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Wohnungseinbruch – Zeugen gesucht

Einbrecher drangen in der Nacht auf Sonntag, 28. August 2022, in ein Wohnhaus in Künzelsau ein während der Bewohner schlief. Zwischen 4 Uhr und 7 Uhr begaben sich die Unbekannten zu dem Wohnhaus in der Straße „Aumühle“ und drangen über die geöffnete Terrassentür, an der der Rollladen zu zwei Drittel geschlossen war, ein. Im Inneren durchsuchten sie das Inventar und entwendeten unter anderem einen Geldbeutel samt Inhalt. Das Polizeirevier Künzelsau hat die Ermittlungen aufgenommen und bittet Zeuge, die Angaben zu dem Einbruch machen können oder in diesem Bereich eine verdächtige Wahrnehmung gemacht haben, sich unter der Telefonnummer 07940 9400 bei der Polizei zu melden.

Pressemitteilung Polizei HN




Reinhold Würth hofft, das nach Ukraine Krieg noch alles steht

Laut einem Interview mit der BILD-Zeitung und einem Vido des Youtubers Oli hat Reinhold Würth Angst, dass nach dem Ukraine-Kirge noch alles steht und damit, laut Bild, auch Angst „um sein Vermächtnis“. Der Youtuber Oli hat nun in einem Video erklärt, was Reinhold Würth mit seiner Angst meinen und welche Probleme nun aufgrund des Ukrainekrieges auf uns zukommen (könnten). Das Video mit Reinhold Würth im Titel wurde nach zehn Tagen bereits rund 75.000 Mal angeschaut. Der Titel: „Erschreckende Ansage von Würth“.

So wirklich zufrieden ist Reinhold Würth mit der deutschen Politik schon eine geraume Zeit nicht mehr. Mit der CDU ist er Milliardär nicht wirklich zufrieden. Nach Angela Merkel hätte er sich lieber Friedrich Merz als Kramp-Karrenbauer als direkter Nachfolger von Merkels Erbe gewünscht, da Kramp-Karrenbauer „von Wirtschaft nicht viel Ahnung hat“. Plus: „elegante, glatte Parteipolitikgerede haben wir genug im Land“. Mittlerweile hat sich sein Wunschkandidat schließlich durchgesetzt. Dennoch hat er bei der letzten Europawahl sein Kreuz bei den Grünen gemacht.

Reinhold Würth hat laut eigenen Aussagen gegenüber der BILD-Zeitung das Geschäft in Russland mit Beginn des Ukraine-Krieges gestoppt.




Boulevardbekannter „Darknet-Anwalt“ muß in Künzelsau klein beigeben

GSCHWÄTZ berichtete bereits im Juni darüber, dass die Staatsanwaltschaft Heilbronn bei Geldwäscheverfahren insbesondere über die sogenannten „Läufer“, also Personen, die durch Straftaten erhaltenes Geld oder Waren weiterleiten, an die Hinterleute herankommen will. Beim Pressegespräch der Staatsanwaltschaft Heilbronn im Juni 2022 warnte Staatsanwalt Müller-Kapteina: „Schon Leichtfertigkeit führt zur Strafbarkeit: Konto zur Verfügung stellen ist kein Gefallen!“ Das Geldwäschegesetz sei hier sehr streng und solche Delikte führen in der Regel auch zur Anklage. Gerade der Finanzagent sei oftmals leicht zu ermitteln – der Betrogene kennt ja das scheinbar seriöse Konto, so Müller-Kapteina. Eine solche „Läuferin“, Elena S., stand am 31. August 2022 vor dem Amtsgericht Künzelsau. Angeklagt war sie der „leichtfertigen Geldwäsche“.

Drei einzelne Straftaten der Geldwäsche in wenigen Tagen

Drei einzelne Straftaten der Geldwäsche soll Elena S. begangen haben, indem sie im November und Dezember 2020 Überweisungen von insgesamt ca. 50.000 Euro auf einem eigens eröffneten Konto entgegengenommen und unmittelbar in Bitcoins umgewandelt und diese weitergeleitet hat. Rund 1.000 Euro Provision habe sie für diese Transaktionen vereinnahmt, so Erste Staatsanwältin Sara Oeß. Sie klagt Elena S. deshalb wegen „leichtfertiger Geldwäsche“ nach §261 (6) StGB an.

Ein prominenter Anwalt

Elena S. ist 35 Jahre alt, in Kasachstan geboren und ukrainische Staatsbürgerin. Die einzelnen Überweisungen streitet sie nicht ab, jedoch waren sie und ihr Anwalt Dr. Matthias Brauer, der sich selbst auf seiner Webseite als „Darknet-Anwalt“ bezeichnet, mit einer Kanzlei in Bonn der Meinung, ein legales Arbeitsverhältnis auf Minijobbasis mit einer Firma namens „Russia Logistik“ eingegangen zu sein.

Dr, Matthias Brauer (links) und sein Team. Foto: Screenshot www.die-anwalts-kanzlei.de

Im Rahmen dieses Arbeitsverhältnisses sollte sie zuallererst ein Konto eröffnen und dann Finanztransaktionen durchführen. Es habe ein Bewerbungsgespräch per Telefon gegeben und sie habe sowohl ihren Aufenthaltstitel sowie einen Auszug aus dem Zentralregister („Führungszeugnis“) an diese Firma gesendet. Der Angestellte der Firma habe auch regelmäßig mit ihr gechattet und sie beim Durchführen der Transaktionen angeleitet – es wurde sogar eine Testtransaktion durchgeführt. Die Webseite der Logistikfirma sei ihr seriös erschienen, sie habe auch viele positive Bewertungen im Internet über die Firma gefunden.

Angeklagte soll nichts mehr sagen

Als Staatsanwältin Oeß nachfragt, ob es Elena S. nicht stutzig gemacht hätte, dass ein europaweit agierendes Unternehmen ein Konto einer Privatperson benötige,  unterbricht Anwalt Brauer die Befragung: „Die Art der Befragung ist unpassend. Ab jetzt beantwortet sie [die Mandantin] keine Fragen mehr“. Er will wohl verhindern, dass seine Mandantin unbefangen etwas sagt, das nicht nach Fahrlässigkeit, sondern nach Vorsatz klingt. Denn bis hier redet Elena S. meist frei und schildert die Vorgänge aus ihrer Sicht. Nur manchmal wird sie von ihrem Anwalt an ein Detail erinnert, das ihm hilfreich erscheint. Die Stimmung im Saal wird angespannter, die Fronten verhärten sich merklich. Auf die Gründe, die Elena S. in dieses vermeintliche Arbeitsverhältnis getrieben haben, spricht sie nicht. Sie wird auch nicht danach gefragt.

„Das war gut gemacht“

Zwei Betroffene sind als Zeugen erschienen, der dritte Betroffene hatte ein Attest vorgelegt, das ihm Verhandlungsunfähigkeit bescheinigte. Beide Betroffene gaben an, keine bewußten Überweisungen auf das Konto von Elena S. getätigt zu haben. Hermann A., der aus Bremen angereist war, berichtet, dass beim Besuch seiner Bank-Webseite ein Fenster erschienen sei, er soll bitte eine Testüberweisung vornehmen, mit einer anderen IBAN und anderem Namen. Er habe sich nichts dabei gedacht, „das war gut gemacht“, schließlich sei ja nicht seine IBAN angegeben gewesen, und habe diese Überweisung durchgeführt. Statt 10 Euro seien dann aber per Sofortüberweisung rund 28.000 Euro von seinem Konto auf das Konto von Elena S. überwiesen worden. Er habe das sofort bemerkt und sofort sowohl seine Bank als auch die Polizei alarmiert – sein Geld habe er allerdings nicht wiederbekommen.

„Eigentlich müßte man die auch comdirect anklagen“

Mehr Glück hatte Ahmed C., von dessen Konto ohne sein Wissen rund 9.000 Euro abgebucht wurden. Es handelt sich um ein Geschäftskonto, auf das nur er Zugriff hatte und das für eine Firma eröffnet wurde, die den Geschäftsbetrieb zum Zeitpunkt der Abbuchung noch nicht aufgenommen hatte. Als ehemaliger Mitarbeiter einer Bank kennt er die Abläufe und er hat von seiner Bank außergerichtlich rund 8.500 Euro zurückerhalten, wovon er allerdings noch einen Anwalt bezahlen mußte. Er macht die comdirect-Bank, bei der Elena S. das Konto eingerichtet hatte, mitverantwortlich, da diese das Konto nicht unmittelbar gesperrt habe: „Eigentlich müßte man die auch comdirect anklagen“, sagt er.

„typisches Finanzagentenkonto“

Für Polizeioberkommisssarin S. war das Konto ein „typisches Finanzagentenkonto“: Eine 10 Euro-Transaktion zum „Austesten“, keine privaten Verfügungen, drei hohe Überweisungen mit sofortiger Weiterleitung. „Atypisch“ sei es, dass Geld zurückgekommen ist, vielleicht, so die Vermutung von S., war das Konto oder die Person Elena S. bei der Kryptobörse bereits gesperrt gewesen.

Angeklagte wirkt bedrückt

Vor den Plädoyers bittet Dr. Matthias Brauer um eine kurze Unterbrechung für ein Gespräch mit seiner Mandantin. Beim Verlassen des Saals wirkt sie bedrückt, geht mit eingefallenen Schultern.

„Für leichtfertige Geldwäsche liegt die Schwelle niedrig“

Für Staatsanwältin Oeß hat sich der Tatworwurf bestätigt: „Für leichtfertige Geldwäsche liegt die Schwelle niedrig“, sagt sie. Schon der „Arbeitsvertrag in Anführungszeichen“ sei seltsam, aber auch

  • Eine Kontaktaufnahme, ohne dass die Angeklagte nach einer Stelle gesucht habe
  • der gesamte Kontakt über Telegram, „das neue Darknet“
  • der Arbeitgeber will keine weiteren Unterlagen als ein Führungszeugnis und ein Aufenthaltsdokument
  • der vorgebliche Geschäftszweck des Unternehmens und Jobinhalt stimmen nicht überein
  • ein extra Konto mit taggenauen Weiterleitungen

Auch die hohe Bezahlung – rund 1.000 Euro für wenige Minuten Aufwand – hätte die Angeklagte bemerken müssen. „Das geht haarscharf am Vorsatz vorbei“, sagt Oeß, insbesondere weil die Angeklagte ausgesagt hatte, dass sie selbst in der Ukraine ein kleines Geschäft geführt hat. Oeß plädiert auf eine 12-monatige Haftstrafe, die für drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt werden soll.

„Bei Fahrlässigkeit sind wir d’accord“,

meint Verteidiger Dr. Brauer. „Aber Leichtfertigkeit nicht“. Er verweist auf das Bewerbungsgespräch, den Arbeitsvertrag, die Dokumente und dass Elena S „einer Supervision unterstellt“ worden sei. „Es wurde ein Schein aufgebaut, ein komplettes Konstrukt aufgebaut, das sie täuschen sollte“. Das sei eine „gewöhnliche Fahrlässigkeit“, er plädiert auf Freispruch, auch weil die zugrundeliegenden Straftaten nicht aufgeklärt seien.

Elena S. verzichtet auf ihr letztes Wort.

„Es hätte sich aufdrängen müssen“

Richterin Rührich kann sich den Ausführungen von Dr. Brauer nicht anschließen, sie folgt im Wesentlichen der Staatsanwaltschaft: „Es hätte sich aufdrängen müssen, dass sich nicht um Unternehmensgelder, sondern um Geld von Privatpersonen handelt“, meint sie. Die von der Staatsanwaltschaft genannten Punkte verwiesen auf eine „grobe Unachtsamkeit“, somit sei der Tatbestand der leichtfertigen Geldwäsche erfüllt. Dem Strafmaß, das die Staatsanwaltschaft gefordert hatte, mag sie sich nicht anschließen: Sie verhängt eine Haftstrafe von 9 Monaten. Zugunsten von Elena S. wertet die Richterin, dass sie bisher nicht strafrechtlich in Erscheinung getreten war und die Taten bereits fast zwei Jahre zurückliegen. Aufgrund einer positiven Sozial- und Kriminalprognose kann diese Strafe auf drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt werden. Zusätzlich wird Elena S. unter die Betreuung eines Bewährungshelfers gestellt und muss 200 Sozialstunden ableisten.

Text: Matthias Lauterer

 

 

 




„Mehr Freiheit geht nicht. So was ist ein Traum und wir haben vieles selber in der Hand.“

„Wissen Sie eigentlich, wie traumhaft Sie wohnen?“ fragen Besucher des Uhlbachhofes nahe dem Altenbergturm von Sulzbach-Laufen die Hoffamilie Jäger oft. „Ja das wissen wir“, sagen diese dann. Fritz Jäger, Landwirtschaftsmeister und erfahrener Hofbetreiber, baut das Bild noch weiter aus. Er erklärt, dass die eine – zum Hof führende – Straße extra, um denselben herum gebaut wurde. Das ist nicht nur für die Besucher des Hofcafés und der Gäste größerer Feste ein großer Vorteil, sondern auch für seine 45 Milchkühe samt deren Nachkommen. „Hier ist wieder so ein Kindergarten“, zeigt Fritz Jäger beim Hofrundgang auf eine Ansammlung von Bäumen und Hecken auf einer Weide nahe dem Stall. Diese Flächen können als Ganztagesweiden genutzt werden und die Tiere – einer Kreuzung aus den Rassen ‚Schwarzbunte‘ und ‚Limburger‘ – stören niemanden dabei. Ganz wie sie wollen, gehen sie aus dem Stall und legen sich in den Schatten unter die Bäume. „Wenn die Kühe schmutzig sind, freut sich der Opa“, verrät Enkelin Ronja. Die Tiere genießen den kühlenden Schlamm am nahen Bachlauf.

In den Jahren 2014 und 2015 haben wir den Hof auf die Produktion von Demeter-Heumilch umgestellt.

Fritz Jäger. Foto: Bauernverband Schwäbisch Hall – Hohenlohe – Rems e.V.

Jäger erinnert sich: „Wir sind mit Vollgas aus dem bestehenden System ausgestiegen – in einem regelrechten Kraftakt. Das haben wir uns gut überlegt und mussten viel aushalten. Für uns war es ein zeitliches ‚Schlüsselloch‘, welches wir betriebswirtschaftlich genutzt haben.“ Er erklärt, dass sie früher sehr viel mehr Milch produziert haben, als heute. Aber auch, dass es von der Familiensituation her ein idealer Punkt war für die dreijährige Umstellung und dass die ganze Familie nach wie vor dahintersteht. Warum ein guter Zeitpunkt? Sein Sohn Ricardo war 2011 fertig mit der Ausbildung zum Landwirtschaftsmeister und stieg auf dem Hofbetrieb ein. „Ich habe es gut gefunden, dass er seinen zukünftigen Betrieb neu mit aufstellen kann“, sagt der Vater mit Blick auf den Hofnachfolger. Die drei Enkeltöchter wurden nach und nach geboren, die Schwiegertochter Eva-Maria stieg mit ein. Da stand bei Jäger‘s ganz klar die Frage: Was machen wir? Wie kann es weitergehen auf dem Hof? Konventionelle oder biologische Landwirtschaft? „Wir haben uns zusammen dafür entschieden, so natürlich wie möglich zu produzieren“, sagt Senior Fritz Jäger stellvertretend.

Abnehmer ist die Bäuerliche Erzeugergemeinschaft Schwäbisch-Hall

Er liefert die Milch seiner Kühe nach Geifertshofen, also an die Bäuerliche Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall BESH. In seinen Augen hat sich die Ernährung – zumindest die der Städter – vom Wissen um die Entstehung der Lebensmittel entfernt. Er hat seinen Hof diesbezüglich umgestellt, um davon wegzukommen. Er war sehr früh auf sich allein gestellt, hat sich über Stallbau und Fütterung immer weiter informiert und belesen. Und das schon zu Zeiten, wo man nicht einfach ‚googeln‘ konnte. Wie er sagt, hat er geübt, geübt und nochmals geübt, um die vielen feinen Kniffe herauszubekommen. Die Tierhaltung hat ihn schon immer fasziniert. Den offenen und hellen Stall für die Milchkühe hat er im Jahr 2000 geplant und dann vieles daran selbst gebaut. Alles sollte so einfach wie möglich sein. 2001 schon war ‚Einzug‘, was sich dann auch viele Landwirtskollegen gern angesehen haben. Denn es war vor 20 Jahren noch etwas Besonderes, so offene Ställe zu bauen.

Jeder Quadratmeter Land ist hier Demeter – wir machen keine halben Sachen.

Das Hofcafé, die Milchkühe und Hühner, die Veranstaltungshalle, der Landschafts- und Gartenbau, der Winterdienst und Tourismus ergeben das Hofeinkommen für zwei Familien, mehrere Angestellte und einen Azubi. Diese Kombination gibt nach eigenen Aussagen die Stabilität für den Hof und macht unabhängig. „Die Milchviehhaltung allein wäre zu wenig für uns“, sagt Fritz Jäger. Ihm ist wichtig, dass es für jeden einen Weg gibt, sich zu entwickeln. So haben sie es immer gehalten, sagt er. Und weiter: „Wenn es nicht funktioniert, sind wir draußen oder auf neuem Weg. Das Allerwichtigste ist, dass wir uns als Familie haben auf diesem Stück Erde.“ Das ist für die Gäste, die ins Hofcafé, zu Familienfeiern und besonders für Hochzeiten auf den Hof kommen, die Message, die sie alle spüren lassen. Er fordert die Besucher auf, dass sie zu den jeweiligen Bauern in ihrer Nachbarschaft gehen, und denen sagen: Es ist schön, dass es Euch gibt. „Wir sagen ihnen auch, dass sie zum Beispiel im Supermarkt deutlich anbringen können, dass es gut ist, wenn es dort regionale Produkte gibt“, meint Fritz Jäger. Und seine Frau ergänzt: „Das ist Fritz, der mit Gutem die Menschen verbinden möchte.“

Info:

Der Uhlbachhof der Familie Jäger wird als GBR geführt und beschäftigt neben der Familie insgesamt neun Mitarbeiter in Vollzeit und mehrere Helfer in Teilzeit. 500 Hühner liefern die täglich frischen Eier und 45 Kühe gute Heumilch. 45 Hektar des Hofes sind Eigentum, ca. 20 weitere Hektar sind gepachtet. Drei Viertel davon sind Wiesen, der Rest ist Acker ist für Luzerne, Dinkel, Einkorn, Gerste und auch Kartoffeln. Desweiteren bietet das Familienunternehmen Dienstleistungen im Gartenbau an. Fritz Jäger hat 2014 zusätzlich den Abschluss zum Naturparkführer gemacht und betreibt mit seiner Familie die Draisinenstation und eine Kanustation in Sulzbach-Laufen. Bis zu 100 Gäste können jeweils im Hofcafé oder in dem zur Festhalle umgebauten rustikalen Stall feiern, auch auf den gepflegten Wiesen ringsum. Allen Gästen hat er immer wieder viel aus der Region zu erzählen. Fritz Jäger ist Mitglied im Bauernverband Schwäbisch Hall – Hohenlohe – Rems und Mitglied im Gemeinderat in Sulzbach-Laufen.

Pressemitteilung Bauernverband Schwäbisch Hall – Hohenlohe – Rems e.V.

 




Polizei ermittelt alkoholisierten Fahrer nach Unfallflucht

Nach einer Unfallflucht auf einem Gemeindeverbindungsweg zwischen Weißbach und Guthof am Montagnachmittag konnte das Polizeirevier Künzelsau den mutmaßlichen Verursacher ermitteln. Der Mann steht im Verdacht mit seinem Fiat Panda gegen 16.30 Uhr unter Alkholeinfluss in einer Haarnadelkurve zu weit in der Fahrzeugmitte gefahren zu sein und dabei einen entgegenkommenden VW Passat einer 34-Jährigen gestreift zu haben. Dabei wurde die Passat-Lenkerin leicht verletzt. Anstatt anzuhalten und sich um den entstandenen Schaden von etwa 4.000 Euro zu kümmern, setzte der 58-Jährige seine Fahrt fort, bis er auf der Landesstraße 1045 von Forchtenberg nach Künzelsau von einer Streife entdeckt und angehalten wurde. Hier stellten die Beamten nicht nur zur Unfallflucht passende Schäden an seinem Fiat fest, sondern auch Anzeichen auf Alkoholeinfluss bei dem Fahrer. Ein Alkoholtest zeigte einen Wert von 2,44 Promille. Der Führerschein des Fiat-Lenkers bleib bei den Beamten. Der Mann musste die Beamten in ein Krankenhaus begleiten und eine Blutprobe abgeben. Er muss nun mit einer Anzeige wegen Trunkenheit im Straßenverkehr und Unfallflucht rechnen.

Pressemitteilung Polizei Heilbronn




„Wir haben noch Ideen und Pläne, die wir gemeinsam mit ihr realisieren möchten. Das packen wir jetzt an.“

Eva Hosemann hatte keinen problemlosen Start als künstlerische Leiterin der Burgfestspiele Jagsthausen. Gleich die ersten beiden Spielzeiten 2020 und 2021 mussten pandemiebedingt abgesagt werden. Kurz vor Abschluss der Spielzeit 2022 gibt es aber gute Nachrichten! Eva Hosemann bleibt künstlerische Leiterin der Burgfestspiele Jagsthausen. Ihr auslaufender Vertrag wird um drei weitere Jahre, bis Ende der Spielzeit 2025, verlängert.

Die Geschäftsleitung um Birgit Freifrau von Berlichingen und Roland Halter ist sich einig: „Wir freuen uns sehr, dass wir Eva Hosemann für drei weitere Jahre an die Burgfestspiele binden konnten und diese angenehme und erfolgreiche Zusammenarbeit so fortführen können.“, so Roland Halter. „Wir haben noch Ideen und Pläne, die wir gemeinsam mit ihr realisieren möchten. Das packen wir jetzt an.“, führt Birgit Freifrau von Berlichingen weiter aus.

„Es freut mich sehr weitere 3 Jahre in Jagsthausen bei den Burgfestspielen wirken zu dürfen! Ich empfinde es als große Wertschätzung für die Arbeit der letzten 3 Jahre und freue mich auf die kommende gemeinsame Zusammenarbeit.“  So Eva Hosemann, künstlerische Leiterin der Burgfestspiele Jagsthausen.

Pressemitteilung Burgfestspiele Jagsthausen




Einbrecher in Kindertageseinrichtung

Am Sonntagvormittag, 28. August 2022, fiel einer aufmerksamen Spaziergängerin eine eingeworfene Scheibe an einem Niedernhaller Kindergarten auf.

Tablets und Laptops mitgenommen

Mit drei faustgrossen Steinen – so die Feststellung der Polizei – haben bislang unbekannte Täter die Scheibe eingeworfen, um in das Gebäude einzudringen. Dort stahlen Sie elektronische Geräte im Wert von rund 1.500 Euro. Die Stadt Niedernhall spricht von zwei Tablets und zwei Laptops und beruhigt die Eltern: „Diese Geräte sind mit einem Passwort gesichert, so dass die Daten darauf nicht greifbar sind“.  Auch persönliche Gegenstände der Kinder seien nicht gestohlen worden.

Tatzeitpunkt nicht bekannt

Der genaue Tatzeitpunkt ist nicht bekannt, die Polizei nennt einen Zeitraum von „zwischen 10 Uhr am vergangenen Montag, 22. August, und 9 Uhr am Sonntag [28. August 2022]“ – der Kindergarten war wegen Ferien geschlossen.

Zeugen gesucht

Zeugenhinweise nimmt das Polizeirevier Künzelsau unter der Telefonnummer 07940 9400 entgegen.

Text: Matthias Lauterer




Landratsamt verlängert restriktive Regeln zur Wasserentnahme aus Oberflächengewässern

Der Hohenlohekreis hat die Allgemeinverfügung, die die Wasserentnahme aus Oberflächengewässern regelt, verlängert.

Damit gilt weiterhin und bis zum 30. September 2022, dass die Entnahme aus Bächen, Flüssen und Seen für private und landwirtschaftliche Zwecke stark eingeschränkt ist. Für die Bewässerung privater Gärten gilt beispielsweise:

Der wasserrechtliche Gemeingebrauch nach § 25 des Wasserhaushaltsgesetzes (WHG) in Verbindung mit § 20 des Wassergesetzes für Baden-Württemberg (WG) wird an oberirdischen Gewässern (Bäche, Flüsse, Seen), in allen Gemeinden des Hohenlohekreises für Zwecke der Bewässerung und Beregnung untersagt. Damit ist jede Wasserentnahme aus oberirdischen Gewässern für diese Zwecke, gleich auf welche Art und Weise, verboten. Hiervon ausgenommen ist das Schöpfen mit Handgefäßen.

Als Begründung gibt das Landratsamt unter anderem die weiterhin sehr geringen Wasserstände und die sehr geringen Abflüsse an. „Wasserentnahmen verringern die geringen Abflüsse zusätzlich und verschärfen die Auswirkungen von Niedrigwasser auf das Gewässerökosystem“, so die Verordnung.  

Strafen angedroht

Strafen von bis zu 50.000 Euro werden in der Allgemeinverfügung angedroht, wenn jemand trotz des Verbots Wasser aus Oberflächengewässern entnimmt.

Volltext der Verordnung

Text: Matthias Lauterer




Burgfestspiele Jagsthausen ziehen positive Bilanz nach Spielzeit 2022

Mit der Vorstellung des Traditionsstückes „Götz von Berlichingen“ endete am vergangenen Sonntag die 71. Spielzeit der Burgfestspiele Jagsthausen. Mit 28.925 verkauften Karten im Burghof, Gewölbe und den Gastspielen ziehen die Burgfestspiele ein positives Fazit, betrachten die Spielzeit allerdings differenziert.

Geschäftsführer Roland Halter zur abgelaufenen Spielzeit 2022: „Vor der diesjährigen Spielzeit hätte wohl keiner von uns gedacht, dass wir am Ende zufrieden über eine ordentliche Saison sprechen können, standen die Coronavorzeichen doch alles andere als gut. Dennoch betrachten wir die Spielzeit differenziert, vor und während der Urlaubszeit. Der Vorverkauf vor den Sommerferien verlief über unseren Erwartungen, worüber wir uns sehr freuen. Der Verkauf während der Urlaubszeit verlief dann im Rahmen unserer Erwartungen.“

„Alles in allem sind wir sehr positiv gestimmt und möchten uns natürlich bei unseren Zuschauerinnen und Zuschauern für die Treue bedanken. Ein großer Dank geht auch an das komplette Team vor und hinter den Kulissen, die mit einer bravourösen Teamleistung, diese Spielzeit mit all ihren Unabwägbarkeiten geprägt haben“, so Geschäftsführerin Birgit Freifrau von Berlichingen.

Auch die künstlerische Leiterin Eva Hosemann zieht ein positives Fazit: „Es war kein leichter Sommer, aber ein großartiges, teamfähiges und einsatzfreudiges Ensemble, ein engagiertes Team hinter den Kulissen und ein gut gelauntes Publikum machten diesen Festspielsommer zu einem Fest. Wir sind nun alle glücklich erschöpft und vor allem dankbar, dass die Festspiele unbeschadet die Saison 2023 planen können. Wir freuen uns darauf!“

Mit 7480 verkauften Tickets war das Musical „Monty Python`s SPAMALOT“ das am stärksten nachgefragte Stück der diesjährigen Spielzeit. Gefolgt vom Kinderstück „Der kleine Vampir“ mit 6970 Zuschauer*innen. „Götz von Berlichingen“ sahen 4370 Zuschauer*innen und „Ladies Night“ 5900 Zuschauer*innen. Für die Wiederaufnahme von „BASKERVILLE – Sherlock Holmes und der Hund von Baskerville“ wurden 2950 Tickets verkauft. „Die dumme Augustine“ begeisterte 1040 alte und junge Zuschauer*innen. Das Gastspiel „Judas“ in der Jakobuskirche sahen 75 Personen. Mit den Gastspielen im Gewölbe ergibt sich so die Summe von 28.925 Zuschauer*innen. Eine krankheitsbedingte und eine wetterbedingte Absage von „Ladies Night“ trüben die diesjährige, gute Bilanz.

Vorbereitungen für die Spielzeit 2023 laufen

Eine spannende und abwechslungsreiche Mischung aus Musical, Schauspiel sowie Kinder- und Familientheater erwartet den Besucher der Burgfestspiele auch 2023! Mit dem Musical „Saturday Night Fever“ (von Robert Stigwood und Bill Oakes / in der neuen Version von Ryan McBryde / Deutsche Dialoge von Anja Hauptmann) wird die Spielzeit am 10. Juni 2023 offiziell eröffnet. Bereits eine Woche vorher feiern die Kinderstücke „Des Kaisers neue Kleider“ für Kinder ab 5 Jahren (im Burghof / nach Hans Christian Andersen) sowie „Der Sonnenkönig“ für Kinder ab 3 Jahren (im Gewölbe / nach dem Bilderbuch von Werner Holzwarth) Premiere. Der Klassiker „Götz von Berlichingen“ wird im Jubiläumsjahr der Druckausgabe, die 1773 erschienen ist, in einer neuen Inszenierung auf die Burghofbühne kommen. Neben dem Traditionsstück steht ein weiteres Musikstück im Spielplan 2023. „Rio Reiser – König von Deutschland“ (Schauspielmusical von Heiner Kondschak) ergänzt das vielseitige Programm, dessen Musik eine ganze Generation prägte und zu seinen Ehren kürzlich in Berlin Kreuzberg der Heinrichplatz in „Rio-Reiser-Platz“ umbenannt wurde. „Ladies Night“ wird aufgrund seines großen Erfolgs in den Spielplan 2023 wiederaufgenommen. Erstmals in der Geschichte der Burgfestspiele wird auch im Burggraben der Götzenburg Theater gespielt. „Indien“, ein „komödiantisches Wunderwerk des komischen Schreckens“ (Verfilmung 1993), rundet das Programm der kommenden Spielzeit im Burggraben ab. Außerdem findet ein einmaliges Konzert des Württembergischen Kammerorchesters im Burghof statt und die Kooperation mit der aim- Akademie geht in die Fortsetzung. Nach dem erfolgreichen Start im Schuljahr 2018/2019 finden auch kommendes Schuljahr wieder Schultheatertage in Jagsthausen statt. Der Vorverkauf startet noch Ende des Jahres.

Großer Dank

Die Burgfestspiele Jagsthausen möchten sich auf diesem Wege für die große Unterstützung des Landes Baden-Württemberg, des Landkreises Heilbronn und der Gemeinde Jagsthausen in der Spielzeit 2022 bedanken. Ein aufrichtiger Dank gilt dem Hauptsponsor Adolf Würth GmbH & Co. KG, den Sponsoren wie der ZEAG Energie AG, der staatlichen Toto-Lotto GmbH Baden-Württemberg, dem Förderverein „Freunde der Burgfestspiele Jagsthausen e. V.“, der KulturStiftung der Kreissparkasse Heilbronn und der SV Sparkassenversicherung.

Ein besonderer Dank geht an den Deutschen Bühnenverein, die deutsche Theatertechnische Gesellschaft und die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, die aus den Mitteln des Förderprogramms „Neustart Kultur“ große Unterstützung im Bereich der Hygienemaßnahmen und Infrastruktur lieferten und damit einen großen Anteil an der Umsetzung der Spielzeit 2022 haben.

„Es war ein Kraftakt, die Spielzeit 2022 personell und finanziell zu stemmen. Doch wir haben es geschafft. Ohne die Förderung wäre das kaum möglich gewesen“, so Geschäftsführer Roland Halter.

Pressemitteilung BFS Jagsthausen




Hohe Inflationsrate „ist auch für viele Berater neu“

„Wir haben eine Inflationsrate, wie wir sie seit vielen Jahren nicht erlebt haben. Das ist für viele Kunden und auch für viele Berater neu.“ Das sagt Andreas Siebert, Vorstand der Raiffeisenbank Hohenloher Land eG. Aus diesem Grund haben Matthias Lauterer und Markus Neugebauer über Sieberts ganz eigene Sicht als Bankier auf inflationsbedingte Veränderungen auf das Bankgeschäft und das Kundenverhalten gesprochen.

Inflation trifft alle – aber einkommensschwache Menschen besonders stark

Wenn Siebert sagt „Ich merke, dass sich viele überlegen, ob sie eine Ausgabe tätigen. Die Liquidität wird für die Menschen stets im Mittelpunkt stehen“, wird ein erster Inflationseffekt deutlich: Die Nachfrage nach gewissen Produkten, insbesondere im hochpreisigen Bereich wird nachlassen, weil die Menschen zuallererst ihre Grundbedürfnisse befriedigen. Und die Grundbedürfnisse, Lebensmittel und Energie sind von besonders hohen Preissteigerungen betroffen. Die Inflationsrate für Energie und Lebensmittel liegt deutlich über der „offiziellen“ Inflationsrate des DESTATIS, die sich aus 645 Produkten zusammensetzt. DESTATIS meldet um 7,5 Prozent, Lebensmittel sind dagegen um rund 15 Prozent teurer geworden, Energie noch viel mehr. „Es trifft Menschen, die bisher schon sparen mussten, deutlich stärker“, stellt daher auch Siebert fest.

Es trifft auch die Unternehmen

Im Unternehmensgeschäft sieht Siebert: „Es trifft fast jeden. Unternehmenskunden mit hohen Energiekosten triffts deutlich härter“, aber alle Unternehmen hätten mit höheren Energie- und Rohstoffkosten zu kämpfen. Noch seien, insbesondere im Handwerk, die Auftragsbücher voll, weiß er. Die Unternehmen reagieren damit, dass sie versuchen, Lagerbestände aufzubauen: „Es besteht eine gewisse Angst, dass Produkte nicht mehr erhältlich sind. Die Unternehmen sind interessiert, dass die Produktionsmittel vorhanden sind.“ Diese Strategie beeinflußt natürlich ebenfalls die Liquidität. Noch bestünden in vielen Fällen laufende Kontrakte, kann Siebert berichten. Die Auswirkungen der Inflation zeigen sich für diese Unternehmen erst richtig, wenn die Kontrakte auslaufen und die Preise neu verhandelt werden müssen.

Wie reagieren die Privatkunden

Ihm seien Fälle bekannt, in denen Menschen Sparverträge bereits aussetzen. Bei Sparverträgen sei es kein Problem, wenn die monatlichen Zahlungen nicht geleistet würden. „Die Frage ist, ob das sinnvoll ist, wenn man sich eine Altersvorsorge aufbauen will.“ Andererseits ist ihm auch klar: „Aber manche können gar nicht anders.“ In diesen Fällen stellt sich die Frage nach der Sinnhaftigkeit nicht.

„Wir sind da auch in einer Verpflichtung“

Anders liegt der Fall, wenn ein laufender Kreditvertrag, etwa für ein Auto oder ein Haus, nicht mehr bedient werden kann. „Das wurde noch nicht stark angesprochen“, berichtet Siebert, verspricht aber möglicherweise betroffenen Kreditnehmern: „Wenn es Sorgen gibt, werden wir kulant sein. Wir sind da auch in einer Verpflichtung“.  Bei Neukrediten sei die Ablehnungsquote bereits gestiegen. Insbesondere bei Immobilienkrediten werden die laufenden Kosten analysiert: „Wir rechnen inzwischen deutlich höhere Lebenshaltungskosten ein. Auch die Kosten fürs Auto setzen wir deutlich höher an.“ Und so würden die Berater auch vom ein oder anderen Wohnprojekt derzeit abraten, das vor einiger Zeit möglicherweise noch finanzierbar gewesen wäre.

Besondere Probleme beim Wohnungsbau

Der Wohnungsbau habe derzeit mit vielen Problemen zu kämpfen: Der Zinsanstieg, die Kapazität der Baufirmen, Lieferengpässe und höhere Preise für Baustoffe. „Das führt dazu, dass das Thema Bauen schwieriger geworden ist.“ Siebert kann ein Lied davon singen, denn die Raiffeisenbank Hohenloher Land ist selbst Bauherr: „Da müssen Sie manchmal froh sein, wenn sie bei einer Ausschreibung überhaupt Angebote kriegen“, hat er seine Erfahrungen gemacht.

Im Moment würden manche Bauwillige ihre Vorhaben zurückstellen, selbst Bauplätze seien schon zurückgegeben worden [in manchen Gemeinden ist die Vergabe von Bauplätzen daran gebunden, dass der Bau innerhalb einer bestimmten Frist begonnen wird, Red.]. Auch Baufirmen haben bereits Angebote gemacht, unterschriebene Verträge mit fixem Preis abzulösen, weil sie diese Verträge nur mit Verlust bearbeiten könnten. Siebert ist überzeugt, dass es im Hohenlohischen nicht zu „Übertreibungen beim Preis“ gekommen sei. Und er sagt auch: „Der Bedarf ist da. Wohnbaubedarf ist immer.“ Was er allerdings sieht: „Bei Bürogebäuden ist der Bedarf geringer geworden“.

Siebert sieht Veränderungen auf den Markt zukommen: „Die Bauherren werden vorsichtig, können die Situation nicht einschätzen. Die Stimmung bei den Investoren ist momentan schlechter als bei den Mietern. Da ist außergewöhnlich“, findet er.

Lohn-Preis-Spirale

Für die nächsten Monate rechnet Siebert mit einer anhaltend hohen Inflationsrate. Längerfristig geht er von einer Preis-Lohn-Spirale aus. Gerade für Gewerbebetriebe wird das ein großes Thema werden, rechnet er.

Kein pauschaler Pessimismus

Siebert wäre kein Bank-Ökonom, wäre er in dieser Situation ausschließlich pessimistisch. Für einen Beispielkunden, der in Zeiten steigender Preise regelmäßig Geld für einen Horizont von sechs bis acht Jahren anlegen will, rät er allerdings eher zu Sachwerten oder zumindest zu Fonds, die durch Sachwerte gedeckt sind. Allerdings, so sein Rat, sollte man nicht alles auf eine Karte setzen, sondern sich breiter aufstellen, diversifizieren. Als Genossenschaftler wirbt er selbstverständlich dafür, zuerst einmal Genossenschaftsanteile der Raiffeisenbank zu erwerben oder eine bestehende Einlage zu erhöhen – nachdem die RB Hohenloher Land seit einigen Jahren die Maximaleinlage gedeckelt hatte, hat sie nun ein Aktionsprogramm zur Erhöhung des Genossenschaftskapitals aufgelegt.
Zur Risikostreuung empfiehlt Siebert, regelmäßig in 2 oder drei unterschiedlich engagierte Fonds zu investieren. „Das wichtige: Bei fallenden Kursen sollte man nicht gleich aussteigen, sondern das niedrige Niveau nutzen“. Bei der Frage nach Edelmetallen antwortet er ein wenig reserviert: „Fünf oder zehn Prozent Edelmetall als Diversifikation, das kann man machen“.

Text: Matthias Lauterer