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„Gutes tun und Werte schaffen“

Die Legende vom Lügenbrückle besagt, dass derjenige ins Wasser fällt, der am Tag, an dem er das Brückle über den Erlesbach zwischen Vogelsberg und Kocherstetten betritt, bereits gelogen hat.

Erstaunlich: Niemand hatte gelogen

Soviel sei vorweggenommen: Niemand ist beim Presserundgang am 26. Juli 2022 ins momentan ausgetrocknete Bachbett gestürzt, selbst der GSCHWÄTZ-Reporter nicht.

Bürgerbudget machts möglich

Lange Zeit war es nur schwer möglich, den alten Weg von Kocherstetten nach Vogelsberg zu gehen, denn die bestehende Brücke war in keinem guten Zustand mehr. Mit 10.000 Euro Unterstützung aus dem Bürgerbudget und 250 bis 300 ehrenamtlichen Arbeitsstunden von Kocherstettener, Vogelsberger, Laßbacher und Mäusdorfer Helfer:innen war es der Initiative des SC Kocherstetten möglich, die Brücke neu zu errichten.

„So stabil wars noch nie“ – das Lügenbrückle. Foto: GSCHWÄTZ

Mit dem Ergebnis ist man zufrieden: „So stabil war sie wohl noch nie“, lacht Mario Retzbach, Vorsitzender des SC Kocherstetten. Ganz besonderen Dank richtet er an Zimmerer Tobias Heller, dessen Know-How das Projekt beflügelte. „Das Bürgerbudget ist die Chance für die Allgemeinheit, Gutes zu tun und Werte zu schaffen.“

Platz lädt zur Rast oder zum Picknick ein

Mehrere selten zu beobachtende Schmetterlingsarten flattern um das Brückle herum, ein Tisch mit Bänken lädt zum Picknick in der Natur ein. „Das wurde auch schon genutzt“, berichtet Ortsvorsteher Frank Egner. Jetzt fehlt nur noch ein Schild, das auf die Legende vom Lügenbrückle hinweist, aber dieses sei bereits in Arbeit.

Text: Matthias Lauterer




Kein Nervenkitzel mehr in Amrichshausen

Recht unscheinbar sieht der Damm des neuen Regenüberlaufbeckens oberhalb von Amrichshausen aus. Wäre der Damm bereits begrünt, könnte man ihn fast für eine natürliche Erhebung halten.

Ganz anders, wenn man ihn von innen, aus dem Becken heraus, betrachtet. Dann sieht man, wie hoch die Dammkrone wirklich ist und wie stark in die bestehende Landschaft eingegriffen wurde:

Andreas Nußbaum mitten im Überlaufbecken. Foto: GSCHWÄTZ

5.000 Kubikmeter Wasser soll das neue Überlaufbecken bei Starkregen aufnehmen können und damit Amrichshausen vor einer weiteren Überschwemmung schützen. Die maximale Abflußmenge ist genau so konzipiert, dass der Engpass am Ortseingang von Amrichshausen nicht überlastet wird, erklärt Andreas Nußbaum (Geschäftsführer BIT Ingenieure).

„Viele viele Hektar“ sei das Einzugsgebiet des Beckens groß, sagt Svenja Marzano, genau sind es 56, also 0,56 Quadratkilometer.

Neues Bachbett im Überlaufbecken. Foto: GSCHWÄTZ

Nervenkitzel hat ein Ende

Gerhard Rudolph, Ortsvorsteher von Amrichshausen, ist mehr als nur zufrieden: „Endlich kein Nervenkitzel mehr. Steigts nochmal um fünf Zentimeter oder nicht?“, ist er erleichtert, denn beim Starkregen von 2016 entstanden auch in Amrichshausen erhebliche Schäden.

Amrichshausen wirkt ganz klein. Foto: GSCHWÄTZ

Auch für Belsenberg, das unterhalb von Amrichshausen liegt, bedeutet das Becken eine Erleichterung, denn die Welle des Deubachs – eines der drei Bäche, die dort zusammenfließen – wird zukünftig deutlich entschärft.

Nur eine von vielen Maßnahmen

Bürgermeister Stefan Neumann betont, dass dieses Überlaufbecken nur eine von mehreren ineinandergreifenden Maßnahmen ist, um die Bevölkerung der Kernstadt und den Teilorten zukünftig besser vor den Auswirkungen Starkregenereignissen zu schützen. Demnächst werden Maßnahmen am Künsbach folgen, um dessen Geschiebe aus der Stadt und aus der Verdolung fernzuhalten.

Noch nicht ganz fertig

Ab September soll das Becken wie geplant seinen Zweck erfüllen können. Bis dahin wird auch die Grünbedeckung der Dammkrone aufgebracht werden. Im Inneren des Beckens wird eine Feuchtwiese entstehen, die auch zur Heimat diverser Tier- und Pflanzenarten werden kann.

Text: Matthias Lauterer

 




Workshop zum Lokaljournalismus




Ozonwerte an vielen Messstellen überschritten

Aufgrund des anhaltend heißen, sonnigen Wetters ist auch in den nächsten Tagen mit hohen Ozonwerten zu rechnen. Das ist ein weiteres Argument für die Verkehrswende, um die Menge der Luftschadstoffe zu verringern, meint
Landesverkehrsminister Winfried Hermann und mahnt, körperliche Anstrengungen zu vermeiden und klimaschonende Verkehrsmittel zu nutzen.

Körperliche Anstrengungen vermeiden 

In den vergangenen Tagen wurden bei Ozonmessungen in Freiburg, Mannheim, BadenBaden, Tauberbischofsheim, Heidelberg, Wiesloch, Eggenstein, Gärtringen, Bernhausen und im südlichen Schwarzwald Ozonkonzentrationen über 180 μg/m³ gemessen. Solange das Wetter heiß und sonnig bleibt, ist auch in den nächsten Tagen mit Überschreitungen dieses Wertes zu rechnen. Bei Ozonwerten auf diesem Niveau spüren besonders Kinder und Menschen mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen Beschwerden wie Husten, Tränenreiz und Kopfschmerzen. Verkehrsminister Hermann sagte: Kurzfristig können wir hier nur raten, sich körperlich zu schonen, klimaschonende Verkehrsmittel zu nutzen und wenn möglich das Auto mit Verbrennungsmotor stehen zu lassen. Langfristig gilt das gleiche wie beim Klimaschutz: Wir müssen bei der Verkehrswende schneller werden.


Bodennahes Ozon entsteht bei heißen Temperaturen und intensiver Sonneneinstrahlung aus sogenannten Vorläufersubstanzen. Die wichtigsten dieser Vorläufersubstanzen sind Stickoxide (NOx), die im Straßenverkehr und technischen Einrichtungen bspw. in der Industrie emittiert werden sowie flüchtige organische Verbindungen. Diese Verbindungen
werden beispielsweise bei der Anwendung von Lösemitteln oder Lacken an die Umgebungsluft abgegeben. Ein kleinerer Teil dieser Verbindungen stammt von der Vegetation. Die komplexe Chemie bei der Ozonbildung sorgt dafür, dass die höchsten Konzentrationen häufig abends und in Vororten oder in ländlich geprägten Gegenden auftreten und nicht zur Hauptverkehrszeit an den Straßen.

Unangenehme Folge der Klimakrise 

Verkehrsminister Herrmann erläuterte: „In der Hitzewelle und der anhaltenden Trockenheit spüren wir alle die Auswirkungen der Klimakrise. Eine weitere unangenehme Folge dieser Krise ist die Zunahme des bodennahen Ozons, das vielen Bürgerinnen und Bürgern gesundheitliche Probleme bereitet. Die Klimakrise zu bekämpfen muss innerhalb weniger
Jahre gelingen. Dadurch wird auch der Ausstoß von Ozonvorläufersubstanzen vermindert und wir können damit die Lebensqualität der Menschen innerhalb weniger Jahre merklich verbessern.“

Pressemitteilung Verkehrsministerium BW




Sperrung der L 1048 bei Orendelsall

Die Landesstraße L 1048 muss zwischen Orendelsall und der Einmündung zur L 1050 bei Zweiflingen von Montag, 1. August, bis einschließlich Freitag, 5. August, wegen einer Fahrbahndeckenerneuerung gesperrt werden.

Die überörtliche Umleitung wird in beide Fahrtrichtungen ausgeschildert und erfolgt nach Orendelsall über die L 1050 Heiligenwald – L 1045 Ernsbach – Forchtenberg – L 1048 Rauhbusch.

Pressemitteilung Landratsamt Hohenlohekreis




„Sommer in der Stadt“ mit griechischen Spezialitäten und Live-Musik am Oberen Markt

Auf dem gemütlichen Platz neben dem offenen Künsbach unter Schatten spendenden Bäumen findet der nächste Sommer-in-der-Stadt-Abend statt: am Oberen Bach in Künzelsau am Donnerstag, 28. Juli 2022 von 17 bis 21 Uhr. Der Griechische Schulverein Künzelsau grillt und bietet griechische Spezialitäten an.

COUCHGesang spielt

Für Live-Musik und eine perfekte Sommeratmosphäre sorgt die Band COUCHGesang, welche liebenswerterweise kurzfristig für „Steel, Wine & Honey“ einspringen. Der Eintritt ist frei.

COUCHGesang macht Musik zum Zuhören, Mitsingen, Tanzen, Mitfühlen und einfach nur gemeinsam Genießen. Das ist es, was Katja, Micha und Stefan mit ihrem Couchgesang erreichen wollen. Die drei Musiker machen schon seit vielen Jahren zusammen Musik, was man in den Songs spürt. Ihr Repertoire geht von Pop über Balladen bis hin zu Rocksongs. Mit ihren Songs und ihrer Freude an der Musik begeistern sie ihre Zuhörerinnen und Zuhörer immer wieder aufs Neue und bleiben so in Erinnerung.

Pressemitteilung Stadt Künzelsau




„Wie ich heim kam, weiß ich nicht mehr“

Neuer Bierrekord beim Ohrenbacher Glockenfest 2022 und jede Menge gut gelaunte Besucher:innen und Hüttenfreunde.

2 Jahre kein Glockenfest mehr wegen Corona.

„Vor 35 Jahren war die Glocke von Ohrenbach renovierungsbedürftig“, erklärt Jonas, Vorsitzender der Hüttenfreunde Ohrenbach. „Um sie zu renovieren, hat man Geld gebraucht und daraufhin ein Fest veranstaltet, um dieses zu generieren“ – das Glockenfest. Die Glocke ist schon längst erneuert, aber die Tradition ist geblieben. Nach zwei Jahren Corona-Pause ist es endlich wieder so weit: am vergangenen Wochenende laden die Hüttenfreunde Ohrenbach das 33. Mal zum Glockenfest ein. „Die Besucher erwartet ein Rundum-Sorglos-Paket. Es fängt mit dem Sportplatz, den wir dieses Jahr neu gestaltet haben, an. Da gibt es ein Gerümpelturnier“, erzählt Jonas und fährt fort: „Dann ist da natürlich noch der Festbetrieb mit Festzelt, mit Bühne, mit Pilsstand, Getränken und Essen, etc.,… Weinlaube und Bar dürfen natürlich auch nicht fehlen! Sonntags haben wir immer ein kleines Programm: eine Spielestraße für die Kids und Auftritte auf der Bühne.“ Am Sonntag, den 17. Juli 2022, spielte unter anderem die Ingelfinger Stadtkapelle. Beim Fußballgerümpelturnier ging in diesem Jahr Torpedo Dörrenzimmern als Sieger hervor.

„Stimmung ist echt geil“

Mit dem „Rundum-Sorglos-Paket“ hat Jonas nicht zu viel versprochen, denn, wie Besucherin Stephi bestätigt: „Die Stimmung auf dem Glockenfest ist wie immer echt geil!“ Besondere Highlights seien, „dass man hier auch die Leute trifft, die man über die blöde Corona-Zeit länger nicht gesehen hat. Es ist wieder Stimmung, es gibt gutes Essen und Getränke – einfach alles, was man braucht!“ Ein besonderes kulinarisches Highlight auf dem Glockenfest ist übrigens „der Ohrenbacher“. Das ist ein Baguette, das mit Schinken, Tomate und Kräuterbutter belegt und mit Käse überbacken, frisch aus dem Ofen, angeboten wird.

Hinter der dreitägigen Veranstaltung stehen die Hüttenfreunde

Tatsächlich wird das ganze Fest ehrenamtlich von den Hüttenfreunden auf die Beine gestellt. Doch was sind eigentlich die „Hüttenfreunde“ und warum nennen sie sich so? Jonas weiß Bescheid: „Wir, die Hüttenfreunde Ohrenbach, sind ein Verein, ein e.V.. Wir organisieren das Jahr über verschiedene Veranstaltungen, auch verschiedene kleinere Feste. Wir haben auch eine kleine Hütte, wo man mal zu Besuch kommen kann.“ Im Endeffekt ginge es beim Feiern und dem gemeinsamen Engagement vor allem um ein positives Miteinander. Besucherin Lara ergänzt: „Es ist so schön. Hier herrscht ein Gemeinschaftsgefühl von Jung bis Alt.“

Einen neuen Bierrekord gab es auch in diesem Jahr. Robin vom Getränketeam rechnet mit rund 3.000 Litern, die ausgeschenkt wurden.

Einige Besucher:innen haben ganz besondere Erinnerungen an das Ohrenbacher Glockenfest. So war Frank vor 30 Jahren das letzte Mal hier und weiß aber nicht mehr, „wie ich da heimgekommen bin“. Sein Freund Markus hat einen Bekannten, der von dem Fest morgens heim gelaufen ist, rund 30km, weil er keinen Fahrer mehr gefunden hat. Das Fest sei aber die 30 Kilometer Fußmarsch wert gewesen.

Text, Fotos & Video: Priscilla Dekorsi

Gute Laune und beste Stimmung beim Ohrenbacher Glockenfest 2022. Foto: GSCHWÄTZ

Die Hütte der Hüttenfreunde. Foto: GSCHWÄTZ

Tausende Besucher:innen in dem kleinen 150-Seelendorf. Foto: GSCHWÄTZ

Die Hüttenfreunde organisieren jedes Jahr die dreitägige Veranstaltung. Foto: GSCHWÄTZ

Ohrenbacher Glockenfest 2022. Foto: GSCHWÄTZ

Gemütliches Beisamensein bei heißen Temperaturen. Foto: GSCHWÄTZ

 

 

 




„Ob Schleifchen oder Schrammen – auf jeden Fall zusammen“

Mia, Philip und Sanja. Foto: GSCHWÄTZ

Am 21. Juli 2022 fand die Ausstellung „Achtung Mensch- die Würde des Menschen ist unantastbar“ auf dem Campus der Freien Schule Anne-Sophie statt. Die Aussteller? Die Teams, die Klassen, höchstpersönlich.

Im Zuge eines schulinternen Wettbewerbs hat jedes Team eine originelle Darstellung des jeweiligen Themas abgegeben. Vorbereitet ist für 800 Besucher, letztendlich besichtigen etwa 600 Leute die Kunstwerke, darunter auch GSCHWÄTZ-Praktikantin Anna-Lena Eißler.

„Was du nicht willst, was man dir tu“

Für die Stufen Vorschule bis 4. Klasse lautete die Aufgabe: „Was du nicht willst, was man dir tu, das füg auch keinem anderen zu.“ Mit selbstgemachten T-Shirts treten schon die Grundschüler aus der Primarstufe für die Menschenrechte ein: Jeder Lernpartner aus der Lerngruppe Wölfe hat ein T-Shirt zu diesem Thema bemalt. „Aber wir haben uns geholfen. Wenn jemand keine Idee hatte“, erklären Philip (10) aus Künzelsau und Sanja (9) aus Neuenstadt. „Warum haben wir dann zuerst gesagt, dass wir die T-Shirts alleine bemalt haben?“, fragt Mia (10) aus Gaisbach.

„Das geht auch mich etwas an?“

Die Sekundarstufe, die Mittelstufe, beschäftigen sich mit der Frage: „Das geht auch mich etwas an?“ Felix Gareis, David Sieman, Alessio Pisani und Niko Burnyan zeigen mit ihren Kunstwerken „Werbung für die Menschenrechte“, wie sehr sie dieses Thema angeht. Denn: Werbung bleibt im Kopf. Ihr Slogan ist ein großes, gelbes Schild mit dem Inhalt Menschenwürde statt Diskriminierung.

Alessio, David, Felix, Niko, Isabelle, Ivaya. Foto: GSCHWÄTZ

Dazugelernt haben die Teilnehmer nicht nur auf dem Gebiet der Rechtslage zu Diskriminierung und Mobbing, sondern vor allem, wie man letzteres vermeiden kann.

„Wir mussten zusammenarbeiten und mit Zeitverschätzung bei der Vorbereitung und Auseinandersetzungen fertig werden“, erklären Celina (16) aus Waldenburg und Lisa-Marie (16) aus Bieringen. So hat sich ihre Sicht auf Menschen und Vorurteile verändert, sensibilisiert. Genau das wollen die Lernpartner aus Team Gruninger auch den Besuchern vermitteln: andere zu respektieren.

Das Büffet ist eröffnet

Wer zwischendurch einen kleinen Imbiss braucht, kann sich zwischen asiatischen Nudeln, Pulled Turkey mit Coleslaw Salat und einer roten Wurst im Brötchen entscheiden. Die warmen Temperaturen bringen eine Trägheit mit sich, die zur lockeren Stimmung beiträgt, aber nicht auf den Magen schlägt.

Viel los auf dem Campus der FSAS. Foto: GSCHWÄTZ

Auf

Zudem gab es eine Kunstausstellung mit Kunstwerken aus allen Altersgruppen zu bewundern.

„Anspruch und Wirklichkeit“

Das College, oder auch Oberstufe, wandelt auf dem schmalen Grat zwischen „Anspruch und Wirklichkeit“, getragen von Videos, Gemälden und Poetry.
„Man konnte einen, drei oder fünf Punkte vergeben. Ich habe nie nur einen vergeben“, heißt es aus der Jury. „Hauteng“ war die Distanz zwischen den jeweiligen Platzierungen. Aber nicht nur die Jury, sondern auch die Eltern sind von den Darstellungsformen der Kinder und Jugendlichen begeistert.

„Alle waren gut vorbereitet und so ist es ziemlich entspannt“, sagt Jaqueline Goldbach, die mit ihrer Tochter Samantha (12) die Ausstellung besucht.
Dan Rus schaut sich das E-Book an, das seine Tochter Timea mit ihrem Team gestaltet hat. Er sieht es als tolle Abwechslung zum normalen Unterricht und den typischen Klassenarbeiten. Auch der Lehrkörper, die Lernbegleiter, begrüßen die offene Veranstaltung. Besonders, dass auch die Eltern endlich wieder die Lernumgebung ihrer Schützlinge erkunden und die Vielfalt der entstandenen Projekte bestaunen können.

Auch die Kleinsten machen mit

Und selbst die Kleinsten, die Vorschüler, haben mithilfe ihrer Lernbegleiter ein Reim-Trickfilm über Gemeinsamkeit gestaltet- mit ihnen in der Hauptrolle.
„Ob alt oder jung- auf jeden Fall mit Schwung“, sagen sie in die Kamera und: „Ob Schleifchen oder Schrammen- auf jeden Fall zusammen!“

Text: Anna-Lena Eissler




Künzelsau war der Bewegungsmittelpunkt von Baden-Württemberg

Rund 4100 aktive Teilnehmende des Landeskinderturnfests, das vom Schwäbischen Turnerbund (STB) ausgerichtet worden ist, haben die Stadt Künzelsau zum Bewegungs-Mittelpunkt in Baden-Württemberg gemacht. 

Ein sensationelles Erlebnis

„Das Landeskinderturnfest war ein sensationelles Erlebnis“, Bürgermeister Stefan Neumann ist begeistert. „Wir haben drei wunderbare Tage in unserer Stadt erlebt. Einen großen Dank spreche ich den rund 500 ehrenamtlichen Helfenden aus den Künzelsauern Sportvereinen und den Vereinen aus der Region sowie den Mitarbeitenden in den städtischen Ämtern. Das war weitaus mehr als Dienst nach Vorschrift, was sie geleistet haben, ein Paradebeispiel für das große bürgerschaftliche Engagement in unserer Stadt.“

Mehr Besucher in der Kernstadt als Einwohner

Nicht nur die Teilnehmenden tobten sich an den Mitmachangeboten aus, sondern auch viele Besuchende kamen nach Künzelsau. „Wir freuen uns darüber, dass insgesamt 16 500 Menschen auf den Wertwiesen unterwegs waren und die vielen Mitmachangebote ausprobiert haben. Das war ein tolles Event für die ganze Region“, ergänzte Neumann.

STB erwägt Wiederholung

Auch Markus Frank, Präsident des Schwäbischen Turnerbunds, zog ein positives Fazit des ersten Landeskinderturnfests in Künzelsau: „Die Stadt Künzelsau hat uns ideale Voraussetzungen für diese Veranstaltung geboten. Die vielen jungen Turnfest-Teilnehmenden haben die Stadt begeistert entdeckt und eine ganz eigene Atmosphäre entstehen lassen. Es ist wichtig für uns, die Region mit ihren Turn- und Sportvereinen in den Fokus zu rücken – und dadurch auch deren Sportangebote. Es war ein tolles Fest, das wir in Zukunft auch gerne ein zweites Mal in Künzelsau ausrichten würden.“

Auch auf dem Kocher gings sportlich zur Sache. Foto: STB

Der Turngau Hohenlohe unterstützte den STB besonders bei der Helfersuche. Dr. Friedrich Bullinger, Vorsitzender Turngau Hohenlohe betonte dabei: „Ohne die vielen Ehrenamtlichen wäre ein solches Event nicht möglich. Ich bedanke mich im Namen des Turngaus recht herzlich bei allen die uns unterstützt haben und uns dabei geholfen haben, das Wochenende für die Kinder unvergesslich zu machen.“

„einfach wieder Kind sein“

Die Vorsitzende der STB-Jugend Pia Städele war begeistert von der Atmosphäre: „So viele begeisterte Kinder zu erleben ist für uns immer eine großartige Bestätigung, besonders nach den letzten zwei Jahren, in denen die Kinder viele Entbehrungen hinnehmen mussten. Dieses Wochenende konnten sie wieder einfach Kind sein und toben und feiern, aber sich auch bei den Wettkämpfen messen. Heute werden sie nach Hause fahren und noch lange an das Landeskinderturnfest in Künzelsau zurückdenken und hoffentlich nächstes Jahr wieder dabei sein.“

Turni-Gala. Foto: STB

An drei Tagen konnten sich die Teilnehmenden im Alter von sechs bis 15 Jahren auf den Wertwiesen an Mitmachangeboten aktiv betätigen, im Stadtgebiet von Künzelsau an unzähligen Wettkämpfen und Wettbewerben teilnehmen, die Turni-Gala besuchen sowie abends gemeinsam feiern. Dazu kamen mehr als 40 Tanz-Aufführungen auf der Bühne auf den Wertwiesen.

Pressemitteilung Stadt Künzelsau

 




Kochertalbahn weiter in der Warteschleife

Seit einiger Zeit fährt die Kochertalbahn zumindest in den Köpfen vieler Menschen wieder. Bis sie vielleicht wieder real fährt, wird noch einige Zeit vergehen. Über den aktuellen Stand berichtete Landrat Neth in der Kreistagssitzung vom 18. Juli 2022 auf Anfrage von Anton Baron (AfD).

Studie war fertig

Der Kreistag hatte eine Studie in Auftrag gegeben, die die sogenannte „Standardisierte Bewertung von Verkehrswegeinvestitionen im schienengebundenen öffentlichen Personennahverkehr“ für die Kochertalbahn in Verbindung mit einer eventuellen Elektrifizierung der Hohenlohebahn zwischen Öhringen-Cappel und Schwäbisch Hall-Hessental ermitteln sollte. Diese Studie war fertig, so Landrat Dr.Matthias Neth. Doch zwischenzeitlich habe der Bund die Kriterien verändert und so müssten diese neuen Kriterien jetzt eingearbeitet werden.

Neue Kriterien

Am 1. Juli 2022 ist eine neue „Verfahrensanleitung“ zur Ermittlung der Standardisierten Bewertung in Kraft getreten. Dieses neue Verfahren soll die Kritik am bisherigen Verfahren einbeziehen und soll mehr „weiche“ Faktoren berücksichtigen. Beispielsweise städtebaulich-gestalterische Vorteile des ÖPNV gegenüber dem Individualverkehr, Erschließungspotential für Neubaugebiete oder die „Resilienz“ eines Verkehrssystems. Auch wurden vermiedene Straßenbauinvestitionen bisher nicht eingerechnet. Das soll die neue „Verfahrensanleitung“ nun besser berücksichtigen – es soll also nun leichter möglich sein, das „Nutzen/Kosten-Verhältnis“ von mehr als 1 zu erreichen als bisher.

Keine Information über das bisher errechnete Nutzen/Kosten-Verhältnis

Nur Projekte, deren Nutzen/Kosten-Verhältnis größer als 1 ist, können mit Zuschüssen von Bund und Land rechnen. Welches Verhältnis für die Kochertalbahn mithilfe der alten Kriterien errechnet wurde, teilte Landrat Dr.Neth nicht mit. „Schaumamal, was die Studie ergibt“, war alles, was er dazu sagte.
Die Berechnung ist kompliziert, Neth hofft, dass die Studie bis Ende des Jahres abgeschlossen werden kann.

Wichtig für Künzelsau

Eine baldige Entscheidung des Landes über die Kochertalbahn ist insbesondere für die Gestaltung des Stadteingangs von Künzelsau mit dem neuen Kreishaus wichtig – bisher werden in den Planungen Schienenstrecken freigehalten und es bestehen Pläne für einen Bahnhof am neuen Kreishaus.

Text: Matthias Lauterer