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Hitze: „Mehr Flächenbrände im Hohenlohekreis“

Über 40 Grad sind längst keine Seltenheit mehr, auch im Hohenlohekreis. Künzelsaus‘ Stadtbrandmeister sprach mit Dr. Sandra Hartmann über Wald- und Flächenbrände im Ländle und wie sich diese Einsätze auch auf die Feuerwehrler auswirken.

Mehr Einsätze

GSCHWÄTZ: Seit mehreren Tagen zeigen die Thermometer im Hohenlohekreis vielerorts über 40 Grad an. Heute spreche mit Stadtbrandmeister Thomas Böhret von Künzelsau über die derzeitige Lage. Wie haben sich denn diese hohe Temperaturen ausgewirkt auf die Feuerwehr bisher? Haben Sie mehr Einsätze als zuvor?

Thomas Böhret: Wir haben auf jeden Fall im Hohenlohekreis mehr Flächenbrände. Auch einen Waldbrand hatten wir vergangenes Wochenende.Auf die Einsatzkräfte wirkt sich das dahingehend aus, dass wir eine persönliche Schutzausrüstung anhaben, die ein gewisses Gewicht hat. Das macht unseren Einsatzkräften zu schaffen.

GSCHWÄTZ: Wo gab es bisher Flächen- oder Waldbrände?

Thomas Böhret: In Krautheim gab es einen Waldbrand und in DÖrrenzimmern einen Flächenbrand. Solche Sachen passieren bei bei Trockenheit, bei der Hitze, die wir gerade haben.So etwas kann bei diesen Temperaturen auch durch eine herumliegende Glasscherbe, die in der Wiese liegt, ausgelöst werden. Aber natürlich muss man auch dazu sagen, dass die öffentlichen Grillstellen trotz der hohen Temperaturen benutzt und oft nicht hundertprozentig ausgemacht werden. Es glimmt dann wieder auf und auch dadurch entstehen solche Flächen- oder auch Waldbrände.

Grillen keine so gute Idee

Derzeit immer mit dabei: Eine Kiste Sprudel. Foto: GSCHWÄTZ

GSCHWÄTZ: Das heißt, Grillen an öffentlichen Plätzen sollte man bei den Temperaturen eher vermeiden?

Thomas Böhret: Das sollte man auf jeden Fall vermeiden. Es ist in meinen Augen auch ein bisschen fahrlässig, wenn man zu Hause grillt mit Holzkohle und es gibt es einen Funkenflug, bei dem man gar nicht so genau beobachten kann, wo die Funken wieder niedergehen.

GSCHWÄTZ: Sie sind auch in enger Absprache mit den Landwirten damit, falls noch mehr Flächen- und Waldbrände drohen, dass man nicht nur als Feuerwehr vorbereitet ist und ausrückt, sondern dass auch da die Landwirte vor Ort ihre Güllefässer vorbereiten, die man dann ebenfalls schnell mit Löschwasser füllen kann.

Von Landwirten befüllte Pumpfässer

Thomas Böhret: Die Landwirte machen das selbstständig. Wir als Feuerwehr Künzelsau bringen zum Beispiel 5.000 Bis 10.000 Liter Wasser mit. Alles andere müssen wir uns dann in den Ortschaften organisieren. Wir rufen hierfür dann andere Feuerwehren hinzu. Vor Ort gibt es öffentliche Entnahmestellen oder die Landwirte haben mit Wasser befüllte Pumpfässer, die man dann natürlich auch mit zum Einsatz bringen kann.

GSCHWÄTZ: Wie hoch sehen Sie denn das Risiko, wenn es weiterhin so konstant heiß ist, dass es noch mehr Flächen- und Waldbrände in Hohenlohe geben wird?

Mehrere Kilo schwere Kleidung. Foto: GSCHWÄTZ

Trockenere Sommer

Thomas Böhret: Das wird es in jeden Fall geben. Von Mittwoch auf Donnerstag gab es ja ein ein Gewitter. Das ist natürlich schön gewesen. Es gab ein bisschen Entlastung, aber es wird mit Sicherheit die nächsten Tage wieder warm  und heiß werden. Dann haben wir die gleiche Problematik eigentlich wieder. Mir fällt auf, dass es die letzten fünf Jahre trockenere Sommer gibt und ich bin mir fast sicher, dass es auch in Zukunft so sein wird.

GSCHWÄTZ: Das heißt, wir müssen uns dementsprechend auf heißere Zeiten vorbereiten.

Thomas Böhret: Richtig. Die Feuerwehren untereinander sind gut verknüpft. Wir arbeiten gut zusammen. Auf dem Land bei den Landwirten laufen die dementsprechenden Vorbereitungen automatisch. Wir sind gut vorbereitet.

GSCHWÄTZ: Herr Böhret, ich danke Ihnen für das Gespräch und wünsche Ihnen noch viele weitere erfolgreiche Einsätze.

Thomas Böhret: Vielen Dank.

 




Neues gesundes Essensangebot in der Künzelsauer Innenstadt überzeugt Jury

Am Donnerstag, den 14. Juli 2022 fand im Digital Hub: Heilbronn-Franken das zweite Pitch-Event des Hohenlohe 4 Talents Gründerstipendiums von Hohenlohe Plus e.V. in Künzelsau statt. Nach 90 hochspannenden Minuten mit dutzenden gekühlten Getränken und wieder einmal spannend vorgetragenen Präsentationen neuer Geschäftsideen, kam der zweite Hohenlohe 4 Talent Pitch-Event zu einem erfolgreichen Ende. Fünf von einer hochqualifizierten Jury ausgewählte Finalisten, aus insgesamt vierzehn eingereichten Bewerbungen waren an diesem Tag im Digital Hub: Heilbronn Franken in Künzelsau angetreten, um Ihre vielversprechenden
und neuartigen Geschäftsideen zu präsentieren.

Von Thorben Heinrichs, dem Erfinder des Hohenlohe-4-Talents Gründerfonds, seinem hfconTeam und Hohenlohe Plus hervorragend vorbereitet, kam die Jury, bestehend aus Vertretern der Sparkasse Hohenlohekreis, der Raiffeisenbank Hohenloher Land, der Volksbank Hohenlohe, ebm-papst Mulfingen GmbH & Co. KG, dem amtierenden geschäftsführenden Bürgermeister vom Hohenlohe Plus e.V., sowie dessen Geschäftsführer im Digital Hub zusammen, um ihr Urteil zu fällen.

Angetreten waren fünf Startups aus den unterschiedlichsten Branchen. Vom Produkt der viralen Bilderkennung in der Atemluft, einer ganz eigenen Version eines robusten
Lastenfahrrads mit großer Reichweite für Innenstädte und Betriebsgelände auf Pedelec-Basis, einem erfrischend modernen und gesunden Essensangebot in der Innenstadt einer der Kreisstädte, einem Angebot zur Beratung, Begleitung und Unterstützung beim Umsetzen des Nachhaltigkeitsmanagement, bis hin zur Umsetzung einer vollumfänglich optimierten und vereinfachten Ladeinfrastruktur.

Während des Events versuchten alle fünf Finalisten mit ihren jeweiligen „Pitch-Decks“, welche mit der beratenden Unterstützung der hfcon GmbH erstellt worden waren, ganz in „Höhle der Löwen“-Manier die anwesende Jury von ihrem Geschäftsmodell zu überzeugen. Dabei hatten alle Bewerber eines gemein: Die Hoffnung auf die umfangreiche Unterstützung, welche der Gründerfond unter dem Dach von Hohenlohe Plus e.V. bietet. Neben einer finanziellen Förderung winkt den Gewinnern des Stipendiums eine sechs bis zwölf-monatige Unterstützung, bestehend aus Gründungs-Know-how, einem wirtschaftlichen Netzwerk und ausgiebiger Coaching-Beratung für Gründer:innen und Start-ups, damit der Start in die Selbstständigkeit nicht zum Fehlstart wird.

And the winners are …

Direkt nach der Veranstaltung haben sich die Förderer beraten, die Gewinner sind:

Friends

Möchten das Essensangebot in der Innenstadt von Künzelsau um ein Konzept mit hochwertigem, gesundem und dazu noch frisch zubereitetem Essen erweitern. Mit dem
Slogan „Wir haben keine Gäste – wir haben Freunde“ werden künftig sogenannte Pokébowls auf Reis/Salat-Basis sowie Smoothiebowls und frisch gemixte Smoothies angeboten. Das Angebot, welches dem hawaiianischen Nationalgericht nachempfunden ist, soll Studenten, Schüler und sonstige Liebhaber guter und gesunder Küche in der Mittagspause anlocken und zu einer gesünderen Essensweise animieren.

Metrucks

Das junge Start-up aus Schwäbisch Hall stellte seine Version eines robusten Lastenfahrrads mit großer Reichweite für Innenstädte und Betriebsgelände auf Pedelec-Basis
vor. Das Besondere hier ist die modulare Aufbauweise, die es erlaubt durch verschiedene Heckaufbauten, vom Paletten Transport über Pritsche bis hin zur Personenbeförderung alles anzubieten. Selbst eine Probefahrt wurde den Jurymitgliedern angeboten.

SMOPI

Das angestrebte Ziel von SMOPI ist es, die Ladeinfrastruktur in der Region Hohenlohe, der Heimatregion des Unternehmens, zum einen zu vereinfachen aber zugleich auch vollumfänglich zu optimieren. So bietet das Unternehmen als Hersteller, Entwickler und Betreiber eine ganzheitliche Ladeinfrastruktur mit einem vollumfänglichen Ökosystem inklusive Aufbau, Betrieb und Abrechnung. Mit dieser innovativen Idee und dem „German Innovation Award 2022“ in der Tasche möchte man nun den Ausbau der Ladeinfrastruktur für E-Autos hier in der Region beschleunigen.

Statements aus der Jury

Fast-Food geht auch anders. Foto: Hohenlohe plus e.V.

„Friends mit ihrem gesunden Essen ist eine Bereicherung für die Künzelsauer Innenstadt und eine gesunde Alternative für die Mittagspause von Schülern, Studenten und alle anderen, die auf frische und ausgewogene Ernährung Wert legen.“ – (Bürgermeister Stefan Neumann, Künzelsau)

„Das elektrifizierte Lastenfahrrad von Metrucks könnte ich mir gut auf dem Werksgelände von ebm-papst vorstellen.“ – (Hauke Hannig, Bereichsleiter Unternehmenskommunikation ebm-papst Gruppe, Mulfingen)

„In das Startup SMOPI mit seinem umfassenden Konzept einer optimierten Ladeinfrastruktur investieren wir gern. Es ist perspektivisch gesehen absolut notwendig hier schneller zu werden und die Elektromobilität voranzubringen.“ – (Werner Siller, Vorstand der Sparkasse Hohenlohekreis für die das Projekt unterstützenden Banken).

Thorben Heinrichs, Ideengeber und Dienstleister von Hohenlohe 4 Talents ist begeistert: „Die Qualität der Startups, die sich für diese Runde des Gründerfonds Hohenlohe 4 Talents beworben haben, war extrem gut. Die Region bietet offensichtlich großes Potenzial für Gründer.“

Martin Buchwitz, Geschäftsführer von Hohenlohe Plus: „Die Region Hohenlohe ist und bleibt eine Region von Tüftlern, kreativen Entwicklern und mutigen Gründern. Der Gründergeist in Hohenlohe lebt und wird noch viele spannende Unternehmensgründungen hervorbringen. Hohenlohe 4 Talents hat sich als Katalysator und als ganz praktisches Angebot bewährt und ist im Begriff sich zu etablieren.“

Zusammenfassend meldete sich nochmal Hauke Hannig von ebm-papst zu Wort: „Das war wieder eine spannende Jury-Sitzung mit großartigen, innovativen Projekten und tollen Gründer:innen. Ein wirklich schöner Termin, der mich begeistert hat und wieder perfekt vorbereitet war! Die Qualität der eingereichten Business-Ideen zeigt auch wieder eindrucksvoll, dass wir mit dem Hohenlohe 4 Talents Stipendium einmal mehr die Attraktivität unserer Region Hohenlohe Plus erhöhen und Gründern einen spannenden Anreiz bieten.“

Zur Verfügung gestellt wird diese Unterstützung von regionalen Förderern. Aktuell sind dies, die fünf Kommunen Bad Mergentheim, Crailsheim, Künzelsau, Öhringen und Schwäbisch Hall, den drei Banken Raiffeisenbanken Hohenloher Land, Sparkasse Hohenlohekreis und Volksbank Hohenlohe sowie der ebm-papst Mulfingen GmbH & Co. KG. Weitere Förderer sind herzlich willkommen.

Pressemitteilung Hohenlohe Plus e.V.




„Ich komm mit dieser Begründung überhaupt nicht klar“

War der Kreistag am 18. Juli bei der Erweiterung des Angebots des NVH knausrig (GSCHWÄTZ berichtete), zeigte er sich spendabel beim Umzug des Kreismedienzentrums. Hintergrund ist, dass das Kreismedienzentrum an einen neuen Standort umziehen soll, denn im neu zu bauenden Kreishaus sollen im Erdgeschoss sinnvollerweise die Ämter untergebracht werden, die den meisten Publikumsverkehr haben. Das Kreismedienzentrum mit geschätzt 10 persönlichen Kontakten täglich gehört nicht zu diesen Ämtern.
Als neuen Standort hat die Kreisverwaltung die gewerbliche Schule in Künzelsau vorgesehen, wo derzeit Baumassnahmen laufen. Im Rahmen dieser Baumassnahmen könnte zusätzlicher Raum im Obergeschoß errichtet werden.

Kosten: Eine dreiviertel Million

Kosten von fast 750.000 Euro sollten dafür genehmigt werden. Begründung für diese hohen Kosten war, dass das Kreismedienzentrum unbedingt im Erdgeschoß untergebracht werden soll, weil es ja große Leinwände und schwere Beamer zu transportieren gäbe. Daher soll das bisher im Erdgeschoß untergebrachte Pneumatiklabor in die zu errichtenden Räumlichkeiten umziehen und das KMZ soll in dessen bisherige Räume einziehen. Dieser Umzug stellt mit 600.000 Euro den Löwenanteil der Summe von 750.000 Euro dar.

Deutlicher Widerspruch

Prof Dr. Otto Weidmann (FWV) und Rolf Weibler (CDU) sprechen gegen diesen Vorschlag: Erstens habe man die Kreisschulen schon mit Material wie Beamern und „weissen Wänden“ ausgestattet, sodass diese Materialien in Zukunft kaum benötigt würden. Zweitens würden sich die Rollen der KMZ ohnehin ändern, da die Medien immer weiter in digitalisierter Form vorlägen. Dem stimmt selbst Landrat Dr. Matthias Neth zu: „Welche Rolle spielt ein KMZ in 10 Jahren? Ausgeliehen werden dann eher Medien, Geräte eher nicht mehr“, stellt er fest. „Die Ausleihe wird in 10 Jahren genauso veraltet sein wie heute die Schiefertafel“. Er verweist aber auf die gerade laufenden Bauarbeiten: „Jetzt ist ein idealer Zeitpunkt, wir haben einen vergleichsweise geringen Aufwand, da Jetzt Handwerker da sind.“ Weidmann verweist dagegen auf die finanzielle Lage und darauf, dass allein der Umzug des Pneumatiklabors unverhältnismäßig teuer sei.

„Wo ist die Wirtschaftlichkeit?“

Ute Öttinger-Griese (FDP) ist über die Kosten entsetzt: „Wir können nicht 700.000 Euro ausgeben, wenn das nicht zukunftsorientiert ist. Wo ist die Wirtschaftlichkeit?“ Ihr fehlt also auch eine Analyse der zukünftigen Aufgaben eines KMZ.  Und sie findet einen sitzungsbezogenen Vergleich: „Das ist, wie wenn wir Busse fahren lassen und keiner sitzt drin.“ Auch Achim Beck schüttelt mit dem Kopf: „Ich komm mit dieser Begründung überhaupt nicht klar“.

Das zwischendurch aufgekommene Argument, das KMZ bis zum Baubeginn des Kreishauses noch ein paar Jahre am Standort zu lassen und zu analysieren, welche Anforderungen das KMZ zukünftig erfüllen soll, bevor man die Entscheidung über den Umzug trifft, beantwortet Neth: „Jetzt sind die Baufirmen da. Entweder jetzt oder in drei bis vier Jahren eine neue Planung. Es bleibt nichts als sich zu positionieren.“

Für Prof. Weidmann gehört das KMZ ohnehin ins Kreishaus: „Es muss ja nicht das Erdgeschoß sein, Geräte sind heutzutage klein und leicht“.

Antrag angenommen

Mit 18 Ja-Stimmen (vor allem aus SPD, AfD und CDU) gegen 15 Nein-Stimmen und 2 Enthaltungen wurde der Antrag der Verwaltung angenommen. Das KMZ wird also in die Gewerbliche Schule umziehen.

Text: Matthias Lauterer

 

 

 

 

 

 




„Wir bewegen die Kinder“

Es ist nicht mehr zu übersehen, dass das Landeskinderturnfest in Künzelsau bevorsteht. Nicht nur, dass die Countdown-Uhr am Rathaus sich der Null nähert, auch die Wertwiesen haben sich verändert: Die Bühne ist aufgebaut, das Zelt steht und die letzten Arbeiten werden von Mitarbeitern des städtischen Bauhofs durchgeführt.

Die Turngeräte sind schon an Ort und Stelle

Unter der Leitung von Erwin Bergmann, stv. Vorsitzender des Turngau Hohenlohe, stand die Logistik: „Wir haben ein paar Hundert Turngeräte auf 12 Turnhallen verteilt.“ Fertig ist er aber noch nicht: „Fertig sind wir erst, wenn alles zurückgebracht ist und niemand etwas vermißt“, meint er.

„Wir bewegen Kinder“

Markus Frank, Präsident des Schwäbischen Turnerbundes (STB), ist stolz darauf, dieses „größte Kinderevent in Baden-Württemberg“ zu gestalten.  „Die Vorfreude ist riesengroß“, strahlt er. „Wir bewegen die Kinder“, das sei der Anlass für dieses Fest. Gerade nach der bewegungs- und kontaktarmen Coronazeit sei der soziale Kontakt notwendig, ist er überzeugt.
Für viele Kinder sei es die erste Gelegenheit, ohne Eltern und in einer Gruppe unterwegs zu sein, „die Veranstaltung wird prägen, ein Leben lang“.

Das Kinderturnen sei eine Heranführung an Bewegung, die Grundlagen der Bewegung würden vermittelt. Andere Sportarten, zu denen die Kinder später wechseln, profitieren davon. Das sei aber auch gerne gesehen, meint Frank. Wir sind aber „nicht mehr mit den Gedanken von vor 200 Jahren unterwegs“, betont er. In den Anfängen der Turnbewegung vor mehr als 200 Jahren wollte der berühmte „Turnvater Jahn“ in damaliger nationaler Gesinnung die „deutsche Jugend auf den Kampf gegen die napoleonische Besetzung vorbereiten“ [wikipedia].

Nachhaltigkeit – Medaillen aus Holz

Übrigens sei Nachhaltigkeit von je her eine Tradition dieser Turnfeste, meint Frank, „jeder bringt sein Besteck und Geschirr mit“. Für dieses 14. LKTF habe man sogar Medaillen aus Holz herstellen lassen.

„Das Schönste ist, wenns losgeht“

Bürgermeister Neumann dankt zuerst allen Helfern, den Freiwilligen wie den Mitarbeitern der Stadt für die Bewältigung dieser „kleinen großen Mammutaufgabe“.
„Das Schönste ist, wenns dann losgeht“, freut auch er sich auf das Fest.

Fünfstellige Besucherzahl erwartet

Über 4.000 Kinder und Jugendliche, davon rund 80 Prozent weiblich, werden an den Wettkämpfen teilnehmen. Dazu wird mit etwa 10.000 weiteren Gästen gerechnet, viele Eltern werden ihren Kindern hinterher reisen und die Wettbewerbe beobachten. Daher seien außerhalb der Innenstadt Parkplätze ausgewiesen, ein kostenloser Shuttlebus-Service von den Parkplätzen und zu den Wettkampfstätten ist eingerichtet. Und die Einzelhändler der Stadt seien auf den Besucheransturm vorbereitet, versichert Neumann: Der örtlichen Gastronomie werde sicherlich das Eis oder die Pizza nicht ausgehen.

Hitze und Corona

Für die zu erwartende Hitze haben die Veranstalter vorgesorgt: Wasserzapfstationen und Schattenstationen sind eingerichtet, ein Sicherheitskonzept unter Beteiligung des DRK wurde erstellt, die Anzahl der Sanitäter wurde erhöht. Die Wettkampfhallen sind klimatisiert.

Bei einer Inzidenz von 1.170 (21. Juli 2022) muss man die Frage nach den Coronaregeln stellen. „Das findet zum großen Teil im Freien statt“ ist die erste Antwort, dort gelten die üblichen Corona-Regeln des Landes. Während der Wettkämpfe in den Hallen gelten ebenfalls die speziellen Regeln des Landes für Sportveranstaltungen. „Die kennen die Kinder und die Übungsleiter und nach meiner Erfahrung setzen sie diese auch zuverlässig um“, hat Markus Frank bemerkt. Für die gemeinsamen Mahlzeiten gibt es ein spezielles Hygienekonzept, wie es der Maßnahmenkatalog des Landes vorsieht. In den Shuttlebussen besteht Maskenpflicht.
Bürgermeister Neumann setzt auf die Eigenverantwortung: „Wir können das Risiko nicht abfangen“. Und ergänzt: „Weitere Maßnahmen können wir nicht anordnen, weil es die bundesweit nicht gibt.“

Mitmachangebote

Für die Bürger und die Gäste stehen auf den Wertwiesen Mitmachangebote zur Verfügung, die sämtlich kostenlos sind. Beispielhaft werden Rollstuhlbasketball, Becher-Stacking oder Indiaca angeboten. Und natürlich ist die Beevölkerung auch zur Eröffnungsveranstaltung am Freitagabend, der Party am Samstagabend und dem Abschluß am Sonntag herzlich eingeladen.

Text: Matthias Lauterer

 

 




Kindergartenrenovierung Belsenberg auf den Weg gebracht

Am 19. Juli schaffte Karin Weiss, Architektin bei wg. Architekten, im Künzelsauer Gemeinderat etwas, was noch wenigen Architekten vor ihr gelang: Ihr Entwurf für den neuen Kindergarten in Belsenberg fand einhellige Zustimmung.

Vorhandenes Gebäude weiternutzen

Sicherlich kommt ihr zugute, dass ihr Büro in Belsenberg beheimatet ist und sie daher nicht nur die harten Anforderungen sondern auch das Bauchgefühl der Menschen berücksichtigen konnte. So entstand ein Entwurf, der das vorhandene Gebäude nutzt, dieses sinnvoll erweitert und auf einen modernen Stand bringt.

Zwei Gruppenräume statt einem

Statt einem Gruppenraum wird es künftig zwei geben, dafür wird der heute überdachte Bereich umbaut. Das ganze Gebäude wird mehr Licht erhalten, die Innenausstattung wird nicht mehr in dunklem Holz sondern hell gestaltet werden. Energetisch wird der Kindergarten modernisiert: Eine Wärmepumpe, die eine Fußbodenheizung speisen wird, in Verbindung mit einer PV-Anlage und einer Außenisolierung entspricht dem Stand der Technik.

Zustimmung bei den Fraktionen

„Klein aber fein“, meint Wolfgang Schmelzle (FfK). Für Belsenberg sei das eine tolle Lösung. Robert Vollp erkennt eine „tolle Lösung, kein Vergleich mit einem Bauwagen oder Container“, die ja auch angedacht waren. Verena Löhlein-Ehrler (Freie) meint: „Wenn die Belsenberger zufrieden sind, ist das alles in Ordnung“.

Die Belsenberger sind zufrieden mit dem Entwurf

Und dass die Belsenberger zufrieden sind, bestätigt sowohl der Ortschaftsrat als auch Wolfgang Kubat (UBK), der in Belsenberg wohnt: „Das wird einer der schönsten Kindergärten, die die Stadt besitzt. Mit dem Ergebnis sind wir voll und ganz zufrieden.“

Entwurf Kindergarten Belsenberg. Rückansicht. Foto: Sitzungsunterlagen

Moderater Preis

Besonders zufrieden waren die anwesenden Gemeinderät:innen, als Karin Weiss den Preis für das Vorhaben nannte. Rund 650.000 Euro soll das Vorhaben kosten. Das ist sehr wenig, rechnet man doch ansonsten bei Kindergartenneubauten pauschal mit einer Million Euro pro Gruppe – und in Belsenberg werden eineinhalb Gruppen möglich sein. Das war nur möglich, weil das bestehende Gebäude weitergenutzt wird, sagt Weiss. Beispielsweise, so erklärt Weiss, muss der bestehende Estrich nicht ersetzt werden, die Fußbodenheizung kann in diesen Estrich eingefräst werden, weil er frei von Schadstoffen ist. Nachhaltig ist so ein Vorgehen allemal.

Der Antrag, den Planungen, der Kostenschätzung und dem pädagogischen Konzept zuzustimmen, die Ausschreibungen zu veröffentlichen und die Beauftragungen der Firmen im Rahmen des Kostenansatzes über 630.000,- € brutto zu erteilen, wurde dann auch (bei einer Enthaltung) einstimmig angenommen.

Wolfgang Kubat ist dankbar, dass es jetzt absehbar ist, wann die Notlösung ein Ende haben wird und dass bald das Dorfgemeinschaftshaus auch wieder von den Vereinen für ihre Aktivitäten genutzt werden kann.

Text: Matthias Lauterer

 




Feuer in Schreinereibetrieb

Ein Feuer in einer Schreinerei wurde der Polizei am Dienstag, gegen 16:20 Uhr, auf dem Heßlachshof bei Dörzbach gemeldet. Dort war es im Bereich des Dachs einer Lagerhalle zu einem Brand gekommen.

Der Besitzer des Anwesens verständigte umgehend die Feuerwehr und begann damit selbst die Flammen zu bekämpfen. Durch das rasche Handeln und die Nachlöscharbeiten der Feuerwehr konnte verhindert werden, dass sich das Feuer ausbreitete. Es entstand ein Sachschaden von mehreren 10.000 Euro, Personen wurden nicht verletzt. Neben Polizei und den umliegenden Feuerwehren, war vorsorglich auch der Rettungsdienst am Brandort.

Pressemitteilung Polizei HN




Lieber die Pausen bezahlen als die Busse fahren lassen

Die Lage und die Zukunft des öffentlichen Nahverkehrs im Hohenlohekreis war das zentrale Thema der Kreistagssitzung vom 18. Juli 2022.

Kämmerer Michael Schellmann hatte zu Beginn eine beruhigende Botschaft an die Anwesenden: Alle coronabedingten Einnahmeausfälle der Jahre 2020 bis 2022 werden durch den Rettungsschirm des Bundes aufgefangen, für den Kreis entsteht hier kein Ausgleichsbedarf. Weniger beruhigend sei die Dieselpreis-Situation. Allein für 2022 rechnet Schellmann mit Mehrkosten von rund drei Millionen Euro. Diese können durch Rücklagen des NVH gedeckt werden – aber nur für 2022. Ab 2023 dürften höhere Zuwendungen des Kreises notwendig werden, eine Erhöhung von Landes- oder Bundeszuschüssen ist derzeit nicht in Sicht.

Effekte des 9€-Tickets

Laut Alexander Wolf, Betriebsleiter des NVH, wurden an den Verkaufsstellen des NVH rund 3.400 9€-Tickets verkauft. Erheblich mehr Tickets dürften aber über die Deutsche Bahn verkauft worden sein. Die Mindereinnahmen – beispielsweise werden den Monatskartenabonnenten von Juni bis August nur 9 Euro berechnet und die Monatskarte ist bundesweit als 9€-Ticket gültig – werden vom Corona-Rettungsschirm übernommen. Insofern entsteht dem NVH kein finanzieller Schaden.
Im Gebiet des NVH seinen keine überfüllten Busse festgestellt worden, Kapazitätsengpässe seien nicht aufgetreten. „Es gibt einen Zusammenhang zwischen Angebotsdichte und Nachfrage“, meint Wolf und stellt fest: „Wo kein Angebot, da keine Nachfrage“. Kapazitätsengpässe gebe es daher vor allem in den Ballungsräumen und auf der Schiene.

Keine Zahlen über Nutzung des 9€-Tickets im NVH

Genaue Zahlen über die Effekte des 9€-Tickets wurden offenbar nicht erhoben, zumindest kann die Pressestelle des NVH damit nicht dienen.

Mit dem 9€-Ticket im NVH-Bus. Foto: GSCHWÄTZ

Preiserhöhung notwendig

Auf Frage von Anton Baron (AfD), ob es nach dem 9€-Ticket zu einer massiven Preiserhöhung kommen müsse, antwortet Landrat Dr. Matthias Neth, dass der NVH noch keinen Vorschlag vorgelegt habe. „Aber zwei bis drei Prozent ist in dieser Realität nicht mehr abbildbar.“ Der Verkehrsverbund Stuttgart plane beispielsweise eine etwa fünfprozentige Steigerung. Zur Frage eines billigen Pauschaltarifs für den ÖPNV meint Neth: „Auf ein marodes System einen Billigtarif setzten, das funktioniert nicht. Aber wie man aus der Nummer wieder rauskommen will … viel Vergnügen“. Catherine Kern (GRÜNE) schiebt die Schuld für das marode System der Politik zu: „Hier wird eine tolle Aktion schlechtgeredet. Man hat in die Bahn nicht investiert – es gibt viel zu tun.“

Verbesserung des Angebots durch Aufhebung der Betriebsruhe

Wolf fordert nicht nur eine Verbesserung des Angebots, sondern präsentiert einen konkreten Vorschlag: Er will die Buslinien, die bisher hauptsächlich den Schülerverkehr bedienen, ausweiten und jeweils ein oder zwei Verbindungspaare auch am Vormittag fahren lassen. Bisher ist auf diesen Linien am Vormittag Betriebsruhe, die Fahrten auf diesen Linien werden erst wieder für den Schülerverkehr am Nachmittag wieder aufgenommen.

Dieses Angebot biete die zuverlässige Möglichkeit für Einkaufs- oder Arztfahrten. Außerdem seien auch die Arbeitszeiten der Berufspendler heute flexibler geworden. Außerdem, so Wolf, sei der Beruf des Busfahrers beim NVH gerade durch die langen Pausenzeiten und die damit verbundenen langen Tagesabwesenheiten sehr unattraktiv. die beauftragten Unternehmen hätten bereits Probleme, Personal zu finden. Und drittens seinen die Pausenzeiten durch den neuen Tarifvertrag WBO, der seit 1.1.2022 in Kraft ist, sehr teuer geworden:

Auszug aus dem Tarifvertrag WBO:

8.2. Mit 100 % des Stundenlohnes werden vergütet:
– Lenkzeiten (Dienst am Steuer)
– Arbeitsunterbrechungen, die unter den gesetzlichen Normen liegen,
– Pausen im ÖPNV, sofern und in dem Umfang wie der Anteil bei über
19 % – ab 01.01.2022, 17 % – ab 01.01.2023, 16 % – ab 01.01.2024, 15 % – ab 01.01.2025, 13 % – ab 01.01.2026

Längere Standzeiten sind also zu vergüten wie Lenkzeiten, „da können die Fahrer auch produktiv arbeiten“. Das bedeute, so Wolf, dass die Kosten für seinen Vorschlag sich lediglich auf 500.000 Euro jährlich beliefen, im Wesentlichen bedingt durch die Treibstoffkosten. Wolf erklärt, dass die Fahrer täglich 8-9 Stunden arbeiten, aber Schichten von 12-13 Stunden haben – diese Zeiten müssen bezahlt werden.

Nahverkehrsstrategie des Landes

Landrat Dr. Matthias Neth verweist auf die Nahverkehrsstrategie des Landes, die sogar einen Taktverkehr zwischen 5:00 und 24:00 vorschreiben will: „Die Betriebsruhe ist der Punkt, warum der NVH nicht verlässlich ist“, sagt Neth und stimmt Wolf zu: „Dort wo ein gutes Angebot ist, ist auch die Nachfrage groß“.

Düstere Aussichten

Achim Beck (FWV) stellt fest, „dass wir uns in sehr unsicheren Zeiten befinden, wo wir uns kein zusätzliches freiwilliges Angebot leisten können. Es gibt auch ein Bedürfnis nach Liquidität“, meint er und verweist darauf, dass die Gemeinden die höhere Kreisumlage bezahlen müssten.

„Die Regierung hat mit Mobilität geworben, dann soll sie auch bezahlen“, meint Anton Baron (AfD).

Michael Schenk (FDP) kann dem Vorschlag etwas abgewinnen: „“Die Aufhebung der Betriebsruhe ist der richtige Weg, man muss natürlich prüfen, wie das Angebot angenommen wird“. „Das Geld kommt so direkt zum Bürger“, meint er. Dem Nahverkehrskonzept der Landesregierung steht er trotzdem skeptisch gegenüber: „Ein 5:00 bis 24:00 Taktverkehr ist im ländlichen Raum nicht zu finanzieren“.

Unterschiedlichste Argumente Pro und Contra

„Wenn wir Klimabeschlüsse fassen, dann müssen wir diese Betriebsruhe nutzen“, meint Irmgard Kircher-Wieland (SPD). Sie erinnert daran, dass man „damals“ mit Streichbeschlüssen den Nahverkehr fast zerstört habe und fordert Mut: „Wir müssen den Mut haben, falsche Beschlüsse zu revidieren“. Dagegen spricht Rolf Weibler (CDU): „Kein Hahn hat damals gekräht, als wirs zugemacht haben. Kein Bedarf, kein Aufschrei“ und ist ansonsten ganz der Meinung von Anton Baron: „Wenn die Ideologen im Land das wollen, dann sollen sie es bezahlen.“

Catherine Kern (GRÜNE) rechnet damit, dass die steigende Inflation die Menschen dazu bringen dürfte, den ÖPNV zu benutzen, wenn sie sich das Auto vielleicht nicht mehr leisten können. Ohne ein entsprechendes ÖPNV-Angebot haben diese Menschen dann keine Chance auf Mobilität mehr – „und ÖPNV gehört zur Daseinsfürsorge“.

ÖPNV für den Tourismus

Fritz Rehm (SPD) bringt ins Spiel, wie bedeutend der ÖPNV für den Tourismus sein könnte: „Wenn wir den Tourismus aufpäppeln wollen, dann gehört das zum Gesamtkonzept“. Seine Fraktionskollegin Sabine Kübler will dem Vorschlag nicht zustimmen: „Das ist Flickschusterei, es ist ein großes Konzept nötig.

 Der NVH betreibt keine Eisenbahn

Der Vorschlag von Thomas Schmidt (AfD), dass man für die Bahn mehr Waggons bestellen solle, belustigte einige Kreisräte: Der NVH betreibt schließlich keine Züge.

Vorschlag abgelehnt

Obwohl Alexander Wolf nochmals betont, dass man wegen der Betriebsruhe bereits einige Abgänge von Fahrern hat, verwirft der Kreistag seinen Vorschlag mit 14 Ja (SPD, Grüne und einige andere) zu 21 (AfD, FW, CDU und FDP überwiegend) Nein Stimmen bei einer Enthaltung.

Text: Matthias Lauterer

 

 

 

 




Hohe Gefahr von Wald- und Flächenbränden

Vor dem Hintergrund der andauernden Hitzewelle appelliert das Landratsamt Hohenlohekreis an die Bevölkerung, sich vor allem im Wald verantwortungsbewusst und umsichtig zu verhalten. „Die Waldbrandgefahr ist derzeit extrem hoch und wird es wohl über den gesamten Sommer hinweg bleiben. Daher sind wir alle aufgefordert, alles zu tun, dass möglichst keine Flächen- und Waldbrände entstehen“, erklärt Kreisbrandmeister Torsten Rönisch und bittet um erhöhte Vorsicht und Aufmerksamkeit der Bürgerinnen und Bürger. Dadurch, dass es im Hohenlohekreis verhältnismäßig viele Waldstücke in Hanglage gibt, wäre ein Brand in einem solchen Gebiet nur schwer beherrschbar. „Wenn so etwas passiert, wären die Folgen kaum abzuschätzen“, warnt Rönisch.

Rauchverbot im Wald

Das Landratsamt weist daher auf die bekannten Regeln zum Verhalten bei Trockenheit hin:

  • Im Wald herrscht grundsätzlich zwischen März und Oktober ein absolutes Rauchverbot, auch offene Feuer im Wald sind verboten.
  • Die öffentlichen Grillstellen sind von den Städten und Gemeinden in Absprache mit dem Forstamt bis auf Weiteres gesperrt worden. Entsprechende Hinweisschilder sind an den Grillstellen angebracht.

Auch Stoppelfelder können sich bei Trockenheit schnell entzünden, daher sollten diese Regeln auch dort beachtet werden. „Wir sind sehr froh, dass sich die Landwirte im Kreis so umsichtig und vorbildlich verhalten“, erklärt Rönisch.

Zufahrtswege für Feuerwehr freihalten

Immens wichtig sei außerdem, dass Zufahrten in Waldgebiete freibleiben, damit Löschfahrzeuge im Ernstfall nicht behindert werden. Auch das Abstellen von Fahrzeugen über trockenem Bodenbewuchs sollte unbedingt vermieden werden.

Wer einen Waldbrand bemerkt, sollte sofort die Feuerwehr unter der Rufnummer 112 informieren. Dabei kommt es auf eine präzise Ortsbeschreibung an. Rettungspunkte, allgemein bekannte Parkplätze oder Ähnliches können hier als Orientierung dienen.

Pressemitteilung Landratsamt Hohenlohekreis




Solymar-Therme: Stadt Bad Mergentheim kann nicht auf Preisgestaltung einwirken

Die Änderung der Preisstruktur der Solymar-Therme beschäftigt die Menschen in und um Bad Mergentheim weiter (GSCHWÄTZ berichtete). Die Betreibergesellschaft des Bades hat eine leichte Preiserhöhung im Sportbadbereich umgesetzt. Diese Preiserhöhung wird mit den gestiegenen Betriebs- und Energiekosten begründet. Dieser Grund ist für die allermeisten Menshen nachvollziehbar. Grund der Aufregung im Internet ist aber die Tatsache, dass die Kinderermäßigung im Bereich der Therme wegfällt und Kinder jetzt den Erwachsenenpreis zahlen – das sind bei eine Tageskarte 25 Euro.

Bad Mergentheim ist nicht Betreibergesellschaft der Solymar-Therme

Auf GSCHWÄTZ-Anfrage erklärt die Stadt Bad Mergentheim, dass es eine strikte Trennung zwischen dem Eigentümer der Anlage, der Stadt, und dem Betreiber, der Solymar Therme GmbH & Co. KG gibt: „Der Stadt Bad Mergentheim gehört die Anlage, sie hat sie gebaut und verpachtet diese (bereits seit 8 Jahren!) an einen externen Betreiber. Besitzgesellschaft ist die Erholungs- und Freizeitpark Bad Mergentheim GmbH, eine 100%-ige Tochter der Stadt. An der Betriebsgesellschaft ist die Stadt nicht beteiligt.“ Insofern habe die Stadt auch keinen Einfluß auf die Betriebsgesellschaft und auf die Preisgestaltung.

Soziale Belange berücksichtigt

Über Details des Pachtvertrags mit der Betreibergesellschaft will Carsten Müller, Pressesprecher der Stadt Bad Mergentheim, nicht viel sagen. Er bestätigt aber, dass es eine Art „Sozialklausel“ im Vertrag gibt: „Selbstverständlich sind soziale Belange darin berücksichtigt, beispielsweise das Schul- und Vereinsschwimmen. Aber die Stadt, die aus guten Gründen nicht auch Betreiberin der Anlage ist, kann nicht sämtliche Betriebsentscheidungen an sich reißen.“ Er weist aber darauf hin, dass es für Besucher der Solymar-Therme „auch weiterhin soziale Ermäßigungen für Erwachsene sowie stark vergünstigte Eintrittspreise für Kinder (ab 1,50 Euro!) im Sport- und Familienbad“ gibt. Diese Sozialklausel bezieht sich offenbar nicht auf den Thermenbereich.

Kinder und Familien nutzen am meisten das Sport- und Familienbad

Müller versteht einen Teil der Aufregung nicht: „Dass das Sport- und Familienbad, das Kinder und Familien am stärksten nutzen, in der neuen Tarifstruktur mit sehr günstigen Preisen am Markt gehalten werden kann, bleibt leider oft unerwähnt, wenn es um die Preisanpassungen geht.“

„Sie sehen ja, wieviele Bäder schon geschlossen sind.“

Andreas Schauer, Betreiber der Solymar Therme, ist vom „Shitstorm“ nicht überrascht: „Naja, da haben wir schon mit gerechnet“, sagt er in einem Videointerview mit den Fränkischen Nachrichten. „Das gefällt uns ja auch nicht, diese Situation. Um das Solymar offen zu halten, mussten wir das aber tun. Sie sehen ja, wieviele Bäder schon geschlossen sind.“

Er erläutert: „Der Luxusbereich, die Therme muß sich ja nicht nur selber tragen, sondern aus diesem Bereich müssen ja auch die Defizite hausintern für das Sportbad erwirtschaftet werden, weil wir dafür ja keine Zuschüsse kriegen.“

Über die Ankündigung einer Pachterhöhung durch die Stadt Bad Mergentheim in der für ihn schwierigen Situation, wundert er sich: „Das paßt vielleicht nicht in die Zeit, vor allem, wenn man sich darüber empört, dass man eine andere Tarifstruktur macht.“

Schlag ins Wasser?

Ganz nachvollziehbar ist die Argumentation Schauers nicht. Genaue Zahlen, insbesondere über die Anzahl der Kindertickets in der Therme sind GSCHWÄTZ nicht bekannt. Wenn aber wirklich in nennenswertem Ausmaß Familien mit Kindern den Thermenbereich besucht haben, dann ist der Ansatz, den Sport- und Familienbereich durch den Thermenbereich querzusubventionieren, vielleicht ein wirtschaftlicher Schlag ins Wasser, wenn tatsächlich weniger Menschen den Thermenbereich besuchen sollten.

Text: Matthias Lauterer




„Die Allgemeinverfügung liegt schon in der Schublade“

Im Rahmen der Kreistagssitzung vom 18. Juli 2022 teilte Landrat Dr.Neth mit, dass die Entnahme von Oberflächenwasser bei fortschreitender Trockenheit in Kürze gänzlich untersagt werden könnte. Noch „bittet das Landratsamt Hohenlohekreis um einen verantwortungsvollen Umgang bei der Wasserentnahme“ (Pressemitteilung)

Anderswo ist Wasserentnahme bereits verboten

In einigen Landkreisen, beispielsweise in Tuttlingen, sind bereits Maßnahmen in Kraft. Dort ist es bei Androhung von Bussgeldern bis 10.000 Euro verboten, Wasser aus Seen, Flüssen oder Bächen abzuschöpfen.

„Die Allgemeinverfügung liegt sozusagen schon in der Schublade“ sagt Neth. Auf Nachfrage von Jürgen Kienzle (FWV) versprach Neth, dass weitergehende Maßnahmen intensiv kontrolliert würden.

Text: Matthias Lauterer