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Helene Fischer kommt nach Künzelsau

Bereits 2020 durften sich die Würth-Mitarbeiter auf ein Großereignis freuen: Helene Fischer war als Top-Act für das Mitarbeiterfest zum 75. Unternehmensgeburtstag angekündigt. Dieses Fest fiel dem Coronavirus zum Opfer.

Helene Fischer, 2013, Foto: Sven-Sebastian Sajak, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Jetzt, zwei Jahre danach, ist es endlich so weit: Nach dem Würth-Open-Air am Freitag, 24. Juni, wird Helene Fischer am Samstag, dem 25. Juni 2022, in Gaisbach ihre Show exklusiv den Würth-Mitarbeiter:innen und geladenen Gästen präsentieren.

Das Konzert ist nicht öffentlich. Karten sind nicht im freien Verkauf erhältlich.

Text: Matthias Lauterer

 




Wir sind selbst daran schuld

Der Wald in Treuenbrietzen in Brandenburg brennt erneut. Der Landrat hat am Wochenende nun den Katastrophenfall ausgerufen. Es sind jetzt etwa 100 bis 110 Hektar betroffen. Auch in Heilbronn gab es diverse Flächenbrände.

Am Wochenende stieg das Thermometer vielerorts auf fast 40 Grad. Die Freibadbetreiber haben sich gefreut ob des großen Andrangs. Die Natur ächzte und stöhnte hingegegen angesichts der Hitzeperiode. Flächenbrände und Waldbrände blieben nicht aus.

Diese Woche soll es nun wieder regnen. Vor nicht einmal einem Monat gab es auch im Hohenlohekreis so starke Unwetter, dass es wieder zu diversen Überschwemmungen kam. Selbst die Natur, so scheint es, weiß mit diesen Wetterkapriolen immer weniger anzufangen. Mancher Ackerboden kann die Wassermassen nicht mehr fassen, die in sturzbachartigen Regengüssen niederprasseln. Nur wenig später drohen Dürretage die Pflanzen austrocknen zu lassen.

Der Klimawandel ist in vollem Gang. Wir sind mittendrin, statt nur dabei. Und nicht nur das private Eigenheim gilt es, katastrophensicher zu gestalten, das heißt, gegen volllaufende Keller und abgedeckte Dächer. Sondern es gilt, im Großen und Ganzen, CO2 zurückzufahren. Denn: Je mehr davon in die Luft geblasen wird durch menschengemachte Abgase, umso schneller wird sich das Klima wandeln. Daher: einen Gang herunterschalten, lieber mal eine unnötige Fahrt mit dem Auto ausfallen lassen.

Und die Organisationen unterstützen, die für den Erhalt des Regenwaldes kämpfen. Denn: Je mehr Bäume gerodet werden weltweit, desto weniger CO2 kann mittels eben dieser dringend benötiger Bäume und Pflanzen gebunden werden. Daher: Bäume pflanzen und Wälder schützen, grüner werden auf Wald und Wiese. Ich weiß, viele haben derweil andere Sorgen, wenn man auf die Ukraine schaut, auf steigende Energiepreise und explodierende Lebensmittelkosten. Aber alles steht und fällt mit dem Boden, auf dem wir stehen.

Ein Kommentar von Dr. Sandra Hartmann

 




Sommer in der Stadt startet in Künzelsau – zwölf Bands sind gebucht

Der Sommer kann kommen: mit Sandflächen, Liegestühlen und Palmen ist die Künzelsauer Innenstadt ein herrlicher Treffpunkt und ein Platz zum gemütlichen Verweilen. Vom 23. Juni tritt bis 9. September 2022 jeden Donnerstag von 17 bis 21 eine Live-Band aus der Region auf. Freddy Hrubesch mit seiner Band eröffnet die Veranstaltungsreihe am Donnerstag, 23. Juni 2022 am Oberen Bach. Die Musiker haben dort schon in den vergangenen Jahren mächtig für Stimmung gesorgt.

Freddy Hrubesch und Band. Foto Freddy Hrubesch und Band.

Die Band Shadows Revenge tritt am 30. Juni 2022 beim Alten Bahnhof auf. Der Eintritt ist frei. Für Essen und Getränke sorgen die Künzelsauer Gastronomiebetriebe.

Sommer in der Stadt 2022:

  • 23.06.: Oberer Bach; Freddy Hrubesch
  • 30.06.: Bahnhof; Shadows Revenge
  • 07.07.: Keltergasse; New Discovery
  • 14.07.: Hauptstraße; Chris Reckwardt
  • 21.07.: Unterer Markt; The Uniques; Osteuropäischer Abend
  • 28.07.: Oberer Bach; Steel, Wine & Honey; Griechischer Abend
  • 04.08.: Biergarten; Alley Cats
  • 11.08.: Bahnhof; Lazy Monkeys
  • 18.08.: Keltergasse; Keep Alive
  • 25.08.: Unterer Markt; Simone & Nadine; Syrischer Abend
  • 01.09.: Oberer Bach; Rockzylla
  • 08.09.: Hauptstraße; Little Miss Martin

Frank Häussermann vom gleichnamigen Künzelsauer Einzelhandelsgeschäft hat Sandspielsachen gespendet, mit denen die Kinder in den Sandkästen in der Innenstadt gefunden spielen können.

Pressemitteilung Stadt Künzelsau




Zirkus Quaiser ist zurück und freut sich auf Künzelsau

Es ist wieder Zirkuszeit auf den Wertwiesen. Der Zirkus Quaiser, der während der spielfreien Zeit in der Pandemie in Lassbach Quartier genommen hatte (GSCHWÄTZ berichtete), wird sein Zelt auf den Wertwiesen aufschlagen und will Groß und Klein mit Akrobatik, Clownereien und Tierdressuren begeistern.

Dr. Sandra Hartmann hat während des Zeltaufbaus mit dem Löwendompteur Manolito  über die schweren Coronajahre für den Zirkus, die neue Show der Zirkusfamilie und warum ihm seine Tiere heilig sind, gesprochen (siehe Video).

Die beiden Löwen Massai  und Manouschka kommen aus einem französischen Wildtierpark. Dort wurden sie laut der Familie Quaiser in Menschenobhut geborgen und mit der Flasche großgezogen. Massai wiegt zirka 180 kg, Löwendame Manouschka wiegt um die 160 kg.

Von Donnerstag, 23. Juni 2022 bis Sonntag, 03. Juli 2022, wird es jeweils Donnerstag bis Sonntag eine Vorstellung geben. Karten mit Sitzplatzreservierung gibt es ab Montag, den 20. Juni 2022, zwischen 10 und 16 Uhr direkt am Wertwiesen Festplatz bei Zirkus Quaisser, aber auch an der Abendkasse.

Die Vorstellungen sind von Donnerstag bis Sonntag um 17 Uhr, am Sonntag, den 03. Juli um 15 Uhr. An den beiden Freitagen ist Familientag. Das bedeutet, dass es auf allen Plätzen zwei Euro Ermäßigung gibt. Zudem laden die Quaisers zu einer Tierschau vom 27. bis 29. Juni ein – jeweils von 12 bis 16 Uhr.

Löwennummer im Zirkus Quaiser. Foto: Zirkus Quaiser

Zirkusfamilie Quaiser. Foto: GSCHWÄTZ

Text: Matthias Lauterer




Künzelsauer Wochenmarkt auf Donnerstag, 23.Juni 2022, vorverlegt

Der Künzelsauer Wochenmarkt wird wegen des Johannes-Krämermarktes auf Donnerstag, 23. Juni 2022 vorverlegt. Die Stadtverwaltung Künzelsau bittet um Verständnis.

Die Händler bieten ein umfangreiches Angebot auf dem Unteren Markt: Es gibt frische regionale Produkte wie Obst und Gemüse, Milchprodukte, Backwaren, Eier, Fisch von der Küste und mehr. Die meisten Anbieter sind Selbstvermarkter und verkaufen am Marktstand, was sie selbst erzeugt haben. Da ist fachmännische und umfassende Beratung selbstverständlich – ein hervorragender Service für die Marktkunden.

In der Regel findet der Wochenmarkt dienstags und freitags am Vormittag statt. Ausnahmen gibt es nur in wenigen Fällen, wie jetzt beim Johannes-Krämermarkt oder an Feiertagen.

Pressemitteilung Stadt Künzelsau




Es gibt Menschen, die sich so eine Fahrt gar nicht leisten können

Seit dem Start des 9-Euro-Tickets fährt unser GSCHWÄTZ_Redakteur kreuz und quer durch das Ländle, um den öffentlichen Nahverkehr zu testen.

Eine kurze 9€-Ticket-Reise war es diesmal. Es ging einfach nur von Künzelsau mit dem NVH-Bus nach Schwäbisch-Hall. Aber auch eine kurze Busfahrt von etwas mehr als einer halben Stunde kann erlebnisreich sein.

35 Minuten – nicht viel länger als mit dem Auto

Am Bussteig 5 ist der SpaceBus nach Andromeda gelandet. Das 9€-Ticket gilt im SpaceBus nicht! Foto: GSCHWÄTZ

Gut 35 Minuten benötigt der Bus vom Künzelsauer Bahnhof zum ZOB in Schwäbisch-Hall – viel weniger Zeit benötigt man mit dem Auto auch nicht von Parkplatz zu Parkplatz. Voll war der Bus außerhalb der Stoßzeiten nicht. Allerdings ist das Auto bequemer – die Sitze des Busses sind eher für Menschen mit kleineren Konfektionsgrößen dimensioniert.

Es wird geratscht

Die Enge wird aber kompensiert durch den Unterhaltungsfaktor. Die Menschen reden im Bus miteinander und wenn eine Gruppe auf den Vierersitzen beisammen sitzt und ratscht, dann erfahren auch die Mitfahrer so Einiges über ihre Mitmenschen. Vielleicht ist sogar das ein oder andere dabei, was die Menschen, über die geredet wird, selber noch gar nicht über sich wissen. Da Hohenlohe klein ist, ahnt man schnell, um wen es geht.

Eine Busfahrgemeinschaft hält zusammen

Und dann war da noch … der Mann, der ohne Maske in den Bus einsteigen wollte. Nicht etwa, weil er ein politisches Statement setzen wollte – er hatte die Maske einfach vergessen. Er hätte sogar auf der Stelle eine Maske beim Fahrer gekauft, aber dieser Service ist wohl nicht vorgesehen. Aber noch bevor er den Bus wieder verlassen mußte, hielt ihm eine Mitfahrerin eine frische Maske hin. Es geht doch nichts über Hilfsbereitschaft.

Der Preis

Die Einzelfahrt von Künzelsau nach Schwäbisch Hall kostet 6 Euro. Wir waren zu zweit unterwegs, hätten also hin und zurück im Einzeltarif 24 Euro bezahlt. Das ist bereits mehr, als die Autofahrt inklusive Parkgebühr kostet und mit jedem weiteren Mitfahrer wird die Fahrt mit dem Bus teurer. Das Tagesticket für diese Strecke kostet für zwei Personen 20,60 Euro und damit ungefähr gleichviel wie die Fahrt mit dem Auto.

Ein Anreiz, das vorhandene Familienauto stehenzulassen und einfach spontan auf den öffentlichen Nahverkehr umzusteigen, ist dieser Preis wirklich nicht – dazu hat das Auto den Vorteil, dass man mit vier Personen fahren kann, seine Einkäufe bequem im Kofferraum unterbringen kann und nicht auf einen Fahrplan angewiesen ist.

Politik muss handeln

Es gibt Menschen, die sich so eine Fahrt gar nicht leisten können.
Die Politik muss hier dringend eingreifen, wenn die geforderte Verkehrswende nicht nur eine leere Worthülse sein soll.

Die Verkehrsunternehmen können die Preise nur in einem engen Korsett anpassen, sie sind an gesetzliche Vorgaben gebunden, die nur die Landesregierung anpassen kann.

Dazu müßte sich die Politik zuallererst für die Meinung und die Anregungen der Menschen, die den Nahverkehr wegen des 9€-Tickets ausprobieren, interessieren. Bisher zeigt Verkehrsminister Winfried Hermann (GRÜNE) dieses Interesse nicht.

Text: Matthias Lauterer

 




Schwer verletzter Motorradfahrer

Schwer verletzt wurde ein Motorradfahrer am Donnerstagnachmittag, den 16. Juni 2022, bei einem Verkehrsunfall in Kupferzell.

Ein 43-Jähriger war gegen 17.45 Uhr mit seinem VW auf der L 1036 von Braunsbach kommend in Richtung Rüblingen unterwegs. Auf dieser Strecke wollte der Mann nach links abbiegen, wobei er offenbar einen entgegenkommenden 27-Jährigen mit seinem Motorrad übersah, wie die Polizei am Freitag mitteilte.

Durch die Kollission wurde der Mann von seinem Zweirad geschleudert und schwer verletzt. Er wurde mit einem Rettungswagen in ein Krankenhaus gebracht. An den Fahrzeugen entstand ein Sachschaden in Höhe von rund 20.000 Euro.

 




„Ich bin der Mann. Ich verdiene das Geld. Du bist die Frau. Du gehörst ins Haus, in die Küche und zu den Kindern“

„Ich bin der Mann. Ich verdiene das Geld. Du bist die Frau. Du gehörst ins Haus, in die Küche und zu den Kindern.“ Der dumme August, Zirkusclown von Beruf, hat eine klare Vorstellung von männlicher und weiblicher Rollenverteilung im Alltag. In Ottfried Preußlers 1972 erschienenem Kinderbuchklassiker „Die dumme Augustine“ erfährt August, im wahrsten Sinne des Wortes schmerzlich, dass seine Frau weit mehr Fähigkeiten hat, als er ihr bisher zugeschrieben hat. Nun haben sich die Burgfestspiele Jagsthausen das Kinderstück in dieser Saison auf die Fahnen geschrieben. GSCHWÄTZ-Reporterin Priscilla Dekorsi war bei der Premiere dabei.

Der Clown hat Zahnschmerzen

Augustine (Sarah Kattih) träumt schon seit langem davon, in der Manege zu stehen und das Publikum zum Lachen zu bringen. „Bravo, Augustine!“, schallt es in ihren Träumen, während die tosende Menge Beifall klatscht. Ihr Mann August (Sebastian Faust) ist allerdings nicht besonders begeistert von dem Gedanken, dass seine Frau berufstätig sein könne. Sie habe doch genug mit dem Haushalt und ihrem gemeinsamen Sohn Guggo (Björn Luithardt) zu tun. So hat sich für Augustine der Traum der Karriere im Zirkus erst einmal ausgeträumt – bis ihr Gatte eines Tages mit Zahnschmerzen zum Zahnarzt muss. Der Zirkusdirektor (dargestellt durch eine liebevoll in Handarbeit gefertigte Puppe der Puppenbauer Robert Buschbacher und Oliver Köhler) ruft August aus und wartet, zunehmend nervöser, auf den Auftritt des Clowns. Hier kommt Augustine zum Zug. Sie springt kurzerhand für ihren Mann ein und rettet die Vorstellung. Das Publikum, der Zirkusdirektor, der dumme August und vor allem die Akteurin sind hellauf begeistert.

Nachdem der dumme August den anfänglichen Schock über das Engagement seiner Frau verdaut hat, gibt er zu: „Manchmal sagt man Blödsinn, auch wenn er nicht so gemeint war“ und schlägt vor: „Wir werden uns die Arbeit teilen. Du hilfst mir im Zirkus und ich helfe Dir im Haushalt.“

Szene aus „Die dumme Augustine“. Foto: GSCHWÄTZ

Eva Hosemann, künstlerische Leiterin der Burgfestspiele, erklärt: „Nach wie vor ist die Fragestellung: ‚Wer macht was und vor allem wer macht was für die Familie?‘ aktuell. Besonders im ländlichen Raum, wo es noch weniger Kitas gibt, ist das ein großes Thema. Wenn der Kindergarten um 12 Uhr schließt und man zum Mittagessen schon wieder die Kinder Zuhause hat, ist es eben meistens die Frau, die Zuhause bleibt und sich um die Familie kümmert.“

Auf dem Land sind die alten Rollenbilder in jedem Fall noch ein Thema

Besucherin Rebecca Collins teilt Hosemanns Ansicht: „Die alltägliche Aufgabenverteilung zwischen Mann und Frau ist auf jeden Fall noch ein Thema. Ich finde es wichtig, dass dieses Thema angesprochen wird.“ Darauf, dass Aufgabenteilung, wenn auch wie in Augustines Fall auf den zweiten Blick, möglich ist und es das Zusammenleben in jeder Hinsicht bereichert, wenn jeder das macht, was ihn oder sie erfüllt, weist diese Inszenierung auf spielerische und natürliche Weise hin.

Mut, groß zu träumen

Und Augustines Selbstvertrauen, ihr Mut, groß zu träumen und ihre Zielstrebigkeit haben ihr schlussendlich nicht nur die Anerkennung ihres Mannes und der Zirkusgäste eingebracht, sondern auch das Staunen und die Begeisterung des Jagsthausener Publikums: ‚Ahhs‘ und ‚Ohhs‘ untermalt von schallendem Kinderlachen. Von den Kindern gibt es für die Jagsthausener Inszenierung der „dumme(n) Augustine“ auf jeden Fall tosenden Beifall und auch den großen Kindern im Publikum steht das Entzücken ins Gesicht geschrieben.

Text: Priscilla Dekorsi




„Die Schwachen werden regieren mit List“

Völlig zerrissen steht Götz von Berlichingen (Stephan Szász) auf der Bühne in der Jagsthausener Götzenburg. Kein polternder Raufbold, der mit seiner Eisenhand am liebsten alles kurz und klein schlagen möchte, was sich ihm in den Weg stellt, ist Götz in der Inszenierung von Wolfram Apprich. Ein Sturkopf ist er aber geblieben, der mit seinen alten Werten die Welt verbessern will, auch für sich ganz persönlich und für seine wirtschaftliche und soziale Situation.

Burgfestspiele Jagsthausen. Ein nachdenklicher Götz (Stephan Szász) . Foto: GSCHWÄTZ

Nur werden diese alten Werte in der Welt nicht mehr gebraucht, es herrscht eine Zeitenwende. Ein nachdenklicher Sturkopf ist Götz also, der seine Untaten der Vergangenheit bedenkt und sie so einordnet, dass sie ihm nicht allzu viele Skrupel bereiten müssen. Und einer, der in die Zukunft sieht und merkt, dass er diese Zukunft kaum noch selbst beeinflussen können wird. Der Kaiser hat nicht mehr lange zu leben, die Allianzen für seine Nachfolge werden bereits geschmiedet und da ist für die „letzten Ritter“, Götz und Franz von Sickingen, kein wirklicher Platz mehr im sozialen Gefüge.

Der „Freiheit“ hinterherrennen

Götz lebt für die Freiheit. „Es lebe die Freiheit“, ruft er – das ist sein Ziel. Aber als er sich letztendlich im Namen dieser Freiheit nochmal dem Bauernhaufen anschließt, findet er schnell heraus, dass die Freiheit, die er meint, auch von diesen Bauern nicht erkämpft werden will. Das war sein letztes Aufbäumen. Er resigniert, er fühlt sich gescheitert. Die „Freiheit“, die er meint, gibt es in der Gesellschaft nicht mehr – wenn es sie je gegeben haben sollte.
Er hat kein reales Ziel mehr vor Augen.

Burgfestspiele Jagsthausen. Götz (Stephan Szász) und sein Jugendfreund Weislingen (Dirk Emmert) versöhnen sich. Foto: GSCHWÄTZ

Weislingen (Dirk Emmert), Götzens Freund aus der Kindheit, ist gleichfalls innerlich hin- und hergerissen in einem Wertekonflikt. Da ist die Freundschaft zu Götz, andererseits sein persönlicher sozialer Aufstieg bei den Kaiserlichen und den Bischöflichen in Bamberg. Und so gerät er nach der Versöhnung mit Götz und dem Verlöbnis mit Götzens Schwester unmittelbar wieder in die Fänge der Politik am Hofe – und in die Fänge der schönen Witwe Adelheid (Lina Hoppe). Für die ist Weislingen nur ein Mittel zum Zweck, ihre eigenen Ziele zu erreichen.

Burgfestspiele Jagsthausen. Weislingen in den Fängen der Ränkeschmiedin Adelheid. Foto: GSCHWÄTZ

Denn wie so vieles in dieser neuartigen Welt ist auch die edle Minne nicht mehr, was sie früher einmal war. Adelheid ist nicht mehr die mittelalterliche Frau, sie ist eine moderne Frau, die ihr eigenes Leben führen will und nicht nur ein Anhängsel eines Mannes sein will. Das bekommen im Stück die Männer zu spüren. Längerfristig glücklich werden sie alle nicht mit ihr, sie sind nur Spielzeug in den Händen der Ränke schmiedenden Furie.

Das rächt sich: Götzens Schwester Maria (Bernadette Hug) wird letztendlich zur Nemesis, zur Göttin des gerechten Zorns, und löst das Problem Adelheid mit althergebrachten Mitteln: Sie ersticht sie – mit dem Dolch, der ähnlich einem Damoklessschwert über fast das ganze Stück hinweg in der Mitte der Bühne steckt und somit zu einem zentralen Motiv der Inszenierung wird. „Macht kaputt, was Euch kaputtmacht“ – Maria lebt dieses Motto.

Wirkliches Glück mit ihrem Weislingen findet Maria nicht: Weislingen ist zermalmt zwischen den Mühlsteinen der Macht- und der Ränkespiele, er liegt erschöpft am Boden und kann nicht mehr.

Burgfestspiele Jagsthausen. Weislingen und Maria. Foto: GSCHWÄTZ

Nur zwei Konstanten kennt das Stück: Im Leben des Götz ist es die Liebe seiner Frau Elisabeth, die in guten wie in schlechten Zeiten zu ihm hält. Als Gegenfigur zu Adelheid bleibt sie bis zum Ende eine starke Persönlichkeit, die ebenfalls weiß, was sie will. Aber sie hat einen ganz anderen Lebensentwurf als Adelheid. Eine Wandlung ist auch bei Elisabeth sichtbar: Anfangs steht sie hinter ihrem Mann, später stellt sie sich vor ihn – sie wird zu seinem Schutz vor der Welt, entwickelt sich auch zu einer modernen, Verantwortung tragenden, starken Frau, wenn auch ganz anders als Adelheid.

Und in der Welt ist die Konstante die Kirche, die in der Person des Bischofs von Bamberg lächelnd dem Geschehen auf der Bühne zuschaut. Sein Beten sieht immer aus wie ein Händereiben. Die Kirche ändert sich nicht, sie hält sich vordergründig aus den Machtspielen heraus, zieht dafür aber im Hintergrund die Fäden. Es wird wohl Absicht der Regie sein, dass der Schatten des Bischofs wie ein Clown aussieht …

Burgfestspiele Jagsthausen. Die Kirche schaut lächelnd zu. Foto: GSCHWÄTZ

„Die Schwachen werden regieren mit List“, sinniert Götz über die verlorene Zukunft. Und Elisabeth verflucht das Jahrhundert, das ihren Götz verstoßen hat. Mehr bleibt der einst einflußreichen Familie derer von Berlichingen nicht mehr.

Am Ende geht ein resignierter Götz von der Bühne, schweren Schrittes und gebeugten Hauptes. Selbst sein Schatten ist zwiegespalten. Zu sagen hat er weiter nichts mehr.

Burgfestspiele Jagsthausen. Abgang Götz – selbst sein Schatten ist zwiegespalten. Foto: GSCHWÄTZ

Mit diesem Götz ist Regisseur Wolfram Apprich und Eva Hosemann, der künstlerischen Leiterin der Burgfestspiele, ein Coup gelungen. In der Manier der klassischen griechischen Tragödie spielen die Schauspieler in minimalistischer Umgebung und zwingen das Publikum so, sich auf die Szene und die eindrucksvollen Charaktere zu konzentrieren. Es ist einfach nichts vorhanden, was das Publikum ablenken könnte – Mimik und Gestik, die vielmals mehr als die Worte sagen, kommen zur Geltung.

Damals wie heute: Eine Welt im Umbruch

Und doch findet sich der Zuschauer im Stück wieder: Da ist die „Zeitenwende“ des ausgehenden Mittelalters. Nichts bleibt so, wie es war. Scheinbar bewährte Lebenseinstellungen verlieren ihren Sinn.
Das kennen wir aus der heutigen Zeit auch – auch heute spricht man von „Zeitenwende“. Damals war es eine gesellschaftliche Entwicklung, das Bürgertum in den Städten kam als neue ökonomische und gesellschaftliche Macht auf. Die heutige Zeitenwende wird von außen aufgezwungen.

Mehrere Lebensentwürfe in diesen Umbruchszeiten werden dargestellt. Aber egal, ob die Person am Althergebrachten festhalten will oder sich Hals über Kopf in den Trubel der modernen Welt stürzt: Am Ende scheitern sie alle. Am wenigsten erfolglos ist wohl noch die Strategie von Elisabeth: Sie versucht, sich auf ihr kleinstes Lebensumfeld zu konzentrieren, ihre Familie. Aber selbst sie scheitert letztendlich.

Eine Lösung, wie man sich in der Zeitenwende verhalten könnte, gibt uns Apprichs Götz nicht. Götz verabschiedet sich und geht.

Text und Fotos: Matthias Lauterer
Die Fotos entstanden während der Hauptprobe




Künzelsauer Volksfest Wert-Wies’n geht mit vier Tagen in die fünfte Runde

Am zweiten Oktober-Wochenende wird es zünftig in Künzelsau: Die Wert-Wies’n werden von bisher zwei auf vier Veranstaltungstage vom 6. bis 9. Oktober 2022 erweitert. Erstmals wird auch während des beliebten Volksfestes ein Vergnügungspark auf dem Wertwiesen-Festgelände in Betrieb sein.

Ein professioneller Festwirt

Ein professioneller Festwirt und zwei überregional erfolgreiche Bands, sorgen für ausgelassene Stimmung in einem großen Festzelt. Natürlich dürfen hier das traditionelle Maß Bier, ein halbes Hähnchen oder Käsespätzle nicht fehlen. Wer dabei sein möchte, kann sich jetzt schon, ab 20. Juni 2022, die besten Plätze für die Wert-Wies’n 2022 sichern.

Volksfest-Programm: Fassanstich und Live-Bands

Fassansicht der Wert-Wies`n ist am Freitag, 7. Oktober 2022 um 19 Uhr durch Bürgermeister Stefan Neumann. Direkt danach verwandelt sich das Wert-Wies`n-Festzelt in eine Partymeile: „Die Störzelbacher“ sind wieder zu Gast und sorgen ab 19.30 Uhr mit den beliebtesten Rockklassikern von AC/DC bis Queen, den besten Partysongs aus 40 Jahren Musikgeschichte und den aktuellen Hits aus den Rock-, Pop- und Dance-Charts für ausgelassene Stimmung. Mit maximaler musikalischer Vielfalt und in einer atemberaubenden Sound-, Light- und Bühnenshow machen sie jedes Fest zur ultimativen Party!

„Die Störzelbacher“ treten wie bereits in den Jahren zuvor am Freitag nach dem Fassanstich von Bürgermeister Neumann auf. Foto Carmen Schniepp, Foto Linke GmbH.

Am Samstag, 8. Oktober 2022 spielt die Band „zruck zu Dir!“; ab 19 Uhr. Die fünf Musiker der Partyband aus der Hallertau unterhält mit aktuellen Partyhits, Rock, Schlager und Pop.

Festbetrieb, Kirmes und Weißwurstfrühstück

Zusätzlich zu den bewährten Wert-Wies’n-Tagen Freitag- und Samstag, herrscht in diesem Jahr bereits von Donnerstag bis Sonntag Festbetrieb im Zelt. Auf dem Festgelände kommen Groß und Klein bei Autoscooter, Entenangeln, Kinderkarussell oder Wurfbude, … auf ihre Kosten. Der Sonntag startet mit einem Weißwurstfrühstück und Blasmusik. Donnerstag und Sonntag ist der Eintritt frei.

Programm

Donnerstag, 6. Oktober 2022: ab 16 Uhr Festbetrieb; abends Musik; Eintritt frei.

Freitag, 7. Oktober 2022: 19 Uhr Fassanstich und Festbetrieb; 19.30 bis 0 Uhr Band „Die Störzelbacher“; Karten im Vorverkauf und an der Abendkasse.

Samstag, 8. Oktober 2022: 19 bis 0 Uhr Festbetrieb und Band „zruck zu Dir!“; Karten im Vorverkauf und Abendkasse.

Sonntag, 9. Oktober 2022: ab 11 Uhr Festbetrieb mit Blasmusik und Weißwurstfrühstück; Eintritt frei.

Tischreservierungen

Tische für acht Personen können für Freitag- und Samstagabend ab Montag, 20. Juni 2022 reserviert werden. Die Kosten betragen 23 Euro pro Person, inbegriffen sind für jeden Gast ein Maß Bier und ein Eintrittsbändchen. Ein Tisch für acht Personen kostet somit 184 Euro inklusive acht Maß Bier und acht Eintrittsbändchen. Reservierungen mit Angabe der Rechnungsadresse, des Veranstaltungstages und der Anzahl der Tische und Personen bitte bei der Stadtverwaltung Künzelsau, Renate Kilb, per E-Mail mailto:renate.kilb@kuenzelsau.de oder telefonisch 07940 129-121.

Wer die Wert-Wies’n mit seiner Firma besucht, kann am Festabend am Bürocontainer gegen Bargeld weitere Biermarken erwerben.

Pressemitteilung Stadt Künzelsau