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Hitze: Wie verhalte ich mich richtig?

Die derzeitigen hohen Temperaturen können vor allem für ältere Menschen sehr belastend sein. Das Gesundheitsamt des Hohenlohekreises gibt Tipps, wie man mit der andauernden Hitze umgehen kann:

  1. Ausreichend Trinken

Trinken Sie über den Tag verteilt mindestens 2-3 Liter. Am besten eignen sich Wasser, lauwarme Tees (Pfefferminz, Fenchel, Salbei usw.) und Saftschorlen.

  1. Frisches und leichtes Essen

Essen Sie leichte Mahlzeiten. Am besten eignen sich erfrischende und wasserhaltige Lebensmittel wie Wassermelone, Gurke, Salat, lauwarme Suppen und Joghurt.

  1. Wohnräume kühlen

Lüften sie am besten in den kühlen Morgenstunden und in der Nacht. Schließen Sie tagsüber größtenteils die Fenster und verdunkeln Sie sie z.B. mit Vorhängen, Rollläden oder Jalousien, damit die Sonne nicht ungehindert einstrahlen kann.
Dosiertes Lüften oder ein leichter Luftstrom kann vor allem in tagsüber genutzten Räumen sinnvoll sein, da der stete Zug für Verdunstung auf der Haut sorgt und so höhere Temperaturen erträglicher machen kann.

  1. Schutz vor Sonne

Bleiben Sie entweder überwiegend in der Wohnung oder halten Sie sich an kühlen und schattigen Orten wie zum Beispiel in einen Park oder einem Wald auf. Benutzen sie Sonnencreme mit mind. Lichtschutzfaktor 30 sowie eine Kopfbedeckung und eine Sonnenbrille.

  1. Körper kühlen

Tragen Sie helle, leichte und luftige Kleidung. Besonders eignen sich hierzu Stoffe wie Leinen, Baumwolle oder Seide. Kühlen Sie Ihren Körper gegebenenfalls mit Fußbädern, feuchten Tüchern oder Wassersprays.

  1. Vorsicht bei körperlicher Anstrengung

Wählen Sie möglichst die kühleren Morgen- und Abendstunden. Nutzen Sie schattige Orte. Achten Sie darauf, ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen und machen Sie Pausen. Nehmen Sie Beschwerden ernst, wenn diese auftreten sollten.

  1. Medikamente kühl und trocken lagern

Lagern Sie Ihre Medikamente kühl, trocken und geschützt vor direkter Sonneneinstrahlung. Klären Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, ob Ihr Medikament bei starker Hitze gut für Sie ist.

  1. Beschwerden ernst nehmen

Nehmen Sie Beschwerden durch Hitze ernst. Diese können unter anderem Schwindel, Schwächegefühl, Übelkeit und Kopfschmerzen sein. Gehen Sie zu einem Arzt oder rufen die Notrufnummer 112 an, wenn die Beschwerden nicht nachlassen oder stärker werden.

  1. Schlafen an kühlen Orten

Schlafen Sie im kühlsten Raum der Wohnung. Nutzen Sie leichte Bettwäsche aus Baumwolle oder ein dünnes Leinentuch. Tragen Sie leichte Schlafkleidung aus Baumwolle, Seide oder Naturfasern.

  1. Helfen Sie sich gegenseitig

Fragen Sie ältere Menschen bei Hitze, wie es ihnen geht. Erinnern Sie an ausreichendes Trinken, leichtes und kühles Essen, genügend Abkühlung und Überprüfung ihrer Medikamente. Und: Achten Sie auf Hitzewarnungen in den Medien.

Pressemitteilung Gesundheitsamt Hohenlohekreis

 




„Optimal ists nicht, aber ein Fischsterben ist nicht zu befürchten“

Welche Dimensionen die Dürre in Westeuropa hat, sieht man an den Bildern, die von der Loire, dem längsten französischen Fluß durch die Presse gehen. Der sonst breite Strom ist zu einem Rinnsal geworden, selbst der Kocher führt streckenweise mehr Wasser als die Loire. Nicht nur die Landwirte beklagen die aktuelle Trockenheit, betroffen sind vom Wassermangel alle, die Wasser in irgendeiner Form benötigen. Unsere Wirtschaft ist nicht nur auf Gas, sondern auch auf Wasser angewiesen. Das fängt bei den Kraftwerksbetreibern an, geht bei den Betreibern von Frachtschiffen und den betroffenen Industriebetrieben weiter und hört beim örtlichen Fischereiverein noch nicht auf.

Schwallbetrieb gefährdet Fische

Wasserkraftwerke laufen nicht mehr permanent, sondern werden im „Schwallbetrieb“ gefahren. Das bedeutet, so erklärt Günther Strobel, Vorsitzender des Hohenloher Fischereiverein Öhringen e.V., dass das Wasser solange aufgestaut wird, bis ein Wasserkraftwerk eine Weile lang sinnvoll zu betreiben ist. Während dieser Aufstauphasen wird nur ein Minimum an Wasser ins Unterwasser abgegeben, sodass dort Kiesinseln trockenfallen. Für Kleinfische droht dann das Ersticken oder dass sie leichte Beute von Vögeln werden, die sich dieses Futter natürlich nicht entgehen lassen.

Fließgewässer noch „im grünen Bereich“

Ansonsten sieht Strobel die ökologische Situation in den Fließgewässern „noch im grünen Bereich“. Sauerstoff sei durch das fließende Wasser für Fische und sonstige Tiere der Flüsse und Bäche noch genug vorhanden: „Wir prüfen das dauernd, noch ist kein Handlungsbedarf. Optimal ists nicht, aber ein Fischsterben ist nicht zu befürchten.“

Ganz anders sei die Situation in den Seen

In den Flüssen gebe es weniger Pflanzen, die nachts keinen Sauerstoff produzieren sondern verbrauchen, als in den Seen, erklärt Strobel. Daher seien die Seen stärker belastet. Beispielhaft nennt er den Goldbachsee bei Waldenburg, der kürzlich wegen Sauerstoffmangels vor dem „Umkippen“ gewesen sei.  Nur mit der tatkräftigen Hilfe der Feuerwehr, die große Mengen Wasser umgewälzt und in den See zurückgespritzt und so den Sauerstoffgehalt erhöht habe, sei das zu verhindern gewesen. Diese Gefahr besteht bei den niedrigen Wasserständen für die meisten Seen.

Text: Matthias Lauterer




Maschinen und Werkzeuge im Fokus von Dieben

Mehrfach berichtete GSCHWÄTZ bereits von Werkzeugdiebstählen in Hohenlohe. Und die Polizei Heilbronn bestätigt: „In den vergangenen Wochen kam es immer wieder zum Diebstahl von Werkzeug in verschiedenen Bereichen.“ Eine genaue Zahl von Fällen nennt Annika Grundbrecher, Pressesprecherin der Polizei Heilbronn, nicht.

Baustellen oder Werkstätten

Ziel der Diebe sind Baustellen oder Werkstätten, wo sie hochwertiges Gerät vorfinden, sodass der Schaden meist in die Tausende geht. Das bestätigt auch die Polizei: „Werkzeuge und Baugeräte stehen häufig im Fokus von Straftätern, da in diesen Fällen schnell hochwertige Gegenstände erlangt werden können.“ Insbesondere für kleinere Geräte wie Motorsägen scheint es Abnehmer im In- und Ausland zu geben, sodass diese Geräte für die Täter schnell zu Geld zu machen sind.

In der Vergangenheit wurden mehrere Banden ausgehoben

In den letzten Jahren wurden bundesweit mehrere Banden ausgehoben, die sich auf den Diebstahl und Weiterverkauf von Werkzeugen und Maschinen, auch ins Ausland,  spezialisiert hatten. Eine dieser Banden lagerte ihr Diebesgut in einem Waldstück in Hohenlohe. Das Diebesgut war so umfangreich, dass zum Abtransport das THW zu Hilfe gerufen werden mußte. Die Polizei macht derzeit keine klare Aussage, ob sie bei den Diebstählen im Hohenlohekreis von einer Bande ausgeht. Die Ermittlungen laufen: „Sollten sich Hinweise auf eine bandenmäßige Begehungsweise ergeben, werden die Ermittlungen entsprechend angepasst.“ Genauso wird noch ermittelt, ob die unterschiedlichen Taten in der Region in Zusammenhang stehen.

Gerätehersteller helfen weiter

Was aber viele Täter nicht zu wissen scheinen: Die Hersteller der Geräte wissen in der Regel, wer der rechtmäßige Eigentümer der Geräte ist. Wenn beispilesweise bei Grenzkontrollen auffällige Geräte festgestellt werden, fragen die Behörden routinemäßig bei den Herstellern an. Diese Anfragen haben schon mehrfach zur Sicherstellung von Diebesgut und zu Festnahmen geführt.

Text: Matthias Lauterer

 




Werkzeugdiebstahl in Öhringen

Unbekannte entwendeten in den vergangenen Tagen in Öhringen Werkzeug von einer Baustelle. Die Täter verschafften sich zwischen Freitag und Dienstag Zutritt zum Gelände in der Haller Straße. Dort stahlen sie Werkzeuge und flüchteten. Der Schaden wird auf mehrere hundert Euro geschätzt. Zeugen, die Hinweise zu der Tat oder den Tätern geben können, werden gebeten, sich unter der Telefonnummer 07941 9300 zu melden.

Pressemitteilung Polizei Heilbronn




„Das weiß doch jedes Kind, dass Babys und Kleinkinder keine Tabletten schlucken können.“

Derzeit beklagen sich Eltern darüber, dass einige beliebte Fiebersäfte mit den Wirkstoffen Ibuprofen und Paracetamol, in den Apotheken nicht lieferbar sind. Gerade diese Fiebersäfte sind aber besonders beliebt, enthalten sie doch einen preiswerten Wirkstoff und sind sie doch normalerweise in jeder Apotheke jederzeit vorrätig. Und wer einmal erlebt hat, wie gut diese Säfte bei leichteren Krankheiten bei Kindern wirken, der weiß, wie wichtig gerade diese Medikamente sind. Sowohl die Schloß-Apotheke in Ingelfingen als auch die mediKün-Apotheke in Künzelsau bestätigen die Beobachtungen der Eltern: „Die Situation ist da, bei Paracetamol noch düsterer als bei Ibuprofen“.

Knappheit ist der zuständigen Behörde bekannt

Nicht lieferbar: Fiebersäfte mit Ibuprofen. Screenshot einer großen Internet-Apotheke vom 09.August 2022. 

Es ist bekannt, dass mit 1A-Pharma ein Generikahersteller diese Säfte nicht mehr anbietet. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat Anfang August in einer Pressemitteilung festgestellt: „Ein Lieferabriss ist nach Kenntnis des BfArM zu keinem Zeitpunkt eingetreten und die in den Markt im Direktvertrieb oder über den vollversorgenden Großhandel abgegebenen Warenmengen repräsentieren in Summe den bisherigen durchschnittlichen Bedarf. In 2022 ist der Bedarf an den betroffenen Arzneimitteln überproportional angestiegen. Die Ursachen hierfür konnten bislang nicht befriedigend ermittelt werden“.

Unerklärbar hohe Nachfrage

Identischem Angebot steht also eine höhere Nachfrage gegenüber, die nicht erklärbar ist – ob die erhöhte Nachfrage mit der Versorgungssituation in der Ukraine zu tun hat, ist Spekulation. Das BfArM spricht von einer „Verteilproblematik“, ohne näher darauf einzugehen.

Corona soll schuld sein

Der Bayerische Apothekerverband (BAV) will die Ursachen für den Mehrbedarf kennen: „Im Moment sind viele Kinder krank – wir sehen eine hohe Zahl an Sommererkältungen.“ Peter Sandmann, ein Sprecher des Verbandes sagt:  „Unser Immunsystem hat ein bisschen verlernt zu tun, wofür es da ist und macht damit die Coronamassnahmen für die Situation mitverantwortlich.

„Ursula Funke, Präsidentin der Landesapothekenkammer Hessen nennt „Lieferschwierigkeiten“ als Grund, die sie nur teilweise an der Pandemie festmacht. Ein Problem sei, „dass Arzneimittel außerhalb Europas, unter anderem in Indien und China, produziert werden“, womit der pandemiebedingte Zusammenbruch der Lieferketten doch wieder die Ursache wäre.

Die hiesigen Apotheken können nur feststellen, dass Lieferengpässe bestehen, die Gründe dafür kennen sie nicht.

Billige Produktion weltweit

Deutliche Worte findet der Bayerische Landesverband der Kinder- und Jugendärzte. Dessen Vorsitzender Dominik Ewald wird mit „Jetzt rächt sich die Produktions-Verlagerung sogenannter unrentabler, aber für bestimmte Patientengruppen wichtiger Arzneimittelspezifikationen ins außereuropäische Ausland“ zitiert. „Das weiß doch jedes Kind, dass Babys und Kleinkinder keine Tabletten schlucken können.“ Für die Hersteller sei die Produktion von Saft oder Zäpfchen aufwendiger als die von Tabletten, weshalb diese nun knapp sind, während Arzneien mit dem gleichen Wirkstoff für Erwachsene in Tablettenform ohne Weiteres verfügbar sind.

Alternativen

„Es bleibt kein Kind in Deutschland unversorgt“, beruhigt Ulrike Funke. Sie empfiehlt Zäpfchen oder Schmelztabletten als Ersatz. Jedoch sind die handelsüblichen Schmelztabletten ,mit 200mg Wirkstoff für Kinder sehr hoch oder sogar zu hoch dosiert. Außerdem, so die Schloß-Apotheke in Ingelfingen, gebe es auch dort schon Lieferprobleme. Das BfArM hat jetzt festgelegt, dass unter bestimmten Voraussetzungen die Apotheken die Säfte selbst herstellen dürfen. „Wir haben das aber noch nicht gemacht“, ist aus der Schloß-Apotheke zu vernehmen.
Die Industrie will die Kapazitäten bis zum Winter erhöhen. Allerdings werden die Medikamente dann bestimmt teurer werden, denn – so sagt es zumindest die Industrie – der Preis für den Wirkstoff Paracetamol sei in den letzten Monaten um 70% angestiegen.

Text: Matthias Lauterer




Apfel-Sammelaktion am 16. und 17. September 2022 in Künzelsau

Die Stadtverwaltung Künzelsau organisiert auch in diesem Jahr die Obstsammelaktion im zukünftigen Baugebiet „In den Hälden“ in Belsenberg, um der Vergeudung wertvoller Nahrungsmittel entgegenzuwirken. Im letzten Jahr haben vier Schulklassen, eine Kindergartengruppe und Privatpersonen fleißig Äpfel gesammelt – insgesamt 1.670 Kilogramm – und haben als Dank im Anschluss Apfelschorle aus den gesammelten Äpfeln bekommen.

Jeder ist willkommen

Eine zentrale Sammelstelle der Äpfel ist direkt im zukünftigen Baugebiet „In den Hälden“ in Belsenberg. Jeder ist willkommen und erhält für die gesammelten Äpfel einen Gutschein, der im Nachgang bei der Stadtverwaltung Künzelsau gegen Apfelsaftschorle eingelöst werden kann. Auch Obstbauern oder Privatpersonen, die Äpfel übrighaben und diese spenden möchten, dürfen ihre Äpfel abgeben. Außerdem können Privatpersonen ihre Äpfel auch direkt zur Hohenloher Fruchtsäfte GmbH nach Schwäbisch Hall liefern und erhalten das Apfelsaftschorle nach Vorlage der Quittung bei der Stadtverwaltung Künzelsau. Es ist zu beachten, dass alle Äpfel ungespritzt und nicht verfault beziehungsweise wurmig entgegengenommen werden.

 

 

Alle Infos in Kürze:

Wann: Freitag, 16. September und Samstag, den 17. September 2022 von jeweils 9 bis 13 Uhr.
Wo: zukünftiges Baugebiet Belsenberg, Straße „In den Hälden“. (Siehe grün markierte Flächen im angehängten Plan.)

Auf den grün gerahmten Flächen darf Obst für die Aktion am 16. und 17. September eingesammelt werden

Was die Obst-Sammler mitbringen sollten: Körbe, Eimer, Behälter zum Aufsammeln der Äpfel und falls vorhanden einen Rüttelhaken.
Zentrale Sammelstelle: zukünftiges Baugebiet Belsenberg, Straße „In den Hälden“.

Anmeldung erforderlich

Rückfragen und Anmeldungen bis zum 15. September 2022 nimmt Helen Richter, von der Stadtverwaltung Künzelsau gerne entgegen. Kontakt: Telefon 07940 129-212, E-Mail helen.richter@kuenzelsau.de.

Die Sammelaktion wird vollständig von der Stadtverwaltung Künzelsau organisiert und der Transport der Äpfel ist gewährleistet. Das Apfelsaftschorle kann nach Fertigstellung im Rathaus Künzelsau abgeholt werden. Hierzu werden Kontaktdaten der Beteiligten vor Ort aufgenommen.

Hintergrund

Traditionell umgeben Streuobstbäume die Ortschaften und begleiten häufig Wege und Straßen. Als Kulturpflanze bieten Streuobstbäume zudem regionale und saisonale Lebensmittel, deren Wertschätzung in der Gesellschaft mit dieser Sammelaktion gestärkt werden soll.

Presemitteilung Stadt Künzelsau




So wird das nix mit dem Bahnverkehr

Es ist Dienstag, 9. August 2022. Eine Fahrt mit dem 9€-Ticket in die Landeshauptstadt Stuttgart steht auf dem Programm. Es ist ungefähr 07:45  am Morgen, der Bahnsteig 2 im Bahnhof Schwäbisch Hall-Hessental füllt sich. Pendler sind unter den Wartenden, aber auch viele offensichtliche Ausflügler. Alle, es werden um die 100 Menschen sein, warten sie auf den Regionalexpress RE90 um 08:03 nach Stuttgart, als die elektronische Anzeige informiert, dass sie noch etwas länger warten müssen. Genauer: Der Zug ist voraussichtlich 50 Minuten verspätet. Grund sei „eine verspätete Bereitstellung“.

Fahrplanaushang verwirrt

Am Fahrplanaushang ist verwirrendes zu lesen: Von Schienenersatzverkehr von und nach Gaildorf ist die Rede und von Bauarbeiten im Stuttgarter Tunnel, die den Fahrplan durcheinanderwürfeln könnten. Der Umstieg in die S-Bahn wird empfohlen. Welche Züge vom Schienenersatzverkehr betroffen sind, ist nicht leicht herauszufinden. In altbewährter Manier hat man einfach einen Gesamtfahrplan für alle Haltepunkte ausgedruckt, in dem einzelne Felder rot markiert oder durchgestrichen sind – die Bedeutung dieser beiden Kennzeichnungen, Ausfall oder Ersatzverkehr, ist nicht erklärt. Und wirklich lesen kann man diesen Fahrplan auch nicht, so tief ist er aufgehängt. Eine klare, deutliche und zielgerichtete Kommunikation sieht anders aus.

Ein einfacher Zettel würde schon reichen

Wie einfach wäre es doch, wenn man einen Zettel, der die vom Ersatzverkehr betroffenen Züge und deren Abfahrtszeiten klar und deutlich und nur für den jeweiligen Haltepunkt nennen würde. Man hat den Eindruck, dass jemandem das zu einfach wäre … aber: Wer in Hessental einsteigen will, den interessiert hauptsächlich, was er in Hessental vorfindet und interessiert sich kaum für den Haltepunkt in Fornsbach.

Die Hohenlohebahn war pünktlich

Ein Lichtblick ist, dass wenigstens die Hohenlohebahn pünktlich eintrifft, die ja auch schon des Öfteren wegen Personalmangels ausgefallen ist. Sie bringt weitere Menschen, die ebenfalls nach Stuttgart reisen wollen und die sich jetzt den Wartenden anschließen.

So fördert man den ÖPNV nicht

Ein leicht nutzbarer ÖPNV sieht anders aus. Einerseits ergibt der bundesweite Großversuch mit dem 9€-Ticket deutlich, dass ein Bedarf für den Bahnverkehr vorhanden ist und viele Menschen gerne den Zug nutzen würden, wenn das Angebot attraktiv wäre.
Andererseits sind die Bahnbetreiber, die Landesregierung als Auftraggeber der Bahnbetreiber und die DB Netz AG – ein Unternehmen der Deutschen Bahn, die zu 100% im Besitz des Bundes ist, überhaupt nicht auf einen höheren Bedarf vorbereitet.

Elfmeter verschossen

Zuverlässigkeit ist für einen ÖPNV essenziell. Wenn Pendler sich nicht auf die Verfügbarkeit und die Pünktlichkeit der Verkehrsmittel verlassen können, dann nutzen sie eben weiterhin das Auto. Die Chance, Menschen vom Auto auf den ÖPNV zu bringen, wird gerade von der Politik vergeben.

Eine Stunde wollten wir auf dem Bahnhof Hessental, der wirklich nicht zum Verweilen einlädt, dann nicht warten. Die Fahrt nach Stuttgart fiel aus.

Text: Matthias Lauterer




Drogenfund in Öhringen

Wegen des bestehenden Verdachts des Handeltreibens mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge hat die Kriminalpolizei Heilbronn am Freitag, den 29. Juli 2022, einen 36-Jährigen in Öhringen festgenommen.

Nach einem Zeugenhinweis kontrollierten Polizeibeamte am Freitag drei Personen, darunter den Tatverdächtigen, in Öhringen. Während der Kontrolle versuchte der 36-Jährige zu flüchten. Er konnte durch die Beamten eingeholt und vorläufig festgenommen werden. Bei seiner Durchsuchung konnten Bargeld und mehrere Verpackungseinheiten einer weißen Substanz aufgefunden werden, bei der es sich vermutlich um Betäubungsmittel, nämlich Amphetamingemisch, handelte. Bei der anschließenden Durchsuchung der Wohnung des Mannes konnte umfangreiches Beweismaterial, darunter weitere Betäubungsmittel und ein sogenanntes „Growzelt“ mit Marihuanapflanzen aufgefunden und sichergestellt werden.

Der Tatverdächtige wurde am Tag nach seiner Festnahme einem Haftrichter des Amtsgerichts Öhringen vorgeführt, der den von der Staatsanwaltschaft Heilbronn beantragten Haftbefehl in Vollzug setzte. Der Beschuldigte wurde in eine Justizvollzugsanstalt eingeliefert. Die Ermittlungen dauern an.

Pressemitteilung Polizei Heilbronn




„Sommer in der Stadt“ mit den Lazy Monkeys

Mehr Sommerfeeling geht nicht: Palmen, Sandflächen, Liegestühle und die tropischen Temperaturen der letzten Wochen sind die besten Voraussetzungen für einen tollen Sommer-in-der-Stadt-Abend beim Alten Bahnhof in Künzelsau. Am Donnerstag, 11. August 2022 von 17 bis 21 Uhr gibt es Live-Musik mit den Lazy Monkeys. Die Band macht die entspannte Sommeratmosphäre perfekt. Es werden unter anderem Lieder von U2, Adele, AC/DC, den Toten Hosen, Pink, Sportfreunde Stiller und vielen anderen Künstlern interpretiert und zelebriert. Essen und Trinken bietet die Künzelsauer Gastronomie an. Der Eintritt ist frei.

Sommer in der Stadt an Künzelsaus schönsten Plätzen

Platz nehmen, den Sommer und die Stadt genießen – dazu lädt die Stadtverwaltung Künzelsau von Juni bis September schon im dritten Jahr ein. Dabei werden die schönen Plätze in Künzelsau zur Bühne für die Live-Musik-Abende. Zum gemütlichen Verweilen wurden an verschiedenen Stellen Sandflächen geschaffen sowie Liegestühle, Oleander und Palmen aufgestellt. Ziel der Stadtverwaltung war und ist es, die Innenstadt attraktiv und lebendig zu präsentieren. Deshalb organisiert das Kultur- und Veranstaltungsteam der Stadtverwaltung die Termine, engagiert die Live-Bands und übernimmt die Gagen. Damit erhalten die Künzelsauer Gastronomiebetriebe die Möglichkeit, an ihren Standorten die Besuchenden in eigener Regie und Verantwortung mit Essens und Getränke zu bewirten. Die Sommer-in-der-Stadt-Abende wurden in der Corona-Zeit als Unterstützung der Gastronomiebetriebe gestartet. Die Live-Musik-Abend kommen so gut an, dass sie in der Zwischenzeit dauerhaft in den Künzelsauer Veranstaltungskalender aufgenommen sind.

So geht’s weiter mit Sommer in der Stadt 2022

  • 11.08.: Bahnhof; Lazy Monkeys
  • 18.08.: Keltergasse; Keep Alive
  • 25.08.: Unterer Markt; Simone & Nadine; Syrischer Abend
  • 01.09.: Oberer Bach; Rockzylla
  • 08.09.: Hauptstraße; Little Miss Martin

Pressemitteilung Stadt Künzelsau

Sommer in der Stadt an Künzelsaus schönsten Plätzen – hier beim Alten Bahnhof. Foto Olivier Schniepp, Foto Linke GmbH.

Die Lazy Monkeys treten beim Alten Bahnhof am 11. August auf. Foto Dirk König.

 




„Wenn der Müll bei uns aufschlägt, kann man ihn nicht mehr vermeiden“

Wenn von Deponien und Wertstoffhöfen die Rede ist, denkt man unwillkürlich an überall herumliegende Abfälle, Dreck und Gestank. Und genau so war es früher auch vielerorts der Fall. Schaut man sich einen modernen Wertstoffhoff an, dann sieht das ganz anders aus.

War früher vielleicht eher das Ziel, möglichst jeden Abfall einfach abzulagern, steht heute das Recycling im Vordergrund. Daher sind auf dem neu gebauten Wertstoffhof an der Deponie Stäffelesrain rund 20 Abwurfstellen für die unterschiedlichsten Stoffarten zu finden. „Wir sind froh, wenn die Leute gut trennen“, sagt Silvia Fritsch, Betriebsleiterin bei der Abfallwirtschaft Hohenlohe. Denn Müll, der nicht getrennt ist, darf nicht oder nur zu einem höheren Preis – abgegeben werden.

Wertsoffhof ist neu gebaut

Der neu gebaute Wertstoffhof macht es den Anlieferern sehr bequem: Die Anlieferzone ist komplett überdacht, die Container sind versenkt aufgestellt und Anlieferzone und Abholbereich sind getrennt, es kann also nicht zu gefährlichen Begegnungen kommen. Ein Manko gibt es noch:  Bei hohem Aufkommen staut sich der Verkehr auf der Zufahrtsstraße. Auch hier ist für die Anlieferer Abhilfe in Sicht: Die verlängerte Abbiegespur ist bereits im Bau und kann bald in Betrieb genommen werden. Etwas länger wird es noch dauern, bis für die Mitarbeiter:innen ein Gebäude mit Sanitär-  und Sozialräumen errichtet ist. Bis dahin müssen die Mitarbeiter:innen mit Containern vorlieb nehmen.

Müll wird bereits getrennt gesammelt

Um den Müll bereits vor Ort recyclinggerecht zu trennen, stehen für viele Arten von Abfall spezielle Container bereit. Diese Container werden von spezialisierten Unternehmen abgeholt und die Inhalte können ohne größere Probleme recycelt werden. Papier, Metallschrott, Holz aus dem Außenbereich, Möbelholz und so weiter, alles wird getrennt erfasst, um den Recyclingunternehmen einen möglichst reinen Rohstoff anbieten zu können. Beispielsweise werden Gips-Platten aus dem Innenausbau gesondert erfasst, da sie durch ihren Schwefelgehalt nicht zusammen mit Bauschutt entsorgt oder weiterverarbeitet werden können.

Für viele Abfallarten stehen spezielle Container bereit. Foto: GSCHWÄTZ

Werkstatt für Behinderte und AIH

Elektroschrott wird im Hohenlohekreis vor dem Recycling weiter getrennt. Kleinere Artikel werden in der Werkstätte für Behinderte in einzelne Stoffkomponenten getrennt, größere Einheiten wie „weiße Ware“, also Kühlschränke oder Waschmaschinen gehen zur AIH (Arbeitsloseninititive Hohenlohe), wo sie gegebenenfalls repariert und zur Weiterverwendung angeboten werden. Gerade in Elektrogeräten sind viele Wertstoffe enthalten, die unbedingt wieder in den Wertstoffkreislauf zurückgeführt werden sollten.

Bisher keine Schatzfunde

Ob es im Abfall auch Schätze gibt? „Nein“, lacht Fritsche, „bisher wurde kein Schatz gefunden. Aber manchmal denkt jemand, dass ein Teil doch zu schade zum Wegwerfen ist“ – auch für diese Teile gibt es einen Platz. Und tatsächlich finden sich für diese Sachen auch neue Besitzer.

Auch Hartkunststoffe können auf dem Wertstoffhof abgeliefert werden. Foto: GSCHWÄTZ

Kaum Rückflüsse

Geld verdienen lasse sich trotz der Trennung kaum, sagt Silvia Fritsch. Fast nur bei Metallschrott und Papier gebe es geringe Rückflüsse. Allerdings merke sie auch, dass Rohstoffe immer teurer würden und daher Recyclinggut höher im Kurs steht. Trotzdem sollte das erste Ziel die Müllvermeidung sein: „Es gibt viele Sachen, die für die Mülltonne produziert werden“, sagt Fritsch. Man merkt ihr deutlich an, dass sie sich über derartige Produkte ärgert. „Wenn der Müll bei uns aufschlägt, kann man ihn nicht mehr vermeiden“.

Mehr und unsachlichere Konflikte

„Es läuft gut mit den Anlieferern“, lobt Fritsch. Die meisten Privatleute würden den Abfall vorher sortieren. Aber manchmal käme es auch zu Konflikten, und „die werden mehr und unsachlicher“, hat sie bemerkt. Aber das Personal sei auch auf solche Situationen vorbereitet.

Bautätigkeit auf dem alten Deponieteil

Direkt neben dem Wertstoffhof liegt die Mülldeponie. Seit 1980 ist sie im Betrieb. Schwere Baumaschinen fahren auf der Deponie herum. Fritsch erklärt, dass der alte Teil der Deponie gerade abgedeckt wird: „Mehrere unterschiedliche Schichten werden zu Abdichtung aufgetragen, dann kommt noch eine Folie drauf.“ Und zum Schluss soll die abgedichtete Deponie begrünt werden. Ziel ist es, dass kein Oberflächenwasser in die Deponie eindringen kann und das Oberflächenwasser ohne Kontakt zu den Abfällen an der Oberfläche in die Bäche abfließen kann.

Deutlich zu sehen: die unterschiedlichen aufgebrachten Schichten. Foto: GSCHWÄTZ

Im Untergrund tut sich was

Doch auch im Untergrund der Deponie ist Bewegung: Material verrottet, es entstehen Gase. Diese Gase könnten theoretisch wie Erdgas verbrannt werden. „Wir hatten einen Gasmotor im Einsatz“, berichtet Fritsch, „aber die Gasmenge war zu gering und zu unterschiedlich zusammengesetzt“. Bis 2004 war der Gasmotor in Betrieb. Inzwischen dürfte ein Gasmotor noch weniger rentabel sein, da der Hausmüll immer weniger verrottbare Abfälle beinhaltet – der Biomüll wird im Hohenlohekreis inzwischen getrennt erfasst und verarbeitet.

Schwere Maschinen auf der Deponie. Foto: GSCHWÄTZ

Auch wenn das Depniegas nicht mehr verwertet wird, ist im Untergrund der Deponie ein umfangreiches Leitungssystem vorhanden. Wasser und Gase werden aufgefangen und kontrolliert ausgeleitet. Damit steht ein System zu Verfügung, durch das Proben genommen oder Messungen vorgenommen werden können: „Alle zwei Jahre wird vom Regierungspräsidium eine große Begehung durchgeführt“, erklärt Fritsch. Aber es werden ständig Proben genommen und analysiert – und vor allem: dokumentiert. Zwar ist die Deponie maximal für mäßig belastete Stoffe und nicht für gefährliche Stoffe zugelassen – aber sicher ist sicher.

6 Hektar neue Deponie

Der alte Deponiebereich wird versiegelt und gleichzeitig wurden 6 Hektar neue Deponiefläche angelegt, die zukünftig befüllt werden. „Das reicht für 17 bis 20 Jahre“, sagt Fritsche. Und wenn diese Deponie auch gefüllt ist? „Dann stehen am Standort weitere rund sechs Hektar zur Verfügung“.

Umweltschutz

Direkt neben der Deponie wurde auf einer Ausgleichsfläche ein Biotop angelegt, das von vielen seltenen Pflanzen- und Tierarten gut angenommen wurde. Von diversen Reptilien, Schmetterlingen sowie weiteren Insekten berichtet Fritsch, nur ein Tier hat sich bisher gut versteckt: „Ausgerechnet eine Gelbbauchunke habe ich auf der Deponie noch nicht gesehen“.

Text: Matthias Lauterer