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Die lustigsten Wahlplakate

Achtung: Diese Wahlplakate hingen nie so an Deutschlands Litfaßsäulen, sondern wurden von der Heute Show im ZDF just for fun erstellt. Aber manchmal liegen sie tatsächlich nicht ganz so weit weg von der Wahrheit damit 😉

Viel Spaß beim Anschauen.

 




Absolute Voll-Katastrophe für Habeck, Scholz und Baerbock

Die Tagesschau titelte: „Eine beispiellose Abrechnung“. Das war es tatsächlich. Viele führenden Politiker:innen waren wie vor den Kopf gestoßen, als der US-amerikanische Vizekanzler Salz in Europas und Deutschlands Wunden streute und auf die Fehler und Schwächen der aktuellen Regierung bei der Münchner Sicherheitskonferenz vergangene Woche hinwies.

„Eine beispiellose Abrechnung“

Mit seiner mehr als direkten Rede stärkte Vance die AfD und deren Anhänger ähnlich wie es bereits Elon Musk getan hat, nur etwas subtiler. Die Rede glich einer Ohrfeige für Olaf Scholz, Annalena Baerbock und Robert Habeck – dabei war sie doch so vorhersehbar. Wer das nicht hören wollte, der hätte Vance nie eine Plattform einräumen sollen.

Denn:

Weder Donald Trump. noch Elon Musk oder J. D. Vance machten in den vergangenen Wochen einen Hehl daraus, dass sie hinter der AfD und deren Flüchtlingskurs stehen. Sie versuchten sie mit ihren Aussagen in die politische Mitte zu rücken, weil sie einen ähnlichen Kurs in Amerika derzeit fahren und schließlich auch nicht als rechtsaussen deklariert werden möchten. Die USA macht Wahlkampf in Europa und versucht den Wahlkampf in Deutschland extrem zu beeinflussen. Man kommt sich beinahe so vor, als wären wir in einem Dritte-Welt-Land und Amerika möchte hier nur wieder für „Ordnung und geregelte Verhältnisse“ mit einer Regierung ihrer Wahl sorgen. So eine Einmischung gab s seit 80 Jahren nicht mehr.

Wie weit ist es eigentlich gekommen, dass sich Vance so etwas anmaßt? Man muss sich das einmal umgekehrt vorstellen – bei dem Wahlkampf in den USA wäre Baerbock hingeflogen und hätte an einer wichtigen Sicherheitskonferenz eine Rede gegen die aktuelle US-amerikanische Regierung gehalten.

Aber: Die deutsche Regierung ist selbst schuld. Sie hatte vermutlich ernsthaft gedacht, Vance werde Europa den Rücken gegen Putin um Ukrainekrieg stärken. Dann ging der Schuss nach hinten los. Aber, wie gesagt, die vergangenen Wochen haben gezeigt, dass die führenden US-Politiker Fans von der AfD sind und dass Vance seine Redeplattform, die ihm – warum auch immer – gegeben wurde, diese Plattform auch nutzte – zur Stärkung des Rechtsaußen-Kurses und damit zur Stärkung der AfD.

In jedem Fall ist dieses Plattform-Geben der deutschen Regierung kurz vor den Bundestagswahlen eben nicht das, was Vance kritisiert, nämlich, dass wir keine Demokratie mehr leben würden, keine freie Meinungsäußerung zulassen, keine anderen politischen Meinungen zulassen würden. Allein diese Rede hat dies ja konterkariert. Aber es war nichtsdestotrotz ein Aufruf an die Wähler:innen, AfD zu wählen. Damit brüskiert er die amtierende Regierung. Laut den aktuellen Umfragen zeigt sich besonders die Linke derzeit gestärkt mit 6 Prozent. Ob dies aber an der Rede Vance liegt, die auch manch einen Wähler abgeschreckt, anstatt für die AfD vereinnahmt hat, bleibt offen.

Was Vance gesagt hat:

Sicherheitspolitik, den Krieg in der Ukraine, das transatlantische Verhältnis – all das streifte Vance nur am Rande. „Die Gefahr, die ich in Europa am größten sehe, ist nicht Russland oder China oder ein anderer externer Akteur.“ Die größte Gefahr liege im Inneren. Es folgt ein fast halbstündiger Vortrag, indem Vance den Europäern ein verkommenes Demokratieverständnis vorwarf.

„Wenn ich mich in Europa umschaue, frage ich mich, was mit den Gewinnern des Kalten Kriegs passiert ist“, so Vance. Er zählt mehrere vermeintliche Beispiele auf: die annullierte Wahl in Rumänien oder Durchsuchungen nach Online-Hass-Kommentaren in Deutschland. In England sei ein Abtreibungsgegner angezeigt worden, nur weil er seine Meinung geäußert habe.

Es folgen Fälle aus Schottland und Schweden, in denen die Meinungs- und/oder Religionsfreiheit eingeschränkt worden sein soll.

Auch die Gastgeber bekommen ihr Fett weg: Dass keine Vertreter von populistischen Parteien – damit dürfte er AfD und BSW gemeint haben – eingeladen sind, könne er nicht nachvollziehen.

An die Politik gerichtet, fordert er die Europäer auf, die Stimmen aus der Bevölkerung mehr wahrzunehmen. „Wenn ihr Angst vor euren eigenen Wählern habt, dann gibt es nichts, was Amerika für euch tun kann.“

Dann widmet er sich dem Thema Einwanderung, „Nichts ist so dringend“, sagt Vance. Er nimmt den Anschlag von München als Beispiel und fragt: „Wie oft müssen wir das noch erleben, bevor wir etwas ändern?“. An dieser Stelle ist auch mal Nicken im Publikum zu sehen.

Die politischen Gegner zu Hause nimmt Vance ebenfalls ins Visier. Die Biden-Regierung hätte versucht, Menschen einzuschüchtern, die beispielsweise behauptet haben, dass das Corona-Virus durch Labor-Unfall in die Welt getragen wurde.

Unter Trump werde jeder seine Meinung kundtun dürfen. „Es gibt einen neuen Sheriff in der Stadt“, ruft Vance. Er versuche es mal mit Humor, kündigt Vance dann an. „Wenn die amerikanische Demokratie zehn Jahre Schimpftiraden von Greta Thunberg überlebt, dann haltet ihr auch ein paar Monate Elon Musk aus.“ Die Lacher halten sich in Grenzen.

Es ist ein Vortrag, den viele nicht so schnell vergessen werden, der auch für die – auf eine lange Geschichte zurückblickende – Münchner Sicherheitskonferenz einmalig ist.

 




Bis zu 30 Prozent teurer – Lebensmittelpreise explodieren

 

Kaffee, Orangensaft und Kakao besonders teuer
Insgesamt stiegen die Preise für 29 Prozent von fast 44.000 Produkten. Die größten Preissteigerungen gab es bei Produkten wie Kaffee, Orangensaft und Kakao.
Nordamerikanische Wissenschaftler haben kürzlich die Preisentwicklung in Supermarktketten in zehn Ländern untersucht. Herausgekommen ist dabei, dass sich die Eigenmarken – im Grunde also No-Name-Produkte – besonders stark verteuert haben in den vergangenen Jahren und Monaten der hohen Inflation. Beispiele für solche Produkte sind etwa Milch, Eier oder auch Nudeln – Grundnahrungsmittel also.

Steigende Lebensmittelpreise nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa und den USA

„Viele einzelne Produkte haben sich um mehr als 25 Prozent verteuert. Das sind Erhöhungen, die wir schon vor ein paar Jahren hatten, aber wir hatten gehofft, dass es jetzt vorbei ist“, sagt Ulf Mazur, Geschäftsführer von Matpriskollen, einer schwedischen Preisvergleichsseite.

Nahrungs- und Lebensmittel haben sich generell stark verteuert seit 2020. So haben laut einer Berichterstattung des ZDF die Forscher herausgefunden, dass in den vier Jahren bis Mai 2024 Lebensmittel um rund 15 Prozent im Preis angestiegen sind. Bei Billigmarken lag der Anstieg allerdings fast doppelt so hoch, nämlich bei 29 Prozent.

Aussichten
„In der Regel kann man davon ausgehen, dass es nicht wieder preiswerter wird. Wahrscheinlich werden die Preise bei vielen Produkten der Eigenmarken auf einem höheren Niveau bleiben“, meint Florian Stahl, Professor für Marketing an der Universität Mannheim. Das liege auch daran, dass in Reaktion auf die hohe Inflation die Löhne gestiegen seien, was den Preisauftrieb unterstütze. Für viele Menschen dürfte also auch in 2025 die Inflation oder auch die Cheapflation eine Sorge im Alltag bleiben.

 




„Herr Spieles, das ist kein Spiel“ – Bald krebserregende Stoffe in der Luft?

„Herr Spieles, das ist kein Spiel“ – steht auf einem Plakat der zirka 70 Bürger:innen, die am Sonntag, den 09. Februar 2025, eine Begehung entlang des Steinbruches in Rüblingen machen. Der Steinbruch liegt idyllisch am Waldrand, Wiesen und Wald so weit das Auge reicht. Doch damit soll bald Schluss sein, wenn es nach den Bürgermeistern der anliegenden Städte und Gemeinden geht.

Flyer der BI zur geplanten Teerverbrennungsanlage.

Am Dienstag, den 11. Februar 2025, berät der Gemeinderat in Kupferzell über die deutschlandweit erste Teerverbrennungsanlage in dieser Form, die direkt neben den Steinbruch kommen soll. Ein 30 Meter hoher Schlot bläst dann fast jeden Tag 24 Stunden extrem viel CO2 in die Luft und möglicherweise auch krebserregende Stoffe.

Liest man die Beratungsvorlage zur Gemeinderatssitzung, so könnte man den Eindruck gewinnen, dass hier schon längst nicht mehr die Frage im Raum steht, OB die Anlage kommt, sondern nur noch, WANN und in welcher Form:

Kupferzell nimmt Stellung

“ In der GR-Sitzung im Oktober 2024 wurde beschlossen, dass zu dem Thema „NovoRock“ eine enge
Zusammenarbeit der Gemeinden Braunsbach und Kupferzell erfolgen soll. Dabei wurde auch eine
gemeinsame Stellungnahme vorgestellt und anschließend in den Mitteilungsblätter veröffentlicht und
an den Personenkreis (Abgeordnete, Regierungspräsidentin, Regionalverband und Landräte)
versendet.
Mit Frau Regierungspräsidentin Bay konnte sich BM Spieles bereits vor Weihnachten in Künzelsau
über das Schreiben, den Sachstand und die Sichtweise über NovoRock austauschen. Es wurde
deutlich, dass auch von Seiten RPS die Klärung über den Standort von besonderer Bedeutung ist.
Hier ist der Vorhabenträger mit dem RPS in einem intensiven Austausch, ob und wenn ja welche
Verfahrensart über die Nennung eines Standortes (z. B. Raumordnungsverfahren) angewendet wird.
Um weiterhin miteinander im Gespräch zu bleiben, fand Ende November 2024 zwischen
Vorhabenträger, Verwaltung und Vertreter der Faktionen ein Treffen statt.
Bei diesem Treffen wurde insbesondere über die Wahl des Standorts und der Weg dorthin diskutiert.
Über den Standort ist, wie oben beschrieben, das RPS mit dem Vorhabenträger im Austausch.“

Das ganze Dokument ist hier einsehbar:

Ratsinformationssystem: Gemeinde Kupferzell

Bürgermeister Spieles von Kupferzell ist bei diesem umwelttechnisch sehr kritischen Vorhaben ähnlich eng im Austausch mit dem Stuttgarter Regierungspräsidium wie vor einigen Jahren beim deutschlandweiten ersten und bislang einzigen XXL-Strom-Booster-Vorhaben, der ebenfalls in Kupferzeller Gemarkung Heimat findet. Ein Zufall? Trotz einer starken Bürgerinitiative (BI) konnte der Booster damals nicht verhindert werden. Auch GSCHWÄZ berichtete kritisch darüber:

Riesenbatterie Archive – GSCHWÄTZ

Nun tut sich die BI bezüglich der Teerverbrennungsanlage ähnlich schwer, an den Entscheidungsprozessen etwas zu verändern. Das frustriert viele Anwohner:innen.

„Ich möchte, dass meine Kinder hier gesund aufwachsen können“, erklärt ein junger Mann seine Beweggründe, warum er an der Begehung teilnimmt. “

Sobald die Anlage läuft, betrifft die schlechtere Luft alle Dörfer, Städte und Gemeinden in einem Radius von rund 10 Kilometer Luftlinie, also auch Künzelsau, Kupferzell, Rüblingen, Steinkirchen, Döttingen, Braunsbach, Kocherstetten, Amrichshausen und viele weitere. Bislang wissen hauptsächlich Bürger:innen von der geplanten Anlage, die unmittelbare in den betroffenen Gemeinden wohnen.

Das Unternehmen NovoRock, welche der Betreiber der Anlage wäre, gibt sich derweil greenwashed gelabelt:

„NovoRock hat eine nachhaltige Lösung entwickelt, um teerhaltigen Straßenaufbruch nach höchsten Umweltstandards zu recyceln und als Recycling-Baustoff wieder in den regionalen Nutzungskreislauf zurück zu bringen. Das Bindemittel wird als Wärmequelle für die Anlage genutzt. Die Anlage arbeitet so im Betrieb ohne zusätzliche Brennstoffe und erzeugt außerdem ihren eigenen Strombedarf. Es bleibt ein nutzbarer Wärmeüberschuss, den wir der Region zur Verfügung stellen werden. Mit diesem Projekt wird der begrenzte Vorrat an Naturbaustoffen und Deponieraum geschont. Der rückgewonnene Stein dient als Ersatz für einen Teil der im Steinbruch Rüblingen erzeugten Naturstein.“

Über den extrem hohen CO2-Ausstoß verliert der Betreiber kein Wort. Wieso Rüblingen?, fragt NovoRock selbst auf seiner Homepage. Als Antwort steht dort unter anderem: „Sie ist von außen nicht einsehbar.“

 




Merz: „Es gibt keine Gemeinsamkeiten zwischen CDU und AfD“ – Bei diesem TV-Duell malt sich jeder die Welt, wie es ihm gefällt

Das Live Duell von ARD und ZDF, übertragen unter anderem auch auf youtube, geht gleich direkt mit dem großen Knall von vergangener Woche los. Es gibt um die Abstimmung im Bundestag um das Asylgesetz.

„Das war ein Wort- und Tabubruch“, sagt Olaf Scholz zu Beginn zum Thema CDU-Asylgesetz gemeinsam mit Stimmen der AfD.

Merz betont: „Uns trennen in Sachfragen Welten. Es gibt keine Gemeinsamkeiten zwischen CDU und AfD“. Aha. So ganz stimmt das ja nicht. Allein die Abstimmung beim Asylgesetz zeigte sich ja deutlich, wie nah sich die CDU und die AfD allein bei diesem wichtigen Thema sthen.

„Es wird diese Zusammenarbeit nicht geben“, wird Merz nochmal deutlich. Scholz wiederum schenkt dieser Aussage keinen Glauben mehr.

„Ich konnte es mit meinem Gewissen nicht mehr verantworten nach Aschaffenburg“, daher habe er dieses Gesetzesvorhaben jetzt schon versucht, mit der CDU durchzuboxen, erklärt Merz. „Kaum jemand denkt an die Opfer.“ Naja, an die Opfer denken sehr viele. Diese waren ja auch Migrant:innen und gegen diese Menschen richtet sich ja das von Merz forcierte Asylgesetz.

„Wir haben die Abschiebungen um 70 Prozent gesteigert, seit ich Kanzler bin“, erklärt Scholz. Ob das stimmt, keine Ahnung. Im Prinzip kann man ja jede Studie, wie wir mittlerweile wissen, so hinbiegen, dass sie für einen selbst passt.

Laut Moderatorin Maybrit Illner sind aber die Zuwanderer-Zahlen aber tatsächlich gesunken. Ob das der Verdienst von Bundeskanzler Scholz ist oder einfach ein automatischer Rückgang der syrischen Flüchtlinge, weil viele die vergangenen Jahre bereits ihr Land verlassen haben, kann sich jeder für sich überlegen.

„Es gibt mehr Schutz an den europäischen Außengrenzen, es finden mehr Überprüfungen statt. Dieses Gesetze treten nächstes Jahr in Kraft“, erklärt Scholz. „Herr Merz macht lediglich Shows mit Anträgen im Bundestag, die so gar nichts bringen.“ Also alles kein Problem und alles im Griff, laut Herr Scholz?

Syrer und Afghanen sind wohl laut Illner die Menschen, die die höchste Flüchtlingsquote aufweisen.

Merz betont, dass jetzt schon viele Länder problemlos Zurückweisungen machen, wie etwa Finnland, nur Deutschland hadere, wohl weil die SPD und die Grünen uneins in ihrem Kurs seien. „Sie beschönigen die Lage und beschreiben eine Situation, die nichts mehr der Wirklichkeit zu tun hat.“

„Das, was Sie machen, widerspricht europäischem Recht“, kontert Scholz. Viele brechen jetzt schon dieses Recht, wie etwa Polen, sagt Illner. Aber das könne doch nicht das größte Land Europas als Vorbild so machen, sagt Scholz.

20.38 Uhr. Ein Themenwechsel wäre jetzt auch mal echt toll. Gibt ja noch mehr Probleme in Deutschland.

„Ich habe gefordert, dass wir mehr Abschiebeeinrichtungen bauen“, sagt Scholz. Merz wiederum sagt: „Sie leben nicht in dieser Welt. Das ist Wunschdenken.“

Nach einer knappen halben Stunde endlich Themenwechsel. Wirtschaft. „Scholz: „Bürokratieabbau und mehr öffentliche Investitionen.“ Blablabla. Alles schon gehört, auch schon vor vier Jahren. Getan hat sich ja leider bekanntlich nichts.

„Wir haben drei Millionen Arbeitslose, wir haben eine Insolvenzwelle wie nie, beides steigende Tendenz und dann sprechen sie davon, dass wir keine Deindustrialisierung hätten“, kontert Merz. „Industrieunternehmen gehen reihenweise ins Ausland. „Ich bin erschüttert, wie Sie den Zustand der Wirtschaft beschreiben. Das hat mit der Realität nichts zu tun.“

Wir haben 45 Millionen Erwerbstätige, wir haben Grundlagen für Wachstum.“ Aha. Naja, viel fällt ihm hier an dieser Stelle tatsächlich nicht ein. Doch, noch etwas: „Ich habe die Ukraine nicht überfallen. Kohle, Gas und Öl müssen wir importieren. Die Preise sind explodiert. Wir sind eine Exportnation. Der Krieg hat uns daher mehr gebeutelt, als andere EU-Länder.“ Die SPD schlägt einen Made-in-Germany-Bonus vor, das heißt, 10 Prozent auf alle Maschinen und Geräte, die Unternehmen jetzt kaufen. Da fragt man sich: Wäre es nicht richtiger und wichtiger, sich als Deutschland neu zu erfinden – weg von der veralteten Industrie und Produktion hin zu Zukunftsthemen wie Digitalisierung und Zukunftstechnologien? Es gibt ja noch  mehr Branche als der Maschinenbau und die Automobilindustrie, aber vielleicht kennt Herr Scholz nur die beiden Branchen.

Steuerstattung, höhere Schulden, höhere Staatsverschuldung, sei das laut Merz. „Warum belohnen Sie nicht alle? Das sind ansonsten  Einmaleffekte, die Sie nicht mal bezahlen können.“

„Uns fehlt schlicht das Geld für mehr“, sagt Scholz. Aber 15 Euro Mindestlohn möchte er durchsetzen. Dass dieser Schuss derzeit angesichts der stark angestauchten Wirtschaft nach hinten losgehen könnte, sei mal dahingestellt. Beim Thema Wirtschaft wirkt Merz wesentlich kompetenter und durchdachter.

Nun kommt das Thema Inflation. Dadurch haben die Menschen im Schnitt 20 Prozent weniger in den Taschen. Scholz schiebt das auf den Ukrainekrieg, obwohl jeder weiß, dass die Wirtschaft schon vor Corona und insbesondere auch durch Corona stark angeschlagen war. „Aber wir brauchen hier Steuererleichterungen. Daher brauchen wir Mehrwertsteuersenkungen bei Lebensmittel.“

Merz sagt, er möchte ein Klimageld ausbezahlen an jeden Bürger, das bereits 2022 hätte ausbezahlt werden müssen. Und: „Wir müssen den Industriestandort Deutschland erhalten.“

Thema Bürgergeld.

Merz möchte 1,5 Milliarden Euro sparen durch das Kürzen des Bürgergeldes. „Wenn wir nur ein Viertel zurückholen in den Arbeitsmarkt, haben wir schon viel gewonnen.“

Scholz sagt: „Sie kleben doch nur einen anderen Namen drüber und ändern werden Sie nichts. ich sehe das ja auch so: Wer arbeiten kann, soll arbeiten.“ Und: „Leute wie ich und Sie, Herr Merz, sollten mehr Steuer zahlen und wer noch mehr verdient, sollte auch mehr Steuern zahlen.“ Der Spitzensteuersatz sollte nach Scholz um 2 Prozent ansteigen.

Wie finanziert man all diese Steuererleichterungen gegen?

Merz: „Die Steuerreform ist in vier Teile aufgeteilt. Wir wollen in einer wachsenden Volkswirtschaft 25 anstatt 30 Prozent Unternehmenssteuern.“ Besser weniger Unternehmenssteuern, aber dafür wieder eine wachsende Volkswirtschaft als umgekehrt – ja, da hat er Recht. Wie er die Wirtschaft wieder ankurbeln möchte, sagt er leider nicht, denn es liegt ja nicht alles an den Steuern in Deutschland, sondern auch an der derzeit fehlenden Innovationsfähigkeit alternder Unternehmen.

Thema Gendern.

Merz möchte das Gendern in Behörden verbieten. Huch? Kehren wir hier plötzlich ins Mittelalter zurück? Hier ist Scholz wesentlich entspannter: „Lasst uns doch das alle so machen, wie jeder es machen möchte.“

Thema Ukraine-Krieg

Beide sind überraschenderweise positiv, was das baldige Ende des Ukrainekrieges betrifft – mit Hinblick auch auf Vermittler Trump. Das kam jetzt etwas überraschend. Trotzdem betont Scholz: „Es ist aber immnoch ein ganz gefährlicher Krieg, wobei man schauen muss, dass das kein Krieg zwischen Russland und der Nato wird. Wir brauchen hier eine kluge, besonnene Politik.“

Merz: „Russland wird auch die nächsten Jahre aggressiv gegen Europa vorgehen. Da müssen wir uns darauf einstellen.“

Scholz möchte keine schärfen Waffen in die Ukraine liefern, um den Krieg nicht zu verschärfen. Merz schon. Merz möchte auch die Ukraine in die Nato aufnehmen. Putin wird dabei nur nicht tatenlos zusehen, Herr Merz.

Thema Trump.

Merz: „Es gibt erhebliche Sorgen, was da noch kommt. Deswegen ist es wichtig, dass wir geschlossen reagieren. Dazu gehören auch die Briten. Wir brauchen eine gemeinsame europäische Strategie, was das Thema Grönland betrifft. Wir dürfen uns hier auch nicht kleiner machen, als wir sind. Wir sind in Europa größer als die USA und Kanada zusammen.“

Scholz: „Wir wollen mit der Regierung in den USA zusammenarbeiten. Aber das, was der Präsident sagt, meint er auch. Deswegen habe ich bezüglich Grönland gesagt: So geht das nicht. Die Wegnahme von Grönland muss mit aller Macht verhindert werden. Die Präsenz der Nato in Grönland müssen wir erhöhen.“

Thema US-Zölle.

Merz würde als Europa Gegenzölle einführen wie vor sechs Jahren. „Starke Europäer, starke Antwort, was geht und was geht nicht.“

Scholz sagt: „Wir sind darauf vorbereitet und wir können in einer Stunde als Europäische Union handeln. Deutschland als Exportnation würde am meisten unter diesen Zöllen darunter leiden.“

Scholz würde mindestens 2 Prozent Verteidigungsausgaben in den nächsten vier Jahren ansetzen. Merz sagt, dass Deutschland hier deutlich über zwei Prozent liegen müsse, eher bei drei Prozent. Woher das Geld kommen, wird nicht so richtig klar, vermutlich über Steuererhöhungen, wie immer halt. „Das geht nur, wenn wir wieder eine stark wachsende Volkswirtschaft werden“, sagt er schließlich auf explizite Nachfrage von Sandra Maischberger. „Und wir werden Prioritäten im Haushalt setzen müssen: Wir schauen auch auf den öffentlichen und wieviel Bedienstete wir wirklich brauchen.“

„Was Sie hier sagen, ist lächerlich“, sagt Scholz. „So ein großes Wirtschaftswachstum können Sie gar nicht erreichen. Sie gaukeln hier den Bürger:innen etwas vor.“

Letzten Endes ist Deutschland so etwas von pleite und eigentlich kommt man aus dieser großen Schuldenspirale wohl gar nicht mehr raus.

Thema Koalitionsgespräche und eine eventuell instabile Regierung nach der Wahl

Merz: „Diese AfD muss wieder kleiner werden. Für linke Politik gibt es in diesem Land keine Mehrheit mehr. Alle, die mit uns regieren möchten, müssen mit uns den Weg zurück zur Mitte gehen.“ Nur was passiert, wenn sich die SPD und die Grünen sagen: Nö?

Scholz erinnert wie bereits zu Anfang an den Tabubruch von Friedrich Merz durch seine Asylgesetz-Abstimmung mit Stimmen der AfD. „Mit denen [AfD] gibt es keine Zusammenarbeit. Und darauf können Sie sich verlassen.“




Bundestagswahlen 2025 – Die 10 größten Baustellen Deutschlands

Laut aktuellen Umfragen vor den Bundestagswahlen sind den Deutschen derzeit besonders die Themen Asylpolitik, Frieden in Europa, Wirtschaftspolitik und Klimapolitik wichtig.

Doch auch darüber hinaus gibt es zahlreiche Baustellen. In dem Video erklärt Dr. Sandra Hartmann die wichtigsten Problemzonen und wie man diese angehen müsste, um Deutschland wieder in Schwung zu bringen.

Bundestagswahl 2025 – Was Deutschland jetzt braucht – YouTube

1. Bildungspolitik

„Kinder sind die Zukunft eines jeden Landes. In der Coronapandemie wurde auf Familien am wenigsten geachtet“, sagt Hartmann. Shut downs, wochenlange Schulschließungen und home schooling, in welchem viele überfordert wurden, waren das „Resultat einer völlig verfehlten familienunterstützenden Politik“. Wenn Deutschland auch für Familien wieder attraktiv sein möchte, muss es mehr Geld in Bildung investieren: kleinere Klassen, eine positive Lernumgebung, mehr Lehrerstellen und vor allem mehr Digitalisierung in den Schulen anstatt schwere und oftmals veraltete Schulbücher. Mehr Bewegung anstatt Frontalunterricht. Wie eigne ich mir neue Fähigkeiten und Wissen an anstatt wie lerne ich 2000 Jahre Geschichte auswendig.

2. Gesundheitspolitik

Corona hat es deutlich gezeigt, doch auch davor wurde das Gesundheitswesen nur noch mit dem Rotstift betrachtet, nach wirtschaftlichen und nicht nach sozialen Maßstäben. Die Menschen im Land, die Arbeitnehmer:innen, zahlen sehr hohe Gesundheitsabgaben, und das Ergebnis ist, dass trotzdem ständig die Krankenkassen in den roten Zahlen feststecken und auch zahlreiche insbesondere kleinere Krankenhäuser schließen mussten während die Pharmaindustrie nach wie vor Milliarden scheffelt. Auch hier muss dringend umgedacht und gegebenenfalls umverteilt werden.

3. Bürokratisierung

Deutschland ist weltweit bekannt seine überbordende Bürokratisierung. Allein der Verwaltungsapparat verschlingt mehrere Milliarden jährlich, ganz zu schweigen von der Unattraktivität des Standortes Deutschland für Unternehmer:innen dadurch.

4. Digitalisierung

Ja, wo ist sie, die Digitalisierung? Wir könnten Vorreiter im Bereich von KI und Quantentechnologie sein und sehen den Zug hier ebenso abfahren, wie auch in der digitalisierten Automobilindustrie. Deutschland hat vermutlich mehr Funklöcher wie Zimbabwe. Mehr Mut für diesen Bereich zu wagen, wäre nicht nur wichtig und richtig, Digitalisierung ist auch Zukunft. Und wer hier noch immer am Bahnsteig steht, wird immer mehr zurückfallen hinter alle anderen Nationen

5. Klimawandel & ethisch leben

Um die Welt wieder grüner zu bekommen, bedarf es einer enormen Kraftanstrengung, der für jeden Einschnitte bedeutet, unter anderem weniger Fleisch und Fisch essen, weniger reisen, weniger Müll produzieren. Sich fragen, wo wird unsere Kleidung produziert? Sicher kann man sagen, die in China leben aber noch nicht so. Aber man sollte grüner leben auch nicht wegen anderen machen, sondern weil man selbst frische Luft atmen, den Planeten nicht ausbeuten und gesünder leben möchte. Wer weiß, vielleicht katapultiert uns auch diese Vorreiterrolle in diesem Bereich wieder zur Weltspitze

6. eine starke Wirtschaftspolitik

Um aktiv die Welt wieder grüner zu gestalten, bedarf es Geld. Und ihne eine funktionierende Wirtschaft mit einer niedrigen Inflation und einer niedrigen Arbeitslosenquote wird uns das nicht gelingen. Der Wirtschaftsstandort Deutschland muss hier verbessert werden mit einer zuverlässigen Politik, mit einer Entbürokratisierung, einer starken Digitalisierung und positiven Rahmenbedingungen für Start ups

7. Asylpolitik

Für viele Menschen ist das derzeit das Hauptthema bei den Bundestagswahlen, andere sagen wiederum, das finde ich gar nicht so wichtig, es wird aber leider derzeit immer nur darüber gesprochen. Da es anscheined für viele einen so hohen Stellenwert hat, sonst wäre die AfD auch nicht so stark in den Umfragen, sollte dieser Punkt von jeder Partei Beachtung finden. Menschen wollen nicht nur in Freiheit, sondern auch in Sicherheit leben, in einem sicheren Land. Viele fühlen sich derzeit nicht sicher und diesem Gefühl sollte man Respekt zollen. Schon seit Anfang der 1990er Jahre wurde über eine europäische Blue Card – ähnlich der Green Card in den USA debattiert für eine geregelte Fachkräfte-Zuwanderung. Zusätzlich haben wir als ehemalgier Kolonial-Kontinent auch Verpflichtungen, und auch als treibender Motor des Klimawandels. Wir haben die Verpflichtung, andere Menschen in Kriegsländern oder Ländern, die vom Klimawandel stark betroffen sind, zu helfen – vor Ort oder auf unserem Kontinent. Das bedeutet aber nicht, dass jeder nach Europa ohne Papiere einwandern darf und tun und lassen kann, was er will. Jeder, der nach Europa kommen und hier leben möchte, muss sich hier genauso an unserem Werte- und Rechtssystem orientieren und integrieren. Viele machen das, aber nicht alle. Gleichwohl gibt es nicht nur unter Migrant:innen Täter (wie auch Opfer), sondern auch unter Deutschen. Integration ist der Schlüssel zum Erfolg. Eine Willkommenskultur, die gleichzeitig mit klaren Regeln verbunden ist.

8. Gleiche Rechte für alle – und gleicher Schutz für alle

Wir leben in einer bunten, vielfältigen Gesellschaft. Jede:r sollte im Jahr 2025 die gleichen Rechte haben und gleich behandelt werden, das fängt bei den Löhnen hat, geht weiter bei der Chancengleichheit im Leben, auf dem Arbeitsmarkt und endet in der Frage nach der sozialen Gleichheit in unserem Land. Die Schere zwischen Arm und Reich vergrößert sich weiter. Schon in der Schule muss hier Vorsorge getroffen werden, dass nicht nur der Geldbeutel, der Status oder Beruf der Eltern entscheidet, welches Kind Abitur macht und welches nicht. Später im Berufsleben müssen die Besten an die wirtschaftliche und politische Spitze kommen und nicht die Vitamin-B-Konsumenten. Wer Schutz in unserem Land braucht – vor Gewalt in Form von Mobbing, physischer wie psychischer – sollte sie bekommen, ohne die Schuld dafür zu bekommen.

9. Wir sind eine Demokratie. Eine Demokratie ist geprägt von Toleranz, Achtung, Respekt. Meinungs- und Pressefreiheit. Auch in schwierigen Zeiten dürfen wir unsere Werte nicht über Bord werfen. Eine Spaltung der Gesellschaft, wie sie heute auch in Deutschland zu beobachten ist, nützt niemandem etwas, es schwächt nur uns alle.

10. Frieden

Die Menschen wünschen sich Frieden, in der Ukraine, in Gaza, überall. Niemand möchte Krieg.

Was ist Euch wichtig? Schreibt es uns. Wir freuen uns, auf Eure Antworten.

 




Achim Beck: „Eltern können sich gerne bei mir beschweren“

Im Kocherstädtchen Niedernhall im Hohenlohekreis war die Verblüffung bei der:m ein oder anderen Einwohner:in groß, als im Amtsblatt die Freibadpreise für die Saison 2025 veröffentlicht wurden.

Die im Amtsblatt veröffentlichten neuen Preise schmecken nicht jedem.

So steigt etwa der Preis des Familientickets von 75 auf 90 Euro, was eine 20-prozentige Preissteigerung ist. In der Sitzungsvorlage werden denn auch die Gründe für die Erhöhung genannt.

So spielen die steigenden Energiepreise ebenso eine Rolle wie die geringeren Gästezahlen und das zunehmende Defizit des städtischen Haushalts:

Sitzungsvorlage zum Gemeinderatsbeschluss, die Preise für das Freibad zu erhöhen.

In dem Sitzungsbeschluss wird ebenfalls darauf verwiesen, dass die Preise letztmalig vor über elf Jahren, 2024, angehoben wurden.

Niedernhalls Bürgermeister Achim Beck verweist gegenüber GSCHWÄTZ auf nach wie vor sehr günstige Eintrittspreise im Vergleich zu anderen Freibädern und hat auch zugleich noch eine Bitte an seine Bürger:innen:

Achim Beck: „Sie können sicherlich auch recherchieren“

„Sie als gute Redakteurin können sicherlich auch recherchieren, welche Preise in anderen Bädern aufgeworfen werden. Daran sehen Sie, dass wir in den letzten Jahren landesweit im Vergleich zu den Bädern mit den niedrigsten Preisen gehört haben. Abschließend sollten Sie und die Eltern wissen, dass die Eltern sich gerne bei mir „beschweren“ bzw. bei uns als Stadtverwaltung gerne auch Rückfragen stellen dürfen. Wir müssen nicht über Dritt [sic] – also Ihr Magazin – kommunizieren.“

Preise im Künzelsauer Freibad teilweise um über die Hälfte günstiger

Schaut man sich die Eintrittspreises des Kocherfreibades Künzelsau an, sind diese allerdings deutlich niedriger angesetzt. Jugendliche zahlen hier 1,50 Euro. Erwachsene 2,50 Euro – im Gegensatz zu 5 Euro in Niedernhall. Die Saisonkarte kostet mit mit 25 Euro für Erwachsene im Kocherfreibad in Künzelsau sogar die Hälfte weniger als in Niedernhall. Dort müssen Erwachsene ab dieser Saison satte 60 Euro hinlegen.

Einzelkarten

  • Erwachsene 2,50 Euro
  • Kinder und Jugendliche, 0 bis 16 Jahre, Schüler, Studenten, Schwerbeschädigte (ab 50 Prozent) 1,50 Euro

Saisonkarten

  • Erwachsene 25 Euro
  • Kinder und Jugendliche, 0 bis 16 Jahre, Schüler, Studenten, Schwerbeschädigte (ab 50 Prozent) 20 Euro
  • Familien (ein oder zwei Erwachsene sowie Kinder und Jugendliche, 0 bis 16 Jahre) 45 Euro

Freibad Langenburg steht vor dem Aus

Andere Freibäder wie das beheizte Freibad in Langenburg steht angesichts der katastrophalen Haushaltslage der Stadt Langenburg sogar vor dem Aus. Im September rief der Verein Freibadfreunde Langenburg daher eine Spendenaktion ins Leben. Sie erklären darin:

„Liebe Freundinnen und Freunde des Freibades,
das Langenburger Freibad ist ein echtes Kleinod!
Leider sieht es für die Zukunft dieser schönen Einrichtung katastrophal aus.
Die Schulden der Stadt Langenburg haben zwischenzeitlich ein Ausmaß erreicht, das es langfristig für die Stadt unmöglich macht, das Freibad selbst zu betreiben.
Darüber hinaus stehen Sanierungen im Freibad an, die von der Stadt Langenburg nicht finanziert werden können.
Spätestens dann, wenn die Vorgaben des Gesundheitsamtes zur Hygiene nicht mehr erfüllt werden können, wird das Freibad dauerhaft schließen müssen.
Dem müssen wir vorbeugen.
Für die Sanierung sammeln wir daher Spenden. Zahlreiche kleinere Aktionen laufen bereits direkt vor Ort. Damit wir aber auch für zukünftige Generationen das Schwimmen lernen und Schwimmen sicherstellen können, braucht es einen großen Batzen Geld.
Die Gesamtkosten der Sanierung stehen noch nicht endgültig fest. Wir gehen davon aus, dass der Eigenanteil (unter Berücksichtigung aller möglichen Zuschüsse) sich am Ende des Tages auf 500.000 € summieren wird.
Daher sind die aufgerufenen 250.000 € nur ein erstes Etappenziel.
Mit dem Spendenaufruf möchten wir unser Eigenkapital erhöhen – damit wir gemeinsam mit der Stadt Langenburg Förderanträge stellen können – für die Sanierung unseres Freibads.
Unser Ziel ist es den Eigenanteil selbst zu übernehmen.
(Beispiel: Eine Sanierung kostet 1 Mio Euro, diese wird zu 90% gefördert allerdings muss man 10% selbst aufbringen) Und diese 10% möchten wir erreichen.
Die von uns angegebenen Zahlen gelten nur zur Anschauung und sind keine konkreten Zahlen.
Aktuell unterstützen wir als Förderverein „Freibadfreunde Langenburg e.V.“ die Stadtverwaltung Langenburg ebenfalls bei der Suche nach einer alternativen Betriebsform.
Sollte die Spendensumme nicht erreicht werden können, möchten wir die Stadt Langenburg mit dem gesammelten Geld bei den anfallenden Betriebskosten unterstützen.
Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie uns auf diesem Weg mit einer kleinen finanziellen Spende, einer Unterschrift oder einer Mitgliedschaft unterstützen würden. Auch ein Besuch in Langenburg – ob mit Freibadbesuch oder auch ohne – lohnt sich immer!
VIELEN DANK sagen die
Freibadfreunde Langenburg e.V.
Sollte das Schwimmbad nicht fortgeführt werden können, wird das Geld für zweckgebundene Angelegenheiten im Sinne der Förderung des Sports übergeben.“
500.000 Euro werden hierfür benötigt. 250.000 lautet das erste Etappenziel der Spendenrunde. Bislang sind rund 11.500 Euro zusammengekommen.
Die Corona-Pandemie hat das Freibad Langenburg vorbildlich gehandhabt. GSCHWÄTZ war damals mit einem Videoteam vor Ort:
Besucher begeistert: Geheimtipp Freibad Langenburg | GSCHWÄTZ – Das Magazin



„Finde es inspirierend, einen Charakter zu spielen, der immer das Gute im Menschen sieht“

Mit einer Flasche Jack Daniels, einem Klappmesser und einem Schlauch rettet der Assistenzarzt Shaun Murphy [gespielt von Freddie Highmore] einem Jungen auf einem Flughafen spontan das Leben. In den Medien wird er gefeiert, während das Krankenhaus, bei dem er sich als Chirurg beworben hat, hinter verschlossen Türen damit ringt, ob sie ihn einstellen sollen – einen Autisten als Chirurg. Kann das gut gehen? Es kann und es geht nicht nur gut, es sollte sogar Vorbild für unsere Gesellschaft sein.

Autismus gepaart mit Inselbegabung

Die Serie zeigt die vorurteilsbehafteten Narrative, die es um autistische Menschen gibt, wie etwa, sie seien emotionslos beziehungsweise unempathisch, wie auch die realen positiven, aber auch problematischen Auswirkungen, als Shaun anfängt, in dem Krankenhaus zu arbeiten.

Durch seine Inselbegabung im Bereich der Chirurgie und seine Hochfunktionalität erkennt Shaun besser als seine Kolleg:innen besondere Fallstricke bei Patient:innen, die sich innerlich in den Organen abspielen, aber die sich äußerlich nicht auf den ersten Blick erkennbar sind. Er hat dabei ein äußerst systematisches Vorgehen (auch in seiner private Alltagsroutine) bei seiner Arbeit. So kommt es allerdings auch vor, dass er manchmal zu gründlich einen Patienten behandelt, der nur Bauschmerzen hat. Auch als er einer an Krebs erkrankten Frau direkt im Erstgespräch ins Gesicht sagt, dass sie sterben wird, wenn sie nicht sofort operiert wird, zeigen die Probleme auf, die es mit sich bring, sich als autistischer Arzt nicht so einfach in andere Menschen hineinversetzen zu können. Aber Shaun lernt schnell, was er anders machen muss, wenn Kolleg:innen ihn darauf hinweisen und es ihm erklären. Dabei hat er es auch mit weniger reinfühlsamen und verständnisvollen Kolleg:innen zu tun, die kein Fan von Shaun sind und ihn aufgrund seiner Krankheit auch offensiv angreifen und boykottieren.

Viele Nicht-Autisten verhalten sich emotional wie Autisten

Hier merkt der Zuschauer deutlich, dass der Unterschied zwischen Autisten und Nicht-Autisten hier unter anderem daran liegt, dass Autisten nicht bewusst und vorsätzlich andere Menschen emotional verletzen möchten. Was ist also besser, fragt man sich hier automatisch als Zuschauer: Ärzte, die einfühlsam zu ihren Patienten sein könnten, aber es oft nicht sind oder ein autistischer Arz, dem es durch den Autismus bedingt schwerer fällt, sich in andere hineinzuversetzen, der aber nichts dafür kann und das auch versucht zu ändern, wenn er darauf aufmerksam gemacht wird?

Und man lernt, dass eine vermeintliche Schwäche oder ein Handicap eines Menschen auch immer eine Stärke mit sich bringt. Oft sind Autisten und Menschen mit Asperger in bestimmten Bereichen inselbegabt. Menschen, denen Arme fehlen, haben gelernt, ihren Alltag allein mit ihren Füßen zu bewältigen. Blinde können oft extrem gut hören.

„Ich finde das inspirierend“

In einem Interview mit prima sagte der Hauptdarsteller Freddie Highmore über einen autistischen Charakter, den er spielt: „Ich denke, jeder von uns kann sich mit ihm identifizieren, in dem Sinne anders zu sein oder sich von der Gesellschaft ausgegrenzt oder diskriminiert zu fühlen. Es gibt so viel Negativität in den Nachrichten. Also warum sollte man sich danach mehr davon ansehen wollen? Ich finde es inspirierend, einen Charakter mit einem solch optimistischen Bild von Menschlichkeit zu verfolgen, der immer das Gute im Menschen sieht.“ Highmore selbst ist kein Autist. Er hat aber für seine Vorbereitung auf seine Rolle mit autistischen Menschen gesprochen.

Wichtiger Reminder in der heutigen Zeit

Wenn wir das erst einmal verstanden haben, ist der Begriff „Mensch mit handicap“ eigentlich nicht mehr alltagstauglich, da jeder Mensch im Grunde irgendwelche Handicaps hat. Diese Handicaps treten aber immer in Kombination mit Stärken und besonderen Begabungen auf, die jeder einzelne mitbringt. Und bei den Dingen, die wir nicht so gut können, sollten wir uns einfach gegenseitig unterstützen.

Für uns ist THE GOOD DOCTOR der Filmtipp der Woche, auch wenn die Serie bereits seit 2017 am Start ist, wir finden, die Netflix-Serie ist ein wichtiger Reminder in der heutigen Zeit.




Shitstorm gegen Merz – Donnergrollen am Demokratie-Horizont

Ausgepeitscht wurde er nicht (kann ja noch kommen ;.-). Aber Friedrich Merz bekam massiv Schelte von Bürger:innen, den Grünen und der SPD für sein Vorgehen vergangene Woche, das Zustrombegrenzungsgesetz notfalls auch mit Stimmen der AfD durchzuboxen. Aber ist das in einer Demokratie nicht auch legitim?

[Hier geht es direkt zum Videokommentar von GSCHWÄTZ_Herausgeberin Dr. Sandra Hartmann: Shitstorm gegen Merz wegen Asylgesetz]

Deutschlandweite Demos gegen das Gesetz

Kurz zum Verständnis: Das Zustrombegrenzungsgesetz baut auf dem 5-Punkte-Plan auf, den Friedrich Merz zuvor eingebracht hat. Die AfD und ihre Anhänger waren erfreut darüber, während die Grünen, die SPD und diverse Bürger:innen auch in Form von deutschlandweiten Demos diesen Plan und auch das Gesetz massiv ablehnen.

Was ist das Zustrombegrenzungsgesetz?

Das Zustrombegrenzungsgesetz enthält drei wesentliche Teile:

  • Im Aufenthaltsgesetz soll nicht nur die Steuerung, sondern auch die „Begrenzung“ des Zuzugs von Ausländern erneut als übergeordnetes Ziel festgeschrieben werden. Das Wort „Begrenzung“ war 2023 gestrichen worden.
  • Der Familiennachzug für subsidiär Schutzbedürftige soll eingestellt werden. Gemeint sind Menschen, die kein Asyl bekommen, aber aus anderen Gründen vorerst in Deutschland bleiben können. Der subsidiäre Schutz war bereits zwischen 2016 und 2018 ausgesetzt worden. Seit 2018 dürfen aus humanitären Gründen pro Monat 1.000 Angehörige von subsidiär Schutzberechtigten nach Deutschland kommen.
  • Die Bundespolizei soll eine eigene Zuständigkeit für „aufenthaltsbeendende Maßnahmen“ an den deutschlandweit 5.700 Bahnhöfen erhalten, für die sie mit zuständig ist. Die Beamt:innen sollen künftig auch selbst Anträge auf Haft und Gewahrsam stellen können, um die Abschiebung nicht aufenthaltsberechtigter Ausländer zu gewährleisten. Bisher müssen sich die Bundespolizisten dafür an die jeweilige Landespolizei wenden

Am Freitag, den 31. Januar 2025, sollte das Gesetz mit Stimmen der CDU, AfD und der FDP verabschiedet werden. Doch es scheiterte überraschenderweise, da unter anderem 12 CDU-Bundestagsabgeordnete Merz bei der Abstimmung „schwänzten“. Bei der FDP stimmten einige Politiker aktiv dagegen. 

Seitdem ergießt sich ein Shitstorm über Merz

Seitdem ergießt sich ein Shitstorm über Friedrich Merz aufgrund seines Versuchs, dieses Gesetz als Oppositionspolitiker mit Stimmen der AfD unbedingt noch vor der Bundestagswahl durchpeitschen zu wollen. Nun hat es nicht geklappt und der Kanzlerkandidat ist stark beschädigt – und mit ihm seine Partei, die bereits den ein oder anderen Prozentpunkt bei den aktuellen Umfragewerten eingebüßt hat, während die AfD und die SPD zwei Prozent zulegen konnten.

Ist das nicht pure, gelebte Demokratie? Eben nicht nach Parteidisziplin abzustimmen?

Letzten Endes stellt sich aber dann doch die Frage und zwar ganz unabhängig davon, ob man das Gesetz und die AfD befürwortet oder nicht, ob man Merz mag oder nicht – ob nicht genau diese Abstimmung näher an einem demokratischen Verständnis dran war als alle anderen Abstimmungen Jahre und Jahrzehnte zuvor. Denn der eigentliche Aufreger war, dass die CDU und Merz nicht bereit waren, VOR der Abstimmung sich noch einmal mit den Grünen und der SPD zusammenzusetzen und einen Konsens zu finden. Die CDU war der Meinung, dass ihr Gesetzesvorschlag gut ist und genau so verabschiedet gehört. Es gab daher keine vorherigen Absprachen, wie es ansonsten laut diversen Politikeraussagen üblich ist. Die Grünen reagierten verschnupft, die SPD empört. Verständlich, denn es sollte hier ein Gesetz ohne die derzeit noch amtierende Regierung durchgewunken werden.

Nur weil die AfD derselben Ansicht ist wie die CDU, soll die CDU von ihrer Position abrücken?

Die CDU argumentierte wiederum, dass es völlig hanebüchen sei, nur weil die AfD diesen Gesetzesentwurf ebenfalls gut findet, diesen dann nur aufgrund dessen nicht einzubringen.

Wenn man diese Argumentation weiter verfolgt, muss man sich tatsächlich fragen: Was macht man dann beim Thema Wirtschaftspolitik? Auch hier stehen sich CDU und AfD vermutlich weitaus näher als die SPD und die Grünen. Darf die CDU dann keine Gesetzesinitiativen mehr in jedwedem Bereich einbringen, die sie selbst gut findet, die aber AfD-Stimmen mit sich bringen würde? Damit müsste die CDU auch inhaltlich wesentlich von ihrem rechtskonservativen Wahlprogramm abrücken und sich komplett neu erfinden, um in keinem Fall wieder zu große Schnittmengen mit der AfD z produzieren – was eigentlich unmöglich ist.

Das Positive daran ist, dass die Wähler:innen nun sehr genau wissen, was sie erwartet, wenn sie die CDU wählen

Die SPD und die Grünen haben das Momentum vergangene Woche wiederum geschickt für sich genutzt und „für ein demokratisches Deutschland“ in die Luft gerufen bei alle den Demos, die es daraufhin wieder gab. Aber wenn man ehrlich ist, war die Abstimmung vergangene Woche gelebte Demokratie. Zudem ist es schon fast heuchlerisch, wenn die SPD und die Grünen sich beschweren, dass da beinahe über ihren Kopf hinweg ein Gesetz bestimmt worden wäre. Derzeit vergessen anscheinend viele, wie viel Gesetze bei Corona und im Zuge des Ukrainekrieges einfach so mal schnell im stillen Kämmerlein beschlossen wurden – teilweise gegen bestehende Rechte und Gesetze und wie sich nun im Nachhinein anhand der Robert-Koch-Leaks herausstellt, ohne jede Notwendigkeit. Wer im Glashaus sitzt, sollte vielleicht an dieser Stelle doch besser still sein.

Das Schöne für die Wähler:innen ist aber nun, dass die CDU sehr transparent war mit den Dingen, die sie einfordert und aktuell priorisiert, sollte sie an die Macht kommen und nun jede:r für sich überlegen kann, ob man das Kreuz bei dieser Partei machen möchte oder nicht.




Milliarden-Desaster – Die Continentalpleite als Sinnbild für den Niedergang der deutschen Automobil-Industrie

Auch deutsche Premium-Autobauer extrem unter Druck

Waffen statt Autos?
Continental hatte 2017 die Konrad Hornschuch AG gekauft.

Medienberichten zufolge ist Hensoldt in Gesprächen mit Mitarbeitern von Continental und Bosch, denen Entlassungen drohen. So sollen bereits Hensoldt-Mitarbeiter das Werk von Continental in Wetzlar besucht und Gespräche geführt haben. Laut einem Continental-Sprecher wurden dabei alternative Jobs vorgestellt und Bewerbungen entgegengenommen, berichtet das Handelsblatt.

Überraschend kommt das nicht. Hensoldt-Chef Oliver Dörre hatte bereits vor einigen Wochen gesagt, dass sein Unternehmen an Software-Teams von zwei Automobilzulieferern interessiert sei.

Es soll insgesamt um eine niedrige dreistellige Zahl an Mitarbeitern gehen. So bestätigte heute ein Hensoldt-Sprecher, dass auch geplant sei, fast 100 Bosch-Mitarbeiter aus der Region Stuttgart für Hensoldt-Standorte in Baden-Württemberg einzustellen.

Hensoldt-Rivale Rheinmetall hatte bereits im vergangenen Juni angekündigt, bis zu 100 Mitarbeiter vom Continental-Standort Gifhorn übernehmen zu wollen.

Während die deutsche Autoindustrie schwächelt, verzeichnete Hensoldt in den ersten neun Monaten seines Geschäftsjahres einen Rekord-Auftragsbestand von 6,5 Milliarden Euro.

In Europa steigen die Verteidigungsausgaben. Gründe dafür sind der Krieg in der Ukraine und Druck seitens der USA. US-Präsident Donald Trump verlangt, dass Europa mehr in seine eigene Sicherheit investiert.