung: ein eGolf in Zweiflingen und ein ID.3 in Orendelsall. „In Zukunft soll in jedem der acht Dörfer in der Gemeinde ein elektrisch betriebenes Auto verfügbar sein – gewissermaßen als Zweitwagen des Dorfes“, erläutert Regina Baumann.

Zusammenarbeit mit der Kampagne Neue Mobilität der Landesregierung

Die Zukunft wird in Baden-Württemberg gestaltet – dem Land der Vordenkenden in Sachen Mobilität: Mit einer klimafreundlicheren, moderneren, nachhaltigeren und innovativeren Fortbewegung für alle. Seit 2015 fördert das Land im Rahmen der Kampagne „Neue Mobilität bewegt nachhaltig“ das aufeinander abgestimmte Zusammenspiel verschiedener Transportmöglichkeiten – von Fahrrad, E-Auto, ÖPNV bis zu flexiblen Sharing-Angeboten. Der Bürgerstromer in Zweiflingen zeigt, dass „Neue Mobilität“ auch hier vor Ort ankommt. Mehr zur Kampagne erfahren Sie auf www.neue-mobilitaet-bw.de.

Pressemitteilung Servicestelle Neue Mobilität Baden-Württemberg




Verbindungsstrecke Eberbach ‒ Simprechtshausen am 13. und 14. Juni gesperrt

Aufgrund von Baumaßnahmen ist die Verbindungsstrecke der K 2304 zwischen Eberbach und Simprechtshausen von Montag, 13. Juni 2022, bis einschließlich Dienstag, 14. Juni 2022, voll gesperrt. Die Fahrbahndecken werden in diesem Abschnitt erneuert.

Die überörtliche Umleitung wird in beide Fahrtrichtungen ausgeschildert und erfolgt von Buchenbach über Heimhausen Richtung Mulfingen.

Pressemitteilung Landratsamt Hohenlohekreis




Wohin am Wochenende?

Wer noch nicht weiß, was er am Wochenende vom 10. bis 12. Juni unternehmen soll, für den haben wir zwei Vorschläge:

Wer eher das gemütliche Beisammensein mit Freunden und Bekannten sucht, für den bietet sich das Stadtfest Niedernhall an:

 

Und für den, der das Vibrieren der Motoren, den Geruch von Benzin und Öl und harte Musik liebt, veranstaltet der Yankess MC ein Bikertreffen mit allem Drum und Dran:




11. Weltkinderfest in Öhringen

Innerhalb der interkulturellen Woche findet am 25. Juni 2022 findet in Öhringen das 11. Weltkinderfest statt.

Hier die Flyer in Deutsch, Ukrainisch und Arabisch:

Pressemitteilung Landratsamt Hohenlohekreis