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„Wir nehmen teilweise wahr, dass Kundinnen und Kunden aktuell stärker zu Eigenmarken greifen.“

Lebensmittel Preisentwicklung. Quelle: ZDF wiso

Wenn im Euro-Shop alles plötzlich 1,10 Euro kostet, dann wäre das vor zwei Jahren einfach nur ein lustiges Bild gewesen. Heute zeigt es den Ernst der Lage für viele Menschen auf. Eine Inflationsrate von momentan über 7 Prozent bedeutet nämlich, dass Menschen, die bereits vor dem rasanten Preisanstieg den Cent zweimal umgedreht haben, inzwischen nicht mehr wissen, wie sie sich ernähren sollen. Nicht nur die Armen sind von steigenden Preisen für Lebensmittel im Lebensmittelbereich betroffen. Auch scheinbar wohlhabende Menschen, die Kredite aufgenommen haben und wenig sonstige Sparquote haben, müssen für das tägliche Leben immer mehr Geld aufwenden und geraten in finanzielle Gefahr.

Es gibt nicht die „eine“ Inflation, Inflation ist individuell

Der Warenkorb, den DESTATIS für die Berechnung der Inflationsrate zugrundelegt, umfaßt 645 Artikel. Nicht alle dieser Artikel sind für jeden relevant: Wer sich vegetarisch ernährt, den interessieren die Fleischpreise nicht, und wer kein Auto hat, der tankt auch keinen Diesel. Aber Lebensmittel braucht jeder: Die Preise für Lebensmittel sind innerhalb eines Jahres ungefähr doppelt so stark gestiegen wie die Inflationsrate, nämlich um 14,8 Prozent, so jedenfalls sagt es die Verbraucherzentrale. Und wer nach den Ausgaben für Wärme, Strom und Lebensmittel kein Geld mehr hat, für den ist die persönliche Inflationsrate deutlich höher als die amtlich ermittelte Rate.

Beispiele für die Teuerung bei Grundnahrungsmitteln

Butter beim Discounter kostete Anfang des Jahres  1,29 Euro – inzwischen muss man mit über 2 Euro für das halbe Pfund rechnen. Und die Milch, deren niedriger Preis von um 0,75 Euro vor wenigen Monaten noch Bauernproteste hervorrief, kostet jetzt beim Discounter 1,39 Euro.

Verschleierungstaktik der Hersteller

Von Butter auf Margarine umzusteigen, lohnt sich nicht, denn manche Lebensmittelhersteller trauen sich schon gar nicht mehr, die Preissteigerungen offen zu kommunizieren und greifen zu billigen Tricks: Aufgeflogen ist kürzlich Upfield, Hersteller unter anderem der Margarinemarke RAMA, der zum gleichen Preis nur noch 400g statt wie bisher 500g Margarine in einen Becher packt – und das in der bisher bekannten Bechergröße. Eine Preissteigerung von 25 Prozent auf einen Schlag. „Shrinkflation“ heißt das neue Wort für dieses Anbieterverhalten.

Bei den preiswertesten Kaffeesorten stieg der Preis um mehr als 20% und auch die einfache 500g-Packung Spaghetti der Discountermarke, die vorher um die  65ct kostete, ist jetzt nicht mehr unter 79ct zu bekommen. Nudelspezialitäten kosten bei der Eigenmarke 1,19 Euro, die italienischen Markenprodukte stehen bei 1,99 Euro. Für 1kg Reis zahlte man Anfang des Jahres noch unter einem Euro, heute werden 1,39 Euro aufgerufen.

Selbst wer sich die Situation schöntrinken möchte, muss feststellen, dass der preiswerte Rotwein aus Frankreich nicht mehr 1,99 Euro kostet. Immerhin wurde der Preis gerade wieder herabgesetzt, 2,99 Euro war wohl zuviel des Guten für die Zielgruppe der preissensitiven Weinliebhaber.

Obst und Gemüse

Für Obst und Gemüse ist ebenfalls eine deutliche Preissteigerung bemerkbar. Da deutsche Ware derzeit Saison hat, ist die Preissteigerung dort noch nicht so stark bemerkbar. Im Winter, wenn wieder Äpfel aus Neuseeland und Orangen aus Israel im Angebot sind, werden die Preise allein wegen der deutlich gestiegenen Transportkosten anziehen. Auch Gewächshausware wird wegen der Energiepreise deutlich teurer werden.

Tipp: lokale Anbieter für frische Produkte

Bei den lokalen Anbietern, die ihre selbsterzeugten Produkte auf den lokalen Märkten oder im Hofladen anbieten, sind die Preise bisher weitgehend stabil.

Verarbeitete Nahrungsmittel

Eine Mitarbeiterin tauscht Preisschilder aus. Foto: twitter, @sternimommy

Richtig deutlich zeigt sich die Preissteigerung bei den verarbeiteten Nahrungsmitteln. Je mehr energieintensive Verarbeitungsschritte, desto stärker zeigen sich die Auswirkungen der Energiekosten. Ein drastisches Beispiel macht bei twitter die Runde, angeblich wurde das Foto von einer Verkäuferin aufgenommen, die gerade Preisschilder austauscht. Ein Preissprung von fast 90 Prozent ist darauf zu sehen:

Beim Metzger merkt Patricia die Inflation am meisten

Patricia, 41, aus Unterheimbach sieht der Inflation relativ entspannt entgegen: „Das liegt hauptsächlich daran, dass ich in sehr ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen bin und damit in gewisser Weise schon damit konfrontiert wurde. Bei einer sich zuspitzenden Lage würde ich mir zu helfen wissen“, lächelt sie selbstbewusst. Sie hebt hervor dass sie „kein Konsummensch“ sei. Sie kauft nur das, was unbedingt notwendig ist.

Auf die Frage, wo Sie selbst eine Preissteigerung gemerkt hat, kommt wie aus der Pistole geschossen „bei meinem Metzger“. Sie meint, dass sie jetzt ca. 30 Prozent mehr bezahlt als vor einem Jahr.

Neben den immensen Preissteigerungen bei Lebensmitteln, der auf den Ukraine-Krieg zurückzuführen ist, sieht sie die Corona – Pandemie als Zugpferd für steigende Preise in allen Bereichen, auch im Energiesektor: „Die Energiepreise waren schon vor dem Ukraine-Krieg stetig am Steigen, die Sanktionen und die Reduzierung der Gas – Lieferung durch Russland haben die Preise zum Explodieren gebracht und sind somit merklich spürbar für den Endverbraucher“. Auch vertritt sie die Meinung, dass viele Unternehmen nicht nur die erhöhten Einkaufspreise an Ihre Kunden weitergeben, sondern die Inflation auch nutzen, um höhere Gewinne zu erwirtschaften.

Patricia ist „kein Konsummensch“. Foto: privat

Einzelhändler und Discounter wollen nicht viel preisgeben

Die Einzelhändler und Discounter wollen für ein Gespräch über Auswirkungen der Inflation auf ihr Geschäft, beispielsweise ein verändertes Kundenverhalten oder das Thema „Shrinkflation“ nicht zur Verfügung stehen. Sehr wortkarg antwortet Lidl: Es ist unser Anspruch, unseren Kunden immer das beste Preis-Leistungs-Verhältnis zu bieten. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir Ihnen keinen Interviewpartner zur Verfügung stellen.“

Ein wenig mehr sagt Kaufland, ebenfalls ein Unternehmen der Schwarz-Gruppe: Wir bieten unseren Kunden auch weiterhin eine große Auswahl an Lebensmitteln sowie alles für den täglichen Bedarf zu günstigen Preisen. Darunter unsere attraktiven Eigenmarken-Produkte sowie die anderer bekannter Marken. Wir stellen derzeit kein verändertes Einkaufsverhalten unserer Kunden fest. Es werden weiterhin Einkäufe quer durch das Sortiment und alle Warengruppen getätigt.“

Discounter könnten Probleme bekommen

Es ist klar, dass sich die Discounter hier nicht in die Karten schauen lassen wollen: Die Discountpreise sind nur solange möglich, wie die Markenhersteller, die ja auch die Discountprodukte herstellen, mit den Markenprodukten genug verdienen. Ist das nicht mehr der Fall, ist das Geschäftsmodell mit den preiswerten Discounter-Eigenmarken gefährdet.

Kaufland hat bereits ein ausgefeiltes Energiekonzept

Auf die Frage nach den eigenen Energiekosten, die ja letztlich auch an die Kunden weitergegeben werden, antwortet nur Kaufland, dafür aber recht ausführlich: „Um Energie zu sparen, heizt in vielen unserer Filialen der Kühlschrank mithilfe des Kälte-Klima-Verbunds. Kühltruhen und -schränke erzeugen mehr Wärme als Kälte. Diese Abwärme nutzen wir bei Kaufland für die Beheizung unserer Filialen, indem sie einer Industriefußbodenheizung zugeführt wird, die unter der gesamten Verkaufsfläche verlegt ist. Erdreich und Bodenplatten dienen als Speicher und können die niedrigen Vorlauftemperaturen von 38 bis 40 Grad Celsius optimal nutzen. Zusätzlich wird die gespeicherte Wärme für die Lüftungsanlage, die Türluftschleier bei den Eingängen und die Heizkörper in den Büro- und Sozialräumen genutzt. Hierdurch decken wir fast 4/5 des gesamten Wärmebedarfs einer Filiale ab. Zudem vermeiden wir Kälteverlust der Kühlmöbel, indem wir sie in vielen Filialen mit Türen oder Glasschiebedeckeln ausstatten.“

Edeka: „Wir nehmen teilweise wahr, dass Kundinnen und Kunden aktuell stärker zu Eigenmarken greifen.“

Einzig Edeka hat schon bemerkt, „dass Kundinnen und Kunden aktuell stärker zu Eigenmarken greifen.“ Details mag aber auch Edeka nicht nennen, nur soviel: „Wir legen höchsten Wert auf ein bestmögliches Preis-Leistungsverhältnis. Aufgrund der aktuellen Situation auf den Weltmärkten lassen sich steigende Verkaufspreise aber nicht immer vermeiden. Selbstverständlich geben wir, wann immer möglich, Einkaufsvorteile an unsere Kundinnen und Kunden weiter. In unseren Märkten können unsere Kundinnen und Kunden aus einem breiten Sortiment an bekannten Marken, beliebten Edeka-Eigenmarken und Artikeln auf Discountpreisniveau wählen. Damit sprechen wir jede Kundin und jeden Kunden an.“ 

Text: Markus Neugebauer und Matthias Lauterer




Michael Ballweg bleibt in Untersuchungshaft

Wie das Stuttgarter Amtsgericht mitteilt, wird der Haftbefehl gegen Michael Ballweg, Gründer von Querdenken 711, nicht aufgehoben. Ballweg, der seit rund 2 Monaten in Untersuchungshaft sitzt, kommt daher nicht auf freien Fuß. GSCHWÄTZ berichtete mehrfach.

Ihm wird Betrug vorgeworfen, er soll Schenkungen seiner Anhänger nicht zweckentsprechend verwendet haben. Der Haftbefehl wurde wegen Fluchtgefahr, möglicherweise auch wegen Verdunkelungsgefahr beantragt.




Einbrecher auf Genießertour

Fündig wurden Einbrecher in der Nacht auf Mittwoch, als sie in eine Weinhandlung in Öhringen einstiegen. Zwischen 18 Uhr und 4.30 Uhr begaben sich die Unbekannten zu dem Geschäft in der Austraße, hebelten die Eingangstür auf und durchsuchten im Inneren das Inventar. Anschließend flüchteten sie mit ihrer Beute. Was die Einbrecher erbeuten konnten, ist unter anderem Bestandteil der Ermittlungen. Die Polizei bittet nun die Bevölkerung um ihre Mithilfe. Zeugen, die Angaben zu dem Einbruch machen können oder in diesem Bereich eine verdächtige Wahrnehmung gemacht haben, werden gebeten, sich beim Polizeirevier Öhringen unter der Telefonnummer 07941 9300 zu melden.

Pressemitteilung Polizei Heilbronn




Sperrung der L 1025 zwischen Marlach und Winzenhofen

Die Landesstraße L 1025 muss zwischen Marlach und Winzenhofen von Montag, 29. August, bis einschließlich Freitag, 2. September, wegen einer Fahrbahndeckenerneuerung durch die Straßenmeisterei Künzelsau gesperrt werden.

Die überörtliche Umleitung wird in beide Fahrtrichtungen ausgeschildert und erfolgt von Marlach über Sindeldorf nach Westernhausen.

Pressemitteilung Landratsamt Hohenlohekreis




Sommer gefühlt ohne Corona – doch bald geht’s wieder los – Maskenpflicht und andere Dinge stehen bereits in den Startlöchern

Es ist nur eine kurze Verschnaufpause: Die Corona-Sommerwelle flacht ab. Doch die sinkenden Zahlen sind für Karl Lauterbach (SPD) kein Grund zur Entwarnung. Angefeuert durch die Omikron BA.5-Variante werde es im Herbst wieder stark steigende Infektionszahlen geben, warnte der Gesundheitsminister am Freitag, den 12. August 2022 auf einer Pressekonferenz in Berlin und beharrte auf neue Corona-Regeln in Deutschland. Das geht aus einem Artikel der Kreiszeitung hervor.

So soll ab Oktober 2022 die Maskenpflicht in Innenräumen für den Herbst und Winter wieder gelten. „Ich gehe davon aus, dass alle Länder dies machen werden“, sagte Lauterbach.

Im Flugzeug, der Bahn und der Schule sollen dann unter anderem wieder die Masken zur Pflicht werden. Schüler:innen, die während der gesamten Coronazeit sowieso die Leidgesprüftesten waren, müssen also weiterhin mehrere Stunden am Stück die Maskeim Klassenzimmer tragen. Und das, obwohl die Omikron BA.5-Variante bei weitem nicht mehr diese hohen Krankenhauszahlen produziert, sondern sich oftmals nur in erkältungsähnlichen Symptomen zeigt.

Die Menschen haben derweil zuhauf andere Sorgen: Der Krieg in Europa, die anhaltende Dürre und Trockenheit als Zeichen des immer drastischer werdenden Klimawandels und die explodierenden Preise in Supermärkten und an Tankstellen.

Epedemien, Klimawandel und Krieg. So viele bedeutende Baustellen auf einmal gab es selten in der Geschichte.

Nun heißt es aber erstmal nach den Sommerferien: back to Corona. Achtung: Auch viermalig oder fünfmalig Geimpfte unterliegen den Coronaverordnngen. Nur für frisch Geimpfte sollen laut Gesundheitsminister Karl Lauterbach von der Maskenpflicht im Restaurant oder bei Veranstaltungen befreit werden, so der MDR.

Was „frisch“ bedeutet, hat Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach im ZDF erklärt: „Nach der Definition, die wir hier einsetzen, heißt das drei Monate. Das heißt mindestens die dritte oder eine weitere Impfung darf höchstens drei Monate zurückliegen. Dann hat man eine gute Wahrscheinlichkeit, dass der Geimpfte selbst gut geschützt und nicht so stark ansteckungsgefährdet ist wie jemand, der länger zurückliegend geimpft ist. Oder der nur eine Impfung hat.“

 

 

 




„Einem im Sterben befindlichen Menschen den Kontakt zu seinen engsten Ange­hörigen zu untersagen, ist im höchsten Maße pietätlos.“

Eine scheinbar kleine Kostenentscheidung des Amtsgerichts Künzelsau in einem Rechtsstreit zwischen Robert Frisch*) und der Betreibergesellschaft des Altenheims „Alte Harmonie“ in Kocherstetten lässt aufhorchen:

Hintergrund ist, dass die Mutter von Robert Frisch in der Alten Harmonie längere Zeit gepflegt wurde und schließlich dort auch  verstarb. Aus welchen Gründen auch immer wurde von der Betreiberin des Altenheims einige Wochen vor dem Tod der alten Frau gegen Robert Frisch ein Hausverbot ausgesprochen, wogegen Robert Frisch eine einstweilige Verfügung erwirkte. Das Hausverbot wäre also gegenstandslos gewesen, hätte die Alte Harmonie GmbH nicht ein Hauptsacheverfahren angestrengt, um die Unwirksamkeit der einstweiligen Verfügung und die Gültigkeit des Hausverbots feststellen zu lassen.

Rechtsstreit in der Hauptsache erledigt

Noch vor der Hauptverhandlung zog die Alte Harmonie GmbH ihr Rechtsmittel zurück. Fraglich war also nur noch, wer die Kosten zu übernehmen hat. Darüber hat das AG Künzelsau nun entschieden und daneben klare Worte geäußert.

Die Kosten des Verfahrens trägt die Beklagte, also die Alte Harmonie

Die Beklagte, also die Alte Harmonie GmbH wurde verurteilt, die Kosten des Verfahrens zu tragen. Aus der Begründung des Gerichts fallen mehrere Aspekte ins Auge:

Interessante Begründung

Der Sohn und Bevollmächtigte der alten Frau hat als solcher ein Umgangsrecht. „Hierbei ist insbesondere zu berücksichtigen, dass die Mutter des Verfügungsklägers im Sterben lag“, schreibt das Gericht.
Außerdem habe die alte Frau als Mieterin eines Pflegezimmers ein eigenes Hausrecht, stellt das Gericht fest. Sie kann daher selber bestimmen – oder durch einen Bevollmächtigten bestimmen lassen -, „wer sie besuchen darf und wer nicht.“
Nicht zuletzt, so Richter Brückner, würde durch ein solches Hausverbot dem als Bevollmächtigten eingesetzten Sohn die „Erfüllung seiner Pflichten erheblich eingeschränkt“.

Hausverbot prinzipiell möglich

Auf der anderen Seite gebe es natürlich in Ausnahmefällen die Möglichkeit eines Hausverbots. Allerdings sei hier stets „eine umfassende Güter- und Interessensvertretung unter Würdigung aller Umstände des Einzelfalles vorzunehmen.“

Das Gericht sah daher das ausgesprochene Hausverbot als ungerechtfertigt an. Ungeachtet dessen, was möglicherweise vorgefallen sein mag, müsse „der Verfügungsbeklagten [der Alte Harmonie GmbH] als professioneller Heim­betreiberin der Ausnahmezustand des Verfügungsklägers als Sohn seiner im Sterben befindli­chen Mutter gegenwärtig“ gewesen sein.

Aus diesen Gründen hätte die Alte Harmonie GmbH voraussichtlich das Hauptsacheverfahren verloren und muss daher die Kosten des Verfahrens tragen.

Gericht mußte Hintergründe nicht aufklären

Ob dem Hausverbot nun tatsächliche Gründe – das Gericht sagt, die Gründe seien „wenig substantiiert“ vorgetragen – zugrundelagen oder ob man, wie es Frisch unterstellt, ihn als  „Unruhestifter“ loswerden wollte, darüber mußte das Gericht nicht mehr entscheiden. Frisch hatte Mißstände, die er im Heim festgestellt hatte, an die Behörden gemeldet.

Richter betrachtet aus dem Blickwinkel der im Sterben liegenden Frau

Mit einem klaren und deutlichen Wort, das zwar juristisch nach der Begründung nicht mehr relevant ist, wohl aber moralisch, beendet Richter Brückner seine Urteilsbegründung, indem er den Blickwinkel umdreht und das Empfinden der im Sterben liegenden Frau nachfühlt: „Einem im Sterben befindlichen Menschen den Kontakt zu seinen engsten Ange­hörigen zu untersagen, ist im höchsten Maße pietätlos.“

*) Der Name ist geändert, der Name der betroffenen Person ist der Redaktion bekannt.

Text: Matthias Lauterer




„Eine bessere Bezahlung ist ein wichtiger Beitrag, dringend gesuchtes Personal für die Floristik zu finden“ 

Für die rund 30 Beschäftigten der Floristikbranche im Hohenlohekreis gibt es deutlich mehr Geld. Eine gelernte Floristin kommt jetzt auf einen Stundenlohn von 13,31 Euro. Zusammen mit einer weiteren Erhöhung zum Sommer kommenden Jahres beläuft sich das Plus für Fachleute auf gut 17 Prozent.

Arbeit mit Blumen besser bezahlt

Das teilt die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) mit – und appelliert an die Beschäftigten, ihren aktuellen Lohnzettel zu prüfen. Das zusätzliche Geld müsse mit der Juli-Abrechnung auf dem Konto sein. Wer leer ausgehe, solle sich an die IG BAU Stuttgart wenden, rät Bezirksvorsitzender Gerhard Neidling.
„Das starke Einkommensplus sorgt dafür, dass die Beschäftigten trotz hoher Inflationsrate mehr Geld zum Leben haben. Außerdem liegt die Floristik über der künftigen Mindestlohngrenze von zwölf Euro pro Stunde“, so der Gewerkschafter.

Selbst Ungelernte verdienen mehr als den gesetzlichen Mindestlohn 

Selbst für ungelernte Kräfte liege der Einstiegsverdienst aktuell bereits bei 12,36 Euro. Ab Juli 2023 kommen sie nach Angaben der Floristen-Gewerkschaft IG BAU auf einen Stundenlohn von 13,01 Euro – und haben damit 24 Prozent mehr im Portemonnaie als bislang. Die IG BAU hatte sich in den Tarifverhandlungen mit dem Fachverband Deutscher Floristen (FDF) für einen deutlichen Abstand zur gesetzlichen Lohnuntergrenze starkgemacht.

„Eine bessere Bezahlung ist ein wichtiger Beitrag, dringend gesuchtes Personal für die Floristik zu finden“ 

„Blumengeschäfte und Gartencenter haben auch während der Pandemie gute Geschäfte gemacht. Eine bessere Bezahlung ist ein wichtiger Beitrag, dringend
gesuchtes Personal für die Floristik zu finden“, unterstreicht Neidling. Dabei werde die Branche auch für den Nachwuchs attraktiver. Azubis bekommen bis August
nächsten Jahres durchschnittlich 23 Prozent mehr Geld – und verdienen im dritten Ausbildungsjahr dann sogar 1.000 Euro im Monat. 

Pressemitteilung IG BAU




Sprechen Sie am Telefon nicht über Ihre persönlichen und finanziellen Verhältnisse

Über zwei Fälle von erfolgreichen Schockanrufen mußte GSCHWÄTZ in den vergangenen Tagen berichten: Vor gut einer Woche in Distelhausen und am 11. August 2022 in Künzelsau erbeuteten die Täter jeweils wohl einen sechsstelligen Betrag.

Immer der gleiche Trick

Das Vorgehen ist immer ähnlich: Personen wird vorgegaukelt, dass ein Angehöriger einen schweren Unfall verursacht hätte, gerne mit tödlichem Ausgang, und nur durch Zahlung einer hohen Kaution wieder frei käme. Die Anrufer geben sich dabei gerne als Polizisten oder Staatsanwälte aus. Und selbstverständlich wird sofort eine Geldübergabe vorgeschlagen – entweder wird das Geld direkt vor Ort vom Geschädigten abgeholt oder es wird ein Treffpunkt vereinbart. Niemals aber wird das Geld in einer Dienststelle der Polizei oder der Staatsanwaltschaft übergeben. Die Staatsanwaltschaft Heilbronn berichtete im Juni 2022 von etwa 50 Geschädigten in ihrem Zuständigkeitsbereich in den Jahren 2020 bis 2022. Die Schadenssumme habe rund 1,5 Millionen Euro betragen. Die beiden genannten Fälle sind darin noch nicht enthalten.

In dem Fall aus Distelhausen wurden die Wertsachen gleich abgeholt, im Künzelsauer Fall wurde ein Treffpunkt hinter der Markthalle in Stuttgart(!) vereinbart.

Gezielte Ansprache von Menschen

Die Schilderungen der Polizeiberichte lassen gewisse Folgerungen zu: Immer scheinen die Täter zu wissen, dass in den Haushalten größere Geldmengen oder Wertgegenstände vorhanden sind oder sich größere Summen schnell beschaffen lassen. Berichte darüber, dass arme Menschen angerufen werden, die keine Werte schnell verfügbar haben, sind nicht bekannt. Die Opfer wurden also offenbar vorab ausgekundschaftet.

Organisierte Kriminalität

Es muß also eine Organisation mit mindestens drei unterschiedlichen Abteilungen hinter den Taten stecken: Eine Gruppe, die Menschen und ihre Verhältnisse ausforscht. Eine Gruppe, die die Anrufe durchführt und zuletzt die sogenannten „Läufer“, die die Wertgegenstände abholen und weiterleiten.

Ansatzpunkt: Die „Läufer“

Die Läufer haben oft zu den Hintermännern der Organisation wenig Kontakt, werden nur mit der Abholung beauftragt und geben die Beute unmittelbar weiter. Trotzdem sind diese „Läufer“ für die Ermittlungsbehörden der Ansatzpunkt. Dazu ist es aber notwendig, dass die potentiellen Opfer aufmerksam sind und die Polizei vor der Übergabe schon informieren, sagt Statsanwalt Müller-Kapteina. Ein Trick sei, einen Rückruf zu vereinbaren und zu versuchen, die tatsächliche Telefonnummer des angeblichen Anrufers zu ermitteln und ihn anzurufen, etwa die Polizeidienststelle, die angeblich angerufen hat. Die Behörden können dann bei der Übergabe der Wertsachen Maßnahmen ergreifen.

Die Telefonzentrale

Die Hintermänner am Telefon, die oft im Ausland sitzen, sind nur zeitaufwändig zu ermitteln – und dann haben diese ihren Standort auch schon gewechselt. Heutige Technik macht es möglich, ein falsche Rufnummer vorzutäuschen, sogenanntes „Spoofing“. Oft lassen die Täter die 110 anzeigen, viele Menschen lassen sich dadurch täuschen. Die Strukturen dieser „Telefonzentralen“ sind den Behörden bekannt.

Die Kundschafter

Wenig ist zu erfahren über die Ausforschung der potentiellen Opfer. Die Behörden sprechen über diesen Part nicht viel. Diese „Spione“ sind die, die am weitesten von der späteren Tat entfernt sind.

Vorsicht bei Fragen von vorgeblichen Finanzberatern

Vorsicht dürfte beispielsweise geboten sein, wenn man von unbekannten Finanzberatern oder -vermittlern kontaktiert wird, die schnell über hohe Anlagesummen sprechen und Angebote machen. Wer bei einem solchen Gespräch Interesse zeigt, der scheint über diese Summen verfügen zu können und kommt möglicherweise als Angriffsziel in Betracht. Ein seriös wirkender Finanzberater wird sich selbstverständlich auch über familiäre Verhältnisse erkundigen.

Und möglicherweise meinen diese Kundschafter tatsächlich, dass sie legal arbeiten und Daten potentieller Kunden erfassen, die dann von einem Vertriebsaußendienstler aufgesucht werden. Aber, so warnt Staatsanwalt Müller-Kapteina, schon „Leichtfertigkeit“ führe zur Strafbarkeit.

Sprechen Sie am Telefon nicht über Ihre persönlichen und finanziellen Verhältnisse

Dass die potentiellen Opfer aber genau so vorab ausgehorcht werden, dafür spricht der Rat der Polizei:  Sprechen Sie am Telefon nicht über Ihre persönlichen und finanziellen Verhältnisse. Seien Sie mißtrauisch, wenn ein Unbekannter Sie über ihre finanziellen oder familiären Verhältnisse ausfragen will.

Vermögensabschöpfung – „das ist bitter“

Die schmerzhafteste Folge für einen ertappten Finanzagenten, also einen „Läufer“ oder einen Kundschafter, ist oft gar nicht das strafrechtliche Urteil, sondern die Vermögensabschöpfung bzw. die „Einziehung von Wertersatz“: Er muß nicht nur das Geld zurückzahlen, das er für seine Dienste erhalten hat, sondern kann auch für die Begleichung des gesamten Schadens herangezogen werden, Müller-Kapteina: „Das ist bitter“. Er weist darauf hin, dass diese Zahlungsverpflichtungen auch durch eine eventuelle Privatinsolvenz nicht wegfallen.

Die Ratschläge der Behörden zum Umgang mit eventuellen Schockanrufen:

  • Die Polizei ruft Sie niemals unter dem Polizeinotruf 110 an.
  • Lassen Sie sich am Telefon nicht unter Druck setzen.
  • Legen Sie den Hörer auf, so werden Sie Betrüger los.
  • Werden Sie misstrauisch bei Forderungen nach
    • schnellen Entscheidungen,
    • Kontaktaufnahme mit Fremden sowie
    • der Herausgabe von persönlichen Daten, Bargeld, Schmuck oder Wertgegenständen.
  • Wählen Sie die 110 und teilen Sie den Sachverhalt mit. Benutzen Sie nicht die Rückruftaste, da Sie sonst wieder bei den Tätern landen.
  • Sprechen Sie am Telefon nicht über Ihre persönlichen und finanziellen Verhältnisse.
  • Beraten Sie sich mit Ihrer Familie oder Personen, denen Sie vertrauen.

Kontaktieren sie ihre Familie oder Personen unter den Ihnen bekannten Rufnummern

Weitere Informationen und Präventionstipps finden Sie unter www.polizei-beratung.de

Text: Matthias Lauterer




IT-Ausfall wegen mutmaßlichem Cyberangriff: IHK Heilbronn kommt vor Ort

Bereits am 5. August 2022 meldete die IHK, dass nahezu alle 80 Standorte im gesamten Bundesgebiet von einer mutmaßlichen Cyberattacke betroffen und nicht mehr erreichbar seien. An diesem Status hat sich zwischenzeitlich nichts geändert: Die IHK-Standorte sind weiterhin offline und nur über Telefon erreichbar. Genauso haben die Mitarbeiter:innen in den Standorten keinen Zugriff auf das Internet. Auch die Erstellung von Dokumenten, beispielsweise „Ursprungszeugnisse“ für exportierende Unternehmen ist nur noch auf Papier möglich.

Präsenzpunkte eingerichtet

Die IHK hat nun an verschiedenen Standorten Präsenzpunkte eingerichtet, um ihren Mitgliedern weiterhin Service und Unterstützung anbieten zu können und teilt dazu mit:

Die IHK Heilbronn-Franken ist in der Region vor Ort und hat an insgesamt sieben Standorten in allen vier Landkreisen Präsenzpunkte eingerichtet, an denen Ansprechpartner der IHK Unternehmen und weitere Kundinnen und Kunden der Kammer direkt unterstützen. Hintergrund ist: Aufgrund von technischen Störungen stehen bundesweit vorübergehend einzelne Online-Dienstleistungen der Kammer nicht zur Verfügung. Telefonisch ist die IHK Heilbronn-Franken uneingeschränkt erreichbar.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind Montag bis Donnerstag von 10 Uhr bis 15 Uhr und Freitag von 10 Uhr bis 12 Uhr an diesen Anlaufstellen vor Ort:

    • Rathaus Bad Mergentheim, Bahnhofsplatz 1, 97980 Bad Mergentheim
    • Rathaus Crailsheim, Marktplatz 1, 74564 Crailsheim
    • Stadtverwaltung Wertheim, John-F-Kennedy-Straße 1, 97877 Wertheim
    • Rathaus Eppingen, Marktplatz 1, 75031 Eppingen
    • Rathaus Öhringen, Marktplatz 15, 74613 Öhringen
    • Rathaus Künzelsau, Stuttgarter Straße 7, 74653 Künzelsau
    • Haus der Wirtschaft / Technologiezentrum SHA, Stauffenbergstraße 35-37, 74523 Schwäbisch Hall

Natürlich sind auch die einzelnen Fachabteilungen der IHK weiter telefonisch im Haus der Wirtschaft in Heilbronn, Ferdinand-Braun-Straße 20, unter der zentralen Rufnummer 07131-96770 erreichbar.

Die IHK Heilbronn-Franken bedankt sich ausdrücklich bei den jeweiligen Kommunen für die Unterstützung bei der Einrichtung der Präsenzpunkte.

Laut einem Sprecher der IHK Heilbronn-Franken bleiben diese Servicepunkte so lange bestehen, bis die Anbindung aller bisherigen Services ans Internet wieder gewährleistet ist. Auf die Frage, wie lange der Zustand noch andauern wird, verwies er darauf, dass er dazu noch keine konkrete Information habe. Über einen eventuell entstandenen Schaden, beispielweise einen Abfluß von Daten, konnte er keine Auskunft geben.

Text: Matthias Lauterer

 

 




59-jähriger Motorradfahrer mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus

Mit schweren Verletzungen wurde ein 59-jähriger Motorradfahrer in Ingelfingen in ein Krankenhaus eingeliefert.

Der Mann war nach Angaben der Polizei am Sonntag, den 14. August 2022 mit seiner Harley Davidson auf der Georg-Fahrbach-Straße unterwegs, als er in einer scharfen Rechtskurve auf die Gegenfahrbahn kam und mit dem entgegenkommenden VW einer 58-Jährigen kollidierte.

Der 59-Jährige musste mit dem Rettungshubschrauber abtransportiert werden. Am Motorrad enstand laut der Polizei ein Schaden von 500 Euro.