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Mit diesem Satz katapultierte sich eine 16-Jährige 50 Jahre hinter Gitter

Sie war 16, als sie mit einer Waffe, die sie von ihrem Vater geschenkt bekam, am 29. Januar 1979 in eine Schule ging und damit neun Menschen verletzte – acht davon Kinder – und zwei Erwachsene tötete. Brenda Spencer wurde damals zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Nach 46 Jahren bat sie nun um eine Begnadigung. Das Gericht lehnte ab. Dabei war damals nichts so wie es schien.

„I don’t like Mondays“

„I don’t like mondays“, soll die damals 16-Jährige Brenda Spencer zu einem Reporter gesagt haben, als dieser sie unmittelbar nach ihrem Amoklauf mit einer Waffe an einer Schule, bei der zwei Erwachsene starben und neun weitere Personen verletzt wurden, befragt hat. Ihr angeblicher Satz wird heute noch als zentrale Aussage bewertet, die bei Gericht und bei der Presse damals wie heute das Mädchen wie eine eiskalte Teen-Killerin wirken lässt. Dabei täuscht das Bild massiv und viele wichtige Dinge flossen nie in die Urteilsbewertung mit ein – bis heute nicht.

Vom Vater eine Waffe zum Geburtstag

Brendas lange leicht lockige rötliche Haare waren ihr Markenzeichen. Ein hübsches Mädchen, das von ihrem Vater, wie sie in einem Interview später erzählt, eine Waffe zu ihrem 16. Geburtstag geschenkt bekommen hat. Mit dieser Waffe ging sie an einem Montag im Jahr 1979 in eine Schule und schoss um sich. Es war einer der ersten so genannten Amokläufe in den USA zu der damaligen Zeit und der erste überhaupt, ausgeübt von einem Mädchen. Das Entsetzen darüber und die Betroffenheit mit den Opfern war verständlicherweise groß.

Das personifizierte Böse?

Die Presse stürzte sich auf diesen Fall. Ein Journalist behauptete, er habe direkt nach der Tat mit Brenda gesprochen und nach den Gründen ihrer Tat gefragt. Sie habe anscheinend geantwortet: „I don’t like mondays“. Durch diesen Satz, wenn er denn je so gefallen sein sollte, erschien Brenda wie das personifizierte Böse, ohne jegliches Gewissen. Sie wird als Erwachsene und nicht gemäß dem Jugendstrafrecht verurteilt zu einer lebenslänglichen Haftstrafe – mit der Möglichkeit auf Entlassung ab 1993. Ab 1993 hatte Brenda Spencer die Möglichkeit, um ihre Freilassung zu bitten, was sie bis heute sechsmal versuchte. Sechsmal lehnte das Gericht ab. So bleibt sie weiterhin, seit nunmehr fast 50 Jahren hinter Gittern. Die Begründung hierfür wirkt fadenscheinig. Zumal viele Dinge in ihrem Fall nach wie vor nicht als strafmildernde Umstände herangezogen werden.

Auch Gerichte entwickeln sich innerhalb der vergangenen 50 Jahre weiter

Mittlerweile ist psychologisch längst widerlegt, dass Menschen von Natur aus „böse“ sind. Kein Mensch wird als „Monster“, ohne jedes Gewissen geboren. Wenn wir Geschichten über Täter:innen hören, sind diese oft stark traumatisiert – in ihrer Kindheit und/oder in ihrem weiteren Leben. Nicht selten sehen sich viele Täter:innen interessanterweise selbst als nicht traumatisiert an und weisen jegliche verstörende Kindheit von sich und idealisieren sie möglicherweise noch, da sie die Wahrheit gar nicht verkraften würden. Das ist ein Teufelskreis, denn durch ein Ausblenden der eigenen Traumata, besteht auch nie die Möglichkeit einer Aufarbeitung und damit einer Verarbeitung. Eines solcher Beispiele ist etwa der Serienmörder Ted Bundy, der Frauen zunächst umschmeichelt und dann auf qualvolle Weise umgebracht und sich an ihren Leichen vergangen hat. Das war ebenfalls in den 1970er Jahren. Sein Umfeld berichtete von einem verstörenden schwierigen Kindheit und einem abweisenden Elternhaus. Bundy selbst nahm alle Schuld auf sich und erklärte in ausführlichen Interviews, eine perfekte Kindheit gehabt zu haben und er einfach so geboren oder eventuell die Pornoindustrie Schuld an seinen verstörenden Trieben sei.

Kein Mensch wird als Mörder geboren

Es gibt in keinen einzigen Täter, der bewusst derartige Taten durchgeführt hat. ohne dass er traumatisiert ist und/oder dass er psychische Leiden hat und/oder von äußeren Einflüssen bestimmt wurde, wie etwa durch Drogenkonsum. All diese Dinge werden in der Regel im Rahmen eines Gerichtsverfahrens näher geprüft – und zwar dahingehend, ob es schuldmindernde Umstände gibt, die zu dem Mord geführt haben. Liegen schuldmindernde Umstände vor, werden Mörder in Deutschland nicht wegen Mordes verurteilt, sondern wegen Totschlages, was eine wesentlich geringere Haftstrafe bewirkt. So ist es zumindest heute, 50 Jahre später, üblich. Aktuelle zahlreiche Fälle von Pädophilie in Deutschland kommen vor Gericht noch immer häufig mit einer Haftstrafe zwischen 5 und 10 Jahren davon – und das, obwohl die Täter:innen diese Taten nach der Haft wieder begehen könnten.

In dem Video wirkt sie authentisch und glaubwürdig

In einem Interview aus dem Gefängnis, das das Mädchen kurz nach ihrer Verurteilung mit CSB führte, erklärte sie, dass sie an diesem Tag und auch die darauffolgenden Tage noch unter massivem Drogeneinfluss stand und sich nur noch bruchstückhaft an diese Tage erinnern konnte. In eben diesem Interview erzählte sie auch, dass ihr Vater ihr diese Waffe zu ihrem 16. Geburtstag geschenkt hat. Das ist kein übliches Weihnachtsgeschenk und spricht sicher nicht für ein friedvolles Elternhaus. Als sie mit dem Reporter über die beiden Männer spricht, die durch ihre Hand gestorben sind, weint sie und sagt, das sei sehr schwer auszuhalten, dass diese Männer wegen ihr tot sind. In dem Video wirkt sie absolut authentisch und glaubwürdig. Sie zeugte echte Reue, was ein Gericht ebenfalls als positiv bewerten sollte.

Convicted San Diego school shooter Brenda Spencer exclusive CBS 8 interview in 1993

Heute werden strafmildernde Umstände mehr beleuchtet und höher bewertet bei der Urteilssprechung

Vielleicht waren die Gerichtsverfahren Ende der 1970er und Anfang der 1980er Jahre noch nicht soweit, um auch das soziale Umfeld, das Elternhaus und die Kindheit in den Blick zu nehmen. Vielleicht wurden mögliche psychische Leiden nicht geprüft. Aber nun, nach knapp 46 Jahren hinter Gittern hat sich die Welt verändert und es sollte jedem, der eine so lange Haftstrafe verbüßt (geschweige denn, dass die wenigsten Menschen eine so lange Haftstrafe überhaupt verbüßen müssen, selbst wenn sie die schlimmsten Taten verübt hatten, wie etwa Kindesmissbrauch), die Möglichkeit gegeben werden, den Fall noch einmal neu prüfen zu lassen. Sechsmal hat Brenda in den vergangenen Jahrzehnten versucht, eine gerichtliche Wiederaufnahme ihres Falles zu erkämpfen, ohne Erfolg. Das letzte Mal im Februar diesen Jahres.

Die Anwaltskanzlei in San Diego, die unter anderem drei der damaligen Opfer vertritt, freut sich über die Entscheidung des Gerichts und erklärt:

„The shock of this brazen crime rippled through the community in San Diego at the time and it continues to hold a place of infamy in the history of mass shootings in our nation. While new laws are in place that can potentially speed up releases for individuals who were convicted as minors, as well as inmates who are over 50 years old, our position is that the totality of the horrific circumstances of this crime and this case do not warrant release and we are gratified that the Parole Board agreed with our position.“

Die Anwaltskanzlei bezieht sich damit auf den Schock-Moment des damaligen Amoklaufes und was dieser bis heute für Auswirkungen auf San Diego hat und daher eine Freilassung von Brenda nicht in Frage komme.

Bei einer Entscheidung über eine Freilassung eines Menschen sollte jedoch nicht im Vordergrund stehen, welche verheerenden Auswirkungen die vergangenen Taten noch immer auf das Umfeld haben, da der Umkehrschluss bedeuten würde, dass im Grunde niemals ein Mensch wieder entlassen werden dürfte, der wegen Totschlags oder Mord verurteilt worden ist. Es sollte einzig und allein darum gehen, zu prüfen, ob dieser Mensch nach wie vor eine Gefahr für die Öffentlichkeit darstellt.

Das nächste Mal kann Brenda Spencer im Jahr 2028 um ihre Freilassung bitten.

 

 




„Meine beiden Töchter leben vegan, ich selbst bin aber noch eine fleischfressende Pflanze“

Veganismus ist ein sehr kontroverses und umstrittenes Thema. Vegan sein bedeutet, keinerlei tierische Produkte zu essen – also nicht nur kein Fleisch und Fisch, sondern auch keine Eier, Käse oder Joghurt, die aus tierischen Produkten wie etwa Milch hergestellt werden.

Mittlerweile leben 15 Prozent der Bürger:innen laut der Allensbacher Markt- und Werbeträger-Analyse in ganz Deutschland vegan. Vor ein paar Jahren war diese Zahl noch deutlich niedriger. Doch wenn man tierische Produkte nicht isst, fehlen einem dann nicht viele Nährstoffe und wenn ja, durch welche Produkte kann man diese fehlenden Nährstoffe dann am besten stattdessen aufnehmen?

GSCHWÄTZ-Schülerpraktikant Ben Koczor ist diesen Fragen nachgegangen.

Was ist vegan überhaupt und wie sehen die Menschen Veganismus?

Unter dem Wort „vegan“ versteht man eine Ernährungsart oder ein Lebensstil, bei welchem man keine tierischen Produkte zu sich nimmt. Das bedeutet nicht nur kein Fleisch wie bei Vegetariern, sondern auch keine Eier, kein Käse, keine Milch und keinen Honig. Veganer möchten Tieren nicht schaden. Daher versuchen viele Veganer auch über den Tellerrand hinaus vegan zu leben und verzichten etwa auch beim Shopping auf tierische Produkte wie Leder oder Wolle.

Die militante Veganerin – berühmt-berüchtigt

In der Gesellschafft ist Veganismus noch immer sehr umstritten. Die bekannteste Veganerin in Deutschland ist wohl die Social-Media Influencerin „Die Militante Veganerin“. Die Influencerin ist bekannt für ihre hitzigen Diskussionen mit Bürger:innen auf der Straße, die man dann in den sozialen Medien als kurze Clips sehen kann, und ihren fast schon aggressiven Aktivismus.

Die militante Veganerin spaltet die Nation. Manche finden ihre penetrante Art, andere davon zu überzeugen, vegan zu leben, fast schon abstoßend. Auch meiner Generation geht es dabei so, dass sie mit dieser Art eher abschreckt als ansteckt. Aber es gibt auch viele Fans, die sagen: „Sie sind der Grund, wieso ich vegan geworden bin.“ Auch wenn die zahlreichen Kommentare zeigen, wie stark sie mit ihrer Art polarisiert, bleibt sowohl bei Fans als auch bei ihren Gegnern häufig die Frage unbeantwortet im Raum stehen: „Ist vegan sein überhaupt gesund ?“

Vegan in Supermärkten: „Es wird immer mehr“

In Supermärkten wie Edeka, Rewe und Penny gibt es viele vegane Ersatzprodukte. Um das selbst zu sehen, bin ich zum Edeka in Künzelsau gegangen, um dort ein paar Fragen beantwortet zu bekommen. „Ja, es wird immer mehr in letzter Zeit“, antwortete eine Edeka-Mitarbeiterin auf die Frage, ob vegane Produkte oft verkauft werden. Und für die vielen Nachfragen der veganen Ersatzprodukte ist Edeka bestens ausgestattet. Das hat Edeka alles in vegan: Ei, Käse, Brot-Aufstrich, Schokolade, Gummibärchen, Chips, Jogurt, Saucen und Wein. Unter all diesen veganen Produkten ist aber immer noch Tofu am beliebtesten und wird am meisten gekauft. Eine Statistik von Veganivore.de besagt, dass im Jahr 2024 39% aller Deutschen vegetarische und vegane Ersatzprodukte gekauft haben. Zu meiner Frage, ob mehr echtes oder veganes Fleisch gekauft wird, antwortete die Edeka Mitarbeiterin: „Jetzt gerade wird noch mehr Fleisch verkauft, aber es kaufen immer mehr veganes Fleisch.“

Der Geschmackstest

Im Edeka und teilweise auch im Aldi in Gaisbach habe ich Produkte und deren veganen Ersatzprodukte gekauft, um zu sehen wie viele Unterschiede es bei veganen Ersatzprodukten gibt. Hier seht ihr das Video dazu.

Das erste Produkt, waren Chicken Nuggets. Die normalen Chicken Nuggets, hatten einen komischen Geschmack aber die Panade war knusprig. Das Fleisch war sehr weich. Die Farbe der Panade war hell und das Fleisch war sehr hell weiß. Die veganen Nuggets waren knuspriger, und das vegane Fleisch zerging auf der Zunge. Das Nugget war dunkler, innen und außen. Fazit: Die veganen Nugget konnten hier bei mir mehr punkten als die fleischhaltigen.

Als nächstes testete ich veganes und nicht-veganes Toastbrot. Das nicht-vegane Toastbrot schmeckte fluffig und knusprig zugleich. Das Toastbrot war getoastet und sah goldbraun aus Das vegane Toastbrot war ebenfalls goldbraun und war weicher und schmeckte körniger und süßer. Im Großen und Ganzen hat das vegane Toastbrot mehr Geschmack als das nicht-vegane. Auch hier gewinnt meines Erachtens das vegane Toastbrot.

Als letztes probierte ich vegane und nicht-vegane Gummibärchen.  Die nicht-veganen Gummibärchen waren normale Goldbären von Haribo. Die Gummibärchen waren bunt und schmeckten fruchtig und süß, während die roten veganen Gummibärchen ebenfalls süß und fruchtig schmeckten, aber auch irgendwie sauer und klebrig waren. Hier gebe ich den Punkt an die original Gummibärchen.

Fazit des Geschmackstestes: Ich bin positiv von den veganen Ersatzprodukten überrascht, dass sie so gut und teilweise sogar besser schmecken.

Das Gespräch mit der AOK: „Eine vegane Ernährung kann eine präventive Wirkung auf die Gesundheit haben“

Um herauszufinden, ob vegane Ernährung wirklich gesund ist, spreche ich mit Heike Max, Ernährungsberaterin bei der AOK. Ohne Fleisch, Fisch und Milch fehlen einem ein paar Nährstoffe und Vitamine, wie zum Beispiel Vitamin B12, Jod, Calcium und Omega 3 Fettsäuren. Diese können aber durch pflanzliche Alternativen oder angereicherte Produkte ersetzt werden. Vitamin B12 erhält man durch Getreide. Jod bekommt man durch Getreide, Salz, Gemüse und Obst, jedoch nur eine geringe Menge. Calcium erhält man in Blattspinat oder Broccoli und Omega 3 Fettsäuren gewinnt man zum Beispiel durch Chiasamen, Walnüsse oder auch mit Hilfe von Chiaöl und Walnussöl. Laut Heike Max, ist die vegane Ernährung nur zu empfehlen bei einer ausgewogenen und gesunden Ernährung, und viel Zeit in die Produktauswahl und Zubereitung investiert.

Wenn man sich vegan ernährt, sollten zudem wenig hochverarbeitete Fertigprodukte verwendet werden, da sie mehr Zusatzstoffe als Nährstoffe liefern. Außerdem soll laut Heike Max auch idealerweise regelmäßig Laborkontrollen durchgeführt werden, um Defizite früh zu erkennen. „Eine vegane Ernährung kann eine präventive Wirkung auf die Gesundheit haben“, laute aber das positiv Fazit von Heike Max. Durch eine ausgewogene vegane Ernährung kann man etwa Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen oder Adipositas vermeiden.

Straßenumfrage: „Ich könnte allerhöchstens eine Woche vegan leben.“

Um zu testen, wie Menschen über den Veganismus denken, machte ich mich auf dem Weg nach Öhringen für eine Straßenumfrage. Die erste Befragte von sechs war keine Veganerin, dafür aber ihre Enkelin, wodurch sie sich mit veganem Kochen und Backen etwas auskennt. „Man muss aufpassen, dass man genug Eiweiß bekommt,“ so die Öhringerin, „Für mich ist es keine ausgewogene Ernährung, wenn man die fehlenden Nährstoffe allerdings zuführt, ein bisschen drauf achtet, ist es in Ordnung.“

Am wenigsten könnte die Öhringerin auf „gutem Käse“ verzichten. Auf meine Frage, wie lange sie vegan leben könnte, antwortete sie: „Ich könnte allerhöchstens eine Woche vegan leben.“ Eine andere Öhringerin war zwar keine Veganerin, dafür aber Vegetarierin. Sie lebt seit 30 Jahren vegetarisch und nimmt die fehlenden Nährstoffe des Fleisches durch Hülsenfrüchte auf. Bei der Frage ob die 75-jährige Vegetarierin auch auf vegan umstellen würde, antwortete sie: „Sinn würde es machen, vegan zu leben.“

Die 66-jährige Gisela Peters ist ebenfalls keine Veganerin, und begründet dies damit, dass sie aus der Generation kommt, die noch gar nicht so viel Wert darauf gelegt hat. „Meine beiden Töchter leben vegan, ich selbst bin aber noch eine ‚fleischfressende Pflanze‘.“ So die 66-jährige. Am wenigsten könnte sie auf „Ein gutes Kalbschnitzel“ verzichten. Vegan leben würde Gisela Peters schwerfallen. „Eine Woche könnte ich es durchhalten“, schätzt Peters. Eine weitere Befragte ist die 14-jährige Öhringerin Elen. Sie ist ebenfalls keine Veganerin, könnte aber anders wie die bereits befragte Öhringerin, die am wenigsten auf Käse verzichten könnte, am ehesten  auf Käse verzichten. Ein Öhringer antwortete auf die Frage, was ihm am meisten fehlen, wenn er vegan leben würde: „Die Freiheit, einfach einzukaufen und nicht ständig nachzusehen, ob es vegan ist.“ Eine:n Veganer:in habe ich bei meiner Straßenumfrage leider nicht gefunden.

 

 

 

 




Wiederbelebung der deutschen Wirtschaft durch den Krieg – Rüstungsaktien explodieren

Geplant sind Hunderte Milliarden Euro mehr für Europas Militär. BW-Ministerpräsident Kretschmann will davon profitieren und die Rüstungsindustrie in Baden-Württemberg ausbauen.

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hat sich für den Ausbau der Rüstungsindustrie in Baden-Württemberg ausgesprochen. Europa müsse seine Verteidigung selbst in die Hand nehmen und eine potente Rüstungsindustrie aufbauen – „und da wollen wir in Baden-Württemberg mitmischen“, sagte er in einem „Südkurier„-Interview am Dienstag. In diesem Bereich werde ein neuer industrieller Schwerpunkt im Land entstehen.

Einige Schlüsselakteure für den Ausbau der europäischen Verteidigungsfähigkeit befänden sich bereits in Baden-Württemberg, so der Ministerpräsident. Etwa die in Überlingen im Bodenseekreis ansässige Firma Diehl Defence, die bei bestimmten Luftverteidigungssystemen weltweit führend sei. Sie schütze schon heute den ukrainischen Luftraum.

Kretschmann hatte Diehl Defence im Mai 2023 zusammen mit dem Botschafter der Ukraine besucht. Dabei wurde das Raketenabwehrsystem Iris gezeigt, das in der Ukraine im Einsatz ist. Ziel der gesamten Verteidigungswirtschaft müsse es sein, führende Technologien herzustellen, so der Ministerpräsident.

Kretschmann: Aufrüstung zur Verteidigungsfähigkeit

Moralische Vorbehalte beim Thema Aufrüstung hat Winfried Kretschmann nicht. Er sei nie Pazifist gewesen, sagte er im Zeitungsinterview – anders als seine Partei, Bündnis 90/Die Grünen. Doch habe die Partei die Pazifismus-Debatte seit dem Kosovokrieg hinter sich gelassen. „Das ist ausgestanden“, so der Regierungschef. Winfried Kretschmann ist seit 14 Jahren im Amt.

Kretschmann: „Ich war noch nie ein Pazifist“

Beim Thema Aufrüstung gehe es allerdings ausschließlich um die Verteidigungsfähigkeit, so Kretschmann. Rüstung müsse ausgebaut werden, um sie nicht einsetzen zu müssen. Technologie-Führerschaft müsse dabei der Anspruch in der gesamten Verteidigungswirtschaft sein.

Hensoldt-Chef: Übernahme von Beschäftigten von Bosch und Continental

Teile der kriselnden deutschen Industrie hoffen auf neue Auftraggeber aus der Rüstung. Rüstungskonzerne wiederum suchen Fachkräfte und auch Fabriken, um Produktionen hochzufahren.

Dabei will die Branche auch auf Beschäftigte der Fahrzeugindustrie zurückgreifen. „Wir profitieren von den Schwierigkeiten der Autoindustrie“, sagte Hensoldt-Chef Oliver Dörre in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters. Das Unternehmen mit dem Stammsitz Taufkirchen/Ottobrunn bei München baut High-Tech-Radare und Sensoren. Diese sind zur Luftverteidigung in der Ukraine im Einsatz.

Weitere Hensoldt-Standorte in Baden-Württemberg gibt es in Ulm, Oberkochen (Ostalbkreis), Immenstaad am Bodensee und Pforzheim. Man sei in Gesprächen mit den Autozulieferern Continental und Bosch über die Übernahme von Beschäftigten, erklärte Dörre gegenüber Reuters.

„Wir profitieren von den Schwierigkeiten der Autoindustrie“

Rüstungsfirma braucht auch Kabelbäume aus der Autoindustrie

Darüber hinaus könnte Hensoldt gewisse Komponenten per „Auftragsfertigung“ herstellen lassen. Die Aufträge gingen dann an Firmen, die bisher auf die Autobranche spezialisiert waren. Dadurch würden wir der etablierten Basis der Automobilindustrie Auslastung zur Verfügung stellen, meint Dörre.

Hensoldt verbaue etwa Kabelbäume in Sensoren. Und die gebe es auch in Fahrzeugen. Oliver Dörre kündigte an: „Das Thema wird uns 2025 beschäftigen und wir werden hier die nächsten Schritte gehen.“

Grüner Joschka Fischer fordert europäischen Atomschirm

Kretschmanns Parteifreund und Ex-Außenminister Joschka Fischer hatte sich für einen europäischen Atomschirm ausgesprochen. Hauptgründe für seine Forderung: die russische Aggression in der Ukraine und die Krise der transatlantischen Beziehungen. Deutschland müsse außerdem die Wehrpflicht wieder einführen, so Fischer.

Angesichts des Streits über die Verteidigungsfähigkeit Deutschlands wird über eine Wiedereinführung der Wehrpflicht diskutiert. Joschka Fischer war ein Befürworter der Abschaffung der Wehrpflicht. Nun sagt er: „Das war ein Fehler, den wir revidieren müssen. Die Wehrpflicht muss wieder eingeführt werden – für beide Geschlechter. Ohne diesen Schritt werden wir beim Schutz Europas nicht vorankommen.“

Rüstungsaktien explodieren

Währenddessen explodieren deutsche Rüstungsaktien von beispielsweis Rheinmetall. Innerhalb weniger Wochen verdoppeln sie teilweise ihre Werte. Anleger dürfte es freuen. Nach dem desaströsen Gespräch zwischen Selenski und Trump am vergangenen Freitag, den 28. März 2025, spricht nun ganz Europa von Aufrüstung und scheint regelrecht beflügelt. Mittlerweile hat sich der Wind allerdings wieder etwas gedreht. Denn Selenski möchte nun doch die Hilfe von Trump annehmen und dabei den Abbau von Rohstoffen in der Ukraine von Seiten Amerikas und Russlands zustimmen, um so zu einem schnellen Frieden in der Ukraine zu gelangen. Europa scheint jedoch bereits voll im Militärmodus unterwegs zu sein – mehr denn je.




„Beruhigend“, „cool“, „entspannend“ – Wie gefährlich sind Vapes?

Dieser Artikel wurde von unserer Schüler-Praktikantin Celina Fiedler geschrieben, die das Thema Vapen näher unter die Lupe genommen hat.

Auch in Künzelsau – wie in vielen anderen Städten in Deutschland – steht ein Vape-Automat – direkt am Busbahnhof, an welchem jeden Tag zahlreiche Kinder und Jugendliche mit Bussen zur Schule kommen. Vapes sind E-Zigaretten, sie sehen aus wie dicke Kugelschreiber. Es gibt sie in allen möglichen Farben und Geschmacksrichtungen. Während der Zigarettenkonsum in Deutschland seit Jahren rückläufig ist, wie Zahlen des Bundesgesundheitsministeriums deutlich belegen, ist nun Vapen der neue Trend – insbesondere bei Jugendlichen.

Für meine Recherche zum Thema Vapen habe ich zunächst zwei Jugendliche befragt, warum sie vapen beziehungsweise gevapt haben:

Mit 14 angefangen – „Beruhigend“, „cool“, „entspannend“

Der eine Schüler (er möchte nicht namentlich genannt werden) kam zum ersten Mal mit 14 Jahren (2022) in seiner Freundesgruppe mit dem „Dampfen“ in Kontakt und ist jetzt 17 Jahre alt. Er beschreibt es als „beruhigend“, „entspannend“ und „aufregend“. Er hatte auch eine Vape, aber wegen des Preises und weil es ihn und seine Freunde nicht mehr interessierte, hat er mittlerweile keinen Bezug mehr zu Vapes. Eine Vape kostet zwischen 5 und 10 Euro und garantiert laut Hersteller bis zu 600 Züge. Die zweite Schülerin, die ich befragt habe, begann mit 15 Jahren und ist jetzt 17 Jahre alt. Das erste Mal probierte sie mit 14 Jahren auf einer Party mit ihren Freunden. Sie sagt, dass sie sich „leicht“, „cool“ und „entspannt“ fühlt, wenn sie einen richtigen Nikotinschock hat. Mit einer Freundin kaufte sie sich ihre erstes Vape, aber auch das hat sie nur einmal gemacht. Sie hat aufgehört zu vapen, weil der Preis zu hoch ist und sich ihr Freundeskreis geändert hat. Der süße Geschmack verursachte ihr auf Dauer Kopfschmerzen und da sie sich mit den Inhaltsstoffen eines Vapes auseinandersetzte, hörte sie mit dem Dampfen auf.

Beide sagen, dass das Vapen für sie trotzdem „normal“ ist, das heißt, wenn sie Leute sehen, die dampfen, oder wenn sie es selbst wieder probieren würden, würde es sie nicht stören.

Inhaltsstoffe von Vapes: Gesundheitsschädlicher im Vergleich zu Zigaretten?

Um dieser Frage nachzugehen, habe ich mich an das Gesundheitsministerium des Landes Baden-Württemberg gewandt. Pressesprecher Markus Jox hat mir wie folgt geantwortet: „In Vapes wird eine Flüssigkeit (Liquid) erhitzt und dadurch vernebelt. Dieses Liquid gibt es in verschiedenen Geschmacksrichtungen und Nikotinstärken. Die Grundstoffe sind Glycerin, Propylenglykol, Aromastoffe und je nach Variante Nikotin. Beim Erhitzen des Liquids können gesundheitsschädliche Stoffe entstehen, darunter Nikotin (…), aber auch giftige Metalle wie Chrom, Nickel und Cadmium. Das gesundheitsgefährdende Potenzial hängt jedoch stark von der Zusammensetzung des Liquids ab. Unter den üblichen Gebrauchsbedingungen ist die Menge der Stoffe geringer als beim Tabak. Die Metalle können aber auch in höheren Konzentrationen als im Tabak enthalten sein.“

Die Caritas kritisiert in diesem Zusammenhang: „Vapes enthalten zwar weniger Schadstoffe als Zigaretten. Weil der Dampf aber viel kälter ist, kann er besonders intensiv von der Lunge aufgenommen werden. Eine E-Zigarette entspricht etwa 16 bis 20 mg Nikotin. Und das sind etwa zwei Schachteln Zigaretten.

Gefahr oder Glücksbringer?

Vapes gibt es in verschiedenen Formen und Farben. Es gibt auch Vapes ohne Nikotin. Sind Vapes ohne Nikotin also auch ein Suchtmittel? Oder sind Vapes generell eine Gefahr für unseren Körper? Hierzu führt Jox näher aus: „Für die Entwicklung einer Abhängigkeit ist in erster Linie das Nikotin verantwortlich. Allerdings bestehen gesundheitliche Risiken und die Gefahr eines niedrigschwelligen Einstiegs in das Rauchen. Kinder und Jugendliche können mit vermeintlich harmlosen, schmackhaften E-Zigaretten (auch nikotinfreien) das Rauchritual einüben. Dadurch kann der Wechsel zu nikotinhaltigen Produkten und zur Tabakzigarette vereinfacht werden. “ Sprich: Der vermeintliche harmlose Einstieg ohne Nikotin kann die Hemmschwelle senken, um danach auf nikotinhaltige Produkte umzuschwenken.

Zu den bisher bekannten Gesundheitsrisiken gehören unter anderem:

– Abhängigkeit, Beeinträchtigung der Gehirnentwicklung bei Jugendlichen

– Ablagerung von Partikeln in der Lunge, verschiedene Formen der Lungenentzündung, schwere Lungenerkrankungen

– kurzfristige Erhöhung der Herzfrequenz, kurzfristige Erhöhung des Blutdrucks,

– oxidativer Stress = (Schädigung der Zelle und ihrer Funktion), Schädigung der Erbsubstanz, Beeinträchtigung des Immunsystems

Die bunte Welt der Vapes – auch in social media stark präsent

Vapes sind aber auch ziemlich beeindruckend. Die vielen verschiedenen Formen und Farben und wahrscheinlich das Wichtigste, die Geschmacksrichtungen. Erdbeere, Kirsche, Minze, Blaubeere, Vanille-Käsekuchen. Besonders durch die Vielfalt sind Vapes  interessant, wenn man auf Social Media sieht, was man mit dem Dampf alles für Tricks machen kann. Das muss man einfach mal ausprobieren, oder?

Auch wenn die bunte Aufmachung und die süßen Aromen nur allzu verlockend sind, besteht die Gefahr, dass der Einstieg ins Rauchen erleichtert wird und sich eine Nikotinabhängigkeit entwickelt. Der Zusammenhang zwischen E-Zigaretten und dem späteren Rauchverhalten von Jugendlichen ist allerdings schwer zu untersuchen. Es gibt jedoch Hinweise des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ), dass der Konsum von E-Zigaretten die Wahrscheinlichkeit, mit dem Rauchen zu beginnen, um das Dreifache erhöht. Möglicherweise spielen aber auch andere Faktoren eine Rolle.

Die Vielzahl an Geschmacksrichtungen erschwert laut dem DKFZ die Risikoabschätzung. Liquids enthalten beispielsweise verschiedene Aromen und ätherische Öle („durchschnittlich zehn verschiedene Aromen pro Liquid“). Dies ermögliche es den Konsumenten, ihre eigenen Mischungen aus verschiedenen Aromen herzustellen, was die Bewertung des Gesundheitsrisikos erschwere. Einige Aromastoffe können beim Einatmen die Atemwege sensibilisieren oder reizen, andere sind in höheren Konzentrationen in Zellkulturen giftig oder zytotoxisch = (besitzt die Eigenschaft, lebende Zellen zu schädigen oder zu zerstören).

Zugang zu Vapes leichter als gedacht

Der Zugang zu Vapes ist für Jugendliche in der Regel schnell und einfach. Die meisten Schüler: innen haben einen großen Freundeskreis oder kennen generell viele Leute.  Wenn diese wiederum Freunde haben, die 18 Jahre oder älter sind, geht alles sehr schnell. Es ist zwar strafbar E-Zigaretten für Minderjährige zu kaufen, aber erwischt wird man meistens nie, man Vapes an diversen öffentlichen Automaten ziehen kann. Man benötigt hierfür lediglich irgendeinen Ausweis eines Erwachsenen. Die Übergabe der Vapes kann ja an allen möglichen Orten oder an völlig unterschiedlichen Tagen stattfinden, was eine Kontrolle fast unmöglich macht. Aber auch den Eltern schnell den Ausweis klauen und wieder zurückgehen, ist ein schnelles Spiel.

Wie viele Konsument:innen gibt es heute, im Gegensatz zu früher, wenn man so einfach an Vapes kommt?

Hierzu gibt es zwei Studien:

Laut den Daten der bundesweiten DEBRA-Studie konsumierten im Jahr 2019 1,7 % der 14- bis 17-Jährigen E-Zigaretten, 2023 waren es 2,3 %. Bei den 18- bis 24-Jährigen lag der Anteil derjenigen, die E-Zigaretten konsumierten im Jahr 2019 bei 4,0 % und im Jahr 2023 bei 3,5 %. Bei den über 25-Jährigen waren es im Jahr 2019 1,4 %, im Jahr 2023 1,7 %.

Insgesamt ist der E-Zigarettenkonsum laut den Ergebnissen der DEBRA-Studie von 1,8 % im Jahr 2019 auf 2,2 % im Jahr 2023 angestiegen. Für das Jahr 2024 liegen noch keine abschließenden Daten vor, der aktuelle gleitende Mittelwert liegt hier bei 2,3 % (Stand 10/2024). Laut einer Veröffentlichung zu den Ergebnissen der DEBRA-Studie ist der Konsum von Einweg-E-Zigaretten stark an gestiegen, von 0,1 % im Jahr 2016 auf 0,8 % im Jahr 2023.

Auffallend ist bei den Ergebnissen, dass die Konsument:innen  von Einweg-E-Zigaretten im Durchschnitt 3,5 Jahre beziehungsweise 4,1 Jahre jünger sind als Personen, die Tank- bzw. Pod-Modelle konsumieren.

Mit 6,7 Prozent ist der Konsum von Einweg E-Zigaretten bei 12- bis 17-Jährigen im Jahr 2023 ähnlich verbreitet wie der von Tabakzigaretten (7,4 Prozent).

Jahr Alter Konsum in Prozent
2019 14-17 Jahre 1,7%
  18-24 Jahre 4,0%
  25 Jahre 1,4%

Laut den Daten der bundesweiten DEBRA-Studie konsumieren vermehrt jüngere Menschen Vapes:

Jahr Alter Konsum in Prozent
2023 14-17 Jahre 2,3%
  18-14 Jahre 3,5%
  25 Jahre 1,7%

Fazit: durch ihr cooles, buntes Image, die leichte Zugänglichkeit und die verschiedenen Geschmacksrichtungen wirken Vapes auf den ersten Blick nicht wie (Einstiegs-) Drogen und werden vielleicht dadurch auch bewusst unterschätzt. Sie können aber ebenso zu Abhängigkeit führen wie andere nikotinhaltige Suchtmittel wie Zigaretten.




Mit Fred Feuerstein und den Background-Tänzerinnen von Bejoncé feiern

Fasching in Krautheim am 22.2.2025

Der Fasching in Krautheim ist über das Jagsttal hinaus bekannt. Auch in diesem Jahr war das Eugen-Seitz-Bürgerhaus gut besucht. Unter anderem Fred Feuerstein erwies sich die Ehre, die Backgroundtänzer von Bejoncé und der Kapitän der Bundestagswahl.

Unsere Schüler-Praktikanten Celina und Ben waren für GSCHWÄTZ vor Ort und haben die Höhepunkt in einem Videoclip für Euch zusammengefasst:

Fasching in Krautheim am 22.2.2025




The Länd kippt fast komplett nach rechts-konservativ – Siegeszug der AfD

Schaut man die Karte von Baden-Württemberg an, wie die einzelnen Wahlkreise gewählt haben, ergibt sich ein ziemlich dunkles Bild, was die Farben betrifft. Es dominieren nur noch 2 Farben: schwarz und blau. Schwarz ist noch in der absoluten Mehrzahl, doch blau holt rasant auf. Vereinzelt, wie in Karlsruhe gibt es noch überwiegend grüne Wahlkreise. Ansonsten kippt the Länd bei den diesjährigen Bundestagswahlen komplett nach rechts-konservativ:

Bis 2017 war die AfD noch nicht mal im Bundestag vertreten. Nun wurde die AfD in Deutschland mit rund 20 Prozent zur zweitstärksten Partei gewählt. Der Frust über die Ampel-Regierung scheint hoch zu sein. Die Gewinner sind die CDU, die 28,5 Prozent erhält und die AfD, die ihr Ergebnis verdoppeln konnte – im Vergleich zur vorangegangenen Bundestagswahl.

Bei der nächsten Bundestagswahl könnte die AfD gar die stärkste Partei werden – ähnlich wie die FPÖ in Österreich.

Baden-Württemberg bildet diesen Trend zu mehr rechts-konservativer Politik ebenfalls ab. The Länd färbt sich schwarz-blau mit vereinzelten grünen Klecksen.

Im Hohenlohekreis scheint der AfD-Wähleranteil besonders hoch zu sein. In der Kreisstadt Künzelsau bekam die AfD 27 Prozent der Stimmen und zog damit fast gleichauf mit der CDU.

In Öhringen und auch im mittleren Kochertal sind ähnliche Ergebnisse vorzufinden – die AfD zählt hier fast gleichauf zur jahrzehntelang stärksten Partei, der CDU. Das gab es noch nie.

Betrachtet man den Wahlkreis Schwäbisch Hall-Hohenlohe als ganzes, schwächen sich die Ergebnisse etwas ab, da die AfD im Kreis Schwäbisch Hall nicht so stark punkte konnte wie im Hohenlohekreis.

 




„Gewalt gegen Frauen ist keine Migrations-Frage – ebenso viele Hans Müller von nebenan sind gegenüber ihren Frauen gewalttätig, nur keiner spricht darüber“

„Gewalt gegen Frauen ist keine Rassenfrage – ebenso viele Hans Müller von nebenan werden gegenüber ihren Frauen gewalttätig, nur keiner spricht darüber“, betont GSCHWÄTZ Herausgeberin Dr. Sandra Hartmann anlässlich der morgigen Bundestagswahlen in ihrem aktuellen Videoclip. Die Journalistin kritisiert die wochenlange Debatte um das gefühlt einzige Wahlkampfthema der AfD: Die Abschiebung von Flüchtlingen und Migranten.

„Gewalt gegen Frauen hat nichts mit Flüchtlingen oder Migration zu tun“

Dabei werde vergessen, so Hartmann, dass wir noch immer ein generelles Gewaltproblem gegenüber Frauen auch in Deutschland haben. Das sei keine Frage der Herkunft. Ebenso viele Hans Müller von nebenan werden gewalttätig gegenüber Frauen und/oder deren Partnerin. Nur darüber spreche kaum jemand – aus Angst, Scham, aus Sorge, dass einem nicht geglaubt werde oder das man übertreibe.

„Wer heute zur Polizei geht und eine Anzeige gegen einen Afghanen macht, hat es nach wie vor wesentlich leichter, als wenn eine Ehefrau zur Polizei geht und ihren Ehemann wegen Gewalt anzeigt“, so Hartmann auf die Argumentation diverser AfD-Wähler:innen und AfD-Politiker:innen, dass die Statistiken diesbezüglich eine „klare Sprache“ sprächen. In diesem Bereich sind Statistiken kaum valide, da es einen sehr hohen Anteil von Gewalt in Deutschland gibt, der weder angezeigt noch geahndet wird, so Hartmann, insbesondere, wenn Familienmitglieder diese ausüben.

Strafanzeigen werden nicht weiter verfolgt und/oder fallengelassen

Strafanzeigen sind daher für diese betroffenen Frauen mit ganz besonders hohen (insbesondere emotionalen und sozialen) Hürden verbunden und nicht selten werden sie von der Staatsanwaltschaft auch nicht weiter verfolgt – wegen Überlastung, weil das Problem nicht ernst genommen wird oder weil Männer dann doch nicht gegen andere [weiße] Männer oder Männer, die sie vielleicht sogar noch privat kennen, vorgehen möchten.

Ganz zu schwiegen davon, dass emotionale Gewalt noch immer auch bei der Polizei häufig nur belächelt wird. Emotionale Gewalt sei doch keine „richtige“ Gewalt, heißt es dann.




Mann angeklagt wegen Mordes: Er soll mit 15 Messerstichen seine Frau umgebracht haben

Die Wohnung, in welcher der Ehemann seine Ehefrau vermutlich mit 15 Messerstichen ermordet haben soll (so steht es zumindest in der Anklageschrift der Staatsanwaltschaft, im laufenden Verfahren vor dem Heilbronner Landgericht wird nun der genaue Tathergang noch einmal beleuchtet werden) liegt idyllisch gegen in der Kernstadt von Künzelsau. Es ist eine Familientragödie, was hier geschehen ist. Leidtragende sind neben dem Opfer insbesondere die gemeinsamen Kinder.

Mordanklage gegen Mann aus Künzelsau: 15 Messerstiche – Ehefrau stirbt

Ein Mann, der möglicherweise seine Eifersucht nicht im Griff hatte und blind vor Wut auf seine Frau einstach, muss sich nun vor Gericht verantworten. Hierfür sind mehrere Verhandlungstage angesetzt. Der nächste Termin ist am Montag, den 10. März 2025.

Wenn Es ist ein Femizid, der hier geschehen ist – davon gibt es in Deutschland im Durchschnitt einen am Tag. Ein Femizid bezeichnet die gezielte Ermordung einer Frau, weil sie eine Frau ist und/oder weil sie von bestimmten Vorstellungen von Weiblichkeit – häufig geprägt von patriarchalem Vorstellungen wie Unterwürfigkeit und Gehorsam – abweicht, zum Beispiel, wenn selbst bestimmt leben möchte.

Nicht immer werden Mörder in Deutschland auch wegen Mordes verurteilt, da es manchmal zwar offensichtlich ist, dass hier ein Mord stattgefunden hat, aber die Mordmotive nicht eindeutig nachweisbar sind. Mordmerkmale sind unter anderem:

Eifersucht würde unter die Kategorie „niedere Beweggründe“ fallen. Wird der Täter wegen Mordes verurteilt, bringt das ein deutlich höheres  Strafmaß mit sich als bei Totschlag. Im Durchschnitt sind Mörder in Deutschland 19 Jahre in Haft, bei Totschlag lediglich zwischen 5 und 10 Jahre.

 




Mann beleidigt Frau massiv im Netz – Strafanzeige wird fallengelassen

Düzen Tekkal hat auf ihrem Instagram-Account eine brisantes Dokument veröffentlicht. Es handelt sich um eine fallen gelassene Strafanzeige gegen einen Mann aus Offenbach.

Sie wurde von seinem Instagram Account in den sozialen Medien massiv beleidigt und bedroht. Er behauptet jedoch gegenüber den Ermittlungsbehörden, dass er diesen besagten Post nicht abgesetzt hätte. Es hätten angeblich mehrere Personen Zugang zu seinem Hand yund seinem Instagram Account gehabt und hätten diesen Post versenden können. Er sei es nicht gewesen.

Die Ermittlungsbehörden lassen aus diesem Grund die Strafanzeige gegen den Mann namens Mohammed fallen.

Das Fatale an dieser Entscheidung: Damit ist jeder Hetze im Netz im Prinzip Tür und Tor geöffnet, denn jeder Hate Speaker kann im Grunde danach behaupten, das habe ich nicht geschrieben, das hat irgendjemand anderes von meinem Handy aus geschrieben. Letzten Endes muss es rechtlich so sein, dass jeder für den Inhalt seines Insta oder Facebook Accounts verantwortlich ist und zur Rechenschaft gezogen werden kann.

 

Das Dokument über die fallen gelassene Strafanzeige




Künzelsaus Bürgermeister Neumann stellt klar: „Es gibt keine Masturbationsräume in städtischen Kindertageseinrichtungen“

„Liebe Mitbürgerinnern und Mitbürger,

ich bin ein besorgter Vater und Bürger dieser Stadt“, beginnt Gleb Hildmann seinen Post auf Facebook. „Mittlerweile ziehe ich ernsthaft in Erwägung, meine Kinder aus dem Kindergarten abzumelden. Denn das, was unsere Stadt da umsetzen will, ist unterirdisch, pädophil und weit weg von dem, was in einen Kindergarten gehört.“ Der Titel seines Posts: „Masturbationsräume in Kitas“ und „Doktorspiele ohne Bekleidung in Kitas“.

Der Vater bezieht sich dabei auf das so genannte sexualpräventive Konzept der Kindergären Taläcker I und II. Darin heißt es unter anderem:

Nicht nur dieser Vater, auch andere Hohenloher Bürger:innen reagieren entsetzt. In den sozialen Kanälen lassen viele ihren Unmut freuen Lauf.

Die Hohenloher Stimme greift das Thema auf und titelt: „Masturbationsräume in Künzelsauer Kitas?“ Der Artikel befindet sich hinter einer paywall. Nun eskaliert die Aufregung gänzlich. Es folgt ein offizielles Presse-Statement von Künzelsaus Bürgermeister Stefan Neumann, in welchem er unter anderem betont:

„Es gibt keine Masturbationsräume in den städtischen Kindertageseinrichtungen – auch nicht in anderen städtischen Einrichtungen. Die irreführenden Behauptungen, die in den Sozialen Medien erhoben wurden, werden durch ständiges Teilen der Posts nicht richtig. Gleiches gilt auch für die reißerische Überschrift, die in den Kanälen der Heilbronner Stimme weitergetragen wurde und wird. Leider wird dort die Faktenlage erst im Bezahlforum korrekt dargestellt.“

Elke Sturm, Pressesprecherin der Stadtverwaltung Künzelsau erklärt gegenüber GSCHWÄTZ: „Kindertagesstätten benötigen ein Kinderschutzkonzept. Teil davon ist ein sexualpädagogisches Konzept, da das Thema im Alltag viele Fragen aufwirft. Wie handeln Fachkräfte professionell und angemessen z.B. in diesen Situationen: Wickelsituationen, sich nackt ausziehen, Interesse an den Körperausscheidungen, Fragen zu den Geschlechtsorganen/Fortpflanzung/Geburt, Selbststimulation?

Das Sprechen über Sexualität ist häufig mit Unsicherheiten verbunden. Welche Rahmenbedingungen braucht es? Wie beziehen wir Eltern ein? Wie sieht eine professionelle Nähe-Distanz Regulierung aus? Wie erkenne ich sexuelle Grenzverletzungen und Übergriffe von Kindern und/oder Erwachsenen? Wie interveniere und reagiere ich im Rahmen des Schutzauftrages? Diese Fragen werden abschließend in den Kinderschutzkonzepten beantwortet.“

Dieses sexualpräventive Konzept ist daher nicht misszuverstehen mit einer Ermunterung an alle, im Kindergarten Doktorspiele zu veranstalten, sondern ein Schutzkonzept für Kinder, die sich für ihren Körper auf spielerische Weise interessieren. Es ist zugleich aber auch eine Hilfestellung für Erzieher:innen, wie sie auf derartige Erkundungen optimal reagieren. Auch das Bewusstsein für das  wichtige Thema sexuelle Übergriffe / sexueller Missbrauch wird hierbei angesprochen – wie man einen solchen Missbrauch erkennt und wie man hier im Rahmen des Schutzauftrages interveniert, um das Kind vor eben diesen Übergriffen zu schützen.

Das Konzept gib es auch in anderen Städten wie etwa Neuenstein. Dennoch birgt es eine große Gefahr. Pädophil veranlagte Menschen könnten sich als Hilfskraft bei Kitas bewerben, um das Konzept als Argumentationsgrundlage zu nehmen, um dabei zu sein, wenn Kinder ihre Körper erkunden. Hier heißt es daher: Nochmal mehr Vorsicht bei der Neueinstellung von Kita-Personal.